{"id":6814,"date":"2013-01-16T15:04:53","date_gmt":"2013-01-16T14:04:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=6814"},"modified":"2013-01-16T18:21:34","modified_gmt":"2013-01-16T17:21:34","slug":"joseph-caldwell-das-schwein-war%e2%80%99s","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=6814","title":{"rendered":"Joseph Caldwell: Das Schwein war\u2019s"},"content":{"rendered":"<p>Bis gestern hatte ich noch Resturlaub aus dem alten Jahr und habe einige B\u00fccher gelesen und abends Filme geguckt, die bisher \u201aliegen\u2019 geblieben waren. Dazu im Einzelnen sp\u00e4ter mehr. Zu Weihnachten bekam ich von meiner Frau u.a. einen Kriminalroman, der wohl ziemlich erfolgreich in Deutschland ist. Dieser spielt in Irland, obwohl er von einem US-amerikanischen Autoren ist: <a href=\"http:\/\/www.goodreads.com\/author\/show\/138822.Joseph_Caldwell\" target=\"_blank\">Joseph Caldwell<\/a>: <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3746626277\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3746626277&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21\" target=\"_blank\"><strong>Das Schwein war&#8217;s<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3746626277\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> (Aufbau taschenbuch 2627 &#8211; Aufbau Verlag, Berlin) \u2013 2. Auflage 2010 &#8211; Originalausgabe: The Pig Did It (2008)). Es ist eigentlich mehr eine Liebesgeschichte, allerdings eine sehr verwickelte, und erinnert mich einwenig an Kriminalkom\u00f6dien wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kopf_%C3%BCber_Wasser\" target=\"_blank\">Kopf \u00fcber Wasser<\/a> oder den Hitchcock-Klassiker <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Immer_%C3%84rger_mit_Harry\" target=\"_blank\">Immer \u00c4rger mit Harry<\/a>, denn es geht um einen Toten, der offensichtlich ermordet wurde. Die Frage ist nur: Von wem? Als T\u00e4ter kommen drei Personen in Frage. Aber eines nach dem anderen &#8230; \u00dcbrigens: Das Schwein war es nicht; es hat lediglich den Toten ausgebuddelt.<\/p>\n<p><em>\u201eEine st\u00fcrmische Nacht an Irlands Steilk\u00fcste: Eine Leiche, zwei Lieben und drei Tatverd\u00e4chtige. Und mittendrin: Ein Schwein mit detektivischem Sp\u00fcrsinn.\u201c<\/em><br \/>\n(aus dem Klappentext) <\/p>\n<p><em>\u201eCaldwell erz\u00e4hlt absurde Begebenheiten in einer leichten und humorvollen Sprache und \u00fcberrascht mit einem Ende, das der Leser so nicht erwartet.\u201c<\/em> (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Publishers_Weekly\" target=\"_blank\">Publisher Weekly<\/a>)<\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.belletristiktipps.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/caldwell-schwein.jpg\" alt=\"Joseph Caldwell: Das Schwein war\u2019s\" title=\"Joseph Caldwell: Das Schwein war\u2019s\" \/><\/p>\n<p>Aaron McCloud, ein Literaturprofessor aus New York leidet an Liebeskummer, denn eine Studentin, Phila Rambeaux, hat ihn abblitzen lassen. So reist er zu einer irischen Verwandten, seiner Tante Kitty McCloud, die in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/County_Kerry\" target=\"_blank\">Grafschaft Kerry<\/a> in Irland beheimatet ist. Diese ist allerdings gerade einmal zwei Jahre \u00e4lter als er. <\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"280\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"https:\/\/maps.google.de\/maps?q=Perry+Street+Greenwich+Village&amp;oe=utf-8&amp;client=firefox-a&amp;ie=UTF8&amp;hq=Perry+Street+Greenwich+Village&amp;hnear=&amp;radius=15000&amp;t=h&amp;layer=c&amp;cbll=40.734582,-74.009901&amp;panoid=DoPnuTTbMQrE7llU6XmEiw&amp;cbp=13,76.49,,0,-3.31&amp;ll=40.732145,-74.008541&amp;spn=0.004553,0.011587&amp;z=16&amp;source=embed&amp;output=svembed\"><\/iframe><br \/>\nPerry Street Greenwich Village\/NY \u2013 Wohnanschrift von Aaron McCloud<\/p>\n<p>Schon bei der Ankunft in Irland l\u00e4uft Aaron McCloud ein Schwein \u00fcber den Weg und erweist sich als \u00e4u\u00dferst anh\u00e4nglich. Dieses gr\u00e4bt, wie bereits erw\u00e4hnt, im Garten der Tante die eine bereits zum Skelett verkommene Leiche des Dachdeckers Declan Tovey aus. Nun hatte dieser Declan Tovey offensichtlich fr\u00fcher einmal ein Verh\u00e4ltnis mit der Tante.