{"id":986,"date":"2007-10-20T13:50:07","date_gmt":"2007-10-20T11:50:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=986"},"modified":"2007-10-20T13:50:07","modified_gmt":"2007-10-20T11:50:07","slug":"was-ist-blos-mit-ian-los-teil-85-intelligenz-plagiate","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=986","title":{"rendered":"Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 85: Intelligenz &#038; Plagiate"},"content":{"rendered":"<p><em>Hallo Wilfried, Hallo Lockwood,<\/em><\/p>\n<p><em>zuerst einmal ein dickes Lob an Wilfried! Detailgenaue Recherche, harte Fakten (also das exakte Gegenteil von dem, was man von mir \u00fcblicherweise geliefert bekommt) und Links zu wahren Schatzk\u00e4stchen &#8211; Du hast es wirklich drauf! W\u00e4hrend ich das schreibe, l\u00e4uft im Hintergrund gerade das top-gewertete Dire Straits Konzert aus <A HREF=\"http:\/\/concerts.wolfgangsvault.com\" Target=\"_blank\">Wolfgang&#8217;s Vault<\/A>. Vielen Dank f\u00fcr die wertvollen Infos (und Danke auch f\u00fcr den Link zu <A HREF=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/KK-Tiervermittlung.htm\" Target=\"_blank\">meiner Homepage<\/A> &#8211; meine K\u00e4tzchen m\u00f6chte dieses Jahr einfach niemand haben, es ist wie verhext)!<\/em><\/p>\n<p><em>Interessant auch Dein Hinweis auf den &#8222;gemeinsamen Auftritt&#8220; von CCR und Jethro Tull 1969 im Fillmore West. Eigentlich eine seltsame Zusammenstellung f\u00fcr ein Abend-Programm. Die Musik der beiden Bands war (und ist) doch so unterschiedlich &#8211; da ist es kaum vorstellbar, dass es viele Rockfans gibt, denen beide Gruppen gefallen (obwohl ich <A HREF=\"http:\/\/www.manisfam.com\/2006\/08\/04\/what-the-manisfam-is-listening-to\/\" Target=\"_blank\">hier<\/A> doch einen gefunden habe, der als Top-Sound eine Mischung aus Fogerty&#8217;s &#8222;Long Road Home&#8220; und Jethro Tull&#8217;s &#8222;Benefit&#8220; empfiehlt &#8211; erstaunlich). Bei CCR m\u00fcssten damals &#8222;I Put A Spell On You&#8220;, &#8222;Suzie Q&#8220;, &#8222;Born On The Bayou&#8220; und &#8222;Proud Mary&#8220; auf der Setlist gestanden haben. Ich muss zugeben, lieber Wilfried, dass ich ganz im Gegensatz zu Dir bis heute mit der Musik von Jethro Tull aus den 60ern wenig anfangen kann. Es gibt da ein paar Songs, die ich ganz gut finde, aber auch nicht gerade \u00fcberragend. Von der damaligen Setlist h\u00e4tte mich h\u00f6chstens &#8222;Fat Man&#8220; interessiert. Vermutlich h\u00e4tte ich mir CCR mit Begeisterung angeh\u00f6rt und w\u00e4re bei Jethro Tull gegangen (wobei CCR als Headliner bestimmt zum Schluss kamen, da h\u00e4tte ich durchhalten m\u00fcssen&#8230;). Und was die Begegnung der beiden Herren anbelangt &#8211; auch wenn man sich, wie Du schreibst, 4 Tage lang kaum aus dem Weg gehen kann, kann ich mir doch nicht vorstellen, dass der Kontakt zwischen Ian Anderson und John Fogerty besonders intensiv ausgefallen ist. Anderson fand Fogerty&#8217;s Musik (und ihn selbst vermutlich auch) bestimmt zu primitiv, w\u00e4hrend dem biederen Fogerty der extravagante Anderson sicher zu ausgeflippt war.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein kleiner Fehler ist Dir dann bei Deinen Recherchen aber doch unterlaufen. Hast Du bei dem <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ds2kHKabVkk\" Target=\"_blank\">Metallica-Video<\/A> einmal die Kommentare angeschaut? Dieses Video ist ein Fake, Bilder von Metallica beim Rock am Ring wurden mit einem &#8222;Cross Eyed Mary&#8220; Cover von Iron Maiden unterlegt. Deshalb hat das Video auch eine so schlechte Bewertung &#8211; die Metallica-Fans fanden das offensichtlich nicht besonders komisch. \u00dcbrigens: Unter den Kommentaren befindet sich auch ein bitterb\u00f6ser von mir (f\u00fcr den musst Du allerdings 18 Seiten zur\u00fcckbl\u00e4ttern, das war schon vor 5 Monaten).<\/em><\/p>\n<p><em>Das Thema &#8222;Al Stewart&#8220; k\u00f6nnen wir nun wohl abhaken, immerhin konnte jedem von Euch zumindest ein Song von ihm ein bi\u00dfchen gefallen &#8211; da muss man schon zufrieden sein. Von den diversen &#8222;Hallelujah&#8220;-Versionen habe ich Euch mit Absicht einige &#8222;verheimlicht&#8220; (wie Wilfried geruhte es auszudr\u00fccken). Es gibt so viele, z.B. auch noch eine von Bon Jovi, und ich wollte Euch nicht zu sehr erm\u00fcden. Die Version von John Cale fand ich vergleichsweise uninteressant &#8211; einfach durchschnittlich und ohne H\u00f6hen oder Tiefen.<\/em><\/p>\n<p><em>Was k.d. lang betrifft, lieber Lockwood, halte ich sie anders als Du in gewisser Weise f\u00fcr das genaue Gegenteil von Patti Smith.  