{"id":7840,"date":"2013-11-09T07:47:43","date_gmt":"2013-11-09T06:47:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=7840"},"modified":"2013-11-06T10:52:24","modified_gmt":"2013-11-06T09:52:24","slug":"heute-ruhetag-42-der-duftende-garten-des-scheik-nefzaui","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=7840","title":{"rendered":"Heute Ruhetag (42): Der duftende Garten des Scheik Nefzaui"},"content":{"rendered":"<p><em>Scheik Nefzaui ist der Nachwelt nur als der Verfasser des Duftenden Gartens bekannt geworden; es ist das einzige Buch, das er \u00fcberhaupt geschrieben hat. Obgleich sich in diesem Buche viele Irrt\u00fcmer und Fehler finden, die gr\u00f6\u00dftenteils der Nachl\u00e4ssigkeit und Unwissenheit der Abschreiber zur Last zu legen sind, und obgleich auch der Gegenstand des Buches nicht nach jedermanns Geschmack sein wird, entstammt es doch offenbar der Feder eines Mannes von gr\u00fcndlicher Bildung, der auf den Gebieten der Literatur und Medizin tiefere Kenntnisse besa\u00df, als man sie im allgemeinen bei Arabern anzutreffen gewohnt ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Aus der historischen Bemerkung in der Einleitung dieses Buches k\u00f6nnen wir, obgleich der Name des zu jener Zeit in Tunis regierenden Beys offenbar falsch angegeben ist, doch schlie\u00dfen, da\u00df das Werk ungef\u00e4hr zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung \u2013 etwa um das Jahr 925 der Hedschra \u2013 verfa\u00dft worden ist.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/6626\/1\" target=\"_blank\"><em>Vorbemerkungen des franz\u00f6sischen \u00dcbersetzers<\/em><\/a><\/p>\n<ul><img src=\"https:\/\/dksw3hw5iu1be.cloudfront.net\/2258268\/thumbs\/205.gif\" alt=\"Der duftende Garten des Scheik Nefzaui\" title=\"Der duftende Garten des Scheik Nefzaui\" \/><\/ul>\n<p>Der parf\u00fcmierte Garten (auch Der duftende Garten) ist der deutsche Name eines arabischen Ehehandbuchs aus dem fr\u00fchen 15. Jahrhundert, das aufgrund seiner erotischen Geschichten und freiz\u00fcgigen Behandlung menschlicher Sexualit\u00e4t schon im 19. Jahrhundert auf ein \u00e4hnlich gro\u00dfes Interesse wie das indische Kamasutra stie\u00df. Der vollst\u00e4ndige lautet \u201eDer duftende Garten zur Erbauung des Gem\u00fcts\u201c. <\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/ruhetag.jpg\" alt=\"Heute Ruhetag = Lesetag!\" title=\"Heute Ruhetag = Lesetag!\" \/><\/p>\n<p><em>Ich schrieb dieses herrliche Werk auf Grund eines B\u00fcchleins betitelt \u00bbDie Fackel der Welt\u00ab, worin die Geheimnisse der Zeugung behandelt werden. Dieses Werkchen kam zur Kenntnis des Wesirs unseres Herrn Abd-el Aziz, des Beherrschers von Tunis. Dieser erlauchte Wesir war sein Dichter, sein Genosse, sein Freund und Geheimschreiber. Er war wacker im Rat, treu, klug und weise, der gelehrteste Mann seiner Zeit und wohl bewandert auf allen Gebieten. Er nannte sich Mohammed ben Uana ez Zonaui. Er war in Algier aufgewachsen, und in dieser Stadt hatte unser Herr Abd-el Aziz el Hafsi seine Bekanntschaft gemacht.<\/em><\/p>\n<p><em>An dem Tage, da Algier erst\u00fcrmt wurde, floh der Herrscher mit ihm nach Tunis \u2013 m\u00f6ge Gott dieses Land besch\u00fctzen bis zum Tage der Auferstehung! \u2013 und ernannte ihn zu seinem Gro\u00dfwesir. Als er das oben erw\u00e4hnte Buch in die H\u00e4nde bekam, sandte er zu mir und lud mich dringend ein ihn zu besuchen. Unverz\u00fcglich begab ich mich in sein Haus, und er empfing mich auf h\u00f6chst ehrenvolle Weise.