{"id":7642,"date":"2013-09-07T06:41:31","date_gmt":"2013-09-07T05:41:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=7642"},"modified":"2013-09-06T07:04:03","modified_gmt":"2013-09-06T06:04:03","slug":"die-bibliothek-als-labyrinth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=7642","title":{"rendered":"Die Bibliothek als Labyrinth"},"content":{"rendered":"<p>Man stelle sich eine digitale Bibliothek vor. Genau, da gibt es nicht viel f\u00fcr die Fantasie. Alles kleine Schalterchen, Bits die zu Bytes mutieren und am Ende Festplatten, DVDs oder andere Speichermedien belegen.<\/p>\n<p>Anders ist es, wenn man z.B. an die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bibliothek_von_Alexandria\" target=\"_blank\">Bibliothek von Alexandria<\/a> denkt. Hier befanden sich neben unz\u00e4hligen anderen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buch\" target=\"_blank\">B\u00fcchern<\/a> z.B. die <em>\u201eB\u00fccher des Aristoteles und des Theophrast, die Ptolemaios II. vom Erben des letzteren erwerben konnte; allerdings scheint die angekaufte Bibliothek des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aristoteles\" target=\"_blank\">Aristoteles<\/a> nicht komplett gewesen zu sein, da ein Teil noch 86 v. Chr. in Athen dem r\u00f6mischen Feldherrn Sulla in die H\u00e4nde fiel.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Und da f\u00e4llt uns sicherlich <em>die unendliche Bibliothek von Babel<\/em> aus den <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=6202\" target=\"_blank\">Phantastische Erz\u00e4hlungen<\/a> des im Alter erblindeten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jorge_Luis_Borges\" target=\"_blank\">Jorge Luis Borges<\/a> ein.<\/p>\n<p>Und schon wird der geneigte Bibliotheksbenutzer, der bekanntlich ein Leser ist, eins und eins zusammengez\u00e4hlt haben, denn wohin sollte das f\u00fchren, wenn nicht zu <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Umberto_Eco\" target=\"_blank\">Umberto Ecos<\/a> Roman <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=books&#038;keywords=Umberto%20eco%20name%20der%20Rose&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Der Name der Rose<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>. Denn darinnen geht es u.a. um eine Bibliothek, um einen blinden H\u00fcter einer Klosterbibliothek namens <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Name_der_Rose#Jorge_von_Burgos\" target=\"_blank\">Jorge von Burgos<\/a> (oh, dies Namens\u00e4hnlichkeit, die offensichtlich gewollte) und um ein Buch &#8230; von Aristoteles: n\u00e4mlich um das offenbar einzige erhaltene Exemplar des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Poetik_%28Aristoteles%29\" target=\"_blank\">\u201eZweiten Buches der Poetik\u201c<\/a>.