{"id":858,"date":"2007-05-27T01:01:08","date_gmt":"2007-05-26T23:01:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=858"},"modified":"2008-03-12T11:00:32","modified_gmt":"2008-03-12T09:00:32","slug":"was-ist-blos-mit-ian-los-teil-66-von-island-nach-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=858","title":{"rendered":"Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 66: Von Island nach Griechenland"},"content":{"rendered":"<p><em>Hallo Kretakatze, Hallo Wilfried,<\/em><\/p>\n<p><em>zu den Themen Wikinger und hellen Hellenen habe ich mich allm\u00e4hlich warmgeschrieben. Nat\u00fcrlich kann ich es nicht mit allerletzter Gewissheit sagen, aber in  meinen Augen sind schwarze Segel eine Erfindung Hollywoods, genau so wie r\u00f6mische Legionen, die im Gleichschritt marschieren. Erstens ist es sehr aufwendig, Segelstoff zu f\u00e4rben. Zweitens w\u00e4re diese F\u00e4rbung f\u00fcr ein Piratenschiff kontraproduktiv. Piraten waren darauf angewiesen, dass die Beuteschiffe sie so sp\u00e4t wie m\u00f6glich als Piraten erkannten. Warum also sollten sie durch die Meere kreuzen wie ein bunter Hund ?<\/em><\/p>\n<p><em>@Kretakatze:<\/em><br \/>\n<em>Dein Einwand der dunkelhaarigen Menschen auf antiken Vasen ist berechtigt. Mehr als das; er nimmt meiner Theorie \u00fcber blonde Griechen den Wind aus den hellen Segeln. Falls ich meine griechische Bekannte noch einmal treffe, muss ich ihr das erz\u00e4hlen.<\/em><\/p>\n<p><em>Dass Kreuzfahrer aus Mitteleuropa f\u00fcr die hellenistische Pigmentierungen verantwortlich sind, will mir aber auch nicht unbedingt einleuchten. Ich glaube nicht, dass ihre Anzahl gro\u00df genug war, um im Genpool der Kinder Zeus einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Au\u00dferdem vererben sich die Gene f\u00fcr Augen- und Haarfarbe dominant-rezessiv. Als gelernte Expertin f\u00fcr Tierzucht wirst Du das besser wissen als ich. Ich kann mich im Moment nur auf das Wenige st\u00fctzen, was ich aus dem Biologieunterricht in die Gegenwart r\u00fcber retten konnte. Zwischen den Kreuzfahrern und dem Gefolge des bayrischen K\u00f6nigs lagen die Jahrhunderte der T\u00fcrkenherrschaft mit ihren dunklen Erbinformationen. Wieder kann ich mir nicht vorstellen, dass die rezessiven Gene einiger Seppl die \u00dcbermacht der Turkgene \u00fcberlagern konnten. Ich fasse zusammen: Ich finde keine f\u00fcr mich plausible Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, warum in der \u00c4g\u00e4is so viele Blonde herumlaufen. (Und die Darstellungen auf den antiken Gef\u00e4\u00dfen sind wirklich ein K.O. &#8211; Argument !)<\/em><\/p>\n<p><em>Ganz kurz zur Sprache: Mein griechischer Bekannter hatte w\u00e4hrend seiner Schulzeit in Athen Unterricht in Altgriechisch. Ich erinnere mich genau an seinen angewiderten Gesichtsausdruck, als er mir davon erz\u00e4hlte. Es muss eine furchtbare Sprache sein, die kaum Gemeinsamkeiten mit dem modernen Griechisch aufweist.<\/em><\/p>\n<p><em>@Wilfried:<\/em><br \/>\n<em>Die Cutty Sark habe ich auch seinerzeit in Greenwich gesehen, kurz bevor ich \u00fcber den Nullmeridian gestolpert bin. Ich fand, es war ein sch\u00f6nes Schiff. Hoffentlich bekommt man es wieder hin.<\/em><\/p>\n<p><em>Hinweis an alle: Die aktuelle mail-Frequenz werde ich auch nicht auf Dauer durchhalten k\u00f6nnen. Aber solange es funktioniert, macht es Spa\u00df !