{"id":9688,"date":"2016-05-13T08:28:01","date_gmt":"2016-05-13T08:28:01","guid":{"rendered":"http:\/\/willizblog.de\/?p=9688"},"modified":"2016-05-23T10:18:51","modified_gmt":"2016-05-23T10:18:51","slug":"abriss-von-tostedts-schandfleck-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=9688","title":{"rendered":"Abriss von \u201cTostedts Schandfleck\u201d \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Wie <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=9677\" target=\"_blank\">bereits berichtet<\/a>, so geht es dem \u201aSchandfleck\u2018 in Tostedt (O-Ton Gerhard Netzel, SPD, B\u00fcrgermeister der Gemeinde Tostedt) an den Kragen. Seit nun drei Wochen wird der Geb\u00e4udebestand auf dem Grundst\u00fcck in der N\u00e4he des Tostedter Bahnhofs niedergemacht. Und mit ihm auch Tiere, die auf dem seit Jahrzehnten brachliegendem Grund und Boden ein Zuhause gefunden haben, wenn wie jetzt auch nur V\u00f6gel zum Br\u00fcten.<\/p>\n<p>Okay, es l\u00e4sst sich nicht verhindert (und soll auch nicht), dass zuk\u00fcnftig bis zu 106 Wohneinheiten auf diesem Grundst\u00fcck errichtet werden. Aber dass z.B. der Abriss in einer \u201aHauruck\u2018-Aktion ausgef\u00fchrt wird, macht uns Anrainer hellh\u00f6rig. Da sind einfach zu viele Fragen offen. Zudem ist es bei diesem warmen, sonnig-trockenem Wetter nicht gerade angenehm, t\u00e4glich in einer Staubwolke zu versinken, die durch diese Abrissarbeiten die n\u00e4here Umgebung einh\u00fcllt. Der Krach vom Pressluftgeh\u00e4mmere tut sein \u00dcbriges.<\/p>\n<p>Wir werden sicherlich nicht die Einzigen sein, die sich bisher an die Gemeinde Tostedt, an den Landkreis oder an den neuen Eigent\u00fcmer gewandt haben. Und damit das ganze Bauvorhaben \u201anicht aus dem Ruder\u2018 l\u00e4uft, so haben meine Frau und ich uns an den Samtgemeindeb\u00fcrgermeister und den B\u00fcrgermeister der Gemeinde Tostedt mit folgendem Schreiben gewandt, damit auch von Verwaltungsseite her ein kritischer Blick auf den Fortschritt der Bebauung geworfen wird:<\/p>\n<p><em>Sehr geehrter Herr Dr. D\u00f6rsam,<br \/>\nsehr geehrter Herr Netzel,<\/em><\/p>\n<p><em>nachdem seit etwa Anfang April d.J. ein Trupp Arbeiter auf dem D\u00f6rnbrack-Gel\u00e4nde Am Bahnhof 9-9A (ehemaliges Fabrikgel\u00e4nde), das seit mehreren Jahrzehnten brach liegt und lediglich gelegentlich f\u00fcr Lagerzwecke genutzt wurde (Lagerhalle aus Wellblech),  B\u00fcsche ausgerissen und B\u00e4ume beschnitten hat, r\u00fcckten am 22. April Arbeiter der Firma ATR Jodeit GmbH aus Sottrum an, um die Wellblechlagerhalle und alle weiteren Geb\u00e4ude auf dem Grundst\u00fcck samt der Fundamente abzurei\u00dfen.  Es w\u00e4re angebracht gewesen, die Anwohner in der Morlaasstra\u00dfe zuvor davon zu informieren, zumal es gerade in diesen warmen und trockenen Tagen zu erheblichen Belastungen durch Staubentwicklung kam:<\/em><\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/tostedt2016_abriss_am_bahnhof03.jpg\" alt=\"Tostedt, Am Bahnhof  9\/9a \u2013 Abriss diverser Geb\u00e4ude (Staubwolke)\" title=\"Tostedt, Am Bahnhof  9\/9a \u2013 Abriss diverser Geb\u00e4ude (Staubwolke)\" \/><\/p>\n<p><em>Die Abrissarbeiten sollen sowohl beim Landkreis Harburg als auch bei der Gemeinde Tostedt (rechtlich nicht erforderlich) angezeigt worden sein. Lt. einer Nachbarin von uns, die sich mit dem Landkreis telefonisch in Verbindung gesetzt hatte, wurde das von dem Landkreis nicht best\u00e4tigt.