{"id":9225,"date":"2015-06-04T04:13:22","date_gmt":"2015-06-04T04:13:22","guid":{"rendered":"http:\/\/willizblog.de\/?p=9225"},"modified":"2015-06-03T12:22:41","modified_gmt":"2015-06-03T12:22:41","slug":"barton-fink-1991-film-der-brueder-coen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=9225","title":{"rendered":"Barton Fink (1991) \u2013 Film der Br\u00fcder Coen"},"content":{"rendered":"<p>Mit meinen beiden S\u00f6hnen bin ich Fan der <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?s=coen-\" target=\"_blank\">Coen-Br\u00fcder<\/a>. Wir m\u00f6gen die Filme der beiden, ihren skurrilen, <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?s=%22j%C3%BCdische+witz%22\" target=\"_blank\">\u201aj\u00fcdisch\u2018 gef\u00e4rbten Witz<\/a> voll von Absurdit\u00e4ten. Ihr Film <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Barton_Fink\" target=\"_blank\">Barton Fink<\/a> stammt aus dem Jahr 1991 und ist einer der ersten Meisterwerke von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ethan_und_Joel_Coen\" target=\"_blank\">Ethan und Joel Coen<\/a>. Er gilt als einer der H\u00f6hepunkte des unabh\u00e4ngigen amerikanischen Films, der 1991 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes gleich mit allen drei Hauptpreise (Goldene Palme, Regie, Darsteller) ausgezeichnet wurde. Der Film spielt 50 Jahre zuvor im Jahr 1941.<\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/2.bp.blogspot.com\/-vlxmdNgz9K4\/TmJhPlZ72PI\/AAAAAAAAJ2s\/83puTxkwzNQ\/s1600\/190455~Barton-Fink-Posters.jpg\" alt=\"Barton Fink (1991)\" title=\"Barton Fink (1991)\" \/><\/ul>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;index=dvd&#038;keywords=Barton%20Fink&#038;linkCode=ur2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Barton Fink<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> gilt als eine der zynischsten Abrechnungen mit der Skrupellosigkeit der kommerzorientierten Filmbranche (insbesondere Hollywood). Aber er ist noch einiges mehr. Zun\u00e4chst beginnt der Film scheinbar konventionell:<\/p>\n<p>Der Broadway in New York: Hier feiert der Autor Barton Fink (John Torturro) 1941 mit dem St\u00fcck <em>Nackte, zerlumpte Ch\u00f6re<\/em> den \u00dcberraschungserfolg der Saison. Er tr\u00e4umt von der Erneuerung der Kunst, von einem ,,Theater f\u00fcr den einfachen Mann&#8220;, w\u00e4hrend sein Agent ihn bereits nach Hollywood verkauft hat. Barton soll f\u00fcr Capitol Pictures, eines der gro\u00dfen Studios, Drehb\u00fccher schreiben. Barton erkennt die Diskrepanz zwischen dieser Arbeit und seinen k\u00fcnstlerischen Ambitionen, kann dem Ruf Hollywoods aber dennoch nicht widerstehen.<\/p>\n<p><em>Das Hotel \u201eEarle\u201c irgendwo in Los Angeles, im Sp\u00e4therbst 1941. Barton Fink, ein sch\u00fcchterner Intellektueller, ist aus New York nach Hollywood gekommen, um f\u00fcr Capitol Pictures Drehb\u00fccher zu schreiben. Am Broadway war er ein hoffnungsvoller B\u00fchnenautor, ein Nachwuchstalent. Bei Capitol Pictures ist er ein Niemand. Von seinem Studioboss bekommt er den Auftrag, das Buch zu einem Catcher-Film zu schreiben. Seine Idee: der Mann von der Stra\u00dfe, der ein ber\u00fchmter Catcher wird \u2026 Doch in einer Woche bringt er nicht mehr als vier S\u00e4tze zu Papier.