{"id":61,"date":"2005-03-04T15:00:00","date_gmt":"2005-03-04T14:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=61"},"modified":"2005-10-20T11:35:34","modified_gmt":"2005-10-20T09:35:34","slug":"eulenspiegel-pardon-oder-titanic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=61","title":{"rendered":"Eulenspiegel, pardon oder Titanic?"},"content":{"rendered":"<p>In jungen Jahren (das sind inzwischen \u00fcber 35 Jahre her) war ich ein regelm\u00e4\u00dfiger Leser der &#8218;<a href=\"http:\/\/www.pardon-magazin.de\/\" target=\"_blank\">pardon<\/a>&#8218;, dem Satiremagazin in Deutschland West. In Deutschland Ost gab es daf\u00fcr den &#8218;<a href=\"http:\/\/www.eulenspiegel-zeitschrift.de\/\" target=\"_blank\">Eulenspiegel<\/a>&#8218;. Irgendwann war dann mit der &#8218;pardon&#8216; Schluss. Daf\u00fcr kam dann &#8218;<a href=\"http:\/\/www.titanic-magazin.de\/\" target=\"_blank\">Titanic<\/a>&#8218;. Aber da war mir das Leben Satire genug (nur Ende 1989, als ich f\u00fcr einige Tage in Sachsen weilte, kam ich nicht umhin, einmal den &#8218;Eulenspiegel&#8216; zu kaufen).<\/p>\n<p>Ende des letzten Jahres nun, ich schlenderte gedankenversunken durch den Zeitschriftenladen am S-Bahnhof Sternschanze in Hamburg, da fiel mein Blick auf eine Zeitschrift mit gelben Teufelchen, das seinen Hut l\u00fcftet. Die &#8218;pardon&#8216; war  wiederauferstanden! Obwohl &#8211; ich wei\u00df, ich wiederhole mich &#8211; das Leben auch jetzt noch Satire genug f\u00fcr mich war, konnte ich mich nicht genug zusammenrei\u00dfen, um von einem Kauf des altbekannten Blattes abzulassen.<\/p>\n<p>Bisschen d\u00fcnn war die &#8218;pardon&#8216; schon geworden. Und, wie ich in der Zeit danach feststellen musste, auch auf wackeligen Beinen. Aber immer, wenn ich dachte, das war &#8217;s wohl wieder, da fand ich unter anderen Remittenden auch mein geliebtes Satirebl\u00e4ttchen von damals wieder &#8211; inzwischen im Format leicht geschrumpft, daf\u00fcr aber handlicher, im Erscheinen ziemlich unregelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<p>Mein Interesse war nun geweckt (obwohl mir das Leben Satire usw.) und ich wagte es sporadisch, auch die anderen Bl\u00e4tter des deutschen Satirewaldes (Wald ist nat\u00fcrlich mehr als \u00fcbertrieben) k\u00e4uflich zu erwerben.<\/p>\n<p>Ich kann also einen Vergleich anstellen:<\/p>\n<p>Mit \u00fcber 150.000 gedruckten Exemplaren ist der &#8218;Eulenspiegel&#8216; wohl das meistverbreitete Magazin, zu etwa 80 % allerdings, wie sollte es anders sein, in Deutschlands Osten. Und entsprechend spricht das Blatt in erster Linie unsere Mitmenschen \u00f6stlich der Elbe an. Vielleicht ist der &#8218;Eulenspiegel&#8216; etwas bieder aufgemacht, aber der Wortwitz einiger Artikel hat mich doch zum  Lachen gebracht.<\/p>\n<p>&#8218;Titanic&#8216; ist auch etwas d\u00fcnn im Umfang, die Titelseiten f\u00fcr meinen Geschmack reichlich \u00fcberzogen (Helmut Kohl nach einer Arschbombe Verursacher der Flutkatastrophe in Asien oder der Papst und die Frage, ob er zu faul zum Sterben w\u00e4re).  Inhaltlich gibt es dann aber viel Wahlverwandtschaft mit der &#8218;pardon&#8216;.<\/p>\n<p>Und die &#8218;pardon&#8216;? Alte Liebe rostet bekanntlich nicht. Obwohl das Magazin meiner Meinung nach die alte Sch\u00e4rfe nicht ganz erreicht (und die Anbiederungen bei den Lesern fehl am Platze sind), kann ich meine Sympathie nicht ganz verbergen. Vom Niveau her \u00e4hnelt die &#8218;pardon&#8216; der &#8218;Titanic&#8216;.<\/p>\n<p>Ich g\u00f6nne der &#8218;pardon&#8216; weiterhin viele Leser und hoffe, dass die Macher den Mut nicht verlieren, das Blatt am Leben zu erhalten (in heutigen Tagen, da einem das Leben Satire genug ist, ein schwieriges Unterfangen &#8211; rein wirtschaftlich betrachtet).  Dem &#8218;Eulenspiegel&#8216; wird dagegen so schnell die Luft nicht ausgehen (die Menschen im Osten haben leider weiterhin nicht viel zu lachen). Und die &#8218;Titanic&#8216; wei\u00df sich schon mit \u00e4tzenden Titelseiten zu behaupten. Welches Blatt nun das ultimativ beste ist, ist vom interessierten Leser abh\u00e4ngig (Geschmackssache). Ich fand in allen dreien Schmackhaftes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In jungen Jahren (das sind inzwischen \u00fcber 35 Jahre her) war ich ein regelm\u00e4\u00dfiger Leser der &#8218;pardon&#8218;, dem Satiremagazin in Deutschland West. 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