{"id":7794,"date":"2013-10-29T11:48:20","date_gmt":"2013-10-29T10:48:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=7794"},"modified":"2013-10-30T06:27:48","modified_gmt":"2013-10-30T05:27:48","slug":"stillstand-durch-orkantief-%e2%80%9achristian%e2%80%99","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=7794","title":{"rendered":"Stillstand durch Orkantief \u201aChristian\u2019"},"content":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber 18 Jahre fahre ich als Pendler werktags von Tostedt nach Hamburg und zur\u00fcck. Aber so etwas wie gestern habe ich eigentlich noch nie erlebt: ein Orkan, der fast den ganzen \u00f6ffentlichen Personennahverkehr in Norddeutschland lahmlegt. Eigentlich, denn ich habe nachgeschaut: Am 1. Weihnachtstag 2002 hatte ich mich mit Familie aufgemacht, um meine Eltern in Bremen zu besuchen. Damals behinderte Eisregen massiv den Zugverkehr. Der Zug aus Hamburg hatte zwar \u201anur\u2019 10 Minuten Versp\u00e4tung, aber in Sagehorn war dann erst einmal Schluss. Durch den Eisregen hingen die B\u00e4ume in der N\u00e4he der Gleise durch und streiften bei der Fahrt das obere Deck des Doppeldeckerzuges. Den Schaffner, der angeblich eine entsprechende Durchsage gemacht haben wollte, konnte ich beim Lokf\u00fchrer ausmachen, wohin er sich verdr\u00fcckt hatte. Nach einer Wartezeit von rund 45 Minuten ging es dann im Schritttempo weiter. In Bremen hatten wir dann eine Versp\u00e4tung von 80 Minuten. Abends bei der Heimreise war es nicht viel anders. Mit Maximaltempo 30 km\/h ging es Richtung Heimat, die wir mit \u00fcber einer Stunde Versp\u00e4tung erreichten.<\/p>\n<p>Durch den Orkan \u201eChristian\u201c, der teilweise mit \u00fcber 190 Stundenkilometer \u00fcber Norddeutschland fegte, fuhren f\u00fcr Stunden keine Z\u00fcge des S-Bahn- und des Nah-, wie Fernverkehr in Hamburg. Bereits am Sonntag k\u00fcndigten sich allem Anschein nach die Verkehrskatastrophe an, denn viele Z\u00fcge hatten bereits Versp\u00e4tungen. Gestern Morgen war nicht nur mein Nahverkehrszug vom <a href=\"http:\/\/www.der-metronom.de\/\" target=\"_blank\">Metronom<\/a> versp\u00e4tet, sondern auch die S-Bahn ab Hamburg Hauptbahnhof verkehrte unregelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<p>Gegen Mittag wagte ich gestern einen ersten Blick, um die Verkehrssituation zu sondieren. Da gibt es den <a href=\"https:\/\/twitter.com\/metronom4me\" target=\"_blank\">Twitter-Account vom Metronom<\/a>, \u00fcber den meist (leider nicht immer) Versp\u00e4tungen usw. gemeldet werden. Aktuelle Meldungen findet man nat\u00fcrlich auch \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.der-metronom.de\/fahrplan\/aktuelle-meldungen\/\" target=\"_blank\">Metronom-Website<\/a> selbst. Ansonsten gibt es die <a href=\"http:\/\/reiseauskunft.bahn.de\/bin\/bhftafel.exe\/dn\" target=\"_blank\">Online-Reiseauskunft der Deutschen Bahn<\/a>.<\/p>\n<p>In den fr\u00fchen Nachmittagsstunden gab es dann erste Streckensperrungen wegen ins Gleisbett gest\u00fcrzter B\u00e4ume. Schon bald lief dann um Hamburg herum nichts mehr. Da mein Zug, mit dem ich von Hamburg Hbf. in Richtung Bremen fahre, aus Uelzen kommt, schaute ich nach, ob der unterwegs ist. Und nach Auskunft der Reiseauskunft der DB war er das. So wagte ich es, machte um 15 Uhr 45 Feierabend und ging zur S-Bahn-Station Sternschanze. Dort standen zwar Bahnen, aber der Verkehr war eingestellt. Also schnell zur U-Bahn Schlump und von dort zum Hbf. Aber den Zug aus Uelzen musste wohl der Abgrund geschluckt haben. Hier ging auch nach 16 Uhr nichts. Ich g\u00f6nnte mir ein Fischbr\u00f6tchen und fuhr zur\u00fcck zur Arbeit. Was sollte ich sonst am Hauptbahnhof tun? Dort g\u00f6nnte ich mir einen Tee, um gegen 17 Uhr 45 wieder loszud\u00fcsen und zwar gleich mit der U-Bahn. Die bereits genannten DB-Reiseauskunft verk\u00fcndigte n\u00e4mlich einen Zug um 18 Uhr 15 Richtung Bremen. Nat\u00fcrlich fuhr dieser Zug nicht. Daf\u00fcr aber ein versp\u00e4teter Regionalzug (h\u00e4lt an jeder Milchkanne) nach Rotenburg (\u201aplan\u2019-m\u00e4\u00dfige Abfahrtszeit war 17 Uhr 17). Und fuhr aus Sicherheitsgr\u00fcnden in \u201aLangsamfahrt\u2019 &#8211; wie es im Bahnjargon hei\u00dft. Als gewiefter Bahnfahrer konnte ich mir immerhin noch einen Sitzplatz erobern. Endlich mit 2 \u00bd Stunden Versp\u00e4tung kam ich gegen 19 Uhr 15 zu Hause an. Das \u00fcbertrifft dann doch deutlich den oben genannten weihnachtlichen Bremen-Ausflug von 2002.