{"id":8762,"date":"2014-10-08T09:04:43","date_gmt":"2014-10-08T08:04:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=8762"},"modified":"2014-10-08T09:09:22","modified_gmt":"2014-10-08T08:09:22","slug":"salman-rushdie-die-satanischen-verse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=8762","title":{"rendered":"Salman Rushdie: Die satanischen Verse"},"content":{"rendered":"<ul><em>\u201e&#8230; da\u00df er<\/em> [Gibril] <em>sich ver\u00e4ndert hatte, und zwar in erschreckendem Ausma\u00df, denn er hatte seinen Glauben verloren.\u201c<\/em><br \/>\nSalman Rushdie: Die satanischen Verse (S. 47)<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_satanischen_Verse\" target=\"_blank\">Die satanischen Verse<\/a> (englischer Originaltitel <em>The Satanic Verses<\/em>) ist ein Roman des Schriftstellers <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salman_Rushdie\" target=\"_blank\">Salman Rushdie<\/a>, der von indischen Immigranten in Gro\u00dfbritannien handelt und teilweise vom Leben des Propheten Mohammed inspiriert ist. Das Erscheinen des Buches am 26. September 1988 l\u00f6ste eine Reihe von Protesten und Gewalttaten von Muslimen aus.<\/p>\n<p>Salman Rushdie wurde 1947 in Bombay geboren und studierte in Cambridge Geschichte. 1983 erregte er mit dem Roman <em>\u201aMitternachtskinder\u2019<\/em> weltweit Aufsehen. Nur wenige Monate nach der Ver\u00f6ffentlichung des Romans \u201aDie satanischen Verse\u2019 im Jahr 1988 sprach der iranische Revolutionsf\u00fchrer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruhollah_Chomeini\" target=\"_blank\">Khomeini<\/a> wegen Blasphemie eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fatwa#Fatwas_anl.C3.A4sslich_konkreter_Vorkommnisse\" target=\"_blank\">Fatwa<\/a> \u00fcber Rushdie aus. Seither lebt der Autor, dessen B\u00fccher vielfach ausgezeichnet wurden und in \u00fcber zwei Dutzend Sprachen \u00fcbersetzt vorliegen, an einem unbekannten Ort in England.<br \/>\n(aus dem Klappentext)<\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41B9RdINKZL._SY344_BO1,204,203,200_.jpg\" alt=\"Salman Rushdie: Die satanischen Verse\" title=\"Salman Rushdie: Die satanischen Verse\" \/><\/ul>\n<p>Am 14. Februar 1989 rief Chomeini in einer Fatwa (verbunden mit einem Kopfgeld) alle Muslime zur T\u00f6tung des Schriftstellers Salman Rushdie auf, auf Grund der von ihm als blasphemisch erachteten \u00c4u\u00dferungen gegen den Propheten Mohammed in Rushdies Roman \u201eDie satanischen Verse\u201c:<\/p>\n<p><em>\u201eIch ersuche alle tapferen Muslime, ihn, gleich wo sie ihn finden, schnell zu t\u00f6ten, damit nie wieder jemand wagt, die Heiligen des Islam zu beleidigen. Jeder, der bei dem Versuch, Rushdie umzubringen, selbst ums Leben kommt, ist, so Gott will, ein M\u00e4rtyrer.\u201c<\/em> (Quelle: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruhollah_Chomeini#Fatwa_gegen_Salman_Rushdie\" target=\"_blank\">de.wikipedia.org<\/a>)<\/p>\n<p>Die Fatwa war auch Todesurteil f\u00fcr alle, die an der Ver\u00f6ffentlichung beteiligt waren und den Inhalt des Buchs kannten, das gegen den Islam, den Propheten und den Koran sei. So wurden auf mehrere \u00dcbersetzer des Buchs Anschl\u00e4ge ver\u00fcbt. Der italienische \u00dcbersetzer <em>Ettore Capriolo<\/em> wurde am 3. Juli 1991 in seiner Wohnung in Mailand durch Stiche verletzt und der japanische \u00dcbersetzer <em>Hitoshi Igarashi<\/em> am 11. Juli 1991 im Geb\u00e4ude seines B\u00fcros an der Universit\u00e4t Tsukuba erstochen. Der norwegische Verleger, <em>William Nygaard<\/em>, wurde durch Sch\u00fcsse schwer verletzt.