{"id":6023,"date":"2012-06-03T08:01:37","date_gmt":"2012-06-03T07:01:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=6023"},"modified":"2012-05-30T11:58:30","modified_gmt":"2012-05-30T10:58:30","slug":"heute-ruhetag-13-jean-jacques-rousseau-les-confessions-die-bekenntnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=6023","title":{"rendered":"Heute Ruhetag (13): Jean-Jacques Rousseau &#8211; Les Confessions (Die Bekenntnisse)"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eIch beginne ein Unternehmen, welches beispiellos dasteht und bei dem ich keinen Nachahmer finden werde.\u201c<\/em> So beginnt Jean-Jacques Rousseau seine <a href=\"http:\/\/wiki.zum.de\/Jean-Jacques_Rousseau\/Die_Bekenntnisse\" target=\"_blank\">\u201aConfessions\u2019<\/a>. Nun sp\u00e4testens in Hermann Hesse mit dessen <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=6011\" target=\"_blank\">Steppenwolf<\/a> hat er einen Nachahmer gefunden, denn dieser Roman ist nichts anderes als ein Bekenntnisbuch, in dem der Autor seine Seele bis in den Grund ausgeleuchtet hat.<\/p>\n<p>\u201eDie Bekenntnisse von Jean-Jacques Rousseau sind die erste Autobiographie von Rang, die nicht &#8211; wie zum Beispiel die Confessiones des Augustinus, auf die sich der Titel bezieht, &#8211; die religi\u00f6sen Erfahrungen, sondern das gesamte Leben, nicht zuletzt das psychologische Selbstverst\u00e4ndnis zum Gegenstand haben.\u201c<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/ruhetag.jpg\" alt=\"Heute Ruhetag!\" title=\"Heute Ruhetag!\" \/><\/p>\n<p><em>Ich beginne ein Unternehmen, welches beispiellos dasteht und bei dem ich keinen Nachahmer finden werde. Ich will der Welt einen Menschen in seiner ganzen Naturwahrheit zeigen, und dieser Mensch werde ich selber sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich allein. Ich verstehe in meinem Herzen zu lesen und kenne die Menschen. Meine Natur ist von der aller, die ich gesehen habe, verschieden; ich wage sogar zu glauben, nicht wie ein einziges von allen menschlichen Wesen geschaffen zu sein. Bin ich auch nicht besser, so bin ich doch anders. Ob die Natur recht oder unrecht gethan hat, die Form, in der sie mich gegossen, zu zerbrechen, dar\u00fcber wird man sich erst ein Urtheil bilden k\u00f6nnen, wenn man mich gelesen hat.<\/em><\/p>\n<p><em>M\u00f6ge die Posaune des j\u00fcngsten Gerichtes ert\u00f6nen, wann sie will, ich werde mit diesem Buche in der Hand vor dem Richterstuhle des Allm\u00e4chtigen erscheinen. Ich werde laut sagen: Hier ist, was ich gethan, was ich gedacht, was ich gewesen. Mit demselben Freimuthe habe ich das Gute und das Schlechte erz\u00e4hlt. Ich habe nichts Unrechtes verschwiegen, nichts Gutes \u00fcbertrieben, und wenn ich mir etwa irgend eine unschuldige Ausschm\u00fcckung habe zu Schulden kommen lassen, so mu\u00df man das meiner Ged\u00e4chtnisschw\u00e4che zu Gute halten, um deren willen ich gezwungen war, hier und da eine L\u00fccke auszuf\u00fcllen.<\/em> [&#8230;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jean-Jacques_Rousseau\" target=\"_blank\"><strong>Jean-Jacques Rousseau<\/strong><\/a>: <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/3813\/1\" target=\"_blank\">Les Confessions (Die Bekenntnisse)<\/a>, 1782<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch beginne ein Unternehmen, welches beispiellos dasteht und bei dem ich keinen Nachahmer finden werde.\u201c So beginnt Jean-Jacques Rousseau seine \u201aConfessions\u2019. 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