{"id":6400,"date":"2012-09-16T08:31:04","date_gmt":"2012-09-16T06:31:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=6400"},"modified":"2012-09-13T13:36:44","modified_gmt":"2012-09-13T11:36:44","slug":"heute-ruhetag-22-charles-baudelaire-%e2%80%93-die-blumen-des-bosen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=6400","title":{"rendered":"Heute Ruhetag (22): Charles Baudelaire \u2013 Die Blumen des B\u00f6sen"},"content":{"rendered":"<p>Mit leisen Schritten n\u00e4hern wir uns dem Herbst. Der Herbst ist f\u00fcr viele eine Zeit der Melancholie. Die Tage werden k\u00fcrzer, die Temperaturen sinken merklich. Die B\u00e4ume trennen sich von ihren Bl\u00e4ttern. Die Natur h\u00e4lt R\u00fcckzug.<\/p>\n<p>Der Herbst ist auch eine Zeit des Lesens. Und \u2013 ich wei\u00df nicht warum \u2013 eine Zeit der Gedichte mit desillusionistischen, pessimistischen Unterton. Charles Baudelaire, der heute als einer der gr\u00f6\u00dften franz\u00f6sischen Lyriker \u00fcberhaupt und als einer der wichtigsten Wegbereiter der europ\u00e4ischen literarischen Moderne gilt, schrieb solche Gedichte. Wesentliche Anregungen gewann er bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Edgar_Allan_Poe\" target=\"_blank\">Edgar Alle Poe<\/a>, dessen Werk er als erster ins Franz\u00f6sische \u00fcbersetzte. <em>\u201e1857 erschien Baudelaires Hauptwerk, der Gedichtzyklus &#8218;Les Fleurs du Mal&#8216; (Die Blumen des B\u00f6sen). Wegen sechs angeblich obsz\u00f6ner und gottesl\u00e4sterlicher Gedichte in dieser Sammlung wurden Autor, Verleger und Drucker angeklagt und der &#8218;Beleidigung der \u00f6ffentlichen Moral und der guten Sitten&#8216; f\u00fcr schuldig befunden, erst nach dem 2. Weltkrieg wurde dieses Urteil aufgehoben\u201c.<\/em> (Quelle: <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/autor\/40\" target=\"_blank\">gutenberg.spiegel.de<\/a>)<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/ruhetag.jpg\" alt=\"Heute Ruhetag = Lesetag!\" title=\"Heute Ruhetag = Lesetag!\" \/><\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p><em>Wie sch\u00f6n ist das Ergl\u00fchn aus Nebelschwaden<br \/>\nDes Sterns im sp\u00e4ten Blau, des Lichts in den Fassaden<br \/>\nDer Kohlenstr\u00f6me Fl\u00f6\u00dfen \u00fcbers Firmament<br \/>\nUnd wie das Land im Mondlicht fahl entbrennt.<br \/>\nMir wird der Lenz der Sommer und das Sp\u00e4tjahr hier sich zeigen<br \/>\nDoch vor dem wei\u00dfen winterlichen Reigen<br \/>\nZieh ich den Vorhang zu und schlie\u00dfe den Verschlag<br \/>\nUnd baue in der Nacht an meinem Feen<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hag\" target=\"_blank\">hag<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Dann werden blaue Horizonte sich erschlie\u00dfen<br \/>\nUnd weinend im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boskett\" target=\"_blank\">Boskett<\/a> Font\u00e4nen \u00fcberflie\u00dfen<br \/>\nDann wird in K\u00fcssen und im Vogellied<br \/>\nDer Geist der Kindheit sein der durch Idyllen zieht.<\/em><\/p>\n<p><em>Mag gegen&#8217;s Fensterglas sich ein Orkan verschwenden<br \/>\nIch werde nicht die Stirn von meinem Pulte wenden;<br \/>\nDenn h\u00f6chst gebannt in meine Leidenschaft<br \/>\nRuf ich den Lenz herauf aus eigner Kraft<br \/>\nUnd kann mein Herz zu Strahlen werden sehen<br \/>\nUnd meines Denkens Glut zu lindem Wehen.<\/em><\/p>\n<p>aus: <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/6569\/3\" target=\"_blank\"><strong>Landschaft<\/strong><\/a> (Original: <strong><em>Paysage<\/em><\/strong>)<\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/gutenb\/autoren\/signatur\/baudelai.gif\" alt=\"Signatur: Charles Baudelaire\" title=\"Signatur: Charles Baudelaire\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Charles_Baudelaire\" target=\"_blank\"><strong>Charles Baudelaire<\/strong><\/a>: <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/6569\/1\" target=\"_blank\">Die Blumen des B\u00f6sen\/Les fleurs du mal<\/a> (\u00dcbertragungen von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Benjamin\" target=\"_blank\">Walter Benjamin<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit leisen Schritten n\u00e4hern wir uns dem Herbst. 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