{"id":9765,"date":"2016-07-27T09:45:32","date_gmt":"2016-07-27T09:45:32","guid":{"rendered":"http:\/\/willizblog.de\/?p=9765"},"modified":"2019-11-21T10:02:40","modified_gmt":"2019-11-21T10:02:40","slug":"martin-walser-ein-sterbender-mann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=9765","title":{"rendered":"Martin Walser: Ein sterbender Mann"},"content":{"rendered":"<ul><em>Den W\u00f6rtern k\u00fcndige ich. Sie haben nicht geholfen.<\/em><br \/>\nMartin Walser: Ein sterbender Mann (S. 278)<\/ul>\n<ul>&#8230; <strong>oder doch<\/strong> &#8230;<\/ul>\n<ul><em>Eine Mauer aus W\u00f6rtern gegen jede Art Wirklichkeit.<\/em><br \/>\nMartin Walser: Ein sterbender Mann (S. 287)<\/ul>\n<p>Nachdem ich mittendrin beim Lesen von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Walser\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Martin Walsers<\/a> neuen Roman <a rel=\"nofollow noopener noreferrer\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3498073885\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3498073885&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21\"><strong>Ein sterbender Mann<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3498073885\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> (1. Auflage Januar 2016 &#8211; Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg) eine l\u00e4ngere Pause gemacht hatte, h\u00e4tte ich eigentlich wieder von vorn beginnen m\u00fcssen. Denn der Roman wirkt reichlich unsortiert, in dem es durch- und nebeneinander geht. Es ist eine grob zusammengezimmerte Posse, kaprizi\u00f6s Walser&#8217;sches Ego-Theater, eine krachlederne Literaturbetriebskom\u00f6die, eine herrliche Persiflage der Gelassenheitsratgeber. Ich musste mich also wieder finden und habe den Roman dann auch so zu Ende gekriegt.<\/p>\n<p>Vielleicht muss man ein bestimmtes Alter erreicht haben, so wie ich, noch keine 74 wie der Held des Romans, Theo Schadt, und erst recht noch keine 89 Jahre wie Walser, aber jenseits der sechzig, um dieses Buch entsprechend w\u00fcrdigen zu k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/index.php?s=martin+walser\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ich mag Walser<\/a> schon seit vielen Jahren. Vielleicht ist es in den letzten Jahren etwas viel geworden mit den alten Herren und ihrer Liebe zu bedeutend j\u00fcngeren Frauen. Aber hier gelingt Walser wieder einmal ein Werk, zu dem, so scheint&#8217;s, nur er im Stande ist.<\/p>\n<ul><img src=\"http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/kultur\/radiotexte\/walser-radiotexte-138~_v-img__3__4__m_-f5b946176ecf9749b4c4b7e228bd704e8144111b.jpg\" alt=\"Martin Walser: Ein sterbender Mann (2016)\" title=\"Martin Walser: Ein sterbender Mann (2016)\" \/><\/ul>\n<p><em>Theo Schadt, 72, Firmenchef und auch als &#8222;Nebenherschreiber&#8220; erfolgreich, wird verraten. Verraten ausgerechnet von dem Menschen, der ihn nie h\u00e4tte verraten d\u00fcrfen: Carlos Kroll, seinem engsten und einzigen Freund seit neunzehn Jahren, einem Dichter. Beruflich ruiniert, sitzt Theo Schadt jetzt an der Kasse des Tangoladens seiner Ehefrau, in der Schellingstra\u00dfe in M\u00fcnchen. Und weil er glaubt, er k\u00f6nne nicht mehr leben, wenn das, was ihm passiert ist, menschenunm\u00f6glich ist, hat er sich in einem Online-Suizidforum angemeldet. Da schreibt man hin, was einem geschehen ist, und kriegt von Menschen Antwort, die \u00c4hnliches erfahren haben. Das gemeinsame Thema: der Wunsch, mit allem Schluss zu machen.<\/em><\/p>\n<p><em>Eines Tages, er wieder an der Kasse, l\u00f6st eine Kundin bei ihm eine Lichtexplosion aus. Seine Ehefrau glaubt, es sei ein Schlaganfall, aber es waren die Augen dieser Kundin, ihr Blick. Sobald er seine Augen schlie\u00dft, starrt er in eine Lichtflut, darin sie. Ihre Adresse ist in der Kartei, also schreibt er ihr &#8211; jede E-Mail der Hauch einer Weiterlebensillusion -, und nach \u00fcber drei\u00dfig Ehejahren zieht er zu Hause aus. Sitte, Anstand, Moral, das gilt ihm nun nichts mehr. Doch dann muss er erfahren, dass sie mit dem, der ihn verraten hat, in einer \u00f6ffenen Beziehung lebt. Ist sein Leben eine verlorene, nicht zu gewinnende Partie?