{"id":9083,"date":"2015-03-07T06:19:37","date_gmt":"2015-03-07T06:19:37","guid":{"rendered":"http:\/\/willizblog.de\/?p=9083"},"modified":"2015-03-05T18:38:31","modified_gmt":"2015-03-05T18:38:31","slug":"martin-walser-shmekendike-blumen-duftende-blumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=9083","title":{"rendered":"Martin Walser: Shmekendike blumen (Duftende Blumen)"},"content":{"rendered":"<ul>Ikh bin a fedemel, ayngevebt in der groyser shtikl materye, vos geht in der velt fun eybige tsaytn untern nomen yud.<\/ul>\n<ul><em>Ich bin ein F\u00e4dchen, das in den gro\u00dfen Stoff eingewoben ist, den es seit ewigen Zeiten in der Welt unter dem Namen Jude gibt.<\/em><\/ul>\n<ul>Sh. Y. Abramovitsh<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/index.php?s=martin+walser\" title=\"Martin Walser in WilliZ Blog\" target=\"_blank\">Martin Walser<\/a> hat die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jiddische_Literatur\" title=\"Jiddische Literatur\" target=\"_blank\">jiddische Literatur<\/a> f\u00fcr sich entdeckt. Er, dem man in fr\u00fcheren Jahren Antisemitismus vorgeworfen hat, weil er einen (seinen) Literaturkritiker, einen Juden, hat zu Tode kommen lassen, literarisch versteht sich (siehe: <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=7381\" title=\"Martin Walser: Tod eines Kritikers\" target=\"_blank\">Zu Martin Walser (4): Tod eines Kritikers<\/a>). Er, der sich gegen eine <em>\u201aInstrumentalisierung des Holocaust\u2018<\/em> in Form einer dauerhaften <em>\u201aMoralkeule\u2018<\/em> gewehrt hat (siehe: <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=7370\" title=\"Martin Walser: Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede\" target=\"_blank\">Zu Martin Walser (3): Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede<\/a>).<\/p>\n<p>Walsers Begeisterung f\u00fcr jiddische Literatur ist wohl durch die als Buch erschienene Studie <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3447101458\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3447101458&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkId=AD7RITP55N7GH5SQ\" target=\"_blank\"><strong>Mendele der Buchh\u00e4ndler &#8211; Leben und Werk des Sholem Yankev Abramovitsh<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3447101458\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>  (Harassowitz Verlag, Wiesbaden) der amerikanischen Literaturwissenschaftlerin <a href=\"https:\/\/hst.mit.edu\/users\/susanne-klingenstein\" title=\"Susanne Klingenstein\" target=\"_blank\">Susanne Klingenstein<\/a> geweckt worden. Walser und <a href=\"https:\/\/www.google.de\/search?q=Susanne+Klingenstein\" title=\"Susanne Klingenstein\" target=\"_blank\">Klingenstein<\/a> kennen sich seit mehreren Jahren und standen in st\u00e4ndigem Austausch miteinander (warum erinnert mich diese \u201aBeziehung\u2018 an Walsers Roman <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=8823\" title=\"Martin Walser: Der Augenblick der Liebe\" target=\"_blank\">Der Augenblick der Liebe<\/a> aus dem Jahr 2004?). <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/buecher\/jiddisch-als-literatursprache-1.18445784\" title=\"Susanne Klingenstein: Mendele der Buchh\u00e4ndler - Leben und Werk des Sholem Yankev Abramovitsh\" target=\"_blank\">Dieses Buch<\/a> ist dabei weitaus mehr als eine individuelle Biographie und Werkdeutung, sondern eine Gr\u00fcndungsgeschichte der jiddischen Hochliteratur. Im Mittelpunkt steht aber <a href=\"http:\/\/www.yivoencyclopedia.org\/article.aspx\/Abramovitsh_Sholem_Yankev\" title=\"Sholem Yankev Abramovitsh\" target=\"_blank\">Scholem Jankew Abramowitsch<\/a> (in englischer Schreibweise Sholem Yankev Abramovitsh), der unter dem Namen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mendele_Moicher_Sforim\" title=\"Mendele Moicher Sforim\" target=\"_blank\">Mendele Moicher Sforim<\/a> (Mendele Moykher Sforim, d.h. Mendele der Buchh\u00e4ndler) seine B\u00fccher ver\u00f6ffentlichte.