Nicht nur, dass Mrs. Smith auf jeden Fall der Rockmusik zuzuordnen ist, w\u00e4hrend Mrs. lang eher in den Bereich Singer-Songwriter geh\u00f6rt (sie hat auch zahlreiche Lieder selbst geschrieben, wie etwa <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GO6-v-i7k50\" Target=\"_blank\">Constant Craving<\/A>). Patti Smith hat zwar Gesichtsz\u00fcge wie ein Mann, versucht aber trotzdem so gut es geht wie eine Frau auszusehen, indem sie lange Haare und teilweise auch Kleider tr\u00e4gt (hier Bilder zu ihrem Song <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Dwqh2IjrxfM\" Target=\"_blank\">Frederick<\/A>). Offensichtlich f\u00fchlt sie sich als Frau und m\u00f6chte auch eine Frau sein. Mrs. lang dagegen sieht eigentlich wie eine Frau aus, tut aber was sie nur kann um wie ein Mann zu wirken (hier die zahlreichen Gesichter der k.d. lang als Slide-Show zu ihrem Song <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0VFSvUHkClk\" Target=\"_blank\">Miss Chatelaine<\/A>) &#8211; Kurzhaarschnitt, Herren-Anzug und evt. sogar noch mehr. Der Eindruck, dass ihre Stimme vor 20 Jahren (<A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sQIsS0cPyEw\" Target=\"_blank\">Pullin&#8216; Back The Reins<\/A>) noch deutlich h\u00f6her klang als heute  (<A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TRodzC8Avn4\" Target=\"_blank\">One Day I Walk<\/A> &#8211; sieht der Akkordeon-Spieler nicht aus wie John O&#8217;Hara? &#8211; Das Akkordeon finde ich allerdings entnervend laut&#8230;) l\u00e4sst mich vermuten, dass sie auch etwas mit Hormonen nachgeholfen haben k\u00f6nnte (was nat\u00fcrlich auch nicht ohne Auswirkungen auf die Gesichtsz\u00fcge bleibt). Sie f\u00fchlt sich offensichtlich als Mann, ich glaube von der endg\u00fcltigen Geschlechtsumwandlung ist sie nicht mehr weit entfernt.<\/em><\/p>\n<p><em>Zum Abschluss des Themas k.d. lang m\u00f6chte ich Euch noch 2 Videos (<A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BxyuVs0SK9s\" Target=\"_blank\">Teil 1<\/A> und <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=FzgUgFia9eM&#038;NR=1\" Target=\"_blank\">Teil 2<\/A>) aus einer australischen Fernseh-Show nicht vorenthalten, bei denen ich Tr\u00e4nen gelacht habe (und Mrs. lang &#8211; wie man sieht &#8211; auch). Mrs. lang hat die Eigenheit ihre Interviewer immer wieder damit zu verbl\u00fcffen, dass sie Fragen einfach mit &#8222;Ja&#8220; oder &#8222;Nein&#8220; beantwortet &#8211; kurz, pr\u00e4gnant, unzweideutig. Offensichtlich ist sie kein Mensch vieler Worte, ihr sp\u00f6der Charme ist umwerfend. Manche m\u00f6gen den Ausdruck f\u00fcr unpassend halten, aber ich finde sie irgendwie s\u00fc\u00df!<\/em><\/p>\n<p><em>Zum Thema Bartwuchs, lieber Lockwood, kann ich naturgem\u00e4\u00df nur wenig beisteuern &#8211; ich hatte noch nie einen. Allerdings k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass ich so ein Gestr\u00fcpp im Gesicht doch auch etwas l\u00e4stig f\u00e4nde, da kann ich Dich gut verstehen. Bestimmt ist das aber auch Gewohnheitssache. Vielleicht k\u00f6nnte k.d. lang noch interessante neue Aspekte in dieses Thema einbringen, zumindest hat sie ja wohl schon Erfahrungen in der Na\u00dfrasur sammeln k\u00f6nnen&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Der Stimmverlust des Mr. Anderson scheint dagegen ein schier unersch\u00f6pfliches Thema zu sein. Die von Wilfried aufgef\u00fchrten Stimmprobleme um 1971 kann ich allerdings nicht nachvollziehen oder besser gesagt nicht heraush\u00f6ren. Wahrscheinlich ist daf\u00fcr mein Geh\u00f6r nicht empfindlich genug. Unter &#8222;mickymaus-\u00e4hnlicher&#8220; Stimme verstehe ich im \u00dcbrigen einen qu\u00e4kenden, leicht nasalen Klang, dem die Tiefen fehlen und dem es deshalb an Druck und Resonanz mangelt. Ich w\u00fcrde jetzt auch nicht behaupten, dass mich dieser Klang beim Konzert 1978 im Madison Square Garden sehr st\u00f6ren w\u00fcrde. Von einem Rockmusiker erwarte ich keine perfekte Stimme, und Mr. Anderson habe ich auch in diesem Sinne noch nie f\u00fcr einen S\u00e4nger gehalten. Eher war er f\u00fcr mich immer ein Musiker, der halt auch singt. Mir ist dieses &#8222;Schw\u00e4cheln&#8220; seiner Stimme nur eben bei diesen Aufnahmen zum ersten Mal aufgefallen. Interessant fand ich dann aber Wilfried&#8217;s weitere Ausf\u00fchrungen zu diesem Thema. Auf einen Zusammenhang zwischen Stimmproblemen und Fl\u00f6tenspiel w\u00e4re ich nie gekommen, und auch von den diversen Stimmband-Operationen des Mr. Anderson wusste ich noch nichts. Wei\u00dft Du, wann das war? Ich denke mir nach so einer Operation kann man bestimmt monatelang \u00fcberhaupt nicht singen, und er war doch eigentlich st\u00e4ndig auf Tournee.<\/em><\/p>\n<p><em>Stimme hin oder her, jetzt m\u00f6chte ich Euch aber doch noch ein paar Videos verlinken, bevor die auch wieder aus YouTube verschwinden (ich glaube die H\u00e4lfte aller bislang von mir verlinkten Videos wurden inzwischen aus dem Verkehr gezogen&#8230;). Vielleicht habt Ihr ja die folgenden Aufnahmen von nicht ganz so h\u00e4ufig gespielten Songs noch nicht entdeckt: <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Dp5x4GkS7AU\" Target=\"_blank\">Moths &#038; Mouse Police Never Sleeps &#8211; 1978<\/A> und <A  HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KjvNY2zzEC8\" Target=\"_blank\">North Sea Oil &#038; Old Ghosts &#8211; 1980<\/A> &#8211; miserable Bildqualit\u00e4t und alles Playback aus dem deutschen Fernsehen. Aber Mr. Anderson ist trotzdem immer eine Show. Und dann noch dieses &#8211; vom Fernsehbildschirm abgefilmt, aber was schaut man sich nicht alles an, wenn es nichts besseres gibt: <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OG4UHmLfwiY\" Target=\"_blank\">Home &#038; Orion &#8211; Stormwatch tour 1980<\/A>. Vielleicht kommt ja doch einmal so etwas in besserer Bild- und T<br \/>\nonqualit\u00e4t als DVD heraus. Die Aufnahmen vom Montreux Jazz Festival 2003 reizen mich nicht besonders, auch wenn die Anderson&#8217;schen Stimmprobleme zu dieser Zeit nicht so gravierend waren. Es ist einfach nicht der Anderson, den ich sehen m\u00f6chte.