{"id":8362,"date":"2014-05-08T06:05:21","date_gmt":"2014-05-08T05:05:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=8362"},"modified":"2014-05-07T09:18:48","modified_gmt":"2014-05-07T08:18:48","slug":"ian-anderson-homo-erraticus-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=8362","title":{"rendered":"Ian Anderson: Homo Erraticus (2014)"},"content":{"rendered":"<p>Bisschen hatte ich ja <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=8288\" target=\"_blank\">schon geh\u00f6rt<\/a> von Ian Andersons neuer Scheibe <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=music&#038;keywords=ian%20anderson%20homo%20erraticus&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Homo Erraticus<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>, die bereits seit dem 11. April (also morgen seit vier Wochen) auf dem Markt ist. Und nat\u00fcrlich an diesem Tag hatte ich die Scheibe auch auf dem Schreibtisch. Warum ist also bisher von mir als alter <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?cat=9\" target=\"_blank\">Jethro Tull<\/a>&#8211; und damit geradezu zwangsl\u00e4ufig auch <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=8144\" target=\"_blank\">Ian Anderson<\/a>-Fan kein Sterbensw\u00f6rtchen zur neuen CD (samt DVD mit 5.1-Ton) zu lesen gewesen?<\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/51cjXfg6xcL.jpg\" alt=\"Ian Anderson: Homo Erraticus (2014)\" title=\"Ian Anderson: Homo Erraticus (2014)\" \/><\/ul>\n<p>Nun die vier bereits bekannten St\u00fccke hatten mich nicht vom Hocker gerissen. Au\u00dferdem hatte ich mir eine <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=8315\" target=\"_blank\">\u00f6sterliche Auszeit<\/a> geg\u00f6nnt und mich vor allem mit Literatur (und einigen Filmen) besch\u00e4ftigt. Zudem hatte ich den fatalen Fehler begannen und meiner Frau die neue CD \u00fcbergeben (<em>\u201eWenn du nichts Besseres hast, dann kannst du mir ja Andersons neue Scheibe zu Ostern schenken!\u201c<\/em> \u2013 nat\u00fcrlich hatte meine Frau etwas Besseres, die <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=7656\" target=\"_blank\">Graphic Novel zu Kafkas <em>Der Process<\/em><\/a>, die ich schon gar nicht mehr auf dem Zettel hatte \u2013 so muss ich mich noch etwas gedulden, bis meine Frau mir die CD samt 5.1-DVD herausr\u00fcckt &#8230;).<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich habe ich inzwischen die Scheibe mehrmals via MP3-Player geh\u00f6rt. Und um es gleich zu sagen: ich war dann doch eher positiv \u00fcberrascht. Als Gesamtwerk \u2013 und das ist die Scheibe ja nun mal: ein Konzeptalbum \u2013 h\u00f6rt sich das Ganze ganz ordentlich an und gef\u00e4llt mir um einiges besser als das vor fast genau zwei Jahren erschienene Album <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5796\" target=\"_blank\">Thick as a Brick II<\/a> (vielleicht t\u00e4uscht mein Eindruck aber auch, weil ich TAAB2 lange nicht mehr geh\u00f6rt habe &#8230;).<\/p>\n<p>Nun zu den Texten kann ich mich nur bedingt \u00e4u\u00dfern, ich habe ja die Texte nicht vorliegen. Zum Hintergrund der Texte habe ich mich aber schon einmal <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=7938\" target=\"_blank\">an anderer Stelle<\/a> ge\u00e4u\u00dfert. N\u00e4heres findet sich auch im <a href=\"http:\/\/www.rocktimes.de\/gesamt\/a\/ian_anderson\/homo_erraticus.html\" target=\"_blank\">Review bei rocktimes.de<\/a>. Es ist eine Art Geschichtsunterricht a la Oberschulrat Anderson mit Altersweisheiten gespickt und am Ende mit Science Fiction angereichert. Anderson legt offensichtlich einigen Wert auf seine \u201aBotschaften\u2019. Durchaus interessant ist auch das <a href=\"http:\/\/www.rocktimes.de\/gesamt\/a\/ian_anderson\/interview14.html\" target=\"_blank\">Interview mit Anderson bei Rocktimes<\/a>. Der Meister entpuppt sich wieder einmal als redselige Plaudertasche mit einigen Macken.