<\/p>\n<p>Ich habe den Roman <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3442746590\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3442746590&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkId=RAWRZMJB3J2S72V6\" target=\"_blank\"><strong>Die satanischen Verse<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3442746590\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> in folgender Auflage vorliegen: Knaur 60648 \u2013 vollst\u00e4ndige Taschenbuchausgabe M\u00e4rz 1997, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., M\u00fcnchen \u2013 ein \u00dcbersetzer ist aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden nicht genannt.<\/p>\n<ul><em>Satan, zu einem vagabundierenden, rastlosen, unsteten Dasein verurteilt, kennt keine fest Bleibe; denn obgleich er, infolge seiner engelhaften Natur, \u00fcber ein Reich zerflie\u00dfender W\u00fcstenei und Luft herrscht, so ist es doch gewi\u00dflich Teil seiner Strafe, da\u00df er &#8230; ohne jeden angestammten Ort oder Raum ist, der es ihm gestatten w\u00fcrde, seinen Fu\u00df darauf ruhen zu lassen.<\/em><br \/>\nMotto zum Roman von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Daniel_Defoe\" target=\"_blank\">Daniel Defoe<\/a>: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Political_History_of_the_Devil\" target=\"_blank\">The History of the Devil<\/a><\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Satanische_Verse\" target=\"_blank\">\u201eSatanische Verse\u201c<\/a> ist die Bezeichnung f\u00fcr eine Episode in der Biographie von Mohammed, die mit der 53. Sure \u201eDer Stern\u201c (al-Nadschm) zusammenh\u00e4ngt. Dort geht es um die in der Kaaba in Mekka verehrten alten Gottheiten. Nach einer \u00dcberlieferung erlaubte Mohammed, die G\u00f6ttinnen Al-Lat, Al-Uzza und Manat um F\u00fcrsprache anzurufen, widerrief die entsprechenden Verse jedoch bald, da sie nicht vom Erzengel Gabriel, sondern vom Satan eingegeben sein sollen.<\/p>\n<p><strong>Inhaltsangabe:<\/strong><\/p>\n<p><em>I Der Engel Gibril<br \/>\nII Mahound<br \/>\nIII Ellohenn Deeohenn<br \/>\nIV Aischa<br \/>\nV Eine Stadt: Sichtbar, aber ungeschaut<br \/>\nVI R\u00fcckkehr nach Jahilia<br \/>\nVII Der Engel Asrael<br \/>\nVIII Die Teilung des Arabischen Meers<br \/>\nIX  Eine wunderbare Lampe<\/em><\/p>\n<p><em>Der Roman beginnt damit, dass zwei indische, aus Bombay stammende Muslime, Saladin (Salahudin) Chamcha und Gibril Farishta, nach der Explosion eines von Extremisten entf\u00fchrten Jumbo Jets an der Ostk\u00fcste von England ohne Fallschirm vom Himmel fallen, \u00fcberleben und glauben, verwandelt, wiedergeboren zu sein. Gibril, ein beliebter Bollywood-Schauspieler und Darsteller von Gottheiten, erh\u00e4lt nach dem Absturz einen Heiligenschein. Saladin, ein nicht minder erfolgreicher, seine Herkunft verleugnender Stimmenimitator, verwandelt sich \u00e4u\u00dferlich langsam in ein \u201eUngeheuer\u201c mit Fell, H\u00f6rnern und Schwanz, nimmt also ein teufels\u00e4hnliches Aussehen an. Aufgrund dieses Aussehens von der Polizei verfolgt, wird Saladin vom Liebhaber seiner englischen Ehefrau in London in einem bengalischen Caf\u00e9 versteckt, wo er trotz seines