<\/em><\/p>\n<p><em>Viele Gr\u00fc\u00dfe aus dem gewittrigen Westen<\/em><br \/>\n<em>Lockwood<\/em><\/p>\n<p>22.05.2007<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p><em> Hallo Wilfried, Hallo Lockwood,<\/em><\/p>\n<p><em>heute m\u00f6chte ich noch einmal auf griechische Musik und griechische T\u00e4nze zur\u00fcckkommen, zumal mich Lockwood ja in die Pflicht genommen hat, meine Andeutungen bez\u00fcglich der Gemeinsamkeiten mit der Musik von Jethro Tull noch zu vertiefen. Also:<\/em><\/p>\n<p><em>Lieber Lockwood, es tut mir leid, dass Dir meine griechischen Videos nicht zugesagt haben. Eigentlich finde ich diese Musikst\u00fccke garnicht so orientalisch, da gibt es noch ganz andere Sachen. Die Lieder von Jannis Markopoulos klingen f\u00fcr mich recht europ\u00e4isch und der Sirtos mit Michalis Tzouganakis ist zwar ziemlich kretisch, aber dabei doch schon fast rockig.<\/em><\/p>\n<p><em>Vielleicht ist mir aber auch in den fast 30 Jahren Kontakt mit griechischer Sprache, Musik und Tanz das Gef\u00fchl daf\u00fcr abhanden gekommen, wo eur\u00f6p\u00e4isch aufh\u00f6rt und wo orientalisch beginnt. F\u00fcr mich ist das einfach griechisch, da ist beides verschmolzen und eine Einheit geworden. Und da es ja auch in der Musik von Jethro Tull orientalische (bzw. f\u00fcr mich stark griechisch klingende) Elemente gibt, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass einen Jethro Tull Fan (und ich unterstelle Dir einfach mal, dass Du einer bist) ein bi\u00dfchen orientalischer Einschlag nicht st\u00f6ren sollte.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch von Jethro Tull gibt es ja zumindest einen griechischen Tanz: <A HREF=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=eVwDZ4Ef9tc\" TARGET=\"_blank\">Eurology<\/A>. Ich konnte nur m\u00fcde l\u00e4cheln, als ich gesehen habe, dass Mr. Anderson dieses St\u00fcck in Montreux 2003 angek\u00fcndigt hat mit dem Rat, nicht darauf zu tanzen, da das zu einem b\u00f6sen Unfall f\u00fchren k\u00f6nne. Es klingt wie ein typischer Sirtos, und ich habe bereits erfolgreich Kalamatianos (Sirtos) und Chaniotikos (Sirtos) darauf getanzt &#8211; hier direkt in meinem Arbeitszimmer vor dem Schreibtisch. Ich bin unverletzt geblieben.<\/em><\/p>\n<p><em>Gro\u00dfe Teile der Musik von Jethro Tull basieren genau wie ein gro\u00dfer Teil der griechischen Volksmusik auf ungeraden Takten und\/oder h\u00e4ufigen Taktwechseln. Die Griechen sind Meister darin, darauf dann auch noch zu tanzen. Ich denke es gibt keinen noch so verqueren Rhythmus auf dieser Welt, zu dem die Griechen nicht auch schon einen Tanz erfunden h\u00e4tten. Der Mr. Anderson hat keine Ahnung&#8230; Auf jeden Fall hat er sein St\u00fcck Eurology genannt, was darauf schlie\u00dfen lasst, dass er diese Art von Musik f\u00fcr europ\u00e4isch und nicht f\u00fcr orientalisch h\u00e4lt.<\/em><\/p>\n<p><em>Noch ein zweiter Titel von Jethro Tull klingt f\u00fcr mich wie ein griechischer Tanz, auch wenn ich nicht direkt sagen k\u00f6nnte, welcher Tanz das sein sollte: <A HREF=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=S1RPvjlshOU\" TARGET=\"_blank\">Fat Man<\/A>. Dabei muss ich zugeben, dass es vielleicht auch ein keltischer, schottisher oder sonstiger Tanz sein k\u00f6nnte, da kenne ich mich nicht aus. Bestimmte Tanzrhythmen hat es sicher in verschiedenen Kulturen gegeben.<\/em><\/p>\n<p><em>Weiterhin kann ich nicht recht nachvollziehen, lieber Lockwood, dass es Dich st\u00f6rt, dass Du die Sprache nicht verstehst. Nun sehe ich prinzipiell schon ein, dass es betr\u00fcblich ist, wenn man kein Griechisch kann, denn ich halte es f\u00fcr die sch\u00f6nste Sprache \u00fcberhaupt. Aber es geht hier ja doch in erster Linie um Musik und nicht um den Text.