{"id":9184,"date":"2015-05-21T05:21:05","date_gmt":"2015-05-21T05:21:05","guid":{"rendered":"http:\/\/willizblog.de\/?p=9184"},"modified":"2015-05-20T11:51:06","modified_gmt":"2015-05-20T11:51:06","slug":"ralf-peter-maertin-dracula-das-leben-des-fuersten-vlad-tepes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=9184","title":{"rendered":"Ralf-Peter M\u00e4rtin: Dracula \u2013 Das Leben des F\u00fcrsten Vlad Tepes"},"content":{"rendered":"<ul><em>\u201eDer wutrich und tirann vollbracht<br \/>\nAlle die pein die man erdacht.<br \/>\nDy tirannen alsander<br \/>\nKainer so vil nie hat getan,<br \/>\nHerodes, Dieoclecian,<br \/>\nNero und auch all ander.\u201c<\/em><\/ul>\n<ul><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Michael_Beheim\" target=\"_blank\">Michel Beheim<\/a> (1416- um 1475): <a href=\"http:\/\/www.geschichtsquellen.de\/repOpus_00590.html\" target=\"_blank\">Von ainem wutrich der hies Trakle waida von der Walachei<\/a>, Vers 271-276 (<a href=\"http:\/\/digi.ub.uni-heidelberg.de\/diglit\/cpg334\/0201\" target=\"_blank\">Faksimile<\/a>)<\/ul>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/beheim_dracula.jpg\" alt=\"Michel Beheim: Von ainem wutrich der hies Trakle waida von der Walachei\" title=\"Michel Beheim: Von ainem wutrich der hies Trakle waida von der Walachei\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bram_Stoker\" target=\"_blank\">Bram Stoker<\/a> (1847 \u2013 1912) war ein irischer Schriftsteller der uns haupts\u00e4chlich durch seinen Roman <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=books&#038;keywords=bram%20stoker&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Dracula<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> bekannt wurde. 1890 traf Stoker den ungarischen Professor Arminius V\u00e1mb\u00e9ry, der ihm von der Legende des rum\u00e4nischen F\u00fcrsten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vlad_III._Dr%C4%83culea\" target=\"_blank\">Vlad III. Dr\u0103culea<\/a> (Drakula) erz\u00e4hlte. Aus diesem Charakter entwickelte Stoker die Figur des Vampirs Dracula. Sieben Jahre arbeitete Stoker an diesem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dracula_%28Roman%29\" target=\"_blank\">Vampirroman<\/a>, bis er am 18. Mai 1897 ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Seitdem geistert der dem 15. Jahrhundert entstammende Balkan-F\u00fcrst Vlad III. Draculea durch Romane und Horrorfilme. Wenn der historische Vlad auch nicht das Blut seiner Opfer trank, soll er doch ein \u00e4u\u00dferst brutaler Zeitgenosse gewesen sein. Nach seiner angeblich bevorzugten Hinrichtungsart trug er den Beinamen Vlad \u021aepe\u0219 (sprich Tzepesch &#8211; deutsch \u201ePf\u00e4hler\u201c).<\/p>\n<p>Heute d\u00fcrfte den Roman kaum einer gelesen haben. Daf\u00fcr kennen die meisten aber mindestens eine der zahlreichen Verfilmungen des Romans. Begonnen hat das schon fr\u00fch in der Stummfilmzeit: \u201e<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=dvd&#038;keywords=Nosferatu&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Nosferatu<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> \u2013 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nosferatu_%E2%80%93_Eine_Symphonie_des_Grauens\" target=\"_blank\">Eine Symphonie des Grauens<\/a>\u201c; <em>1922 von Friedrich Wilhelm Murnau (Pseudonym f\u00fcr F.W. Plumpe) gedreht, mit May Schreck in der Rolle des Grafen. Einer der bedeutendsten deutschen Stummfilme. Trotz abweichender Titelei eine Adaption des Stokerschen Romans. \u201aDer\u2018 Klassiker des Genres.<\/em><\/p>\n<p>Das war nur der Auftakt. Es folgten viele andere Filme, die den Namen <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=dvd&#038;keywords=Dracula&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Dracula<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> im Titel hatten.