{"id":6122,"date":"2012-06-28T08:01:22","date_gmt":"2012-06-28T06:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=6122"},"modified":"2012-06-28T11:46:05","modified_gmt":"2012-06-28T09:46:05","slug":"vergessene-stucke-14-albert-camus-%e2%80%93-dramen-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=6122","title":{"rendered":"Vergessene St\u00fccke (14): Albert Camus \u2013 Dramen (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albert_Camus\" target=\"_blank\">Albert Camus<\/a> war Schriftsteller und Philosoph des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Existenzialismus\" target=\"_blank\">Existenzialismus<\/a> und gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten franz\u00f6sischen Autoren des 20. Jahrhunderts. 1957 erhielt er f\u00fcr sein Gesamtwerk den Nobelpreis f\u00fcr Literatur.<\/p>\n<p>Den Philosophen Camus habe ich hier schon in mehreren Beitr\u00e4gen vorgestellt. In dem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=837\" target=\"_blank\">Albert Camus: Der Fremde<\/a> zu der Erz\u00e4hlung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Fremde\" target=\"_blank\">Der Fremde<\/a> schrieb ich: \u201e<em>Leben hei\u00dft Miterleben<\/em> [&#8230;]. <em>Ausgangspunkt der Philosophie Camus\u2019 ist das Absurde des Lebens, die Sinnlosigkeit. Dem kann der Mensch nur durch die Revolte, durch ein t\u00e4gliches sich Aufb\u00e4umen, entgehen. Morgens, wenn ich aufstehe, so lebe ich trotzdem (trotz der Sinnlosigkeit) und m\u00fche mich um menschliche Solidarit\u00e4t.<\/em>\u201c <\/p>\n<ul><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/albpics\/albert_camus.jpg\" alt=\"Albert Camus\" title=\"Albert Camus\" \/><\/ul>\n<p>Neben Camus ist es Sartre, der gegen die \u201eSinnlosigkeit des Lebens\u201c revoltierte. F\u00fcr den Marxisten Sartre endet die Revolte allerdings im Endziel Kommunismus, bei Camus ist die Revolte \u2018endlos\u2019. Au\u00dferdem spielt f\u00fcr den Mittelmeermensch Camus vor allem <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1248\" target=\"_blank\">Licht und Schatten<\/a> eine wichtige Rolle. In dem Schauspiel \u201eDas Mi\u00dfverst\u00e4ndnis\u201c ist es die Sehnsucht der Schwester nach dem Meer und nach Sonne. <\/p>\n<p>In meinem <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1205\" target=\"_blank\">kleinen Philosophie-Modell<\/a> berief ich mich \u00fcbrigens auch auf Camus und schrieb zusammenfassend: <em>\u201eEs gibt keinen eigentlichen, allgemeing\u00fcltigen Sinn des Lebens. Man muss sich und seinem Leben \u201aselbst\u2019 einen Sinn geben. \u00c4hnlich dachte auch Buddha, der das Leben f\u00fcr leidvoll hielt. Man muss gegen diese allgemeine Sinnlosigkeit, gegen das Leid revoltieren. Diese Revolte ist ein t\u00e4gliches sich Aufb\u00e4umen gegen die Absurdit\u00e4t des Lebens.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Albert Camus war nun nicht nur Philosoph und Verfasser von Romanen und Erz\u00e4hlungen. Er war auch ein begeisterter Theaterfreund und als solcher Schauspieler und Regisseur eines kleinen Theaters in Algier \u2013 und nat\u00fcrlich Dramatiker. Zwischen 1938 und 1950 verfasste er vier Schauspiele. 1959 dramatisierte er mit dem St\u00fcck \u201eDie Besessenen\u201c den Roman <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=6113\" target=\"_blank\">D\u00e4monen von Dostojewski<\/a>.