<\/em><\/p>\n<p><em>Martin Walsers neuer Roman \u00fcber das Altsein, die Liebe und den Verrat ist beeindruckend gegenw\u00e4rtig, funkelnd von sprachlicher Sch\u00f6nheit und \u00fcberw\u00e4ltigend durch seine beispiellose emotionale Kraft.<\/em><\/p>\n<p>(aus dem Klappentext)<\/p>\n<p>&#8222;Walser l\u00e4sst nichts aus. Er zelebriert krudeste M\u00e4nnerfantasien und spielt mit ihnen, er scheint \u00fcberhaupt keine Scheu zu haben vor Kolportage, vor Klischees und der Nachmittag-Talkshows im Unterschichts-Fernsehen. Er mixt diese Bestandteile aber so unverfroren und zauberkunstst\u00fcckhaft und verbindet sie bruchlos mit letzten existenziellen Fragestellungen, dass man immer wieder frappiert ist.&#8220; So steht&#8217;s in der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/roman-ein-sterbender-mann-martin-walser-schmort-im-eigenen-saft-1.2808024\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S\u00fcddeutschen<\/a>.<\/p>\n<p>Obwohl es ein Roman ganz und gar Walser&#8217;scher Art ist, so wirkte die Sinologin Thekla Chabbi \u00fcber einen sch\u00f6pferischen Anteil hinaus mit. Sie selbst sch\u00e4tzt diesen Anteil einmal auf &#8222;knapp 30 Prozent&#8220;. Dem widerspricht Walser allerdings. Inzwischen wissen wir, dass die Briefe jener Aster, der Suizidalen aus dem Forum, und auch ein in Algerien spielendes Kapitel von Frau Chabbi stammen (Quelle u.a. <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/kultur\/literarischewelt\/article150834783\/Ich-moechte-keine-Sauerei-hinterlassen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">welt.de<\/a>). Sich auf diese Weise in das Werk von Martin Walser zu &#8217;schleichen&#8216;: Respekt!<\/p>\n<p>Der Roman spielt etwa von Mitte (August) 2014 bis Februar 2015 in M\u00fcnchen. Die wichtigsten Personen:<\/p>\n<p><strong>Theo Schadt<\/strong>, 72 Jahre alt, der &#8218;Versch\u00f6nerer&#8216;<br \/>\n<strong>Iris<\/strong>, seine Ehefrau<br \/>\nMafalda, seine Tochter<br \/>\nAxel, deren Ehemann<\/p>\n<p><strong>Carlos Kroll<\/strong>, rd. 52 Jahre alt<br \/>\nDr. Anke M\u00fcller (11 Jahre \u00e4lter), die &#8218;Mittelmeerische&#8216;<br \/>\nMelanie Sugg, schweizer Verlegerin (&#8218;Porno-Poesie&#8216;)<br \/>\n<strong>Oliver Schumm<\/strong>, der Konkurrent<\/p>\n<p><strong>Sina Baldauf<\/strong> (Tangot\u00e4nzerin)<\/p>\n<p>Suizid-Forum:<br \/>\n<strong>Franz von M.<\/strong> (Nickname von <em>Theo Schadt<\/em>)<br \/>\n<strong>Aster<\/strong> -> &#8218;Rede auf die in der Gruft&#8216; [Nickname von <em>Sina Baldauf<\/em>]<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.antichrist-wachtturm.de\/feedback-2009-11-24-suizidforum-freitodforum-selbstmordforum-fuer-zj.xhtml\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fliesenbourg<\/a>, der Suizidheilige<\/p>\n<p>&#8222;Herr Schriftsteller&#8220;, Theos Selbstgespr\u00e4chskulisse<\/p>\n<p>Wie ich schon sagte, es geht kunterbunt, kreuz und quer im Roman durcheinander. <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/autoren\/R\/Iris_Radisch\/index.xml\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Iris Radisch<\/a> fasst es <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2016\/02\/martin-walser-roman-ein-sterbender-mann\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">in der Zeit<\/a> noch einmal wie folgt zusammen:<\/p>\n<p><em>Der Erz\u00e4hler, Theo Schadt, ist zwar im Bestsellergesch\u00e4ft \u00e4u\u00dferst erfolgreich (Auflagen von 800.000 Exemplaren sind f\u00fcr ihn eine Kleinigkeit), wird jedoch im Zweitberuf als Verk\u00e4ufer