{"id":8797,"date":"2014-10-16T07:08:24","date_gmt":"2014-10-16T06:08:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=8797"},"modified":"2015-04-23T05:20:16","modified_gmt":"2015-04-23T05:20:16","slug":"die-fratze-des-grauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=8797","title":{"rendered":"Die Fratze des Grauens"},"content":{"rendered":"<ul>Dieser Dialekt. Das ist das Markanteste, das an Claus Weselsky, 55, auff\u00e4llt, abgesehen von seinem akkurat gestutzten Schn\u00e4uzer. Er s\u00e4chselt. Und redet von \u201eglaren Bodschafden an den Arbeidgeber\u201c, die \u201eEisenbohn\u201c, \u00fcber \u201eDariefverdr\u00e4ge\u201c, unzureichende \u201eAngebode\u201c und, aus seiner Sicht unvermeidbar, den \u201eArbeidsgampf\u201c.<\/ul>\n<ul>Jeder Mensch spricht so, wie er spricht, aber bei Weselsky, geboren in Dresden, hat die Sprache eine eigene Bedeutung. S\u00e4chsisch ist laut einer Umfrage der unbeliebteste Dialekt im Land. 30 Prozent finden das Idiom \u201ebesonders unsympathisch\u201c. Dass ihm das egal ist, dass er redet wie sonst keiner der wichtigen Arbeitnehmer-Vertreter, sagt einiges \u00fcber sein Selbstverst\u00e4ndnis.<\/ul>\n<ul><em>Bahn brechend<\/em> &#8211; <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/themen\/reportage\/gdl-chef-claus-weselsky-im-portraet-bahn-brechend\/10844104.html\" target=\"_blank\">GDL-Chef Claus Weselsky im Portr\u00e4t<\/a> von Carsten Br\u00f6nstrup<\/ul>\n<p>Schaut man auf die <a href=\"http:\/\/www.gdl.de\/\" target=\"_blank\">Website der GDL<\/a>, der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gewerkschaft_Deutscher_Lokomotivf\u00fchrer\" target=\"_blank\">Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf\u00fchrer<\/a>, dann blickt man zz. mindestens viermal (dreimal ist Mindestma\u00df) in die Visage eines Herrn <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Claus_Weselsky\" target=\"_blank\">Claus Weselsky<\/a>, Bundesvorsitzender der GDL \u2013 f\u00fcr mich ist es <em>die Fratze des Grauens<\/em>.<\/p>\n<ul><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/weselsky_fratze_des_grauen.jpg\" alt=\"Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL \u2013 die Fratze des Grauens\" title=\"Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL \u2013 die Fratze des Grauens\" \/><\/ul>\n<p>Dank des Herrn Weselsky wird wieder einmal ein Arbeitskampf auf dem R\u00fccken der Fahrg\u00e4ste von Deutscher Bahn samt S-Bahn ausgetragen. Nach einem ersten neunst\u00fcndigen Streik in der letzten Woche wurde dann seit gestern 14 Uhr (bis heute Morgen 4 Uhr) erneut gestreikt. Noch streikt die GDL stundenweise. Denke ich an das Jahr 2011 zur\u00fcck, da wurde <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/index.php?s=gdl\" target=\"_blank\">TAGELANG<\/a> z.B. die <a href=\"http:\/\/www.der-metronom.de\/\" target=\"_blank\">metronom Eisenbahngesellschaft<\/a> bestreikt.<\/p>\n<p><em>Alle Bahnr\u00e4der stehen still, wenn Herr Weselsky es will<\/em> (gottlob, nicht alle R\u00e4der &#8230;)<\/p>\n<p>Es geht nicht in erster Linie um einen verbesserten Tarifvertrag, es geht vor allem um die Gewerkschaft selbst und damit um Macht und Einfluss. Herr Weselsky f\u00fcrchte um seinen Kopf:<\/p>\n<p>Die GDL fordert n\u00e4mlich nicht nur f\u00fcnf Prozent mehr Lohn und eine Verk\u00fcrzung der Wochenarbeitszeit. Sie will auch durchsetzen, dass sie k\u00fcnftig nicht nur die Lokf\u00fchrer vertritt, sondern auch andere Berufsgruppen wie Zugbegleiter. F\u00fcr diese hat bisher die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die Tarifvertr\u00e4ge ausgehandelt. Die Bahn f\u00fcrchtet konkurrierende Tarifvertr\u00e4ge. Derweil plant die Bundesregierung ein Gesetz zur Tarifeinheit. Und das k\u00f6nnte dann vielleicht das Ende von GDL und damit von Herrn Weselsky sein.<\/p>\n<p>Wer ist dieser Claus Weselsky, der Millionen von Bahnkunden und Pendler \u201aauf der Strecke\u2019 liegen l\u00e4sst? Weselsky f\u00fchrt seit 2007 die GDL. Er gilt als <em>\u201ekompromisslos, mit eiserner H\u00e4rte. Alle Entscheidungen f\u00e4llt am Ende er. Als \u201aCholeriker\u2019 beschreibt ihn einer.\u201c \u2013 \u201e\u201aDer duldet keinen Widerspruch\u2019, sagt einer, der lange mit ihm in der GDL-Zentrale in Frankfurt am Main zusammengearbeitet hat. Die Leiter der sieben Gewerkschafts-Bezirke hat Weselsky pers\u00f6nlich ausgesucht. Die Organisation ist so schlagkr\u00e4ftig wie kaum eine andere, mit nur minimalem Aufwand kann sie das Land lahmlegen.\u201c &#8211; \u201eSelbst Ex-Chef Manfred Schell, einst ein F\u00f6rderer, hat sich von ihm abgewandt und staunt \u00fcber Weselskys Eifer: \u201aDer tut so, als w\u00fcrde er in den Heiligen Krieg ziehen.\u2019<\/em> [&#8230;] <em>und fordert Weselskys R\u00fccktritt.\u201c<\/em> (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/themen\/reportage\/gdl-chef-claus-weselsky-im-portraet-bahn-brechend\/10844104.html\" target=\"_blank\">tagesspiegel.de<\/a>)<\/p>\n<p>Auch der Fahrgastverband <a href=\"http:\/\/www.pro-bahn.de\/index.php\" target=\"_blank\">&#8222;Pro Bahn&#8220;<\/a> kritisierte die streikenden Lokf\u00fchrer. Es werde immer offensichtlicher, dass es der GDL <em>&#8222;vorwiegend um die Ausweitung ihres Machtbereichs geht und nicht um tarifliche Forderungen&#8220;<\/em>, sagte Pro Bahn Bundessprecher Gerd Aschoff. <em>&#8222;Und das macht die GDL mit Mitteln, die nicht mehr nachvollziehbar sind.&#8220;<\/em><\/p>\n<p> Die Lokf\u00fchrergewerkschaft agiere zunehmend <em>&#8222;auf dem R\u00fccken der Fahrg\u00e4ste&#8220;<\/em>, sagte Aschoff. Wegen der kurzen Vorwarnzeiten h\u00e4tten viele Fahrg\u00e4ste keine Chance, sich auf die Einschr\u00e4nkungen im Bahnverkehr einzustellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Dialekt. Das ist das Markanteste, das an Claus Weselsky, 55, auff\u00e4llt, abgesehen von seinem akkurat gestutzten Schn\u00e4uzer. Er s\u00e4chselt. 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