{"id":7559,"date":"2013-08-11T07:01:48","date_gmt":"2013-08-11T06:01:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=7559"},"modified":"2013-08-09T07:52:55","modified_gmt":"2013-08-09T06:52:55","slug":"heute-ruhetag-39-scholem-alejchem-%e2%80%93-anatewka","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=7559","title":{"rendered":"Heute Ruhetag (39): Scholem Alejchem \u2013 Anatewka"},"content":{"rendered":"<p>Wer <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/index.php?s=kafka\" target=\"_blank\">Kafka<\/a> verstehen will, muss sich auch mit seinem Judentum auseinandersetzen. So wurde Kafka \u2013 aber nicht nur er allein \u2013 f\u00fcr mich zum Ausgangspunkt, mich mit j\u00fcdischer, speziell mit jiddischer Literatur zu besch\u00e4ftigen. Als Einstieg boten sich da die Erz\u00e4hlungen und Romane von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isaac_Bashevis_Singer\" target=\"_blank\">Isaac B. Singer<\/a> an, der 1978 als erster und bisher einziger jiddischer Schriftsteller f\u00fcr sein Gesamtwerk den Literaturnobelpreis erhielt. Auch in Deutschland wurde besonders sein Roman <a href=\"http:\/\/www.dieterwunderlich.de\/Singer_feinde.htm\" target=\"_blank\">\u201eFeinde \u2013 die Geschichte einer Liebe\u201c<\/a> aus dem Jahr 1966 (1974 in Deutschland erschienen) bekannt, der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feinde_%E2%80%93_Die_Geschichte_einer_Liebe\" target=\"_blank\">1989 durch Paul Mazursky<\/a> verfilmt wurde. 1983 wurde Singers Kurzgeschichte \u201eYentl, the Yeshiva Boy\u201c mit Barbra Streisand in der Hauptrolle als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yentl\" target=\"_blank\">Yentl<\/a> verfilmt; dem Film stand Singer allerdings sehr kritisch gegen\u00fcber. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=books&#038;keywords=Isaac%20Bashevis%20Singer&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Isaac Bashevis Singer<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> beschreibt u.a. das j\u00fcdisch-polnische Leben im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schtetl\" target=\"_blank\">Schtetl<\/a>, sp\u00e4ter das Leben der Juden in den USA. Es ist eine wundersame Welt mit einem ganz eigenen Humor, die sich da dem Leser auftut. Singers Werk steht im Spannungsfeld zwischen Religion und Moderne, Mystizismus und rationaler Einsicht. Sp\u00e4ter einmal werde ich auf ihn noch ausf\u00fchrlicher zu sprechen kommen.<\/p>\n<p>Siehe hierzu auch meine Beitr\u00e4ge:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=888\" target=\"_blank\">Hob Ikh Mir A Mantl \u2013 Jiddisch f\u00fcr Anf\u00e4nger<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=3267\" target=\"_blank\">A Serious Man<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=6836\" target=\"_blank\">Salcia Landmann: J\u00fcdische Witze<\/a><\/p>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=books&#038;keywords=Scholem%20Alejchem&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Scholem Alejchem<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> (* 1859 in Perejaslaw bei Kiew; \u2020 13. Mai 1916 in New York) war einer der bedeutendsten jiddischsprachigen Schriftsteller und wurde auch der j\u00fcdische <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5809\" target=\"_blank\">Mark Twain<\/a> genannt.<\/p>\n<p>Sein Name d\u00fcrfte den meisten unbekannt sein. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anatevka\" target=\"_blank\">Anatevka<\/a> bzw. \u201eDer Fiedler auf dem Dach\u201c (im englischen Original: \u201eFiddler on the Roof\u201c) werden aber viele kennen. Es ist ein Musical, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anatevka_%28Film%29\" target=\"_blank\">1971 vom Regisseur Norman Jewison verfilmt<\/a> wurde und auch bei uns in Deutschland bis heute noch sehr beliebt ist. Die Vorlage hierzu war eben der jiddische Roman \u201eTewje, der Milchmann\u201c (jiddisch: <a href=\"http:\/\/sammlungen.ub.uni-frankfurt.de\/jd\/content\/titleinfo\/1819085\" target=\"_blank\">Tewje der Milchiger<\/a>) von Scholem Alejchem, der zwischen 1894 und 1916 entstanden ist.