medizinischer Patente von seinem Freund und Gesch\u00e4ftspartner, dem feinsinnigen Lyriker Carlos Kroll, hintergangen. Der Verrat des feinsinnigen Dichters, der \u2013 kleiner schl\u00fcsselromanhafter Hinweis f\u00fcr den Literaturbetrieb \u2013 mit einer \u00c4rztin in einer Villa am Starnberger See logiert, macht aus dem Bestsellerautor einen Selbstmordkandidaten. Der Todeswunsch wird jedoch gemildert durch den anregenden E-Mail-Verkehr mit einer Leidensgenossin, die er in einem anonymen Suizidforum kennenlernt. Weitere Besserung seiner durch den feinsinnigen Dichter vom Starnberger See herbeigef\u00fchrten Lage ergibt sich durch den coup de foudre, der dem Erniedrigten im Tangoladen seiner Gattin Iris widerf\u00e4hrt, als die sch\u00f6ne Sina Baldauf dort einkauft. Dann die h\u00e4ssliche Nachricht: Dickdarmkrebs, dem Erz\u00e4hler bleibt nur noch eine kurze Lebensfrist. Dennoch ist Zeit f\u00fcr eine ausf\u00fchrliche R\u00fcckblende: Preisverleihung an den feinsinnigen Starnberger-See-Dichter im M\u00fcnchner Lyrik-Kabinett, Auftritt der Lyrik-Kabinett-Chefin im Silberkleid, seitenlanges Zitieren der schlechten Gedichte des feinsinnigen Widersachers zum Beweis f\u00fcr dessen larmoyante Nichtsw\u00fcrdigkeit (&#8222;Sprachgew\u00e4nder weben \/ gegen die K\u00e4lte der Welt&#8220; und so weiter).<\/em><\/p>\n<p><em>Au\u00dferdem: Briefe des Erz\u00e4hlers an Sina Baldauf und umgekehrt, Briefe an die Gattin Iris, Botschaften an die Selbstmordfreundin vom Suizidforum und umgekehrt, Briefe des Erz\u00e4hlers an sich selbst. Dazwischen ein Traumtagebuch. Dazwischen eine Messmer-artige Sentenzensammlung zum Thema Altwerden und Sterbenm\u00fcssen.<\/em><\/p>\n<p>Man kann nur jung sein oder alt. Er erinnert sich an das Mitleid, das er hatte mit jedem Alten. Jetzt wei\u00df er: Es gibt kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr einander. Der Alte versteht den Jungen ebenso wenig wie der ihn. Es gibt keine Stelle, wo Jungsein an Altsein r\u00fchrt oder in Altsein \u00fcbergeht. Es gibt nur den Sturz. (S. 190)<\/p>\n<p><em>Pl\u00f6tzlich ein Anruf von Sina Baldauf, die \u2013 \u00dcberraschung \u2013 nebenbei auch mit dem feinsinnigen Widersacher Kroll liiert ist: Der Widersacher Kroll sei tot, vergiftet in ihrer Wohnung. Der M\u00fcnchner Kriminalhauptkommissar Steinfeld verhaftet zun\u00e4chst den Erz\u00e4hler. Doch dann bekennt sich die Doktorin vom Starnberger See zur m\u00f6rderischen Tat. Am Ende \u00fcberschlagen sich die Todesf\u00e4lle. Gattin Iris nimmt sich das Leben, gefolgt von der Suizidforumsfreundin, die \u2013 \u00dcberraschung \u2013 niemand anderes ist als die Briefgeliebte Sina Baldauf.<\/em> [&#8230;]<\/p>\n<p><em>Am Ende ist der sterbende Mann umgeben von lauter toten Frauen. Aber was soll\u2019s: Die Frauen haben ohnehin alle so geschrieben wie der malizi\u00f6se Theo Schadt, so stakkatohaft dr\u00e4ngend, so kontrolliert unkontrolliert, so enthemmt pointensicher, so wunderbar walserhaft, dass an eine Eigenexistenz der Damen nicht ernsthaft zu denken war. Ihr Massensterben ist ein sch\u00f6ner Beweis f\u00fcr die These, dass der Weg, auf dem der m\u00e4nnliche Romanheld vorankommt, mit weiblichen Leichen gepflastert sein sollte. Und siehe da: Der Tumor des Erz\u00e4hlers ist am Romanende tats\u00e4chlich zur\u00fcckgegangen.<\/em><\/p>\n<p>Ich habe in den letzten Wochen zwei Interviews mit Martin Walser gesehen. In dem einen, schon einige Jahre zur\u00fcckliegend, wirkte er k\u00f6rperlich wie geistig frisch. In dem anderen, erst vor einige Monaten aufgezeichnet, hat er k\u00f6rperlich doch rapide nachgelassen. Das war wohl die Folge einer l\u00e4ngeren Krankheit. Hoffen wir es, denn geistig zeigte er sich trotz seiner fast 90 Jahre von seiner besten Seite. \u00dcberhaupt: Auch wenn er bekanntlich nicht anders kann: lesen und schreiben &#8211; so \u00fcberrascht uns Walser immer wieder noch und doch mit einem neuen Roman. Diese sind vielleicht nicht mehr so lang geraten, aber immer noch von Walsers Sprachgewalt beherrscht.