{"id":901,"date":"2007-07-08T00:01:14","date_gmt":"2007-07-07T22:01:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=901"},"modified":"2007-07-06T10:44:34","modified_gmt":"2007-07-06T08:44:34","slug":"was-ist-blos-mit-ian-los-teil-76-jethro-tull-auf-kreta-%e2%80%93-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=901","title":{"rendered":"Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 76: Jethro Tull auf Kreta \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<p><em>Hallo Wilfried, Hallo Lockwood!<\/em><\/p>\n<p><em><u>Xerokambos, Kreta &#8211; 19.06.2007<\/u><\/em><\/p>\n<p><em>Nun sitze ich also hier am Ende der Welt im Schatten auf der Terrasse vor meinem Zimmer, Meeresblick inbegriffen. Gestern hat mich ein wenig der Sonnenbrand ereilt, und da es heute au\u00dferdem sehr windig &#8211; eher schon st\u00fcrmisch &#8211; ist, werde ich wohl erst gegen Abend an den Strand gehen. Und inzwischen tue ich, was ich nicht lassen kann &#8211; ich schreibe. Ich habe n\u00e4mlich etwas getan, was ich bei jedem Anderen bislang mit Spott und H\u00e4me quittiert h\u00e4tte, ich habe tats\u00e4chlich meinen Laptop mit in den Urlaub genommen. Mich hat doch der Gedanke gequ\u00e4lt, dass mich auch im Urlaub die Schreibwut \u00fcberkommen k\u00f6nnte, und dass es einfach furchtbar w\u00e4re, wenn ich dann meine &#8222;Schreibmaschine&#8220; nicht griffbereit h\u00e4tte. Das h\u00e4tte mir wo m\u00f6glich den ganzen Urlaub versaut. Und das wollte ich nicht riskieren. Au\u00dferdem kann ich so jeden Abend gleich die neuen Bilder von der Digitalkamera herunterladen. Die w\u00e4re sonst schon nach 3 Tagen \u00fcbergelaufen, ich habe alleine gestern 45 Aufnahmen gemacht. Im Urlaub packt mich n\u00e4mlich immer auch die Photographierwut.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber das interessiert Euch sicher alles garnicht, Ihr wollt eher wissen wie es um meine Jethro Tull Aktivit\u00e4ten bestellt ist. Um es kurz zu machen, ich habe immernoch kein Ticket f\u00fcrs Konzert, und vor Samstag bekomme ich hier am Ende der Welt (\u00e4u\u00dferste S\u00fcdostk\u00fcste Kretas, von Iraklio 175 km entfernt) auch keines mehr. Dummerweise bin ich an einem Sonntag in Iraklio gelandet, und man hat mich schon am Flughafen dar\u00fcber aufgekl\u00e4rt, dass sonntags die Karten-Verkaufsstellen geschlossen haben. Allerdings hat man mir glaubhaft versichert, dass es bestimmt am Samstag noch Karten g\u00e4be. Jethro Tull w\u00e4ren hier nicht so bekannt, da k\u00f6nne ich sicher auch noch an der Abendkasse mein Ticket l\u00f6sen. \u00dcberhaupt w\u00e4re es bei solchen Veranstaltungen hier \u00fcblich, nachdem alle zahlenden G\u00e4ste eingelassen sind einfach die Tore f\u00fcr Jedermann zu \u00f6ffnen, falls es noch freie Pl\u00e4tze gibt. Ob Meister Anderson \u00fcber diese griechischen Sitten informiert ist&#8230; Vielleicht gilt dieses Verfahren aber auch nur f\u00fcr griechische und nicht f\u00fcr schottische Konzerte.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber komme ich nun zu Euren letzten Mails. Wilfried hat Einiges \u00fcber typisch amerikanische und typisch britische Mentalit\u00e4t geschrieben. Nun war ich selbst einmal ein Vierteljahr in den USA, aber dar\u00fcber, wie &#8222;die Amerikaner&#8220; sind, w\u00fcrde ich jetzt deswegen keine Aussage machen wollen. Ich habe diese 3 Monate auf einer Ranch in Texas gearbeitet, und au\u00dfer den Ranch-Besitzern, deren n\u00e4chstem Verwandten- und Bekanntenkreis und einigen mexikanischen &#8222;Gastarbeitern&#8220; (fast alle illegal) niemanden kennengelernt. Das w\u00e4re genauso, als h\u00e4tte ich 3 Monate auf einem Aussiedler-Berghof im Bayrischen Wald verbracht und wollte jetzt etwas \u00fcber &#8222;die Deutschen&#8220; erz\u00e4hlen. Nat\u00fcrlich hat man trotzdem, wie Wilfried schon richtig vermerkt hat, aufgrund von Medienberichten und Hollywood-Filmen so seine Vorstellungen.<\/em><\/p>\n<p><em>Zum Stichwort &#8222;unverbindliche Art der Amerikaner&#8220; fand ich folgenden Kommentar bemerkenswert, den man unter diesem Video von <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BEExHoElHfE&#038;mode=related&#038;search=\" TARGET=\"_blank\">Almost Saturday Night<\/A> nachlesen kann (es geht einmal wieder um John Fogerty):<\/em>&#8222;I met John backstage at a Connecticut show in &#8217;97, thanked him for writing this song, my favorite, and asked could he add it to the setlist next time he came around. He said &#8222;Sure!&#8220; And he did. I&#8217;ll take full credit(j\/k).