<\/em><\/p>\n<p><em>Zu guter Letzt hat Wilfried dann noch sich selbst \u00fcbertroffen und in einem P.S.-Nachtrag, der alles von mir bislang Dargebotene weit in den Schatten stellt, minuti\u00f6s Mr. Anderson&#8217;s Rollstuhl-Karriere durchleuchtet &#8211; f\u00fcr jemanden, dem Anderson nach eigenen Angaben &#8222;kilometerlang aus dem Hals h\u00e4ngt&#8220;, wirklich eine beachtliche Leistung! Das Rollstuhl-Bild finde ich trotzdem immernoch dubios. Was tuen denn ein Arzt und eine Krankenschwester zusammen mit Anderson auf der B\u00fchne? Haben die ihn etwa w\u00e4hrend der Vorstellung vor versammeltem Publikum behandelt? Aber lassen wir das&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Kommen wir nun zum eigentlichen Thema meines heutigen Beitrags (bis hierher war alles nur meine in knappen Worten zusammengefasste Einleitung). Wilfried hatte im Rahmen der Rollstuhl-Dokumentation unter anderem ein interessantes <A HREF=\"http:\/\/www.laufi.de\/tull\/d\/farm\/artikel\/ianint.htm\" Target=\"_blank\">Interview mit Mr Anderson<\/A> verlinkt. Zu einer Passage davon m\u00f6chte ich dann doch ein paar Worte verlieren. Hier das Zitat:<\/em><\/p>\n<p><small><b>Frage:<\/b> Ich bin stets beeindruckt vom geistigen Tiefgang Deiner Aussagen.<\/small><em> (Das muss ihm ja runtergelaufen sein wie \u00d6l&#8230;)<\/em><small> Ist es im Rockgesch\u00e4ft eigentlich vom Vorteil, &#8230;intelligenter als andere zu sein?<\/small><\/p>\n<p><small><b>Anderson:<\/b> Das ist eher vom Nachteil&#8230; etwa so, als w\u00e4rst Du ein Fu\u00dfballspieler mit einem akademischen Grad. Es pa\u00dft irgendwie nicht dazu. Das d\u00fcrfte kein Problem sein, aber es ist eins. F\u00fcr mich stellt es ein Problem dar, weil&#8230; &#8211; Nicht, da\u00df alle Musiker dumm w\u00e4ren&#8230;, aber die meisten von ihnen sind es schon. Wenn die Spice Girls Grips h\u00e4tten, w\u00e4ren sie nicht die Spice Girls und wenn die Journalisten der Sun oder der News Of The World etwas Geist h\u00e4tten, w\u00fcrden sie nicht \u00fcber die Spice Girls schreiben. Und dann g\u00e4be es keine Spice Girls! Es ist wichtig, da\u00df es Leute gibt, deren Interessen und Empfindungen eher schlicht, unentwickelt sind, weil das die Voraussetzung f\u00fcr unterschiedliche Ebenen von Unterhaltung und Kunst ist. Wichtig daran ist, da\u00df es Musik sowohl f\u00fcr Leute &#8218;ohne&#8216; Verstand gibt, gemacht von Leuten ohne Verstand, genauso wie Musik f\u00fcr Menschen mit h\u00f6herem Intellekt. Und schlie\u00dflich gibt es halt Musik f\u00fcr den Rest von uns, f\u00fcr Menschen mit etwas Geist, die es einfach und geradeaus m\u00f6gen. Jethro Tull ist irgendwo zwischen den Extremen angesiedelt&#8230; In meiner Musik gibt es zuweilen so was wie einen intellektuellen Verlauf, aber nicht immer. Und ich m\u00f6chte auch nicht, da\u00df immer etwas davon vorhanden ist. Hin und wieder m\u00f6chte ich auch Musik f\u00fcr Fu\u00dfballspieler machen. Ich sehe schon, worauf das hinausl\u00e4uft&#8230;<\/small><\/p>\n<\/p>\n<p><em>Mr. Anderson l\u00e4sst sich hier von einer zugegebenerma\u00dfen verf\u00e4nglichen Suggestiv-Frage dazu verleiten in der Euphorie \u00fcber seine vermeintliche intellektuelle \u00dcberlegenheit gleich eine ganze Branche f\u00fcr dumm zu erkl\u00e4ren (eigentlich gleich zwei, die Fu\u00dfballspieler mit dazu). Dabei vermengt er Dinge, die nichts miteinander zu tun haben und offenbart gleich mehrere Denkfehler. Dazu kommt: Im Prinzip beantwortet er die Frage nicht &#8211; worin nun eigentlich sein Nachteil besteht geht aus seinen Worten nicht hervor. Seinen Ansatz <\/em><small>&#8222;F\u00fcr mich stellt es ein Problem dar, weil&#8230;&#8220;<\/small><em> f\u00fchrt er nicht zuende. Dann schweift er v\u00f6llig ab und kommt auf die Spice Girls &#8211; warum bleibt unklar. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er beruflich viel mit ihnen zu tun hat. Die Frage bezog sich auch &#8222;auf das Rockgesch\u00e4ft&#8220;, und die Spice Girls sind wohl kaum der Rockmusik zuzuordnen. Insgesamt macht seine Antwort nicht den Eindruck, als ob er jemals \u00fcber das Thema und seine gef\u00fchlten &#8222;Probleme&#8220; nachgedacht h\u00e4tte, seine Ausf\u00fchrungen bestehen aus einer Aneinanderreihung von Klischees. F\u00fcr mich ist das alles kein Zeichen von Intelligenz. Und &#8222;Kollegen&#8220; wie die Spice Girls \u00f6ffentlich als dumm zu bezeichnen ist gelinde gesagt eine Stillosigkeit.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber mit seinen Denkfehlern, Klischees und Stillosigkeiten steht Mr. Anderson nicht alleine da. Auch z.B. im Laufi-Forum kann man sie zahlreich finden: Die &#8222;Intellektuellen&#8220;, die ihren Musikgeschmack f\u00fcr ein Zeichen von Intelligenz halten und meinen &#8222;objektiv&#8220; beurteilen zu k\u00f6nnen, welche Musik primitiv und minderwertig ist. Wer solche Musik mag, ist in Folge dumm, hirnamputiert, ohne Verstand, geistlos, hat keinen Grips etc.. Was diesen Intelligenzlern offenbar v\u00f6llig entgangen ist: Intelligenz und Geschmack haben \u00fcberhaupt nichts miteinander zu tun.