{"id":6868,"date":"2013-01-29T08:01:58","date_gmt":"2013-01-29T07:01:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=6868"},"modified":"2013-01-28T11:25:53","modified_gmt":"2013-01-28T10:25:53","slug":"friedrich-glauser-der-tee-der-drei-alten-damen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=6868","title":{"rendered":"Friedrich Glauser: Der Tee der drei alten Damen"},"content":{"rendered":"<p>Neben den f\u00fcnf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wachtmeister_Studer\" target=\"_blank\">Wachtmeister Studer<\/a>-Romanen (<a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=6855\" target=\"_blank\">Verkachelte F\u00e4lle: Wachtmeister Studers F\u00e4lle<\/a>) schrieb <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_Glauser\" target=\"_blank\">Friedrich Glauser<\/a> noch einen weiteren Kriminalroman, der im Genf der drei\u00dfiger Jahre den Schauplatz internationaler Intrigen, schwarzer Magie und r\u00e4tselhafter Todesf\u00e4lle bildet. Glausers erster Kriminalroman wurde erst nach seinem Tod 1938 ver\u00f6ffentlicht: <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3257217382\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3257217382&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21\" target=\"_blank\"><strong>Der Tee der drei alten Damen<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3257217382\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/www.diogenes.de\/media\/covers\/132_211\/978-3-257-21738-4.jpg\" alt=\"Friedrich Glauser: Der Tee der drei alten Damen (Diogenes)\" title=\"Friedrich Glauser: Der Tee der drei alten Damen (Diogenes)\" \/><\/ul>\n<p>Als Glauser Geld brauchte, schrieb er diesen, seinen ersten Krimi &#8211; und gleichzeitig eine Parodie auf dieses Genre. Er l\u00e4sst neben einer ganzen Anzahl fiktiver Personen auch vier Genfer Pers\u00f6nlichkeiten leicht verfremdet auftreten, die im doppelgesichtigen Genf zu Beginn dieses Jahrhunderts ihre mehr oder minder gewichtige Rolle spielten. Letztlich aber geht es im temporeichen und verwirrlich-bunten Cocktail aus Phantasie und Realit\u00e4t um die Frage nach dem Geheimnis, dem Mysterium schlechthin und nach den mannigfaltigen Mitteln zu seiner Erkenntnis. Dass dabei auch noch die hohe Politik hineinspielt, etwa mit dem V\u00f6lkerbund, mit \u00d6lfunden in einem indischen Randstaat und mit dem britischen und dem sowjetischen Geheimdienst, macht die Lekt\u00fcre des Buches zum Vergn\u00fcgen f\u00fcr all diejenigen, die Glausers feinsinnige Charakterzeichnung und Atmosph\u00e4rengestaltung lieben.<\/p>\n<p>Genf zu Beginn des 20. Jahrhunderts: <em>Mit deutlichen Anzeichen einer Vergiftung sterben kurz hintereinander zwei M\u00e4nner. Verd\u00e4chtigt wird ein prominenter Professor, der zu beiden Toten engen Kontakt hatte. Ciryll Simpson O\u2019Key, ein Agent der britischen Krone, mischt sich in die Ermittlungen der Polizei ein und findet einen Maharadscha eines indischen Randstaates, der in Genf weilt, um seine \u00d6lquellen zu verkaufen. Daran wiederum haben auch die Russen Interesse. Und schlie\u00dflich gibt es Ger\u00fcchte \u00fcber drei alte Damen, die regelm\u00e4\u00dfig M\u00e4nner zum Tee einladen &#8230;<\/em><\/p>\n<p>Drei Jahre arbeitete Friedrich Glauser an \u201eDer Tee der drei alten Damen\u201c und schuf damit nicht nur ein fr\u00fches Zeugnis des deutschsprachigen Kriminalromans, sondern zugleich auch eine Krimi-Parodie.<\/p>\n<p>Siehe auch den Artikel auf hr-online.de zu dem H\u00f6rspiel, das der Schweizer Rundfunk 1964 ausgestrahlt hatte: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/rubriken\/kultur\/index.jsp?rubrik=42958&#038;key=standard_rezension_43856593\" target=\"_blank\">Der Tee der drei alten Damen<\/a><\/p>\n<p>Die Kriminalromane von Friedrich Glauser sich in unterschiedlichsten Ausgaben erh\u00e4ltlich: <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;keywords=Friedrich%20Glauser&#038;tag=familiealbin-21&#038;index=aps&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742\"><strong>Friedrich Glausers Kriminalromane<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> <\/p>\n<p>Glauser selbst bezeichnete den \u201eTee der drei alten Damen\u201c als \u201eSchundroman mit Hintergr\u00fcnden\u201c, doch trivial ist dieses Gemisch aus Fakten und Fiktionen, diese Mischung aus Phantasie und Realit\u00e4t, aus Drogenrausch und Parapsychologie keinesfalls. Glausers eigene Drogensucht zieht sich durch dieses Buch wie ein Leitfaden, an dem Rausch und n\u00fcchterne Beobachtung gleicherma\u00dfen h\u00e4ngen, wie die sonst so tadellose Schweizer Gesellschaft. Der Roman enth\u00e4lt dabei viel Witz und ist, wie bereits erw\u00e4hnt, eine Parodie auf Kriminal- und auch Spionageromane.<\/p>\n<p>Am 1. Januar 2009 verfiel die Regelschutzfrist der Werke Glausers. Daraufhin ver\u00f6ffentlichte das Projekt Gutenberg-DE seiner Kriminalf\u00e4lle online \u2013 hier die Links zu dem Roman: <\/p>\n<p>1941 <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/1856\/1\" target=\"_blank\">Der Tee der drei alten Damen<\/a><\/p>\n<p>Zu Friedrich Glauser selbst, dessen Leben allein romanw\u00fcrdig ist: Geboren am 4.2.1896 in Wien, gestorben am 8.12.1938 in Nervi bei Genua, begraben auf dem Friedhof Manegg in Z\u00fcrich. Er wurde aus der Schule gewiesen, weil er die Lyrik eines Lehrers absch\u00e4tzig rezensiert hatte. Wegen \u00bbliederlichen und ausschweifenden Lebenswandels\u00ab lie\u00df sein Vater ihn entm\u00fcndigen. Glauser hatte in Z\u00fcrich nicht Chemie studiert, sondern war dem Dadaismus und dem Morphium verfallen. Er geriet in ein wahnwitziges Karussell von Irrenanstalten, Zuchth\u00e4usern und Kliniken, von dem er mit Hilfe der Pflegerin Berthe Bendel absprang. Ein erster Versuch, aus dem Teufelskreis auszubrechen, war von seinem Vater unterst\u00fctzt worden: Ihm war es nur recht gewesen, seinen Sohn in die Fremdenlegion verschwinden zu sehen. Glausers Erstling \u203aGourrama\u2039 handelt von dieser Zeit. Am 6. Dezember 1938, einen Tag vor der geplanten Hochzeit mit Berthe, fiel er \u2013 wahrscheinlich durch eine \u00dcberdosis Schlafmittel \u2013 in eine tiefe Bewu\u00dftlosigkeit, aus der er nicht mehr erwachte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neben den f\u00fcnf Wachtmeister Studer-Romanen (Verkachelte F\u00e4lle: Wachtmeister Studers F\u00e4lle) schrieb Friedrich Glauser noch einen weiteren Kriminalroman, der im Genf der drei\u00dfiger Jahre den Schauplatz internationaler Intrigen, schwarzer Magie und r\u00e4tselhafter Todesf\u00e4lle bildet. 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