{"id":9474,"date":"2015-11-26T12:38:41","date_gmt":"2015-11-26T12:38:41","guid":{"rendered":"http:\/\/willizblog.de\/?p=9474"},"modified":"2015-11-26T12:45:11","modified_gmt":"2015-11-26T12:45:11","slug":"die-1000-augen-der-smombies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=9474","title":{"rendered":"Die 1000 Augen der Smombies"},"content":{"rendered":"<p>Okay, ich bin auch nicht der geborene <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/user\/WilliZBlog\" target=\"_blank\">Kameramann<\/a>. Besonders auf fr\u00fcheren Filmaufnahmen ruckelt das Bild etwas zu oft, die Schwenks sind viel zu schnell ausgef\u00fchrt und die Zooms \u2026 na ja. Heute ist jeder Eigent\u00fcmer eines Handys, eines Smartphones oder Tablets sein eigener Kameramann samt Regisseur in Personalunion. Dass da nicht gerade Oscar-verd\u00e4chtige Filmaufnahmen entstehen, ist klar. Aber was da leider viel zu oft ins Netz gestellt wird, ist Augenkrebs erzeugend.<\/p>\n<p>Kr\u00f6nung dieses Auswuchses sind Hochkant-Aufnahmen. Nat\u00fcrlich kann man Fotos sowohl im Hoch- als auch Querformat aufnehmen. Aber hat schon einmal einer einen Film in hochkant gesehen? 90 Minuten lang oder noch l\u00e4nger? Warum filmt ihr also im Hochformat? Oder gefallen euch etwa diese dicken schwarzen Balken (Trauerr\u00e4nder!) links und rechts, wenn ihr eure Aufnahmen einmal auf einem normalen Bildschirm betrachtet?<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/foto_handy_hochkant.jpg\" alt=\"Filmaufnahme im Hochformat - wiedergegeben auf 16:9-Bildschirm\" title=\"Filmaufnahme im Hochformat - wiedergegeben auf 16:9-Bildschirm\" \/><\/p>\n<p>So beengt die Aufnahmen sind, so eingeengt erscheint mir das Blickfeld dieser Amateurfilmer zu sein (Tunnelblick!). Und wenn\u2019s schlimm kommt, dann beschr\u00e4nkt sich auch ihre Sichtweise auf die Dinge und Ereignisse dementsprechend. Sie nehmen nur noch das wahr, was unmittelbar vor ihnen liegt.<\/p>\n<p>Die Medienrevolution verschwimmt also in hochkanten Wackelbildern. Dank Livestreaming-Apps haben viele  ihren eigenen Nachrichtensender in der Tasche. Bei den Anschl\u00e4gen in Paris waren viele Linsen von Handykameras auf die Ereignisse gerichtet. Das Ergebnis waren meist verwackelte, wenig aufschlussreiche Bilder: Polizei auf den Stra\u00dfen, laufende Menschen, gelegentlich eine Sirene im Hintergrund. Die Bilder waren dank des Ansturms und der daraus resultierenden schwachen Netzqualit\u00e4t verschwommen: <strong>Die 1000 Augen des Dr. Mabuse!<\/strong><\/p>\n<ul><img src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/a\/a0\/Die_1000_Augen_des_Dr_Mabuse_Logo_001.svg\" alt=\"Die 1000 Augen des Dr Mabuse Logo 001\u201c von unbekannt (CCC-Film ?) - Vorspann des Films. Lizenziert unter Gemeinfrei \u00fcber Wikimedia Commons\" title=\"Die 1000 Augen des Dr Mabuse Logo 001\u201c von unbekannt (CCC-Film ?) - Vorspann des Films. Lizenziert unter Gemeinfrei \u00fcber Wikimedia Commons\" \/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_1000_Augen_des_Dr._Mabuse\" target=\"_blank\">Die 1000 Augen des Dr Mabuse<\/a> \u2013 BRD\/Frankreich\/Italien 1960 \u2013 Regie: Fritz Lang<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Smombie\" target=\"_blank\"><em>Smombie<\/em><\/a> wurde 2015 im Auftrag des Langenscheidt-Verlags von einer Jury zum so genannten \u201eJugendwort des Jahres\u201c in Deutschland gew\u00e4hlt. Es handelt sich dabei um ein Kofferwort aus den Begriffen \u201eSmartphone\u201c und \u201eZombie\u201c. Es steht f\u00fcr Menschen, die durch den st\u00e4ndigen Blick auf ihr Smartphone so stark abgelenkt sind, dass sie ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen. Solchen Smombies begegnet man an allen Ecken und Kanten. Meist blockieren sie unseren Weg.<\/p>\n<p>Was die Anschl\u00e4ge von Paris angeht, so witterten einige dieser Smombies das gro\u00dfe Gesch\u00e4ft und versuchten ihre aufgezeichneten Videos aus der Anschlagsnacht und den darauffolgenden Tagen an die Medien zu verkaufen. Man kann es ja mal versuchen. Geschmacklosigkeit kennt keine Grenzen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Okay, ich bin auch nicht der geborene Kameramann. Besonders auf fr\u00fcheren Filmaufnahmen ruckelt das Bild etwas zu oft, die Schwenks sind viel zu schnell ausgef\u00fchrt und die Zooms \u2026 na ja. Heute ist jeder Eigent\u00fcmer eines Handys, eines Smartphones oder Tablets sein eigener Kameramann samt Regisseur in Personalunion. 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