{"id":8059,"date":"2014-01-13T12:26:01","date_gmt":"2014-01-13T11:26:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=8059"},"modified":"2014-01-17T10:20:28","modified_gmt":"2014-01-17T09:20:28","slug":"war-jesus-schwul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=8059","title":{"rendered":"War Jesus schwul?"},"content":{"rendered":"<ul><em>In Ostfriesland, dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostfriesische_Teekultur\" target=\"_blank\">Land der Teetrinker<\/a>, outete sich Uwe S. als Kaffeetrinker.<\/em><\/ul>\n<p>Am Wochenende beim Fr\u00fchst\u00fcck h\u00f6ren wir meist <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/ndr1niedersachsen\/index.html\" target=\"_blank\">NDR1 Niedersachsen<\/a> im Radio. Am Samstagmorgen werden die H\u00f6rer aufgefordert, sich telefonisch zu einem bestimmten Thema zu \u00e4u\u00dfern. Letzten Samstag ging es um das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Coming-out\" target=\"_blank\">Coming-out<\/a> von <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/03\/homosexualitaet-profifussball-thomas-hitzlsperger\" target=\"_blank\">Thomas Hitzlsperger<\/a>. Meine S\u00f6hne sprechen bei diesem Sender leicht ver\u00e4chtlich vom Rentnersender. Und ganz Unrecht haben sie nicht. Mindestens 90 % der Anrufer sind (noch) \u00e4ltere Menschen (als ich).<\/p>\n<p>Die Reaktionen der Zuh\u00f6rer zur Homosexualit\u00e4t waren meist positiv, vor allem dann, wenn man Homosexuelle aus dem Bekannten- oder Nachbarschaftskreis kennt. Schwule und Lesben wurden dann immer als nett, ordentlich und \u201asauber\u2019 beschrieben. Nat\u00fcrlich gab es auch die ewig gestrigen Ansichten. Wenn von Homosexuellen gesprochen wurde, hatte ich allerdings den Eindruck, als spr\u00e4che man von Wesen von einem anderen Stern.<\/p>\n<p>Sicherlich kann man die sexuelle Neigung, die dem eigenen Geschlecht gilt, nicht unbedingt mit der Vorliebe zu Kaffee statt zu Tee, wie oben angedeutet, vergleichen. Aber viel mehr ist es im Grunde auch wieder nicht. Einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homosexueller_Lebensstil\" target=\"_blank\">homosexuellen Lebensstil<\/a>, wie ihn <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homophobie\" target=\"_blank\">homophobe<\/a> Personen sehen wollen, gibt es im Grunde nicht. Hier herrschen weiterhin g\u00e4ngige Klischees, da Homosexualit\u00e4t auf das rein Sexuelle fokussiert wird.<\/p>\n<p>Es ist durch verschiedene Studien zweifelsfrei erwiesen, dass die sexuelle Orientierung von genetischen Faktoren mindestens mitbestimmt wird und nach der Geburt nicht mehr ver\u00e4nderlich ist.<\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.11freunde.de\/sites\/default\/files\/styles\/interview_full\/public\/mediapool\/interview\/146064_huge.jpg\" alt=\"Fans gegen Homophobie\" title=\"Fans gegen Homophobie\" \/><\/p>\n<p>Sicherlich ist der Medienhype nach dem Outing von Thomas Hitzlsperger \u00fcbertrieben. Aber leider zeigt sich besonders im Fu\u00dfballsport, dass <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homophobie_im_Fu%C3%9Fball\" target=\"_blank\">Schwulenhass dort<\/a> allt\u00e4glich ist. Als Fu\u00dfballfan ist man meist Anh\u00e4nger eines bestimmten Vereins. Dieser Lokalpatriotismus steigert sich schnell in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chauvinismus\" target=\"_blank\">Chauvinismus<\/a>. Damit einher gehen dann oft Rassismus, Frauen- und eben auch Schwulenfeindlichkeit. Die Vereine bem\u00fchen sich, dem entgegenzuwirken. Auf Fanseite gibt es l\u00e4ngst schwul-lesbische Fu\u00dfball-Fanorganisationen. Wenn sich wer outet, dann sollten es so genannte Fans sein, die von Fairness, Toleranz und R\u00fccksicht bisher nichts geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>Ich habe bewusst eine provokante \u00dcberschrift gew\u00e4hlt, denn besonders <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homosexualit%C3%A4t_und_Christentum\" target=\"_blank\">die Kirchen<\/a> zeitigen immer noch ein homophobes Verhalten. Homosexualit\u00e4t wird oft immer noch als S\u00fcnde betrachtet. Lesben und Schwule m\u00fcssten sexuell abstinent leben oder heterosexuelle Ehen eingehen, um Gottes Willen zu entsprechen. Nat\u00fcrlich gibt es inzwischen auch Kirchen, die sich akzeptierend gegen\u00fcber Homosexualit\u00e4t