{"id":7108,"date":"2013-03-23T08:22:58","date_gmt":"2013-03-23T07:22:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=7108"},"modified":"2013-03-21T12:28:39","modified_gmt":"2013-03-21T11:28:39","slug":"die-johanneskirche-in-tostedt-und-ihre-vier-vorgangerinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=7108","title":{"rendered":"Die Johanneskirche in Tostedt und ihre vier Vorg\u00e4ngerinnen"},"content":{"rendered":"<p>Als die <a href=\"http:\/\/www.kirche-tostedt.de\/\" target=\"_blank\">evangelische Kirchengemeinde in Tostedt<\/a> auf dem alten Tostedter Kirchenplatz im Himmelsweg den Bau eines Gemeindehauses plante, wurden 1969 Grabungen erforderlich, um eventuell arch\u00e4ologisch wertvolle Funde zu sichern. Bisher galt die Kirche in Hollenstedt als die \u00e4lteste im Umland. Tostedt z\u00e4hlte mit Moisburg, Buxtehude und anderen Kirchengemeinden nachweisbar seit vielen Jahrhunderten zum Archidiakonat Hollenstedt der Di\u00f6zese Verden. Diese hatten sich sp\u00e4ter dann von dieser \u201aUrkirche\u2019 in Hollenstedt abgetrennt.<\/p>\n<p>Als man nun bei diesen Grabungen auf die Grundrisse zweier h\u00f6lzerner Kirchen aus der Zeit der Christianisierung stie\u00df, war die <a href=\"http:\/\/www.han-online.de\/Harburg_Archiv\/article7963\/Tostedts-Kirchensensation.html\" target=\"_blank\">\u00dcberraschung gro\u00df<\/a>. Man stellte fest, dass die fr\u00fcheste Holzkirche um 804 n. Chr. datiert werden konnte. Sie stammt also aus der Zeit, in der Karl der Gro\u00dfe mit gro\u00dfem Eifer bem\u00fcht war, die Sachsen zwischen Weser und Elbe (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wigmodi\" target=\"_blank\">Wigmodien<\/a>) gewaltsam zum Christentum zu f\u00fchren. Es ist \u00fcberliefert, dass der Franke Karl der Gro\u00dfe sein Lager bei Hollenstedt aufgeschlagen hatte. In dieser Zeit k\u00f6nnte die Kirche Tostedt I gebaut worden sein.<\/p>\n<p>Diese erste Kirche wurde wohl abgebaut, um zwei oder drei Generationen sp\u00e4ter eine gr\u00f6\u00dferes Holzkirche zu bauen, denn man ben\u00f6tigte eine Pfarrkirche, deren Priester taufen durften und an der Tote bestattet werden konnten.<\/p>\n<p>Im 11. Jahrhundert wurde dann erstmals eine Kirche aus Stein gebaut. Diese war genauso gro\u00df wie ihre h\u00f6lzerne Vorg\u00e4ngerin und hatte eine Grundfl\u00e4che von 200 m\u00b2. Es kann daraus geschlossen werden, dass die Bev\u00f6lkerungszahl mit rund 200 Einwohnern in den D\u00f6rfern des Kirchspiels Tostedt bis zum Abbruch der Kirche ann\u00e4hernd gleich geblieben ist.<\/p>\n<p>Diese Kirche wurde dann um 1300 durch eine neue noch gr\u00f6\u00dfere Steinkirche IV ersetzt. Sie war ein Feldsteinbau, hat alle St\u00fcrme der darauffolgenden Zeit \u00fcberstanden und ist die \u201ealte Kirche\u201c, die, nach Fertigstellung der jetzigen Kirche, in den Jahren 1881\/1882 abgerissen wurde.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.kirche-tostedt.de\/die-johanneskirche.html\" target=\"_blank\">heutige Johanneskirche<\/a> wurde nicht auf dem historischen Grund des alten Gotteshause errichtet, sondern 150 Meter s\u00fcdlich davon. Am 14. M\u00e4rz 1880 wurde die im neugotischen Stil errichte Kirche eingeweiht. Tostedt ben\u00f6tigte damals ein gr\u00f6\u00dferes Gotteshaus, da der Ort durch den Bahnanschluss an die Strecke Hamburg-Bremen im Jahre 1874 einen ungeahnten Aufschwung genommen hatte.