<\/em><\/p>\n<p><em>Inzwischen ist uns bekannt geworden, dass die Fa. Planungsgemeinschaft Nord GmbH aus Rotenburg (PGN) Eigent\u00fcmer dieses Grundst\u00fccks zwischen Morlaasstra\u00dfe und der Stra\u00dfe \u201eAm Bahnhof\u201c geworden ist. Geplant sind demnach ein mehrst\u00f6ckiges Wohngeb\u00e4ude l\u00e4ngst der Stra\u00dfe \u201eAm Bahnhof\u201c, dahinter mehrere so genannte Stadth\u00e4user \u00e4hnlich dem Bauvorhaben \u201eApfelhof\u201c an der Bahnhofstra\u00dfe (voraussichtlich aber mit mindestens einem Stockwerk mehr). In der Sitzung des Planungs- und Umweltausschuss am 23.08.2016 soll das Bauvorhaben vorgestellt werden. Da sich viele der Anwohnern der Morlaasstra\u00dfe und den betroffenen Teilen der Poststra\u00dfe sowohl an Landkreis, Gemeinde und auch an den neuen Eigent\u00fcmer gewendet haben, k\u00fcndigte die Fa. PGN bereits f\u00fcr die 23. Kalenderwoche (6. \u2013 10. Juni) eine Informationsveranstaltung an, zumal inzwischen weitere Details zum Bauvorhaben bekannt geworden sind. Weitere Informationen sollen folgen.<\/em><\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/images\/tostedt2016_abriss_am_bahnhof04.jpg\" alt=\"Tostedt, Am Bahnhof  9\/9a \u2013 Abriss diverser Geb\u00e4ude (Staubwolke)\" title=\"Tostedt, Am Bahnhof  9\/9a \u2013 Abriss diverser Geb\u00e4ude (Staubwolke)\" \/><\/p>\n<p><em>Inzwischen sind die Geb\u00e4ude abgerissen und damit auch Federm\u00e4use, die sich nach Auskunft verschiedener Anwohner der Morlaasstra\u00dfe in den Geb\u00e4uden angesiedelt hatten, \u201aplatt\u2018 gemacht worden. Von br\u00fctenden V\u00f6geln auf dem Gel\u00e4nde ganz zu schweigen. Auch wurden B\u00e4ume bei den Abrissarbeiten besch\u00e4digt. Wir gehen davon aus, dass weitere B\u00e4ume \u201ageopfert\u2018 werden, denn sonst macht das Bauvorhaben durch den teilweise engen Baumbestand keinen Sinn.  Wir brauchen Ihnen nicht zu sagen, dass wir als Anwohner der Morlaasstra\u00dfe eine Genehmigung einholen m\u00fcssen, wenn ein Baum gef\u00e4llt bzw. auch nur ein Ast abgeschnitten werden soll. Der neue Bauherr darf das?<\/em><\/p>\n<p><em>Das genannte Grundst\u00fcck ist lt. Bebauungsplan Nr. 22 \u201aKarlstra\u00dfe\u2018 ein Mischgebiet, auf dem lediglich zweigeschossige Wohnungen f\u00fcr Betriebsinhaber und -leiter, Aufsichts- und Bereitschaftspersonen gebaut werden d\u00fcrften.  So sind auch alle anderen bisher errichteten Wohngeb\u00e4ude im Bereich dieses B-Plans nur zweist\u00f6ckig. Zu diesem B-Plan ist allerdings im Jahre 2014 ein Grundsatzbeschluss des Rates getroffen worden, der eine \u00c4nderung bzw. Anpassung des Areals zur Wohnbebauung vorsieht.<\/em><\/p>\n<p><em>Bereits aus heutiger Sicht sind bei uns und vielen anderen Anwohnern deutliche Bedenken gegen dieses Bauvorhaben der PGN entstanden:<\/em><\/p>\n<ol>&#8211; Die Zufahrt zumindest zu den \u201aStadth\u00e4usern\u2018 soll zweispurig \u00fcber die Poststra\u00dfe erfolgen. Daf\u00fcr d\u00fcrfte der Grundst\u00fccksteil (Zuwegung) eigentlich viel zu schmal sein.  Au\u00dferdem erg\u00e4be das eine erh\u00f6hte L\u00e4rmbel\u00e4stigung durch den zus\u00e4tzlichen Verkehr.<\/ol>\n<ol>&#8211; Durch eine Bebauung (von 106 Wohneinheiten ist die Rede), die \u00fcber die bisher maximal erlaubte H\u00f6he von zwei Stockwerken der H\u00e4user hinausgeht, ergibt sich eine Beeintr\u00e4chtigung der Privatsph\u00e4re der Anrainer.  