positionieren<\/p>\n<p>Daf\u00fcr, dass Jesus vielleicht homosexuell war, sprechen durchaus einige Fakten. Der Kreis seiner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Apostel#Die_zw.C3.B6lf_Apostel\" target=\"_blank\">12 J\u00fcnger<\/a> war rein m\u00e4nnlich. Nach der Tradition soll <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johannes_%28Apostel%29\" target=\"_blank\">Johannes<\/a>, der Bruder des Jakobus und Sohn des Zebed\u00e4us, der J\u00fcnger gewesen sein, \u201cden Jesus liebhatte\u201d; der auch an der Seite Jesu lag und der ihm die Frage nach dem Verr\u00e4ter stellte (siehe hierzu u.a. auch die Kommentare zu meinem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=999\" target=\"_blank\">Der gepixelte Jesus<\/a>).<\/p>\n<p>Dagegen spricht, dass zur erweiterten Schar der J\u00fcnger nicht nur M\u00e4nner, sondern auch Frauen z\u00e4hlten, allen voran <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maria_Magdalena\" target=\"_blank\">Maria Magdalena<\/a>. Mit dem Verh\u00e4ltnis Jesu mit Maria Magdalena hat sich in den letzten Jahrzehnten die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maria_Magdalena#Belletristik\" target=\"_blank\">Belletristik<\/a> n\u00e4her besch\u00e4ftigt. Das pseudowissenschaftliche Werk \u201eDer Heilige Gral und seine Erben\u201c behauptete 1981, Maria Magdalena sei mit Jesus verheiratet gewesen und nach Gallien gegangen, wo von ihrem gemeinsamen Kind die Dynastie der Merowinger abstammen soll (z.B. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sakrileg_%28Roman%29\" target=\"_blank\">Dan Brown<\/a> hat sich des Themas dankend bedient). Ich selbst sehe da die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hochzeit_zu_Kana\" target=\"_blank\">Hochzeit von Kanaa<\/a>, bei der nach dem Johannesevangelium (Joh 2,1-12) auch Jesus mit seinen J\u00fcngern und seiner Mutter weilte und Jesus mit der Verwandlung von Wasser in Wein sein erstes in diesem Evangelium erw\u00e4hntes Zeichen vollbrachte. Die Frage, die sich stellt, ist: Hat sich nicht ein Fremder, sondern der Br\u00e4utigam um den Wein zu k\u00fcmmern? Wenn ja, dann w\u00e4re Jesus der Br\u00e4utigam \u2013 und vielleicht Maria Magdalena die Braut gewesen.<\/p>\n<p>Um die vielleicht aufgebrachten Gem\u00fcter zu beruhigen. Ich glaube, dass Jesus weder homo- noch heterosexuell war, sondern, wenn er Gottes Sohn war, asexuell oder von mir aus \u00fcbersexuell, also dem Sexuellen in keiner Weise menschlich zugetan. Aber die obigen Spekulationen zeigen, dass Homophilie und Homosexualit\u00e4t sich manchmal n\u00e4her sind, als man vermutet.<\/p>\n<p>Noch ein Satz und eine Stellungnahme von mir zur Homosexualit\u00e4t. Schwule und Lesben haben ein gleiches Recht, ihr Leben zu gestalten wie Heterosexuelle. Wenn sie Lebensgemeinschaften eingeben wollen, so sollen sie es tun k\u00f6nnen \u2013 auch mit allen Rechten, die f\u00fcr die Ehe gelten (z.B. Steuerrecht, Adoption). Ich verstehe, dass Homosexuelle auf sich aufmerksam machen wie durch den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christopher_Street_Day\" target=\"_blank\">Christopher Street Day<\/a>, um f\u00fcr ihre Rechte und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu demonstrieren. Was ich aber nicht guthei\u00dfen kann, ist es, wenn einige Homosexuelle wirklich ernsthaft ihre Sexualit\u00e4t als den \u201aNormalfall\u2019, als die Regel propagieren. Ich verstehe es gut, wenn man sich solcher \u201aProvokationen\u2019 bedient. Aber \u00dcbertreibungen haben meist geschadet und selten der eigentliche Sache gedient.<\/p>\n<p>Feindseligkeiten wie Homophobie entstehen besonders dann, wenn man etwas nicht verstehen kann oder will. Es ist die \u201aAngst\u2019 (Phobie) vor dem Unbekannten. Und es ist das Mittel des Unterprivilegierten, sich gegen\u00fcber vermeintlichen Randgruppen zu profilieren. In einem Wort: <strong>Es ist Dummheit!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Ostfriesland, dem Land der Teetrinker, outete sich Uwe S. als Kaffeetrinker. Am Wochenende beim Fr\u00fchst\u00fcck h\u00f6ren wir meist NDR1 Niedersachsen im Radio. Am Samstagmorgen werden die H\u00f6rer aufgefordert, sich telefonisch zu einem bestimmten Thema zu \u00e4u\u00dfern. Letzten Samstag ging es um das Coming-out von Thomas Hitzlsperger. 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