{"id":7790,"date":"2013-10-28T00:12:09","date_gmt":"2013-10-27T23:12:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=7790"},"modified":"2013-11-01T11:32:12","modified_gmt":"2013-11-01T10:32:12","slug":"gitarrenzauber-mit-martin-barre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=7790","title":{"rendered":"Gitarrenzauber mit Martin Barre"},"content":{"rendered":"<p>Wow, was f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=7250\" target=\"_blank\">ein Konzert. Am Freitag (25.10.2013)<\/a> gastierte <a href=\"http:\/\/www.martinbarre.com\/\" target=\"_blank\">Martin Barre<\/a>, von Ende 1968 bis Mitte 2011 Gitarrist der Gruppe Jethro Tull, mit seiner Band in der <a href=\"http:\/\/www.empore-buchholz.de\/\" target=\"_blank\">Empore<\/a> zu <a href=\"http:\/\/www.buchholz.de\/\" target=\"_blank\">Buchholz i.d. Nordheide<\/a>. Und ich habe es nicht bereut, das Konzert zu besuchen. Es war ganz einfach phantastisch, was Martin und seine Mannen da boten. Auch meine beiden S\u00f6hne, die eigentlich keine Tull-Fans sind, waren begeistert.<\/p>\n<p>Zuvor gab es aber noch einen geh\u00f6rigen <em>Schrecken in der Abendstunde<\/em>: Mit meinem j\u00fcngeren Sohn fuhr ich mit dem Auto von Tostedt nach Buchholz und parkte dort am Bahnhof, um meinen \u00e4lteren Sohn, der mit dem Zug aus G\u00f6ttingen anreiste, abzuholen. Die Eintrittskarten hatte ich in die Innentasche meiner Jacke verstaut, da war ich mir zu 100 Prozent sicher. In Buchholz hatten wir noch reichlich Zeit bis zur Ankunft des Zuges. So gingen wir beide schon mal die Strecke zum Veranstaltungsort ab. Beim Aussteigen aus dem Auto m\u00fcssen wohl die Eintrittskarten aus der Jackentasche geflutscht sein \u2013 und unterwegs entglitten sie mir dann wohl ganz. Als wir meinen \u00e4lteren Sohn endlich abgeholt hatten (die Zug war fast p\u00fcnktlich), stellte ich dann zu meinem Schrecken fest, dass die Karten futsch waren. Im Auto lagen sie nicht. Aber dann fanden wir sie doch noch auf dem Weg zur Empore. Erleichterung pur! (<em>Schei\u00dfe, ich werde alt &#8230;!<\/em>).<\/p>\n<p>Dann aber das Konzert! Einzigster Wermutstropfen: die wenigen Zuschauer. Aus dem Kulturetat der Stadt Buchholz wird wohl einiges draufgelegt werden m\u00fcssen, um die Gage f\u00fcr Martin Barre und Band begleichen zu k\u00f6nnen. Das hatte allerdings auch einen Vorteil: So ergab sich von Anfang an eine geradezu famili\u00e4re Atmosph\u00e4re. Die Bestuhlung der schon so eher kleinen Halle war entfernt worden. Daf\u00fcr hatte man runde Tische aufgestellt, auf denen man seine Getr\u00e4nke abstellen konnte. So verteilte sich das Publikum gleichm\u00e4\u00dfig im Saale (Die bestuhlten Pl\u00e4tze auf dem Rangbalkon waren aber wohl fast alle belegt \u2013 ich pflanzte mich mit meinen S\u00f6hnen auf noch freie Pl\u00e4tze auf dem Seitenbalkon). Nach kurzer Einleitung legte dann Martin mit einem eigenen St\u00fcck los. Gut, ich habe (fast) alle Scheiben von ihm, aber manches instrumentale St\u00fcck kommt doch recht kraus daher. Mein \u00e4ltester Sohn fand das aber ganz okay und nannte es \u201eSpielwiese\u201c eines typischen Gitarristen. Stimmt wohl. Dann kam auch schon das erste St\u00fcck von Jethro Tull: \u201eMinstrel in the Gallery\u201c (ohne Intro), denn der Abend stand ja unter dem Motto: Martin Barre &#038; Band playing the classic music of Jethro Tull.<\/p>\n<p>Erst einmal aber zum Line Up: Statt des ebenfalls ehemaligen Jethro-Tull Mitglieds Jonathan Noyce spielte <a href=\"http:\/\/www.allmusic.com\/artist\/greg-harewood-mn0001488675\/credits\" target=\"_blank\">Greg Harewood<\/a> den Bass. Der klang ziemlich dezent, f\u00fcllte aber ausreichend den Raum. Bei manchen St\u00fccken linste er durch seine Brille schon mal aufs Notenblatt. Im zweiten Teil des Konzertes kam er dann aber doch ganz gut <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5938\" target=\"_blank\">in die Puschen<\/a>. An der Schie\u00dfbude sa\u00df <a href=\"http:\/\/www.georgelindsay.co.uk\/\" target=\"_blank\">George Lindsay<\/a>, dessen Spiel ich als solide bezeichnen m\u00f6chte. Neben Martin Barre war es der Franzose <a