zunehmend ver\u00e4nderten Aussehens gute Freunde findet und zum Symbol des Widerstands gegen fremdenfeindliche Gruppierungen wird. Gibril andererseits gelingt es, sein ehemaliges Leben weiterzuf\u00fchren, wird aber zunehmend von der Vorstellung geplagt, die Inkarnation des gleichnamigen Erzengels zu sein, entfremdet sich von seiner Umwelt und wird geisteskrank. Saladin erh\u00e4lt nach einigen Leiden sein urspr\u00fcngliches Aussehen zur\u00fcck, trifft auf seine Nemesis und wird von ihr w\u00e4hrend gewaltt\u00e4tiger Unruhen aus dem brennenden Caf\u00e9 gerettet. Bevor er zu sich selbst findet, r\u00e4cht sich Saladin mit \u201esatanischen Versen\u201c (Verzweiflungstaten ausl\u00f6sender Telefonterror) an Gibril, der ihn nach ihrer wundersamen Rettung aus dem explodierten Flugzeug im Stich gelassen hatte.<\/em><\/p>\n<p><em>In den Erz\u00e4hlstrang um Gibril und Saladin verwoben ist die Geschichte des Propheten Mohammed, der im Roman Mahound hei\u00dft, und dessen Kampf gegen die G\u00f6ttin Al-Lat und das vorislamische Mekka. Gibril ist gleichzeitig Zuschauer, Werkzeug und Akteur zweier weiterer Handlungsstr\u00e4nge des Romans: Der von Wundern und Ungl\u00fccken begleiteten Haddsch eines kleinen s\u00fcdindischen Dorfes gegen den Widerstand seines s\u00e4kularen Zamindars (Gro\u00dfgrundbesitzer) sowie eines im Exil lebenden Imams, zu dessen unfreiwilligem Werkzeug Gibril wird (\u201eReise nach Jerusalem\u201c und Vernichtung von Aischa). Diese Erz\u00e4hlstr\u00e4nge sind als \u201eTr\u00e4ume\u201c Gibrils beziehungsweise des Erzengels Gabriel gestaltet.<\/em><\/p>\n<p><strong>Personen des Romans mit Zeit und Ort<\/strong><\/p>\n<p><strong>I. Bombay \u2013 London<\/strong> (im Roman auch Ellohenn Deeohenn genannt) usw. um das Jahr <strong>1961<\/strong> \u2013 <em>\u201eein Jahr, das man auf den Kopf stellen konnte &#8230;\u201c<\/em> (S. 62)<\/p>\n<p>Dara Singh \u2013 Buta Singh \u2013 Man Singh und Tevleen (Frau), Terroristen im Flugzeug AI-420 (\u201eBostan\u201c))<\/p>\n<p><strong>Gibril Farishta<\/strong>, indische Schauspieler (G\u00f6tterrollen), (Erzengel Gabriel, auch als Asrael, der W\u00fcrgeengel) \u2013 geboren als Ismail Najmuddin (Stern des Glaubens) in Poona \u2013 stirbt zuletzt durch Freitod<\/p>\n<p>Najmuddin Sen., Vater, stirbt als sein Sohn 20 Jahre alt ist (Essensl\u00e4ufer)<br \/>\nNaima Najmuddin, Mutter<\/p>\n<p>Babasaheb Mharte (nimmt Gibril in jungen Jahr auf)<\/p>\n<p>Rekha Merchant, Gibrils fr\u00fchere Geliebte, Nachbarin in Everest-Vilas\/verheiratete Gesch\u00e4ftsfrau \u2013 nimmt sich mit ihren Kindern das Leben durch Sprung vom Dach eines Hochhauses<\/p>\n<p>John Maslama, Vertreter des \u201auniversellen Glaubens\u2019, wie ihn Kaiser Akbar entwickelt hat; sp\u00e4ter Besitzer des Hot-Wax-Nachtclubs usw.<\/p>\n<p><strong>Alleluja Cone<\/strong>, Gibrils blonde Frau, Bergsteigerin, Besiegerin des Mount Everest (stirbt am Ende durch Sprung von Dach eines Wolkenkratzers \u2013 wie Rekha Merchant)<br \/>\nAlicja Cone, ihre Mutter<br \/>\nOtto Cone (fr\u00fcher: Cohen aus Warschau), ihr Vater<br \/>\nElena Cone, ihre Schwester<br \/>\n<em>(Professor Boniek, sp\u00e4terer Lebenspartner von Alicja)<\/em><\/p>\n<p>Pimple Billimoria, extrascharfe Sexbombe und Starlet, Gibrils &#8218;letzte Verflossene&#8216;<\/p>\n<p><strong>Saladin Chamcha<\/strong>, eigentlich: Salahuddin Chambachawala, indische Rundfunksprecher (Stimmenimitator), will perfekter Engl\u00e4nder sein (mutiert zeitweise zum Teufel)<\/p>\n<p>Changez Chambachawala, sein Vater, reich durch Kunstd\u00fcnger etc.