{"id":919,"date":"2007-07-26T00:01:11","date_gmt":"2007-07-25T22:01:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=919"},"modified":"2007-11-27T13:50:48","modified_gmt":"2007-11-27T11:50:48","slug":"was-ist-blos-mit-ian-los-teil-80-das-%e2%80%9egefuhlte%e2%80%9c-alter-john-fogerty-live","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=919","title":{"rendered":"Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 80: Das \u201egef\u00fchlte\u201c Alter &#038; John Fogerty live"},"content":{"rendered":"<p><em>Seid gegr\u00fc\u00dft, meine lieben Freunde !<\/em><\/p>\n<p><em>Tja, Wilfried, die Danksagung von Mrs. Bush an Dave Palmer ist ein weiteres Beispiel f\u00fcr meine selektive Wahrnehmung. Der durchschnittliche Homo Sapiens Sapiens h\u00f6rt und sieht das, was er kennt und \/ oder h\u00f6ren und sehen will. Ich freue mich nat\u00fcrlich f\u00fcr Mr. Del Palmer, dass er aus so berufenem Munde gew\u00fcrdigt wird; eine W\u00fcrdigung von Mrs. Bush in Richtung Dave Palmer w\u00e4re ja auch zu sch\u00f6n gewesen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Vollrausch ist bei Shane McGowan seit vielen Jahren der Normalzustand. Jeden Tag besoffen ist auch ein geregeltes Leben. Kannst Du sagen, wie lange der Konzertbesuch Deines Schwagers zur\u00fcckliegt ? Ich las irgendwo, dass Mr. McGowan eine neue Freundin habe und deshalb mit dem Alkohol etwas verantwortungsvoller umgehen wolle. Es waren sogar <a href=\"http:\/\/img85.imageshack.us\/img85\/9306\/shanemacgowan1pk.jpg\" target=\"_blank\">neue Z\u00e4hne<\/a> im Gespr\u00e4ch.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein betrunkener McGowan auf der B\u00fchne ist eine Zumutung f\u00fcr Augen und Ohren. Wie so oft bei mir sch\u00e4tze ich bei ihm seine fr\u00fcheren Auftritte und seine F\u00e4higkeiten als Songwriter. Durch den jahrzehntelangen Alkoholmissbrauch ist er ziemlich aufgequollen; er sieht aus, als w\u00e4re er vier Wochen im Wasser getrieben. \u00c4hnlich wie bei Mr. Anderson ist es die ruhmreiche Vergangenheit, die mich als Fan an seine Werke bindet.<\/em><\/p>\n<p><em>Ach ja, Mr. Anderson: Ein Foto von den Auftritten im diesj\u00e4hrigen Sommer ziert bereits seine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ian_Anderson\" target=\"_blank\">Wikipedia-Seite<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Gestern schauten meine S\u00f6hne im TV &#8222;Die Simpsons&#8220;, als sie mich pl\u00f6tzlich aufgeregt zum Fernseher riefen: Im Abspann der Sendung lief \u201eThick As A Brick\u201c ! Mr. Anderson begegnet uns an den unerwartetsten Stellen; zuerst im \u201eTatort\u201c, jetzt bei den \u201eSimpsons\u201c.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun zu Deinem letzten Beitrag, liebe Kretakatze:<\/em><br \/>\n<em>Dass Frauen in der Rockmusik unterrepr\u00e4sentiert sind, kann ich mir nur so erkl\u00e4ren: Rockmusik als solche ist f\u00fcr das sch\u00f6ne zarte Geschlecht zu grob, zu rau, zu laut, zu primitiv. Wenn in diesem Metier doch mal eine Frau eine bedeutende Rolle spielt, dann ist es ein so herber Typ wie Patti Smith.<\/em><\/p>\n<p><em>Kate Bush w\u00fcrde ich nicht als Rock-Musikerin bezeichnen. Allgemein wird ihre Musik als Popmusik bezeichnet; dieses Etikett gef\u00e4llt mir aber auch nicht. Popmusik klingt irgendwie nach Michael Jackson. F\u00fcr ihre Musik habe ich noch keine passende Bezeichnung gefunden. (P. Smith \/ K. Bush  &#8211;  meine Gedankenspr\u00fcnge werden immer gewagter)<\/em><\/p>\n<p><em>Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Andersons neue Garderobe: Ich habe kein Bild greifbar, das ich Euch pr\u00e4sentieren k\u00f6nnte. Ich muss es mit einer verbalen Beschreibung versuchen. Ein schickes unifarbiges, nicht zu enges Hemd vom Designer, eine passende Weste hierzu, dunkle Hose, von mir aus eine Reithose mit Schaftstiefeln (die hat er in seiner Vergangenheit so gerne getragen). Wenn es denn unbedingt sein muss, kann er seinen breiten Scheitel mit einer angemessenen (!) Kopfbedeckung kaschieren. Es gibt sehr sch\u00f6ne H\u00fcte, Kappen oder Baretts.  Der Kerl kann, wenn er will. Auf dem Cover von &#8222;Rupi&#8217;s Dance&#8220; zeigt er uns, dass er auch edlen Zwirn tragen kann !<\/em><\/p>\n<p><em>Liebe Kretakatze, an dieser Stelle m\u00f6chte ich Dir ein Kompliment machen: Du verstehst es, auf erfrischende Weise Kritik an Mr. Anderson anzubringen. Hier ist keine Spur von unkritischer Anbetung zu finden. Deine Urteile sind in einer Art &#8222;respektlos&#8220;, die ich gern h\u00e4ufiger lesen w\u00fcrde. Genau dazu sind wir in diesem Forum angetreten. Also, weiter so !!<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Wort zu Cat Steven&#8217;s \u201eTuesday&#8217;s Dead\u201c: Das Liedchen ist ganz nett. Auf dem gelinkten Video f\u00e4llt mir seine Gitarre auf. Sie ist ziemlich gro\u00df, die Zargen sind aus dem gleichen hellen Holz wie der Rest des Korpus. Von der Seite aus betrachtet sieht das Instrument aus wie ein Fichtensarg. M\u00f6glicherweise hat er sie gew\u00e4hlt, damit sie zum Titel passt.<\/em><\/p>\n<p><em>Meinen Urlaub verbringen wir traditionsgem\u00e4\u00df zu Hause. Das schont Nerven und Kasse. Ende Mai haben meine drei S\u00f6hne neue Fahrr\u00e4der bekommen, richtig &#8222;gro\u00dfe&#8220;, mit 28&#8243; &#8211; Bereifung. Sie sind jetzt in der Lage, l\u00e4ngere Strecken zu fahren als auf ihren Kinderr\u00e4dchen. Dadurch habe ich meine verloren geglaubte Leidenschaft f\u00fcrs Radeln wiederentdeckt. Ich habe mein altes Bike beim H\u00e4ndler zur Kur geschickt und nun hoffe ich, im Urlaub einige sch\u00f6ne Touren machen zu k\u00f6nnen. Mein altes Rad ist acht Jahre alt und ich habe geplant, bevor ich an Alterschw\u00e4che sterbe, ein Neues anzuschaffen. Ich bin in letzter Zeit viel im Internet unterwegs, um mir ein wenig Marktransparenz anzueignen. Aber diese \u00dcberlegungen sind noch rein strategischer Natur; das alte treue Rad muss noch ca. zwei Jahre halten.<\/em><\/p>\n<p><em>Lieber Wilfried, falls wir nichts mehr von einander lesen sollten, w\u00fcnsche ich Dir und den Deinen einen wundersch\u00f6nen entspannenden Urlaub !