<\/em><\/p>\n<p><em>Drei Tage sp\u00e4ter kam er zu mir, zeigte mir mein Buch und fragte: \u00bbIst dies dein Werk?\u00ab Und da er mich err\u00f6ten sah, fuhr er fort: \u00bbDu brauchst dich dieses Buches nicht zu sch\u00e4men; alles, was du darin gesagt hast, ist wahr; niemand braucht sich \u00fcber deine Worte zu entr\u00fcsten. \u00dcbrigens bist du nicht der erste, der diesen Gegenstand behandelt hat; und ich schw\u00f6re bei Gott: wahrlich, die Kenntnis dieses Buches ist notwendig. Nur ein schamloser Ignorant oder ein Feind aller Wissenschaft wird es nicht lesen oder sich dar\u00fcber lustig machen, nachdem er es gelesen hat. Aber es sind verschiedene Dinge, mit denen du dich noch wirst besch\u00e4ftigen m\u00fcssen.\u00ab Ich fragte, was f\u00fcr Dinge das seien, und er antwortete: \u00bbIch w\u00fcnsche, da\u00df du deinem Buch noch einen Anhang beif\u00fcgst, worin du die Heilmittel behandelst, von denen du noch nichts gesagt hast; f\u00fchre alle Tatsachen an, die in dieses Kapitel hineingeh\u00f6ren, und lasse nichts aus. Du wirst darin beschreiben, wie der Akt der Zeugung zustande kommt, sowie auch, wie er sich verhindern l\u00e4\u00dft. Du wirst die Mittel anf\u00fchren, durch die das zeitweilige Unverm\u00f6gen behoben wird, sowie die Mittel, durch die man das m\u00e4nnliche Glied, wenn es zu klein ist, gr\u00f6\u00dfer macht und ihm einen stattlichen Anblick verleiht. Ferner wirst du angeben, wie man den unangenehmen Geruch der weiblichen Achselh\u00f6hlen und Schamteile beseitigt und wie man die Schamteile enger macht. Ferner wirst du von der Schwangerschaft sprechen, damit dein Buch vollkommen und l\u00fcckenlos sei. Mit einem Wort: wenn dein Buch allen W\u00fcnschen entspricht, dann erst wird deine Arbeit beendigt sein.\u00ab<\/em><\/p>\n<p><em>Ich antwortete dem Wesir: \u00bbO! mein Herr und Meister, alles, was du hier gesagt hast, ist nicht schwer zu machen, wenn es Gott in der H\u00f6he gef\u00e4llt.\u00ab Unverz\u00fcglich ging ich an die Abfassung dieses Buches, nachdem ich Gott um seinen Beistand angefleht hatte \u2013 (m\u00f6ge er seinen Segen \u00fcber seinen Propheten ausstr\u00f6men, und m\u00f6ge Gl\u00fcckseligkeit und Gottes Liebe bei diesem weilen!).<\/em><\/p>\n<p><em>Ich nannte dieses Werk: <strong>\u00bbDer duftende Garten f\u00fcr die Erlustigung der Seele\u00ab<\/strong> (Er Roud el Aater p&#8217;nezaha el Khater).<\/em><\/p>\n<p><em>Und wir beten zu Gott, der alles zum besten lenkt \u2013 (und es ist kein anderer Gott au\u00dfer ihm, und alles Gute kann nur von ihm herkommen) \u2013, er m\u00f6ge uns seine Hilfe leihen und uns auf rechten Wegen f\u00fchren; denn es ist keine Kraft und keine Freude au\u00dfer in dem hohen und m\u00e4chtigen Gott.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/6626\/3\" target=\"_blank\">Die Entstehung dieses Werkes<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_parf%C3%BCmierte_Garten\" target=\"_blank\"><strong>Scheik Nefzaui<\/strong><\/a>: <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/6626\/2\" target=\"_blank\">Der duftende Garten f\u00fcr die Erlustigung der Seele<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Scheik Nefzaui ist der Nachwelt nur als der Verfasser des Duftenden Gartens bekannt geworden; es ist das einzige Buch, das er \u00fcberhaupt geschrieben hat. 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