{"id":7533,"date":"2013-08-03T06:51:48","date_gmt":"2013-08-03T05:51:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=7533"},"modified":"2013-08-02T07:26:49","modified_gmt":"2013-08-02T06:26:49","slug":"in-der-schlacht-geborgen-trotz-not-und-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=7533","title":{"rendered":"In der Schlacht: Geborgen trotz Not und Gefahr"},"content":{"rendered":"<p>Es sind <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=7511\" target=\"_blank\">Shakespeare\u2019sche Geister<\/a>, mit denen uns <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Javier_Mar%C3%ADas\" target=\"_blank\">Javier Mar\u00edas<\/a> zu k\u00e4mpfen aufgibt, die uns \u201aermahnen\u2019, an sie zu denken <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=7526\" target=\"_blank\">in der allt\u00e4gliche Schlacht<\/a>: <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=books&#038;keywords=marias%20morgen%20in%20der%20schlacht&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Morgen in der Schlacht denk an mich<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41sZ5dLqugL._SY445_.jpg\" alt=\"Javier Mar\u00edas: Morgen in der Schlacht denk an mich\" title=\"Javier Mar\u00edas: Morgen in der Schlacht denk an mich\" \/><\/ul>\n<p>Aber dann sind es auch wieder nur allt\u00e4gliche Geister, die uns bedr\u00fccken, die uns diffuse Gef\u00fchle eingeben, irgendetwas zwischen Unsicherheit und Scham: ein seelisches Unwohlsein. Die Ursache liegt in der Situation. Es ist Nacht oder es st\u00fcrmt. Es \u00fcberkommt uns eine \u00c4ngstlichkeit, die begr\u00fcndet scheint \u2013 und es vielleicht ist oder auch nicht. \u201e&#8230; und ich kann nicht einmal etwas dagegen tun\u201c. Javier Mar\u00edas beschreibt es wie folgt:<\/p>\n<p><em>Das ist es, was panische Angst bewirkt und jene ins Verderben f\u00fchrt, die sie erleiden: Sie macht sie glauben, da\u00df sie inmitten von Not und Gefahr trotz allem in ihr geborgen sind. Der Soldat, der fast ohne zu atmen und ganz still in seinem Sch\u00fctzengraben bleibt, obwohl er wei\u00df, da\u00df dieser schon bald angegriffen wird; der Passant, der nicht wegrennen will, als er sp\u00e4tnachts in einer dunklen, verlassenen Stra\u00dfe hinter sich Schritte h\u00f6rt; die Hure, die nicht um Hilfe ruft, nachdem sie in ein Auto gestiegen ist, dessen T\u00fcrverriegelung sich automatisch schlie\u00dft, und der klar wird, da\u00df sie niemals zu diesem Kerl mit so gro\u00dfen H\u00e4nden h\u00e4tte einsteigen d\u00fcrfen (vielleicht ruft sie nicht um Hilfe, weil sie meint, da\u00df sie kein Anrecht darauf hat); der Fremde, der den vom Blitz gespaltenen Baum auf seinen Kopf niedergehen sieht und nicht ausweicht, sondern zuschaut, wie er langsam auf die gro\u00dfe Allee f\u00e4llt; der Mann, der einen anderen mit einem Messer auf seinen Tisch zukommen sieht und sich weder r\u00fchrt noch verteidigt, weil er glaubt, da\u00df ihm so etwas eigentlich nicht passieren kann und da\u00df dieses Messer sich nicht in seinen Bauch bohren wird, das Messer kann nicht seine Haut und Eingeweide zum Ziel haben; oder der Pilot, der gesehen hat, wie das feindliche Jagdflugzeug es geschafft hat, hinter ihn zu gelangen, und der keinen letzten Versuch mehr unternommen hat, durch ein akrobatisches Man\u00f6ver aus der Schu\u00dflinie zu kommen, in der Gewi\u00dfheit, da\u00df der andere, obwohl er alle Tr\u00fcmpfe in der Hand hielt, das Ziel verfehlen w\u00fcrde, weil diesmal er das Ziel war. \u201aMorgen in der Schlacht denk an mich, und falle dein Schwert ohne Schneide.