{"id":6785,"date":"2013-01-02T13:04:31","date_gmt":"2013-01-02T12:04:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=6785"},"modified":"2013-01-02T13:04:31","modified_gmt":"2013-01-02T12:04:31","slug":"christian-hanke-hamburgs-strasennamen-erzahlen-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=6785","title":{"rendered":"Christian Hanke: Hamburgs Stra\u00dfennamen erz\u00e4hlen Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber 12 \u00bd Jahre habe ich in Hamburg gewohnt (<a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=6369\" target=\"_blank\">Wo Willi wohnte<\/a>) und seit \u00fcber 30 Jahre arbeitet ich in Hamburg. Die Hansestadt steht also schon lange im Mittelpunkt meines Lebens. Trotzdem, die Hamburger m\u00f6gen mir verzeihen, kann ich die kritiklose Bewunderung der Bewohner f\u00fcr ihre Stadt nicht ganz teilen. Da gibt es St\u00e4dte (auch in Deutschland), die mir einen Tick mehr gefallen. Vielleicht waren die rund 25 Jahre in Bremen so pr\u00e4gend, sodass ich immer noch einen hei\u00dfen Draht zu dieser anderen Hansestadt (die mit dem Schl\u00fcssel zum Hamburger Tor der Welt) habe. Aber das ist ein Thema f\u00fcr sich. Im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1662\" target=\"_blank\">Hanseatische Rivalit\u00e4t<\/a> habe ich das schon einmal kurz angerissen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist Hamburg eine sch\u00f6ne und interessante Stadt. Nur f\u00fcr ganz so weltst\u00e4dtisch, wie sie sich gern ausgibt, halte ich sie nicht. Da fehlt dann doch noch <em>\u201aeen l\u00fctt beden\u2019<\/em> (ein klein bisschen). Das hei\u00dft nat\u00fcrlich nicht, dass mich Hamburg en d\u00e9tail nicht interessiert. Zu Weihnachten 2011 hat mir meine Frau das Buch <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3929229412\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3929229412\" target=\"_blank\"><strong>Hamburgs Stra\u00dfennamen erz\u00e4hlen Geschichte:<\/strong> Mit Stadtteilrundg\u00e4ngen, Karten, Fotos und den neuesten Stra\u00dfen<\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3929229412\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> &#8211; Medien-Verlag Schubert, Hamburg \u2013 4. \u00fcberarbeitete und erg\u00e4nzte Auflage 2006 \u2013 von Christian Hanke geschenkt, dass ich im Laufe des letzten Jahres nicht nur durchgebl\u00e4ttert, sondern vollst\u00e4ndig gelesen habe. <\/p>\n<p><em>\u201eNach welchen \u201aJungfern\u2019 ist der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jungfernstieg\" target=\"_blank\">Jungfernstieg<\/a> benannt? Wer waren <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%B6nckebergstra%C3%9Fe\" target=\"_blank\">M\u00f6nckeberg<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ballindamm\" target=\"_blank\">Ballin<\/a>? Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung<\/em> Schoppenstehl? <em>Dieses Buch gibt Antworten auf viele Fragen, die Hamburger Stra\u00dfennamen aufwerfen, und erz\u00e4hlt damit etwas von Hamburgs Geschichte. Es handelt aber auch von der Geschichte der Stra\u00dfen selbst. Wu\u00dften Sie zum Beispiel schon, da\u00df auf dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%A4nsemarkt\" target=\"_blank\">G\u00e4nsemarkt<\/a> und auf dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%B6dingsmarkt\" target=\"_blank\">R\u00f6dingsmarkt<\/a> nie etwas verkauft wurde, oder das die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brandstwiete\" target=\"_blank\">Brandstwiete<\/a> im Gegensatz zur Stra\u00dfe <a href=\"http:\/\/www.hamburgwiki.de\/wiki\/Brandsende\" target=\"_blank\">Brandsende<\/a> nichts mit einem Brand zu tun hat? Rundg\u00e4nge regen au\u00dferdem dazu an, sich n\u00e4her mit einigen besonders vielseitigen Stadtteilen zu besch\u00e4ftigen.