{"id":8159,"date":"2014-02-13T10:11:19","date_gmt":"2014-02-13T09:11:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=8159"},"modified":"2014-02-13T10:12:36","modified_gmt":"2014-02-13T09:12:36","slug":"jetzt-sind-die-sportler-am-zuge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=8159","title":{"rendered":"Jetzt sind die Sportler am Zuge"},"content":{"rendered":"<p>Der Altkanzler Gerhard Schr\u00f6der bezeichnet die Berichterstattung der Medien zu Sotschi als einseitig. Russlands Pr\u00e4sident Putin lobte er f\u00fcr die gute Vorbereitung der Olympischen Spiele.<\/p>\n<p><em>\u201eEinst hatte er Russlands Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin als \u201alupenreinen Demokraten\u2019 bezeichnet, nun kann Altkanzler Gerhard Schr\u00f6der auch den Winterspielen in Sotschi nur Gutes abgewinnen. \u201aEs ist eine tolle Situation\u2019, sagt er im Interview mit dem Sport-Informationsdienst sid. Die Kritik in Deutschland an dem Sportereignis kann er nicht nachvollziehen. \u201aDie Berichterstattung, speziell bei uns, ist reichlich unfair\u2019, sagte er. \u201aDas ist ideologisch gepr\u00e4gt und nur sehr selten unvoreingenommen. Da sollten einige, die so berichten, mal neu nachdenken.\u2019\u201c<\/em> (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/gerhard-schroeder-kritisiert-deutsche-sotchi-berichterstattung-a-952164.html\" target=\"_blank\">spiegel.de<\/a>)<\/p>\n<p>Wir kennen Schr\u00f6ders saloppe, etwas verquere Redeweise. Und sein Engagement als Aufsichtsratsvorsitzender der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nord_Stream_AG\" target=\"_blank\">Nord Stream AG<\/a> (Ostsee-Pipeline) und damit f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerhard_Schr%C3%B6der#Gazprom\" target=\"_blank\">Gazprom<\/a>, das weltweit gr\u00f6\u00dfte Erdgasf\u00f6rderunternehmen aus Russland, kennen wir auch. Und wiederum damit seine freundschaftlichen Beziehungen zu Putin.<\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/de\/thumb\/0\/08\/Logo_Sochi_2014.svg\/200px-Logo_Sochi_2014.svg.png\" alt=\"Putins Spiele: die XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi\/Russland\" title=\"Putins Spiele: die XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi\/Russland\" \/><\/ul>\n<p>Damit wischt Gerhard Schr\u00f6der in seiner Blau\u00e4ugigkeit allerdings kaum die berechtigten <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=8137\" target=\"_blank\">Kritiken an Putins Spielen<\/a> vom Tisch. Es wird zuk\u00fcnftig an den obersten Funktion\u00e4ren des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Internationales_Olympisches_Komitee\" target=\"_blank\">IOC<\/a> liegen, unter welchen Voraussetzungen olympische Spiele vergeben werden. Allerdings traue ich da dem neuen IOC-Pr\u00e4sidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thomas_Bach\" target=\"_blank\">Thomas Bach<\/a> kaum eine Neuausrichtung zu. Autokratisch bzw. totalit\u00e4r regierte L\u00e4nder werden sich auch weiterhin um die Ausrichtung von sportlichen Gro\u00dfereignissen bem\u00fchen, bei denen die Finanzierung keine Rolle spielt und auch IOC oder beim Fu\u00dfball die FIFA auf ihre Kosten kommen.