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Lieder von Markopoulos habe ich erkl\u00e4rt bzw. \u00fcbersetzt, und wenn Du die Texte von Michalis Tzouganakis nicht verstehst, hast Du wirklich nichts verpasst. Der Sirtos hei\u00dft, glaube ich, <\/em>Aftos den ine Ponos<em> (Das ist kein Schmerz &#8211; jedenfalls singt er das mehrfach), es geht um Herzeleid, er versucht irgend jemanden zu tr\u00f6sten. Das Lauten-St\u00fcck (das stammt wohl sogar von ihm selbst) hat den Titel <\/em>Pali-Pali<em> (Wieder und Wieder): Er muss an seine Angebetete denken, wieder und wieder und wieder&#8230; Tiefgr\u00fcndige Gedichte darf man bei dieser Musik nicht erwarten.<\/em><\/p>\n<p><em>Davon abgesehen halte ich es sogar f\u00fcr besonders reizvoll, einer fremden Sprache zuzuh\u00f6ren, ohne ein Wort zu verstehen. Man kann dann v\u00f6llig unbelastet auf Betonung, Gestik und Mimik achten und versuchen zu erraten, was das bedeuten k\u00f6nnte. Oder man kann auch einfach seiner eigenen Phantasie freien Lauf lassen. Dazu klingt Griechisch in meinen Ohren allein schon wie Musik. Da ist es manchmal sogar eher st\u00f6rend, wenn man die teilweise wenig geistreichen Texte versteht.<\/em><\/p>\n<p><em>Jetzt werde ich mich dem H\u00f6hepunkt meines heutigen Beitrags aber noch einmal von einer ganz anderen Seite n\u00e4hern und dabei wieder auf Jethro Tull zur\u00fcck kommen:<\/em><\/p>\n<p><em>Bei den Videos von 1977 aus dem Hippodrom habe ich mich anf\u00e4nglich \u00fcber den albernen roten Hut ge\u00e4rgert, den Mr. Anderson da bei manchen Liedern tr\u00e4gt. Ich fand ihn einfach sooo doof und st\u00f6rend, dass ich die betreffenden Videos boykottiert habe.<\/em><\/p>\n<p><em>Dann war Wilfried so nett die Videos aus Tampa nach YouTube zu stellen. Das war der Schock! Ich glaube, ich habe es bis heute nicht geschafft, eines dieser Videos zu Ende anzuschauen. Sp\u00e4testens nach 2 Minuten steigen mir die Tr\u00e4nen in die Augen &#8211; nein, nicht aus R\u00fchrung, sondern weil ich diese optische Belastung nicht ertragen kann.<\/em><\/p>\n<p><em>Seither erscheint mir der Rote Hut von Golders Green als unbedeutende Lappalie. Ich habe mich zwar nicht direkt mit ihm angefreundet, aber doch zumindest arrangiert, und bei den Videos aus dem Hippodrom kann ich heute ohne Sch\u00fcttelkr\u00e4mpfe einfach die Musik genie\u00dfen. Man muss nur hin und wieder einmal vorgef\u00fchrt bekommen, wie alles noch viel schlimmer sein k\u00f6nnte, dann wei\u00df man wieder zu sch\u00e4tzen, was man hat.<\/em><\/p>\n<p><em>In diesem Sinne, lieber Lockwood, habe ich mich bem\u00fcht noch etwas Makedonisches f\u00fcr Dich zu finden. Makedonische T\u00e4nze klingen ungef\u00e4hr wie Zw\u00f6lftonmusik ohne Takt und ohne Rhythmus. Ich kann im wahrsten Sinne des Wortes ein Lied davon singen, denn wir hatten in der griechischen Tanzgruppe ein paar Hardcore-Fans, f\u00fcr die es immer ein paar makedonische T\u00e4nze extra gab. Du wirst sehen, danach empfindest Du die kretischen Lieder als den reinen Ohrenschmaus.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich habe also keine M\u00fche gescheut und tagelang auf YouTube nach den sch\u00f6nsten Videos geforscht. Dabei bin ich auch noch auf ein paar andere Kostbarkeiten gesto\u00dfen, die ich Euch nicht vorenthalten m\u00f6chte.