<\/p>\n<p><em>Das Jahr 1979 brachte eine Renaissance des Vampirfilms [\u2026].  John Badhams Hollywood <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dracula_%281979%29\" target=\"_blank\">\u201eDracula\u201c<\/a> mit dem sch\u00f6nen Frank Langella in der Hauptrolle, versprach zun\u00e4chst Neues, indem er den Grafen als melancholisch-romantischen B\u00f6sen \u00e0 la Byron pr\u00e4sentierte. Die an sich reizvolle Konzeption wurde aber durch eine \u00dcberf\u00fclle von Stilbr\u00fcchen heillos torpetiert.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bram_Stoker%E2%80%99s_Dracula\" target=\"_blank\">Bram Stokers Dracula<\/a> (1992) &#8211; <em>Bram Stoker\u2019s Dracula ist ein Horror- und Liebesdrama aus dem Jahr 1992 unter der Regie von Francis Ford Coppola. Die Hauptrollen spielten Gary Oldman als Graf und Anthony Hopkins als sein Kontrahent Professor van Helsing. Coppolas Filmadaption gilt \u2013 trotz einiger dramaturgischer Abweichungen \u2013 als die werktreueste Umsetzung von Bram Stokers Vampirroman.<\/em><\/p>\n<p>Alle drei Filme habe ich zu Hause in meiner Mediathek vorliegen und habe angesichts dieses Beitrag wenigstens schon einmal einen Blick in alle drei hineingeworfen: Schaurig-sch\u00f6n \u2026 Wie bereits erw\u00e4hnt: Ausgangspunkt des Dracula-Stoffes ist der rum\u00e4nische F\u00fcrst <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vlad_III._Dr%C4%83culea\" target=\"_blank\">Vlad III. Dr\u0103culea<\/a> aus dem 15. Jahrhundert. Vlad \u021aepe\u0219 mag zwar \u201ablutr\u00fcnstig\u2018 gewesen sein, aber ein Vampir war er sicherlich nicht. Trotzdem ist seine Geschichte h\u00f6chst fesselnd, zudem dann, wenn man sich f\u00fcr die Geschichte seiner Zeit interessiert: Die T\u00fcrken hatten weite Teile des Balkan besetzt. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mehmed_II.\" target=\"_blank\">Mehmed II., der Eroberer<\/a>, Sohn von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Murad_II.\" target=\"_blank\">Murad II.<\/a>, regierte als Sultan des Osmanischen Reiches von 1451 bis 1481 \u2013 hatte Konstantinopel erobert und machte diese unter dem Namen Istanbul 1457 zu seiner Hauptstadt.<\/p>\n<p>Bei mir kam vor vielen Jahren noch ein weiteres Interesse hinzu, was den Herrscher der Walachei (eben jeden Vlad III. Dr\u0103culea) betrifft. Ich war mit meiner heutigen Frau Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts zweimal in <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?s=rum%C3%A4nien\" target=\"_blank\">Rum\u00e4nien<\/a> und damit zwischen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walachei_%28Region%29\" target=\"_blank\">Walachei<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Siebenb%C3%BCrgen\" target=\"_blank\">Transsilvanien (Siebenb\u00fcrgen)<\/a> unterwegs. Unter anderem besuchten wir auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_Bran\" target=\"_blank\">Schloss Bran<\/a>, das Touristen immer wieder gern als Draculaschloss pr\u00e4sentiert wird, obwohl Vlad III. Dr\u0103culea, dessen Herrschaft sich nicht auf dieses innerhalb des Karpatenbogens liegende Gebiet erstreckte, es nie betreten hat. Anderen Quellen zufolge hat er dort eine einzige Nacht in Gefangenschaft verbracht, als es noch Kronstadt geh\u00f6rte. Es erinnert jedoch sehr an die Beschreibung von Draculas Burg aus Bram Stokers gleichnamigem Roman.<\/p>\n<p>Kommen wir zum historischen Dracula (und seiner Familie) im Schnelldurchgang: <em>Im Jahre 1431 befindet sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vlad_II._Dracul\" target=\"_blank\">Vlad Besarab II.