<\/em><\/p>\n<p><em>Bis bald<\/em><br \/>\n<em>Lockwood<\/em><\/p>\n<p>13.07.2007<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p><em>Hallo Wilfried, Hallo Lockwood,<\/em><\/p>\n<p><em>nun habe ich mir also doch noch das Kontrastprogramm zu &#8222;Jethro Tull auf Kreta&#8220; geg\u00f6nnt. Nicht Sonnenschein und 40\u00b0C im Schatten sondern wolkenverhangener Himmel bei 15\u00b0C. Nicht Samstag, Urlaub, Zeit en masse sondern Mittwoch, Arbeit, Hetze. Nicht bequemer Sitzplatz im Gartentheater an historischer kretischer Stadtmauer sondern \u00f6lsardinenm\u00e4\u00dfiger Stehplatz im Open Air zwischen deutschen Burgmauern. Und nat\u00fcrlich nicht zuletzt: Nicht Jethro Tull sondern &#8211; Ihr werdet&#8217;s schon ahnen &#8211; John Fogerty.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich hatte bis zuletzt geschwankt, ob ich mir dieses Konzert auch noch antun sollte, Gr\u00fcnde dagegen waren meine knappe Zeit, die nicht unbetr\u00e4chtliche Entfernung und das miese Wetter. Von vornherein war f\u00fcr mich nur das letzte Konzert von Fogerty&#8217;s diesj\u00e4hriger Deutschlandtour in Frage gekommen, der Open Air Auftritt am 11.07. auf der <A HREF=\"http:\/\/www.feuertanz-festival.de\/abenberg2007\/\" TARGET=\"_blank\">Burg Abenberg<\/A> bei N\u00fcrnberg. Aber das sind von mir aus auch ungef\u00e4hr 150 km Entfernung und knapp 2 Stunden Fahrzeit. Dazu herrschte bei uns am Montag und Dienstag praktisch Dauerregen. Das sah alles nicht besonders einladend aus.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Mittwoch erschien das Wetter aber etwas besser, es war zwar wolkig aber zumindest trocken, und so entschloss ich mich kurzfristig es doch zu wagen. Nachmittags um 16 Uhr verlies ich &#8211; f\u00fcr meine Kollegen unerwartet fr\u00fch &#8211; meinen Arbeitsplatz und machte mich auf Richtung N\u00fcrnberg, nat\u00fcrlich mal wieder ohne Ticket. Die lange Autofahrt nutzte ich dazu bei voller Lautst\u00e4rke Musik zu h\u00f6ren und mitzugr\u00f6len, und so war ich bereits leicht heiser, aber bester Stimmung, als ich exakt um 18 Uhr in Abenberg auf die als Parkplatz ausgeschilderte Wiese fuhr.<\/em><\/p>\n<p><em>Abenberg ist wirklich ein romantisch gelegenes D\u00f6rfchen, in dessen Mitte malerisch die Burg tront &#8211; oder ist es eher eine romantische Burg, um die herum sich malerisch einige H\u00e4user scharen? So genau kann ich das nicht sagen. Auf jeden Fall fiel mir beim Anblick der Burg sofort auf, dass ich meine Kamera vergessen hatte. Ihr werdet also keine selbstgemachten Bilder von mir zu sehen bekommen. Dabei h\u00e4tte ich diesmal vielleicht wirklich brauchbare Bilder schie\u00dfen k\u00f6nnen, denn Fogerty trat noch bei Tageslicht auf &#8211; das h\u00e4tte vielleicht sogar meine Kamera geschafft. Stattdessen habe ich mir erlaubt einige Bilder von der Website <A HREF=\"http:\/\/www.creedence-choogle-rockers.de\" TARGET=\"_blank\">www.creedence-choogle-rockers.de<\/A> zu verlinken. Sie stammen alle vom Abenberg-Konzert und sind besser als ich es je hinbekommen h\u00e4tte. Aber machen wir mal der Reihe nach.<\/em><\/p>\n<p><em>Es hatte sich bereits eine nicht unerheblich lange Schlange vor der Burg gebildet, deren genaue L\u00e4nge ich nicht absch\u00e4tzen konnte, da der Eingang der Burg nicht zu sehen war. Die Suche nach einer Abendkasse blieb mir erspart (es gab wohl auch gar keine, jedenfalls habe ich nirgends eine gesehen &#8211; vermutlich war ausverkauft), da an der Schlange ein Mann entlang lief der fragte, wer noch Karten brauchen k\u00f6nnte. Ich meldete mich sofort. Er meinte die Karten h\u00e4tte sein Freund, der demn\u00e4chst vorbei k\u00e4me. Ich solle mich schon mal in die Schlange stellen. Ich tat wie mir gehei\u00dfen war.<\/em><\/p>\n<p><em>30 Minuten sp\u00e4ter stand ich immernoch an gleicher Stelle in der Schlange und hatte immernoch kein Ticket. Was w\u00e4re doch so ein Konzert ohne den Nervenkitzel der Unsicherheit, ob man reinkommt oder nicht? Inzwischen hatte ich erfahren, dass eigentlich ab 18 Uhr Einlass sein sollte. Es war 18:40 Uhr und bis jetzt hatte sich die Schlange noch nicht einen Zentimeter bewegt. Andererseits war ich gottfroh darum. H\u00e4tte sie sich in Bewegung gesetzt, solange ich kein Ticket hatte, w\u00e4re ich vermutlich wirklich ein wenig nerv\u00f6s geworden.<\/em><\/p>\n<p><em>Um 18:45 Uhr erschien schlie\u00dflich tats\u00e4chlich der Kerl mit den Karten. Werden solche Eintrittskarten eigentlich manchmal auch gef\u00e4lscht? Es war ein &#8222;Eventim&#8220;-Ticket, das er mir in die Hand dr\u00fcckte, und es stand 50 EUR darauf. Mehr wollte er auch nicht daf\u00fcr. Ich hatte bei Eventim im Internet schon nach Karten geschaut, dort sollten sie 52,50 EUR zuz\u00fcglich Versand kosten. Das kam mir irgendwie komisch vor. Aber ich hatte weder Zeit noch Lust l\u00e4nger dar\u00fcber nachzudenken, denn inzwischen war Leben in die Schlange gekommen. Meine dumpfe Bef\u00fcrchtung, mein Ticket k\u00f6nnte am Einlass als F\u00e4lschung erkannt werden, erwies sich als unbegr\u00fcndet, und so stand ich ca. 19 Uhr im Burghof und stellte fest, dass mir der Magen knurrte. Ich hatte nichts zu essen dabei.<\/em><\/p>\n<p><em>Zum Gl\u00fcck hatte man auf diesem Open Air Event offensichtlich mit gedankenlosen Menschen wie mir gerechnet, der Burghof war mit Getr\u00e4nke- und Imbissbuden ges\u00e4umt. Ich entschied mich f\u00fcr eine labbrige Pizzaschnitte und versuchte dann mir einen g\u00fcnstigen Platz vor der B\u00fchne zu sichern. Da ich auch in kleinere L\u00fccken passe, konnte ich mich noch bis auf etwa 3 oder 4 Meter an die B\u00fchne heranarbeiten. Im Prinzip war ich vermutlich n\u00e4her an der B\u00fchne als in Iraklio. Allerdings ist halt die \u00dcbersicht bei solchen Steh-Veranstaltungen deutlich schlechter. Ein bzw. zwei Reihen vor mir standen zwei M\u00e4nner, denen ich gerade mal knapp \u00fcber die Schulter schauen konnte. Meistens hatte ich allerdings einen ganz guten Blick zwischen beiden hindurch direkt aufs Mikrophon. Auch nach rechts hatte ich freien Blick auf die B\u00fchne.