{"id":882,"date":"2007-06-19T00:29:37","date_gmt":"2007-06-18T22:29:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=882"},"modified":"2007-06-19T00:29:37","modified_gmt":"2007-06-18T22:29:37","slug":"was-ist-blos-mit-ian-los-teil-73-while-my-guitar-gently-weeps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=882","title":{"rendered":"Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 73: While my Guitar gently weeps"},"content":{"rendered":"<p><em>Hallo Wilfried, Hallo Lockwood,<\/em><\/p>\n<p><em>diesen Beitrag muss ich einmal wieder mit einer Entschuldigung beginnen. Mir ist klargeworden, dass die Ursache f\u00fcr meine &#8222;John-Fogerty-Karohemd-Psychose&#8220; in meiner ganz pers\u00f6nlichen Vergangenheit zu suchen ist, und nicht, wie ich das getan habe, verallgemeinert werden kann. Insbesondere m\u00f6chte ich mich daf\u00fcr entschuldigen, dass ich Euch hier mit meinen pers\u00f6nlichen Psychosen bel\u00e4stigt habe. Es ist n\u00e4mlich so, dass ich selbst einen gewissen Teil meiner Vergangenheit im Karohemd-Outfit verbracht habe &#8211; haupts\u00e4chlich beim K\u00fche melken und Schafe h\u00fcten. Zum Beweis hier ein Bild von <A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/Schaeferin4.JPG\" TARGET=\"_blank\">Kretakatze<\/A> 1984 in Karohemd, Latzhose und Gummistiefeln beim Klauen schneiden (Bild ist miserabel, da aus einer Zeitung abgescannt &#8211; das Tier vor mir auf dem Boden ist ein Lamm mit schwarzem Kopf und schwarzen Beinen).<\/em><\/p>\n<p><em>Tats\u00e4chlich habe ich, soweit ich mich erinnern kann, selbst jahrelang bei der Arbeit ausschlie\u00dflich karierte Hemden getragen. Insofern erscheinen mir vermutlich Personen in Karohemd instinktiv vertraut, da sie mich an mich selbst erinnern. Dazu kommt, dass ich inzwischen bei genauerer Betrachtung weitere, \u00fcber das karierte Hemd hinausgehende \u00e4u\u00dfere \u00c4hnlichkeiten zwischen Mr. Fogerty und mir entdecken konnte. Das reicht von den vorstehenden Schneidez\u00e4hnen bis zur Pony-Frisur &#8211; ich m\u00f6chte jetzt nicht in die Details gehen. Das alles  k\u00f6nnte dazu gef\u00fchrt haben, dass ich mich unbewu\u00dft in einer unangemessen \u00fcbersteigerten Form mit der Person des Mr. Fogerty identifiziert habe. Ich bitte daher, meine bisherigen Ausf\u00fchrungen betreffend Mr. Fogerty in diesem Lichte ggf. neu zu bewerten &#8211; Danke!<\/em><\/p>\n<p><em>Uff &#8211; und jetzt wechseln wir ganz schnell das Thema. Bringen wir mal einen ganz anderen Musiker ins Spiel, mit dem ich garantiert keine \u00c4hnlichkeit habe&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Von der Sorte &#8222;One-Man-Band&#8220; habe ich in meiner Plattensammlung n\u00e4mlich noch eine weitere Gruppe stehen (bemerkenswerterweise habe ich dort <U>nur<\/U> Solo-Musiker oder &#8222;One-Man-Bands&#8220; stehen): Mark Knopfler und seine Dire Straits. Auch hier gibt es eine Geschichte mit einem Bruder, der nach relativ kurzer Zeit die Band verl\u00e4sst und sich mit einer Solo-Karriere versucht, in diesem Fall Mark&#8217;s j\u00fcngerer Bruder David. Auch er wird nie ersetzt, die Truppe spielt zu dritt weiter. Von den Dire Straits hat man seit bald 15 Jahren nichts mehr geh\u00f6rt, obwohl die Band nie offiziell aufgel\u00f6st wurde. Mark Knopfler ist dagegen durchaus noch aktiv, so spielte er