<\/em><\/p>\n<p><em>Welche Art von Musik einem gef\u00e4llt, ob man gerne Fu\u00dfball spielt oder einen anderen Sport treibt oder unsportlich ist, ob man lieber Heinrich B\u00f6ll oder Micky-Maus liest, ist eine Frage der Pers\u00f6nlichkeitsstruktur und steht in keiner Beziehung zur Intelligenz. Ich pers\u00f6nlich lese z.B. lieber Micky-Maus als B\u00f6ll, und ich w\u00fcrde mich dagegen verwahren deshalb als zur\u00fcckgeliebener Idiot eingestuft zu werden (zur\u00fcckgeblieben vielleicht schon, aber ich bin kein Idiot!). Bekanntlich geben K\u00fche bei Musik von Mozart mehr Milch, w\u00e4hrend bei lauter Rock-Musik die Milchleistung zur\u00fcckgeht. Ist das nun ein Zeichen von Intelligenz? Irgendwo habe ich gelesen, das Lieblingslied von Willy Brand w\u00e4re &#8222;Schwarzbraun ist die Haselnuss&#8220; gewesen. Wollte davon nun wirklich jemand auf seine Intelligenz schliessen?<\/em><\/p>\n<p><em>Welchen weitverbreiteten Denkfehlern ist Mr. Anderson nun also aufgesessen?<\/em><\/p>\n<p><em>Irrtum Nr. 1: &#8222;Wer sich f\u00fcr Dinge interessiert, die mich langweilen, muss dumm sein&#8220;. F\u00fcr mich gibt es z.B. kaum etwas \u00f6deres als Fu\u00dfball (au\u00dfer vielleicht Kochrezepte, Kosmetik, Mode, Jammern, wie furchtbar alles ist &#8211; na ja, es gibt schon einige ziemlich \u00f6de Themen). Inzwischen kenne ich gleich mehrere hochintelligente und von mir sehr gesch\u00e4tzte Menschen, die fu\u00dfballbegeistert sind. Seitdem habe ich diese These verworfen. Nur weil jemand Freude an etwas hat, das einen selbst nicht interessiert, muss er noch lange nicht dumm sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Irrtum Nr. 2: &#8222;Naivit\u00e4t, Schlichtheit, Gutgl\u00e4ubigkeit = Dummheit&#8220;. Das kann zwar so sein, muss es aber nicht notgedrungen. Eventuell handelt es sich nur um eine andere Gewichtung von Werten und Zielen. Besonders Menschen, bei denen die Verfolgung ihrer Eigeninteressen einen hohen Stellenwert einnimmt &#8211; und dazu w\u00fcrde ich Mr. Anderson z\u00e4hlen &#8211; neigen dazu Idealisten, die ihre Eigeninteressen f\u00fcr ein &#8222;h\u00f6heres Ziel&#8220; zur\u00fcckstellen oder vernachl\u00e4ssigen, f\u00fcr dumm zu halten. Im Gegenzug werden Puristen oder Perfektionisten, die vor allem nach der Erreichung einer optimalen Leistung streben, Menschen mit eher kommerziellen Zielen als primitiv erachten. Das liegt aber nur daran, dass der Eine die Motive des Anderen nicht nachvollziehen kann.<\/em><\/p>\n<p><em>Irrtum Nr. 3: &#8222;Schlechter Geschmack = Dummheit&#8220;. Das hatten wir schon. Geschmack und Intelligenz haben nichts miteinander zu tun.<\/em><\/p>\n<p><em>Irrtum Nr. 4: &#8222;Wer sich mit Leuten abgibt, die ich f\u00fcr dumm halte, muss auch dumm sein&#8220;. Selbst wenn die Spice Girls dumm w\u00e4ren, gilt das noch lange nicht auch f\u00fcr alle Journalisten, die \u00fcber sie schreiben. Es ist der Job eines Journalisten, \u00fcber das zu schreiben, was die Leser interessiert und was sie lesen wollen. Ein Journalist, der den Geschmack seiner Leser trifft, ist ein guter Journalist (vorausgesetzt er bleibt bei der Wahrheit und h\u00e4lt sich auch sonst an ein paar Anstandsregeln). Unter Umst\u00e4nden erfordert es sogar besonders viel Intelligenz, aus einem dr\u00f6gen Thema oder d\u00fcrftigem Material noch eine lesbare Story zu machen.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber was ist nun eigentlich Intelligenz? \u00dcblicherweise versteht man darunter die F\u00e4higkeit logisch zu denken, d.h. Zusammenh\u00e4nge richtig zu erkennen und daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Dies ist die Art von Intelligenz, die man mit den allseits bekannten IQ-Tests (mehr oder minder treffsicher) messen kann. Meist schl\u00e4gt sich diese Art von Intelligenz auch in entsprechenden Schulzeugnissen nieder. So kann man z.B. bei Wikipedia folgendes nachlesen: <\/em><small>Madonna war eine sehr gute Sch\u00fclerin. Bei einem Intelligenztest an der High School geh\u00f6rte sie zu den besten zwei Prozent mit einem IQ von 140.<\/small><em> Na also, Mr. Anderson, es gibt doch auch ein paar intelligente Kolleginnen, versuchen Sie&#8217;s doch mal bei Madonna!