<\/em><\/p>\n<p><em>Da kommt ihm sein Zimmernachbar Charlie Meadows (John Goodman) gerade recht. Er ist Versicherungsvertreter, freundlich und der Prototyp des einfachen Mannes. Nun hat er zwar einen Helden f\u00fcr seine Geschichte, aber die Inspiration fehlt ihm noch immer. Auf einer \u00f6ffentlichen Toilette lernt er sein gro\u00dfes Vorbild, den Schriftsteller W.P. Mayhew, und kurz darauf auch dessen Sekret\u00e4rin und Geliebte Audrey Taylor kennen. Vor lauter Verzweiflung l\u00e4dt er eines Abends die h\u00fcbsche Frau zu sich ein. Sie soll ihm helfen, das Drehbuch zu Ende zu bringen. Die beiden verbringen die Nacht miteinander, doch als Fink am Morgen aufwacht, erwartet ihn eine b\u00f6se \u00dcberraschung \u2026<\/em><br \/>\n(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/guide\/de\/011291-000\/barton-fink\" target=\"_blank\">arte.tv<\/a>)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/WK0WjWlVO9w\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nBarton Fink (1991) &#8211; Original Theatrical Trailer (englisches Original)<\/p>\n<p>Unweigerlich erinnert mich der Film an die Werke von <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?s=kafka\" target=\"_blank\">Franz Kafka<\/a>. Wie bei ihm entwickeln sich gew\u00f6hnliche Alltagssituationen im Film ins Alptraumhafte. Pl\u00f6tzlich ist nichts mehr wie zuvor. Das beginnt ganz banal: Als Barton Fink die Tischklingel an der Hotelrezeption bet\u00e4tigt, schwingt deren Ton noch lange nach. Erst als der Hotelpage, der aus einer Kellerluke hinter dem Tresen hervorsteigt und einen Finger an die Klingel legt, erlischt der Ton.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt das <em>sch\u00e4bige Hotel \u201eEarle\u201c, in dem Barton Fink auf eigenen Wunsch untergebracht wird: es wirkt menschenleer. Nur die Schuhe vor den Zimmert\u00fcren der langen Hotelflure deuten an, dass er nicht alleine ist. Der Hotelpage Chet und ein greisenhaft unbeweglicher Liftf\u00fchrer scheinen die einzigen Bediensteten zu sein. Die Tristesse setzt sich fort in einem farblos gespenstischen Interieur der hellh\u00f6rigen Zimmer. Unter der schw\u00fclen Hitze l\u00f6sen sich Tapeten schmatzend von den W\u00e4nden, die Fenster lassen sich nicht \u00f6ffnen und Moskitos fallen zur Last.<\/em><\/p>\n<p>Ja, Kafka! Hat John Torturro als Barton Fink nicht unerh\u00f6rt viel \u00c4hnlichkeit mit Kafka? Nicht allein vom Aussehen her. Ich denke, auch dessen sch\u00fcchterne Art m\u00fcsste zu dem Schriftsteller aus Prag passen.<\/p>\n<p>Barton Fink ist ein k\u00f6stlicher Film mit vielen skurrilen Einf\u00e4llen in Wort und Bild, die wohl erst beim wiederholten Sehen kenntlich werden. Oder wie in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Zeit\" target=\"_blank\">der Zeit<\/a> stand: Der Film <em>sei kein \u201eFilm der mittleren Temperaturen, sondern ein kaltes Fieber, eine Fata Morgana aus Bildern und T\u00f6nen, ein manieristischer Exze\u00df\u201c.<\/em> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit meinen beiden S\u00f6hnen bin ich Fan der Coen-Br\u00fcder. Wir m\u00f6gen die Filme der beiden, ihren skurrilen, \u201aj\u00fcdisch\u2018 gef\u00e4rbten Witz voll von Absurdit\u00e4ten. Ihr Film Barton Fink stammt aus dem Jahr 1991 und ist einer der ersten Meisterwerke von Ethan und Joel Coen. 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