<\/em><\/p>\n<p><em>Zuerst, zum Beweis, dass Griechenland und Schottland n\u00e4her beieinander liegen als man gemeinhin vermuten sollte, ein <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LmfHqhQGOog\" TARGET=\"_blank\">Sonaradikos<\/A> frisch aus Glasgow. Dieser Tanz geh\u00f6rt bei griechischen Festen zum Programm, er ist schwungvoll und hat einen ganz einfachen Grundschritt (den w\u00fcrde ich Dir auch noch zutrauen, lieber Wilfried). Da mal vorw\u00e4rs und mal r\u00fcckw\u00e4rts getanzt wird und die &#8222;Tanzschlange&#8220; sich mal zusammenschl\u00e4ngelt und mal auseinander zieht, kommt es zu zahlreichen Remplern und Zusammenst\u00f6\u00dfen &#8211; eine eche Gaudi, sehr zu empfehlen! Die S\u00e4ngerin hat \u00fcbrigens eine Schw\u00e4che f\u00fcr <\/em>Mavra Matia<em> &#8211; schwarze Augen (das singt sie jedenfalls).<\/em><\/p>\n<p><em><A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6VU5bwNQxLw&#038;mode=related&#038;search=\" TARGET=\"_blank\"> Diesen pontischen Tanz<\/A> (eigentlich sind es Ausschnitte aus mehreren T\u00e4nzen, ich meine vor allem den ersten) habe ich vor allem deshalb f\u00fcr Euch ausgew\u00e4hlt, weil sich meiner Meinung nach unser geliebter Mr. Anderson in seinem aktuellen Erscheinungsbild nahtlos in die Tanztruppe einreihen k\u00f6nnte (gut, sein Piraten-Kopftuch m\u00fcsste er vielleicht noch ein bi\u00dfchen aufpeppen, und sich einreihen ist wohl allgemein nicht seine gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke&#8230;). Also stellt Euch beim Betrachten des ersten Tanzes einfach vor, der gro\u00dfe Meister w\u00fcrde in seinem derzeitigen B\u00fchnen-Outfit hier mittanzen &#8211; w\u00e4re das nicht eine Wucht? Es handelt sich \u00fcbrigens um einen ca. 3000 Jahre alten Kriegstanz aus dem Pontos (kleinasiatische \u00c4g\u00e4isk\u00fcste).<\/em><\/p>\n<p><em>Zum Abschluss nun zwei T\u00e4nze, die Euch die musikalische Tiefe makedonischer Volksmusik n\u00e4herbringen werden. W\u00e4hrend bei den kretischen und den pontischen T\u00e4nzen die Melodie \u00fcblicherweise auf einer Lira gespielt wird (seltener auch auf einem Dudelsack), sind bei den makedonischen T\u00e4nzen eher Klarino (eine Art Klarinette) wie hier im ersten Tanz (<A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bs-W8Pu6xbU&#038;mode=related&#038;search=\" TARGET=\"_blank\">Poustseno<\/A>) oder auch diese seltsamen Holz-Trompeten (griechische Bezeichnung f\u00e4llt mir leider nicht mehr ein) wie im zweiten Tanz (<A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=53rP5gH1YVM&#038;mode=related&#038;search=\" TARGET=\"_blank\">Teskoto<\/A>) verbreitet. Es kommt Euch sicher hergeholt vor, aber als ich das erste Mal Mr. Anderson in A Passion Play mit diesem Sopran-Saxophon herumh\u00fcpfen sah, da f\u00fchlte ich mich instinktiv an makedonische Volkst\u00e4nze erinnert. Ich muss zugeben, es gibt auch noch melodi\u00f6sere, die mehr \u00c4hnlichkeit mit den Instrumental-Passagen aus APP haben.<\/em><\/p>\n<p><em>So, jetzt habe ich Euch genug gequ\u00e4lt. Zur Linderung der Ohrenschmerzen empfehle ich fein dosierte Songs from the Wood, bei Bedarf kann noch mit etwas Aqua-Lung nachgesp\u00fclt werden. Und dann lasst uns alle dem Herrn danken, dass es auch noch Jethro Tull gibt.<\/em><\/p>\n<p><em>Es gr\u00fc\u00dft Euch Eure<BR><br \/>\nKretakatze<\/em><\/p>\n<p><em><strong>PS.:<\/strong> Ich wei\u00df auch nicht, warum ich so gemein zu Euch bin, dabei seid ihr immer so nett zu mir&#8230;<\/em><\/p>\n<p>23.05.2007<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p><em>Hallo Kretakatze, hallo Lockwood,<\/em><\/p>\n<p><em>Du langweilst uns nicht, Lockwood. Und Du, Kretakatze, brauchst Dein Licht nicht unter den Scheffel stellen; Deine Anmerkungen zum Altgriechischen finde ich sehr interessant. So f\u00fchren uns die Betrachtungen aus der Wohnstube des guten Mr. Anderson pl\u00f6tzlich hinaus in die weite Welt.