<\/em><\/p>\n<p><em>Aber an der hat ihm ja, wie wir bereits wissen, alles m\u00f6gliche andere wieder nicht gepasst. Wir erinnern uns: alte Dame &#8211; d\u00fcrr &#8211; Stimmchen &#8211; junge Kerle, um von ihren M\u00e4ngeln abzulenken. Zur Anschauung ein Video (<A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=t4F9LN5Fpbo\" Target=\"_blank\">Hung Up<\/A> live 2005), das zeigt wie es aussieht und klingt, wenn die Hochintelligenz musiziert. Es wird dies die Art von Musik sein, f\u00fcr die Mr. Anderson die Bezeichnung &#8222;von Leuten ohne Verstand f\u00fcr Leute ohne Verstand&#8220; kreiert hat. Im Prinzip verstehe ich durchaus, was er meint, nur dass das alles \u00fcberhaupt nichts mit Intelligenz oder Verstand zu tun hat. Musik ist Ausdruck der Pers\u00f6nlichkeit, sie basiert auf emotionalen Bed\u00fcrfnissen. Nun neigt eigentlich jeder dazu seine eigenen emotionalen Bed\u00fcrfnisse f\u00fcr besonders hochwertig zu halten, oder anders ausgedr\u00fcckt seinen eigenen Geschmack f\u00fcr f\u00fcr den einzig wahren. Auch ich bin nicht frei davon, und ich schreibe das hier nicht zuletzt um mich selbst daran zu erinnern (wenn ich es in Zukunft einmal wieder vergesse, wei\u00df ich jetzt wenigstens, wo ich es nachlesen kann):<\/em><\/p>\n<p><em>Geschmack mit Intelligenz zu verwechseln ist kein Zeichen von Intelligenz. Wirklich intelligente Menschen k\u00f6nnen begreifen, dass Andere eben andere Bed\u00fcrfnisse und einen anderen Geschmack haben, und dass sie deswegen nicht besser oder schlechter und auch nicht d\u00fcmmer oder intelligenter sein m\u00fcssen, sie sind eben einfach nur <b>anders<\/b>. Und solange sie sich nicht furchtbar daneben benehmen, haben sie den gleichen Anspruch auf Respekt wie man selbst. Aber jetzt komme ich mit meiner Moralpredigt langsam vom Thema ab&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Zur\u00fcck zur IQ-Test-Intelligenz &#8211; sie ist eine eher theoretische Gr\u00f6\u00dfe. Im t\u00e4glichen Leben wird man von seinen Mitmenschen vor allem danach beurteilt wie intelligent man <u>wirkt<\/u>. Und jemand mit einem selbstsicheren, gewandten Auftreten, der sich in gepflegter Sprache fl\u00fcssig und pr\u00e4zise ausdr\u00fccken kann, wird immer intelligenter erscheinen als jemand, der unsicher und unbeholfen daherkommt, undeutlich oder mit Akzent eine breite Umgangssprache spricht und dabei stammelt, stottert oder vergeblich nach den passenden Formulierungen sucht. Dabei muss der Erste nicht unbedingt wirklich intelligenter sein als der Zweite. Nur zur Erl\u00e4uterung: Der Erste ist eher Mr. Anderson, der Zweite bin eher ich (ein bi\u00dfchen \u00fcbertrieben vielleicht&#8230;). Diese Kommunikationsf\u00e4higkeit ist eine &#8222;Schl\u00fcsselkompetenz&#8220;, die nicht nur dar\u00fcber entscheidet wie intelligent man wirkt, sondern auch dar\u00fcber in wieweit es einem gelingt seine Intelligenz und seine sonstigen F\u00e4higkeiten umzusetzen und nutzbringend anzuwenden.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber das ist immer noch nicht alles, da sind noch die Unwegsamkeiten der Gef\u00fchlswelt. Was n\u00fctzt einem die sch\u00f6nste Intelligenz, wenn letztendlich Wut, Trotz, Stolz, Eitelkeit oder sonstige irrationale Emotionen ausschlaggebend f\u00fcr die eigenen Entscheidungen und Handlungen sind. Hass oder Liebe, Sympathie oder Antipathie, Faulheit und Bequemlichkeit, Euphorie oder einfach &#8222;null Bock&#8220; &#8211; die Zahl der Einflussfaktoren, die einen dazu bringen k\u00f6nnen etwas anderes zu tun als der Verstand einem sagt, sind nahezu unersch\u00f6pflich. Und ihr Einfluss l\u00e4sst sich in keinem Intelligenztest messen. IQ-Tests sind emotionsfrei. Im &#8222;wahren Leben&#8220; kommt aber nur die Intelligenz zum Tragen, die sich im Dickicht der Emotionen behaupten kann. Damit sind klar Menschen im Vorteil, die ihre Emotionen kontrollieren und Selbstdisziplin \u00fcben k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Vereinfachend k\u00f6nnte man ganz grob folgende Formel aufstellen: Im Test messbare &#8222;Rohintelligenz&#8220; minus Verluste durch Kommunikation minus Verluste durch Emotionen = real nutzbare Intelligenz. Bei Mr. Anderson w\u00fcrde ich diese Verluste f\u00fcr gering halten. In der Kommunikation treten bei ihm \u00fcberhaupt keine auf &#8211; ganz im Gegenteil. Er beherrscht die Selbstdarstellung und das Jonglieren mit Worten so brillant, dass er dadurch eher nach mehr erscheint, als er ist. Und den Eindruck, dass er sich in seinen Entscheidungen stark von Gef\u00fchlen leiten l\u00e4sst, hatte ich bislang auch noch nicht. In seinen diversen Unternehmungen &#8211; ob nun Jethro Tull oder Lachsfarm &#8211; scheint er eher reichlich unsentimental nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu planen und zu agieren.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei obigem Interview wurde er aber einmal wieder an seinem wunden Punkt erwischt &#8211; seiner Anerkennungssucht und seiner Manie sich st\u00e4ndig mit Anderen zu seinem eigenen Vorteil vergleichen zu m\u00fcssen. Als Folge einer Frage nach dem Motto &#8222;Ach, Mr. Anderson, Sie sind ja so intelligent, wie  halten Sie es nur mit Ihren minderbemittelten Kollegen aus?&#8220; hat er abgehoben und eine Menge unintelligentes Zeug gebrabbelt. Nach meiner Meinung h\u00e4tte die &#8222;richtige&#8220; Antwort auf die gestellte Frage  etwa wie folgt lauten k\u00f6nnen: &#8222;Ob ich wirklich intelligenter bin als die Anderen wei\u00df ich nicht, das kann man schwer messen, und darum geht es eigentlich auch garnicht. Es ist immer von Nachteil in einer Gruppe anders zu sein als die Mehrheit, z.B. weil man andere Interessen, andere Wertvorstellungen, andere Ziele oder einfach einen anderen Geschmack hat. Man wird dann leicht zum Au\u00dfenseiter.