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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Ein bunter Haufen in den Tostedter Räten

Wer gestern in meinem Wohnort wählen durfte, hat hoffentlich seine Benachrichtigung zur Kommunalwahl noch nicht weggeworfen: Mit der Bundestagswahl am 26. September gibt es eine Stichwahl bei der Wahl des Samtgemeindebürgermeisters in Tostedt. Der Amtsinhaber, Dr. Peter Dörsam, kam zwar auf 44,6 % der abgegebenen Stimmen, muss sich aber Rolf Aldag von der CDU (25,0 %) erneut stellen. Jan Hinnerk Zirkel (Wählergruppe Zusammen) ist mit 22,4 % ausgeschieden und darf nun im Samtgemeinderat zeigen, wie „Projekte vernünftig zu planen und zeitnah umzusetzen“ sind.

Der Samtgemeinderat mit 34 Sitzen präsentiert sich mit seinen 10 Parteien bzw. Wählergruppen als ziemlich „bunter Haufen“, was sicherlich auch an dem ‚massiven‘ Auftreten der neuen Wählergruppen lag. Überhaupt: Ich habe den Eindruck, dass die Parteien/Wählergruppen am besten abgeschnitten haben, die besonders durch Wahlplakate präsent in der Öffentlichkeit waren. Die SPD hatte nur für die noch kommende Bundestagswahl plakatiert und musste so entgegen dem Bundestrend (Scholz-Effekt) sogar empfindliche Verluste hinnehmen. Oft zählen nicht Programme, sondern Visagen.

Kommunalwahl 2021 in Niedersachsen
Kommunalwahl 2021 in Niedersachsen

Insgesamt bleibt die CDU bei der Kommunalwahl in Niedersachsen stärkste Partei in Niedersachsen. Die Grünen konnten dafür deutlich dazugewinnen. Als halbwegs erfreulich dürfte das Abschneiden der AfD zu bewerten sein, die bei unter 5 % landete.

Kommunalwahlen in Tostedt 2021

Wie bereits geschrieben: Am Sonntag, den 12.09., finden in Niedersachsen Kommunalwahlen statt, somit auch in meinem Wohnort Tostedt. Gleich viermal dürfen wir, die Wahlberechtigten, ihre Kreuzlein machen: Zum einen wird der neuen Kreistag gewählt (bei uns für den Kreis Harburg), zum anderen werden die Mitglieder des Gesamtgemeinderates und die jeweiligen Mitglieder der Gemeinderäte der insgesamt neun Gemeinden innerhalb der Samtgemeinde Tostedt gewählt. Das I-Tüpfelchen ist dann die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters für Tostedt.

Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt ist seit sieben Jahren Dr. Peter Dörsam, der sich wieder als unabhängiger Kandidat zur Wahl stellt. Sein Vorgänger, Dirk Bostelmann, hat es bis heute nicht überwunden, 2014 abgewählt worden zu sein. So schickt dieser jetzt seinen Ziehsohn, Herrn Zirkel, ins Rennen. Mit diesem u.a. auch seine Tochter für die Wahl des Samtgemeinde- und Gemeinderates.

Ich habe etwas herum gehorcht und erfahren, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit der Arbeit von Herrn Dörsam zufrieden sind. Er ist für Fragen und Anregungen zu sprechen und hat in vielen Fällen bei Problemen für Abhilfe gesorgt.

Einer seiner Herausforderer, Herr Zirkel von der Wählergruppe „Zusammen für Tostedt“, fordert, weniger zu reden und zu debattieren, es dafür mehr und schneller zu machen. Sehr konkret klingt das nicht. Wenn er dann in einem Flyer u.a. das Thema Digitalisierung hervorhebt, dann sollte er wissen, dass die notwendige Digitalisierung der Schulen Aufgabe des Landes ist. Und ihm muss es bekannt sein, dass in Tostedt gerade im großen Rahmen Glasfaser für ein schnelles Internet verlegt wird. Auch der Ausbau der Radwege ist längst eingeleitet.