&#8220;<em> Nat\u00fcrlich kann man den Wahrheitsgehalt solcher Kommentare nicht nachpr\u00fcfen. Trotzdem erscheint mir dieser glaubhaft. Man stelle sich im Gegenzug vor: Man trifft Mr. Anderson backstage (ich wei\u00df nicht genau, was man tun m\u00fcsste um in diesen Genuss zu kommen, bei Mr. Fogerty reicht daf\u00fcr evt. die Mitgliedschaft im \u00f6rtlichen Fanclub), dankt ihm daf\u00fcr, dass er &#8222;A Passion Play&#8220; geschrieben hat und bittet ihn ein St\u00fcckchen daraus zu spielen, wenn er das n\u00e4chste Mal vorbeikommt. Er sagt &#8222;Aber klar doch!&#8220; und tut das dann auch tats\u00e4chlich. Eher unwahrscheinlich, oder? Jetzt ist nat\u00fcrlich &#8222;A Passion Play&#8220; nicht mit &#8222;Almost Saturday Night&#8220; vergleichbar. Ob man vielleicht mit, sagen wir mal, &#8222;We Used To Know&#8220; bessere Chancen h\u00e4tte?  Allgemein glaube ich, dass dieses &#8222;Sie-w\u00fcnschen-wir-spielen&#8220; Prinzip bei den wenigsten Musikern funktionieren w\u00fcrde.<\/em><\/p>\n<p><em>Wilfried hat weiterhin ein Zitat aus einem Buch von Dietrich Schwanitz aufgef\u00fchrt, in dem es um die amerikanische Tischsitte geht, zuerst das Steak mit dem Messer zu zerkleinern, um dann allein mit der Gabel essen zu k\u00f6nnen. Jetzt kenne ich den Zusammenhang nicht, aus dem der Ausschnitt entnommen ist, aber der Text scheint mir doch eher witzig gemeint zu sein, denn besonders viel Sinn macht der Inhalt f\u00fcr meine Begriffe nicht. Wer h\u00e4lt denn den Colt in der linken Hand, wenn man ihn zum Schie\u00dfen rechts braucht? Im \u00dcbrigen habe ich auch schon Deutsche so essen sehen. Ich denke Tischmanieren sind eher eine Frage von sozialer Herkunft, Gewohnheit und Bequemlichkeit.<\/em><\/p>\n<p><em>Dann war ich erstaunt zu lesen, dass Mr. Anderson aufgrund seiner Bildung der &#8222;Upper Class&#8220; zuzurechnen sei. Habe ich da etwas nicht richtig mitbekommen? Ich dachte er ist mit 16 von der Schule abgegangen, hat keinerlei abgeschlossene Berufausbildung und kann au\u00dferdem weder Noten lesen noch hat er einen F\u00fchrerschein. Was davon pr\u00e4destiniert nun f\u00fcr die &#8222;Upper Class&#8220;? Da hat ja Mr. Fogerty mehr zu bieten, der hat zumindest mal einen High School Abschluss.<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht dass ich hier falsch verstanden werde &#8211; ich bin die Letzte, die glaubt, dass ein bestimmter Bildungsabschluss gleichzusetzen sei mit einem bestimmten Intelligenzgrad. Zu meinem Freundeskreis z\u00e4hlen mehrere Personen mit Realschulabschluss, von deren gesundem Menschenverstand ich noch manches lernen kann und deren Rat mir immer willkommen ist, w\u00e4hrend ich Personen mit Hochschulexamen kenne, die so hohl sind wie ein Luftballon (und auch ungef\u00e4hr so aufgeblasen). Ich erw\u00e4hne die Bildung des Mr. Anderson nur, da sie von Wilfried als Grund f\u00fcr seine Zugeh\u00f6rigkeit zur &#8222;Upper Class&#8220; aufgef\u00fchrt wurde. Die w\u00fcrde ich aber eher in Anderson&#8217;s Herkunft aus dem Randbereich der High Society sehen &#8211; der Vater als Hoteldirektor verkehrte wohl eher in den &#8222;besseren Kreisen&#8220; und kannte auch einige Prominenz.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach eigenen Worten kommt Mr. Anderson allerdings &#8222;<u>down from<\/u> the upper class&#8220;, d.h. sie ist seine Herkunft, die er aber verlassen hat, er z\u00e4hlt sich selbst nicht mehr dazu. F\u00fcr ihn scheint sie auch eher gleichbedeutend zu sein mit &#8222;High Snobiety&#8220;, mit der er sowieso nichts zu tun haben m\u00f6chte. Er sieht sich selbst lieber als den einfachen &#8222;Landmann&#8220;. Der elit\u00e4re Anspruch, von dem ich schrieb, bezieht sich ausschlie\u00dflich auf sein Metier, die Musikbranche, und schl\u00e4gt sich in einem ausgepr\u00e4gten Konkurrenzdenken nieder. Mr. Anderson m\u00f6chte gerne immer und \u00fcberall der Beste sein &#8211; der Beste auf seinem Instrument, der beste Texter, der beste Songschreiber etc.. Nach eigenen Angaben ist er als Kind der &#8222;Upper Class&#8220; von klein auf auf Erfolg getrimmt worden (Wind Up: &#8222;&#8230;they groomed me for success&#8230;&#8220; &#8211; Thick As A Brick: &#8222;&#8230;a son is born, an we pronounce him fit to fight&#8230;&#8220;). (Sorry, wenn meine Zitate nicht ganz korrekt sind, ich kann hier nirgends die genauen Textstellen nachschlagen&#8230;). Diese Erziehung scheint bei ihm auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich kenne keinen anderen Musiker, der sich st\u00e4ndig in der \u00d6ffentlichkeit derart mit der &#8222;Konkurrenz&#8220; vergleicht. Kein Konzert und kein Interview, bei dem er nicht irgendwann den Namen mindestens eines anderen Musikers oder einer anderen Band erw\u00e4hnt. Am h\u00e4ufigsten sind das Led Zeppelin, die er wohl einerseits bewundert und andererseits f\u00fcr seine st\u00e4rkste Konkurrenz h\u00e4lt. Anspielungen auf &#8222;Stairway To Heaven&#8220;, &#8222;Whole Lotta Love&#8220; oder