z.B. im Jahre 2004 auf dem letzten Album von John Fogerty mit &#8211; sozusagen <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5e7tWZdZotY&#038;mode=related&#038;search=\" TARGET=\"_blank\">Brothers In Arms<\/A>, Br\u00fcder unter sich. Dabei sollte man meinen, dass Knopfler mit Ian Anderson mehr Gemeinsamkeiten hat als mit John Fogerty. Zum Einen sind beide Schotten und Literaten (Knopfler ist studierter Journalist), und zum Anderen hat Anderson schon einmal ein Album herausgebracht, von dem man sagt es klingt als w\u00e4re es von Knopfler. Just f\u00fcr dieses Album hat er dann auch noch einen Grammy bekommen. Da w\u00e4re es doch naheliegend auch einmal zusammen zu musizieren. Aber das k\u00f6nnte Anderson vielleicht seinem Martin Barre nicht antun. Oder er bef\u00fcrchtet, dass er neben Knopfler doch nur als der Zweitbeste erscheinen k\u00f6nnte? Fogerty dagegen scheint keine Probleme damit zu haben sich einen Gitarristen &#8222;einzukaufen&#8220;, von dem er auch noch etwas lernen kann.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie man an dem obigen &#8222;Brothers in Arms&#8220;-Video sieht, stehen da auch bei den Dire Straits schon in den 80ern (Video stammt vermutlich aus der Tour 1985\/86) deutlich mehr als die eigentlichen 3 Bandmitglieder auf der B\u00fchne. Ich k\u00f6nnte jetzt nicht einmal sagen, wer von diesen Musikern zu den Dire Straits geh\u00f6rt und wer &#8222;zugekauft&#8220; ist. Was man auch sieht: Der v\u00f6llig andere B\u00fchnenauftritt im Vergleich zu Anderson. Knopfler erscheint in Jeans und T-Shirt, spricht \u00fcblicherweise so gut wie \u00fcberhaupt nicht mit dem Publikum, steht mit unbewegtem Gesicht nahezu regungslos am Mikrophon und wirkt teilweise fast gelangweilt. Krasser geht&#8217;s eigentlich nicht mehr. Trotzdem habe ich mich noch nie bei einem Video von ihm gelangweilt.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber auch Knopfler hat im Laufe der Jahre dazu gelernt. So bewegt er sich jetzt mehr auf der B\u00fchne und l\u00e4chelt sogar gelegentlich! Im Gegensatz zu Anderson und Fogerty scheint ihm allerdings immernoch jede Eitelkeit fremd zu sein. Er erscheint auf der B\u00fchne wei\u00dfhaarig, kahlk\u00f6pfig und bebrillt &#8211; wie er halt so ist. Und die Fans st\u00f6rts \u00fcberhaupt nicht, die sind begeistert. Zum Beweis hier ein ziemlich gutes Bootleg von 2005, Knopfler&#8217;s &#8222;Werbespot&#8220; f\u00fcr Deutschland und deutsches Bier:<br \/>\n<A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Wj13YR0dQeU\" TARGET=\"_blank\">Why Aye Man<\/A> (Soundqualit\u00e4t nicht ganz so toll, aber ich wollte was Aktuelles). Das Einzige, was ich bei diesem Song schon beim ersten H\u00f6ren einwandfrei verstanden habe, waren die Zeilen &#8222;plenty Deutschmarks here to earn&#8220;, &#8222;german beer is chemical free&#8220; und &#8222;tonight we&#8217;ll drink the old town dry&#8220;. Wahrscheinlich wird er extra von der deutschen Bierindustrie daf\u00fcr bezahlt, dass er diese Worte deutlich ausspricht, ansonsten bekommt er ja beim Singen die Z\u00e4hne kaum auseinander. (Damit &#8211; wer m\u00f6chte &#8211; wenigstens ein bi\u00dfchen was vom Text versteht, hier noch der <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0NHmpOER-sA\" TARGET=\"_blank\">Original-Videoclip<\/A> von 2002). Bleibt vielleicht noch zu erg\u00e4nzen, dass sich Knopfler&#8217;s Stimme bislang nicht ver\u00e4ndert zu haben scheint. Er hatte allerdings auch noch nie eine.