Wenn Herr Zirkel alles schneller machen möchte, dann sollte er wissen, dass nicht allein die Politik die Geschwindigkeit vorgibt, sondern dass es Vorschriften für die Verwaltung gibt, die unbedingt einzuhalten sind und ihre Zeit brauchen, um nicht durch Verfahrensfehler am Ende ein Projekt vollständig zum Scheitern zu bringen. „Weniger reden und debattieren?“ Möchte Herr Zirkel wie vor Jahren Herr Bostelmann von oben herab bestimmen, was zu tun und zu lassen ist?

Ich bin gespannt – vor allem auch in Hinsicht auf die zwei Wochen später stattfindende Bundestagswahl – wie die Wahlen am Sonntag ausgeben werden. Sollte einer der Kandidaten zur Samtgemeindebürgermeisterwahl nicht die absolute Mehrheit erhalten, dann findet die Stichwahl zwei Wahlen später, also mit der Wahl zum deutschen Bundestag statt.

Einweihung der zwei neuen Radwege in Tostedt 05.09.2021

Gestern war es soweit: Die zwei neuen Radwege in Tostedt wurden durch den Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt, Dr. Peter Dörsam, dem Bürgermeister der Gemeinde Tostedt, Gerhard Netzel, sowie dem Vorsitzenden des Bau- und Wegeausschusses, Olaf Hasler, offiziell eingeweiht.

Einweihung der zwei neuen Radwege in Tostedt
Einweihung der zwei neuen Radwege in Tostedt

Der eine Radweg verbindet die Breslauer Straße mit der Niedersachsenstraße, also quasi die Ortsmitte mit Todtglüsingen, der andere Radweg führt von der Tostedter Straße (gegenüber dem Dohrener Weg) zum Bahnhof. Die Wege haben eine Breite von drei Metern, bieten also ausreichend Platz für Radfahrer und Fußgänger.

Neue Radwege in Tostedt

    Neue Radwege in Tostedt:
    1. Tostedter Straße/Dohrener Weg – Im Stocken – Am Helferichheim (Bahnhof)
    2. Breslauer Straße – Niedersachsenstraße

Obwohl es ein kleiner Umweg ist, so fahre ich doch lieber diese neuen Wege, wenn ich in die Ortsmitte (z.B. zum Einkaufen auf den Wochenmarkt) will. Die Wege führen durch die grüne Lunge des Ortes, an Obstplantagen und an mehreren Pferdekoppeln vorbei. Ab und zu lässt sich sogar auch ein Reh sehen.

Jetzt schon lässt sich sagen, dass diese neuen Radwege auch wirklich genutzt werden. Am frühen Morgen sind es vorallem Pendler, die zum Bahnhof müssen. Und zu späterer Stunde sind es z.B. Mütter, die mit dem Kinderwagen die Wege gebrauchen. Grüner ist es sonst nirgends im Ort.

Ab in die Lüneburger Heide 2021 – Schafe und Ziegen

Es ist wieder soweit: Die Heide blüht! Wer gewissermaßen so nah im Grünen (in diesem Fall: im Violetten) lebt, der braucht in Zeiten des Coronavirus nicht unbedingt in die Weite schweifen. Es ist von uns ein Hasensprung (Schafsprung?) bis Höpen/Schneverdingen zum Heidegarten, der jetzt in voller Blüte steht.

Heidepark in Höpen/Schneverdingen
Heidepark in Höpen/Schneverdingen

Und in der Nähe gibt es viele Möglichkeiten, sich zu stärken. Diesmal waren wir im Cafe „De Kaffeestuuv“, das riesige Torten- und Kuchenstücke zu annehmbaren Preisen bietet. Scheint die Sonne wie bei uns, dann sitzt man im Freien und genießt die Zeit auch hier.

Vor einem Jahr Ende August schrieb ich in diesem Blog:

Ja, die Heide blüht … Aber wann blüht die Heide nun eigentlich? Die Besenheide (Calluna Vulgaris) blüht von August bis September. Dann wird die Landschaft in ein kräftiges Violett getaucht und entwickelt ihre ganz besondere Anziehungskraft. Eine Faustregel sagt, dass die Besenheide vom 08.08. bis zum 09.09. blüht. Aber natürlich kann die Blüte auch mal früher oder später einsetzen. Die weniger verbreitete Glockenheide blüht bereits ab Juli. Die Intensität der Blüte hängt von den Wetterbedingungen ab und kann von Jahr zu Jahr variieren.