auch &#8222;Led Zeppelin&#8217;s famous hit Whole Lotta Brick&#8220; (f\u00fcr meine Begriffe sein bester Gag) geh\u00f6ren praktisch zu jedem Auftritt, aber auch Deep Purple&#8217;s &#8222;Smoke On The Water&#8220; findet Erw\u00e4hnung. Ausspr\u00fcche wie &#8222;On guitar Martin Lancelot Barre, balding as ever, comes next to Elton John&#8220; oder &#8222;I think we could be Johnny Cash, if we tried very hard&#8220; sind ebenfalls typisch f\u00fcr ihn. In einem Interview von 1975 vergleicht er sich mit David Bowie, in einem anderen Interview von 1977 z\u00e4hlt er fast die gesamte damalige Rock-Elite auf (darunter auch wieder Led Zeppelin, Elton John und David Bowie) und bringt dann gar noch Beethoven ins Spiel, und bei einem Interview von 2003 l\u00e4sst er sich ausgiebig \u00fcber Michael Jackson aus, obwohl ihn kein Mensch danach gefragt hat. Man muss ihn eigentlich nur 2 Minuten reden lassen, schon ist er bei einem anderen Musiker, mit dem er sich vergleicht. Dieses &#8222;Ich-muss-der-Beste-sein-Wo-stehe-ich&#8220; scheint ihn st\u00e4ndig zu verfolgen. Und wenn er meint, in irgendeinem Punkt besser zu sein als ein Anderer, dann bringt er das entsprechend deutlich zum Ausdruck.<\/em><\/p>\n<p><em><u>Xerokambos, Kreta &#8211; 20.06.2007<\/u><\/em><\/p>\n<p><em>Es ist immernoch sehr windig und auch der Sonnenbrand muss noch ein bi\u00dfchen gepflegt werden. Also sitze ich einmal wieder auf der Terrasse&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Wilfried hat einige Beispiele f\u00fcr das &#8222;politische Engagement&#8220; des Mr. Anderson aufgef\u00fchrt, die f\u00fcr mich allerdings eher unter die Rubrik &#8222;soziales Engagement&#8220; fallen w\u00fcrden. Einsatz f\u00fcr Natur- und Artenschutz z\u00e4hlen f\u00fcr mich ebenso dazu wie Auftritte zugunsten von Tsunami-Opfern, AIDS-Kranken oder Obdachlosen. Gesellschaftskritische Anmerkungen in einigen Songtexten haben f\u00fcr mich nichts mit Politik zu tun, genauso wenig wie \u00f6ffentliche Bekundungen gegen amerikanische Flaggen oder Hippies. Und wenn Mr. Anderson mal, wie <A HREF=\"http:\/\/www.jtull.com\/fans\/surprise\/index.cfm\" TARGET=\"_blank\">hier<\/A>, einem bekannten Politiker die Hand sch\u00fcttelt, dann ist das &#8222;PR&#8220; und keine politische Aktion. Unter politischem Engagement verstehe ich eigentlich eher die Stellungnahme zu aktuellen tagespolitischen Ereignissen oder Entscheidungen bzw. den Versuch diese zu beeinflussen.<\/em><\/p>\n<p><em>Um einmal wieder Mr. Fogerty zum Vergleich heranzuziehen: Sein <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bMFhIoUEBeg&#038;NR=1\" TARGET=\"_blank\">Fortunate Son<\/A> von 1969 wandte sich gezielt gegen den Vietnam-Krieg und gegen die politische Entscheidung vor allem die S\u00f6hne der &#8222;Lower Class&#8220; in diesem Krieg zu &#8222;verheizen&#8220;. Im Jahre 2004 hat er mit <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2kP1eEoMMYU\" TARGET=\"_blank\">Deja Vu (All Over Again)<\/A> gegen den Irak-Krieg und seine Folgen protestiert. Der Irak-Krieg h\u00e4tte auch ein Thema f\u00fcr Mr. Anderson sein k\u00f6nnen, schlie\u00dflich hat sich auch Gro\u00dfbritannien heftig an diesem Krieg beteiligt. Mir ist aber nicht bekannt, dass sich Mr. Anderson zu diesem Thema vernehmbar ge\u00e4u\u00dfert h\u00e4tte, zumindest nicht musikalisch. Das soll jetzt keine Kritik sein, es ist nur eine Feststellung. Ich halte Mr. Anderson f\u00fcr einen eher unpolitischen Menschen. Allein im Bereich Natur- und Umweltschutz zeigt er ein gewisses politisches Interesse, was sich in Liedern wie z.B. dem bereits aus anderen Gr\u00fcnden erw\u00e4hnten <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=soE_3V3t7tg\" TARGET=\"_blank\">Silver River Turning<\/A> oder auch <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yyvkAaG6y_M\" TARGET=\"_blank\">Farm On The Freeway<\/A> niederschl\u00e4gt.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun h\u00e4ngt das politische Engagement amerikanischer K\u00fcnstler auch mit speziellen amerikanischen Gepflogenheiten zusammen. Traditionsgem\u00e4\u00df werden in den amerikanischen Wahlkampf-Zirkus so ziemlich alle erw\u00e4hnenswerten K\u00fcnstler aus Musik und Film mit eingebunden, jede Partei versucht sich zu schnappen, wessen sie habhaft werden kann. Und so wurde auch Mr. Fogerty schon auf diversen Wahlkampfveranstaltungen der Demokraten gesichtet, wo er vermutlich zum musikalischen Rahmenprogramm beitragen und anschlie\u00dfend seine Wahlempfehlung ins Mikrophon sprechen durfte. In den USA kann man sich als K\u00fcnstler also der Politik viel weniger entziehen als in Gro\u00dfbritannien. Andererseits hat man auch gr\u00f6\u00dfere Chancen, mit dem was man sagt oder singt politisches