<\/p>\n<p>Da gibt es dann als weitere Hauptpersonen noch die Schweinez\u00fcchterin Lolly McKeever und Kieran Sweeney, der, obwohl die McClouds und die Sweeneys ein uralter Familienstreit trennt, in die Tante verliebt ist.<\/p>\n<p>Am Ende haben sowohl die Tante als auch Schweinez\u00fcchterin und Kieran Sweeney Motive f\u00fcr die Ermordung. Und es kommt, wie es kommen muss: Alle drei bezichtigen sich selbst des Mordes. Aber es kann dann doch nur einer gewesen sein. Aber nur wer? \u00dcbrigens: Daran, die Polizei zu rufen, denkt keiner, au\u00dfer Aaron McCloud, den man aber sehr schnell aufzukl\u00e4ren versteht:<\/p>\n<p><em> \u201eGewiss w\u00fcrde sie die Herangehensweise der Iren begr\u00fcnden als von den Jesuiten ererbt und damit den unwiderlegbaren Beweis erbringen, dass bei Verbrechen der vorliegenden Art nicht die \u00fcbliche Verfahrensweise in Betracht k\u00e4me, dass die Beurteilung der Dinge nicht auf den Korridoren der Staatsgewalt, sondern mehr auf dem Gang im eigenen Haus erfolgen m\u00fcsse. Es sei der heimische Herd und nicht der Gerichtssaal, wo man die Wahrheit zutage f\u00f6rdert, so wie auch Beweise nicht in dem grellen Schein von Neonleuchten im Labor erbracht werden, sondern eher im flackernden Licht des Kaminfeuers, wo die Schatten gleicherma\u00dfen \u00fcber die Gesichter der Gerechten und der Schuldigen huschten. Wahrheit w\u00e4re h\u00f6her zu bewerten als Rache, denn die Wahrheit als solche w\u00e4re die h\u00f6chste Form von Strafe. K\u00f6nne man sich eine gr\u00f6\u00dfere Strafe vorstellen, als das die Wahrheit bekannt w\u00fcrde und alle Taten eines Menschen vor dem Auge des Kl\u00e4gers offengelegt werden? Ohne Gef\u00e4ngnismauern und folglich ungesch\u00fctzt, st\u00e4ndig dem allwissenden Blick der bohrenden Wahrheit ausgesetzt, w\u00fcrde der Schuldige geistige und seelische Qualen erleiden, egal, wie er damit umgeht, ob er sich schaudernd verkriecht oder eine arrogante Gleichg\u00fcltigkeit zur Schau tr\u00e4gt.\u201c<\/em> (S. 93)<\/p>\n<p>Nun der Roman beginnt etwas schleppend mit einer Schweinejagd von \u00fcber zehn Buchseiten. Dann nimmt die Geschichte aber bald ihren Lauf und entwickelt sich zu einem sehr am\u00fcsanten, durchaus irisch gepr\u00e4gten Roman eben \u00fcber Liebe, Leute und Landschaft \u2013 und reichlich Whiskey (den mit dem e) und Guinness flie\u00dfen dann auch, sodass Aaron McCloud wohl schon Gespenster sieht, oder nicht?<\/p>\n<p><em>\u201eAaron begriff, weshalb der Mann l\u00e4chelte. Er l\u00e4chelte, weil ihm seine Wiederkehr gelungen war. Er l\u00e4chelte, weil er wusste, dass sein Schicksal und das Schicksal von Lolly McKeever f\u00fcr alle Ewigkeit miteinander verbunden waren. Keine Beziehung zueinander konnte inniger sein als ihre: die des Ermordeten zur M\u00f6rderin. Keine Leidenschaft konnte feuriger sein als die in den selbstvergessenen Momenten ihrer Verbindung: keine Liebe konnte sich messen mit der Intensit\u00e4t ihres Ineinanderverschmelzens.\u201c<\/em> (S. 126 f.)<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist diese Art von Kriminalroman Geschmackssache (siehe u.a. die eher kritische Rezension auf <a href=\"http:\/\/www.belletristiktipps.de\/archives\/751\" target=\"_blank\">belletristiktipps.de<\/a>). Stilistisch ist der Roman aber durchaus ausgefeilt, manchmal etwas langatmig, aber das liegt eher an dem irischen Element, denn die Iren schwelgen gern wortgewaltig in ihrem Redefluss \u2013 und wenn ein Tr\u00f6pfchen guter alter Whiskey mit hineinspielt, dann wird\u2019s oft ausschweifend. \u00dcbrigens hat dieser Roman noch zwei Fortsetzungen. Mir hat die Schweine-Geschichte auf jeden Fall ganz gut gefallen &#8230;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/nx2hRyHBol4\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nJoseph Caldwell Profile (englisch)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis gestern hatte ich noch Resturlaub aus dem alten Jahr und habe einige B\u00fccher gelesen und abends Filme geguckt, die bisher \u201aliegen\u2019 geblieben waren. Dazu im Einzelnen sp\u00e4ter mehr. Zu Weihnachten bekam ich von meiner Frau u.a. einen Kriminalroman, der wohl ziemlich erfolgreich in Deutschland ist. 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