<\/p>\n<p>Ihm hat <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Walser\" title=\"Martin Walser\" target=\"_blank\">Martin Walser<\/a> mit seinem Essay <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3498073877\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3498073877&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkId=5FOIRMFHPQFGTCFS\" target=\"_blank\"><strong>Shmekendike blumen &#8211; ein Denkmal\/A dermonung f\u00fcr Sholem Yankev Abramovitsh<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3498073877\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> ich wiederhole: ein Denkmal gesetzt.<\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/www.rowohlt.de\/fm90\/501\/thumbnails\/978-3-498-07387-9.jpg.743186.jpg\" alt=\"Martin Walser:  Shmekendike blumen\" title=\"Martin Walser:  Shmekendike blumen\" \/><\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jiddisch\" title=\"Jiddisch\" target=\"_blank\">Jiddisch<\/a>, auch j\u00fcdisch-deutsch genannt, ist eine rund tausend Jahre alte Sprache, die von den mittel-, nord- und osteurop\u00e4ische Juden gesprochen und geschrieben wurde und von einigen ihrer Nachfahren bis heute gesprochen und geschrieben wird. Es ist nach allgemeiner Meinung eine aus dem Mittelhochdeutschen hervorgegangene westgermanische, mit hebr\u00e4ischen, aram\u00e4ischen, romanischen, slawischen und weiteren Sprachelementen angereicherte Sprache. Geschrieben wird Jiddisch mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hebr%C3%A4isches_Alphabet\" title=\"Hebr\u00e4isches Alphabet\" target=\"_blank\">hebr\u00e4ischen Schriftzeichen<\/a>, die allerdings nach gestimmten Regeln in lateinische Buchstaben umschrieben (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transliteration\" title=\"Transliteration\" target=\"_blank\">\u201atransliteriert\u2018<\/a>) und so auch f\u00fcr uns lesbar werden.<\/p>\n<p>Mit jiddischer Literatur habe ich mich schon fr\u00fch befasst (siehe u.a. <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=8646\" title=\"Isaac B. Singer: Feinde, die Geschichte einer Liebe\" target=\"_blank\">Isaac B. Singer: Feinde, die Geschichte einer Liebe<\/a>), allerdings in deutscher \u00dcbersetzung. Martin Walser hat sich an die transliterarische Fassung der Texte gehalten (hebr\u00e4ische Schrift wird wohl auch er nicht lesen k\u00f6nnen), was einige Geduld verlangt (und vielleicht auch ein W\u00f6rterbuch, da nicht alle W\u00f6rter im Deutschen wiederzufinden sind). Wer sich aber getraut, dem tut sich eine erstaunliche Sprachwelt auf. \u201eEs w\u00e4re zu armselig, wenn wir \u00fcberhaupt nicht wahrnehmen, erleben k\u00f6nnten, was Jiddisch ist\u201c, schreibt Walser: \u201eMeine Empfehlung: So langsam lesen wie noch nie. Den W\u00f6rtern die Chance geben, in uns Echos zu wecken.\u201c &#8211; In Walsers Buch finden wir hierzu einige Beispiele.<\/p>\n<p><em>In seinem neuen Essay ist Martin Walser ganz Leser und Entdecker, und als solcher bereist er eine sonst kaum beachtete literarische Landschaft \u2013 die jiddische Literatur. Einem ihrer gro\u00dfen Autoren und Mitbegr\u00fcnder der modernen jiddischen Literatur, Sholem Yankev Abramovitsh (1835-1917), will er schreibend ein Denkmal setzen: ihm und seinem Werk, das er \u00abein Lesewunder\u00bb nennt und in dem ihm ein Erz\u00e4hlen \u00abunter einem Himmel voller Bedeutungen\u00bb begegnet. Martin Walser ist begeistert von der Vielfalt der Sprachwelten, die sich ihm darin er\u00f6ffnet. Die enthusiastische Leseerfahrung, die in seinem Essay ihr Echo findet, l\u00e4sst auch einen Autor in neuem Licht erscheinen, zu dem er seit seinen Anf\u00e4ngen immer wieder zur\u00fcckgekehrt ist: <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/index.php?s=kafka\" title=\"Franz Kafka in WilliZ Blog\" target=\"_blank\">Franz Kafka<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>So ist Martin Walsers Essay nicht nur die Erkundung einer vernichteten Lebenswelt, sondern auch eine emphatische Einladung an das Publikum, sich in diesen wieder entdeckten Landstrich der Literatur zu begeben: \u00abIch hoffe, es gehe jedem Leser so: Man m\u00f6chte diese Sprache sprechen.