<\/a>, abgesetzter Wojwode der &#8222;Tara Rom\u00e2neasca&#8220; (Walachei), der aufgrund seiner Mitgliedschaft im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drachenorden\" target=\"_blank\">Drachenorden<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sigismund_%28HRR%29\" target=\"_blank\">Kaiser Sigismunds<\/a> den Beinamen Dracul tr\u00e4gt, in seinem Exil im siebenb\u00fcrgischen Sch\u00e4\u00dfburg, als sein zweiter Sohn geboren wird. Als Erwachsener wird der Drachensohn (Draculea) als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vlad_III._Dr%C4%83culea\" target=\"_blank\">Vlad III. \u201e\u0162epe\u0219\u201c<\/a> (der Pf\u00e4hler), von den Osmanen &#8222;Scheitanoglu&#8220; genannt, in die Geschichte eingehen \u2026 Und 466 Jahre sp\u00e4ter &#8211; wir wissen es l\u00e4ngst &#8211; wird in London <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bram_Stoker\" target=\"_blank\">Bram Stokers<\/a> Roman Dracula ver\u00f6ffentlicht, der den gef\u00fcrchteten walachischen F\u00fcrsten zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vlad_III._Dr%C4%83culea#Dracula\" target=\"_blank\">d\u00e4monischen Vampirgrafen<\/a> mutieren l\u00e4sst&#8230;..<\/em><\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Vlad Dracul, dem Vater: <em>Um der Treue Vlad Draculs sicher zu sein, bat sich Murad II., dem t\u00fcrkischen Sultan von 1431 bis 1451, zwei seiner S\u00f6hne als Geiseln aus. Der F\u00fcrst sandte ihm Vlad Draculea und seinen um f\u00fcnf Jahre j\u00fcngeren dritten Sohn Radu. Den \u00e4ltesten, Mircea, behielt er bei sich.<\/em> (S. 34)<\/p>\n<p><em>Sp\u00e4ter wurde Vlad Dracul<\/em> [von den Ungarn] <em>geschlagen, konnte aber fliehen. Sein Sohn Mircea, wurde gefangengenommen und in Tirgoviste hingerichtet. In der N\u00e4he von Bukarest, kaum 60 Kilometer von der rettenden Donau entfernt, ereilte auch Vlad Dracul ein gewaltsamer Tod, er wurde erschlagen. Sein Grab, so man ihm eins g\u00f6nnte, blieb unentdeckt bis auf den heutigen Tag.<\/em> (S. 71)<\/p>\n<p><em>Radu der Sch\u00f6ne<\/em> [der Bruder] <em>war im Lauf des Jahres 1475 den walachischen Wirren zum Opfer gefallen, ob in der Schlacht oder ermordet, ist strittig, sicher ist, da\u00df es kein friedlicher Tod war.<\/em> (S. 149)<\/p>\n<p>Und wie endete Vlad III. Dr\u0103culea? \u2026 <em>am 26.<\/em> [November 1476] <em>wurde Vlad Tepes zum dritten Mal als Woiwode ausgerufen.<\/em> [\u2026] <em>Der Moldauf\u00fcrst<\/em> [Stefan] <em>\u00fcberlie\u00df ihm eine Leibgarde von 200 ausgesuchten K\u00e4mpfern. So war er nicht ganz allein als um die Jahreswende 1476\/77 ein Kontigent t\u00fcrkischer Akindschis mit Basarab Laiota im Gefolge in die Walachei einfiel. Starb Vlad Tepes im Kampf oder enthauptete ihn, dies die zweite schrecklichere Lesart, ein gedungener M\u00f6rder hinterr\u00fccks, so da\u00df ihm der Kopf vor die F\u00fc\u00dfe rollte?<\/em> [\u2026]<br \/>\n<em>Der K\u00f6rper des F\u00fcrsten wurde in Snagov bestattet, einem Inselkloster unweit Bukarest.<\/em> [\u2026] <em>Sein Kopf hingegen, sorgf\u00e4ltigst in Honig konserviert, wurde als handgreifliches Beweisst\u00fcck Mehmed II. \u00fcbersandt, sodann auf einer Stange befestigt und zur Schau gestellt.<\/em> (S. 155).<\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/ecx.images-amazon.com\/images\/I\/41GYQXTY7XL.jpg\" alt=\"Ralf-Peter M\u00e4rtin: Dracula \u2013 Das Leben des F\u00fcrsten Vlad Tepes\" title=\"Ralf-Peter M\u00e4rtin: Dracula \u2013 Das Leben des F\u00fcrsten Vlad Tepes\" \/><\/ul>\n<p>Vlad III. Dr\u0103culea war zeitlebens ein grausamer Herrscher und machte auch vor seinem eigenen Volk keinen Halt. <em>So absto\u00dfend es heute wirken mag, wie der Herrscher \u00fcber die Walachei mit Untertanen und Kriegsgegnern verfuhr \u2013 eine Ausnahme bildete er damit zu seiner Zeit keineswegs. Das Pf\u00e4hlen beispielsweise war als Strafe auch im damaligen Europa und im Osmanischen Reich verbreitet.