<\/em><\/p>\n<p><em>Im <A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/publikum.jpg\" TARGET=\"_blank\">Publikum<\/A> waren nahezu alle Altersklassen vertreten, allerdings mit einem deutlichen Schwerpunkt bei M\u00e4nnern \u00fcber 40. Frauen waren in der Minderzahl und wenn dann nur in Begleitung von M\u00e4nnern anzutreffen. Jugendliche konnte ich nicht entdecken, was allerdings an der Location liegen k\u00f6nnte. Abenberg liegt 30 km von N\u00fcrnberg entfernt und ist nicht mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wer kein Auto hat ist aufgeschmissen. Das schlie\u00dft Jugendliche unter 18 praktisch von der Teilnahme aus.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Vorband betrat um 19:29 Uhr die B\u00fchne &#8211; das nenne ich deutsche P\u00fcnktlichkeit. Die sechs Jungs nennen sich Stanfour und kommen von der Insel F\u00f6hr. Der Ausdruck &#8222;Jungs&#8220; war hier mehr als gerechtfertigt, mindestens 3 der 6 Bandmitglieder sind mit Sicherheit noch keine 20, der J\u00fcngste k\u00f6nnte 16 sein. Nette Jungs, die mich an meinen eigenen in der Altersklasse erinnerten, der zu diesem Zeitpunkt gerade zuhause eine Mandelentz\u00fcndung auskurierte. Da kam ein bi\u00dfchen schlechtes Gewissen bei mir auf. Das h\u00e4tte es fr\u00fcher auch nicht gegeben, dass Muttern sich auf Rock-Konzerten rumtreibt, w\u00e4hrend das Kind zuhause krank im Bett liegt &#8211; na ja, das Kind ist 20 und liegt wahrscheinlich eher auf dem Sofa vor dem Fernseher. Ich versuchte den Gedanken zu verdr\u00e4ngen.<\/em><\/p>\n<p><em><A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/stanfour.jpg\" TARGET=\"_blank\">Stanfour<\/A> boten geradlinigen Rock, der f\u00fcr meine Begriffe durchaus anh\u00f6rbar war &#8211; nichts Sensationelles, aber auch nicht schlecht. Beim Anblick des S\u00e4ngers wurde mir wieder bewu\u00dft, wie unterschiedlich doch verschiedene S\u00e4nger mit ihrem Mikrophon umgehen. Mark Knopfler stellt es sich immer so hoch ein, dass er von unten nach oben singen muss, teilweise hat man den Eindruck er stellt sich auf die Zehenspitzen, damit er es noch erreicht. Im exakten Gegensatz dazu bevorzugt Mr. Anderson offensichtlich ein Mikrophon, das so niedrig eingestellt ist, dass er sich hinunterb\u00fccken und von oben hineinsingen muss. Gerne st\u00fcrzt er sich auch von oben auf sein Mikrophon wie eine Raubkatze auf die Beute. Dieser S\u00e4nger dagegen klammerte sich st\u00e4ndig mit beiden H\u00e4nden am Mikrophon fest, es sah aus als ob er in jeder Bedeutung des Wortes &#8222;an seinem Mikrophon h\u00e4ngt&#8220;. Mr. Fogerty geht mit dem Mikrophon eher achtlos um, es kommt schon mal vor dass er nicht st\u00e4ndig den richtigen Abstand einh\u00e4lt oder den Kopf zur Seite dreht und dadurch der eine oder andere Ton etwas leiser kommt. Es scheint f\u00fcr ihn nicht den Mittelpunkt des Universums darzustellen. Das k\u00f6nnte man sicher alles auch noch tiefenpsychologisch deuten. Aber ich denke damit verschone ich Euch jetzt besser.<\/em><\/p>\n<p><em>Stanfour spielten bis 20 Uhr, dann wurde auf der B\u00fchne umgebaut &#8211; und das zog sich hin. Nach einer halben Stunde wurde das Publikum langsam unruhig, es gab Pfiffe, Gegr\u00f6le und &#8222;John, John&#8220;-Rufe. Dabei lag die Verz\u00f6gerung vielleicht auch daran, dass zu diesem Zeitpunkt die Sonne tief unter den Wolken stand und direkt von vorne auf die B\u00fchne schien. Die Roadies, die die 25 oder wieviel Gitarren des Mr. Fogerty nochmals durchcheckten waren offensichtlich von dem Licht geblendet. Ein Auftritt war so vermutlich garnicht m\u00f6glich. Meiner Meinung nach ein Mangel der Organisation, denn dass im Sommer die Sonne scheint und wo sie um wieviel Uhr untergeht sollte eigentlich bekannt sein. Da muss man halt ggf. die B\u00fchne an anderer Stelle aufbauen. Interessant auch, was zur \u00dcberbr\u00fcckung der Wartezeit aus den Lautsprechern t\u00f6nte. Nach &#8222;Sultans Of Swing&#8220; war auch noch John Fogerty selbst mit &#8222;Almost Saturday Night&#8220; zu h\u00f6ren, was vom Publikum mit Beifall und &#8222;Zugabe, Zugabe&#8220;-Rufen quittiert wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Dann, um 21 Uhr endlich, betrat die Band die B\u00fchne und nahm die Pl\u00e4tze ein. <A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/fogerty.jpg\" TARGET=\"_blank\">Fogerty<\/A> erschien nicht lang danach in einem seiner besten blaukarierten Hemden &#8211; damit war der Abend f\u00fcr mich gebont! Nach kurzer Begr\u00fcssung legte er auch ohne Umschweife gleich richtig los mit &#8222;Travellin&#8216; Band&#8220;. Ich hatte sofort das Gef\u00fchl, dass die Anlage seit der Vorband noch einmal um einige Watt aufgedreht worden war. Das alte Burggem\u00e4uer erbebte und das Erdreich vibrierte. Das war deutlich lauter als Jethro Tull in Iraklio, aber doch nie so laut, dass ich bef\u00fcrchtet h\u00e4tte bleibende Geh\u00f6rsch\u00e4den davonzutragen.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei Jethro Tull war mir seinerzeit der glasklare Sound aufgefallen, in dem jeder Ton einzeln aus der Anlage perlte und jede Nuance des Fl\u00f6tenspiels und der Stimme detailgenau wiedergegeben wurde (wobei das in Bezug auf die Stimme nicht unbedingt nur von Vorteil war). Von glasklarem Sound war bei Mr. Fogerty nichts zu h\u00f6ren, der ist f\u00fcr seine Musik aber auch nicht notwendig. Hier geht&#8217;s um&#8217;s Eingemachte, die Basics des Rock, auf das Wesentliche reduziert, ohne Schn\u00f6rkel und Verzierungen, ohne facettenreiche Arrangements und ohne den Anspruch mit Bach oder Beethoven konkurrieren zu wollen. Es standen nicht weniger als <A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/gitarristen.jpg\" TARGET=\"_blank\">5 Gitarristen<\/A> (einschlie\u00dflich Bass) auf der B\u00fchne, wobei der eine gelegentlich auch Keyboard spielte. Dazu noch Schlagzeug (auf das eingedroschen wurde, als ob man es ermorden wollte), das war&#8217;s mit der Instrumentierung. Solche Musik muss nicht filigran aus der Anlage rieseln sondern einem wuchtig und satt um die Ohren donnern. Und das tat sie auch.