{"id":842,"date":"2007-05-14T01:57:39","date_gmt":"2007-05-13T23:57:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=842"},"modified":"2007-05-14T10:07:45","modified_gmt":"2007-05-14T08:07:45","slug":"max-frisch-stiller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=842","title":{"rendered":"Max Frisch: Stiller"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr meiner Geburt erschien von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Max_Frisch\" target=\"_blank\">Max Frisch<\/a> der Roman <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stiller_%28Max_Frisch%29\" target=\"_blank\">&#8222;Stiller&#8220;<\/a> (1954). Wer nun denkt, dieses literarische Werk w\u00e4re von der Zeit angestaubt (auch ich mag inzwischen angestaubt sein, aber nur \u00e4u\u00dferlich), der darf sich get\u00e4uscht sehen. Okay, da rennen keine M\u00e4nnlein mit Handys herum und trifft sich niemand in einem Internet-Cafe. Ob solche Dinge unserer Zeit als brauchbare Errungenschaften zu werten sind, mag ich dahin gestellt lassen.<\/p>\n<p>Max Frisch wurde 1911 in Z\u00fcrich\/Schweiz geboren und verstarb dort kurz vor seinem 80. Geburtstag. Er arbeitete zun\u00e4chst als Korrespondent f\u00fcr eine Zeitung, berichtete so u.a. von einer Eishockey-WM. Daneben ver\u00f6ffentlichte er auch sein erstes Buch. Bis 1940 studierte er Architektur und arbeitete bis 1955 als freier Architekt. Ein Stipendium erm\u00f6glichte ihn 1951 einen einj\u00e4hrigen Aufenthalt in den USA, wobei er auch Mexiko besuchte.<\/p>\n<p>Die Erlebnisse dieses Aufenthaltes flie\u00dfen in den Roman &#8222;Stiller&#8220; ein. Seit 1955, nach dem Erfolg dieses Romans, arbeitete Frisch als freier Schriftsteller.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.albinz.net\/models\/max_frisch.jpg\" alt=\"Max Frisch\" \/><\/p>\n<p>Im Wesentlichen finden sich in diesem ersten gr\u00f6\u00dferen Roman die Themen wieder, die auch weiterhin das Werk von Max Frisch bestimmten.<\/p>\n<p>Aber zun\u00e4chst zum Inhalt. Worum geht es? Ein Mann, den seine Frau, der Bruder, die Geliebte und Freunde als den vor sechs Jahren spurlos verschwundenen Schweizer Bildhauer Stiller erkennen, bleibt beharrlich bei seiner Behauptung: &#8222;Ich bin nicht Stiller!&#8220; Daraus entwickelt sich ein Roman voller origineller Ideen, in dem Mr. White, der nicht Stiller sein will, aus den letzten Jahren erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Es sind Aufzeichnungen in sieben Heften &#8211; und das ist das Mittel mit dem Frisch auch weiterhin arbeiten wird: nur wenige Tagebuchaufzeichnungen haben den literarischen Rang erreicht wie die von diesem Autor.<\/p>\n<p>Es geht um den Konflikt eines Menschen, der etwas anderes ist oder sein will, als er f\u00fcr andere zu sein scheint, um das &#8218;Bildnis&#8216;, das andere von uns machen. Es geht um die Erz\u00e4hlbarkeit des Lebens und um unsere Gier nach Geschichten. Und weiterhin handelt das Buch von den Wiederholungen, die unvermeidbar unser Leben ausmachen und aus denen wir auszubrechen versuchen, wie Stiller, der als Mr. White ein anderes Leben zu leben trachtet. Es geht also um die Kommunikation zwischen den Menschen. Ein Thema, das gerade heute wieder sehr aktuell ist.<\/p>\n<p><em>Man kann alles erz\u00e4hlen, nur nicht sein wirkliches Leben; &#8211; diese Unm\u00f6glichkeit ist es, was uns verurteilt zu bleiben, wie unsere Gef\u00e4hrten uns sehen und spiegeln, sie, die vorgeben, mich zu kennen, sie, die sich als meine Freunde bezeichnen und nimmer gestatten, da\u00df ich mich wandle, und jedes Wunder (was ich nicht erz\u00e4hlen kann, das Unaussprechliche, was ich nicht beweisen kann) zuschanden machen &#8211; nur um sagen zu k\u00f6nnen: &#8222;Ich kenne dich.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Max Frisch &#8211; Stiller (S. 64 der Taschenbuchausgabe Suhrkamp 9. Aufl. 1977)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr meiner Geburt erschien von Max Frisch der Roman &#8222;Stiller&#8220; (1954). Wer nun denkt, dieses literarische Werk w\u00e4re von der Zeit angestaubt (auch ich mag inzwischen angestaubt sein, aber nur \u00e4u\u00dferlich), der darf sich get\u00e4uscht sehen. Okay, da rennen keine M\u00e4nnlein mit Handys herum und trifft sich niemand in einem Internet-Cafe. 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