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/qp7EOCOR4MU\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nIan Anderson \/ Homo Erraticus deluxe book edition <\/p>\n<p>Nun positiv \u00fcberrascht bin ich allein schon von Ian Andersons Gesang. Nicht nur, dass er die T\u00f6ne (fast) alle sauber trifft, auch singt er \u201ain der Zeit\u2019, was bei Live-Auftritten leider nicht der Fall ist (dazu unten etwas mehr). Gut, die Stimme ist meist etwas \u201ad\u00fcnn\u2019 und nat\u00fcrlich h\u00f6rt man heraus, dass hier technisch oft genug nachgebessert wurde. Aber das soll mir egal sein, solange Ian Anderson selbst noch singen kann und das Charakteristische seiner Stimme erhalten bleibt. Ryan O&#8217;Donnell, der einige wenige Gesangparts \u00fcbernommen hat, wirkt dagegen etwas fehl am Platze.<\/p>\n<p><strong>Part 1: Chronicles <\/strong><br \/>\n<em>1. Doggerland 4:20<br \/>\n2. Heavy Metals 1:29<br \/>\n3. Enter The Uninvited 4:12<br \/>\n4. Puer Ferox Adventus 7:11<br \/>\n5. Meliora Sequamur 3:32<br \/>\n6. The Turnpike Inn 3:08<br \/>\n7. The Engineer 3:12<br \/>\n8. The Pax Britannica 3:05<\/em><\/p>\n<p><strong>2. Part 2: Prophecies<\/strong><br \/>\n<em>1. Tripudium Ad Bellum 2:48<br \/>\n2. After These Wars 4:28<br \/>\n3. New Blood, Old Veins 2:31<\/em><\/p>\n<p><strong>3. Part 3: Revelations<\/strong><br \/>\n<em>1. In For A Pound 0:36<br \/>\n2. The Browning Of The Green 4:05<br \/>\n3. Per Errationes Ad Astra 1:33<br \/>\n4. Cold Dead Reckoning 5:28<\/em><\/p>\n<p>Insgesamt ist das Album durchaus \u201aschl\u00fcssig\u2019, kommt aber \u00fcber Tull\u2019sche Alltagskost nicht wirklich hinaus (<a href=\"http:\/\/www.babyblaue-seiten.de\/album_14188.html\" target=\"_blank\">irgendwo<\/a> las ich von <em>\u201eTull von der Stange, gute Qualit\u00e4t, aber nicht herausragend\u201c<\/em>). Was wirklich fehlt, ist die z\u00fcndende musikalische Idee, etwas wirklich Innovatives, das das Ganze aus dem Trott l\u00e4ngst bekannter Prog-Rock-Musik heraushebt. Oder <a href=\"http:\/\/www.laufi.de\/board\/viewtopic.php?f=1&#038;t=7038&#038;start=270\" target=\"_blank\">wie ich las<\/a>: <em>\u201eAllzu oft wird mir hier Rockmusik-Zwirn gesponnen, wird Text \u201aabgearbeitet\u2019, wobei diese \u201aFlucht ins Narrative\u2019 wohl daher r\u00fchren mag, dass ihm der Text hier in der Tat besonders wichtig ist.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch reichlich Selbst-Zitate (<em>\u201eViele Anderson-typische Einf\u00e4lle geraten so ein weiteres Mal in die k\u00fcnstlerische und kommerzielle Verwertungskette.\u201c<\/em>), was durchaus legitim ist. So klingt \u201ePuer Ferox Adventus\u201c (Ankunft des wilden Kindes) im 2. Teil wie \u201eBudapest\u201c und \u201eTripudium Ad Bellum\u201c (Tanz in den Krieg), ein Instrumentalst\u00fcck, wie \u201eLiving in the Past\u201c (auch ein 5\/4-Takt?). Bei \u201eThe Turnpike Inn\u201c h\u00f6re ich \u201eWar Child\u201c heraus. Auch arbeitet Anderson wieder oft mit musikalischen Versatzst\u00fccken, von Rhythmus gepr\u00e4gter Bausteine; die melodischen Bogen, die \u00fcber mehr als nur wenige Takte gehen, findet sich zwar, sind nach meinem Geschmack aber nicht immer zu Ende \u201agedacht\u2019 (komponiert). Und so stellt sich leider auch immer wieder eine gepflegte Langeweile ein. Stilistisch ist Unterschiedlichstes vorhanden. Vom Folkrock \u00fcber Anleihen beim Hardrock \u00fcber Shuffle-Rhythmen, Funkigem, ja gar Jazzigem findet sich bis hin zu sakralen Renaissance-Kl\u00e4ngen, Kinderlied und eher atypischen Tull-Teilen mit Sprechgesang so einiges (\u201aVerwurschteln\u2019 sollte man das aber nicht ungedingt nennen).