<\/em> In seinem Buch <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3803123968\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3803123968&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkId=IZECDP6OTDAOXCGB\" target=\"_blank\"><strong>Dracula: Das Leben des F\u00fcrsten Vlad Tepes<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3803123968\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> berichtet der Autor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ralf-Peter_M%C3%A4rtin\" target=\"_blank\">Ralf-Peter M\u00e4rtin<\/a>, <em>dass andere zeitgen\u00f6ssische Machthaber dem F\u00fcrsten an Grausamkeit kaum nachstanden. So habe der franz\u00f6sische K\u00f6nig Ludwig XI., der als ein gerechter Herrscher galt, versucht, einen Verr\u00e4ter durch Begie\u00dfen der Augen mit kochendem Wasser zu blenden. Der osmanische Sultan Mehmed II. wiederum habe die 300-k\u00f6pfige Besatzung einer Burg, die ihm Widerstand geleistet hatte, niedermetzeln und ihren Hauptmann zers\u00e4gen lassen.<\/em><\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/2\/26\/Vlad_Tepes_and_his_forest.jpg\/220px-Vlad_Tepes_and_his_forest.jpg\" alt=\"Vlad Tepes speist unter den Gepf\u00e4hlten\" title=\"Vlad Tepes speist unter den Gepf\u00e4hlten\" \/><\/ul>\n<p>Die bevorzugte Hinrichtungsart trug dem walachischen F\u00fcrsten den Beinamen Vlad \u021aepe\u0219, Vlad, der Pf\u00e4hler ein. Grausamer geht es wohl kaum wie in dem Buch aus Roland Villeneuve: Grausamkeit und Sexualit\u00e4t, Stuttgart 1975, S. 24\/25, zitiert wird:<\/p>\n<p><em>\u201eUm diese Strafe zu vollziehen, legt man den Verurteilten auf den Bauch, bindet seine H\u00e4nde auf den R\u00fccken fest und befestigt seine Beine so, da\u00df sie weit gespreizt sind. [\u2026] Nachdem die \u00d6ffnung, durch die der Pfahl gehen soll, hinl\u00e4nglich einge\u00f6lt ist, nimmt der Henker diesen in beide H\u00e4nde und st\u00f6\u00dfte ihn so tief er kann in den Anus des Verurteilten. Dann treibt er ihn mit Hilfe eines Hammers 50 bis 60 Zentimeter hinein. Hernach wird der Pfahl aufgerichtet und in die Erde gerammt. Der Delinquent bleibt nun sich selbst \u00fcberlassen. Er hat nichts, an dem er sich anhalten k\u00f6nnte und wird von der Schwere seines Gewichts zu Boden gezogen, so da\u00df der Pfahl immer tiefer in ihn eindringt, bis er schlie\u00dflich entweder aus der Schulter, oder aus der Brust oder auch aus dem Magen wieder heraustritt.<\/em><br \/>\n<em>Der Tod, der die schrecklichen Leiden dieses Ungl\u00fccklichen beenden soll, l\u00e4\u00dft sich Zeit. Man hat Verurteilte gekannt, die bis zu drei Tagen in dieser schrecklichen Lage lebend zubrachten. Die Geschwindigkeit, mit der der Tod eintritt, ist verschieden und h\u00e4ngt von der Konstitution des Opfers wie von der Richtung des Pfahls ab. Tats\u00e4chlich hat man, in einem unglaublichen Raffinement von Grausamkeit, daf\u00fcr gesorgt, da\u00df die Spitze des Pfahls nicht ganz scharf, sondern ein wenig abgerundet ist. Dadurch wird vermieden, da\u00df der Pfahl die Organe, die in seinem Weg liegen, durchbohrt und so einen raschen Tod herbeif\u00fchrt. Die Organe werden nicht durchsto\u00dfen, sondern nur aus ihrer nat\u00fcrlichen Lage gedr\u00e4ngt. So wurden stark blutende Verletzungen vermieden und der Tod hinausgez\u00f6gert, w\u00e4hrend die Schmerzen durch die Zusammenpressung der Nerven unbeschreiblich waren.&#8220;<\/em> (S.\u201c137)<\/p>\n<p><em>Dass gerade Vlad der Ruf besonderer Grausamkeit anhing, d\u00fcrfte vor allem auf eine Flugschriften-Kampagne zur\u00fcckgehen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei diese am ungarischen K\u00f6nigshof zu lokalisieren.<\/em> <\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend der sp\u00e4tmittelalterliche Herrscher in Rum\u00e4nien bis heute als Held verkl\u00e4rt wird, hat sich sein negatives Image im Westen verfestigt: Weithin gilt Vlad III. Draculea immer noch als pf\u00e4hlender, blutd\u00fcrstiger Psychopath \u2013 eine Schreckensgestalt, die das Gruseln lehrt.