\u201c<\/em><br \/>\n(aus dem Klappentext)<\/p>\n<p>Lt. diesem Buch gibt es in Hamburg 8476 amtlich benannte Stra\u00dfen, Wege, Pl\u00e4tze und Br\u00fccken. Nicht jede ist aufgef\u00fchrt, f\u00fcr die meisten bietet es meist kurze Erkl\u00e4rungen und will anregen, sich weiter mit den Namensgebern zu besch\u00e4ftigen. Durch die Eingemeindung fr\u00fcherer D\u00f6rfer nach Hamburg gab es das Problem von doppelten Stra\u00dfennamen. <em>\u201eNachdem 1894 eine ganze Reihe von Vororten Hamburger Stadtteile geworden waren, tauchten manche Bezeichnungen nun sogar drei- und viermal auf. 1899 wurden daher 130 Stra\u00dfen umbenannt und zum Teil zusammengezogen. Altona erlebte 1928 eine \u00e4hnliche Umbenennungsaktion &#8230;\u201c. \u201eNach dem Ersten Weltkrieg wichen einige Namen aus dem Bereich der Hohenzollern-Monarchie verdienten Demokraten, die 1933 wiederum NS-Gr\u00f6\u00dfen und braunen M\u00e4rtyrern Platz machen mussten. 1938 wurden auch alle verdienten Juden von Hamburgs Stra\u00dfennamen verbannt. 1945 kehrten die meisten der von den Nazis geschassten Demokraten und Juden zur\u00fcck. In den Jahren 1947 bis 1952 erfolgte dann die gr\u00f6\u00dfte Umbenennungsaktion<\/em> [&#8230;] <em>1613 Stra\u00dfennamen bekamen<\/em> [&#8230;] <em>neue Namen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Nun Hamburg liegt in Norddeutschland, also im niederdeutschen Sprachraum. So gibt es hier oft verwendete Begriffe bei Flurnamen, die aus dem Niederdeutschen stammen. Diese Begriffe werden in diesem Buch aufgef\u00fchrt, hier nur einige Beispiele:<\/p>\n<p>Barg \u2013 Berg<br \/>\nBek \u2013 Bach<br \/>\nBrook \u2013 Bruch, feuchtes gebiet, Niederung<br \/>\nB\u00fcttel \u2013 Haus mit Grund und Boden<br \/>\nDeel \u2013 Teil oder Niederung<br \/>\nDiek \u2013 Teich oder Dickicht<br \/>\nD\u00f6rp \u2013 Dorf<br \/>\nGlind, Glinde \u2013 Umz\u00e4unung aus Latten, Brettern oder Pf\u00e4hlen, abgegrenztes Flurst\u00fcck<br \/>\nH\u00f6gen \u2013 Anh\u00f6he, H\u00fcgel<br \/>\nH\u00f6pen \u2013 feste Stelle inmitten eines Moores<br \/>\nHoff \u2013 Hof<br \/>\nKark \u2013 Kirche<br \/>\nLiet(h) \u2013 sanft abfallend<br \/>\nLo(h) \u2013 Waldlichtung oder Waldgebiet<br \/>\nNien &#8211; neu<br \/>\nOhe \u2013 Geh\u00f6lz<br \/>\nReye, Rei, Riggen, Ree \u2013 kleiner Wasserlauf<br \/>\nSieth \u2013 seichte Stelle<br \/>\nWisch \u2013 Wiese<br \/>\nWort, woort \u2013 erh\u00f6hter Wohnh\u00fcgel<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Twete\" target=\"_blank\">Twiete<\/a> ist ein gebr\u00e4uchlicher Name f\u00fcr einen Verbindungsweg zwischen zwei Stra\u00dfen oder einen schmalen Pfad zwischen den H\u00e4usern, und kommt in Hamburg ca. 110 Mal vor.