Diesmal hatten wir das Glück, einer Herde von Heidschnucken und Ziegen zu begegnen:

Heidschnuckenherde mit Ziegen
Heidschnuckenherde mit Ziegen

Der Schäfer hielt sich im Schatten und ruhte entspannt auf seinem Hütestock, während die Herde sich am frischen Gras gütlich tat.

… auch ein 'guter Hirte' braucht ein Päuschen!
… auch ein ‚guter Hirte‘ braucht ein Päuschen!

Neben Heidepflanzen und Schafe bietet die Lüneburger Heide natürlich auch noch etwas mehr für den Erholungssuchenden, z.B.:
Wildpark Lüneburger Heide in Nindorf-Hanstedt
Sommerferien 2012 in der Lüneburger Heide
Herbsturlaub 2015: Büsenbachtal/Lüneburger Heide
Heide-Himmel – Baumwipfelpfad Nindorf (Lüneburger Heide)

… und siehe auch: Theodor Storm: Über die Heide

Kurz und spitz (13): Diskretionszonen

Gestern, am 26. August, war der Tag des Toilettenpapiers. Und wie unentbehrlich dieses ist, haben im letzten Jahr, als das Coronavirus begann, unseren Alltag zunehmend zu bestimmen, die allerdings unnötigen Hamsterkäufe gezeigt. Urplötzlich waren die Regale leer, in denen das Toilettenpapier zum Kauf angeboten wird.

Wo bleibt das Scheißhauspapier
Wo bleibt das Scheißhauspapier

    Ich vermisse Diskretionszonen wie am Bankschalter. Klopapier ist schließlich eine äußerst intime Angelegenheit. Ich spüre, wie mich ihre Blicke durchbohren: Dieses Kackschwein, denken sie, der geht damit nach Hause, kackt und wischt sich mit dem Kackpapier auch noch seinen Kackarsch ab. Das ist so ekelhaft!
    Uli Hannemann: Gottgleicher Kackarsch

Es kann mit Diskretionszonen auch übertrieben werden: Was fürs Toilettenpapier gilt, wird eher für andere Hygieneartikel gültig sein, ich denke da z.B. an Kondome. Andere spezielle Artikel werden meist auch in eigens dafür eingerichtete Geschäfte angeboten. Da sind die Interessenten gewissermaßen unter sich. Und in Zeiten des Internets kann vieles auch online gestellt werden. Allerdings kann genau das auch in die Hose gehen: Google & Co. is watching you!

    Zu Hause bin ich dort, wo ich beim Pullern die Klotür offen lasse. Und in der Öffentlichkeit gelten andere Regeln: Nicht popeln, Hand aus der Hose, Tür zu uff Klo!
    Lea Streisand

Oft fühle ich mich im eigenen Heim nicht unbedingt zu Hause. Irgendeine(r) hat immer etwas zu meckern: Tür zu!

Es muss nicht immer amazon sein: Bücher und mehr bei ihrem lokalen Buchhändler ONLINE bestellen – selbst abholen oder nach Hause liefern lassen



Flach

Natürlich sind Tore besonders sehenswert, wenn der Schütze den Ball ins obere linke (oder rechte) Eck zu platzieren versteht. Ich denke da an manchen Freistoß von Ronaldo. Aber auch Werder-Spielern gelingt es ab und zu (z.B. Leonardo Bittencourt, aber der ist zz. auf unbestimmte Zeit verletzt).

Aber schaut Euch doch einmal viele der Tore von Messi und von Gerd Müller, der Fußballgott habe ihn selig, an: flach, ganz flach! Nur wenige Zentimeter über der Grasnarbe! Allerdings mit Wucht! Einem Torwart bleibt da höchstens die Fußabwehr. Und wenn er dann noch Pech hat, dann geht der Ball ‚durch die Hosenträger‘ (durch die Beine des Torwarts)!

SV Werder Bremen: Auf geht’s! © Deichstube
SV Werder Bremen: Auf geht’s! © Deichstube

Sieht man manchen Angriff, z.B. leider zu oft auch beim SV Werder, dann scheinen die Schützen mit ihren geschossenen Bälle immer nur neue Höhenrekorde aufstellen zu wollen. Ab in die Wolken! Merken die Spieler eigentlich noch etwas? Natürlich kann das schon passieren. Der Spieler hat zu viel Rückenlage oder trifft den Ball nicht richtig. Aber was da für Wolkenkuckuckseier gelegt werden, macht einen Fußballfan schon nachdenklich.