<\/p>\n<ul><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/orkan_christian_bahn_baum_2013.jpg\" alt=\"Orkantief \u201aChristian\u2019 legt Bahnverkehr im Norden lahm\" title=\"Orkantief \u201aChristian\u2019 legt Bahnverkehr im Norden lahm\" \/><\/ul>\n<p>In Hamburg bekam ich nicht viel vom Orkan mit. Selbst auf freier Kreuzung wehte es zwar kr\u00e4ftig, aber auch das lie\u00df kaum vermuten, welche Sch\u00e4den der Orkan anderweitig anrichtete. Daher war es sicherlich richtig, dass der Bahnverkehr eingestellt wurde. Was mich aber st\u00f6rte, war, dass trotz Internet keine klaren Ausk\u00fcnfte ausgegeben werden konnten. Wieder hatten Deutschen Bahn und die anderen Eisenbahngesellschaften keinen Plan, wie in einem solchen Notfall zu verfahren ist. Okay, der einzigste Plan hie\u00df: Verkehr einstellen! Aber was dann kommt, wurde im Grunde dem werten Reisegast \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Die B\u00e4ume knickten gestern geradezu der Reihe nach wie Dominosteine um. Ich frage mich da, was B\u00e4ume in unmittelbarer N\u00e4he von Gleisen zu suchen haben. Vielleicht sollten sich da die Planer und Erbauer von Bahngleisen (wenigstens zuk\u00fcnftig) an Deichbauern ein Vorbild nehmen. Ich habe n\u00e4mlich noch nie B\u00e4ume in der N\u00e4he von Deichen gesehen. Manchmal w\u00fcrde auch die Pflege allen Gr\u00fcnzeugs in der N\u00e4he von Bahnanlagen sehr hilfreich sein (siehe B\u00f6schungsbr\u00e4nde in der Sommerzeit).<\/p>\n<p>Nun, ein Orkan wie gestern weht nicht alle Tage \u00fcber die Norddeutsche Tiefebene. In Tostedt wurde gegen 13 Uhr 30 ein Luftdruck von 981 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pascal_%28Einheit%29#Hektopascal\" target=\"_blank\">hPa (Hektopascal)<\/a> gemessen. Im <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=2064\" target=\"_blank\">August 2009<\/a> zog \u00fcber Tostedt eine Gewitterfront, die uns den mir bisher <a href=\"http:\/\/www.wettergefahren-fruehwarnung.de\/Artikel\/extrem.html\" target=\"_blank\">tiefsten Luftdruck<\/a> der letzten Jahre von 978 hPa in diesem beschaulichen Heideort bescherte. <\/p>\n<p>Ich glaube es zwar nicht, aber vielleicht raffen sich DB und andere Bahngesellschaften endlich auf, um auch eine solche Ausnahmesituation in Zukunft halbwegs in den Griff zu bekommen. Der Hamburger Hauptbahnhof war \u00fcberlaufen. Als ich zu meinem Zug wollte, musste ich mich an einer Traube Menschen vor dem Informationsstand der DB vorbeik\u00e4mpfen. Inzwischen habe ich geh\u00f6rt, dass andere (z.B. nach Kiel) erst heute Morgen gegen 2 Uhr angekommen sind und f\u00fcr heute Urlaub eingereicht haben. Auf der Strecke Hamburg bzw. Stade \u2013 Cuxhaven geht noch immer nichts (<em>Korrektur: ab 12 Uhr fahren wieder Z\u00fcge zwischen Stade und Cuxhaven \/ Strecke Stade &#8211; Buxtehude ist aber weiterhin gesperrt<\/em>). Und auch sonst ist immer noch mit Versp\u00e4tungen zu rechnen. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass sich Katastrophen vorank\u00fcndigen (siehe Bahnverkehr vom Sonntag) und dann noch lange nachhallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber 18 Jahre fahre ich als Pendler werktags von Tostedt nach Hamburg und zur\u00fcck. Aber so etwas wie gestern habe ich eigentlich noch nie erlebt: ein Orkan, der fast den ganzen \u00f6ffentlichen Personennahverkehr in Norddeutschland lahmlegt. Eigentlich, denn ich habe nachgeschaut: Am 1. 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