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber es rieseln ja schon die n\u00e4chsten Beitr\u00e4ge von Euch ein. Da komme ich zz. wirklich nicht mit. Auf der Arbeit gibt es einigen Stress personeller Art. Und die letzten Tage war es so dr\u00fcckend-warm, sodass ich abends keine Lust hatte, auch noch zu Hause am Rechner zu sitzen (und die Bude weiter aufzuw\u00e4rmen).<\/em><\/p>\n<p><em>Zur Wikinger-Debatte habe ich im Bezug auf Schottland auch noch etwas beizutragen. Zun\u00e4chst muss aber festgestellt werden, dass die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wikinger\" target=\"_blank\">Wikinger<\/a> oder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Normannen\" target=\"_blank\">Normannen<\/a> eigentlich so \u00fcberall in Europa anzutreffen waren \u2013 bis hoch nach Island, Gr\u00f6nland \u2013 und wir wissen es l\u00e4ngst \u2013 bis nach Amerika. Aber sie waren auch bis nach Griechenland gekommen, also lange vor den Osmanen &#8230; W\u00e4hrend meines Urlaubs in Schottland 2005 war ich mit meinen Lieben eine gute Woche auf der Isle of Skye \u2013 und dort gleich gegen\u00fcber dem Festland in dem kleinen Ort <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=218\" target=\"_blank\">Kyleakin<\/a>. Der Name (eigentlich Kyle Akin) leitet sich aus dem schottischen G\u00e4lisch ab: Caol Acain, was wiederum \u201cStrait of Haakon\u201d (Haakons Meeresenge) bedeutet, benannt nach dem norwegischen K\u00f6nig Haakon. Eine Haakon Bar gibt es \u00fcbrigens auch in Kyleakin. (Norweger -> Normanne -> Wikinger)<\/em><\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.albinz.net\/models\/island01kl.jpg\" alt=\"Leif Erikson - in Reykjavik\" \/><\/p>\n<p><em>Der Herr oben ist \u00fcbrigens ein gewisser <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leif_Erikson\" target=\"_blank\">Leif Erikson<\/a>, eben der, der von Island aus Amerika entdeckt haben soll. Das Denkmal befindet sich mitten in Islands Hauptstadt Reykjav\u00edk (was \u201erauchende Bucht\u201c hei\u00dft, wobei Vik f\u00fcr Bucht steht, na klingelt da etwas bei Vik?). Der gute Leif war ein Wikinger<\/em> in Reinnatur.<\/p>\n<p><em>Ach, da ich gerade bei <a href=\"https:\/\/www.albinz.net\/island.html\" target=\"_blank\">Island<\/a> bin und mich dunkel an unsere Diskussion um die Herkunft des Namens Anderson erinnere: Ich war 1990 mit meiner Frau (die Dame in rot auf dem Bild) und weiteren Freunden auf Island in Urlaub. Ausgangspunkt einer Rundreise war Reykjavik und so buchten wir bereits im Voraus auf meinem Namen eine Unterkunft in einem Seemannsheim (Island ist n\u00e4mlich ziemlich teuer, Seemannsheime verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig preiswert). Als wir nun an der Rezeption der Herberge standen, begr\u00fc\u00dfte uns eine junge Frau, die sogar der deutschen Sprache m\u00e4chtig war (neben isl\u00e4ndisch, einer eigenen Sprache f\u00fcr gerade einmal 300.000 Menschen, die aber sehr eng mit dem Norwegischen verwandt ist \u2013 eben eine Wikinger-Sprache, spricht man fast \u00fcberall englisch). Ich stellte mich vor: Albin &#8211; und verwies auf die Reservierung unter meinem Namen. Nach mehrfachen Durchbl\u00e4ttern ihrer Unterlagen (Computer gab es damals noch nicht so viele) konnte sie aber keine entsprechende Reservierung finden. Ich nannte noch einmal meinen Namen: \u201eAlbin, Wilfried Albin!\u201c \u2013 \u201eMoment! Sagten Sie Wilfried? Ja, hier habe ich eine Reservierung auf den Namen Wilfried &#8230;?!\u201c (Wahrscheinlich hat sie mich sogar geduzt).