Natürlich ist es nicht immer sinnvoll, den Ball flach zu schießen. Wenn der Torwart dem potentiellen Torschützen entgegenkommt, also schon dicht am Boden entlangrutscht, dann ist ein Heber sicherlich das probatere Mittel.


12. September 2021: Kommunalwahlen in Niedersachsen

Am 12. September finden zwei Wochen vor der Bundestagswahl (26.09.2021) die Kommunalwahlen in Niedersachsen statt. Neben der Wahl zu den Kreistagen sind das z.B. in meinem Wohnort Tostedt die Gemeindewahl, die Wahl des Samtgemeinderates und die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters für Tostedt. Sollte keiner der Kandidaten bei dieser Bürgermeisterwahl die absolute Mehrheit erringen, so wird eine entsprechende Stichwahl wohl am 26.09. stattfinden.

Bei den Wahlen zum Gemeinderat Tostedt und zum Samtgemeinderat Tostedt stellen sich neben den Parteien CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke u.a. ein bzw. zwei Einzelwahlvorschläge (Allwardt und Uhlig) sowie drei Wählergemeinschaften/Wählergruppen (Wählergemeinschaft Tostedt/Wir in Tostedt/Zusammen für Tostedt) zur Wahl.

Für die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters kandidieren der Amtsinhaber Dr. Peter Dörsam (Einzelwahlvorschlag), Rolf Aldag (CDU), Charlotte Michel (FDP) und Jan Hinnerk Zirkel (Zusammen). Zur Kreiswahl für Harburg gibt es noch keine näheren Angaben zu den Kandidaten und Kandidatinnen.

Macron als Vorbild?

Die Gründung von zwei Wählergruppen in Tostedt scheint sich an der politischen Bewegung des Emmanuel Macron, dem französischen Staatspräsidenten, zu orientieren (En Marche ist inzwischen eine Partei) und ist sicherlich auch ein Ergebnis der Politikverdrossenheit vieler Bürger und Bürgerinnen. Neben der schon lange bestehenden Wählergemeinschaft Tostedt sind das die Gruppen Wir in Tostedt und Zusammen für Tostedt. „Wir in Tostedt“ ist aus einer Elterninitiative für den Erhalt der Dieckhofschule in Tostedt entstanden und setzt sich für lokale Themen ein (z.B. gegen „noch mehr Betonburgen in Tostedt“ ;-))

Das Bostelmann-‚Imperium‘ schlägt zurück

Am interessantesten ist sicherlich die Wählergruppe „Zusammen für Tostedt“, die ja auch einen Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters stellt. Jan Hinnerk Zirkel ist ehemaliges CDU-Mitglied und Dirk Bostelmann, der ehemalige Bürgermeister für die Samtgemeinde, gilt als sein politischer Ziehvater. Zu Herrn Bostelmann habe ich mich in diesem Blog in der Vergangenheit leider schon öfter äußern müssen. Dirk Bostelmanns Tochter, Maximiliane Hemens, kandidiert für die Wählergruppe übrigens auf Platz 1 für Gemeinde- und Samtgemeinderat.

Dirk Bostelmann und die Rindviecher (Dexter-Rinder)
Dirk Bostelmann und die Rindviecher (Dexter-Rinder) – Quelle: dexter-tostedt.jimdofree.com

Tostedts Ex-Bürgermeister hatte sich schon früh in den Wahlkampf eingemischt und schlug u.a. den Samtgemeinderat Stefan Walnsch als Kandidaten für das Bürgermeisteramt vor. Dieser zeigte allerdings kein Interesse. In einem Schreiben an den Ortsverband der CDU vom 6. April 2021 schlägt er vor, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen, sondern stattdessen mit Stefan Walnsch einen Fachmann aus der Verwaltung zu unterstützen. Bostelmann begründet das wie folgt: „Der jetzige Amtsinhaber (Dr. Peter Dörsam) ist seit über 6 Jahren im Amt. In dieser Zeit hat man von der CDU wenig oder eher nichts an Kritik gehört oder gelesen. Dadurch hätte der Fraktionsvorsitzende Rolf Aldag sich und seine Partei immer wieder ins Gespräch bringen können. Außenstehende können doch jetzt nur der Auffassung sein, dass alle zufrieden sind.“ Sind sie es denn nicht?