&#8220; Etwas in dieser Art hat Mr. Anderson vermutlich auch gemeint, mit dem kleinen Unterschied, dass er sich nicht einfach f\u00fcr einen Au\u00dfenseiter sondern vielmehr f\u00fcr &#8222;etwas Besseres&#8220; h\u00e4lt. Das tun andere, &#8222;echte&#8220; Intellektuelle in der Musikbranche (und dazu w\u00fcrde ich z.B. Mark Knopfler z\u00e4hlen, aber auch David Palmer und sicher auch Brian May) vielleicht auch, aber wer ein bi\u00dfchen Niveau hat, zeigt das nicht so deutlich. Und dass er ein bi\u00dfchen Niveau hat, geh\u00f6rt f\u00fcr mich zu einem Intellektuellen dazu. Und so hat es Mr. Anderson inzwischen durch seine zahlreichen Denkfehler und Stillosigkeiten geschafft, dass seine intellektuelle Fassade vor meinen Augen weitgehend abgebr\u00f6ckelt ist.<\/em><\/p>\n<p><em>So, jetzt habe ich einmal mehr unseren guten Mr. Anderson in Grund und Boden gestampft und bin dabei &#8211; wie Wilfried es neulich so treffend ausgedr\u00fcckt hat &#8211; in Romanhafte abgeschweift. Eigentlich w\u00fcrde ich ja viel lieber einmal etwas Positives \u00fcber ihn schreiben&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Seid gegr\u00fc\u00dft, ihr Beiden<br \/>\nKretakatze<\/em><\/p>\n<p><em><B>PS.:<\/b> Hier noch ein kleiner Nachtrag passend zum Thema &#8222;Musik und Intelligenz&#8220;: Kurz vor Wilfrieds Hinweis auf Mr. Anderson&#8217;s denkw\u00fcrdiges Interview bin ich bei YouTube auf das nachfolgende Video gesto\u00dfen.Ich geh\u00f6re eigentlich nicht zu denen, die zu jedem Video ihren Senf abgeben m\u00fcssen &#8211; die bislang von mir verfassten Kommentare kann man noch an den Fingern einer Hand abz\u00e4hlen. Bei <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YCYgerI3i9Q\" Target=\"_blank\">Sugar Sugar<\/A> konnte ich mich dann aber doch nicht davon zur\u00fcckhalten eine Kostprobe meines feinsinnigen Humors zu hinterlassen. Mr. Fogerty schafft es irgendwie immer wieder Songs zu schreiben, bei deren erstem H\u00f6ren ich spontan denke &#8222;Mein Gott, ist das primitiv!&#8220;. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter stelle ich dann fest, dass ich st\u00e4ndig dieses Lied vor mich hin summe. Es sind Melodien, die ungebremst durch s\u00e4mtliche Schichten der Gro\u00dfhirnrinde hindurch sofort zu den Basiszellen des Stammhirns vordringen, um sich dort &#8211; dem Zugriff des freien Willens entzogen &#8211; f\u00fcr immer festzusetzen. Das ging mir schon mit <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xDc5xWl3zFI\" Target=\"_blank\">Green River<\/A> so, wobei bei Green River zumindest der Text nicht primitiv ist. Das kann man von Sugar Sugar nicht behaupten. Es ist wirklich schon fast peinlich&#8230; Aber wie wir gerade gelernt haben: Intelligenz und Geschmack haben ja nichts miteinander zu tun.<\/em><\/p>\n<p><em><B>PPS.:<\/b> F\u00fcr Diejenigen, die es interessiert: Mark Knopfler kommt im April und Mai 2008 nach Deutschland, der <A HREF=\"http:\/\/www.markknopfler.com\/tour\/\" Target=\"_blank\">Kartenvorverkauf<\/A> hat am 12.10.2007 begonnen!<\/em><\/p>\n<p>12.10.2007<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p><em>Hallo Kretakatze, hallo Lockwood,<\/em><\/p>\n<p><em>etwas erstaunt bin ich schon, wenn Kretakatze schreibt, dass es bei der Unterschiedlichkeit der Musik von CCR und Jethro Tull nur wenige Fans gibt, die an beiden Gruppen Gefallen finden (der, den Du da gefunden hast, sticht ja noch dadurch hervor, dass er wohl Kraftwerk mag, wirklich eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Mischung). Ich kenne wenigstens noch einen Fan (oder habe ich da etwas falsch verstanden?): Dich, Kretakatze!<\/em><\/p>\n<p><em>Ja, beim <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=794\" target=\"_blank\">Metallica-Video<\/a> habe ich wirklich geschlafen. Aber die Kommentare haben mich wahrscheinlich nicht interessiert oder in meiner Euphorie, dass Metallica einen Tull-Titel spielt, habe ich gar nicht darauf geachtet. Dabei ist mir \u201eCross Eyed Mary\u201c in der Version von Iron Maiden durchaus bekannt. Vor schon vielen Jahren bin ich im Internet (wo sonst) darauf gesto\u00dfen, habe es mir sogar mit anderen Cover-Versionen damals als Audio-CD gebrannt. Auf der anderen Seite wirkt das Video aber auch t\u00e4uschend echt \u2013 z.B. mit den Hintergrundger\u00e4uschen des Publikums.  Wem kann man da heute noch trauen &#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Deinen Kommentar zu dem Video habe ich gelesen.  Damit andere nicht suchen m\u00fcssen, hier der Wortlaut:<\/em><\/p>\n<p>Hey globetrottertroll, couldn&#8217;t you make another video of that kind with Metallica covering Tull&#8217;s &#8222;We used to know&#8220;? They did that anyway, just that they called it &#8222;Nothing else matters&#8220;. Everyone with half an ear can hear that it&#8217;s the same tune, they stole the song from Tull &#8211; maybe as a revenge? I wonder why Ian Anderson didn&#8217;t sue them, maybe they are secretly paying royalties? <\/p>\n<p><em>Ich staune immer mehr \u00fcber Dich, Kretakatze. Das sind ja schwerste Vorw\u00fcrfe gegen Metallica. Da haben die einen Riesenhit mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nothing_Else_Matters\" target=\"_blank\">\u201eNothing Else Matters\u201c<\/a> und dabei soll das nichts anderes sein als ein Plagiat?! Nun, ich habe nicht nur ein halbes, sondern zwei Ohren und habe auch bisschen weitergeforscht, wie es meiner Natur entspricht. Beide St\u00fccke sind in e-moll. Der Tull-Titel ist im \u00be-Takt, der von Metallica im 6\/8-Takt notiert (was einem \u00be-Takt gleichkommt). Aber bei aller Liebe und allen \u00c4hnlichkeiten: Ein Plagiat im engerem Sinne w\u00fcrde ich das nicht nennen, daf\u00fcr sind beide St\u00fccke doch zu verschieden.