<\/p>\n<p>Und es geht um mysteri\u00f6se Todesf\u00e4lle in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Name_der_Rose\" target=\"_blank\">Der Name der Rose<\/a>. Aber ich will nicht zuviel verraten. Ich verbleibe bei der Bibliothek, die in dem Roman eine Hauptrolle spielt (neben dem besagten Buch) und die ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Labyrinth\" target=\"_blank\">Labyrinth<\/a> zu sein scheint, ein R\u00e4tsel. Aber R\u00e4tsel sind dazu da, sie zu l\u00f6sen. Und so machen sich die beiden Hauptfiguren <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Name_der_Rose#William_von_Baskerville\" target=\"_blank\">William von Baskerville<\/a> und sein junger Gehilfe (\u201eAdlatus\u201c), <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Name_der_Rose#Adson_von_Melk\" target=\"_blank\">Adson von Melk<\/a>, der zugleich Ich-Erz\u00e4hlers des Romans ist, auf, das R\u00e4tsel zu l\u00f6sen (neben dem R\u00e4tsel der vielen Todesf\u00e4lle).<\/p>\n<p><em>\u00bbVersuch doch einmal, den Grundri\u00df der Bibliothek zu zeichnen. Du wirst sehen, da\u00df es bei jedem Turm zwei R\u00e4ume geben mu\u00df, die einerseits an den siebeneckigen Innenraum angrenzen und andererseits an zwei R\u00e4ume mit Fenstern zum Achteck&#8230;\u00ab<\/em> [I-VIII, dunkelgr\u00fcn]<br \/>\n<em>Ich versuchte es, entwarf den Grundri\u00df nach den Angaben meines Meisters und stie\u00df einen Freudenschrei aus. \u00bbJetzt wissen wir alles! La\u00dft mich einmal z\u00e4hlen . . . Ja, die Bibliothek hat sechsundf\u00fcnfzig R\u00e4ume, vier siebeneckige<\/em> [a-d, dunkelblau] <em>und zweiundf\u00fcnfzig mehr oder minder quadratische, von denen acht fensterlos sind<\/em> [I-VIII, dunkelgr\u00fcn], w\u00e4hrend achtundzwanzig nach au\u00dfen [4x 1-5, gelb \/ A-H, braunrot] <em>gehen und sechzehn nach innen<\/em> [1-16, weinrot]<em>!\u00ab<\/em><br \/>\n<em>\u00bbUnd die vier Eckt\u00fcrme haben jeder f\u00fcnf R\u00e4ume mit vier W\u00e4nden und einen mit sieben . . . Die ganze Anlage folgt einer himmlischen Harmonie, der sich vielerlei tiefe und wundersame Bedeutungen zuordnen lassen&#8230;\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Umberto Eco, Der Name der Rose, M\u00fcnchen 1982, S.277<\/p>\n<ul><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/eco_rose03_labyrinth.jpg\" alt=\"Die Bibliothek als Labyrinth: 56 R\u00e4ume\" title=\"Die Bibliothek als Labyrinth: 56 R\u00e4ume\" \/><\/ul>\n<p>4x\t7-eckige R\u00e4ume (a-d) dunkelblau<br \/>\n16x\tquadratische R\u00e4ume innen (1-16) weinrot<br \/>\n8x\tquadratische R\u00e4ume au\u00dfen (mit Fenster) (A-H) braunrot<br \/>\n20x\t4 T\u00fcrme a 5 R\u00e4ume au\u00dfen (1-5) gelb<br \/>\n8x\tR\u00e4ume ohne Fenster (I \u2013 VIII) dunkelgr\u00fcn<\/p>\n<p>56 R\u00e4ume hat die Bibliothek also. Und diese sind nach einem bestimmten Muster angelegt:<\/p>\n<p><em>&#8230; da\u00df die Bibliothek tats\u00e4chlich nach dem Muster des Weltkreises angelegt war. Im Norden lagen die Zonen ANGLIA und GERMANIA, die sich l\u00e4ngs der westlichen Au\u00dfenwand mit der Zone GALLIA verbanden, um dann am \u00e4u\u00dfersten Westrand in die Zone HIBERNIA zu m\u00fcnden und gen S\u00fcden \u00fcberzugehen in die Zonen ROMA (Paradies lateinischer Klassiker!) und YSPANIA. Tief im S\u00fcden (das hei\u00dft im S\u00fcdturm) schlo\u00df sich die Zone LEONES an, gefolgt von AEGYPTUS und weiter \u00f6stlich fortgesetzt von IUDAEA und schlie\u00dflich F\u00d6NS ADAE. Zwischen Osten und Norden erstreckte sich l\u00e4ngs der Au\u00dfenwand die Zone ACAIA &#8211; eine treffliche Synekdoche, wie mein Meister sich ausdr\u00fcckte, um das alte