<\/p>\n<p>Die <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;keywords=albert%20camus%20dramen&#038;tag=familiealbin-21&#038;index=books&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742\"><strong>Dramen<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> von Albert Camus sind in einem gut 340 Seiten umfassenden Buch erh\u00e4ltlich. Ich selbst zitiere hier aus der folgenden Ausgabe: Albert Camus: Dramen \u2013 ins Deutsche \u00fcbertragen von Guido G. Meister \u2013 Rowohlt Verlag, Hamburg \u2013 128. \u2013 131. Tausend, April 1982 (14. Auflage) \u2013 Sonderausgabe<\/p>\n<p>Vorweg: Nat\u00fcrlich werden Camus\u2019 St\u00fccke auch heute noch aufgef\u00fchrt und sind nicht \u201avergessen\u2019. Seine Themen haben nicht an Aktualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft. Wie sollten sie auch. Was hat sich schon wesentlich auf unserer Erdenkugel ge\u00e4ndert.<\/p>\n<ul>Scipio: &#8230; <em>Leiden verursachen sei die einzige Art, sich zu irren.<\/em> (S: 23)<\/ul>\n<ul>Cherea: <em>Man mu\u00df wohl zuschlagen, wenn man nicht widerlegen kann.<\/em> (S. 32)<\/ul>\n<ul>Caesonia: &#8230; <em>gie\u00dfe \u00fcber unsere Gesichter deine unparteiliche Grausamkeit, deinen ganz und gar sachlichen Ha\u00df.<\/em> (S. 48)<\/ul>\n<ul>Caligula: <em>Das Schicksal kann man nicht begreifen, und darum habe ich mich zum Schicksal gemacht<\/em> &#8230; (S. 51)<\/ul>\n<ul>Cherea: &#8230; <em>die Unsicherheit veranla\u00dft einen, zu denken.<\/em> (S. 60)<\/ul>\n<ul>Caligula: <em>Nun, ich trete gewisserma\u00dfen an die Stelle der Pest.<\/em> (S. 64)<\/ul>\n<ul>Caligula: <em>Die anderen schaffen aus Machtlosigkeit. Ich jedoch habe kein Werk n\u00f6tig. Ich lebe.<\/em> (S. 66)<\/ul>\n<ul>Calugula: <em>Wenn ihr alle da seid, versp\u00fcre ich eine Leere ohne Ma\u00df, in die ich nicht blicken vermag. Nur unter meinen Toten ist mir wohl.<\/em> (S. 69)<\/ul>\n<ul>Calugula: <em>Die Dummheit<\/em> [&#8230;] <em>ist m\u00f6rderisch. Sie wird zum M\u00f6rder, wenn sie sich beleidigt f\u00fchlt.<\/em> (S. 69)<\/ul>\n<ul>Caligula: <em>Einen Menschen lieben, hei\u00dft einwilligen, mit ihm alt zu werden. Dieser Liebe bin ich nicht f\u00e4hig. Eine alte Drusilla, das war viel schlimmer als eine tote Drusilla.<\/em> (S. 71)<\/ul>\n<ul>Caligula: <em>Ich lebe, ich t\u00f6te, ich \u00fcbe die sinnverwirrende Macht des Zerst\u00f6rers, mit der verglichen die Macht des Sch\u00f6pfers als billiger Abklatsch erscheint. Das hei\u00dft gl\u00fccklich sein!<\/em> (S. 71)<\/ul>\n<ul>Caligula: <em>Aber wer wagte es, mich zu richten in dieser Welt ohne Richter, da niemand ohne Schuld ist!<\/em> (S. 72)<\/ul>\n<p>Das Schauspiel <a href=\"http:\/\/www.theaterleitertheater.org\/?site=3&#038;p=1\" target=\"_blank\">Caligula<\/a>, ein Schauspiel in vier Akten, entstand 1938, nachdem Camus, damals gerade 25 Jahre alt,  <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sueton\" target=\"_blank\">Suetons<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sueton#De_vita_Caesarum\" target=\"_blank\">De vita Caesarum<\/a> gelesen hatte. Es ist die Trag\u00f6die ma\u00dflosen Machtwillens. Der vom Drang nach dem Absoluten besessene <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Caligula\">Caligula<\/a> glaubt, die Treue zu sich durch die Untreue gegen die anderen gewinnen zu k\u00f6nnen. Caligula ist kein brutaler Despot, sondern ein raffinierter, intellektueller Verbrecher, der seine Untertanen immer weitertreibt, wie in einem Experiment, um zu pr\u00fcfen, was sie alles erdulden. Als er endlich unter den Dolchen der Verschw\u00f6rer zusammenbricht, sind seine letzten Worte: &#8222;Ich lebe immer noch.&#8220; &#8211; Eine indirekte Aufforderung, dass die Verpflichtung zum Widerstand nie erlischt.<\/p>\n<p><em>\u201eHistorisch setzt es nach dem Tod der Drusilla und der damit verbundenen Krise des Kaisers ein, der die Sinnlosigkeit des Lebens erkennt und damit Camus\u2019 philosophische Konzeption des Existentialismus versinnbildlicht.