Geh\u00f6r zu finden, denn sp\u00e4testens im n\u00e4chsten Wahlkampf wird man wieder gebraucht. Das f\u00fchrt wohl allgemein zu einem st\u00e4rkeren politischen Engagement amerikanischer K\u00fcnstler, als man es aus anderen L\u00e4ndern gewohnt ist. Trotzdem: Zuerst hat Mr. Fogerty seine Songs geschrieben (darunter mit &#8222;Working Man&#8220; z.B. auch ein Titel \u00fcber die Arbeitsbedingungen einfacher Arbeiter), dann sind die Demokraten zu dem Schluss gekommen &#8222;Der k\u00f6nnte zu uns passen&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun wird es aber Zeit, dass ich mich dem armen Lockwood zuwende, den ich offensichtlich durch meine letzten Bemerkungen zu Brian May und seinem Gitarrenspiel pers\u00f6nlich schwer getroffen habe. Lieber Lockwood, ich war best\u00fcrzt zu lesen, dass Dir meine Worte die Tr\u00e4nen in die Augen getrieben haben. Bitte entschuldige vielmals mein unsensibles Vorgehen. Ich wei\u00df, mir mangelt es immer wieder am n\u00f6tigen Fingerspitzengef\u00fchl, meine oftmals kritischen Ansichten schonend und positiv motivierend vorzubringen. Ich werde mich bem\u00fchen in Zukunft meine Worte mit mehr Feingef\u00fchl zu w\u00e4hlen.<\/em><\/p>\n<p><em>Und da stehe ich nun schon vor dem Problem: Wie tue ich das? Das von Dir zuletzt verlinkte &#8222;The March of the Black Queen&#8220;&#8230;wie soll ich sagen&#8230;k\u00f6nnte bei mir einen ersten Preis gewinnen f\u00fcr das wirrste Musikst\u00fcck, das ich je geh\u00f6rt habe. Es klingt als ob Musikschnipsel aus ungef\u00e4hr einem Dutzend unterschiedlicher Songs unterschiedlicher Musikrichtungen per Zufallsgenerator zusammengest\u00fcckelt worden w\u00e4ren. Wobei keine dieser Musikrichtungen meinem Geschmack entspricht. Oh je, das war jetzt wahrscheinlich auch wieder nicht besonders feinf\u00fchlig formuliert. Bitte nicht gleich weinen! Queen ist halt vermutlich einfach nicht mein Fall. Diesen Eindruck hatte ich schon in den 70ern, und daran hat sich wohl auch nichts ge\u00e4ndert.<\/em><\/p>\n<p><em>Da kann ich mit Mr. Clapton, der &#8222;Supergroup&#8220; Cream und dem Titel &#8222;White Room&#8220; schon mehr anfangen. Cream waren mir bislang nur dem Namen nach bekannt, auch von Eric Clapton hatte ich wohl noch nie bewusst etwas geh\u00f6rt. Dass er das Solo in &#8222;While My Guitar Gently Weeps&#8220; spielt, war mir unbekannt, gibt aber unbedingt Pluspunkte. Und &#8222;White Room&#8220; klingt interessant, der Song hat etwas&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Au\u00dferdem kommt mit Cream nun eine weitere Art von Rockband ins Spiel &#8211; neben der &#8222;One-Man-Band&#8220; (a la Jethro Tull, Dire Straits oder CCR) und der &#8222;Group Band&#8220; (z.B. Queen) nun noch die &#8222;Supergroup&#8220;. Sie besteht ausschlie\u00dflich aus Frontm\u00e4nnern und hat offensichtlich eine noch k\u00fcrzere Halbwertzeit als die &#8222;One-Man-Band&#8220;. Schon nach 2 Jahren war sie am Ende, da ihre 3 K\u00f6pfe in unterschiedliche Richtungen marschieren wollten. Insbesondere Mr. Clapton scheint sich danach kreuz und quer durch die Musiklandschaft gespielt zu haben, so wie in seinem Leben wohl auch noch so manches andere kreuz und quer gelaufen ist. Da kann man sich nur wundern, dass er das alles doch relativ unbeschadet \u00fcberstanden zu haben scheint und heute noch auf einer B\u00fchne stehen und spielen kann. Ich g\u00f6nne es ihm. Jimi Hendrix dagegen, auch wenn das hart und herzlos klingt, weine ich keine Tr\u00e4ne nach. Weder konnte ich je mit seiner Musik etwas anfangen, noch hat er meiner Meinung nach irgend einen positiven Einfluss auf seine Umwelt ausge\u00fcbt &#8211; eher ganz im Gegenteil.<\/em><\/p>\n<p><em><u>Xerokambos, Kreta &#8211; 21.06.2007<\/u><\/em><\/p>\n<p><em>Gestern habe ich die neue Erfahrung gemacht, dass auch Krabben ganz unterschiedliche Charaktere haben k\u00f6nnen. Gegen Abend sa\u00df ich auf einem meerumsp\u00fclten Felsplateau und konnte etwa eine Stunde lang gleich 3 Exemplare gleichzeitig beobachten. Die erste, durch die ich auf die &#8222;Krabbenstelle&#8220; \u00fcberhaupt erst aufmerksam wurde, war von der gefr\u00e4\u00dfigen Sorte. Sie lie\u00df sich durch mich nicht st\u00f6ren und knabberte an einem St\u00fcck Meerespflanze, als ich sie entdeckte. Es sah lustig aus, wie sie bald mit der linken und bald mit der rechten Schere ein St\u00fcckchen Pflanze abzwickte und ins Maul schob (sagt man bei Krabben so?). Die zweite sa\u00df in einer dunklen Felsspalte etwa einen halben Meter entfernt, und hatte sich genauso dunkelgrau gef\u00e4rbt wie der Untergrund. In Abst\u00e4nden lugte sie mit ihren Stielaugen aus der Felsspalte hervor, zuckte aber jedesmal sofort zusammen, sobald ich mich bewegte, und verschwand wieder in ihrem