{"id":6796,"date":"2013-01-05T08:58:01","date_gmt":"2013-01-05T07:58:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=6796"},"modified":"2013-01-04T10:10:24","modified_gmt":"2013-01-04T09:10:24","slug":"besser-ruhiger-entspannter-einfach-schoner-pendeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=6796","title":{"rendered":"Besser, ruhiger, entspannter, einfach sch\u00f6ner pendeln"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin Pendler \u2013 von Beruf. Nicht ganz, aber fast. Wer wie ich aus der nieders\u00e4chsischen Provinz jeden Arbeitstag nach Hamburg hin und wieder zur\u00fcck f\u00e4hrt, wei\u00df Geschichten zu erz\u00e4hlen \u2013 egal, ob er mit dem Auto oder der Bahn \u201apendelt\u2019. Ich fahre Bahn \u2013 wie viele von Euch l\u00e4ngst wissen, denn oft genug habe ich diesem Blog meine \u201aSorgen\u2019 hinsichtlich des Bahnfahrens anvertraut.<\/p>\n<p>Wer nun wie ich seit fast 18 Jahren rund 50 km nach Hamburg und wiederum 50 km zur\u00fcck mit dem Zug f\u00e4hrt (und dabei rechnerisch in zwei Jahren einmal um die Erde f\u00e4hrt \u2013 also habe ich unseren Planeten nun fast neunmal umkreist), tut gut daran, sich ad\u00e4quat einzurichten. Ob man dem Pendeln wirklich Sinn geben kann (wie <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/Dem-Pendeln-einen-Sinn-geben-25901490.html\" target=\"_blank\">heute.de<\/a> einen entsprechenden Artikel \u00fcberschreibt), bezweifle ich, aber die Zeit nutzen, das sollte man schon (siehe u.a. auch <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/frankfurter-allgemeine-zeitung\/besser-pendeln-11818664.html\" target=\"_blank\">faz.net<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/vona-nach-b\/7372776.html\" target=\"_blank\">tagesspiegel.de<\/a>).<\/p>\n<p>Pendler gibt es inzwischen immer mehr. Und rund 1,5 Millionen Arbeitnehmer fahren werkt\u00e4glich 50 km und mehr zur Arbeit (und 50 km zur\u00fcck) \u2013 wie ich. <\/p>\n<p>F\u00e4hrt man wie ich mit der Bahn, dann braucht man nicht auf den Verkehr zu achten und kann sich entspannen \u2013 oder auch arbeiten. Besonders f\u00fcr Sch\u00fcler und Studenten kann die Zeit dann sinnvoll genutzt werden, um Hausaufgaben zu erledigen oder sich auf eine Klausur oder auf ein Referat vorzubereiten. Ich nutze die Zeit z.B. zum Lesen, Musikh\u00f6ren oder neuerdings auch gelegentlich zum Videogucken. Morgens, ich gestehe es, schlie\u00dfe ich meist die Augen und d\u00f6se, um ganz entspannt zur Arbeit zu kommen.<\/p>\n<p>Wer pendelt, sollte sich entsprechend einrichten. Ohne Planung geht das heute einfach nicht mehr. Das beginnt mit den Fahrzeiten. Ich habe eine flexible Arbeitszeit und nutze diese, um nicht in die jeweiligen Hauptstr\u00f6me (Rushhour) anderer Pendler zu gelangen. Also morgens zeitig los und am nicht zu sp\u00e4ten Nachmittag wieder zeitig in die Gegenrichtung. Auf diese Weise entgehe ich dem zu gro\u00dfen Gedr\u00e4nge und sichere mir einen Sitzplatz.