\u201c<\/em><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/XjOgTiManQY\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nWuppertaler B\u00fchnen: CALIGULA (Trailer) von Albert Camus <\/p>\n<p><em>\u201eCaligula, das ist der Spieler ums Absolute, der Tyrann, dessen uneingeschr\u00e4nkte Macht ihn verleitet, sich auf die Suche nach der vollkommenen Freiheit zu begeben, um sich neben die G\u00f6tter einzureihen. Caligula ist der launische Despot, der zwischen Wahn und Willenskraft seine Untertanen wie Fliegen ausl\u00f6scht, wenn ihm danach ist, und befiehlt, den Mond f\u00fcr ihn vom Himmel zu holen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der als Sohn franz\u00f6sischer Eltern in Algerien geborene Albert Camus (1913\u20131960) popularisierte in seinem kurzen Leben, das mit einem Autounfall endete, die Philosophie gemeinsam mit Jean Paul Sartre, was bis heute nachwirkt. Die beiden waren weit \u00fcber Frankreich hinaus und auch au\u00dferhalb der Intellektuellenszene moralische Instanzen in einem Europa, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg entsetzt die Frage stellte: Wie konnte das geschehen? Was ist die Essenz, was ist die Existenz des Menschen, worin besteht seine Freiheit, was macht die Macht mit ihm? Um all diese Dinge geht es in \u201aCaligula\u2019, der in der Nachkriegszeit oft aufgef\u00fchrt wurde; Camus hatte das St\u00fcck unter dem Eindruck Hitlers umgeschrieben und versch\u00e4rft.\u201c<\/em> (Quelle: <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/kultur\/news\/758984\/Albert-Camus-Caligula-fasziniert-als-atemberaubende-Sprachoper\" target=\"_blank\">diepresse.com<\/a>)<\/p>\n<p><em>\u201eDer Mensch, zumindest der herrschende, ist so grausam wie Gott.<br \/>\nGrotesk der Konflikt. Ausgerechnet einen Kaiser l\u00e4\u00dft Camus erkennen, da\u00df die Welt schlecht eingerichtet ist! Derlei Erkenntnis gewinnen \u00fcblicherweise Unterdr\u00fcckte. Oder wei\u00df mir jemand einen Regenten zu nennen, dem die \u00bbWeltordnung\u00ab ungelegen gewesen w\u00e4re? Camus&#8216; Geschichte gipfelt in des Kaisers Entschlu\u00df, das Unm\u00f6gliche m\u00f6glich zu machen. Beispielsweise will dieser sich von Helicon, einem ehemaligen Sklaven, den Mond holen lassen. Im \u00fcbrigen hofft er, eigene unumschr\u00e4nkte Freiheit dadurch zu erringen, da\u00df er Untergebene foltert, vergewaltigt und mordet. Ein Irrer an den Hebeln der Macht also. Verheerend die Folgen.\u201c<\/em> (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-schauspielschule.de\/caligula.htm\" target=\"_blank\">berliner-schauspielschule.de<\/a>)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/fKzmX_xsHuE\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nCaligula &#8211; H\u00f6rspiel &#8211; H\u00f6rbuch &#8211; deutsch &#8211; komplett<\/p>\n<p>Camus selbst schrieb in einem Vorwort zu seinen Dramen: <em>\u201eCaligula, ein bis dahin eher liebenswerter Kaiser, entdeckt beim Tod seiner Schwester und Geliebten, Drusilla, da\u00df die Welt schlecht eingerichtet ist. Von diesem Tag an versucht er, vom Verlangen nach dem Unm\u00f6glichen besessen, von Verachtung und Grauen vergiftet, durch Mord und systematische Umkehrung aller Werte eine Freiheit zu \u00fcben, die er letzten Endes als falsch erkennen wird.<\/em> [&#8230;] <em>w\u00e4hrend seine Wahrheit darin besteht, die G\u00f6tter zu leugnen, besteht sein Irrtum darin, die Menschen zu leugnen<\/em> [so sagt Cherea: <em>\u201aGewi\u00df kommt es bei uns nicht zum erstenmal vor, da\u00df ein Mensch unumschr\u00e4nkte Macht verf\u00fcgt, aber es geschieht zum erstenmal, da\u00df jemand sich ihrer unumschr\u00e4nkt bedient, da\u00df er so weit geht, den Menschen und die Welt zu leugnen.