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach dem ersten Titel meinte Mr. Fogerty, das w\u00e4re das erste Mal, dass er auf einer Burg spiele, und er hoffe er wecke den K\u00f6nig nicht auf. Falls es auf dieser Burg je einen K\u00f6nig gegeben haben sollte, war der aber vermutlich bereits bei den ersten Takten von &#8222;Travellin&#8216; Band&#8220; vor Schreck aus dem Grab gefallen und an Herzinfarkt gestorben. Das hat sich sicher auch Mr. Fogerty gedacht, denn er machte auch im weiteren Verlauf des Abends nicht den Eindruck als ob er sich bem\u00fchen w\u00fcrde leise zu sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Nat\u00fcrlich habe ich versucht bei YouTube ein paar passende Videos zu finden, die den einen oder anderen Eindruck des Konzerts vermitteln k\u00f6nnen, aber leider gibt es kaum ein brauchbares Bootleg von der Europa-Tour. Die Amateurkameras (oder waren es Handys?) scheinen alle von der Lautst\u00e4rke des Fogerty&#8217;schen Sounds \u00fcberfordert zu sein &#8211; es sch\u00e4ppert, knistert, knackt, dr\u00f6nt und jault zum Steinerweichen, das kann man sich wirklich nicht anh\u00f6ren. Zur Einstimmung daher erst einmal eine Aufnahme aus New York vom letzten Dezember: <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QMARTAxWAJ4&#038;mode=related&#038;search=\" TARGET=\"_blank\">Good Golly Miss Molly<\/A>. Sie zeigt wie es aussieht, wenn ein wildgewordener 62-J\u00e4hriger keine Lust hat sich mit dem Pfeifchen hinter den Ofen zur\u00fcckzuziehen.<\/em><\/p>\n<p><small>Kleiner Einschub zu diesem Video: Diesen Song konnte ich eigentlich noch nie leiden, aber was Fogerty hier auff\u00fchrt hat mich glatt umgepustet. Ich muss zugeben, dass ich keine Ahnung habe worum es in dem Lied geht, und von dem was er singt verstehe ich kein Wort, aber er scheint ziemlich w\u00fctend zu sein. Wie er wild mit den Armen herumfuchtelt erinnert mich bereits stark an Mr. Andersons Auftritt in <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6d2L5-raoIY\" TARGET=\"_blank\">Witch&#8217;s Promise<\/A> anno 1970. Leider hat Mr. Fogerty keine so sch\u00f6ne Fl\u00f6te, die er drohend schwingen k\u00f6nnte, und das Gitarren-Plektrum ist ein etwas mickriger Ersatz, aber daf\u00fcr haut er anschlie\u00dfend damit umso wilder in die Saiten. Bisher habe ich bei diesen Bildern noch jedesmal lachen m\u00fcssen, und solche Videos stehen auf meiner Hitliste ganz oben.<\/small><\/p>\n<p><em>F\u00fcr einen der ersten Songs griff Mr. Fogerty zu einem t\u00fcrkisgr\u00fcnen Instrument, und als er kurz \u00fcber die Saiten strich um zu testen, ob es auch funktioniert, da fuhr es mir durch Mark und Bein. Ich musste sofort an Dich denken, lieber Lockwood, und an Brian May &#8211; das war der D\u00fcsenjet. Ich glaube ich schrieb schon nach dem Jethro Tull Konzert, dass live so ein D\u00fcsenjet nicht unbedingt zu verachten ist, und der von Mr. Fogerty geht noch ganz anders ab als der von Mr. Barre. Seither habe ich ein Auge auf dieses gr\u00fcne Maschinchen geworfen, zumal es dieselbe Farbe hat wie mein Auto. Allerdings ist mein Auto bedeutend leiser. Ich habe auch nur einen kleinen Toyota. Dieses Modell schien mir eher ein Porsche zu sein. Der zugeh\u00f6rige Titel hei\u00dft &#8211; passend zum D\u00fcsenjet &#8211; <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Ot4qygizIKw\" TARGET=\"_blank\">It Came Out Of The Sky<\/A> (hier auch eine Version aus New York).<\/em><\/p>\n<p><em>Bei solcherlei Kl\u00e4ngen kam im Publikum schnell Stimmung auf. Die sichtlich gute Laune, mit der Mr. Fogerty w\u00e4hrend der Instrumentalpassagen \u00fcber die B\u00fchne stapfte, h\u00fcpfte wie ein Gummiball und sich wie ein Kind \u00fcber den selbsterzeugten L\u00e4rm freute, \u00fcbertrug sich m\u00fchelos auf die Menge. Bei fast jedem Song schallte ihm aus dem Zuschauerraum zumindest der Refrain entgegen. Mehrfach dirigierte er auch vom B\u00fchnenrand aus das Publikum und lie\u00df es alleine singen. Er mu\u00dfte sich nicht \u00fcber mangelnde Mitwirkung beklagen. Nach k\u00fcrzester Zeit war &#8211; zumindest vorne an der B\u00fchne &#8211; Party angesagt.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei Fogerty gibt es praktisch nach jedem Titel Gitarrenwechsel (wobei die eine oder andere Gitarre im Laufe des Abends schon auch mehrfach zum Einsatz kam). Bei dieser Gelegenheit \u00fcberreicht er seinen ausgebrauchten Gitarren-Pick jemandem aus dem Publikum. Einmal holte er auch eine ganze Hand voll neue Picks aus der Hosentasche um sie zu verteilen. Auch ausrangierte Drumsticks wurden in die Menge geworfen. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, die Veranstaltung nahm immer mehr den Charakter einer gr\u00f6\u00dferen Familienparty an. Einen kleinen Eindruck von der Atmosph\u00e4re vermittelt vielleicht <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=P2fFrvWAZlo&#038;NR=1\" TARGET=\"_blank\">dieses Video<\/A> aus Paris, das mit einem Halstuch-Tausch beginnt. Fogerty&#8217;s Markenzeichen ist ein rotes Halstuch, er tritt nie ohne auf. Hier tauscht er es gegen das Halstuch eines Zuschauers ein.<\/em><\/p>\n<p><em>Vor dem Titel &#8222;Down On The Corner&#8220; schlich sich ein siebter Musiker auf die B\u00fchne, und da ich schon Setlists von anderen Konzerten gelesen hatte, ahnte ich bereits wer das sein musste: Tyler Fogerty. Der Junge ist h\u00f6chstens 14, das Hemd ist nat\u00fcrlich kariert und die Frisur erinnert stark an Papa anno 1970. Es gibt da auch noch einen Shane Fogerty, der vielleicht zwei Jahre \u00e4lter ist und im Prinzip genauso aussieht, in Abenberg aber nicht mit von der Partie war. Tyler durfte gleich neben Daddy zu &#8222;Down On The Corner&#8220; die Gitarre spielen (<A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/tyler.jpg\" TARGET=\"_blank\">Bild<\/A>), aber so richtig locker und gutgelaunt wie der Herr Papa wollte er auf mich nicht wirken. Er schien mir eher etwas angestrengt. Es muss auch ziemlich hart sein f\u00fcr einen 14-J\u00e4hrigen, wenn er nach seinem Auftritt auf offener B\u00fchne vor versammeltem Publikum von Old Daddy abgeknutscht wird. Der Kleine tat mir fast ein bi\u00dfchen leid. Andererseits sagte ich mir, dass man nicht fr\u00fch genug lernen kann, dass das Leben hart ist, und ich denke mal er wird keine bleibenden psychischen Sch\u00e4den davontragen.