<br \/>\nNasreen Chambachawala, seine Mutter<br \/>\nNasreen II, 2. Frau von Changez<br \/>\nAyah Kasturba, Kinderm\u00e4dchen<\/p>\n<p>Mimi Mamoulian, weibl. Gegenst\u00fcck zu Saladin (als Rundfunksprecherin), J\u00fcdin<br \/>\nBilly Battuta, pakistanischer Playboy, Supertanker-Besitzer etc., Hochstapler<br \/>\n(Aileen Struwwelpeter)<\/p>\n<p><strong>Pamela Chamba<\/strong>, geb. Lovelace, Saladins Frau \u2013 lebt mit Saladin in einer f\u00fcnfst\u00f6ckigen Villa in Notting Hill<br \/>\nZeeny Vakil, Saladins Geliebte in Bombay<br \/>\nJamshed \u201eJumpy\u201c Joshi, Pamelas Geliebter<\/p>\n<p><em><strong>Caf\u00e9 Shaandaar<\/strong> in der Brickhall High Street, London:<\/em><br \/>\nMuhammed Sufyan, Eigent\u00fcmer<br \/>\nHind Sufyan, seine Frau<br \/>\nMishal, Tochter<br \/>\nAnahita, Tochter<br \/>\nHanif Johnson, Rechtanwalt<\/p>\n<p>Dr. Uhuru Simba (eigentlich Sylvester Roberts aus New Cross)<br \/>\n<em>(Pinkwalla, der Didsch\u00e4y (eigentlich Sewunker))<\/em><br \/>\nInspektor Stephan Kinch, f\u00fcr die Nachbarschaftspflege zust\u00e4ndiger Beamter<\/p>\n<p>Hal Valance, Sch\u00f6pfer der Aliens Show \/ Filmbranche<br \/>\nS. S. \u201eWhisky\u201c Sisodia, indischer Filmproduzent (stottert leicht) \u2013 wird sp\u00e4ter &#8218;erschossen&#8216; aufgefunden (stirbt gleichzeitig mit Alleluja Cone)<br \/>\n(Jeremy Bentham, Musicalgenie)<\/p>\n<p>George Miranda, marxistischer Filmemacher, Freund Zeenys<br \/>\nSwatilekha, Bengalin, sp\u00e4ter Georges Freundin<br \/>\nBhupen Ghandi, Dichter und Journalist, Freund Zeenys<\/p>\n<p>Eugene Dumsday, Bekanntschaft aus dem Flugzeug, Fu\u00dfsoldat im christlichen Heer des Herrn<br \/>\n<em>(Jalandri, maus\u00e4hnliche, ziegenb\u00e4rtige Geisel im Flugzeug)<\/em><\/p>\n<p>Rosa Diamond, 88-j\u00e4hrige Frau, wohnt am Strand, wo Gibril und Saladin angeschwemmt werden<br \/>\nHenry Diamond, ihr verstorbener Mann (Don Enrique), beide lebten in Argentinien<\/p>\n<p>Hyacinth Phillips, Krankengymnastin (Saladin als Patient)<br \/>\nOrphia Phillips, ihre Schwester (U-Bahn-Aufzugf\u00fchrerin)<br \/>\nUriah Moseley, Freund Orphias (U-Bahn-Aufzugf\u00fchrer)<br \/>\nRochelle Watkins, Bahnhofssch\u00f6nheit (Nachfolgerin von Orphia, u.a. als U-Bahn-Aufzugf\u00fchrerin)<\/p>\n<p><strong>II. Vorzeit in Jahilia<\/strong>, Stadt g\u00e4nzlich aus Sand erbaut &#8211; <em>Quelle von Zamzam, neben dem Haus des Schwarzen Steins<\/em> \u2013 die <strong>Oase Yathrib<\/strong><\/p>\n<p>Die drei G\u00f6ttinnen (S. 136):<br \/>\nUzza \u2013 G\u00f6ttin der Sch\u00f6nheit und Liebe<br \/>\nManat \u2013 die Schicksalsg\u00f6ttin<br \/>\nIlat (Al-Lat, die G\u00f6ttin) \u2013 Mutterg\u00f6ttin (Lato bei den Griechen) &#8212; Allahs Gegenst\u00fcck<\/p>\n<p><strong>Mahound<\/strong> (Mohammed)<br \/>\nKhalid, der Wassertr\u00e4ger<br \/>\nSalman, \u201aTippelbruder\u2019 aus Persien<br \/>\nBilal, von Mahound freigekaufter Sklave<\/p>\n<p><em>Die 12 Frauen Mohammeds:<\/em><br \/>\nAischa<br \/>\nSawdah<br \/>\nHafsah<br \/>\nUmm Salamah, die Makhzumitin<br \/>\nRamlah<br \/>\nZainab bint Jahsh<br \/>\nJuwairiyah<br \/>\nRehanah, die J\u00fcdin<br \/>\nSafia<br \/>\nMaimunah<br \/>\nMaria, die Koptin (aus \u00c4gypten)<br \/>\nZainab bint Khuzaimah<\/p>\n<p><strong>Karim Abu Simbel<\/strong>, Grande von Jahilia<br \/>\nHind, seine Frau<\/p>\n<p><strong>Baal<\/strong>, der Satiriker<\/p>\n<p><strong>III. Im Exil<\/strong><\/p>\n<p><strong>Imam<\/strong>, ein Verbannter\/Mann im Exil (Khomeini)<br \/>\nKhalid, sein Sohn<br \/>\nBilal X, amerikanischer S\u00e4nger und Konvertit<br \/>\nSalman Farsi, diensthabender W\u00e4chter<\/p>\n<p><em><strong>IV.