<\/em><\/p>\n<p><em>Reykjavik ist zwar Islands mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Stadt, aber mit knapp 120.000 Einwohnern nicht gerade gro\u00df. Trotzdem ist es verwirrend, das dortige Telefonbuch zur Hand zu nehmen. Alle Eintr\u00e4ge lauten auf den Vornamen. Isl\u00e4ndische Namen bestehen neben dem Vornamen aus dem Vatersnamen. Einen Nachnamen gibt es nicht. Leifur Eriksson (isl\u00e4ndische Schreibweise des Herrn vom Bild) ist also der Sohn von Erik und w\u00e4re unter L im Telefonbuch zu finden. Ich hie\u00dfe \u00fcbrigens <strong>Vilfre\u00f0 Hermannsson<\/strong> (mit <strong>\u00f0<\/strong> was dem englischen <strong>th<\/strong> entspricht, auch aussprachem\u00e4\u00dfig \u2013 neben dem <strong>\u00f0<\/strong> gibt es noch <strong>\u00fe<\/strong> \u2013 als Gro\u00dfbuchstaben: <strong>\u00d0<\/strong> und <strong>\u00de<\/strong> als eigenst\u00e4ndige <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isl%C3%A4ndische_Sprache\" target=\"_blank\">isl\u00e4ndische<\/a> Buchstaben \u2013 das eine als stimmhaftes, das andere als stimmloses <strong>th<\/strong>; der Versammlungsplatz der Volksvertreter und Gerichtsbarkeit hei\u00dft \u00deingvellir, in dem das Wort <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thing\" target=\"_blank\">Thing<\/a> wiederzufinden ist). Ihr d\u00fcrft jetzt raten, wie mein Vater mit Vornamen hei\u00dft. Frauen h\u00e4ngen statt des \u2013sson ein \u2013sdottir an den Vatersname. \u00dcbrigens gab es fr\u00fcher in Friesland die gleiche Namensordnung. Jetzt kommt mir bitte nicht mit Halldor Laxness, dem isl\u00e4ndischen Literaturnobelrpeistr\u00e4ger. Der hie\u00df eigentlich Halld\u00f3r Gu\u00f0j\u00f3nsson, also auch etwas mit \u2013sson hinten. Nur so nebenbei: Laxness kann ich zum Lesen w\u00e4rmstens empfehlen (z.B. Die Island-Glocke).<\/em><\/p>\n<p><em>Vieles im Leben, so scheint es, reduziert sich auf solche Anekd\u00f6tchen. Hier noch eine: In den 80-er und 90-er Jahren war es beliebt, m\u00f6glichst viele <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hard_Rock_Cafe\" target=\"_blank\">Hard Rock Cafes<\/a>, der es eine Menge weit gestreut \u00fcber dem Globus gibt, zu besuchen, besonders die dort erh\u00e4ltlichen T-Shirts waren sehr beliebt und sind heute hin und wieder noch in der Menge zu besichtigten (zz. gibt es in Deutschland wohl drei solcher Cafes \u2013 in Berlin, K\u00f6ln und M\u00fcnchen \u2013 \u00fcbrigens: in Athen ist wohl auch eines). So sind wir &#8211; rein zuf\u00e4llig \u2013 auch in Reykjavik in dem dortigen Hard Rock Cafe gestrandet (wenn ich das richtig sehe, gibt es heute dort keine entsprechende Lokalit\u00e4t mehr). Da es gerade Nachmittag war und in einem Cafe bekanntlich Kaffee getrunken wird, so bestellten auch wir dieses Getr\u00e4nk. Nachdem wir fast ausgetrunken hatten, kam die Bedienung vorbei und fragte uns, ob wir noch mehr Kaffee w\u00fcnschten. Angesichts der Preise verneinten wir. Sp\u00e4ter wurde uns klar, dass man f\u00fcr Kaffee nur einmal zahlt und dann bis zum Abwinken (Herzinfarkt) das Zeugs in sich hineinsch\u00fctten kann \u2013 das gilt f\u00fcr ganz Island. Da meine Frau und ich eigentlich Teetrinker sind, versuchten wir das auch mit Tee; aber irgendwie kam das nicht so gut an; meistens wurde uns nur hei\u00dfes Wasser nachgereicht, einmal bekamen wir wenigstens auch noch einen neuen Teebeutel.<\/em><\/p>\n<p><em>Andere L\u00e4nder, andere Sitten. Soviel zu Island, dem n\u00f6rdlichsten Land in Europa (neben Griechenland, dem s\u00fcdlichsten). Wir werden sehen, wohin uns sonst noch die Reise hinf\u00fchrt. Jethro Tull hatte auch schon \u00f6fter Auftritte auf Island (und im September wieder zwei).