{"id":962,"date":"2007-09-24T09:54:58","date_gmt":"2007-09-24T07:54:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=962"},"modified":"2007-09-24T09:54:58","modified_gmt":"2007-09-24T07:54:58","slug":"john-irving-bis-ich-dich-finde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=962","title":{"rendered":"John Irving: Bis ich dich finde"},"content":{"rendered":"<p>Jack Burns, der Protagonist des Romans und gewisserma\u00dfen das Alter Ego von John Irving, begibt sich auf die Suche nach seinem Vater <a href=\"http:\/\/www.dieterwunderlich.de\/Irving_finde.htm\" target=\"_blank\">(\u201eBis ich dich finde\u201c)<\/a> \u2013 zun\u00e4chst noch als Kind mit seiner Mutter, denn der Vater hatte seine Mutter sitzen lassen, als diese von ihm schwanger war. Und dann sucht er ihn als Erwachsener, inzwischen ber\u00fchmter Schauspieler und Drehbuchautor, und findet ihn und dazu noch eine Schwester.<\/p>\n<p>Das klingt zun\u00e4chst nicht allzu aufregend. Bedenkt man aber, dass Jacks Mutter eine T\u00e4towierk\u00fcnstlerin ist und vieles in dem Buch in der entsprechenden Szene spielt, der Vater hingegen ein begnadeter Organist ist, dessen ganzer K\u00f6rper (bis auf Kopf, Hals, H\u00e4nde und Penis) mit kirchlichen Liedertexten und \u2013noten vollt\u00e4towiert ist, und wenn man &#8222;ber\u00fccksichtigt&#8220;, dass das Buch von John Irving ist, dann ahnt man vielleicht, was auf einem auf \u00fcber 1100 Seiten zukommt.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/albpics\/john_irving_bis_ich_dich_finde.jpg\" alt=\"John Irving: Bis ich dich finde\" \/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3257236212?ie=UTF8&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3257236212\" target=\"_blank\">John Irving: Bis ich dich finde.<\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3257236212\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/p>\n<p>Es ist (wieder) eine Geschichte mit skurrilen, aber liebenswerten Typen, l\u00fcsternen und starken Frauen, sexuellen Absonderlichkeiten, wahnwitzigen Episoden und sarkastischen Pointen. Aber abgesehen davon, dass mir das Milieu der T\u00e4towierer nicht gerade zusagt, so finde ich vor allem, dass sich Rhythmus der Sprache und Dramaturgie der Handlung allzu h\u00e4ufig verlieren. Sicherlich ist es schwer, ein hohes sprachliches Niveau \u00fcber mehr als 1100 Seiten durchzuhalten. Vielleicht w\u00e4re es da besser gewesen, den ganzen Stoff etwas zu straffen.<\/p>\n<p>Und es ist in meinen Augen Irvings amerikanischstes Buch, obwohl in vielen Episoden Europa als Schauplatz dient. Da Jack Burns Schauspieler ist, so landen wir nat\u00fcrlich in Hollywood (den Oscar, den Jack Burns f\u00fcr sein Drehbuch erh\u00e4lt, hat Irving selbst im Jahre 2000 f\u00fcr &#8222;Gottes Werk und Teufels Beitrag&#8220; erhalten). Und da landet Jack Burns auf der Couch einer Psychiaterin (das Buch selbst ist eine Art Therapie \u2013 f\u00fcr John Irving). Bedenklich in diesem Zusammenhang ist die Empfehlung eines Mittels gegen Depressionen, als w\u00e4re es sinnvoll, die Wirkung einer Ursache zu behandeln und nicht an der Ursache selbst Hand anzulegen.<\/p>\n<p>Aber auch dieser Irving-Roman hat ein un\u00fcbersehbares Suchtpotential. Nach \u00fcber 1100 Seiten ist er dann fast unerwartet zu Ende, mittendrin gewisserma\u00dfen, als m\u00fcsse es doch jetzt erst recht weitergehen, da Jack Burns seinen Vater gefunden hat (und dazu noch eine Schwester).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jack Burns, der Protagonist des Romans und gewisserma\u00dfen das Alter Ego von John Irving, begibt sich auf die Suche nach seinem Vater (\u201eBis ich dich finde\u201c) \u2013 zun\u00e4chst noch als Kind mit seiner Mutter, denn der Vater hatte seine Mutter sitzen lassen, als diese von ihm schwanger war. Und dann sucht er ihn als Erwachsener, &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=962\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">John Irving: Bis ich dich finde<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/962"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=962"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/962\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}