<\/strong> ein kleines indisches Dorf namens <strong>Titlipur<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Bibiji, heilige Frau, die 240 Jahre alt wurde<br \/>\n<strong>Aischa<\/strong>, falls\u00fcchtiges Waisenkind<\/p>\n<p><strong>Mirza Said Akhtar<\/strong>, Zamindar (Gro\u00dfgrundbesitzer)<br \/>\nMishal, seine Frau<\/p>\n<p>Osman, ein Unber\u00fchrbarer mit \u201aBum-Bum\u2019-Ochse<br \/>\nSrinivas, der Spielzeugfrabrikant<\/p>\n<p>Ich habe den Roman in diesen Tagen erneut gelesen, w\u00e4hrend die dschihadistisch-salafistische Terrororganisation <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islamischer_Staat_(Organisation)\" target=\"_blank\">IS<\/a> weiter Teile des Irak und Syriens besetzt und dort ein m\u00f6rderisches Regime eingerichtet hat. Ihr Anf\u00fchrer, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abu_Bakr_al-Baghdadi\" target=\"_blank\">Abu Bakr al-Baghdadi<\/a>, regiert als selbst ernannter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalif\" target=\"_blank\">Kalif<\/a>, womit der Anspruch auf die Nachfolge des Propheten Mohammed als politisches und religi\u00f6ses Oberhaupt aller Muslime verbunden ist. <\/p>\n<p>Ich gestehe, zu wenig vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islam\" target=\"_blank\">Islam<\/a> zu wissen, um mir ein genaues Urteil zu erlauben. Aber wie schon immer in der Geschichte, so sehe ich in der Ausdehnung des <em>IS<\/em> in erster Linie einen Machtanspruch, der sich besonders auch an wirtschaftlichen Interessen <em>orient<\/em>iert (sic!), dem die Religion nur als Vorwand dient. Und es ist <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=812\" target=\"_blank\">die Bestie Mensch<\/a>, die zu solchen Gr\u00e4ueltaten, wie sie der <em>IS<\/em> ver\u00fcbt, f\u00e4hig ist.<\/p>\n<p>Salman Rushdie entstammt einer muslimischen Familie. Sein Roman ist u.a. die Geschichte eines Glaubensverlustes, den er allerdings nicht vernunftm\u00e4\u00dfig zu begr\u00fcnden sucht, sondern in einer Sprache, die mit der orientalischen Lust am Fabulieren <em>\u201eein fulminantes Gewirr fantasievoller, grotesker und wahnwitziger Geschichten auf[t\u00fcrmt]. Weit ausschweifend denkt er sich fortw\u00e4hrend neue Nebenfiguren und \u2013handlungen aus. M\u00fchelos springt er zwischen Indien, Arabien und England, surrealer Wirklichkeit, Wahnvorstellungen und Trauminhalten hin und her.\u201c<\/em> (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dieterwunderlich.de\/Rushdie_verse.htm\" target=\"_blank\">dieterwunderlich.de<\/a>)<\/p>\n<p>Es geht als um Glaube wie um Zweifel. <em>\u201eEs geht aber auch um die Gegens\u00e4tze Gut und B\u00f6se, Liebe und Hass, Rache und Vergebung, Wahn und Rationalit\u00e4t, Kompromisslosigkeit und Pragmatismus, Orient und Okzident. Salman Rushdie warnt davor, dass die junge, urbane Elite Indiens ihre Identit\u00e4t verliert, wenn sie die traditionellen religi\u00f6sen, kulturellen und sozialen Bindungen zugunsten zweifelhafter Werte der globalen, westlich gepr\u00e4gten Massenkultur aufgibt. Zugleich wendet er sich gegen jede Art politischer oder religi\u00f6ser Bevormundung.