<\/em><\/p>\n<p><em>Diese wenigen Worte \u00fcber Mark Knopfler hatte ich \u00fcbrigens bereits geschrieben, bevor Du, lieber Wilfried, nach den Gitarristen und Gitarrensoli gefragt hast. Es hat nur zu meinen letzten Beitr\u00e4gen nicht gepasst. Aber Du wirst Dir jetzt wahrscheinlich schon denken k\u00f6nnen in welche Richtung meine Antwort gehen wird. Wenn ich eine Rangliste der besten Gitarrensoli aufstellen sollte, dann w\u00e4ren mindestens die Pl\u00e4tze 1 bis 20 l\u00fcckenlos von Mark Knopfler belegt. Danach h\u00e4tten dann vielleicht auch noch andere Musiker eine Chance (in den L\u00fccken). Das Solo aus <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=627KJ1U1jPQ\" TARGET=\"_blank\">I Put A Spell On You<\/A> w\u00e4re sicher mit dabei, au\u00dferdem <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=i1G6UmjZBHg\" TARGET=\"_blank\">While my Guitar gently weeps<\/A> und vielleicht noch ein paar Titel von Al Stewart, dessen beste Songs auf YouTube leider nicht zu finden sind (jedenfalls keine mit Gitarrensolo). Ansonsten kann ich mich Lockwood nur anschlie\u00dfen: Welche Gitarristen &#8222;gut&#8220; sind, kann ich nicht beurteilen. Ich entscheide einzig danach, ob mir die Musik gef\u00e4llt, ganz gleich ob sie leicht oder schwer zu spielen ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Tats\u00e4chlich war ich ziemlich \u00fcberrascht Aqualung auf der Liste der Gitarrensoli zu finden &#8211; mir war bislang nicht einmal bewusst, dass es in Aqualung ein Gitarrensolo gibt (dabei dachte ich, ich kenne das St\u00fcck). Da kannst Du mal sehen, wie beeinduckt ich von dem Solo war. Ich muss zugeben, dass ich in der Musik von Jethro Tull Gitarrensoli nie wahrgenommen habe, ich kann mich an kein einziges erinnern. Das ist vermutlich eine f\u00fcrchterliche Schande f\u00fcr einen Jethro Tull Fan &#8211; falls ich einer bin. Deshalb habe ich gerade noch einmal Aqualung angeschaut, damit ich wenigstens wei\u00df, wovon wir sprechen. Und ja, das ist die Stelle wo Mr. Anderson kurz die B\u00fchne verl\u00e4sst und ich &#8211; zumindest geistig &#8211; auch. Es ist eins von den Gitarrensoli, die laut und schnell sind, aber f\u00fcr mich ohne erkennbare Melodie. Bei solcher Musik schalte ich ab.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich habe \u00fcberhaupt ein Problem mit Instrumentalmusik. F\u00fcr mich ist der Gesang, der Klang der menschlichen Stimme in der Musik sehr wichtig, um mein Interesse und meine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Bei den meisten Instrumentalpassagen beginne ich mich schon nach 30 Sekunden zu langweilen. Instrumentalmusik muss schon sehr viel zu bieten haben, damit sie mich anspricht. Am ehesten gelingt das, wenn der Klang des Soloinstruments der menschlichen Stimme ziemlich nahe kommt, und auch die Melodie wie gesungen klingt. Daf\u00fcr ist eine Querfl\u00f6te schon einmal recht gut geeignet. Noch besser geht das mit einer elektrischen Gitarre, aber der Klang muss stimmen &#8211; l\u00e4rmend und kreischend mag ich garnicht. Deshalb schaue ich bei den meisten Gitarrensoli eher auf die Uhr und frage mich, wann&#8217;s endlich vorbei ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Die