<\/em><\/p>\n<p><em>Es gibt da \u00fcbrigens einen weiteren Vorwurf des Plagiats, ebenfalls im Zusammenhang mit \u201cWe Used to Know\u201d und auch ein Lied betreffend, dass sogar in \u201ameinen\u2019 Top 100 der besten Gitarrensolos der Rockmusik zu finden ist:  <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=922\" target=\"_blank\">Eagles &#8211; Hotel California<\/a> (immerhin auf Platz 8!). Okay, in den Anmerkungen zum youtube-Video steht etwas von \u201asehr \u00e4hnlich\u2019 (und Absicht wird auch nicht unterstellt). Und \u00e4hnlich bzw. sehr \u00e4hnlich sind manche Lieder. Aber hier stimmt schon der Takt nicht: Der Eagle-Titel ist eindeutig im 4\/4-Takt:<\/em><\/p>\n<p>The Eagles was the support band of Jethro Tull when they played &#8222;We used to Know&#8220; (1970). In 1976 the Eagles composed Hotel California. Intentional or not, the vocal melody and the harmony is very similar. <\/p>\n<p><object width=\"425\" height=\"350\"><param name=\"movie\" value=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/LQq44-sWzoQ\"><\/param><param name=\"wmode\" value=\"transparent\"><\/param><embed src=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/LQq44-sWzoQ\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" wmode=\"transparent\" width=\"425\" height=\"350\"><\/embed><\/object><br \/>\nThe origin of &#8222;Hotel california&#8220;: We used to know<\/p>\n<p><em>Ich habe vor vielen Jahren einmal mit einem Kollegen zusammengearbeitet, der ein wirklicher Kenner der klassischen Musik war. Er behauptete, dass <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yesterday\" target=\"_blank\">\u201eYesterday\u201c<\/a> von den Beatles auch nichts anderes als ein Plagiat w\u00e4re. Der wirkliche Komponist soll wohl Felix Mendelssohn Bartholdy sein, wenn ich mich recht erinnere. Auch Herrn Anderson selbst h\u00e4tte man jahrelang des Plagiats beschuldigen k\u00f6nnen, steht bei Bourree auf fr\u00fcheren Scheiben immer der Name Ian Anderson allein; erst sehr sp\u00e4t finden wir neben seinem Namen auch den von J.S. Bach. Aber da habe ich noch ein weiteres Beispiel: \u201eBy kind permission of\u201c, das Klaviersolo von John Evan (meist mit \u201eWith you there to help me\u201c gespielt so wie bei dieser <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=h4v86AQQEhU\" target=\"_blank\">Live-Aufnahme im altehrw\u00fcrdigen Beatclub<\/a>). Mit wessen freundlicher Genehmigung spielt er denn da wohl. Ich bin kein gro\u00dfer Klassikkenner, aber angeblich soll das Rachmaninov sein, dessen Pr\u00e9lude in Cis-moll opus 32 oder so. Und dank youtube, was finde ich da, genau <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EtuMVBLEWJU\" target=\"_blank\">Rachmaninov<\/a>, wenn es auch Opus 3 Nr. 2 ist. Evan hat eindeutig bei Rachmaninov geklaut (da kommt mir Marilyn Monroe in den Sinn und der Film \u201eDas verflixte 7. Jahr\u201c, kennt Ihr den Film?<\/em> \u201eRachhhhmaninovvvvv\u2019 <em>haucht da die Monroe schw\u00fclstig-frivol im dr\u00fcckend-hei\u00dfen New York, w\u00e4hrend der Nachbar in die Tasten haut).<\/em><\/p>\n<p>Themenwechsel: <em>Beim Bartwuchs kann ich nat\u00fcrlich mitreden. Nun in jungen Jahren hatte ich eine ziemlich lange Matte auf dem Kopf, vielleicht nicht ganz so lang wie in den 70-er Jahren der Herr Anderson. Die Haare wurden dann k\u00fcrzer und daf\u00fcr sprossen die Haare unmittelbar im Gesicht. Und so laufe ich seit nunmehr 30 Jahren herum. Man gew\u00f6hnt sich daran. Ob nun l\u00e4nger oder manchmal auch ziemlich kurz gehalten \u2013 mir ist es gleich. Wenn das Gestr\u00fcpp zu dicht wird und ich wie Aqualung (also wie ein Penner) aussehe, dann stutze ich ihn zwangsl\u00e4ufig. Um den Menschen in meinem Umfeld nicht zu sehr befremdlich zu sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber komme ich zum eigentlichen Anliegen Deiner letzten Mail, Kretakatze: Herr Anderson und die Themen Intelligenz, Geschmack und Pers\u00f6nlichkeit. Was soll und kann ich dazu schreiben? Du hast in vielem Recht. Und doch m\u00fcsste ich Dir eigentlich bei manchem widersprechen. Lass ich Ian Anderson erst einmal links liegen und erz\u00e4hle etwas aus meinem Leben. Auf der Arbeit sind wir eine kleine Gruppe, Abteilung kann man das nicht nennen, so nennt es sich Stabsstelle. Und auch die braucht eine Leitung. Als nun vor 7 Jahren unser Leiter in Rente ging, gab es ein Hauen und Stechen um diese Stelle. Und Siegerin wurde eine Frau, die es im Vorfeld verstanden hatte, an den richtigen T\u00fcren zu kratzen. Besondere F\u00e4higkeiten: Sie kann alles (und nichts) in feine Worte kleiden. Der im Fachlichen eigentlich Kompetente guckte in die R\u00f6hre (ich spreche nicht von mir). Schlage ich den Bogen zu Herrn Anderson: Wie er so versteht es die gute Frau, sich in wohlfeilen Worten auszudr\u00fccken. Im Gegensatz zu Herrn Anderson hat sie aber nichts wirklich Konkretes vorzuweisen, kein k\u00fcnstlerisches Werk oder dergleichen, das ihre Stellung rechtfertigen w\u00fcrde. Das bisschen Intelligenz, die sie aufzuweisen hat, wird (nach Deiner Rechnung) nicht durch Verluste in der Kommunikation gemindert. Der eigentlich kompetente Anw\u00e4rter auf die damals frei werdende Stelle hatte diese Verluste.