Griechenland zu bezeichnen, und tats\u00e4chlich fanden wir in jenen R\u00e4umen eine F\u00fclle von Werken heidnisch-antiker Dichter und Philosophen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Disposition der Buchstaben innerhalb einer Zone war, gelinde gesagt, recht eigenwillig. Manchmal mu\u00dfte man geradeaus gehen, manchmal r\u00fcckw\u00e4rts, manchmal im Kreise, oft diente ein Buchstabe in zwei W\u00f6rtern zugleich (und in solchen F\u00e4llen hatte dann der betreffende Raum mindestens einen Schrank mit vermischten Werken). Nirgends gab es so etwas wie eine goldene Regel, es handelte sich offenkundig um reine Eselsbr\u00fccken, die dem Bibliothekar das Auffinden eines bestimmten Buches erleichtern sollten. Trug ein Buch zum Beispiel die Signatur Quarta Acaiae, so stand es im vierten Raum der Zone ACAIA, wenn man beim ersten mit dem roten A zu z\u00e4hlen begann, und zweifellos wu\u00dfte der Bibliothekar l\u00e4ngst auswendig, wie er dorthin gelangte, sei&#8217;s auf geraden oder verschlungenen Wegen. ACAIA zum Beispiel verteilte sich auf vier R\u00e4ume, die zusammen ein ungef\u00e4hres Quadrat bildeten, in welchem das erste A zugleich das letzte war \u2014 eine im Grunde recht einfache Sache, die auch wir bald begriffen hatten. Wie uns auch bald das Spiel der Vermauerungen klar wurde. Kam man zum Beispiel von Osten in die Zone ACAIA, so f\u00fchrte keiner der R\u00e4ume weiter nach Norden: Das Labyrinth war an dieser Stelle verschlossen, und um in den Nordturm zu gelangen, mu\u00dfte man erst die drei anderen T\u00fcrme passieren. Aber nat\u00fcrlich wu\u00dften die Bibliothekare genau, wenn sie die Bibliothek im F\u00d6NS ADAE betraten, da\u00df sie, um beispielsweise nach ANGLIA zu gelangen, zuerst durch AEGYPTUS, YSPANIA, GALLIA und GERMANIA gehen mu\u00dften.<\/em><\/p>\n<p>Umberto Eco, Der Name der Rose, M\u00fcnchen 1982, S.410 f.<\/p>\n<ul><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/eco_rose01_labyrinth.jpg\" alt=\"Die Bibliothek als Labyrinth: die B\u00fcchersammlung gem\u00e4\u00df der mittelalterlichen Geografie geordnet\" title=\"Die Bibliothek als Labyrinth: die B\u00fcchersammlung gem\u00e4\u00df der mittelalterlichen Geografie geordnet\" \/><\/ul>\n<ul><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/eco_rose02_leones.jpg\" alt=\"Die Bibliothek als Labyrinth: Zone Leones (L\u00f6wen) = Afrika\" title=\"Die Bibliothek als Labyrinth: Zone Leones (L\u00f6wen) = Afrika\" \/><\/ul>\n<p>Alles w\u00e4re nat\u00fcrlich so einfach, w\u00e4re da nicht doch noch ein Raum, der siebeneckige in der Mitte des S\u00fcdturms. Um ihn herum erstreckt sich \u201aLeones\u2019 (\u201aL\u00f6wen\u2019), also die Zone mit den Autoren Afrikas. Aber es gibt keinen Eingang zu ihm. Hier befindet sich \u201eFinis Africae\u2019, das \u201aEnde von Afrika\u2019. Und hier wird das besagte Buch des Aristoteles vermutet. Eines der sieben R\u00e4ume, die sich Wand an Wand um diesem Raum schl\u00e4ngeln, ist der Spiegelraum, der durch seine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spiegel#Konvexe_Spiegel\" target=\"_blank\">konvexen<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spiegel#Konkave_Spiegel\" target=\"_blank\">konkaven Spiegel<\/a> ungebetene Besucher der Bibliothek erschrecken und damit verjagen soll.