Und Bostelmann geht noch weiter und behauptet in guter Trump-Manier, seinen Informationen zufolge würden sich „alle Verwaltungsmitarbeiter einen anderen Bürgermeister“ wünschen. „Aber sie denken dabei kaum an einen Kandidaten aus dem Samtgemeinderat“. (Quelle: kreiszeitung-wochenblatt.de) Das grenzt an üble Nachrede gegenüber Herrn Dörsam.

Zurück zur Wählergruppe „Zusammen für Tostedt“: Herr Zirkel und Co. geben sich jung und dynamisch, er selbst sich als Macher (Gründer). Wenn ich das richtig sehe, so verfügt lediglich Herr Zirkel über gewisse Erfahrungen in der politischen Arbeit. Alle anderen sind zwar jung (was natürlich kein Nachteil ist), aber auch unerfahren. Sie haben allerdings einen Über- bzw. Ziehvater, der ihnen schon den Weg weisen wird: Dirk Bostelmann!

Ich habe den Werbe-Flyer von Herr Zirkel vor mir liegen: Da macht er einigen Wind (Wir brauchen frischen Wind …!), aber für mich ist das eher viel heiße Luft. Er sollte z.B. wissen, das Schulpolitik (Stichwort: Digitalisierung im Klassenzimmer) Aufgabe des Landes und nicht der Kommune ist. Und wenn er von Transparenz spricht, so frage ich mich, warum erst auf der Rückseite seines Flyers ein Zusammenhang zur Wählergruppe „Zusammen für Tostedt“ erkennbar wird (zumal diese als Wählergruppe nicht deutlich ist).

Ich würde Herrn Zirkel gern im Samtgemeinderat sehen. Dort könnte er zeigen, wie „Projekte vernünftig zu planen und zeitnah umzusetzen“ sind. Als Bürgermeister der Samtgemeinde: Nein, Danke!

SV Werder Bremen: Endlich 2. Liga ;-)

Inzwischen ist auch der letzte Werder-Fan davon überzeugt, dass der Bremer Fußballverein so schnell nicht wieder in die Bundesliga aufsteigen wird. Nach den ersten Pflichtspielen in der neuen Saison sind die gezeigten Leistungen der Mannschaft nur noch mit viel Ironie zu ertragen: Endlich 2. Liga! Willkommen in der Zweitklassigkeit!

SV Werder Bremen: Endlich 2. Liga ;-)
SV Werder Bremen: Endlich 2. Liga 😉

Die neue Spielzeit beginnt dort, wo die letzte endete: Werder hangelt sich von Blamage zu Blamage. Scheidet gleich in der ersten Runde des DFB-Pokals in Osnabrück aus. Und Partien im eigenen Stadion gestalten sich weiterhin zu Pleitespielen – wie gestern gegen Paderborn, das 1:4 verloren ging.


Sportschau – 2. Liga – 3. Spieltag: SV Werder – SC Paderborn 1:4

Nach dem Rauswurf des Cheftrainers kurz vor Ende von Werders vorerst letzten Bundesligasaison haben inzwischen auch andere Werdergetreue ihren Hut genommen: Tim Borowski, unter Florian Kohfeldt Co-Trainer. Borowski hat fast seine gesamt Karriere bei Werder verbracht. Als 16-jähriger spielte er das erste Mal für Werder und holte mit dem Verein 2004 das Double. Thomas Schaaf, zuletzt technischer Direktor bei Werder, hat ebenfalls den Verein verlassen. Und auch Marco Bode, Werder-Aufsichtsratschef, schmeißt überraschend hin. Verbleibt in der Führungsetage eigentlich nur noch Frank Baumann, Geschäftsführer/Manager des Vereins, der von den Fans zunehmend in der Kritik steht, weil er bisher die angekündigten Neuverpflichtungen nicht vorweisen kann.