<\/em><\/p>\n<p><em>Um gleich bei den Kindern zu bleiben: Schr\u00e4g vor mir trug jemand w\u00e4hrend des ganzen Konzerts ein etwa f\u00fcnfj\u00e4hriges, blondes M\u00e4dchen auf den Schultern, und dieses Kind stach auch Mr. Fogerty ins Auge. &#8222;Baby&#8220; wurde eigens begr\u00fc\u00dft, wobei die Reaktion eher schwach war &#8211; vermutlich hat sie sein Englisch nicht verstanden. Fogerty erkl\u00e4rte sie erinnere ihn stark an seine f\u00fcnfj\u00e4hrige Tochter Chelsea, f\u00fcr die er das folgende Lied geschrieben habe, es war &#8222;I Will Walk With You&#8220;. Ich begann langsam die \u00dcbersicht \u00fcber die zahlreiche Nachkommenschaft des Mr. Fogerty zu verlieren, wobei ich eine diesbez\u00fcgliche \u00dcbersicht eigentlich noch nie besessen habe. Ich meine er habe schon Ende der 60er Jahre einen Sohn gehabt, und auch aus den 70ern oder 80ern m\u00fcsste es noch mindestens eine Tocher geben. Jedenfalls scheint Mr. Fogerty nicht nur seit bald 50 Jahren in der Rockmusik aktiv zu sein, sondern sich au\u00dferdem seit 40 Jahren unerm\u00fcdlich und erfolgreich in der Arterhaltung zu bet\u00e4tigen. Das sollte vielleicht auch einmal die geb\u00fchrende Anerkennung finden.<\/em><\/p>\n<p><em>Gegen Ende des Konzerts kam mir in den Sinn, dass man manche Menschen einfach f\u00fcr alle Zeiten so konservieren k\u00f6nnen sollte, wie sie gerade sind. Wenn ich w\u00fcsste wie, dann w\u00fcrde ich gleich mit John Fogerty anfangen. Nicht, dass ich jetzt missverstanden werde: Ich will damit nicht zum Ausdruck bringen, dass Mr. Fogerty so wirkt als ob er dringend konserviert werden m\u00fcsste &#8211; das klingt so nach Mumie. Ich will damit nur sagen, dass ich ihn gerne noch ein paar Jahre in alter Frische wiedersehen w\u00fcrde, am besten n\u00e4chstes Mal ein bi\u00dfchen n\u00e4her bei Stuttgart &#8211; da gibt es auch sehr sch\u00f6ne Burgen. Wenn er kommt bin ich bestimmt wieder dabei!<\/em><\/p>\n<p><em>Mein einziger Kritikpunkt: Das Konzert war zu kurz, viel zu kurz! Nur 1:36 Std Spielzeit, das finde ich f\u00fcr einen Eintritt von 50 M\u00e4usen doch ziemlich mickrig. Und es ist ja nicht so, dass Mr. Fogerty keine Songs mehr auf Lager gehabt h\u00e4tte. Er hat nicht einmal alle seine Top Ten Hits gespielt, er hat nicht einmal alle seine No. 1 Hits gespielt. Mir pers\u00f6nlich haben jetzt &#8222;Hey Tonight&#8220; und &#8222;Sweet Hitch-Hiker&#8220; nicht gefehlt, aber &#8222;Up Around The Bend&#8220;, &#8222;I Put A Spell On You&#8220; und &#8222;Deja Vu&#8220; schon. In Hamburg standen die alle noch auf der Setlist. Oder wie w\u00e4r&#8217;s noch mit &#8222;Lodi&#8220;, &#8222;Rock and Roll Girls&#8220;, &#8222;Walking In A Hurricane&#8220;, &#8222;Premonition&#8220; und und und&#8230;.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcberhaupt ist mir aufgefallen, dass Fogerty&#8217;s Konzerte offensichtlich unterschiedlich lang sind. In Abenberg standen 23 Titel auf der <A HREF=\"http:\/\/www.johnfogerty.com\/setlists.html#20070711\" TARGET=\"_blank\">Setlist<\/A>, in Berlin sogar nur 22, in Hamburg waren es 24, in D\u00e4nemark 25, in Paris 26 und in Mainz 27 (anscheinend 3 extra Zugaben!). Nach was entscheidet er das? Wenn er keine Lust mehr hat und fr\u00fcher ins Bett will, l\u00e4sst er einfach ein paar Songs weg? So geht&#8217;s aber auch nicht! Ich w\u00fcrde ihm ja die K\u00fcrze seines Auftritts nachsehen, wenn man nach anderthalb Stunden Spielzeit bef\u00fcrchten m\u00fcsste, dass er demn\u00e4chst auf der Bahre rausgetragen wenn muss, wenn er nicht bald aufh\u00f6rt. Aber den Eindruck hatte ich wirklich nicht. Er ist so locker-flockig und frisch von der B\u00fchne gegangen, wie er angefangen hat, ich glaube er war w\u00e4hrend des ganzen Abends nicht einen Moment au\u00dfer Atem und hat nicht eine Schwei\u00dfperle verloren (es war allerdings auch nicht besonders warm&#8230;). Der ganze Auftritt sah aus als w\u00e4r&#8217;s f\u00fcr ihn ein Spaziergang. Also 2 Stunden k\u00f6nnte er gut durchstehen, und die f\u00e4nde ich f\u00fcr den Preis auch angemessen.<\/em><\/p>\n<p><em>*********************************************************************<\/em><\/p>\n<p><em>Eines ist mir im Anschluss an dieses Konzert erst so richtig bewusst geworden, und um n\u00e4her zu erl\u00e4utern, was ich meine, werde ich jetzt gar noch mich selbst als krasses Extrembeispiel anf\u00fchren. Ich muss zugeben ich war ziemlich \u00fcberrascht, als ich zum ersten Mal <A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/Rockstar_20070612_2k.jpg\" TARGET=\"_blank\">dieses Photo<\/A> gesehen habe. Wenn ich nicht w\u00fcsste, dass ich das selbst bin, dann w\u00fcrde ich sagen das ist ein 14- bis 15-j\u00e4hriger Junge. Nun war mir schon l\u00e4nger klar, dass ich nicht gerade so aussehe, wie man sich \u00fcblicherweise eine 48-j\u00e4hrige Frau vorstellt. Dass der Eindruck aber so weit davon entfernt liegen k\u00f6nnte, h\u00e4tte ich dann doch nicht erwartet. Nach kurzem Nachdenken bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass es vermutlich genau das ist, was ich im Grunde meines Wesens tats\u00e4chlich bin: Ein 14- bis 15-j\u00e4hriger Junge. Das Bild passt, ich f\u00fchle mich auch in keinster Weise unwohl damit. Sonst h\u00e4tte ich mich auch von vornherein garnicht in diese Klamotten geworfen.