einzige Ausnahme ist da Mark Knopfler. Dem kann ich stundenlang zuh\u00f6ren, ohne dass ich merke wie die Zeit vergeht. Eigentlich dachte ich, ich h\u00e4tte <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=E2PCBx6s9SY\" TARGET=\"_blank\">Sultans Of Swing<\/A> schon so oft geh\u00f6rt, dass es mir langsam zum Hals heraush\u00e4ngt, aber ich wollte trotzden eine Version in meine Playlist verlinken. Also habe ich mich durch die verschiedenen Versionen durchgeklickt, weil ich die beste heraussuchen wollte. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich seit anderthalb Stunden nicht anderes als verschiedene Versionen von Sultans Of Swing h\u00f6re, und ich h\u00e4tte noch eine Weile so weitermachen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Krasser Wechsel zu einem ganz anderen Musikstil.<br \/>\n<A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ak7frjf2gLA\" TARGET=\"_blank\">Proud Mary<\/A> in der Version von Ike und Tina Turner war mir bisher unbekannt. Vielleicht habe ich das St\u00fcck auch schon so geh\u00f6rt, nur habe ich es nicht mehr wiedererkannt. Die urspr\u00fcngliche Melodie kann ich in dieser Version n\u00e4mlich nur noch mit gro\u00dfer M\u00fche erkennen, der Anfangsteil ist zu langsam und der Schluss zu schnell. Die Interpretation dieses St\u00fccks scheint haupts\u00e4chlich aus Gekreische und Hinterngewackel zu bestehen. Was das mit dem Inhalt des Lieds zu tun hat, ist mir bislang verborgen geblieben. Und warum sich Tina zum Hinternwackeln gerade dieses Musikst\u00fcck ausgesucht hat, wird mir wohl auch ein R\u00e4tsel bleiben. Jedenfalls wei\u00df ich jetzt wieder, warum ich sie noch nie leiden konnte &#8211; sie schafft es ein gutes Lied bis zur Unkenntlichkeit zu versauen.<\/em><\/p>\n<p><em>Lieber Wilfried, da finde ich Deine Version doch noch deutlich besser (wenn sie auch nicht ganz an das Original herankommt). Und das gilt noch viel mehr f\u00fcr &#8222;Dirty Old Town&#8220;. W\u00e4hrend sich die &#8222;Originale&#8220; (?) von den Pogues und den Dubliners in meinen Ohren kaum unterscheiden und beide so klingen, wie das Lied hei\u00dft &#8211; dirty and old, stumpf-dumpf trist und schwerf\u00e4llig &#8211; klingt Deine Version flott und beschwingt. Also in meiner Hitparade belegst Du jedenfalls die vordernen Pl\u00e4tze deutlich vor der Prominenz! Und von &#8222;belegter Simme&#8220; konnte ich auch nichts h\u00f6ren. Sei nur nicht so bescheiden. Warum habt Ihr das Musizieren eigentlich aufgegeben?<\/em><\/p>\n<p><em>So, machen wir Schluss f\u00fcr heute. Und am besten verabschiede ich mich auch gleich in den Urlaub &#8211; ich werde mich h\u00f6chstens noch einmal kurz melden, falls mir die Zeit noch reicht. Am\u00fcsiert Euch in der Zwischenzeit gut ohne mich!<\/em><\/p>\n<p><em>Liebe Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nKretakatze<\/em><\/p>\n<p><em>PS.:Da ich nun schon einmal im Photoalbum gekruschtelt habe und au\u00dferdem nicht m\u00f6chte, dass Ihr denkt ich laufe die ganze Zeit in Karohemden, Latzhosen und Gummistiefeln herum: Hier noch ein paar Bilder von mir, die beweisen, dass ich vielseitig veranlagt bin und nicht nur Klauen schneiden sondern auch griechisch tanzen kann. Dem m\u00f6chte ich noch vorausschicken, dass unsere Tanztruppe <u>sehr<\/u> laienhaft zusammengesetzt