href=\"http:\/\/www.patomay.com\/index.php\/en\/\" target=\"_blank\">Pat O\u2019May<\/a>, der sicherlich keinen Sch\u00f6nheitspreis gewinnen d\u00fcrfte, der aber gekonnt die Klampfe krachen lie\u00df. Sicherlich fehlt ihm der letzte Schliff, der das Gitarrenspiel von Martin ausmacht, aber oberaffengeil fand ich schon die Gitarrenduette, die Martin und Pat zweistimmig hinlegte (z.B. in \u201eFat Man\u201c und \u201eSong for Jeffrey\u201c). Und \u201eTo Cry You a Song\u201c mit Soli beider Gitarristen war der Hammer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"http:\/\/www.martinbarre.com\/uploadedfiles\/cms\/Backstage.jpg\" alt=\"Martin Barre Band - Backstage\" title=\"Martin Barre Band - Backstage\" width=\"540\" height=\"405\"><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dancrispmusic.com\/\" target=\"_blank\">Dan Crisp<\/a> mit akustischer Gitarre der S\u00e4nger der Gruppe (manchmal unterst\u00fctzt von Pat O\u2019May) hat zwar nicht die fr\u00fchere Stimme Ian Andersons. Aber seine Stimme, etwas kratzig schon, meisterte die H\u00f6hen und Tiefen der Lieder in voller Bravour (kein Anderson\u2019sches Gequ\u00e4le). Besonders sch\u00f6n die beiden langsamen St\u00fccke \u201eWond\u2019ring Aloud\u201c und \u201eStill Loving You Tonight\u201c, bei denen Dan Crisp auf der akustischen Gitarre lediglich von Martin Barre mit E-Gitarre \u00fcberst\u00fctzt wurde. Auch hier gab es ein verdoppeltes Sologitarrenspiel. Klasse! Und was ist mit Fl\u00f6te? Nichts ist damit. Ganz ehrlich: Ich habe es nicht vermisst. <a href=\"http:\/\/www.frankmead.com\/\" target=\"_blank\">Frank Mead<\/a>, der angek\u00fcndigt und wohl anderweitig unterwegs war, hat mich nicht mit seinem Saxophon- und Fl\u00f6tenspiel \u00fcberzeugen k\u00f6nnen (siehe <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/results?search_query=martin+barre+frank+mead\" target=\"_blank\">Youtube-Videos<\/a>). St\u00fccke von Jethro Tull mit Fl\u00f6te, die nicht von Ian Anderson gespielt wird, das geht irgendwie nicht. Und dank der Pr\u00e4senz der Gitarrenpower hat wohl keiner wirklich die Fl\u00f6te an diesem Abend vermisst.<\/p>\n<p>Was gab es noch so Sch\u00f6nes? TAAB in Ausschnitten als \u201eThin as a Brick\u201c vorgestellt zeigte Martin Barres Anteil an diesem sonst nur Ian Anderson zugeschriebenen Machwerk auf: eine Instrumentalpassage, die ebenfalls im Zusammenspiel mit Pat O\u2019May den Zuh\u00f6rern einiges auf die Ohren gab. Von Jethro Tull gab es dann noch \u201eHome\u201c und \u201eHymn 43\u201c, beides durch Martin umarrangiert und mit neuer Frische belegt. Ach ja, dann noch bei der Zugabe \u201eLocomotive Breath\u201c. Musste wohl sein. Neben weiteren Instrumentalst\u00fccken aus Martin Barres Feder gab es auch ein St\u00fcck von Pat O\u2019May \u2013 sowie einige Bluesstandards (u.a. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cross_Road_Blues\" target=\"_blank\">\u201eCrossroad\u201c<\/a>). Hier kam dann auch der farbige Bassist Greg Harewood ins Rollen.<\/p>\n<p>Alles in allem ein gelungenes Konzert (wie gut, dass ich die verloren geglaubten Karten wiedergefunden habe, aber ich h\u00e4tte mir dann doch noch einen Kartensatz an der Abendkasse geordert). Nein, mehr noch: ein absolut geiles Konzert! Das lag nat\u00fcrlich auch an der guten Akustik der Halle. Der zweite Teil (nach einer Stunde Konzert gab es eine Pinkelpause von 20 Minuten, die wohl auch dem Alter der meisten Besucher geschuldet war, selbst meine beiden S\u00f6hne d\u00fcrften das Durchschnittsalter kaum unter 60 Jahre gedr\u00fcckt haben \ud83d\ude09 ) war dann sogar noch etwas besser vom Klang her, da am Mischpult erfolgreich nachjustiert wurde. &#8211; Fr\u00fcher habe ich Konzerte in gro\u00dfen Mehrzweckhallen besucht, die eigentlich klanglich v\u00f6llig ungeeignet f\u00fcr Konzerte sind. