{"id":6305,"date":"2012-08-24T12:32:37","date_gmt":"2012-08-24T10:32:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=6305"},"modified":"2012-08-24T12:32:37","modified_gmt":"2012-08-24T10:32:37","slug":"william-faulkner-licht-im-august","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=6305","title":{"rendered":"William Faulkner: Licht im August"},"content":{"rendered":"<p>Bei einem Blick auf eine Liste der besten englischsprachigen Romane (ab 1923) im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Time\" target=\"_blank\">Time-Magazin<\/a> (<a href=\"http:\/\/entertainment.time.com\/2005\/10\/16\/all-time-100-novels\/\" target=\"_blank\">TIME 100 Best English-language Novels from 1923<\/a>) war ich doch erstaunt, wie viele der dort aufgef\u00fchrten Autoren ich bereits gelesen habe. Dabei ist die US-amerikanische Literatur gar nicht mein unbedingter Favorit (es handelt sich ei der Liste allerdings nicht nur um US-amerikanische Autoren): George Orwell, Raymond Chandler, Margaret Atwood, J.D. Salinger, <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5199\" target=\"_blank\">Anthony Burgess<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1039\" target=\"_blank\">Doris Lessing<\/a>, John Steinbeck, William Golding, Salman Rushdie, William Burroughs, Kazuo Ishiguro, <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=957\" target=\"_blank\">Jack Kerouac<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5370\" target=\"_blank\">E.L. Doctorow<\/a>, Dashiell Hammett, Ernest Hemingway, Henry Miller u.a.. Au\u00dferdem fallen mir noch <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/index.php?s=irving\" target=\"_blank\">John Irving<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1692\" target=\"_blank\">T. Coraghessan Boyle<\/a> ein, die auf dieser Time-Liste fehlen.<\/p>\n<p>Einer der bedeutendsten amerikanischen Romancier des 20. Jahrhunderts (und gleich zweimal auf der Liste im Time Magazin aufgef\u00fchrt) ist William Faulkner (1897 &#8211; 1962) aus dem Bundesstaat Mississippi. Seine Romane und Erz\u00e4hlungen sind dort in Mississippi angesiedelt.<\/p>\n<ul>\u201eDer Mensch wei\u00df so wenig von seinen Mitmenschen und glaubt stets, die Handlungen aller M\u00e4nner und aller Frauen seien von eben dem Beweggrund bestimmt, dem er sich seiner Meinung nach selbst \u00fcberlie\u00dfe, wenn er verr\u00fcckt genug w\u00e4re zu tun, was jeweils dieser andere Mann oder diese andere Frau tut.<\/ul>\n<ul>(William Faulkner: Licht im August &#8211; S. 36)<\/ul>\n<p>W\u00e4hrend meines <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=6279\" target=\"_blank\">Sommerurlaub auf meiner Leseliege<\/a> verweilend las ich bereits wiederholt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Faulkner\" target=\"_blank\">William Faulkners<\/a> Roman <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Licht_im_August\" target=\"_blank\">Licht im August<\/a> (Light in August (1932) &#8211; Rororo 1508 &#8211; Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 43.-47. Tausend, September 1980) in der Erst\u00fcbersetzung ins Deutsche aus dem Jahre 1935 von <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-41124024.html\" target=\"_blank\">Franz Fein<\/a>.<\/p>\n<ul><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/faulkner_light_in_august1st.jpg\" alt=\"William Faulker: Licht im August (amerikanische Erstausgabe)\" title=\"William Faulker: Licht im August (amerikanische Erstausgabe)\" \/><\/ul>\n<p><em>\u201eZu Beginn des Romans macht sich ein junges M\u00e4dchen auf, ihren Geliebten zu suchen. Am Ende, zwei Monate sp\u00e4ter, hat sich ihr Schicksal in der Begegnung mit einem anderen Mann erf\u00fcllt, aber das Chaos s\u00fcndhafter Verstrickungen, in das sie auf ihrem Weg gerissen wird, entl\u00e4\u00dft sie wieder fast unber\u00fchrt. Aus losen Verkn\u00fcpfungen, aus verh\u00e4ngnisvollem Zufall w\u00e4chst unerbittliche F\u00fcgung. Der Verdacht des dunklen Blutes macht aus dem allt\u00e4glichen Schicksal des Findlings Christmas, des d\u00e4monischen Helden des Buches, eine abgr\u00fcndige Existenz, die sich in einem blinden, tollk\u00fchnen Amoklauf in die Vernichtung st\u00fcrzt. Zwischen Schwarz und Wei\u00df, f\u00fcr die es keine Vers\u00f6hnung in seiner Umwelt gibt, bekennt sich der von Zweifeln Gepeinigte mit selbstzerst\u00f6rerischer Konsequenz zur Schattenseite seines Wesens und macht sich zum Gef\u00e4\u00df eines unbegreiflichen Schicksals, dem keine menschliche Kraft Einhalt gebieten kann. Das Dunkel, das Faulkner in diesem gro\u00dfen, dynamisch-tragischen Roman beschw\u00f6rt, ist in seinen Tiefen von der Prometheischen Fackel der Wahrhaftigkeit geheimnisvoll zuckend durchleuchtet. Faulkner bezeugt hier<\/em> [&#8230;] <em>seinen genialen Blick f\u00fcr die letzten Gr\u00fcnde und Abgr\u00fcnde menschlichen Seins. Dieser gro\u00dfe Dichter leitet seine Gestalten von so tief innen her, wie es nur bei Dostojewski und Conrad der Fall ist.