Nach dem Abstieg verlor Werder mit Milot Rashica und Josh Sargent (beide zu Norwich City) zwei wichtige Stürmer. Außerdem haben bisher Ludwig Augustinsson (zum FC Sevilla), Johannes Eggestein (Royal Antwerpen) und Yuya Osako (kehrt in seine japanische Heimat, zu Vissel Kobe, zurück) den Verein verlassen. Ein adäquater Ersatz ist schon aus rein finanziellen Gründen trotz der Transfererlöse nicht möglich.

Denken wir an den HSV, der jetzt bereits das vierte Jahr in der 2. Liga dahindümpelt, muss diese Saison mit dreizehn (von 18) ehemaligen Bundesligisten als die stärkste 2. Liga alles bisheriger Zeiten angesehen werden – da wird einem schon bange. Es wäre leichter gewesen, in der Bundesliga zu verbleiben, als jetzt aufzusteigen. Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend, und wenn: Flutlicht an!

I feel like a lion

Heute ist Weltlöwentag. Und ich fühle mich wie ein Löwe. Warum? Ganz einfach: Ich gelte mit dem heutigen Tag als vollständig gegen das Corona-Virus geimpft (die 14 Tage seit der Zweitimpfung liegen hinter mir). Damit bin ich der letzte meiner Sippschaft – der letzte Mohikaner, der die daraus resultierenden Vorteile genießen darf.

Eintragung der zwei Impfungen gegen Covid19 im meinem Impfpass
Eintragung der zwei Impfungen gegen Covid19 im meinem Impfpass

Mit dieser Impfbescheinigung bekam ich dann auch das für die EU gültige digitale Covid-Impfzertifikat als Ausdruck, um es über den QR-Code mit der CovPass-App des Robert Koch Instituts auf mein Tablet zu überspielen.

    QR-Code aus dem EU digitalen Covid-Impfzertifikat (zur weiteren Verwendung nicht geeignet)
    QR-Code aus dem EU digitalen Covid-Impfzertifikat (zur weiteren Verwendung nicht geeignet)

Ab heute entfällt für mich also ein negatives Testergebnis als Zugangsvoraussetzung, etwa zum Friseur oder im Einzelhandel. Außerdem gelten Kontaktbeschränkungen nicht mehr für mich.

Inzwischen wird über eine Auffrischimpfung (3. Impfung) diskutiert, die wohl fünf Monate nach der Zweitimpfung erfolgen soll. Bisher liegen wohl noch keine Erkenntnisse vor, die eine solche Auffrischung für notwendig erachten..

So nebenbei: Ich habe mich gefragt, ob es zwischen „Ich fühle mich wie ein Löwe!“ und der Aussage „Ich fühle wie ein Löwe!“ einen Unterschied gibt. Der Google Übersetzer überträgt beides gleichlautend ins Englische mit: I feel like a lion. Ich denke, es hat etwas mit der Zeit zu tun. Wenn ich mich wie ein Löwe fühle, so deutet das auf ein augenblickliches Löwengefühl hin. Ansonsten ist das Sich-wie-ein-Löwe-Fühlen eher von einer gewissen Dauerhaftigkeit. Oder wie seht Ihr das?

Sommerolympiade 2020 in Tokio: Rückblick auf die Spiele 1964

Seit nun fast einer Woche kämpfen Sportler aus über 200 Ländern in der japanischen Hauptstadt um olympische Medaillen, die eigentlich schon vor einem Jahr vergeben werden sollten. Und da auch in diesem Jahr die Corona-Pandemie noch nicht überwunden ist, so finden diese Olympischen Sommerspiele ohne Zuschauer und ohne Angehörige von Athleten statt. Aus dem Ausland sind nur wenige freiwillige Helfer erlaubt. Rund ein Drittel der insgesamt 339 Wettkämpfe ist absolviert. Die Medaillen gingen bisher an 66 Nationen.

Sommer-Olympiade 2020 in Tokio - vom 23. Juli bis zum 8. August 2021
Sommer-Olympiade 2020 in Tokio – vom 23. Juli bis zum 8. August 2021

Nachdem die Sommerspiele 1940, die ebenfalls in Tokio stattfinden sollten, u.a. durch den 2. Weltkrieg ausfielen, musste Japan 24 Jahre – bis 1964 – warten, bis die ersten Spiele auf asiatischen Boden stattfanden.