<\/em><\/p>\n<p>Hier noch einige Stichworte als Nebenbemerkungen (aus dem Buch zitiert):<\/p>\n<p>1.\tDer Drache<\/p>\n<p><em>Der Drache ist die Verk\u00f6rperung des B\u00f6sen, des Teufels, der Versuchung. Die sieben K\u00f6pfe symbolisieren die sieben Hauptlaster: Hochmut, Neid, Zorn, Traurigkeit, Geiz, Gefr\u00e4\u00dfigkeit und Unkeuschheit. F\u00fcr sich genommen ist er das Zeichen des Chaos, der ungeb\u00e4ndigten Kr\u00e4fte, die erst Christus endg\u00fcltig besiegt hat. Das Erscheinungsbild des Drachen legt Parallelen zu Vlad Tepes nahe: \u201e \u2026 ein landverheerendes, menschenvertilgendes Untier von entsetzlichem Aussehen, oft mit Fledermausfl\u00fcgeln ausgestattet \u2026\u201c<\/em> (S. 161)<\/p>\n<p>2.\t<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Siebenb%C3%BCrger_Sachsen\" target=\"_blank\">Die Siebenb\u00fcrger Sachsen<\/a><\/p>\n<p><em>Siebenb\u00fcrgen oder Transsylvanien (\u201chinter den W\u00e4ldern\u201d) ist einer der buntesten ethnischen Flickenteppiche auf der europ\u00e4ischen Landkarte. Im 15. Jahrhundert wie auch heute noch bestand die Bev\u00f6lkerung aus den vier Hauptgruppen der Rum\u00e4nen, Ungarn, Szekler und Sachsen.<br \/>\n<\/em><br \/>\n<em>Die Deutschen waren in mehreren Einwanderungssch\u00fcben im 12. und 13. Jahrhundert ins Land gekommen. Zum gr\u00f6\u00dften Teil stammten sie von Rhein und Mosel, wurden aber von den ungarischen Beamten als \u201eSachsen\u201c deswegen bezeichnet, weil sie ihre Auswanderungsroute vom Rhein nach Mitteldeutschland gef\u00fchrt hatte und die Ungarn diese Zwischenstation ihres Weges f\u00e4lschlich als ihre eigentliche Herkunft ansahen. Ein ihnen 1224 vom ungarischen K\u00f6nig verliehener Freibrief, das \u201eAndreanum\u201c, sicherte ihnen freies Grundeigentum auf den ihnen verliehenen Gebieten, eigenes deutsches recht sowie volle Selbstverwaltung. Ihr Haupt siedlungsbereich war der S\u00fcden und Norden Siebenb\u00fcrgens, wo sie die St\u00e4dte Hermannstadt und Kronstadt, Sch\u00e4\u00dfburg und Bistritz als Mittelpunkte eines florierenden Handels gr\u00fcndeten. Die Siedlungen lagen zudem in den fruchtbarsten Regionen Siebenb\u00fcrgens, was hohe landwirtschaftliche Ertr\u00e4ge garantierte. Da die Sachsen auch im Bergbau &#8211; die siebenb\u00fcrgischen Goldminen galten als unersch\u00f6pflich, ebenso gab es gro\u00dfe Salzlagerst\u00e4tten \u2013 wegen ihrer Kenntnisse gefragt waren, reichte ihre gesellschaftliche Machtposition \u00fcber ihren bev\u00f6lkerungsm\u00e4\u00dfigen Anteil weit hinaus. Im Handel und in vielen handwerklichen Bereichen besa\u00dfen sie fast eine Monopolstellung.<\/em> (S. 19) <\/p>\n<p>3.\tDas Osmanische Reich (Vorl\u00e4ufer des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islamischer_Staat_%28Organisation%29\" target=\"_blank\">IS<\/a>?)<\/p>\n<p><em>\u201e\u2026 wir sehen den christlichen Glauben eingeschr\u00e4nkt und in einem Winkel zusammengedr\u00e4ngt. Denn nachdem er den gesamten Erdkreis gewonnen hatte, ist er jetzt schon aus Asien und Afrika vertrieben und wird in Europa nicht in Ruhe gelassen. Gro\u00df ist das Reich, das die Tartaren und T\u00fcrken diesseits von Don und Hellespont, die Sarazenen bei den Spaniern besetzt halten; klein ist das Gebiet, das auf Erden den Namen Christi bewahrt \u2026\u201c<\/em> zitiert nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arno_Borst\" target=\"_blank\">Arno Borst<\/a>; Lebensformen im Mittealter, Frankfurt\/M. u.a. 1973,, S. 632<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer wutrich und tirann vollbracht Alle die pein die man erdacht. 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