Versteck &#8211; ein scheues und \u00e4ngstliches Exemplar. Die Dritte schien &#8211; im Gegensatz zu den anderen beiden &#8211; farbliche Tarnung nicht n\u00f6tig zu haben. Mit ihren rotbraunen Flecken auf hellem Grund hob sie sich deutlich vom sandfarbenen Felsen ab. Sie war die gr\u00f6\u00dfte und dickste von Allen und von eher phlegmatischem Typ. Ungef\u00e4hr im Abstand von je 10 Minuten bewegte sie mal ein Bein oder knapste ein St\u00fcck Alge vom Stein, w\u00e4hrend inzwischen Vielfra\u00df Nr. 1 etwa 30 cm entfernt quer \u00fcber den Fels wanderte und dabei den schmierigen Algenfilm abgraste. Dieses Tier hat wirklich eine Stunde lang ununterbrochen gefressen und war damit noch nicht fertig, als ich mich schlie\u00dflich auf den Heimweg machte.<\/em><\/p>\n<p><em>Soweit zu meinen neuen Erkenntnissen aus dem Reich der Krabben. Ich schreibe das alles nur, um Euch einen kleinen Einblick in meinen erlebnisreichen Tagesablauf zu geben. Irgendwelcher Bezug zu den Herren Anderson, Fogerty und Co. w\u00e4re rein zuf\u00e4lliger Natur.<\/em><\/p>\n<p><em>Kommen wir zur\u00fcck zur Musik. Was die Leistungen des Mark Knopfler betrifft, scheinen wir uns ja alle ziemlich einig zu sein. Und der Rest der Welt wohl auch. Ich finde es erstaunlich, mit wem oder f\u00fcr wen Mr. Knopfler schon in die Gitarrensaiten gegriffen hat. Von Bob Dylan, der ihn schon 1979 f\u00fcr sein Album &#8222;Slow Train Coming&#8220; angeheuert hatte, \u00fcber Eric Clapton bis John Fogerty (wie wir ja schon gesehen und geh\u00f6rt haben). Ich habe den Eindruck so ziemlich jeder, der eine Gitarre halten kann, m\u00f6chte wenigstens einmal mit ihm zusammen arbeiten um ihm \u00fcber die Schulter zu schauen und zu sehen, wie er das macht.<\/em><\/p>\n<p><em>Weitere Gitarristen kenne ich nicht &#8211; jedenfalls ist mir keiner aufgefallen, der mich besonders beeindruckt h\u00e4tte. John Fogerty w\u00fcrde man ja offiziell bestimmt nicht dazu z\u00e4hlen wollen &#8211; wobei mir das eigentlich ziemlich schnuppe ist. Wie ich schon erw\u00e4hnt habe finde ich das Solo aus <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=J5FoM2Hv2nI&#038;mode=related&#038;search=\" TARGET=\"_blank\">I Put A Spell On You<\/A> (hier mal eine Live-Version aus Woodstock) auch ziemlich stark. Aber im Moment m\u00f6chte ich dieses Video eigentlich nur zur \u00dcberleitung auf ein neues Thema benutzen: Pleiten, Pech und Pannen in Musikvideos.<\/em><\/p>\n<p><em>Eigentlich gibt es keine Woodstock-Videos von CCR, aufgrund der schlechten Qualit\u00e4t hat sie John Fogerty nie zur Ver\u00f6ffentlichung freigegeben. Wenn man die Aufnahmen sieht, wei\u00df man auch warum. Wegen organisatorischer M\u00e4ngel fand der Auftritt von CCR erst zwischen 1:00 und 3:00 Uhr nachts statt als die meisten Fans schon schliefen (oder sonstwie voll zugedr\u00f6hnt waren). Auch die Kameraleute und die Tontechniker waren wohl schon in Tiefschlaf versunken. Das Bild ist kaum ausgeleuchtet, man sieht nur schemenhaft ein paar Dunkelm\u00e4nner auf der B\u00fchne, dazu ist der Ton \u00fcbersteuert und sch\u00e4ppert. Irgendwie m\u00fcssen einige Fans doch der Aufnahmen habhaft geworden sein und haben versucht, noch das beste daraus zu machen. An der Kameraf\u00fchrung konnten aber auch sie nichts mehr \u00e4ndern. Beim Gitarrensolo von &#8222;I Put A Spell On You&#8220; (siehe oben) wird ausgiebig Fogerty&#8217;s R\u00fccken gefilmt, der Gitarrenhals von hinten oder das Schlagzeug statt der Gitarre (und zwar m\u00f6glichst von vorne) &#8211; wer m\u00f6chte denn sowas sehen?<\/em><\/p>\n<p><em>Was f\u00fcr die Amerikaner und CCR Woodstock war, war f\u00fcr die Briten und Jethro Tull die Isle Of Wight. Davon gibt es durchaus gelungene Aufnahmen, die man ja auch auf DVD erwerben kann, aber auch hier gibt es eine Stelle, bei der ich immer lachen muss, da sie dokumentiert wie die Kameraleute damals von den neuen Herausforderungen eines Rockkonzerts (und vor allem eines Ian Anderson) doch etwas \u00fcberfordert waren. Offensichtlich waren sie bis dahin gewohnt, dass man um einen S\u00e4nger zu filmen seine Kamera auf&#8217;s Mikrophon ausrichten und sich dann auf ein Nickerchen ablegen kann. Das hat bei Mr. Anderson so nicht ganz funktioniert.<\/em><\/p>\n<p><em>Nachdem er seine vier Strophen von <A HREF=\"https:\/\/www.albinz.net\/jethrotull\/jt_wight_we_used_to_know_etc.html\" TARGET=\"_blank\">We Used To Know<\/A> abgesungen hat, vollf\u00fchrt er einen seiner ber\u00fcchtigten Fallr\u00fcckzieher, wodurch er innerhalb von Sekundenbruchteilen komplett aus dem Bild verschwindet. Es vergehen einige Schrecksekunden bis der Kameramann merkt, dass er einen nackten Mikrophonst\u00e4nder filmt. Mit zittriger Hand geht er auf die Suche nach dem Objekt seiner Begierde, das zu diesem Zeitpunkt noch ungef\u00e4hr 20 cm flach \u00fcber dem Boden schwebt. Bis er es entdeckt hat, springt dieses allerdings auf und rennt davon. Er versucht verzweifelt ihm mit wackliger Kamera zu folgen, bekommt es aber nie so recht ins Bild. Schlie\u00dflich wird auf die Kamera auf der vom Zuschauer aus rechten B\u00fchnenseite umgestellt, von der aus vermutlich die ganze Aktion komplett im Bild gewesen w\u00e4re. Warum eigentlich nicht gleich so?