Auch ist damit zu rechnen, das weniger oder gar keine Sonne in die G\u00e4rten der Anwohner f\u00e4llt.<\/ol>\n<ol>&#8211; Nachdem der Bestand an Flederm\u00e4use irreversibel vernichtet scheint, ist damit zu rechnen, dass auch der Baumbestand (besonders der an Eichen) deutlich reduziert wird.<\/ol>\n<p><em>Zudem ist zu beachten, dass das Grundst\u00fcck fr\u00fcher einmal als Fabrik zur Herstellung von chemischen Artikeln genutzt wurde. Eine entsprechende Belastung des Grund und Bodens ist nicht auszuschlie\u00dfen. So soll eine Begutachtung vom neuen Eigent\u00fcmer in Auftrag gegeben sein. Wie wir erfahren haben, ist ein Zustandekommen des Kaufvertrags von der Unbedenklichkeit der Bodenprobe abh\u00e4ngig. Allerdings verstehen wir in diesem Zusammenhang nicht, warum bereits vor der Begutachtung der Altbestand an Geb\u00e4uden niedergerissen wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Daraus ergeben sich f\u00fcr uns u.a. folgende Anforderungen:<\/em><\/p>\n<ol>&#8211; Bei \u00c4nderung des Bebauungsplans Nr. 22 sollte der augenblickliche Baubestand ber\u00fccksichtigt werden, d.h. es d\u00fcrfen keine mehr als zweist\u00f6ckigen H\u00e4user gebaut werden.<\/ol>\n<ol>&#8211; Eine Zufahrt zu den Stellpl\u00e4tzen der \u201aStadth\u00e4user\u2018 sollte \u00fcber die Stra\u00dfe \u201eAm Bahnhof\u201c erfolgen, evtl. \u00fcber eine Durchfahrt durch das \u201aHauptgeb\u00e4ude\u2018 \u201eAm Bahnhof\u201c.  Der dann evtl. ungenutzte Grundst\u00fccksteil (Zuwegung Poststra\u00dfe) k\u00f6nnte z.B. an die Anwohner der Morlaasstra\u00dfe verkauft werden. Der neue Eigent\u00fcmer wurde bereits entsprechend informiert.<\/ol>\n<ol>&#8211; Die Bodenbegutachtung sollte durch einen von der Gemeinde Tostedt ausgew\u00e4hlten  Gutachter erfolgen (Kosten tr\u00e4gt der Eigent\u00fcmer).<\/ol>\n<ol>&#8211; Die Gemeinde hat darauf zu achten, dass der bestehende Baumbestand auf dem Grundst\u00fcck erhalten bleibt.<\/ol>\n<p><em>Soweit wir Termin und Ort der in der 23. Kalenderwoche (6. \u2013 10. Juni) vorgesehenen Informationsveranstaltung durch die PGN kennen, werden wir Ihnen dieses mitteilen, damit auch von der Gemeinde Tostedt ein Vertreter an dieser Veranstaltung teilnehmen kann.<\/em><\/p>\n<p><em>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.  Sicherlich ist es an der Zeit, dass der \u201aSchandfleck\u2018 \u2013 wie Sie, Herr Netzel, dieses Grundst\u00fcck bezeichnet haben,  verschwindet. Allerdings sollte eine Bebauung nicht zu Lasten der Anwohner gehen. Leider gibt es Anzeichen, die darauf hindeuten, dass hier nach der \u201aHauruck-Methode\u2018 vorgegangen wird und schnell \u201aTatsachen\u2018 geschaffen werden, die nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen sind. Wir hoffen auf Ihre Unterst\u00fctzung bei einer f\u00fcr alle befriedigenden Planung.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/em><br \/>\n&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bereits berichtet, so geht es dem \u201aSchandfleck\u2018 in Tostedt (O-Ton Gerhard Netzel, SPD, B\u00fcrgermeister der Gemeinde Tostedt) an den Kragen. Seit nun drei Wochen wird der Geb\u00e4udebestand auf dem Grundst\u00fcck in der N\u00e4he des Tostedter Bahnhofs niedergemacht. 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