\u2019<\/em><\/p>\n<p>[&#8230;] <em>es geht also alles weiter, und ich kann nicht einmal etwas dagegen tun<\/em> [&#8230;]<\/p>\n<p>&#8230; <em>dieser Mann mit so gro\u00dfen H\u00e4nden streichelt mir den Hals und dr\u00fcckt noch nicht zu: er streichelt mich zwar grob und tut mir ein bi\u00dfchen weh, aber ich sp\u00fcre weiter seine plumpen, harten Finger auf meinen Wangenknochen und Schl\u00e4fen, meinen armen Schl\u00e4fen \u2013 seine Finger sind wie Tasten; und ich h\u00f6re noch die Schritte dieses Menschen, der mich im Dunkeln ausrauben will, oder wom\u00f6glich t\u00e4usche ich mich und es sind die eines harmlosen Menschen, der nicht schneller gehen und mich \u00fcberholen kann, vielleicht sollte ich ihm die Gelegenheit dazu geben, indem ich meine Brille herausziehe und stehenbleibe, um eine Auslage zu betrachten, aber es kann sein, da\u00df ich sie dann nicht mehr h\u00f6re, und was mich rettet, ist, da\u00df ich sie weiterhin h\u00f6re; und immer noch bin ich hier in meinem Sch\u00fctzengraben mit gef\u00e4lltem Bajonett, von dem ich bald werde Gebrauch machen m\u00fcssen, wenn ich nicht von dem meines Feindes durchbohrt werden will: aber noch nicht, noch nicht, und solange dieses Noch-nicht gilt, verbirgt und bewahrt mich der Sch\u00fctzengraben, obwohl wir auf offenem Feld sind und ich die K\u00e4lte an den Ohren sp\u00fcre, die der Helm nicht bedeckt; und das Messer dort, das in einer Faust n\u00e4her kommt, hat sein Ziel noch nicht erreicht, und ich sitze weiter an meinem Tisch, und nichts wird aufgeschlitzt, und trotzdem werde ich noch einen Schluck von meinem Bier trinken, und noch einen und noch einen; so wie der Baum da dr\u00fcben noch nicht umgest\u00fctzt ist und nicht umst\u00fctzen wird, obwohl er abgebrochen ist und kippt, aber nicht auf mich, und seine \u00c4ste mir nicht den Kopf abtrennen werden, das ist nicht m\u00f6glich, denn ich bin nur auf Durchreise in dieser Stadt und in dieser Allee, und ebensogut k\u00f6nnte ich nicht hier sein; und ich sehe die Welt weiter aus der H\u00f6he, von meiner Supermarine Spitfire aus, und noch habe ich nicht das Gef\u00fchl von Sinken und Schwere und Schwindel, von St\u00fcrzen und Schwerkraft und Gewicht, das ich haben werde, sobald die Messerschmitt, die mir im Genick sitzt und mich im Visier hat, das Feuer er\u00f6ffnet und mich trifft: aber noch nicht, noch nicht, und solange dieses Noch-nicht gilt, kann ich weiter an die Schlacht denken und die Landschaft betrachten und Zukunftspl\u00e4ne schmieden;<\/em> &#8230; (S. 37 ff.)<\/p>\n<p>Ich kenne das Beispiel vom Verfolgtem in einer bitterkalten Winternacht, der durchfroren Unterschlupf in einem warmen Heim in verlassener Gegend findet. Und dort vor dem w\u00e4rmenden Ofen bleibt er hocken, obwohl er wei\u00df, dass die H\u00e4scher ihm so nahe sind.<\/p>\n<p>Aber solange es \u201aweitergeht\u2019, solange wir noch sp\u00fcren, noch h\u00f6ren, noch sitzen und trinken, die Landschaft betrachten und Zukunftspl\u00e4ne schmieden, solange mag die Angst bestehen, aber solange leben wir auch noch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind Shakespeare\u2019sche Geister, mit denen uns Javier Mar\u00edas zu k\u00e4mpfen aufgibt, die uns \u201aermahnen\u2019, an sie zu denken in der allt\u00e4gliche Schlacht: Morgen in der Schlacht denk an mich Aber dann sind es auch wieder nur allt\u00e4gliche Geister, die uns bedr\u00fccken, die uns diffuse Gef\u00fchle eingeben, irgendetwas zwischen Unsicherheit und Scham: ein seelisches Unwohlsein. &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=7533\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">In der Schlacht: Geborgen trotz Not und Gefahr<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7533"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7533"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7533\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7533"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7533"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7533"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}