<\/em><\/p>\n<p><em><u>Xerokambos, Kreta &#8211; 22.06.2007<\/u><\/em><\/p>\n<p><em>Gestern habe ich nach dem Baden noch eine kleine Wanderung in eine Schlucht unternommen. Immer nur in Gesellschaft von Krabben fand ich es auf die Dauer doch etwas \u00f6de, ich wollte einmal wieder die Ansprache eines Wirbeltiers, und in Schluchten trifft man \u00fcblicherweise auf Ziegen. In dieser hatte ich allerdings Pech. Die einzigen Lebewesen, auf die ich traf (au\u00dfer den Insekten) waren ein paar V\u00f6gel, vor allem ein Bussard oder Habicht, der sich etwa 3 Meter \u00fcber meinem Kopf schlechtgelaunt aus eine Felsh\u00f6hle st\u00fcrzte. Ich hatte ihn wo m\u00f6glich beim Br\u00fcten gest\u00f6rt.<\/em><\/p>\n<p><em>Abends in der Taverne hatte ich dann nochmals Pech. Auch hier am Ende der Welt ist ja schon die Neuzeit eingekehrt, und bei Kostas kann man gratis im Internet surfen. Also dachte ich, ich schaue mal in meinen Emails nach, ob es etwas Neues von Wilfried oder Lockwood gibt. Die technischen Gegebenheiten, die ich vorfand, entsprachen allerdings nach meiner Erinnerung dem Stand aus dem letzten Jahrtausend. Es dauerte mindestens 5 Minuten, bis auch nur die Verbindung zum Internet hergestellt war, und danach dauerte jeder Seitenaufbau ungef\u00e4hr genauso lang. Als ich auf diese Weise nach einer halben Sunde endlich bei Yahoo eingeloggt und in meinem Postfach angekommen war, konnte dann pl\u00f6tzlich die Seite mit den Mails nicht angezeigt werden und der Rechner h\u00e4ngte sich komplett auf. Restart &#8211; Dauer ca. 10 Minuten &#8211; neue Verbindung mit dem Internet. Das Einloggen konnte ich mir diesmal sparen, aber wieder konnte die Seite mit den Mails nicht ge\u00f6ffnet werden. Dann habe ich testhalber mal versucht, meine eigene Homepage aufzumachen &#8211; ging auch nicht. Da habe ich mich bei Yahoo wieder ausgeloggt (wenigstens das ging noch!) und bin unverrichteter Dinge gegen Mitternacht nach Hause gezogen.<\/em><\/p>\n<p><em>Soweit mein pannenreicher Tag von gestern. Und nun zu den pannenreichen Videos. Das letzte, das mir zu diesem Thema im Moment einf\u00e4llt, ist der CCR-Clip zu <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qW18CzVzts4&#038;mode=related&#038;search=\" TARGET=\"_blank\">Sweet Hitch-Hiker<\/A> von 1972 &#8211; eigentlich weniger ein Pannen-Video als mehr ein weiteres Beispiel f\u00fcr unsinnige Kameraf\u00fchrung. Nahaufnahmen sind wirklich sehr sch\u00f6n, aber man kann es auch \u00fcbertreiben. Wenn eine Nahaufnahme so nah ist, dass nur noch zwei Z\u00e4hne im Bild sind, dann fragt man sich langsam, was das soll.<\/em><\/p>\n<p><em>Apropos Z\u00e4hne &#8211; ich finde es immer wieder herzerfrischend wie die Herren um 1970 beim Singen ihre nicht immer tadellosen Gebisse entbl\u00f6\u00dft haben. Mr. Anderson&#8217;s Zahnfehlstellungen lassen sich z.B. sehr sch\u00f6n anhand dieses bei mir besonders beliebten <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6d2L5-raoIY\" TARGET=\"_blank\">Witch&#8217;s Promise<\/A> Video analysieren. John Fogerty&#8217;s l\u00fcckig vorstehende Schneidez\u00e4hne k\u00f6nnen u.a. in den bereits verlinkten Videos zu <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=64gEOeQRtDk\" TARGET=\"_blank\">&#8230;Grapevine<\/A> oder <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=RqZhM75aGMg\" TARGET=\"_blank\">&#8230;Backdoor<\/A> besichtigt werden. Das oben erw\u00e4hnte Video zu &#8222;Sweet Hitch-Hiker&#8220; w\u00e4re sicher auch als Arbeitsgrundlage f\u00fcr einen Kieferorthop\u00e4den oder Zahntechniker geeignet. Heute stehen bei diesen Herren die Z\u00e4hne makellos in Reih und Glied, was vermuten l\u00e4sst, dass sie alle nicht mehr echt sind. Ich fand sie mit den Original-Z\u00e4hnen irgendwie netter, das hatte sowas Urspr\u00fcngliches. Meine Z\u00e4hne sind jedenfalls immernoch so schief wie damals&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>**************************************************<\/em><\/p>\n<p><em>Heute gab es bei mir am Strand noch mehr Pannen. Zun\u00e4chst einmal war es nicht nur windig sondern st\u00fcrmisch. Eigentlich meide ich Sandstr\u00e4nde an solchen Tagen, aber es gab da noch ein bestimmtes Felsplateau, bei dem ich schnorcheln wollte, direkt am Sandstrand. W\u00e4hrend ich im Wasser war muss wohl der Wind aufgefrischt sein. Als ich  plitschnass herauskam geriet ich jedenfalls direkt in einen Sandsturm und wurde mit Sandk\u00f6rnern paniert. Das liebe ich garnicht, also schnappte ich schnell meine Sachen, um barfu\u00df quer \u00fcber den Strand zu den windgesch\u00fctzten Felsen zu laufen. Ungef\u00e4hr auf halbem Wege trat ich in irgendetwas &#8211; AUA &#8211; konnte mich aber nirgends hinsetzen und hatte im Sandsturm auch keine Lust dazu. Also humpelte ich bis zu den Felsen weiter, wo ich schlie\u00dflich am Wasser einen Stein zum Hinsetzen fand. Dort konnte ich mir dann einen kleinen Glassplitter aus der sandigen Fu\u00dfsohle ziehen.