<\/em><\/p>\n<p><em>In dem, was Du schreibst, liebe Kretakatze, zeigst Du, so denke ich, viel von Dir und gibst einiges von Dir preis. Auch mich entsetzt es, wenn Hohlk\u00f6pfe es schaffen, durch Schein zu wirken. Nicht jede F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit ist wirklich eine Pers\u00f6nlichkeit. Und intelligent wahrscheinlich auch nicht allzu sehr. Der Schein tr\u00fcgt bekanntlich, aber die Menschen wollen betrogen sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Was Herr Anderson da alles sagt, w\u00fcrde ich nicht auf die Goldwaage legen. Es ist viel Bla-Bla und vieles ist auch gedankenlos ge\u00e4u\u00dfert. Was man halt so in einem Interview von sich gibt. Dass er auf die armen Spice Girls einschl\u00e4gt, dass an anderer Stelle Madonna ihr Fett abbekommt, ich finde das eher lustig (und entlarvend).<\/em><\/p>\n<p><em>Ich will und kann nicht auf alles eingeben, was Du schreibst. Vielleicht etwas zu den Journalisten der Regenbogenpresse: Es geht hierbei nicht um Intelligenz. Sicherlich geh\u00f6rt einiges dazu, ein Massenpublikum zu unterhalten. Bei aller Intelligenz sind diese Menschen (die ihr Geld mit der Unterhaltung eines breiten Publikums verdienen) menschlich dumm. Und ausbeuterisch. Sie beuten die Dummheit anderer aus.<\/em><\/p>\n<p><em>Und Madonna: Ob sie nun intelligent ist oder nicht. Ich kann und werde mich nie f\u00fcr sie begeistern k\u00f6nnen. Intelligent ist sie ohne Frage, denn auf der Suche nach neuen <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ZDFheute\/inhalt\/22\/0,3672,7103990,00.html\" target=\"_blank\">Einnahmequellen<\/a> ist sie f\u00fcndig geworden. Da steht sie Herrn Anderson in nichts nach.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich stimme Dir zu, wenn es um den Respekt vor anders Denkenden, anders F\u00fchlenden bzw. geschmacklich anders Ausgerichteten geht. Was ich mag, werden andere nicht unbedingt auch m\u00f6gen. Ist auch okay so. Wenn Herrn Anderson im weitesten Sinne von Dummheit spricht (keinen Grips haben, schlicht, unentwickelt sein usw.), dann meint er da bestimmt auch etwas anderes. Es gibt nun einmal die Unterhaltung \u201af\u00fcrs gemeine Volk\u2019. Rockmusik geh\u00f6rt sicherlich auch dazu, aber eben nicht alle Rockmusik. Es gibt die Rockmusik f\u00fcr anspruchsvollere Geister und den Hau-Ruck-Rock f\u00fcr einfachere. Das hei\u00dft aber nicht unbedingt, dass Hau-Ruck-Musiker dumm sein m\u00fcssen. Und sicherlich gibt es auch Intellektuelle, die ganz gern einmal Hau-Ruck-Rock h\u00f6ren. Warum nicht? Da ist Andersons Aussage sicherlich viel zu pauschal.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber vor allem eines: Ian Anderson sieht sich und Jethro Tull<\/em> \u201airgendwo zwischen den Extremen angesiedelt\u2019, <em>wie er sagt. So hohe Anspr\u00fcche stellt er also gar nicht. Aber genug. Irgendwie drehe ich mich im Kreise. Was Du, Kretakatze geschrieben hast, hat nicht nur etwas mit Herrn Anderson zu tun. Es ist eine grunds\u00e4tzliche Beurteilung und als solches v\u00f6llig in Ordnung. Lassen ich es f\u00fcr heute dabei bewenden.<\/em><\/p>\n<p><em>Eigentlich habe ich noch etwas auf dem Zettel. Aber f\u00fcr heute muss es gen\u00fcgend (und sp\u00e4ter mehr).<\/em><\/p>\n<p><em>Ich hoffe, der gute Lockwood geht uns nicht ganz verloren. Ich verliere mich auf jeden Fall f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Wochen. Bei uns sind Ferien und ich habe ebenfalls frei. Da m\u00f6chte ich schon einmal andere Dinge aufarbeiten (als das Gequassele eines Herrn Anderson).<\/em><\/p>\n<p><em>Gru\u00df und Schluss<\/em><br \/>\n<em>Euer Willi<\/em><\/p>\n<p>19.10.2007<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/babelfish.altavista.com\/babelfish\/trurl_pagecontent?url=https:\/\/www.willizblog.de\/?p=986&#038;lp=de%5Fen\" target=\"_blank\">English Translation for Ian Anderson<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Wilfried, Hallo Lockwood, zuerst einmal ein dickes Lob an Wilfried! Detailgenaue Recherche, harte Fakten (also das exakte Gegenteil von dem, was man von mir \u00fcblicherweise geliefert bekommt) und Links zu wahren Schatzk\u00e4stchen &#8211; Du hast es wirklich drauf! W\u00e4hrend ich das schreibe, l\u00e4uft im Hintergrund gerade das top-gewertete Dire Straits Konzert aus Wolfgang&#8217;s Vault. &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=986\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Was ist blo\u00df mit Ian los? 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