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte man sich fragen, warum Martin Barre immer noch in erster Linie St\u00fccke von Jethro Tull spielt? Immerhin hat er \u00fcber 40 Jahre \u201eStage left\u201c von Ian Anderson gestanden und ma\u00dfgeblich den Stil der Gruppe mitgepr\u00e4gt (Jethro Tull ist bzw. war eben nicht Ian Anderson allein). Und der leider einzigste <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grammy_Award_for_Best_Hard_Rock\/Metal_Performance_Vocal_or_Instrumental\" target=\"_blank\">Grammy-Gewinn<\/a> der Band (f\u00fcr das Album <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Crest_of_a_Knave\" target=\"_blank\">Crest of a Knave<\/a>) geht im hohen Ma\u00dfe auf die Kappe von Martin Barre.<\/p>\n<p>Noch ein Wort zu der geringen Besucherzahl. Jethro Tull, soweit sie einer kennt, verbinden auch heute noch viele in erster Linie mit Ian Anderson. Martin Barre war immer ein ergebener Vasall des Fl\u00f6tenmeisters. So kennen zwar viele Ian Anderson, kaum einer (au\u00dfer echte Jethro Tull-Fans) kennt Martin Barre. Dabei z\u00e4hlt er zu den gr\u00f6\u00dften Rockgitarristen und sein Gitarrensolo auf dem St\u00fcck \u201eAqualung\u201c (das \u00fcbrigens beim Konzert in Buchholz nicht gespielt wurde) z\u00e4hlt <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=915\" target=\"_blank\">auf Platz 25<\/a> (in anderen Umfragen auf Platz 20) zu den besten und gr\u00f6\u00dften der Rockmusik. Schade, dass nicht mehr Rock-Fans den Weg in die Empore nach Buchholz gefunden haben. Jungs und M\u00e4dels: Ihr habt wirklich etwas verpasst!<\/p>\n<p>Und noch eines: Es tat <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Barre\" target=\"_blank\">Martin Barre<\/a> sichtlich gut, nicht im Schatten von Ian Anderson stehen zu m\u00fcssen. Er pr\u00e4sentierte sich in Buchholz zwar bescheiden, wie er nun einmal ist, aber auch sehr locker und entspannt. Und was er auf der Gitarre zauberte, war schon aller erste Sahne!<\/p>\n<p>Lesenswert finde ich \u00fcbrigens den Bericht von <a href=\"http:\/\/www.laufi.de\/board\/viewtopic.php?f=37&#038;t=6801&#038;start=120#p27482\" target=\"_blank\">King Heath<\/a> im <em>Jethro Tull Board @ www.laufi.de<\/em> (also ich habe nur 2 \u20ac 50 f\u00fcrs Bier bezahlt) und das sich (fast) ganz mit meinen Eindr\u00fccken vom Konzert deckt.<\/p>\n<p>Martin Barre hat im Laufe der Jahre neben den Alben von Jethro Tull auch eigene Scheiben ver\u00f6ffentlicht: <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=music&#038;keywords=Martin%20Barre&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Martin Barre<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>. Die neueste <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B00EQ9X06W\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=B00EQ9X06W&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21\" target=\"_blank\"><strong>Away With Words<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B00EQ9X06W\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> habe ich mir beim Konzert gekauft. Zu dieser sp\u00e4ter etwas mehr. Es ist ein \u2013 soviel kann ich verraten \u2013 ganz eigenartiges Album, dass nur wenige Bez\u00fcge zum Konzert hat. Im \u00fcberwiegendem Teil ist es akustisch und ohne Gesang (\u201eweg mit W\u00f6rtern\u201c) und verkn\u00fcpft in fast jedem St\u00fcck ein Lied aus der Feder von Ian Anderson mit Kompositionen von Martin Barre (z.B. Jethro Tulls \u201eOne Brown Mouse\u201c mit Barres \u201eFatcat\u201c).<\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong> Inzwischen gibt es auch Videos von Martin Barres Konzert in <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/results?search_query=martin+barre+2013+buchholz\" target=\"_blank\"><strong>Buchholz<\/strong><\/a> (und drei Tage zuvor aus <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/results?search_query=martin+barre+2013+bamberg\" target=\"_blank\"><strong>Bamberg<\/strong><\/a>). Dank an die Jungs (und\/oder M\u00e4dels), die das bei Youtube eingestellt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wow, was f\u00fcr ein Konzert. Am Freitag (25.10.2013) gastierte Martin Barre, von Ende 1968 bis Mitte 2011 Gitarrist der Gruppe Jethro Tull, mit seiner Band in der Empore zu Buchholz i.d. Nordheide. Und ich habe es nicht bereut, das Konzert zu besuchen. Es war ganz einfach phantastisch, was Martin und seine Mannen da boten. 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