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Manchmal erinnert mich der Roman an feinf\u00fchlig-satirisch burleske Werke wie die von Cervantes (<a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5628\" target=\"_blank\">Don Quijote<\/a>) und Rabelais (<a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1115\" target=\"_blank\">Gargantua und Pantagruel<\/a>). Aber nat\u00fcrlich blitzt auch immer wieder die Fantasiewelt aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tausendundeine_Nacht\" target=\"_blank\">Tausendundeiner Nacht<\/a> auf. Und ich muss an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nagib_Mahfuz\" target=\"_blank\">Nagib Machfus<\/a> denken, dessen <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=586\" target=\"_blank\">Kairo-Trilogie<\/a> das Leben in \u00c4gypten zwischen den beiden Weltkriegen beleuchtet und gegen den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nagib_Mahfuz#Politische_Position.2C_internationale_Wirkung\" target=\"_blank\">ebenfalls in einer Fatwa<\/a> ein Todesurteil wegen Gottesl\u00e4sterung verh\u00e4ngt worden war.<\/p>\n<p>Der Roman ist ein Werk gegen jene Humorlosigkeit iranischer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ajatollah\" target=\"_blank\">Ajatollahs<\/a>, die in ihrem Glaubenseifer alles niedermachen, und gegen das Brandschatzen selbst ernannter Kalifen. In seiner \u00fcberquellenden Fabulierlust ist es vor allem ein Werk, das zu Menschlichkeit, zu Verst\u00e4ndnis und Toleranz aufruft.<\/p>\n<p><em>\u201eDieser Roman ist das \u00fcberaus vielstimmige, Geschichte und Gegenwart durcheinanderwirbelnde, von Einf\u00e4llen \u00fcberbrodende und trotz eines \u201aHappy-End\u2019 letztlich tieftraurige Manifest eines endg\u00fcltigen Glaubensverlustes. Seinen literarischen Rang gewinnt das Buch durch eine scheinbar paradoxe Entscheidung seines Autors. Denn Rushdie erz\u00e4hlt diesen Glaubensverlust nicht im Sinne rationaler Welterfahrung: er benutzt vielmehr alle ihm zu Gebote stehenden Mittel des Phantastischen und des Wunderbaren, um sein Pand\u00e4monium der entg\u00f6ttlichen Welt zu veranschaulichen.\u201c<\/em> (Frankfurter Allgemeine Zeitung)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e&#8230; da\u00df er [Gibril] sich ver\u00e4ndert hatte, und zwar in erschreckendem Ausma\u00df, denn er hatte seinen Glauben verloren.\u201c Salman Rushdie: Die satanischen Verse (S. 47) Die satanischen Verse (englischer Originaltitel The Satanic Verses) ist ein Roman des Schriftstellers Salman Rushdie, der von indischen Immigranten in Gro\u00dfbritannien handelt und teilweise vom Leben des Propheten Mohammed inspiriert &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=8762\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Salman Rushdie: Die satanischen Verse<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8762"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8762"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8762\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8762"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8762"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8762"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}