<\/p>\n<p>Die Geschichte spielt im Russischen Kaiserreich im ukrainischen Schtetl Anatevka in der vorrevolution\u00e4ren Zeit um 1905. Im Dorf lebt eine j\u00fcdische Gemeinschaft, die gro\u00dfen Wert auf Tradition legt. Der Milchmann Tevje (jiddische Koseform des hebr\u00e4ischen Namens Tuvija) lebt mit seiner Frau Golde und seinen T\u00f6chtern in Armut. Trotz drohender Pogrome im zaristischen Russland bewahrt Tevje seinen Lebensmut und seinen Humor.<\/p>\n<p>Es ist dieser ganz besondere j\u00fcdische Humor, der es mir angetan hat. Daher empfehle ich f\u00fcr heute einen Lesetag als Ruhetag. <\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/ruhetag.jpg\" alt=\"Heute Ruhetag = Lesetag!\" title=\"Heute Ruhetag = Lesetag!\" \/><\/p>\n<p><em>Er richtet den Geringen auf aus dem Staube<br \/>\nund erh\u00f6het den Armen aus dem Kot.<\/em><br \/>\nPsalm 113,7<\/p>\n<p><em>Wenn einem der Haupttreffer beschert ist, h\u00f6rt Ihr, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rabbi_%28Gelehrter%29\" target=\"_blank\">Reb<\/a> Scholem-Alejchem, so kommt er zu einem ganz von selbst ins Haus, wie es in den Psalmen hei\u00dft: \u203aVorzusingen auf der <a href=\"http:\/\/bibledictionaries.com\/gittith.htm\" target=\"_blank\">Githith<\/a>\u2039: \u2013 wenn man Gl\u00fcck hat, so kommt es von allen Seiten gelaufen; und es geh\u00f6rt gar kein Verstand und keine T\u00fcchtigkeit dazu. Wenn man aber, Gott beh\u00fcte, kein Gl\u00fcck hat, so kann man reden, bis man zerspringt, und es wird n\u00fctzen wie der vorj\u00e4hrige Schnee. Wie sagt man doch: \u203aEs gibt keine Weisheit und keinen Rat gegen ein schlechtes Pferd.\u2039 Der Mensch arbeitet, der Mensch plagt sich ab, und ist nahe daran, auf alle Feinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zion\" target=\"_blank\">Zions<\/a> sei es gesagt, sich hinzulegen und zu sterben! Und pl\u00f6tzlich kommt, man wei\u00df nicht woher, von allen Seiten lauter Gl\u00fcck und Erfolg, wie es im Buche Esther steht: \u203aHilfe und Errettung kommen den Juden.\u2039 Ich brauche es Euch wohl nicht zu \u00fcbersetzen, doch der Sinn dieser Stelle ist, da\u00df der Mensch, solange seine Seele in ihm ist, Gottvertrauen haben mu\u00df. Das habe ich am eigenen Leibe erfahren, wie der Ewige mich geleitet hat und wie ich zu meinem jetzigen Beruf gekommen bin: denn wie komme ich dazu, K\u00e4se und Butter zu verkaufen, wo die Gro\u00dfmutter meiner Gro\u00dfmutter niemals mit Milchwaren gehandelt hat. Es lohnt sich wirklich, die ganze Geschichte vom Anfang bis zum Ende anzuh\u00f6ren. Ich werde mich f\u00fcr eine Weile hier neben Euch ins Gras setzen, und mein Pferdchen soll inzwischen etwas kauen, wie wir es im Morgengebet sagen: \u203aDie Seele aller Lebenden preiset den Herrn.\u2039 Und das Pferdchen ist ja auch ein Gesch\u00f6pf Gottes!<\/em><\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>aus: <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/2932\/2\" target=\"_blank\">I. Der Haupttreffer<\/a><\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/gutenb\/autoren\/signatur\/aleichem.gif\" alt=\"Signatur: Scholem Alejchem\" title=\"Signatur: Scholem Alejchem\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Scholem_Alejchem\" target=\"_blank\"><strong>Scholem Alejchem<\/strong><\/a>: <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/2932\/1\" target=\"_blank\">Anatewka &#8211; Die Geschichte von Tewje, dem Milchmann<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Kafka verstehen will, muss sich auch mit seinem Judentum auseinandersetzen. So wurde Kafka \u2013 aber nicht nur er allein \u2013 f\u00fcr mich zum Ausgangspunkt, mich mit j\u00fcdischer, speziell mit jiddischer Literatur zu besch\u00e4ftigen. Als Einstieg boten sich da die Erz\u00e4hlungen und Romane von Isaac B. 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