\u2019<\/em> (S. 31)]. <em>Es ist nicht m\u00f6glich, alles zu vernichten, ohne sich selbst mit zu zerst\u00f6ren.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Personen:<\/strong><\/p>\n<p><em>Caligula<br \/>\nCaesonia<br \/>\nHelicon<br \/>\nScipio<br \/>\nCherea<br \/>\nSenectus, der alte Patrizier<br \/>\nMetellus, Patrizier<br \/>\nLepidus, Patrizier<br \/>\nOctavius, Patrizier<br \/>\nPatricius, Oferhofmeister<br \/>\nMucius<br \/>\nDie Frau des Mucius<br \/>\nWachen<br \/>\nSklaven<br \/>\nDichter<\/em><\/p>\n<p>Der erste, dritte und vierte Akt spielen in Calugulas Palast, der zweite in Chereas Haus. Zwischen dem ersten und den drei folgenden Akten liegen drei Jahre.<\/p>\n<p>Caligula wurde 25.09.1945 im Th\u00e9\u00e2tre H\u00e9bertot, Paris (Leitung Jacques H\u00e9bertot) uraufgef\u00fchrt (R: Paul Oettly)<br \/>\nDSE: 29.1.1947 Staatstheater Stuttgart (R: Helmut Henrichs)<\/p>\n<ul>Martha: <em>Was sollte aus der Welt werden, wenn die Verurteilten anfingen, dem Henker ihre Herzensn\u00f6te anzuvertrauen?<\/em> (S. 92)<\/ul>\n<ul>Maria: <em>Von nun an mu\u00df ich in jener f\u00fcrchterlichen Einsamkeit leben, da die Erinnerung eine Folter ist.<\/em> (S. 113)<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Missverst%C3%A4ndnis\" target=\"_blank\">Das Mi\u00dfverst\u00e4ndnis<\/a> (franz.: Le Malentendu), ein  Schauspiel in drei Akten, wurde von Albert Camus 1941 im besetzten Paris geschrieben. <\/p>\n<p>Ein Mann, der viele Jahre in \u00dcbersee war, kommt heim. Dort leben seine Schwester und seine verwitwete Mutter davon, Untermieter aufzunehmen und zu ermorden. Weil sie ihn nicht erkennen, wird er selber zum Untermieter, ohne seine Identit\u00e4t preiszugeben, und schlussendlich get\u00f6tet.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/uGpSxntnbuE\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nDas Missverst\u00e4ndnis im Cuvilli\u00e9s Theater, M\u00fcnchen <\/p>\n<p>Camus schriebt dazu in seinem Vorwort: <em>\u201eEin Sohn, der erkannt werden will, ohne seinen Namen nennen zu m\u00fcssen, und der infolge eines Mi\u00dfverst\u00e4ndnisses von Mutter und Schwester umgebracht wird \u2013 das ist das Thema des St\u00fccks. Gewi\u00df verr\u00e4t es eine sehr pessimistische Auffassung des menschlichen Daseins, die aber sehr wohl mit einem gem\u00e4\u00dfigten Optimismus in bezug auf den Menschen vereinbar ist. Denn eigentlich will das besagen, da\u00df alles anders gekommen w\u00e4re, wenn der Sohn gesagt h\u00e4tte: \u201aIch bin\u2019s, dies ist mein Name.\u2019 Er will besagen, da\u00df der Mensch in einer ungerechten oder gleichg\u00fcltigen Welt sich selbst und seine Mitmenschen erretten kann, wenn er sich an die einfachste Aufrichtigkeit, das treffendste Wort h\u00e4lt.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Personen:<\/strong><\/p>\n<p><em>Martha, Jans Schwester<br \/>\nMaria, Jans Ehefrau<br \/>\nDie Mutter<br \/>\nJan<br \/>\nDer alte Knecht<\/em><\/p>\n<p>Das Mi\u00dfverst\u00e4ndnis wurde 1944 im Th\u00e9\u00e2tre des Mathurins uraufgef\u00fchrt.<\/p>\n<ul>Die Pest: &#8230; <em>in Tat und Wahrheit bin ich ein Idealist<\/em> [&#8230;] <em>Ich bringe euch das Schweigen, die Ordnung und die unbedingte Gerechtigkeit.<\/em> (S. 146)<\/ul>\n<ul>Der Richter: <em>Wenn das Verbrechen Gesetz wird, h\u00f6rt es auf, Verbrechen zu sein.<\/em> (S. 158)<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Belagerungszustand\" target=\"_blank\">Der Belagerungszustand<\/a> (franz\u00f6sisch L&#8217;\u00e9tat de si\u00e8ge) ist ein Theaterst\u00fcck in drei Teilen von Albert Camus. Es wurde 1948 in Paris uraufgef\u00fchrt. Das St\u00fcck entstand unter dem Einfluss der deutschen Teilung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg. Er zeigt damit die Grausamkeiten, welche tyrannische menschenfeindliche Regimes nach sich ziehen und macht vor allem die B\u00fcrokratie als eines der wirkungsvollsten Instrumente der Despotie aus.