<\/em><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend ich noch darauf wartete, dass der Schmerz nachl\u00e4sst, fiel mir ein, dass es mir vor Jahren in Italien noch viel schlimmer ergangen war. Im zarten Alter von 16 Jahren war ich mit meinen beiden besten Freundinnen f\u00fcr zwei Wochen nach Sorrent in Urlaub gefahren. Es war das erste Mal, dass wir unbeaufsichtigt auf den Rest der Menschheit losgelassen waren, und der Rest der Menschheit in Form von Horden hei\u00dfbl\u00fctiger Italiener auf uns. Ich m\u00f6chte mich jetzt nicht \u00fcber die Details dieses erlebnisreichen Urlaubs auslassen, nur soviel: Falls Ihr noch T\u00f6chter unter 18 Jahren habt, lasst sie nicht allein nach Italien! Ich glaube nicht, dass sich die Zust\u00e4nde inzwischen gebessert haben. \u00dcbrigens: Falls die T\u00f6chter schon \u00fcber 18 sind, w\u00fcrde ich sie auch nicht fahren lassen. Aber ich komme vom Thema ab.<\/em><\/p>\n<p><em>In diesem Urlaub war es uns allen Dreien gelungen bereits am ersten oder zweiten Tag in Seeigel zu treten, \u00fcbrigens auf der Flucht vor Italienern. Da die Stacheln nicht mehr aus den F\u00fc\u00dfen zu bekommen waren, haben wir praktisch 2 Wochen Urlaub mit Seeigel-Stacheln in den F\u00fc\u00dfen verbracht. Wir konnten zwar nur m\u00fchsam laufen, aber es war trotzdem ein toller Urlaub, der uns immer in guter Erinnerung bleiben wird. Beim Gedanken daran war der Glassplitter schon bald vergessen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich hatte danach noch einen sch\u00f6nen restlichen Nachmittag auf den <A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/Felsen.jpg\" TARGET=\"_blank\">Felsen<\/A>, aber ich sollte noch nicht die letzte Panne erlebt haben. Auf meinem Weg zur\u00fcck vom Strand zum Zimmer komme ich immer an einem <A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/Salzsee.jpg\" TARGET=\"_blank\">Salzsee<\/A> vorbei. Es ist eine mit Meerwasser gef\u00fcllte Senke, die schon vor Wochen durch eine Sandbank vom Meer abgetrennt wurde und seither vor sich hin d\u00fcmpelt. Das seichte Wasser hat Badewannen-Temperatur, die Algen wachsen, es stinkt. Man kann zusehen, wie der &#8222;See&#8220; durch Verdunstung von Tag zu Tag kleiner wird, in ein paar Wochen wird es nur noch eine salzverkrustete Sandfl\u00e4che sein, so wie seinerzeit im August, als ich das letzte Mal hier war.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Rande des Sees ragen inzwischen einige Sandkuppen aus dem schlammigen Wasser, und es schien mir eine nette Abwechslung, meinen Weg zur\u00fcck \u00fcber diese Sandkuppen zu nehmen. Allerdings hatte ich nicht mit deren schmieriger Konsistens gerechnet. Bereits beim Sprung von der zweiten zur dritten Kuppe &#8211; ich musste einen kr\u00e4ftigen Satz machen &#8211; rutschte ich auf der glitschigen Oberfl\u00e4che aus und fiel der L\u00e4nge nach hin. Zum Gl\u00fcck konnte ich meine diversen Badesachen vor der Algenbr\u00fche bewahren, aber davon abgesehen war ich gro\u00dffl\u00e4chig schlammverschmiert und in meinen Sandalen befand sich je ungef\u00e4hr ein Pfund sandiger Schlick &#8211; es sind die Sandalen, die ich morgen ins Konzert anziehen wollte, ich habe keine anderen.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun ja, ich habe die Sandalen inzwischen gewaschen und zum Trocknen aufgeh\u00e4ngt, hoffentlich sind sie morgen wieder brauchbar. Ansonsten steht mir morgen ein anstrengender Tag bevor &#8211; Sachen packen, zur\u00fcck nach Iraklio fahren (ca. dreieinhalb Stunden reine Fahrzeit), Zimmer f\u00fcr die Nacht finden, Busfahrzeiten nach Lendas f\u00fcr Sonntag in Erfahrung bringen, Auto zur\u00fcckgeben, und nicht zuletzt &#8211; irgendwie ins Jethro Tull Konzert kommen. Mal sehen, wie mir das alles gelingen wird. Vermutlich komme ich fr\u00fchestens \u00fcbermorgen wieder zum Schreiben, dann aus Lendas.