<\/p>\n<ul><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/tostedt_johanneskirche.jpg\" alt=\"Johanneskirche in Tostedt, erbaut 1880\" title=\"Johanneskirche in Tostedt, erbaut 1880\" \/><\/ul>\n<p>Richtfest der heutigen Kirche war am 3. Dezember 1878. Zum Schluss errechnete man die stattliche Summe von 120.000 Mark, wovon die Kirchengemeinde Tostedt selbst den allergr\u00f6\u00dften Teil aufzubringen hatte. Wesentliche sakrale Gegenst\u00e4nde wurden dabei aus der alten Kirche \u00fcbernommen. Das \u00e4lteste in die neue Kirche \u00fcbernommene Teil ist der aus Glockenbronze gegossene, durch die Inschrift Anno 1423 datierte Taufkessel. Hier wurden bis ins 16. Jahrhundert alle neugeborenen Kinder durch Eintauchen, sp\u00e4ter \u00fcber ihr getauft.<\/p>\n<p>Ein weiteres Schmuckst\u00fcck ist die Kanzel, die ebenfalls aus der alten Kirche \u00fcbernommen wurde. Ihr Stifter ist Johann Wilken von Weyhe, Herr auf Gut B\u00f6tersheim, der die Kanzel 1607 bei dem L\u00fcneburger Bildhauermeister Ludtke Garbers und wenig sp\u00e4ter durch einen weiteren Vertrag mit dem ebenfalls dort ans\u00e4ssigen Maler und Vergolder J\u00fcrgen Windt in Auftrag gab.<\/p>\n<p>Als letzter und dritter wichtiger Einrichtungsgegenstand wurde der Altar, der wesentliche Teile eines mittelalterlichen Fl\u00fcgelaltars enth\u00e4lt, die schon Mitte des vorigen Jahrhundert nicht mehr vollst\u00e4ndig waren, in der neuen Kirche eingerichtet. Dabei muss es sich um eine Arbeit des Bildschnitzers Cord Snitker handeln. Da dieser in L\u00fcneburg f\u00fcr die Zeit bis 1485 nachzuweisen ist, wurde der Altar auf \u201eum 1480\u201c taxiert. Eine neuere Expertise datiert ihn \u201eum 1490\u201c und sah den Altar als Arbeit eines Nachfolgers von Cord Snitker an.<\/p>\n<p>Gek\u00fcrzte Fassung des Kapitels: Die alte und die neue Tostedter Kirche \u2013 von Klaus-R\u00fcdiger Rose aus: <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3881323554\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3881323554&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21\" target=\"_blank\"><strong>Die Este: Von der Quelle bis zur M\u00fcndung<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3881323554\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>, S. 112 ff. unter Verwendung der folgenden Literatur:<br \/>\nHans Drescher:  <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3784815197\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3784815197&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21\" target=\"_blank\">Tostedt. Die Geschichte einer Kirche aus der Zeit der Christianisierung im n\u00f6rdlichen Niedersachsen bis 1880<\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3784815197\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>, 1985<br \/>\n100 Jahre Tostedter Kirche (1880-1980), 1979<\/p>\n<p>Inzwischen steht die Johanneskirche in Tostedt seit 133 Jahren. Von der Feier anl\u00e4sslich des <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=74\" target=\"_blank\">125 Jahrestages<\/a> hatte ich 2005 kurz berichtet. Vor nun 23 Jahren habe ich meine Frau <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=2992\" target=\"_blank\">in dieser Kirche geheiratet<\/a>. Au\u00dferdem feierten meine beide S\u00f6hne in der Johanneskirche ihre <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=92\" target=\"_blank\">Konfirmation 2005<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1169\" target=\"_blank\">2008<\/a>.<\/p>\n<p>Hier noch einige <a href=\"https:\/\/www.albinz.net\/tostedt\/bilder.html#Bil\" target=\"_blank\">Bilder aus Tostedt von der Kirchturmspitze<\/a> der Johannes-Kirche aus aufgenommen (am 29.09.2004) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als die evangelische Kirchengemeinde in Tostedt auf dem alten Tostedter Kirchenplatz im Himmelsweg den Bau eines Gemeindehauses plante, wurden 1969 Grabungen erforderlich, um eventuell arch\u00e4ologisch wertvolle Funde zu sichern. Bisher galt die Kirche in Hollenstedt als die \u00e4lteste im Umland. 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