<\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/leben\/gesellschaft\/Schoener-pendeln-So-fahren-Sie-besser\/story\/28157710\" target=\"_blank\">Schweizer Tagesanzeiger<\/a> verr\u00e4t dabei Dinge, die ich nach 18 Jahren Pendeln l\u00e4ngst verinnerlicht habe (und eigentlich gar nicht weitergeben m\u00f6chte \u2013 die sp\u00e4testens mit diesem Wissen aufgekl\u00e4rte Konkurrenz wird dann nur gr\u00f6\u00dfer). Manches klingt geradezu brutal (Regel 3), ist aber f\u00fcr einen Pendler \u00fcberlebenswichtig. Hier einige Tipps (den Rest kann man ja nachlesen), die <a href=\"http:\/\/www.schwiiz.eu\/schweiz_woerterbuch.php\" target=\"_blank\">Schweizer \u201aFachausdr\u00fccke\u2019<\/a> habe ich versucht zu \u00fcbersetzen (lassen):<\/p>\n<p><strong>Regel 1: Seien Sie \u2013 obgleich die Bahn es nie ist \u2013 p\u00fcnktlich<\/strong><\/p>\n<p><em>Pendlerregel Nummer eins, aufgestellt vor mehr als zehn Jahren, hat unvermindert G\u00fcltigkeit: \u00abDie S-Bahn ist immer unp\u00fcnktlich, ausser du bist es.\u00bb Will heissen: Sie k\u00f6nnen rechtzeitig auf dem Perron [Bahnsteig] stehen, es kommen alle Z\u00fcge, nur Ihrer nicht. Sind Sie aber einmal im Jahr knapp dran, hetzen zu Fuss aus dem Haus, weil Ihnen das Velo [Fahrrad] geklaut wurde, verfluchen den Regen (und die Frisur: sie mit Gel zu drapieren, h\u00e4tten Sie sich sparen k\u00f6nnen; sie ist nach 200 Metern im Eimer), verfallen in leichtes Joggen, dann in Trab, nehmen die Unterf\u00fchrung im Spurt und keuchen entnervt die Treppe hoch \u2013 dann k\u00f6nnen Sie sicher sein, dass die S-Bahn f\u00fcr einmal p\u00fcnktlich abgefahren ist. Ohne Sie.<\/em><\/p>\n<p><strong>Regel 2: Seien Sie altmodisch! Nehmen Sie eine Thermosflasche mit!<\/strong><\/p>\n<p><em>Die good old W\u00e4rmeflasche aus Edelstahl daheim mit dem Getr\u00e4nk Ihrer Wahl zu f\u00fcllen (es darf dann ruhig Nieren-Blasen-Tee sein), mag Ihnen b\u00fcnzlig [spie\u00dfig] erscheinen, aber es ist zweckm\u00e4ssig. Denn wenn Sie den Kafi [Kaffee] noch rasch am Bahnhof besorgen wollen, kramt bestimmt eine Rentnerin vor Ihnen umst\u00e4ndlich im M\u00fcnz [Kleingeld], und Sie m\u00fcssen ohne Kafi losfahren. Ergattern Sie dennoch einen Pappbecher, versch\u00fctten Sie ihn garantiert beim Einsteigen, weil der Plastikdeckel nicht recht sitzt, und sollte es gar gelingen, ihn bis zum Platz zu balancieren, ist dieser Platz inzwischen besetzt, weil Sie so langsam balancieren mussten; ausserdem ist der Kafi bereits erkaltet \u2013 dabei w\u00e4re er schon warm untrinkbar. (Es gibt eine, aber landesweit wirklich nur eine Ausnahme: Am Bahnhof Liestal serviert ein charmanter Halbglatzkopf in der \u00abCaffeteria Pasticceria L\u2019Angolo Dolce\u00bb den besten Cappuccino, den Sie Ihrer Lebtag getrunken haben, s\u00ec, Signori! Auf Wunsch auch in Pappbechern. Aber wer pendelt schon von Liestal aus?) F\u00fcr alle anderen gilt: Die Edelstahlflasche ist gut verschliessbar, h\u00e4lt Ihr Getr\u00e4nk warm und spart Geld. Schliesslich wird das Bahnfahren teurer, da muss man aufs Budget achten.<\/em><\/p>\n<p><strong>Regel 3: Seien Sie skrupellos!