und ausgestattet war, also nicht vergleichbar mit Tanz-Videos, die ich bereits verlinkt hatte. Ich hoffe daher auf stark ged\u00e4mpfte Erwartungen, damit ich diese zumindest noch knapp \u00fcbertreffen kann (Die Bilder stammen \u00fcbrigens von 1995):<br \/>\n<A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/Tanz_1995_Seimbekikos.jpg\" TARGET=\"_blank\">Seimbekikos<\/A><br \/>\n<A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/Tanz_1995_Sirtaki.jpg\" TARGET=\"_blank\">Sirtaki<\/A><br \/>\n<A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/Tanz_1995_Chasaposervikos.jpg\" TARGET=\"_blank\">Chasaposervikos<\/A><\/em><\/p>\n<p>11.06.2007<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p><em>Hallo Ihr beiden H\u00fcbschen,<\/em><\/p>\n<p><em>Ihr wart ja wieder flei\u00dfig. Besonders Kretakatzes letzte Beitr\u00e4ge haben mir sehr gut gefallen. Du hast die beiden Herren, Fogerty und Anderson, wohl sehr treffend geschildert. Ich m\u00f6chte dabei auf den von Dir angesprochenen Unterschied zwischen nationaler Herkunft einerseits und unterschiedlichem famili\u00e4ren und gesellschaftlichen Background andererseits kurz zur\u00fcckkommen. Ich habe John Fogerty als typisch amerikanisch hingestellt. Ich muss dazu sagen, dass ich nie in den USA war. Aber man liest halt so manches und Hollywood gibt ja auch gen\u00fcgend Anschauungsunterricht. Was ist also typisch amerikanisch? Amerika ist bekanntlich das Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten. Und sicherlich gibt es dort einen allgemeinen Trend, die gesellschaftlichen Schranken aufzuheben (trotz der Rassenschranken). Auf jeden Fall fragt man zun\u00e4chst weniger nach dem Staat, sondern ist gern selbst seines Gl\u00fcckes Schmied. Man ist freundlich und aufgeschlossen, aber doch meist sehr unverbindlich dabei (z.B. Einladungen, wozu und wohin auch immer, sollte man nicht unbedingt w\u00f6rtlich nehmen). Und in einer L\u00e4nderkunde von Dietrich Schwanitz in seinem Buch \u201eBildung\u201c las ich das Folgende:<\/em><\/p>\n<p>\u201eWundere dich nicht, wenn beim Essen der Amerikaner zuerst das ganze Steak mit Messer und Gabel zerschneidet, dann das Messer hinlegt, die Gabel in die Rechte nimmt und die Linke unter dem Tisch auf das Knie st\u00fctzt. Er braucht sie, um den Colt zu halten.\u201c<\/p>\n<p><em>Einfach gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig w\u00fcrde ich John Fogerty so auch als netten amerikanischen Guy sehen.<\/em><\/p>\n<p><em>In Gro\u00dfbritannien dagegen herrscht auch heute noch ein ausgepr\u00e4gtes Klassenbewusstsein \u2013 sowohl in der Upper als auch Lower Class. Zur Upper Class geh\u00f6rt man dabei nicht unbedingt durch Geburt, sondern mehr noch durch eine entsprechend gute Schullaufbahn. In diesem Sinne geh\u00f6rt Ian Anderson sicherlich zur Oberklasse \u2013 und entsprechend geb\u00e4rdet er sich auch. Also um Herrn Anderson halbwegs (tiefenpsychologisch) n\u00e4her zu kommen, muss man vieles von dem verstanden haben, was als typisch britisch angesehen wird. Ich habe mich hierzu einmal etwas n\u00e4her ausgelassen, wenn auch bezogen auf deutsche Verh\u00e4ltnisse: Die \u2018neue\u2019 und die \u2018alte\u2019 Unterschicht <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=96\" target=\"_blank\">Teil 1<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=97\" target=\"_blank\">Teil 