<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/jOCxHMoqodo?list=PLxxSErgN3dKquoBy-iVF3m8Y9PsO4S97n\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=jOCxHMoqodo&#038;list=PLxxSErgN3dKquoBy-iVF3m8Y9PsO4S97n\" target=\"_blank\">Playlist<\/a> mit zz. 7 St\u00fccken \u2013 Ian Anderson: Homo Erraticus<\/p>\n<p>Aber ich will nicht zu streng sein. Eigentlich freue ich mich dar\u00fcber, etwas halbwegs \u201ah\u00f6rbar\u2019 Neues aus der Feder von Ian Anderson zu h\u00f6ren. Musikalische Beispiele habe ich nicht gerade zur Hand, erinnere aber an literarische Alterswerke wie die Erz\u00e4hlung <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=4498\" target=\"_blank\">Der Mensch erscheint im Holoz\u00e4n<\/a> von <em>Max Frisch<\/em> (Frisch war damals in etwa so alt wie es Ian Anderson heute ist), die durch den sehr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lakonisch\" target=\"_blank\">lakonischen<\/a> Stil besticht. Nun, Anderson ist da eher die gro\u00dfe <a href=\"http:\/\/de.wiktionary.org\/wiki\/Plaudertasche\" target=\"_blank\">Plaudertasche<\/a>, ein Plappermaul. Wirklich Neues, Innovatives kann und darf man in dem Alter nicht erwarten. Und mit Rockmusik hat das Ganze auch nicht mehr all viel zu tun. Was mich aber an dem Album dann doch erfreut, ist Andersons Stimme. Die hat zwar nicht mehr das \u201aFormat\u2019 fr\u00fcherer Jahre. Aber, ich wiederhole mich, der Charakter dieser Stimme ist noch vorhanden. Und dank technischer Tricks bekommen wir mit \u201aHomo Erraticus\u2019 einen Anderson geliefert, der dann doch viel Spa\u00df bereitet. Leider gilt das allein f\u00fcr die CD. Live-Auftritte offenbaren (man ist es ja l\u00e4ngst gewohnt) einen gesangliche Anderson, der leider zu oft \u201adaneben\u2019 liegt, sowohl in der Tonh\u00f6he als auch im Timing (nachzuh\u00f6ren beim Auftritt in Brighton am 28. April d.J. \u2013 hier zum Herunterladen bei <a href=\"http:\/\/www.guitars101.com\/forums\/f145\/ian-anderson-2014-04-28-brighton-uk-aud-flac-173599.html\" target=\"_blank\">www.guitars101.com<\/a>). Neben der gesamten \u201eHomo Erraticus\u201c-Session gibt es auf der vor einer guten Woche gerade frisch begonnenen Tournee wieder ein Best-of-Jethro-Tull-Special (mit den St\u00fccken <em>Living In The Past, Bouree, With You The To Help Me, Sweet Dream, Teacher,  Critique Oblique, To Old To Rock &#038; Roll To Your To Die, Songs From The Wood, Farm On The Freeway, My God, Aqualung<\/em> und <em>Locomotive Breath<\/em>). Seinem Alter entsprechend ist Ian Anderson da grauhaarig, mit Brille und ohne Piratenlook (also kahlk\u00f6pfig) zu sehen. Hier einige Handy-Aufnahmen aus Liverpool:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/em2qfWyGYhA\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nIan Anderson: Living In The Past &#8211; live Liverpool Philharmonic Hall 2nd May 2014<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/5WbiXim0Grc\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nIan Anderson: My God &#8211; live Liverpool Philharmonic Hall 2nd May 2014<\/p>\n<p>au\u00dferdem: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WK0AHsYPCc0\" target=\"_blank\">Sweet Dream<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0XR165PiJMM\" target=\"_blank\">Songs from the Wood<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisschen hatte ich ja schon geh\u00f6rt von Ian Andersons neuer Scheibe Homo Erraticus, die bereits seit dem 11. April (also morgen seit vier Wochen) auf dem Markt ist. 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