{"id":645,"date":"2006-10-30T00:09:56","date_gmt":"2006-10-29T22:09:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=645"},"modified":"2006-11-01T14:01:13","modified_gmt":"2006-11-01T12:01:13","slug":"wie-ich-kotzen-mochte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=645","title":{"rendered":"&#8230; wie ich kotzen m\u00f6chte!"},"content":{"rendered":"<p>Der Ausspruch stammt nicht von mir, sondern von dem Maler Max Liebermann und wurde anl\u00e4sslich einer nationalen Katastrophe ge\u00e4u\u00dfert, der Machtergreifung durch Hitler. Die Katastrophe, von der ich hier berichte, ist weitaus kleiner und auf beruflicher Ebene angesiedelt, wenn auch f\u00fcr die Betreffende gleichfalls schwerwiegend. Der Spruch: <em>\u201eIch kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen m\u00f6chte.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Um was geht es? Ich arbeite in der IT-Abteilung eines karitativen Verbandes, die recht altmodisch noch die K\u00fcrzel \u201eOrg\/DV\u201c tr\u00e4gt. Org f\u00fcr Organisation, DV f\u00fcr Datenverarbeitung. Nach einer kaufm\u00e4nnischen Ausbildung kam Frau K. zu uns in die Abteilung und fand im Systemverwalter ihren Mentor, der ihre F\u00e4higkeiten schnell erkannte und f\u00f6rderte. Ob er in Frau K. seine Nachfolgerin sah, mag dahin gestellt sein.<\/p>\n<p>Nach dem Ausscheidung des Systemverwalters durch Altersteilzeit blieb sie bei uns, wenn auch ein Au\u00dfenstehender die genannte Stelle bekam. Ihr wurden dabei aber zunehmend neue Aufgaben zugeordnet, &#8230; die sie zur vollsten Zufriedenheit der Beteiligten erf\u00fcllte. So ergab sich auch f\u00fcr mich eine fruchtbare Zusammenarbeit mit ihr im Bereich Datenbanken. Im Abendstudium erweiterte Frau K. ihre Kenntnisse speziell im Bereich IT und bekam f\u00fcr ihre Diplomarbeit ein \u201esehr gut\u201c. Das war in diesen Wochen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der \u00fcber vier Jahre bei uns konnte sich unsere Gesch\u00e4ftstellenleitung leider nicht hinrei\u00dfen lassen, ihr eine Festanstellung zu beschaffen. So bekam sie immer wieder einen neuen befristeten Arbeitsvertrag, zuletzt f\u00fcr vier Monate, damit sie immerhin ihre Diplomarbeit ohne \u00e4u\u00dfere Zw\u00e4nge fertig stellen konnte. Immerhin! <\/p>\n<p>Aus meiner Sicht h\u00e4tte dieser letzte Vertrag arbeitsrechtlich schon eine Festanstellung sein m\u00fcssen. Egal! Denn Leitung, Personalabteilung und unsere Abteilung einigten sich auf die Ausschreibung einer entsprechenden Stelle, die dann auch sehr bald, sp\u00e4t, aber nicht zu sp\u00e4t, ans Schwarze Brett kam.<\/p>\n<p>Nur gibt es in unserer genannten Abteilung eine Madame, die in Frau K. etwas wie eine Konkurrentin sieht. Die Abteilungsleitung hatte in mehreren Gespr\u00e4chen versucht, die Bedenken der Madame auszur\u00e4umen. Leider ohne Erfolg. So wendete sie sich an den Betriebsrat.<\/p>\n<p>Man muss dabei wissen, dass bereits vor geraumer Zeit zwischen dieser Madame und einer weiteren Mitarbeiterin unsere Abteilung Zwistigkeiten bestanden, die dazu f\u00fchrten, dass das Betriebsklima regelrecht vergiftet wurde. &#8230;<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p><em>Hier nun der Knackpunkt: Mir wurden im dienstliche Gespr\u00e4ch mitgeteilt (und diese Aussage wurde mir am gleichen Tag in einem weiteren informellen Gespr\u00e4ch best\u00e4tigt):<\/em> Der Betriebsrat, der zuvor sein Einverst\u00e4ndnis f\u00fcr die Ausschreibung der neuen Stelle gegeben hatte, machte aufgrund der Einwendung der Madame eine 180-Grad-Wendung und zog dieses Einverst\u00e4ndnis zur\u00fcck. Da es ohne dieses Zustimmung aber wohl nicht geht, zog die Betriebsleitung die Stellenausschreibung zur\u00fcck. Damit alles seine scheinbare Richtigkeit hat, wurde das u.a. mit personalpolitischen Gesichtspunkten begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Wie auch immer: ab 1. November steht nun Frau K. auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Das ist alles nur ganz kurz skizziert &#8230; <\/p>\n<p>Leidtragende sind neben Frau K. auch der Systemverwalter und ich, denn uns fehlt von heute auf morgen eine kompetente Kollegin. Und damit fehlt \u00fcberhaupt dem ganzen Haus eine engagierte Mitarbeiterin, die mit viel Eigeninitiative ans Werk ging. Ich habe den Eindruck: mit zu viel Eigeninitiative!<\/p>\n<p>Was kann ich dazu sagen: Auch ohne mir den Magen voll schlagen zu m\u00fcssen, kommt mir das Essen hoch. <em>Es ist wirklich zum Kotzen!<\/em>\n<\/p>\n<p><strong>Nachtrag und Ende:<\/strong> Inzwischen hatte ich ein pers\u00f6nliches Gespr\u00e4ch mit Gesch\u00e4ftsleitung und Personalchef. Wenn einer ein Psychopath ist, dann nat\u00fcrlich ich. Wie konnte ich n\u00e4mlich so naiv sein zu glauben, mit einer Intervention meinerseits eine Kehrwendung zum Guten zu erreichen? Meine gute Absicht wurde als b\u00f6sartig interpretiert (Mobbing, Verleumdung und \u00fcble Nachrede). Ich habe mich daf\u00fcr entschuldigt.<\/p>\n<p>Was bleibt ist ein \u00fcbler Nachgeschmack, denn in den Informationen, die mir angetragen wurden, gibt es einen Widerspruch, der nur eines bedeutet: Die eine oder andere Person hat mich wohlwissendlich belogen. Zumindest wei\u00df ich jetzt nicht, was und wem ich glauben kann. Aber da ich nun einmal der Depp bin: Ich habe sicherlich alles falsch verstanden &#8230;<\/p>\n<p>Genug, so hoffe ich. Ich habe mir die Finger verbrannt und werde in Zukunft meine Nase nicht mehr in die Angelegenheiten anderer stecken. Selbst in meinem Alter lernt man nicht aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ausspruch stammt nicht von mir, sondern von dem Maler Max Liebermann und wurde anl\u00e4sslich einer nationalen Katastrophe ge\u00e4u\u00dfert, der Machtergreifung durch Hitler. 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