2<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Andersons politische Engagement ist nicht offensichtlich. Er nimmt an keiner Demonstration teil. Wir haben ihn auch nicht in Heiligendamm gesehen. Unpolitisch ist er dagegen mit Sicherheit nicht. Er hat sich z.B. im amerikanischen Fernsehen bewusst kritisch \u00fcber die Allgegenwart der Amerikat\u00fcmelei (in Form von amerikanischen Flaggen, die in jedem Vorgarten wehen) ge\u00e4u\u00dfert, was ihm u.a. ein Verbot bei einigen anderen Sendern einbrachte. Auch hat er sich oft genug ablehnend gegen George W. Bush ge\u00e4u\u00dfert (nun, gut, das ist kein Kriterium \u2013 welcher Mensch mit Verstand wird Bush m\u00f6gen). Seine Texte sind gespickt mit kritischen Anmerkungen zum politischen Geschehen. Nur ein Beispiel: Vor einiger Zeit hatte ich das Solo-Album von Ian Anderson <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=761\" target=\"_blank\">Walk into Light<\/a> f\u00fcr mich digitalisiert. Auf dem Album gibt es das Lied <a href=\"http:\/\/www.cupofwonder.com\/walk.html#DifferentGermany\" target=\"_blank\">Different Germany<\/a>. Es thematisiert auf Anderson\u2019sche Art die wachsende politische Tendenz in den 80-er Jahren in Deutschland nach rechts au\u00dfen. Und, um noch einmal auf<\/em> dunkle Segel am Horizont <em>zur\u00fcck zu kommen, es finden sich auch in vielen anderen Texten vielleicht verschl\u00fcsselte, aber durchaus entzifferbare Hinweise auf kritische (und damit durchaus politische) Stellungnahmen. \u00c4hnlich ist es um das Lied <a href=\"http:\/\/www.cupofwonder.com\/heavy.html#NoLullaby\" target=\"_blank\">\u201eNo Lullaby\u201c<\/a> bestellt. Anderson bedient sich einer Bildersprache, die zun\u00e4chst ein \u201aoberfl\u00e4chliches\u201c Szenario wiedergibt. Erst wenn man am Lack kratzt, zeigt sich, dass sich das alles auch anders, eben \u201atiefer\u2019 deuten l\u00e4sst. So ist nun einmal die Sprache der Dichter: metaphorisch, meist auch reichlich kryptisch.<\/em><\/p>\n<p><em>Neben seinem Engagement f\u00fcr Wildkatzen usw. hat er sich auch f\u00fcr den Regenwald stark gemacht, wie das folgende Video beweist (auch wenn das bereits l\u00e4ngere Zeit her ist): <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_bVuq0C8oqk\" target=\"_blank\">Artists United For Nature &#8211; Yes We Can<\/a> \u2013 hier hat er sich u.a. mit Musikern und S\u00e4nger wie Brian May (sic!), Joe Cocker, Harold Faltermeyer, Herbie Hancock, Chaka Khan und vielen anderen zusammen getan. Eine solche Aktion muss man auch als politisch werten.<\/em><\/p>\n<p><em>Brian May und Mark Knopfler lasse ich gern als hervorragende Gitarrenk\u00fcnstler gelten. Nat\u00fcrlich tauchen beide auch in den entsprechenden Bestenlisten auf. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Barre\" target=\"_blank\">Martin Barre<\/a> gilt weiterhin als unterbewertet, obwohl er einen sehr eigenen Stil entwickelt hat, der sich in einigen St\u00fccken an der menschlichen Gesangsstimme orientiert. Mein Neffe, auch viele Jahre als Gitarrist unterwegs, war kein ausgesprochener Tull-, daf\u00fcr aber ein um so gr\u00f6\u00dferer Barre-Fan. Er k\u00f6nnte Euch sicherlich einiges mehr zu dessen Stil und technisches K\u00f6nnen erz\u00e4hlen. Ich muss eines gestehen: Dass ich \u00e4hnlich Kretakatze fr\u00fcher den guten Martin auch eher \u00fcberh\u00f6rt habe, manchmal ihn eher als schlecht empfunden habe. Heute aber (und nach l\u00e4ngeren Diskussionen mit meinem Neffen) bin ich h\u00f6rtechnisch Martin Barre \u201ahintergestiegen\u2019. Er ist schon etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig.<\/em><\/p>\n<p><em>Und Kretakatze hat es erfasst: \u201eCrest of a Knave\u201c klingt wirklich sehr knopfler-isch. Zum einen klingt Martin Barres Gitarre sehr im Stile von Mark Knopfler; und dann \u201aimitiert\u2019 auch noch Herr Anderson dessen Stimme. Mich hat das damals auch sehr verwundert. Obwohl ich nicht unbedingt von Plagiat sprechen m\u00f6chte, so w\u00fcrde es mich eigentlich schon interessieren, wie es bei Anderson &#038; Co. dazu gekommen ist, sich an Dire Straits zu orientieren, denn leugnen w\u00e4re zwecklos.<\/em><\/p>\n<p><em>Zu den Gitarreng\u00f6ttern z\u00e4hlen sicherlich Eric Clapton und Jimi Hendrix. Beide haben ebenfalls einen un\u00fcberh\u00f6rbaren eigenen Stil. Von Hendrix h\u00e4tte ich gern mehr St\u00fccke, in denen er nicht so vollgedr\u00f6hnt daherspielt, als m\u00fcsste er die ganze Welt in Flammen setzen. Bei diesen Endlossoli klappen mir auch die Ohren zu, schnell zum n\u00e4chsten St\u00fcck. Clapton ist aber nun wirklich \u201eGod\u201c. Er hat zwar kaum wirklich gute eigene Lieder erfasst (aber welcher gute Gitarrist hat das schon). Wie er aber z.B. mit Cream bei den St\u00fccken <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YMyeS1XRBb4\" target=\"_blank\">White Room<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=356\" target=\"_blank\">Crossroads<\/a> in die Saiten haut, das hat schon etwas. White Room ist zudem ein Lehrst\u00fcck f\u00fcr (k\u00fcnftige) Bassisten (ich finde das St\u00fcck einfach geil, eines meiner Liebensst\u00fccke eben).<\/em><\/p>\n<p><em>Apropos Clapton: Kretakatzes Link auf den Beatles-Titel <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=i1G6UmjZBHg\" target=\"_blank\">While My Guitar Gently Weeps<\/a> &#8211; kein anderer als Clapton spielt hier das Solo (am Ende zusammen mit Harrison). Und zusammen mit Mark Knopfler war sich Clapton nicht zuschade, auch einmal nur auf der Gitarre zu schrammeln, hier eine andere Version von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GkrWqpymXLY\" target=\"_blank\">Sultans of Swing<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Zu anderen (auch meist unterbewerteten) Gitarristen sp\u00e4ter etwas mehr. Die Gitarre ist nun einmal in der Rockmusik DAS Instrument. Welcher Jugendliche, der daran denkt, einmal Musik zu machen (Rockmusik meine ich), der will nat\u00fcrlich Gitarre spielen. Keyboards, Schlagzeug, Bass \u2013 alles ganz nett, aber KLAMPFE, das ist es eben!<\/em><\/p>\n<p><em>Zum Ende der \u201alegend\u00e4ren\u2019 Band Black Out: Das Ganze spielte sich in Bremen ab, weil alle Beteiligten dort wohnten. Ich bin dann Anfang der 80-er Jahre zwecks Studium nach Hamburg gezogen \u2013 und an den Wochenende nach Bremen gependelt. Das wurde mir mit der Zeit aber zuviel. Au\u00dferdem wollte unser Schlagzeuger \u00f6fter auftreten (wir \u00fcbten in einem dunklen Keller), um zus\u00e4tzlich Geld zu verdienen. Das wollten die anderen (und ich) aber nicht. Und so kam es, wie es kommen m\u00fcsste. Es wurde liquidiert, was liquidiert werden musste. Und das war es denn. Also keine Streitigkeiten zwischen Br\u00fcdern.