\u00bb<\/em><br \/>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rowohlt.de\/buch\/Martin_Walser_Shmekendike_blumen.3173621.html\" title=\"Martin Walser im Rowohlt Verlag\" target=\"_blank\">rowohlt.de<\/a> (hierzu auch eine <a href=\"http:\/\/www.rowohlt.de\/fm90\/131\/Walser_Shmekendike_blumen.pdf\" title=\"Leseprobe\" target=\"_blank\">kleine Leseprobe<\/a>)<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich geht es Walser nicht nur um den Wert dieser jiddischen Literatur, den er in seiner Begeisterung f\u00fcr sehr hoch h\u00e4lt. Martin Walser stellt klar, welchen Standpunkt er gegen\u00fcber den Juden einnimmt, wenn er schreibt:<\/p>\n<p><em>Von S\u00fchne zu sprechen ist grotesk. Mir ist im Lauf der Jahrzehnte vom Auschwitz-Prozess bis heute immer deutlicher geworden, dass wir, die Deutschen, die Schuldner der Juden bleiben. Bedingungslos. Also absolut. Ohne das Hin und her von Meinungen jeder Art. Wir k\u00f6nnen nichts mehr gutmachen. Nur versuchen, weniger falsch zu machen.<\/em> (S. 102)<\/p>\n<p>Etwas irritierend finde ich, was Walser dann schreibt. Es klingt so, als ginge er in dem jiddischen Autoren Abramovits und mit ihm in der jiddischen Sprache voll und ganz auf, sodass nichts mehr f\u00fcr das \u201aHier und Heute\u2018 bleibt. Walser wird in wenigen Tagen (am 24. M\u00e4rz) immerhin 88 Jahre alt. Die Schaffenskraft Walsers der letzten Jahre war ungebrochen, geradezu erstaunlich. Dazu die vielen Reisen zu Lesungen (zuletzt zusammen mit Susanne Klingenstein). In Kafkas Roman <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5432\" title=\"Franz Kafka: Der Prozess\" target=\"_blank\">\u201eDer Prozess\u201c<\/a> lautet der letzte Halbsatz: <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/der-prozess-157\/29\" title=\"Kafkas Prozess im Projekt Gutenberg\" target=\"_blank\"><em>\u201e\u2026 es war, als sollte die Scham ihn \u00fcberleben.\u201c<\/em><\/a> Sollte sich das jetzt auf Walser beziehen? \u00dcbermannt ihn jetzt eine Scham gegen\u00fcber den Juden, sodass jedes weitere Schreiben, das sich nicht auf dieses Thema bezieht, f\u00fcr ihn bedeutungslos geworden ist? Walser schreibt:<\/p>\n<p><em>Ich merke, wenn ich jetzt Abramovitsh lese, dass mich das ungeeignet macht f\u00fcr alles, was ich jetzt tun oder sein m\u00fcsste. Ich erlebe ein Nicht-mehr-in-Frage-Kommen f\u00fcr das sogenannte Hier und Heute. Eine vollkommene Eingenommenheit. Von ihm. Ich kann auch nichts dagegen tun, in mir dominiert die Mitteilung, dass wir dieses Volk umbringen wollten und zu Millionen umgebracht haben. Und dieses Volk ist mir jetzt, erst jetzt, wirklich bekannt geworden. Durch Abramovitsh. Durch Mendele, Yisrolik, Binjamin, Senderl und Schloimale [Romanfiguren Abramovitsh\u2018].<br \/>\nDass Menschen abgerichtet werden k\u00f6nnen, das zu tun, was sie dann taten, bleibt unfassbar.<\/em> (S. 107)<\/p>\n<p>Bevor am Schluss in dem kleinen, gerade einmal gut 130 Seiten umfassendem Buch der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einleitungsvortrag_%C3%BCber_Jargon\" title=\"Franz Kafka: Einleitungsvortrag \u00fcber Jargon\" target=\"_blank\">Einleitungsvortrag \u00fcber Jargon<\/a> von Kafka dessen Gedanken zur jiddischen Sprache kundgetan werden (<a href=\"http:\/\/www.kafka.org\/index.php?jargon\" title=\"Franz Kafka: Einleitungsvortrag \u00fcber Jargon - der Text\" target=\"_blank\">Kafka spricht von Jargon<\/a>, wenn er die jiddische Sprache meint), findet sich eine kleine Erz\u00e4hlung von Sholem Yankev Abramovitsh unter seinem Autorennamen Mendele Moykher Sforim, die zun\u00e4chst in deutscher \u00dcbersetzung (\u00fcbersetzt gemeinsam von Susanne Klingenstein und Martin Walser), dann in der