<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht jeder ist das, was er aufgrund von Alter, Geschlecht, sozialer Herkunft oder sonstigen Umst\u00e4nden nach herk\u00f6mmlicher Meinung sein sollte. Darauf kommt es auch garnicht an. Das Einzige das z\u00e4hlt ist, dass das \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild mit dem \u00fcbereinstimmt, was man tats\u00e4chlich ist. Wenn das nicht zusammenpasst, hat man wirklich ein Problem. Das Aussehen ist wie eine Visitenkarte, die man st\u00e4ndig vor sich hertr\u00e4gt, und die 99,9% aller Menschen, denen man begegnet und die einen nicht n\u00e4her kennen, Aufschluss dar\u00fcber gibt, wie sie einen behandeln sollten und was sie von einem zu erwarten haben (mit den Erwartungen hatte ich es ja schon einmal&#8230;). Wenn man \u00e4u\u00dferlich etwas anderes darstellt, als man tats\u00e4chlich ist, wird das st\u00e4ndig zu falschen Reaktionen, entt\u00e4uschten Erwartungen und Missverst\u00e4ndnissen f\u00fchren. Jeder kennt von sich selbst, wie es einem geht, wenn man morgens aus Versehen den falschen Griff in den Kleiderschrank getan und etwas angezogen hat, das nicht zur Tagesform passt. Man f\u00fchlt sich unsicher und fehl am Platz, weil man unbewu\u00dft st\u00e4ndig mit den falschen Erwartungen und Reaktionen seiner Umwelt rechnet.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer also anders aussieht als er sich f\u00fchlt &#8211; z.B. auch durch einen fortschreitenden \u00e4u\u00dferlichen Alterungsprozess, dem kein entsprechender innerlicher folgt &#8211; wird \u00fcblicherweise bestrebt sein alles zu tun, um sein Aussehen mit seiner Pers\u00f6nlichkeit wieder in Einklang zu bringen. Das ist meiner Meinung nach auch v\u00f6llig in Ordnung, solange man sein Aussehen anpasst an das, was man ist, und nicht an das, was man gerne w\u00e4re, in der Hoffnung durch das ge\u00e4nderte Aussehen zu dem zu werden, als was man erscheint. Damit macht man sich wirklich nur l\u00e4cherlich.<\/em><\/p>\n<p><em>Um jetzt langsam einmal auf den Punkt zu kommen: Was auch immer Mr. Fogerty getan haben sollte um so auszusehen, wie er das tut &#8211; die Haare gef\u00e4rbt hat er allemal, die Z\u00e4hne sind runderneuert (dabei w\u00e4re das meiner Meinung nach wirklich nicht notwendig gewesen, mit den <A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/fogerty_1.jpg\" TARGET=\"_blank\">originellen Originalz\u00e4hnen<\/A> sah er doch auch sehr nett aus), selbst wenn er sich f\u00fcnfmal h\u00e4tte liften lassen (was ich eigentlich nicht annehme) &#8211; das Ergebnis gibt ihm recht. Er sieht so aus, wie er ist. Und wenn er auf der B\u00fchne steht, oder rennt, oder h\u00fcpft, oder was auch immer &#8211; man merkt, dass da einfach alles zusammenpasst. Auch wenn die Haare, die Z\u00e4hne oder sonstige Details an Mr. Fogerty nicht mehr echt sein sollten, der Mensch ist es, und das ist das Einzige, das z\u00e4hlt.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei Mr. Anderson ist das leider anders. In den 70ern hat er auch noch glaubhaft gewirkt: Die Musik, das Aussehen, die Kost\u00fcme, die B\u00fchnenshow &#8211; das war ein Gesamtkunstwerk, das seine Pers\u00f6nlichkeit stimmig repr\u00e4sentiert hat. Im Laufe der 80er ist das mehr und mehr verloren gegangen, irgendwie hat er mit zunehmendem Alter das, was er ist und das, was er darstellen m\u00f6chte, nicht mehr unter einen Hut gebracht. Da passt das Benehmen nicht zum Aussehen, die Kleidung passt schon in sich nicht (Was soll dieses Kost\u00fcm darstellen &#8211; Pirat? Torrero? Gondoliere?) und leider passt auch das was er sagt h\u00e4ufig nicht zu dem was er tut. Wie alt ist er eigentlich wirklich? Fogerty ist, so w\u00fcrde ich mal sch\u00e4tzen, in der Art deutlich unter 30, vielleicht sogar unter 20. Anderson ist bestimmt auch keine 60, aber er sieht so aus. Es mag absurd klingen zu sagen es passt nicht, wenn ein 60-J\u00e4hriger aussieht als w\u00e4re er 60, aber genau das scheint mir bei Mr. Anderson der Fall zu sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Die letzten Auftritte des Mr. Anderson, in denen er nach meiner Kenntnis ein stimmiges Gesamtbild abgegeben hat, stammen aus dem Jahr 1982, wie z.B. hier bei <A HREF=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=ppvGgI5yJ5c\" TARGET=\"_blank\">Pussy Willow<\/A> &#8211; da war er 35. Ungef\u00e4hr in dieser Gegend w\u00fcrde ich die H\u00f6chstgrenze f\u00fcr sein gef\u00fchltes Alter vermuten. Andererseits ist das nat\u00fcrlich auch nur die halbe Wahrheit. Ich bin ja auch nicht nur der 15-j\u00e4hrige Junge sondern gleichzeitig auch immer noch die 48-j\u00e4hrige Frau &#8211; wenigstens einige dazugeh\u00f6rige Eigenschaften und die entsprechende Lebenserfahrung habe ich jedenfalls. In der Gesamtheit ergibt das eine Kombination aus beidem (die ich mir in meinem Fall als ziemlich gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig vorstellen k\u00f6nnte). Das wird bei Mr. Anderson nicht anders sein. Vielleicht kann er sich auch nur einfach nicht entscheiden, ob er nun 30 oder 60 ist, seri\u00f6s oder Hofnarr, Pirat oder Entertainer oder&#8230;. Wer oder was auch immer er ist, er schafft es nicht mehr es<br \/>\n seiner Umwelt schl\u00fcssig zu vermitteln &#8211; ich werde jedenfalls nicht schlau aus ihm.<\/em><\/p>\n<p><em>Meinetwegen soll er sich die Haare rot f\u00e4rben, ein Toupet aufkleben, sich Fett absaugen und sich liften lassen, Hauptsache er passt hinterher wieder zu sich selbst und man wei\u00df mit wem man es zu tun hat. Nicht, dass ich das jetzt als L\u00f6sung vorschlagen wollte, ich habe keine Ahnung was die L\u00f6sung w\u00e4re. Prinzipiell w\u00e4re es sicher nach heutigem Stand der Technik m\u00f6glich, Mr. Anderson wieder  (fast) so aussehen zu lassen <A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/minstrel_1.jpg\" TARGET=\"_blank\">wie 1975<\/A>. Andererseits k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass gerade diejenigen seiner Fans, die sich nichts sehnlicher herbeiw\u00fcnschen als die Wiederkehr des Jahres 1975, vor Schreck vom Stuhl fallen oder entsetzt aufschreien w\u00fcrden, wenn er pl\u00f6tzlich tats\u00e4chlich wieder so daher k\u00e4me. Ein Mr. Anderson mit dem Aussehen von 1975 und der Stimme von 2007 w\u00e4re allerdings vermutlich auch eine ern\u00fcchternde Erfahrung. Ach, es ist ein Jammer, was machen wir nur mit unserem Mr. Anderson!?! Und mit dieser rhetorischen Frage beende ich meinen heutigen Beitrag.