Ich war damals gerade 10 Jahre alt und nach der Winterolympiade im gleichen Jahr in Innsbruck war es das erste sportliche Großereignis, das ich mit jugendlichem Interesse verfolgte. Von den Winterspielen sind mir bis heute noch die Namen der Medaillengewinner im Eiskunstlaufen (Gold bei den Männern durch Manfred Schnelldorfer und Silber im Paarlauf durch Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler, die sich einen erbitterten Zweikampf mit dem Paar aus der Sowjetunion, Ljudmila Beloussowa und Oleg Protopopow, lieferten) im Gedächtnis geblieben.

Aber dann spät im Oktober 1964 die Spiele in Tokio. Was viele nicht mehr wissen: Die beiden deutschen Staaten (Bundesrepublik und DDR) traten wie bereits 1956 und 1960 als ein gesamtdeutsches Team auf. Als Nationalhymne wurde Beethovens Ode an die Freude gespielt. Ab 1968 gab es dann zwei deutsche Mannschaften.

Sommer-Olympiade 1964 in Tokio - vom 10. bis 24. Oktober 1964
Sommer-Olympiade 1964 in Tokio – vom 10. bis 24. Oktober 1964

Wie die meisten Jugendliche so interessierten mich natürlich besonders die Wettkämpfe in der Leichtathletik. Und 57 Jahre nach diesen Spielen erinnere ich mich noch an einige Sportlernamen. So Willi Holdorf, der Gold im Zehnkampf gewann und nach dem abschließenden 1500-m-Lauf völlig ausgepumpt auf der Laufbahn lag. Dabei habe ich Hans-Joachim Walde eigentlich vergessen, der immerhin Bronze gewann. Im Gedächtnis ist mir auch Harald Norpoth geblieben, der überraschend über 5000 Meter Silber holte. Norporth hätte mit einer Körpergröße von 1,85 m und einem Gewicht von 60 kg Kafkas Hungerkünstler alle Ehre gemacht.

Apropos ‚Willi‘. Obwohl ich mich eigentlich nicht fürs Segeln interessierte, so ist mir doch der Name Willi Kuhweide, der Gold in der Bootsklasse Finn-Dinghy gewann, verinnerlicht. Vielleicht des kuriosen Namens wegen. Und auch Reiten ist nicht so mein Ding. Aber die Namen Reiner Klimke und Josef Neckermann (schon damals holten die Deutschen Gold in der Dressur) und Hans Günter Winkler (Gold im Mannschaftsspringreiten) sagen mir noch heute etwas.

Zurück zur Leichtathletik:In der Schule war ich ganz gut im Sprint und beim Weitsprung. Und so sah ich natürlich im 100-m-Lauf den Sieger Bob Hayes, der mit 10,0 Sek. den Weltrekord von Armin Hary egalisierte. Am spannendsten war für mich aber der Weitsprung der Männer, der sich zu einem Dreikampf entwickelte, den der Brite Lynn Davies (8,07 m) vor dem Weltrekordinhaber Ralph Boston (USA mit 8,03 m) und Igor Ter-Owanessjan (7,99 m) aus der Sowjetunion (aus Armenien stammend) gewann.

Das nächste Großereignis sportlicher Natur, an das ich mich natürlich auch heute noch bestens erinnere, war dann die Fußball-WM in England 1966 mit dem berühmten Wembley-Tor.

Dank Internet und den Mediatheken der Öffentlich-rechtlichen Sender muss uns heute die Zeitverschiebung von sieben Stunden (ist es bei uns 12 Uhr, dann ist es in Tokio bereits 19 Uhr) nicht weiter kratzen. Wer will, kann natürlich schon früh morgens die ersten Wettkämpfe des jeweiligen Tages anschauen. Manche Jagd nach Medaillen findet aber zu auch für uns annehmbaren Zeiten statt. Ich freue mich natürlich schon auf die Wettbewerbe in der Leichtathletik.



