{"id":7477,"date":"2013-07-17T10:41:27","date_gmt":"2013-07-17T09:41:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=7477"},"modified":"2013-07-17T10:41:27","modified_gmt":"2013-07-17T09:41:27","slug":"heinrich-boll-der-zug-war-punktlich-%e2%80%93-erzahlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=7477","title":{"rendered":"Heinrich B\u00f6ll: Der Zug war p\u00fcnktlich \u2013 Erz\u00e4hlung"},"content":{"rendered":"<p>Bei uns im Ort gibt es das <a href=\"http:\/\/web.edeka.de\/NORD\/EH\/neutral_Bade_Tostedt_8808\/Homepage.html\" target=\"_blank\">Kaufhaus Bade<\/a>. Bevor man in den Einkaufsbereich kommt, steht an der rechten Seite ein Regal, in dem man ausrangierte B\u00fccher ablegen, aber nat\u00fcrlich auch mitnehmen kann. Die meisten dieser B\u00fccher sind nicht interessant, aber wenn ich schon bei Bade bin, dann werfe ich doch einen Blick in das Regal und habe dann doch manche literarische Perle gefunden. So auch diese Erz\u00e4hlung, neben einem Band Kurzgeschichten die erste Buchver\u00f6ffentlichung von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_B%C3%B6ll\" target=\"_blank\">Heinrich B\u00f6ll<\/a>: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Zug_war_p%C3%BCnktlich\" target=\"_blank\">Der Zug war p\u00fcnktlich<\/a> (Deutscher Taschenbuch Verlag (818), M\u00fcnchen \u2013 4. Auflage Mai 1973). Eigentlich war es meine Frau, die das Buch entdeckt hat \u2013 mehr <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?cat=22\" target=\"_blank\">des Titels wegen<\/a> &#8230;. Urlaubszeit ist f\u00fcr mich auch Lesezeit. So nahm ich das Buch mit und, da inzwischen ausgelesen, liegt es wieder bei Bade f\u00fcr den n\u00e4chsten Leser parat.<\/p>\n<p><em>Die umfangreiche Erz\u00e4hlung \u201eDer Zug war p\u00fcnktlich\u201c \u2013 noch unter dem unmittelbaren Eindruck des Krieges geschrieben \u2013 war die erste Buchausgabe, mit der Heinrich B\u00f6ll 1949 an die \u00d6ffentlichkeit trat. Die Geschichte beginnt auf dem Bahnhof einer Stadt im Ruhrgebiet. Ein Soldat sucht sich einen Platz im Fronturlauberzug, der ihn an die Ostfront zur\u00fcckbringen soll. Es wird eine trostlose Fahrt. \u201eBald bin ich tot. Ich werde sterben, bald\u201c, denkt der Soldat. M\u00e4nner, die der Zufall zusammengew\u00fcrfelt hat, spielen Skat, teilen miteinander Brot und Wurst und versuchen ihre Angst mit Schnaps zu bet\u00e4uben. Andreas erinnert sich an seinen Freund, an eine Frau, in deren Augen er nur f\u00fcr Bruchteile einer Sekunde blicken konnte, er denkt an seine fr\u00fcheren Verwundungen, und er ha\u00dft alle, die den Krieg als eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit empfinden. In <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lemberg\" target=\"_blank\">Lemberg<\/a> h\u00e4lt der Zug. Hier begegnet Andreas einer polnischen Spionin, die als Prostituierte Nachrichten f\u00fcr den polnischen Widerstand sammelt. Die Frau hat Mitleid mit dem Deutschen. Sie will ihn retten. F\u00fcr Andreas verst\u00e4rkt sich jedoch die Gewi\u00dfheit des nahen Todes. B\u00f6ll hat diese Geschichte vom sinnlosen Sterben mit einem \u00fcberzeugenden Realismus zu einer erbitterten Anklage gegen den Krieg verdichtet.<\/em> (aus dem Klappentext)<\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/www.stadtbibliothek.graz.at\/covers\/0062414.gif\" alt=\"Heinrich B\u00f6ll: Der Zug war p\u00fcnktlich \u2013 Erz\u00e4hlung\" title=\"Heinrich B\u00f6ll: Der Zug war p\u00fcnktlich \u2013 Erz\u00e4hlung\" \/><\/ul>\n<p>\u201eEs gibt Autoren, die dem Krieg einen scheinbaren Adel zugestehen, solche, die den Humor der K\u00e4mpfer und ihre elementaren Freuden gekannt haben. In keinem Werk B\u00f6lls wird man eine, auch nur einschr\u00e4nkende Billigung des Krieges finden; nirgendwo erscheint der Mensch anders als sein Opfer.\u201c (<a href=\"http:\/\/www.literaturkritik.de\/public\/rezension.php?rez_id=7272\" target=\"_blank\">Henri Plard<\/a> \u2013 siehe auch <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Henri_Plard\" target=\"_blank\">fr.wikipedia.org<\/a>)<\/p>\n<p>Als Publizist und Autor f\u00fchrte <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=books&#038;keywords=Heinrich%20B%C3%B6ll&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Heinrich B\u00f6ll<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> Klage gegen die Grauen des Krieges und seine Folgen, polemisierte gegen die Restauration der Nachkriegszeit und wandte sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, aus der er 1976 austrat. In den sechziger und siebziger Jahren unterst\u00fctzte er die Au\u00dferparlamentarische Opposition. 1983 protestierte er gegen die atomare Nachr\u00fcstung. Insbesondere engagierte sich B\u00f6ll f\u00fcr verfolgte Schriftsteller im Ostblock. Der 1974 aus der UdSSR ausgewiesene Alexander Solschenizyn war zun\u00e4chst B\u00f6lls Gast.<\/p>\n<p>Ich muss gestehen, bisher nur sehr wenig von B\u00f6ll gelesen zu haben, eher kenne ich die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_B%C3%B6ll#Verfilmungen_seiner_Werke\" target=\"_blank\">Verfilmungen seiner Romane<\/a>, so <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_verlorene_Ehre_der_Katharina_Blum_%28Film%29\" target=\"_blank\">Die verlorene Ehre der Katharina Blum<\/a> in der Regie von Volker Schl\u00f6ndorff und Margarethe von Trotta (den Roman habe ich dann aber auch gelesen). So ganz kann ich es mir nicht erkl\u00e4ren, so wenig von B\u00f6ll gelesen zu haben, immerhin vertrat Heinrich B\u00f6ll Ideale, f\u00fcr die ich auch einstehe. Vielleicht war er mir insgesamt doch zu katholisch, vielleicht auch zu politisch (wahrscheinlich war es diese Mischung aus beidem). B\u00f6ll erhielt ja 1972 f\u00fcr sein Werk den Nobelpreis f\u00fcr Literatur. B\u00f6ll-Freunde m\u00f6gen mir verzeihen. Als B\u00f6ll 1972 den Nobelpreis erhielt, h\u00e4tte ich mir (eben schon damals) G\u00fcnter Grass als Preistr\u00e4ger gew\u00fcnscht. Und 1999, als dann Grass den Preis erhielt, h\u00e4tte ich mir <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/index.php?s=martin+walser\" target=\"_blank\">Martin Walser<\/a> gew\u00fcnscht. Aber ich denke, Walser wird auch ohne Nobelpreis auskommen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei uns im Ort gibt es das Kaufhaus Bade. 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