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Ul-56uytEi4\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nDer Belagerungszustand &#8211; Schauspielhaus<\/p>\n<p>Zu diesem St\u00fcck \u00e4u\u00dfert sich Camus selbst: <em>\u201eEs ist jedoch von Vorteil, zu wissen<br \/>\n1. da\u00df Der Belagerungszustand in keiner Weise eine Bearbeitung meines Romans <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Pest\" target=\"_blank\">Die Pest<\/a> darstellt. Allerdings habe ich einer meiner Personen diesen symbolischen Namen gegeben. Aber da es sich um einen Diktator handelt, ist die Bezeichnung zutreffend;<br \/>\n2. da\u00df Der Belagerungszustand kein nach klassischem Muster verfa\u00dftes St\u00fcck ist.<\/em> [&#8230;] <em>Ich habe f\u00fcr mein Schauspiel das als Mittelpunkt gew\u00e4hlt, was mir in unserem Jahrhundert der Tyrannen und der Sklaven die einzige lebendige Religion zu sein scheint, n\u00e4mlich die Freiheit.<\/em> [&#8230;] <em>Es war eingestandenerma\u00dfen meine Absicht, das Theater den psychologischen Gr\u00fcbeleien zu entrei\u00dfen und auf unseren von ged\u00e4mpften Murmeln erf\u00fcllten B\u00fchnen die lauten Schreie ert\u00f6nen zu lassen, die heute ganze Menschenmassen ins Joch beugen oder befreien.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Personen:<\/strong><\/p>\n<p><em>Die Pest<br \/>\nDie Sekret\u00e4rin<br \/>\nNada<br \/>\nVictoria<br \/>\nDer Richter (Viktorias Vater)<br \/>\nDie Frau des Richters<br \/>\nDiego<br \/>\nDer Gouverneur<br \/>\nDer Alkalde (Strafrichter, B\u00fcrgermeister in Spanien)<br \/>\nDie Frauen von C\u00e1diz<br \/>\nDie M\u00e4nner von C\u00e1diz<br \/>\nDie Wachen<\/em><\/p>\n<p>Der Belagerungszustand wurde am 27. Oktober 1948 im Th\u00e9\u00e2tre Marigny uraufgef\u00fchrt. B\u00fchnenmusik von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arthur_Honegger\" target=\"_blank\">Arthur Honegger<\/a>.<\/p>\n<p><em>\u201eAlbert Camus\u2019 \u201aTh\u00e9\u00e2tre\u2019 umfa\u00dft einen imponierenden Band, in dem der Kern seiner Dramatik deutlich wird : \u2018In der heutigen Zeit lebende Gestalten die Sprache der Trag\u00f6die sprechen zu lassen\u2019.\u201c<\/em> Stuttgarter Zeitung<\/p>\n<p><em>\u201eDie hohe Moral seiner Kunst verbietet Camus das Zweideutige und das Allzubrillante, denn es soll und will den Leser, das Publikum zur Entscheidung zwingen. Sie appelliert an unsere Urteilsfreiheit, die von Camus als jene Freiheit erkannt wird, die dem sittlichen Individuum die Verantwortung f\u00fcr Gut und B\u00f6se in ihrem vollen Gewicht aufb\u00fcrdet.\u201c<\/em> Bayerischer Rundfunk, M\u00fcnchen<\/p>\n<p><em>\u201eCamus unterscheidet sich in wesentlichen Dingen von den Existentialisten Sartrescher Pr\u00e4gung, indem er der Hoffnungslosigkeit jener seinen starken, m\u00e4nnlichen Humanismus entgegensetzt, wie er auch immer jene h\u00f6chst kunstvolle Klarheit und Einfachheit erreicht, mit der er sofort den Zugang zum H\u00f6rer findet.\u201c<\/em> Westdeutsche Allgemeine, Essen<\/p>\n<p>Siehe auch Video bei YouTube<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6JCtY3CAlME\" target=\"_blank\">:<\/a> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4rT8CunsWPY\" target=\"_blank\">Albert Camus on Nihilism<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Albert Camus war Schriftsteller und Philosoph des Existenzialismus und gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten franz\u00f6sischen Autoren des 20. 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