<\/p>\n<p>Martin Walser schreibt also immer noch. Er kann&#8217;s nicht lassen, obwohl er vor geraumer Zeit den <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=6493\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verlust seines Tagesbuchs<\/a> mit Skizzen und Notizen zu beklagen hatte, dass sich wohl bis heute nicht angefunden hat. Trotz der verlorenen Aufzeichnungen hat er Material genug (und sicherlich l\u00e4ngst ein neues Tagebuch), um sein Alterswerk fortzusetzen. \u00dcbrigens fragte der Spiegel damals, was er aus dem Verlust lerne. Walser antwortete: \u00bbNur zweiter Klasse fahren! Die Fahrg\u00e4ste sind anders als die in der ersten. Es gibt die nat\u00fcrliche Reaktion, das, was man gefunden hat, auch abzugeben. Bei denen, die erster Klasse fahren, gibt es eine andere psychische Disposition. Selbst wenn die Leute mit dem Gefundenen nichts anfangen k\u00f6nnen, behalten sie es.\u00ab Aber woher wei\u00df Walser, da\u00df der unehrliche Finder seines Tagebuchs nichts mit ihm anfangen kann? Sp\u00e4testens in zehn Jahren k\u00f6nnte er es meistbietend versteigern lassen. Anonym selbstverst\u00e4ndlich. Das bringt mehr als ein Finderlohn. Vier Jahre sind ja seitdem fast schon vergangen. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/24-2012&#038;textfile=2102\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ossietzky.net<\/a>)<\/p>\n<p>Gern r\u00e4tseln Leser, wie viel Autor in den Protagonisten eines Romans stecken, hier also: wieviel Walser steckt in Theo Schadt. Da mag man spekulieren wie man will. Eines fand ich dann aber doch aufschlussreich. Im Roman hei\u00dft es auf S. 108 zu Theo Schadt: Er k\u00f6nnte immer erst wieder atmen, wenn er einen Satz fertig h\u00e4tte. Hier ist zu Martin Walser (<a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=7327\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ich bin nicht Walser<\/a>) zu lesen gewesen:<\/p>\n<p>\u201eWalser hatte die Angewohnheit, beim Schreiben bis zum Ende eines Satzes den Atem anzuhalten.\u201c (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%B6rg_Magenau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">J\u00f6rg Magenaus<\/a> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3499247720\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3499247720&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> <strong>Martin Walser &#8211; Eine Biographie<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3499247720\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> S. 227) Aus Angst, ihm k\u00f6nne die Luft ausgehen, bildete er k\u00fcrzere S\u00e4tze.<\/p>\n<p>Mag Walser die Luft nicht ausgehen. Und mag der Titel des Romans nicht so etwas wie Programm sein.<\/p>\n<p><em>Der Roman eines Verrats &#8211; da will der, um den es geht, micht mehr leben. Er ist dem Tod so nah wie noch nie. Dann passiert etwas, jetzt will er leben wie noch nie. Diese Erfahrung: Je n\u00e4her du dem Tod bist, desto sch\u00f6ner ist es zu leben. Oder genauer gesagt: desto sch\u00f6ner w\u00e4re es zu leben.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Roman der hellsten Dissonanz.<\/em><\/p>\n<p>&#8222;In der sch\u00f6nsten und klarsten Sprache, die in Deutschland zurzeit geschrieben wird, verdichtet Marin Walser Erfahrung und Empfindung.&#8220; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Denis_Scheck\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Denis Scheck<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den W\u00f6rtern k\u00fcndige ich. Sie haben nicht geholfen. Martin Walser: Ein sterbender Mann (S. 278) &#8230; oder doch &#8230; Eine Mauer aus W\u00f6rtern gegen jede Art Wirklichkeit. 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