Transliteration und zuletzt in hebr\u00e4ischer Schrift wiedergegeben wird. Hier der erste Absatz. <\/p>\n<p><em><strong>Mendele Moykher Sforim: Meine (letzte) Reise<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Vor einem Jahr, am 2. Elul 5629, habe ich mich mit meinem B\u00fccherwagen nach Kiew hineingeschmuggelt. Ich sage hineingeschmuggelt, wie, wie ihr ja wisst, ein Jude in Kiew faule Ware ist, er darf sich dort nicht aufhalten, es sei denn, er h\u00e4tte ein Siegel, was bedeutet, dass er die Abgabe entrichtet und Handelserlaubnis hat. So wie es aussieht, d\u00fcrfen sich dort keine Juden aufhalten, nicht weil man sie f\u00fcr unehrliche, ungeschlachte, ungebildete Menschen hielte, denn erstens, so fein, so ehrlich wie Zigeuner sind sie schon. Warum gehen denn dort Zigeuner und andere \u00fcble Leute frank und frei herum? Und, zweitens, seit wann ist eine Handelserlaubnis ein Zeichen von Ehrlichkeit? Man kann ein H\u00e4ndler und trotzdem ein gro\u00dfer Betr\u00fcger sein. Drittens, m\u00f6chten dort doch auch alle wohnen, die einmal studiert haben in den russischen Schulen und Rabbinerseminaren, auch Schriftsteller und ihresgleichen, die ja feine, gebildete Leute sind, auch wenn sie kein Geld haben f\u00fcr den Mitgliedsbeitrag im Berufsverband. Was also ist der wirkliche Grund? Verzeiht mir, da m\u00fcsst ihr wirklich andere fragen, Kl\u00fcgere, Verst\u00e4ndigere als mich. Mir liegt es nicht, mich da in philosophische Spekulationen zu versteigen, auf hohen Pfaden zu wandeln und bis ins letzte Jahrtausend vor dem Kommen des Messias hineinzukriechen, und au\u00dferdem, warum \u00fcberhaupt! Gelobt sei der Ewige, Er sei gepriesen, immerhin sitzen die Juden doch in Kiew. Dort gibt es heute \u2013 kein b\u00f6ses Auge \u2013 eine gro\u00dfe j\u00fcdische Gemeinde, sie m\u00f6ge sich vermehren, sie haben schon \u2013 Gott sei\u2019s gedankt \u2013 eine Fleischsteuer, das hei\u00dft, sie essen koscheres Fleisch und halten sich auch an andre gute Regeln, schon bald wie in Glupsk. Es kostet eben mal einen Rubel, sei\u2019s drum!<\/em> (S. 113 f.) [\u2026]<\/p>\n<p>Hier die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transliteration\" title=\"Transliteration\" target=\"_blank\">Transliteration<\/a> (genauer: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/YIVO\" title=\"YIVO Institute for Jewish Research\" target=\"_blank\">YIVO<\/a>&#8211;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jiddisch#Schrift\" title=\"Transliteration des jiddischen Textes\" target=\"_blank\">Transkription<\/a>) des in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hebr%C3%A4isches_Alphabet\" title=\"Hebr\u00e4isches Alphabet\" target=\"_blank\">hebr\u00e4ischer Schrift<\/a> (siehe unten) verfassten Textes. Leider ist diese Umsetzung des Textes vom Englischen gepr\u00e4gt und l\u00e4sst f\u00fcr den Deutsch Sprechenden zwischen Zeichen und Laut keine Eins-zu-Eins-Entsprechung zu. Anstelle von <em>y, z, s, v, ts, kh, sh, zh, ay, ey, oy<\/em> treten im Deutschen <em>j, s, \u00df, w, z, ch, sch, sh, aj, ej, oj<\/em> &#8211; also <em>zwejtn<\/em> f\u00fcr <em>tsveytn<\/em> oder <em>ich mich<\/em> f\u00fcr <em>ikh mikh<\/em> lie\u00dfe sich leichter lesen). Ber\u00fccksichtigt man diese Unwegsamkeit, dann wird der Leser schnell erkennen, welche \u00c4hnlichkeit das Jiddische mit der deutschen Sprache hat und doch welche besondere Eigenart. Versuchen wir es einmal:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/yiddish.haifa.ac.il\/tmr\/tmr02\/tmr02.028.txt\" title=\"Mendele Moykher Sforim: Mayn (letste) Nesie\" target=\"_blank\"><em><strong>Mendele Moykher Sforim: Mayn (letste) Nesie<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Dem tsveytn elul, far a yorn, tarkh\u201ct [1869] (1), hob ikh mikh mit mayn baydl sforem arayngepeklt in kiev. Ikh zog arayngepeklt, makhmes, vi ir veyst, iz a yid in kiev treyfe skhoyre. Er tor zikh dort nit gefinen, saydn mit a blomb (2), dos