Wigald Boning: Im Zelt – Von einem, der auszog, um draußen zu schlafen

Zelten – da denkt man an Sommerurlaub, romantische Abende am See, an Lagerfeuer, Luftmatratzen und Grillwürstchen. Vielleicht noch an Mücken. Was aber, wenn das Zelt zum Schlafplatz im Alltag wird? Und zwar über Herbst und Winter hinweg, bei Wind und Wetter, über 200 Nächte am Stück? Wigald Boning probiert es aus. Er sagt Matratze und Federbett ade und schläft draußen: auf Campingplätzen und in Flussbetten, auf Häuserdächern und Balkonen, am Strand und auf Parkbänken. Was er dabei erlebt und welcher Traum dabei in Erfüllung geht, erzählt er in diesem Buch.

Wigald Boning schläft draußen: Über ein halbes Jahr, von August bis März, im Zelt. Auf Campingplätzen, in Gärten und Parks, auf Dächern und Balkonen und ja, auch in Flussbetten. Dabei muss er feststellen, dass ein rotes Zelt beim Wildcampen eher ungeeignet ist, eine Woche Dauerregen die Moral erheblich sinken lässt und man in einer Sturmnacht niemals unter einem Baum zelten sollte. Aber er wäre nicht Wigald Boning, wenn er nicht all diesen Widrigkeiten trotzen würde – wozu auch das Kopfschütteln sämtlicher Freunde und Bekannten gehört.
(Kladdentext)

Wigald Boning zeltet im Bremer Weserstadion – SV Werder Bremen

Während ich das Buch Im Zelt: Von einem, der auszog, um draußen zu schlafen las, überlegte ich, wo ich in meinem bisherigen Leben in einem Zelt übernachtet habe. Ein großer Camper bin ich eigentlich nicht. Daher wunderte ich mich, dass ein Zelt doch schon häufig das Dach über meinem Kopf bildete. Meine Schwester hatte mit ihrem Mann in meiner Jugendzeit einen Stellplatz auf einem Campingplatz am Otterstedter See gleich hinter Bremen. Dort war ich natürlich öfter am Wochenende und schlief meist in einem Zelt. Dann war das Zelt öfter Begleiter auf Fahrradtouren durch Norddeutschland. Ich denke da eine Tour durch Ostfriesland, die mich und meinem Kumpel u.a. auch auf die ostfriesische Insel Norderney brachte. Bei einer Jugendherberge konnten wir unser Zelt aufschlagen. Überhaupt zeltete ich öfter auf Inseln, so 1990 u.a. am Mývatn auf Island und fünf Jahre zuvor schon auf der Isle of Skye in Schottland. Fehmarn (Anfang der 1980er Jahre) nicht vergessen (sicherlich später etwas mehr dazu).

Wigard Boning kennen sicherlich viele aus dem Fernsehen. Er hat sich durch manch kuriose Idee hervorgetan. Und so darf man sich nicht wundern, wenn er auf den Einfall kam, während seiner Touren für längere Zeit die Annehmlichkeiten von Hotelzimmern mit dem Zelt im Freien zu tauschen. Dass das auch Stoff für ein Buch sein könnte, war ihm dann wohl schon früh klar. Im Übrigen sammelt Wigard Boning Einkaufszettel und Nasenhaarschneider und ist als Botschafter für eine Initiative von Werder Bremen unterwegs. So nächtigte er auch eine Nacht im Bremer Weserstadion. Zuletzt war Boning mit seinem Roller dabei, die Alpen zu überqueren (dürfte wieder ein Buch dabei herausspringen).

Es ist ein durchaus amüsantes Buch und macht irgendwie Appetit, selbst einmal wieder ein Zelt in der freien Natur aufzuschlagen (es müssen dann ja nicht 200 Tage am Stück werden). Gerade jetzt in der sommerlichen Urlaubszeit ist es sicherlich ein Buch, das noch im Koffer (oder Rucksack) Platz finden dürfte.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

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