\u201c<\/em><br \/>\n(aus dem Klappentext)<\/p>\n<p>Der Roman spielt zum gr\u00f6\u00dften Teil in einer fiktiven Kleinstadt namens Jefferson im US-Bundesstaat Mississippi. Hier kreuzen sich die Wege unterschiedlichster Menschen. Da ist jene schwangere <strong>Lena Grove<\/strong> aus Doane\u2019s Mill\/Alabama, die ihren Geliebten <strong>Lucas Burch<\/strong> sucht, der sich als <strong>Joe Brown<\/strong> in Jefferson niedergelassen hat uns sich dort mit einem <strong>Joe Christmas<\/strong> zusammengetan hat, um schwarzgebrannten Whisky zu verh\u00f6kern. Beide haben Unterkunft in einem Schuppen bei einer <strong>Miss Burden<\/strong> gefunden. Christmas ist Liebhaber dieser Miss Burden.<\/p>\n<p>In R\u00fcckblenden erfahren wir, das jener Christmas als Findelkind in ein Heim gekommen war, dort von den anderen Kindern als \u201aNigger\u2019 geh\u00e4nselt wurde. Obwohl vom \u00c4u\u00dferlichen nicht erkennbar, brennt sich dieser \u201aVerdacht des dunklen Blutes\u2019 derart in das Bewusstsein des Kindes ein, sodass er auch als Erwachsener nicht davon loskommt und als Au\u00dfenseiter sein Dasein fristet. Er kommt noch als kleiner Junge in die Obhut von <strong>Mr. und Mrs. McEachern<\/strong>. Dieser ist ein bigotter Fr\u00f6mmler, der das Kind entsprechend zu erziehen sucht, bis er eines Tages von Christmas niedergeschlagen wird. Christmas fl\u00fcchtet und findet sich in Jefferson wieder. Sp\u00e4ter erfahren wir, dass seine Mutter, <strong>Milly<\/strong> mit Vornamen, eine Aff\u00e4re mit einem Mann aus einem Wanderzirkus hatte und begegnen seinen Gro\u00dfeltern, <strong>Eupheus Hines, genannt Doc, und Frau<\/strong>.<\/p>\n<p>In Jefferson wohnen u.a. <strong>Byron Bunch<\/strong>, der sich sp\u00e4ter Lena Grove, die hier in diesem kleinen Ort entbunden hat, und ihrem Kind annimmt, und der <strong>Reverend Gail Hightower<\/strong>, der nach dem Tod seiner Frau, dessen Ursachen nicht ganz gekl\u00e4rt sind, in Jefferson ebenfalls als Au\u00dfenseiter lebt.<\/p>\n<p>Miss Burden, die Joe Brown alias Lucas Bruch  und Joe Christmas Unterkunft geboten hat, wird eines Tags ermordet. Es kann f\u00fcr diese unsinnige Tat nur Joe Christmas in Frage kommen, zumal er zun\u00e4chst fl\u00fcchtet und von <strong>Kennedy, dem Sheriff von Jefferson,<\/strong> verfolgt wird.<\/p>\n<p>Am Ende wird Christmas in dem Haus des Reverenden Hightower von dem jungen Hauptmann der Staatsmiliz, <strong>Percy Grimm<\/strong>, der Christmas ohne Mandat des Sheriffs verfolgt hat, in Hightowers Haus mit f\u00fcnf Sch\u00fcssen niedergestreckt und kastriert.<\/p>\n<p><em>\u201eIn seinem erfolgreichsten Roman greift der amerikanische Romancier und Nobelpreistr\u00e4ger das erregendste Problem der USA auf: die Rassenfrage. Mit einer Leidenschaft, wie wir sie in der europ\u00e4ischen Literatur kaum noch kennen, entrollt sich der Lebensweg eines Ausgesto\u00dfenen in der weiten Landschaft des Mississippi.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eSeit Henry James hat kein Schriftsteller ein so gro\u00dfes und dauerndes Denkmal f\u00fcr die Kraft der amerikanischen Literatur hinterlassen.\u201c<\/em> (John F. Kennedy).<\/p>\n<p>Werke von <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=books&#038;keywords=William%20Faulkner&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>William Faulkner<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einem Blick auf eine Liste der besten englischsprachigen Romane (ab 1923) im Time-Magazin (TIME 100 Best English-language Novels from 1923) war ich doch erstaunt, wie viele der dort aufgef\u00fchrten Autoren ich bereits gelesen habe. 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