Die schwachen Nerven der Jungstars

Nun gut, Italien ist Fußball-Europameister der Männer. Ich hatte auf Spanien als Endspielteilnehmer getippt. Aber wenn man als besseres Team hochkarätige Torchancen liegen lässt, dann darf sich keiner der Spieler wundern, wenn die Mannschaft am Ende beim Elfmeterschießen ausscheidet (so geschehen im Halbfinale eben gegen Italien). Und England schaffte es ins Finale dank eines sehr umstrittenen Elfmeters in der Verlängerung gegen Dänemark. Okay, die Engländer waren die Besseren.

UEFA Euro 2020
UEFA Euro 2020

Wie gesehen, gingen die Engländer bereits in der 2. Minute im Endspiel in Führung. Beim Spiel daheim (oder dahoam, wie der Bayern-Fan sagt) bestimmten sie die erste Halbzeit, während die Italiener sichtlich ins Schwimmen gerieten. Die englischen Spieler waren offensichtlich wild entschlossen, endlich nach 1966 wieder einen Titel in ihr Land zu holen.

Die 2. Halbzeit wurde dann allerdings von den Italienern bestimmt, die aus einem Gewühl heraus den Ausgleich schossen. Scheinbar wollten die Engländer (wie schon in der Gruppenphase gegen Kroatien und Tschechien) den zuvor knappen Vorsprung ins Ziel retten. Aber Pustekuchen!

Es gab bei dieser EM bessere Spiele als dieses (z.B. Frankreich-Schweiz und Kroatien-Spanien im Achtelfinale). In der Verlängerung wollten sich die Mannschaften gegenseitig nicht mehr wirklich weh tun. Und so kam es, wie es kommen musste: Elfmeterschießen.

Der englische Trainer Gareth Southgate, der als Spieler bei der EM 1996 an gleicher Stelle (allerdings dem alten Wembley-Station) sein Elfmeter-Trauma erlebte und mit seinem Elfer am deutschen Torwart Andreas Köpke scheiterte, schickte in der letzten regulären Spielminute der Verlängerung zwei junge Spieler aufs Feld. Ohne Zweifel sollten diese fürs Elfmeterschießen dienen, da er beide für sichere Elfmeterschützen hielt. Leider war das – sorry – ein Griff ins Klo: Die beiden Jungstars Marcus Rashford (23) und Jadon Sancho (21) verschossen ihre Elfer. Rashford überlegte zunächst zu lange, holte nochmals Anlauf, trippelte in kleinen Schrittchen auf den Ball zu, um diesen dann kunstvoll … an den Pfosten zu setzen. Jadon Sancho machte es nicht viel besser: die italienische Torwart, Gianluigi Donnarumma, hatte keine großen Schwierigkeiten, den Ball zu halten.

Rashford (ENG) trippelt vor dem Elfmeterschuss
Rashford (ENG) trippelt vor dem Elfmeterschuss

Nachdem allerdings Jorginho für Italien seinen Elfmeter verschoss (d.h. Torwart Jordan Pickford wehrte den Ball ab), hätte Bukayo Saka (19) als vorerst letzter der jeweils fünf Schützen doch noch für England ausgleichen können. Wieso Southgate den Youngster als letzten Spieler aufgeboten hatte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Während ich Rashford und Sancho keine Träne nachweine, so tut mir Saka wirklich Leid. Sein Schuss war unplatziert. Der Torwart hatte keine Mühe. Italien war damit Europameister.

Cristiano Ronaldo, Kevin De Bruyne, Kylian Mbappé
und Robert Lewandowskidie wohl besten Spieler in Europa – mussten schon früh ungekrönt von der EURO 2020 abreisen. Okay, Ronaldo hat es mit seinen fünf Treffern und einem Assist zum TopScorer (vor dem Tschechen Patrik Schick mit ebenfalls 5 Treffern) geschafft. Mehr als das Achtelfinale war für ihn und der portugiesischen Mannschaft nicht drin. Bei dieser EM war eindeutig mannschaftliche Geschlossenheit gefragt. Von daher geht der Sieg der Italiener in Ordnung.

Nach der Europameisterschaft ist vor der (weiteren) Qualifikation zur unseligen Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Katar. Anfang September geht es auf europäischer Ebene damit weiter. Für Deutschland bekanntlich mit einem neuen Bundestrainer: Hansi Flick! Schlimmer sollte es nicht mehr werden.