heyst, az er tsolt poshline(3) un nemt a kupetshestvo(4). Vi es hot a ponem (5), torn keyn yidn dort nit zitsn, nit vayl me halt zey far umerlekhe, grobe, umgebildete mentshn, vorem reyshis (6), azoy fayn, azoy erlekh zaynen zey dokh, lekhol hapokhes (7), vi tsigayner. Far vos zhe geyen arum dortn tsigayner mit nokh andere shlek frank un fray? Tsveytns, vos iz kupetshestvo far a simen fun erlekhkayt? Me ken zayn a kupets (8) un fort a groyser moshenik (9). Dritns, voltn dokh dortn gemegt zitsn di, vos hobn a mol gelernt in shkoles, in rabiner-shuln, oykh mekhabrem (10) un nokh azelkhe, vos zaynen zeyer fayne gelernte mentshn, khotshe-nebekh, zey hobn nit keyn gelt tsu tsoln gilde (11). Vos den zhe iz der emeser tam? dos, zayt moykhl, geyt fregn andere, kliger, farshtenderike fun mir. Ikh bin nit oysn zikh do arayntsulozn in khkires un geyn in hoykhe drokhem, farkrikhn biz dem elef hashishi (12)&#8230; un iberikns, vos makht es oys, geloybt iz hashem yisborekh, yidn zitsn dokh fort in kiev. Dortn gefint zikh haynt, on nehore, a groyse eyde yidn, zoln zikh mern. Zey hobn shoyn, dankn got, a takse mit nokh azelkhe gute tekones, bald efsher azoy, vi in glupsk. Es kost a mol a kerbl, nu, meyle, khe!<\/em>&#8230; (S. 119 f.) [\u2026]<\/p>\n<ul>(1) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%BCdischer_Kalender\" target=\"_blank\" title=\"J\u00fcdischer Kalender\">Jahreszahlen<\/a> werden <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hebr%C3%A4ische_Zahlschrift\" target=\"_blank\" title=\"Hebr\u00e4ische Zahlschrift\">in hebr\u00e4ischen Buchstaben<\/a> geschrieben, die Zahlenwert haben, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elul\" target=\"_blank\" title=\"Monat Elul\"><em>Elul<\/em><\/a> f\u00e4llt auf Mitte August<br \/>\n(2) <em>blomb<\/em> vermutlich ein offizielles Dokument mit Metallsiegel<br \/>\n(3) <em>poshline<\/em> Abgabe oder Steuer<br \/>\n(4) <em>kupetshestvo<\/em> Handelserlaubnis<br \/>\n(5) <em>ponem<\/em> Gesicht<br \/>\n(6) <em>reyshis<\/em> erstens<br \/>\n(7) <em>lekhol hapokhes<\/em> wenigstens<br \/>\n(8) <em>kuperts<\/em> H\u00e4ndler<br \/>\n(9) <em>moshenik<\/em> Betr\u00fcger <em>(shvindler, dreyer, opnarer)<\/em><br \/>\n(10) <em>mekhabrem<\/em> (Schriftsteller (plural)<br \/>\n(11) <em>gilde<\/em> Berufsverband, Gilde<br \/>\n(12) <em>Elef hashishi<\/em> nach der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kabbala\" target=\"_blank\" title=\"Kabbala\">Kabbala<\/a> das sechste und letzte Jahrtausend vor dem Kommen des Messias<\/ul>\n<p>\u2026 zuletzt der Text in hebr\u00e4ischer Schrift:<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/mendele_moykher_sforim_mayn_letste_nesie.jpg\" alt=\"Mendele Moykher Sforim: Mayn (letste) Nesie - in der hebr\u00e4isch geschriebenen Fassung\" title=\"Mendele Moykher Sforim: Mayn (letste) Nesie - in der hebr\u00e4isch geschriebenen Fassung\" \/><\/p>\n<p><em>Martin Walser hat den Toten und ihrer vernichteten Kultur in Osteuropa seine Reverenz erwiesen.<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/\" title=\"J\u00fcdische Allgemeine\" target=\"_blank\">J\u00fcdische Allgemeine<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ikh bin a fedemel, ayngevebt in der groyser shtikl materye, vos geht in der velt fun eybige tsaytn untern nomen yud. Ich bin ein F\u00e4dchen, das in den gro\u00dfen Stoff eingewoben ist, den es seit ewigen Zeiten in der Welt unter dem Namen Jude gibt. Sh. Y. Abramovitsh Martin Walser hat die jiddische Literatur f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=9083\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Martin Walser: Shmekendike blumen (Duftende Blumen)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15,3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9083"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9083"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9083\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}