<\/p>\n<p>Aber es muss dann doch einen (sogar zwei) Zug\u00e4nge zu diesen Raum geben. <\/p>\n<p>Venantius von Salvemec, der fr\u00fch ermordete \u00dcbersetzer aus dem Griechischen und Arabischen und Aristoteles-Experte, der sich ebenfalls auf die Suche nach dem Buch des Aristoteles gemacht hatte und daher sterben musste, hatte sich eine Notiz gemacht, die in Geheimschrift verfasst und die den beiden, William und Adson, schon fr\u00fch in die H\u00e4nde gefallen war:<\/p>\n<p><em>\u00bbZweifellos eine Geheimschrift, die wir entziffern m\u00fcssen\u00ab, sagte er. \u00bbDie Zeichen sind schlecht gemalt, und vielleicht hast du sie in deiner Kopie noch mehr verzerrt, aber es handelt sich fraglos um ein Alphabet aus Tierkreiszeichen. Sieh hier, in der ersten Zeile haben wir\u00ab &#8211; er hielt die Tafel mit gestreckten Armen weit von sich und kniff die Augen zusammen &#8211; \u00bbSch\u00fctze, Sonne, Merkur, Skorpion . . . \u00ab<\/em><\/p>\n<p>Umberto Eco, Der Name der Rose, M\u00fcnchen 1982, S.210<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/eco_rose05_raetsel.jpg\" alt=\"Das R\u00e4tsel des Venantius: SECRETUM FINIS AFRICAE ...\" title=\"Das R\u00e4tsel des Venantius: SECRETUM FINIS AFRICAE ...\" \/><\/p>\n<p><em>\u00bbJa, und der Schl\u00fcssel war ziemlich leicht zu finden. Venantius hatte die zw\u00f6lf Tierkreiszeichen genommen, dazu die acht Zeichen der f\u00fcnf Planeten, der beiden Himmelsleuchten und der Erde. Insgesamt also zwanzig Zeichen \u2013 genug, um ihnen die Buchstaben des lateinischen Alphabets zuzuordnen, wenn man davon ausgeht, da\u00df ein und derselbe Buchstabe f\u00fcr die Anfangslaute der W\u00f6rter unum und velut stehen kann.<br \/>\nDie Reihenfolge der Buchstaben ist bekannt. In welcher Reihenfolge konnten die Zeichen geordnet sein? Ich versuchte es mit der Ordnung der Himmelsgew\u00f6lbe, indem ich den Zodiakus an die \u00e4u\u00dfere Peripherie setzte. Also Erde, Mond, Merkur, Venus, Sonne und so weiter, danach die Tierkreiszeichen in ihrer traditionellen Abfolge, wie sie auch Isidor von Sevilla klassifiziert hat, vom Widder und der Fr\u00fchlingssonnwende bis zu den Fischen. Und nun schau mal, wenn man diesen Schl\u00fcssel anwendet, ergibt Venantius&#8216; Geheimbotschaft tats\u00e4chlich einen Sinn.\u00ab<\/em><br \/>\n<em>Er zeigte mir das Pergament, auf dem er die r\u00e4tselhafte Botschaft in gro\u00dfe lateinische Lettern transkribiert hatte, und ich las:<\/em><\/p>\n<p><em>SECRETUM FINIS AFRICAE MANUS SUPRA IDOLUM AGE PRIMUM ET SEPTIMUM DE QUATUOR.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00bbKlar?\u00ab fragte William.<br \/>\n\u00bbDie Hand \u00fcber dem Idol wirke ein auf den Ersten und Siebenten der Vier&#8230;\u00ab, wiederholte ich kopfsch\u00fcttelnd. \u00bbNein, das ist \u00fcberhaupt nicht klar!\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Umberto Eco, Der Name der Rose, M\u00fcnchen 1982, S.265\/266<\/p>\n<p>Aber, dem Leser ist es klar, das die beiden durch gegenseitige Hilfe (und durch den unumg\u00e4nglichen Zufall) herausbekommen werden, was das zu bedeuten hat, der Schl\u00fcssel zum Geheimnis um das Ende Afrikas: <strong>SECRETUM FINIS AFRICAE!