<\/em><\/p>\n<p><em>Dass bestimmte Lieder in den Soundtrack zu einem Film einflie\u00dfen, liegt meist au\u00dferhalb der Entscheidungsgewalt der Interpreten, es sei denn, die Musik wird ausdr\u00fccklich f\u00fcr einen Film komponiert (wie z.B. von Mikis Theodorakis f\u00fcr den Sorbas). Nat\u00fcrlich w\u00fcnscht man sich, einen tollen Film zu sehen und als Hintergrundmusik dann auch noch ein Liedchen von Herrn Anderson zu h\u00f6ren.<\/em><\/p>\n<p><em>Vielleicht doch schon einige Worte zu Kretakatzes Beitrag, den ich mir gleich noch einmal in aller Ruhe angucken (und anh\u00f6ren) werde: Ich bin zwar alles andere als ein Spezialist, aber<\/em> Fat Man <em>klingt f\u00fcr mich ziemlich indisch. Das basiert mehr auf einem Gef\u00fchl als auf wissenschaftlicher Erkenntnis. Musik ist in erster Linie ein emotionales Erlebnis, ist auch gut so. Und so wie Kretakatze durch ihre langj\u00e4hrigen Kontakte zur griechischen Kultur ein anderes Verh\u00e4ltnis zur Musik Griechenlands entwickelt hat, so hat Herr Anderson vielleicht durch seine vielen Besuche indischer Restaurants (der Meister bevorzugt indische K\u00fcche) ein besonderes Verh\u00e4ltnis zur indischen Musik in sich reifen lassen (in indischen Restaurants wird indische Musik gespielt, so wie man beim Griechen in der Regel griechische Musik h\u00f6rt), die sich dann in diesem Lied \u201aniedergeschlagen\u2019 hat.<\/em><\/p>\n<p><em>Dass Du, Kretakatze, das Outfit des Herrn Anderson nicht immer sehr geschmackvoll ausgew\u00e4hlt findest, kann ich im Fall des Tampa-Videos durchaus verstehen. Ich habe zun\u00e4chst auch etwas irritiert geguckt. Und selbst mein gro\u00dfer Sohn r\u00fcmpfte die Nase: \u201eWie sieht denn der Anderson aus?\u201c. Den roten Hut habe ich eher unter der Rubrik \u201enach Gutsherrenart\u201c abgehakt. Die diversen Outfits der Herren b\u00f6ten sicherlich Grundlage f\u00fcr ein eigenes Diskussionsforum. Lockwoods Kritik an Herrn Anderson bezieht sich, wie Du wohl gelesen hast, haupts\u00e4chlich auf sein aktuelles Aussehen (Kopfverband usw.).<\/em><\/p>\n<p><em>Ich w\u00fcnsche Euch was<\/em><br \/>\n<em>Wilfried<\/em><\/p>\n<p>23.05.2007<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/babelfish.altavista.com\/babelfish\/trurl_pagecontent?url=https:\/\/www.willizblog.de\/?p=858&#038;lp=de%5Fen\" target=\"_blank\">English Translation for Ian Anderson<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Kretakatze, Hallo Wilfried, zu den Themen Wikinger und hellen Hellenen habe ich mich allm\u00e4hlich warmgeschrieben. Nat\u00fcrlich kann ich es nicht mit allerletzter Gewissheit sagen, aber in meinen Augen sind schwarze Segel eine Erfindung Hollywoods, genau so wie r\u00f6mische Legionen, die im Gleichschritt marschieren. Erstens ist es sehr aufwendig, Segelstoff zu f\u00e4rben. Zweitens w\u00e4re diese &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=858\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 66: Von Island nach Griechenland<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[43],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/858"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=858"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/858\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=858"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=858"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=858"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}