<\/em><\/p>\n<p><em>Liebe Gr\u00fc\u00dfe an Euch beide (Fast-)Urlauber<br \/>\nKretakatze<\/em><\/p>\n<p><em><B>PS.:<\/b> Zum Thema Songtexte hier noch <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_omYlenacyY\" TARGET=\"_blank\">dieses Video<\/A> von einem Rock-Festival in Belgien 2007, in dem ab 1:00 John Fogerty zuerst mit einem kurzen Ausschnitt aus &#8222;Travellin&#8216; Band&#8220; zu h\u00f6ren ist und er dann ab ca. 1:25 erkl\u00e4rt nach welchem Prinzip er seine Lieder schreibt. Das klingt ganz \u00e4hnlich wie das, was ich bereits an anderer Stelle hier vermutet hatte. Was mich trotzdem \u00fcberrascht hat war die Tatsache, dass er es offensichtlich f\u00fcr wichtig h\u00e4lt mit m\u00f6glichst wenig Worten auszukommen. Das m\u00fcsste doch der ideale Texter f\u00fcr Dich sein, lieber Wilfried, wo Dir doch auch jedes Wort zuviel zu sein scheint (zumindest von den Songtexten, die ich letztes Mal verlinkt hatte \ud83d\ude09 &#8230;).<\/em><\/p>\n<p>19.07.2007<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p><em>Hallo Kretakatze, Hallo Wilfried,<\/em><\/p>\n<p><em>Dein Bericht \u00fcber das Fogerty-Konzert, liebe Kretakatze, war sehr plastisch. Ich hatte fast das Gef\u00fchl, dabei gewesen zu sein. Zwischen Deinen Zeilen konnte ich eine unverhohlene Euphorie lesen, die ich bei Deiner Beschreibung des JT &#8211; Konzerts auf Kreta nicht festgestellt habe. Ich denke, der Auftritt von Mr. Fogerty hat Dir besser gefallen als der Auftritt des Mr. Anderson.Den aktuellen Anderson w\u00fcrde ich mir nicht anschauen, wenn er auf unserer Burg (100 m Luftlinie von meiner Haust\u00fcr) spielen w\u00fcrde. Ich m\u00f6chte ihn so in Erinnerung behalten, wie ich ihn aus seinen besseren Zeiten kenne. Aber selbst wenn ich fernbliebe, w\u00fcrde ich seinen &#8222;Gesang&#8220; bis in den Garten h\u00f6ren. Ich hoffe also, dass seine Tourneen ihn nicht in unser St\u00e4dtchen f\u00fchren.<\/em><\/p>\n<p><em>In Deiner letzten Mail hast Du etwas geschrieben, mit dem ich mich sofort identifizieren konnte: Du wirst nicht schlau aus Mr. Anderson. So geht es vielen. Dieses Ph\u00e4nomen ist der Grund daf\u00fcr, dass Wilfried die Rubrik &#8222;Was ist blo\u00df mit Ian los ?&#8220; ins Leben rief. Du st\u00f6\u00dft einen \u00e4hnlichen Seufzer aus; ich zitiere: &#8222;Ach, es ist ein Jammer, was machen wir nur mit unserem Mr. Anderson!?!&#8220;Er ist eine komplexe Pers\u00f6nlichkeit, unser Mr. Anderson. Mehrere Seelen wohnen ach, in seiner Brust. Die aktuelle Garderobe ist ein m\u00f6glicher Ausdruck dessen.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine andere Erkl\u00e4rung seines Outfits der letzten Jahre ist ebenfalls denkbar, w\u00fcrde mir aber noch weniger gefallen: Es kommt mir so vor, als ob er sich klamottenm\u00e4\u00dfig einfach keine M\u00fche mehr gibt. Als ob es ihm egal sei, wie er daher kommt (soll schon mal vorkommen bei \u00e4lteren Herren). Das Video zu \u201ePussy Willow\u201c zeigt uns, dass das bis 1982 noch anders war. Aber in der Zwischenzeit hat er es zum Fels in der Brandung des Musikgesch\u00e4fts gebracht. Vielleicht betrachtet er sich als Selbstl\u00e4ufer, zu dem die Fans str\u00f6men, unabh\u00e4ngig von dem, was er auf dem Leib tr\u00e4gt oder wie er die h\u00f6heren T\u00f6ne trifft. Demnach w\u00e4re seine aktuelle Physiognomie eine Nagelprobe auf die Treue der Anh\u00e4ngerschaft.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein gutes Beispiel f\u00fcr ein gelungenes (weil zum Typ und zur Musik passendes) B\u00fchnenoutfit fand ich auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IqUEK-ezvD0\" target=\"_blank\">diesem Video<\/a>. Nicht, dass ich Mr. Anderson in diesen Klamotten sehen m\u00f6chte; sie w\u00fcrden eben so wenig zu ihm passen wie sein jetziges Kost\u00fcm als Raupenbahnaufspringer, Schiffschaukelbremser oder was auch immer. Nein, dieser Link sollte nur verdeutlichen, dass es durchaus m\u00f6glich ist, ein angemessenes Outfit zu finden. Wenn man es denn will. Die rustikalen Lederklamotten aus den fr\u00fchen 70ern oder der Broadsword-Zeit standen dem Meister gut zu Gesicht. Etwas in dieser Art h\u00e4tte er bis heute tragen k\u00f6nnen. Aber nein&#8230;.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich m\u00f6chte keinen abgeschlossenen Fall wiederaufnehmen, aber auf dem Pussy Willow &#8211; Video wirkt der Meister tats\u00e4chlich dunkelblond. Woran liegt&#8217;s ? Friseur ? Beleuchtung ? Aber lassen wir das. <\/em><\/p>\n<p><em>Ein Gedanke zu dem 15j\u00e4hrigen Jungen mit dem Banjo:<\/em><br \/>\n<em>Ehrlich gesagt ist es mir fremd, wie man von einer Fotografie derma\u00dfen \u00fcberrascht sein kann. Was Du \u00fcber Aussehen und innerem Gef\u00fchl gesagt hast, findet meine volle Zustimmung. (Dass die Kleidung zur momentanen Gef\u00fchlslage passen muss, ist bei Frauen wohl etwas st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als bei M\u00e4nnern). Bei mir ist der Fall einfacher. Ich empfinde mich als &#8222;untergro\u00dfen&#8220; Mann und so komme ich auf Fotos auch r\u00fcber. Punkt aus. Alles sehr simpel.<\/em><\/p>\n<p><em>Bis zum n\u00e4chsten Mal gr\u00fc\u00dft Euch<\/em><br \/>\n<em>Lockwood<\/em><\/p>\n<p>21.07.2007<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p><em>Hallo Kretakatze, hallo Lockwood,<\/em><\/p>\n<p><em>bevor ich mich in den Urlaub verabschiede, hier doch noch einige Anmerkungen von mir. Bekanntlich hinken Vergleiche. Und so kann man Herrn Fogerty schlecht mit Herrn Anderson vergleichen, wenn sich der Vergleich nat\u00fcrlich auch anbietet. Beide sind rund 60 Jahre alt, beide sind mehr oder weniger bekannte Gr\u00f6\u00dfen der Rockmusik und Frontmann \u201aihrer\u2019 Band. Und beide bringen ihren Nachwuchs auf die B\u00fchne (wenigstens ab und zu). Aber damit h\u00f6rt es dann auch schon auf. Ian Anderson w\u00fcrde nie seinen Sohn als seinen Sohn vorstellen (so unterschl\u00e4gt James Duncan selbst seinen Nachnamen), wenigstens w\u00fcsste ich nicht, dass er das je einmal getan h\u00e4tte. Und die Knutscherei verbietet sich wohl schon aufgrund des Alters (wobei sich gerade auch 14-, 15-J\u00e4hrige ungern \u00f6ffentlich von einem Elternteil k\u00fcssen lassen). Dass mit dem \u201agef\u00fchlten\u2019 Alter ist nat\u00fcrlich so eine Sache. Grunds\u00e4tzlich stimme ich Dir, Kretakatze, zu. Man sollte sich so geben (und kleiden), wie man IST. Aber wie ist ein K\u00fcnstler, ein Rockmusiker, der allabendlich auf einer B\u00fchne vor gro\u00dfem Publikum auftritt?