<\/strong><\/p>\n<p>Wie gesagt: Bei dem gesuchten Buch handelt es sich offenbar um das einzige erhaltene Exemplar des \u201eZweiten Buches der Poetik\u201c des Aristoteles, in dem die Kom\u00f6die behandelt wird (nach der Trag\u00f6die im ersten). Zu einer Bibliothek geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch ein Katalog, in dem m\u00f6glichst systematisch alle vorhandene B\u00fccher vermerkt sind:<\/p>\n<p><em>William eilte sofort ins Skriptorium zur\u00fcck, lie\u00df sich von Benno die Erlaubnis zur Benutzung des Kataloges geben und bl\u00e4tterte ihn rasch durch. \u00bbEs mu\u00df hier irgendwo sein\u00ab, sagte er, \u00bbich hab&#8217;s noch vor einer Stunde gesehen&#8230; Ah, hier ist es ja! Lies diese Eintragung!\u00ab<br \/>\nUnter einer gemeinsamen Signatur<\/em> (\u00bbfinis Africae\u00ab) <em>standen vier Titel, es handelte sich ganz offensichtlich um einen Band mit verschiedenen Texten. Ich las:<\/em><\/p>\n<p><em>I. ar. de dictis cujusdam stulti<br \/>\nII. syr. libellus alchemicus aegypt.<br \/>\nIII. Expositio Magistri Alcofribae de coena beati Cypriani Cartagi-nensis Episcopi<br \/>\nIV. Liber acephalus de stupris virginum et meretricum amoribus<\/em><\/p>\n<p><em>\u00bbWas ist das?\u00ab fragte ich.<br \/>\n\u00bbUnser Buch\u00ab, fl\u00fcsterte William.<\/em><\/p>\n<p>Umberto Eco, Der Name der Rose, M\u00fcnchen 1982,S. 559<\/p>\n<p>Ich hoffe, die \u00dcbersetzung der Titel halbwegs richtig \u201agetroffen\u2019 zu haben: Bei dem Meister Alcofribas (Alcofribas Rasier) handelt es sich \u00fcbrigens um ein Anagramm des Namens von Fran\u00e7ois Rabelais, dem Autoren von <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1115\" target=\"_blank\">Gargantua und Pantagruel<\/a>.<\/p>\n<p><em>I. Arabisch \u2013 \u00dcber die Worte gewisser Narren<br \/>\nII .Syrisch \u2013 \u00e4gyptisches B\u00fcchlein der Alchemie<br \/>\nIII. (in Lateinisch) Darlegung des Meisters Alcofribas \u00fcber das pr\u00e4chtige \u201aGastmahl\u2019 des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cyprian_von_Karthago\" target=\"_blank\">Cyprian, Bischof von Karthago<\/a><br \/>\nIV. (in Griechisch) Buch ohne Kopf von der Sch\u00e4ndung der Jungfrauen und der Liebe zur Dirne<\/em><\/p>\n<p>\u201eUnser Buch\u201c \u2013 es ist dabei sogar nur der 4. Teil, der in Griechisch verfasste &#8230;<\/p>\n<p>Soviel f\u00fcr heute. Zum Roman selbst komme ich in den n\u00e4chsten Tagen (ich muss ihn noch zu Ende lesen). Ich wei\u00df, dass das Buch beim ersten Erscheinen ein absoluter Renner war (Bestseller nennt man das wohl), sowohl in Italien als auch in Deutschland und anderswo. Wie viele es aber tats\u00e4chlich gelesen haben, dar\u00fcber gibt es nat\u00fcrlich keine Informationen. Daf\u00fcr gab es dann 1986 die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Name_der_Rose_%28Film%29\" target=\"_blank\">Verfilmung<\/a>, die aber kaum den Zugang zu den tieferen Schichten dieses Buches gerecht wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man stelle sich eine digitale Bibliothek vor. Genau, da gibt es nicht viel f\u00fcr die Fantasie. 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