<\/em><\/p>\n<p><em>Bis dahin gr\u00fc\u00dft Euch<BR><br \/>\nKretakatze<\/em><\/p>\n<p><em>PS.: Um noch ein weiteres Mal auf das Karohemd-Thema zur\u00fcckzukommen (nicht gleich st\u00f6hnen&#8230;) und dabei noch einen weiteren Aspekt ins Blickfeld zu r\u00fccken: Tats\u00e4chlich gibt es einen Fernsehauftritt von 1969, bei dem John Fogerty in einem einfarbig schwarzen Hemd erscheint: Es ist die Aufnahme von Fortunate Son, die ich schon mehrfach verlinkt hatte. Das hat mich zun\u00e4chst tief betr\u00fcbt, bis ich am Schluss dieser bei gleicher Gelegenheit aufgenommenen Version von <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5vQ3R1VqpKI&#038;mode=related&#038;search=\" TARGET=\"_blank\">Down On The Corner<\/A> erkannt habe, warum. John tr\u00e4gt das gleiche Hemd wie sein Bruder Tom, wahrscheinlich sollte das der &#8222;Br\u00fcder-Look&#8220; sein. Ich w\u00fcrde soweit gehen zu vermuten, dass man John vor diesem Auftritt von h\u00f6herer Stelle nahegelegt hatte, mal was Gescheites anzuziehen, schlie\u00dflich hatten CCR bei irgendeiner Wahl den ersten Platz belegt und ein kurzer Auftritt zusammen mit dem Moderator war auch noch angesagt. Tom hatte sich zu diesem feierlichen Anlass gar extra noch eine wei\u00dfe Kravatte ans schwarze Hemd gebunden und sah daher wohl so seri\u00f6s aus, dass er schlie\u00dflich als einziger von der Truppe auch noch ein paar Worte sagen durfte.<\/em><\/p>\n<p><em>Was mir bei dieser Gelegenheit auch noch auffiel: Doug Clifford war zu dieser Zeit bei Auftritten \u00fcblicherweise mit einem geringelten T-Shirt bekleidet. Auch er erscheint zu diesem Anlass im einfarbigen Hemd, allerdings: Daf\u00fcr ist die Hose gestreift. Ich finde die Jungs wirklich so goldig&#8230; Tats\u00e4chlich f\u00e4llt mir ein nicht geringelter Doug Clifford ungef\u00e4hr genauso heftig ins Auge wie ein unkarierter John Fogerty. Ich wei\u00df nicht mehr, was die Jungs auf dem Poster \u00fcber meinem Bett anhatten, aber ich w\u00fcrde wetten: Fogerty war kariert und Clifford war geringelt. Es ist wirklich unglaublich, wie sich diese Bilder aus fr\u00fchster Kindheit und Jugend f\u00fcr immer ins Gehirn einbrennen.<\/em><\/p>\n<p><em>Jetzt bin ich aber immer noch nicht ganz bei dem Punkt, zu dem ich eigentlich kommen wollte &#8211; sorry, ich bin heute ziemlich weitschweifig. Aber jetzt kommt&#8217;s gleich. Wenn man mich nun fragen w\u00fcrde, wie die anderen beiden Band-Mitglieder eingekleidet sein m\u00fcssten, dann w\u00fcrde ich sagen: Stu Cook &#8211; gemustertes Hemd, Tom Fogerty &#8211; einfarbiges Hemd. Ob auch wegen dem Poster, wei\u00df ich nicht, aber diese Kleiderordnung passt zu fast allen Videos, die ich bisher gesehen habe. Und das finde ich ein geradezu geniales Prinzip. Man vepasst in einer Gruppe jedem sein eigenes Muster: Einer kariert, Einer gestreift, Einer sonstwie gemustert und Einer einfarbig. Das hat einen ungeheuren Wiedererkennungswert selbst bei Personen mit schwerer Sehbehinderung oder solchen, die sich keine Gesichter merken k\u00f6nnen (so wie ich zum Beispiel). Heutzutage werden nach monatelanger Markterforschung derartige Gruppen am Reissbrett entworfen, und CCR haben das schon Ende der 60er Jahre einfach so aus dem \u00c4rmel gesch\u00fcttelt. Bewundernswert!<\/em><\/p>\n<p><em>Bei Jethro Tull h\u00e4tte dieses Prinzip leider nie funktioniert, denen w\u00e4ren schon nach kurzer Zeit die Muster ausgegangen. Dabei h\u00e4tte ich es bei denen viel n\u00f6tiger gehabt. Die CCR-Jungs sahen alle so unterschiedlich aus, die h\u00e4tte ich auch ohne Muster auseinanderhalten k\u00f6nnen. Bei den Jethro Tullern hatte ich da immer Probleme &#8211; Alle mit so langen Haaren und ziemlich zugewachsen, Anderson und Barre beide irgendwie blond gelockt, dazu von Jahr zu Jahr mindestens ein Musiker ausgetauscht &#8211; da w\u00e4ren klar abgegrenzte Muster oder Farben zur Identifikation schon hilfreich gewesen.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/babelfish.altavista.com\/babelfish\/trurl_pagecontent?url=https:\/\/www.willizblog.de\/?p=901&#038;lp=de%5Fen\" target=\"_blank\">English Translation for Ian Anderson<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Wilfried, Hallo Lockwood! Xerokambos, Kreta &#8211; 19.06.2007 Nun sitze ich also hier am Ende der Welt im Schatten auf der Terrasse vor meinem Zimmer, Meeresblick inbegriffen. Gestern hat mich ein wenig der Sonnenbrand ereilt, und da es heute au\u00dferdem sehr windig &#8211; eher schon st\u00fcrmisch &#8211; ist, werde ich wohl erst gegen Abend an &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=901\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 76: Jethro Tull auf Kreta \u2013 Teil 1<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[43],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/901"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=901"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/901\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}