<\/em><\/p>\n<p><em>Herrn Anderson wird man wohl kaum in den Klamotten auf der Stra\u00dfe antreffen, mit denen er aufgetreten ist. Fr\u00fcher nicht, heute erst recht nicht. Wie ist das mit Herrn Fogerty? Tr\u00e4gt er auch im normalen Leben Jeans, karierte Hemden und dazu sein \u201aMarkenzeichen\u2019, das rote Halstuch? Vielleicht bevorzugt er in Wirklichkeit Designer-Klamotten?! Gut, sein Auftreten wirkt authentisch. Aber IST das wirklich der reale John Fogerty oder doch nur ein Trugbild &#8230;?<\/em><\/p>\n<p><em>In einem \u00e4hneln sich die beiden Herren. Beide haben ein ganz bestimmtes Image aufgebaut, so unterschiedlich es auch sein mag. Fogerty ist der Naturbursche, der locker-flockig seine Lieder herunterspult. Anderson dagegen der eher unnahbare Intellektuelle, der sich gern in kurioser Kost\u00fcmierung zeigt. Daran hat sich bis heute wenig ge\u00e4ndert. Bei John Fogerty, wie geschrieben, wirkt das trotz falscher Z\u00e4hne und gef\u00e4rbter Haare immer noch sehr authentisch, also echt und glaubhaft. Bei Herrn Anderson dagegen nicht mehr. Aber warum nur? Weil er trotz Kost\u00fcmierung wie ein 60-J\u00e4hriger aussieht?<\/em><\/p>\n<p><em>Kretakatze schreibt:<\/em> &#8230; irgendwie hat er mit zunehmendem Alter das, was er ist und das, was er darstellen m\u00f6chte, nicht mehr unter einen Hut gebracht. Da passt das Benehmen nicht zum Aussehen, die Kleidung passt schon in sich nicht &#8230;<\/p>\n<p><em>Das ist meiner Meinung nach durchaus richtig. Nur stellt sich die Frage, ob Ian Anderson auf der B\u00fchne wirklich das darstellen m\u00f6chte, was er ansonsten im wirklichen Leben ist, oder besser: <strong>sein muss<\/strong>. Ich denke nein. Eher versucht er sich auf der B\u00fchne so zu geben, wie er ist (oder <strong>glaubt zu SEIN<\/strong>) &#8230; Und das wirkt nat\u00fcrlich grotesk. Wie kann sich ein 60-J\u00e4hriger so zum Kasper machen. Aber was IST Ian Anderson nun wirklich?<\/em><\/p>\n<p><em>Sicherlich ist Herr Anderson ein gesch\u00e4ftst\u00fcchtiger Mensch. Dazu bedarf es einer gewissen Seriosit\u00e4t, die er bestimmt an den Tag legt, wenn es Not tut. Dann ist er Musiker, also K\u00fcnstler, die bekanntlich etwas Exaltiertes an sich haben. Lockwood sagt es: Mehrere Seelen wohnen ach, in seiner Brust. Dass sich Anderson auf der B\u00fchne gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig gibt, ist nicht zu erwarten. Also kaspert er herum &#8230; wie er es fr\u00fcher immer schon getan hat. Weil sich in den Jahren sein Aussehen so dramatisch ver\u00e4ndert hat, f\u00fchrt das nat\u00fcrlich dazu, dass, was fr\u00fcher glaubhaft wirkte, heute f\u00fcr viele wie ein schlechter Witz erscheint.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich stelle mir Ian Anderson in den Klamotten fr\u00fcherer Jahre vor (das Tampa-Kost\u00fcm lassen wir einmal au\u00dfen vor): S\u00e4he der gealterte Ian Anderson nicht \u00e4hnlich l\u00e4cherlich aus?<\/em><\/p>\n<p><em>Ich f\u00fcrchte fast, wir kritisieren Herrn Anderson, weil er alt geworden ist \u2013 optisch alt. Sein B\u00fchnen-Outfit passt nicht mehr zu dieser \u00e4u\u00dferen Erscheinung, die er heute darstellt. Oder anders gesprochen: Herr Anderson gen\u00fcgt nicht mehr unseren Anspr\u00fcchen, Erwartungen, was auch immer.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber machen wir hier nicht zu viel Wirbel um \u00c4u\u00dferlichkeiten? Gehen wir vielleicht nicht sogar Herrn Anderson auf dem Leim \u2013 oft genug kam die Weisheit in Form des Narrentums einher. Und macht sich nicht der zum Narren, der andere f\u00fcr einen solchen h\u00e4lt?<\/em><\/p>\n<p><em>Und noch eines, ganz allgemein: Wir denken zu wissen, wer wir sind und sind entt\u00e4uscht, wenn andere uns anders sehen. Aber wissen wir das wirklich? Sind wir nicht zu oft mit uns selbst besch\u00e4ftigt &#8230; und haben uns dabei selbst l\u00e4ngst aus dem Blick verloren? Aber jetzt werde ich philosophisch &#8230;  Genug f\u00fcr heute!<\/em><\/p>\n<p><em>Nun, Lockwood, Du bist ja schon mittendrin im Urlaub. Letztes Jahr hatte ich mit meinen Lieben auf einen gr\u00f6\u00dferen Urlaub verzichtet, weil viel Geld f\u00fcr eine neue Heizung draufgegangen war; aber f\u00fcr eine Radtour (nach Fehmarn, Du wei\u00dft) hat es nat\u00fcrlich gelangt. Wenn das Wetter halbwegs mitspielt, macht so eine Tour mit den Fahrr\u00e4dern wirklich Spa\u00df. Allerdings merkte ich schon, dass meine Knochen nicht mehr die j\u00fcngsten sind. Ich hoffe, Du hast mit Deiner Familie sch\u00f6ne Urlaubstage, entspannst Dich und tankst neue Energie. Weiterhin sch\u00f6ne Urlaubstage.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir lesen beizeiten wieder voneinander.<\/em><br \/>\n<em>Bis dahin<\/em><br \/>\n<em>Wilfried<\/em><\/p>\n<p>23.07.2007<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/babelfish.altavista.com\/babelfish\/trurl_pagecontent?url=https:\/\/www.willizblog.de\/?p=919&#038;lp=de%5Fen\" target=\"_blank\">English Translation for Ian Anderson<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seid gegr\u00fc\u00dft, meine lieben Freunde ! Tja, Wilfried, die Danksagung von Mrs. Bush an Dave Palmer ist ein weiteres Beispiel f\u00fcr meine selektive Wahrnehmung. Der durchschnittliche Homo Sapiens Sapiens h\u00f6rt und sieht das, was er kennt und \/ oder h\u00f6ren und sehen will. Ich freue mich nat\u00fcrlich f\u00fcr Mr. Del Palmer, dass er aus so &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=919\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 80: Das \u201egef\u00fchlte\u201c Alter &#038; John Fogerty live<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[43],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/919"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=919"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/919\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=919"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=919"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=919"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}