<\/p>\n<p>Genug geklagt. Jetzt sind die Sportler am Zuge, auch wenn ich sie weiterhin \u201azwischen den Fronten\u2019, gewisserma\u00dfen in Geiselhaft der Veranstalter (Putin einerseits, das IOC andererseits), sehe. <\/p>\n<p>Eins schon vorweg: Bisher, da hat Gerhard Schr\u00f6der wohl Recht, ist die Stimmung gut in Sotschi und der Schneeregion <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Olympische_Winterspiele_2014#Krasnaja_Poljana_.28Schnee-Region.29\" target=\"_blank\">Krasnaja Poljana<\/a>. Die Bedingungen sind bisher bestens, das Wetter spielt mit \u2013 und die Bewohner der Austragungsorte sind freundlich und zuvorkommend. Die Sportler selbst sind es, die f\u00fcr die n\u00f6tige Stimmung sorgen. G\u00e4nsehautfeeling eingeschlossen. Und das ist auch gut so.<\/p>\n<p>Trotzdem haben auch diese Olympischen Spiele weiterhin einen faden Beigeschmack f\u00fcr mich, auch wenn ich mich zu einem <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1253\" target=\"_blank\">Boykott \u2013 rein pers\u00f6nlich<\/a> (wie 2008 bei den Sommerspielen in Peking) nicht hinrei\u00dfen will. Der Sport, vor allem die Sportler stehen im Mittelpunkt, ohne dass man &#8211; ich wiederhole mich &#8211; die politischen Hintergr\u00fcnde vernachl\u00e4ssigen darf.<\/p>\n<p>In den Social Media des Internet wie <a href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=wirfuerd\" target=\"_blank\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/willizblog?ref=name#!\/hashtag\/wirfuerd\" target=\"_blank\">Facebook<\/a> oder <a href=\"https:\/\/plus.google.com\/#explore\/wirfuerd\" target=\"_blank\">Google+<\/a> versehen die teilnehmenden Mitglieder ihre Beitr\u00e4ge oft mit so genannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hashtag\" target=\"_blank\">Hashtags<\/a> (Hash ist das Zeichen #, Tag ist eine Art Stichwort) wie <em>#Sotschi2014<\/em>, <em>#Sochi2014<\/em> (englische Schreibeweise des Olympiaorts) oder <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?q=%23wirfuerd\" target=\"_blank\">#WirfuerD<\/a> (D steht f\u00fcr Deutschland). Ich will da keinen \u00fcbertriebenen Nationalismus unterstellen oder sogar Chauvinismus. Aber ich finde diesen Hashtag eher ungl\u00fccklich gew\u00e4hlt, auch wenn mannschaftliche Geschlossenheit (<em>\u201aWir\u2019<\/em>) z.B. beim Eishockey w\u00fcnschenswert ist. Ansonsten, so denke ich, sind gerade auch Wintersportler eher Individualisten. Dieses <em>\u201eWir f\u00fcr Deutschland\u201c<\/em> wird zudem von manchen Sportler(n\/innen) ad absurdum gef\u00fchrt, wie bei den Auseinandersetzungen (\u201eZickenalarm!\u201c) bei den <a href=\"http:\/\/ard.br.de\/olympia-sotschi-2014\/sportarten\/rodeln\/sotschi-olympia-rodeln-deutscher-doppel-sieg-geisenberger-kroent-sich-mit-olympia-gold100.html\" target=\"_blank\">Rodlerinnen<\/a> oder <a href=\"http:\/\/ard.br.de\/olympia-sotschi-2014\/ergebnisse\/eisschnelllauf\/eisschnelllauf-kritik-beckert-pechstein-100.html\" target=\"_blank\">Eisschnelll\u00e4uferinnen<\/a>. Wer mag diesen Tag nur eingef\u00fchrt haben? <\/p>\n<p>Nun nach weniger als einer Woche f\u00fchrt die deutsche Mannschaft den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Medaillenspiegel_der_Olympischen_Winterspiele_2014\" target=\"_blank\">Medaillenspiegel<\/a> (nach 32 von 98 Entscheidungen) mit sechsmal Gold, einmal Silber und Bronze an. Ich erinnere mich an Zeiten, in denen man dar\u00fcber diskutiert hatte, ob ein solcher Medaillenspiegel \u00fcberhaupt noch Sinn macht, vor allem wenn erst einmal nach der Anzahl der Goldmedaillen gruppiert wird. In manchem Medium gliederte man damals auch gern nach Anzahl der Gesamtmedaillen. Heute scheint das keinen mehr zu jucken. Da passt dann dieses <em>\u201eWir f\u00fcr Deutschland\u201c<\/em> (a la <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wir_sind_Papst!