<\/em><\/p>\n<p><em>Kretakatzes John-Fogerty-Karohemd-Psychose finde ich ganz normal. Was mein Outfit anbelangt, ich schrieb es bereits, da bewege ich mich ganz auf dem Fogerty\u2019schen Niveau. Ich bin da das, was man bekanntlich den Schotten zuschreibt: geizig! Ich trage vielleicht nicht immer karierte Hemden, aber oft genug, und ansonsten Hemden, die eben bunt sind (wenn auch gestreift oder so statt kariert). Und die trage ich meist so lange, bis sie aus dem Leim gehen. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr meine Hosen, die meist Jeans sind (aber nicht von Armani). Ich sehe nicht ein, mich einem Modediktat zu beugen und mehr f\u00fcr Klamotten auszugeben, als es Not tut. Bequem muss es sein, dass ist das erste (und einzigste), was z\u00e4hlt. Anz\u00fcge, Schlips und Kragen sind nichts f\u00fcr mich. Es war wohl letztes Jahr, da habe ich zum ersten Mal selbst in meinem Leben einen Krawattenknoten gebunden (<a href=\"http:\/\/www.hemdenhaus.de\/krawattenbinden.html\" target=\"_blank\">Anleitung<\/a> aus dem Internet), \u00fcbrigens eine Krawatte im Anderson-<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tartan_%28Muster%29\" target=\"_blank\">Tartan<\/a> (klar: schottisches Karomuster), die ich spa\u00dfeshalber zu einer Familienfeier trug. Ansonsten mussten mir immer andere helfen (manchmal kommt man nicht umhin, ein solches Strangulierger\u00e4t zu tragen). Mit Jacketts und dergleichen tue ich mich ebenso schwer. Ist nun einmal so und ich stehe dazu.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun denn, ich w\u00fcnsche euch noch einige geruhsame Arbeitstage. Und Dir, Kretakatze, w\u00fcnsche ich einen sch\u00f6nen, erholsamen Urlaub. Ich dr\u00fccke Dir die Daumen, dass es klappt mit der Eintrittskarte. Es steckt auch etwas Eigennutz dahinter, denn schlie\u00dflich wollen wir wissen, wie sich Herr Anderson so gemacht hat im weiten S\u00fcden.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir lesen voneinander.<\/em><br \/>\n<em>Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/em><\/p>\n<p><em>Wilfried<\/em><\/p>\n<p>12.06.2007<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/babelfish.altavista.com\/babelfish\/trurl_pagecontent?url=https:\/\/www.willizblog.de\/?p=882&#038;lp=de%5Fen\" target=\"_blank\">English Translation for Ian Anderson<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Wilfried, Hallo Lockwood, diesen Beitrag muss ich einmal wieder mit einer Entschuldigung beginnen. Mir ist klargeworden, dass die Ursache f\u00fcr meine &#8222;John-Fogerty-Karohemd-Psychose&#8220; in meiner ganz pers\u00f6nlichen Vergangenheit zu suchen ist, und nicht, wie ich das getan habe, verallgemeinert werden kann. Insbesondere m\u00f6chte ich mich daf\u00fcr entschuldigen, dass ich Euch hier mit meinen pers\u00f6nlichen Psychosen &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=882\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 73: While my Guitar gently weeps<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[43],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/882"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=882"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/882\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}