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der 12 \u00bd Jahre, die ich in Hamburg lebte, bin ich einige Male umgezogen. So wohnte ich u.a. in der Grindelallee und in Hamburg-Niendorf im Vielohweg. \u00dcbrigens hat Hamburg ebenfalls eine Euckenstra\u00dfe wie Bremen (wo ich in jungen Jahren bei meinen Eltern wohnte). Eine der bekanntesten Stra\u00dfen (neben der Reeperbahn) ist in Hamburg nat\u00fcrlich der Jungfernstieg. Hier die jeweiligen Erl\u00e4uterungen aus dem Buch:<\/p>\n<p><strong>Jungfernstieg<\/strong> (um 1680), Hamburgs sch\u00f6ner Boulevard an der Binnenalster wurde als Damm zur zweiten Aufstauung der Alster um 1235 errichtet. Er hie\u00df zun\u00e4chst \u201eDer Damm\u201c oder \u201eReesendamm\u201c (s. auch Reesendamm\/Altstadt) und wurde 1665 durch das Anpflanzen von Baumreihen in eine attraktive Flaniermeile umgestaltet, der vor allem die Hamburgerinnen zum Spaziergehen einlud. So wurde er mit der Zeit zum Jungfernstieg.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/hamburg_jungfernstieg_um_1900.jpg\" alt=\"Hamburgs Jungfernstieg um 1900\" title=\"Hamburgs Jungfernstieg um 1900\" \/><\/p>\n<p><strong>Euckenstra\u00dfe<\/strong> (1951), Rudolf Eucken (1846-1926), Philosoph, erhielt 1908 den Nobelpreis f\u00fcr Literatur. Vor 1951: Gneisenaustra\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Grindelallee<\/strong> (1858), Grindelberg (1858), Grindelweg (1882), der Stra\u00dfenzug Grindelallee-Grindelberg ist der alte Weg vom Dammtor nach Hohehluft. Lokstedt und Niendorf sowie nach Eppendorf (\u00fcber den Lehmweg). Alle drei Stra\u00dfen haben ihren Namen von dem Grindelwald, der mindestens bis zum Ende des 14. Jahrhunderts das Gebiet zwischen ihnen und den heutigen Stra\u00dfen Grindelhof und Parkallee bedeckte. Grindel soll auf Alt-Plattdeutsch Riegel bedeutet haben. Der Wald wurde so benannt, weil hier durch den Eisbach (Isebek) ungebetene G\u00e4ste gestoppt werden konnten. Der Name k\u00f6nnte aber auch mit dem Wort Grind f\u00fcr Moor oder Sumpf zusammenh\u00e4ngen. Am Grindelberg wurden 1946-1956 Deutschlands erste Hochh\u00e4user, die Grindelhochh\u00e4user erbaut. Grindelweg vor 1882: Grindelterrrasse.<\/p>\n<p><strong>Vielohweg<\/strong> (vor 1925), Vielohwisch (1950), Vielohkamp (vor 1933), \u201eVie\u201c bedeutet Bruch, \u201eloh\u201c Wald und \u201ewisch\u201c Wiese.<\/p>\n<p>Wer sich f\u00fcr die Herkunft von Stra\u00dfennamen interessiert (und das tut man sp\u00e4testens dann, wenn man in einer Stra\u00dfe wohnt, deren Namen nicht gerade selbsterkl\u00e4rend ist), dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Und das nicht nur Hamburgern. Allein das Bl\u00e4ttern macht Spa\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber 12 \u00bd Jahre habe ich in Hamburg gewohnt (Wo Willi wohnte) und seit \u00fcber 30 Jahre arbeitet ich in Hamburg. Die Hansestadt steht also schon lange im Mittelpunkt meines Lebens. Trotzdem, die Hamburger m\u00f6gen mir verzeihen, kann ich die kritiklose Bewunderung der Bewohner f\u00fcr ihre Stadt nicht ganz teilen. Da gibt es St\u00e4dte (auch &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=6785\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Christian Hanke: Hamburgs Stra\u00dfennamen erz\u00e4hlen Geschichte<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6785"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6785"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6785\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}