\" target=\"_blank\">\u201eWir sind Papst!\u201c<\/a>) auch wieder bestens.<\/p>\n<p>Trotz oder gerade wegen der bisher guten Leistung einiger deutschen Athleten hagelt es inzwischen auch harsche <a href=\"http:\/\/ard.br.de\/olympia-sotschi-2014\/allgemein\/pleiten-pech-pannen-deutsches-team-100.html\" target=\"_blank\">Kritik<\/a>. Das Ziel, insgesamt 30 Medaillen (schon wieder diese runden metallenen Dinger) aus Sotschi nach Deutschland \u201aheimzuholen\u2019, sieht man jetzt schon verfehlt. Besonders bei den <a href=\"http:\/\/ard.br.de\/olympia-sotschi-2014\/sportarten\/biathlon\/interview-mit-kati-wilhelm-nach-dem-biathlon-debakel-der-damen-100.html\" target=\"_blank\">Biathleten<\/a> l\u00e4uft (und schie\u00dft) nichts nach Wunsch. Sicherlich sind wir von fr\u00fcher her (z.B. durch die Erfolge einer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Magdalena_Neuner\" target=\"_blank\">Magdalena Neuner<\/a>) verw\u00f6hnt. Aber es grenzt schon an Arbeitsverweigerung, was da bisher geboten wurde. Vielleicht wird ja <a href=\"http:\/\/ard.br.de\/olympia-sotschi-2014\/sportarten\/biathlon\/andreas-birnbacher-das-warten-hat-ein-ende-100.html\" target=\"_blank\">heute<\/a> etwas?! Auch von den Leistungen der Eisschnelll\u00e4ufer muss man entt\u00e4uscht sein. Curling mit viel Pech? Und dann gibt es noch einige andere Sportler, die deutlich hinter ihren bisherigen Leistungen hinterherhinken.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich fragt man sich, warum so viele Sportler beim f\u00fcr sie wichtigsten Sportereignis pl\u00f6tzlich derma\u00dfen einknicken. Die Nerven allein k\u00f6nnen es nicht sein, oder? Vielleicht sollten sie dieses <em>\u201eWir f\u00fcr Deutschland!\u201c<\/em> noch etwas mehr verinnerlichen &#8230;?!<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, es ist gut meckern. Ein Sportler, der sein sich selbst gesetztes Ziel um L\u00e4ngen verfehlt hat, wird erst einmal untr\u00f6stlich sein. Da interessiert kein <em>\u201eWir f\u00fcr Deutschland!\u201c<\/em>, da steht er allein da mit seinem Ungl\u00fcck. Niemand ist entt\u00e4uschter als der Athlet selbst. Und dann muss er auch noch dusselige Fragen der Reporter beantworten. Au\u00dferdem ist sogar zu bef\u00fcrchten, dass dieses <em>\u201eWir f\u00fcr Deutschland!\u201c<\/em> zum Fluch wird, denn hinter diesem Spr\u00fcchlein stecken quasi die Gelder der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stiftung_Deutsche_Sporthilfe\" target=\"_blank\">Sporthilfe<\/a>, die schneller versiegen als man sie zum Sprudeln bringt.<\/p>\n<p>Aber noch ist ja nicht aller Tage in Sotschi Abend. Dr\u00fccken wir den Sportlern die Daumen. Bekanntlich soll aber der Bessere (bzw. die Bessere) gewinnen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Altkanzler Gerhard Schr\u00f6der bezeichnet die Berichterstattung der Medien zu Sotschi als einseitig. 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