<\/strong><\/p>\n<p><em>Wer im \u00f6ffentlichen Verkehr zaudert, hat schon verloren: seinen Sitzplatz. In den n\u00e4chsten sechs Jahren, rechnet der Z\u00fcrcher Verkehrsverbund (ZVV), wird die Zahl der Fahrg\u00e4ste um 25 Prozent steigen. Doch weil ein Ausbau des Angebots aus Spargr\u00fcnden nicht drinliegt, wirds im Nahverkehr k\u00fcnftig noch enger, stickiger, unangenehmer. Wer da wenigstens noch sitzen will, muss lauern, ehe Tram, Bus oder Zug halten. Und zwar seitlich neben dem Eingang. Stellen Sie sich nie frontal vor die T\u00fcre des Gef\u00e4hrts! Dort ergibt sich aus dem Schwall der Aussteigenden und der Gruppe an Wartenden eine solche Blockade, dass Sie in der Zwischenzeit hurtig seitlich reinschl\u00fcpfen und sich einen Platz ergattern k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Gewiefte Pendler wissen, wo auf dem Perron sie stehen m\u00fcssen, um beste Chancen aufs Hineinschl\u00fcpfen zu haben; sie merken sich die Stelle \u2013 G\u00fcselk\u00fcbel [M\u00fclleimer], vis-\u00e0-vis H&#038;M-Plakat \u2013, lassen sich ihre Absicht aber nicht anmerken, sondern begeben sich erst im allerletzten Moment dorthin. Ist es dann so weit, gilt es, egoistisch zu sein. Gew\u00e4hren Sie niemandem den Vortritt! \u00c4ltere Menschen? Sind selber schuld, wenn sie zur Stosszeit unterwegs sind. V\u00e4ter mit Kinderwagen genauso. Und Aussteigende, die zu sp\u00e4t daran gedacht haben, dass sie aussteigen wollen, geh\u00f6ren ohnehin weggewuchtet.<\/em><\/p>\n<p><em>Seien Sie im \u00dcbrigen besonders r\u00fccksichtslos gegen\u00fcber denjenigen, die nur zweimal im Jahr den \u00d6V [\u00d6ffentlicher Verkehr] benutzen: wenn der BMW im Service ist und beim ersten Schnee (weil am BMW die Winterpneus [Winterreifen] noch nicht montiert sind). Das sind dann die, die bl\u00f6d fragen, ob da noch frei sei, dabei ist unter wahren \u00d6V-Pendlern stillschweigend ausgemacht, dass immer frei ist, wenn frei ist. Sagen Sie deshalb extra \u00abNein!\u00bb, sonst m\u00fcssen Sie sich w\u00e4hrend der ganzen Fahrt das Gemotze anh\u00f6ren, wie sauteuer die Eisenbahn doch sei \u2013 diese L\u00f6li [dummer Kerl] haben n\u00e4mlich kein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Halbtax\" target=\"_blank\">Halbtax<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41Vy8yTB2mL._SL500_AA300_.jpg\" alt=\"B\u00e4nz Friedli: Ich pendle, also bin ich\" title=\"B\u00e4nz Friedli: Ich pendle, also bin ich\" \/><\/p>\n<p>Und es gibt noch sieben weitere Tipps unter dem Titel: Sch\u00f6ner pendeln? So fahren Sie besser \u2013 verfasst von B\u00e4nz Friedli, dem Autoren aus Z\u00fcrich einer Pendlerbibel mit Kolumnen \u00fcber den \u00f6ffentlichen Verkehr: <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3719315509\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3719315509\" target=\"_blank\">\u00abIch pendle, also bin ich\u00bb<\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3719315509\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>, Verlag Huber, Frauenfeld, 266 Seiten, 353 Fotos \u2013 wahrlich das ultimative \u00dcberlebens-Manual einer ganzen Generation von Pendlern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin Pendler \u2013 von Beruf. Nicht ganz, aber fast. 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