Kategorie-Archiv: Tostedt

Tostedt – Kuh- und Schweinekaff in der Heide – 900 Jahre alt – und Umgebung

Willi rides a bicycle 2022 (02): Tiere unterwegs

Inzwischen ist es bereits Mai geworden; das Wetter bei uns im Norden – die letzte Zeit zwar trocken, aber doch oft reichlich mit kühlem Wind ausgestattet – soll sich nun auch temperaturmäßig ab Montag deutlich verbessern: 20 ° C und mehr. Das hatte mich aber bisher nicht davon abgehalten, die eine oder andere kleinere Radtour zu unternehmen, wie Fotos aus einem anderen Betrag zeigen.

Es ist nicht gerade die Wildnis, durch die ich radle, aber doch viel Natur, Landschaft eben. Und vieles ist kultiviert (Äcker und Wiesen), manches aber auch unberührt und allein der Erdgöttin überlassen, mag sie nun Demeter (bei den Griechen) oder Ceres (bei den Römern) oder ganz einfach ‚Mutter Erde‘ (Terra mater) genannt werden. Und hier finden sich neben einer üppigen Pflanzenwelt auch viele Tiere, Nutztiere oder wildlebende Tiere.

Schafe in der Lüneburger Heide bei Höpen 2021
Schafe in der Lüneburger Heide bei Höpen 2021

Zunächst (auf meiner Facebookseite zu finden), Tieraufnahmen, die ich im letzten Jahr gemacht habe:

Und zuletzt Fotos, die ich in diesem Jahr 2022 ‚geschossen‘ habe, ohne ein Tier zu verletzten:

Noch ’n Toast?! – Klaus Höppner verstorben

Am 14. April d.J. verstarb nach schwerer, kurzer Krankheit Klaus Höppner im Alter von 78 Jahren. Am heutigen Nachmittag fand seine Beisetzung statt. Klaus wir werden Dich vermissen!

Meine Familie kannte Klaus schon viele Jahre. Er war ein ruhiger, eher wortkarger Mann, der aber zur Bestform auflief, wenn er zu seinen ausgedehnten Reisen durch die Wüsten Afrikas und Asiens angesprochen wurde (siehe unten). Und viele Jahre gab es im August mit weiteren Bekannten die fröhlichsten Flusskrebsessen bei ihm und seiner Frau im Garten. Allein die werden uns unvergessen bleiben. Klaus war für den Toast ‚zuständig‘. Immer wenn die Toastbrotscheiben fertig waren, fragte er in die Runde: Noch ’n Toast?! Wir hatten sehr viel Spaß miteinander.

Klaus Höppner beim Flusskrebseessen: Noch 'n Toast?!
Klaus Höppner beim Flusskrebseessen: Noch ’n Toast?!

Unsere beiden Söhne waren noch im Kindesalter, als uns Klaus eine Auswahl seiner Dias von den Reisen durch die Wüsten zeigte und zu jedem Bild auch eine Anekdote zu erzählen wusste. Von einer seiner Reisen hat er auch ein Buch veröffentlich: Cowboys der Wüste – Mit einer Kamelkarawane durch den Sudan

Klaus Höppner mit zwei seiner selbst erstellten Fotobücher (2013)
Klaus Höppner mit zwei seiner selbst erstellten Fotobücher (2013)

Viele Jahre nach seinen Reisen hat er seine vielen Dias gesichtet und daraus Fotobücher erstellt. Zuletzt arbeitete er daran, Texte zu diesen Bildern zu schreiben. Leider ist er damit nicht fertig geworden. In dem Kreiszeitung Wochenblatt (Ausgabe Nordheide) vom 28.09.2021 (S. 4) gab es einen Artikel über Klaus Höppner, der sich seinen Wüstenreisen widmet:

7.000 Kilometer durch die Wüste
Klaus Höppner schloss sich als junger Erwachsener Kamel-Karawanen an und reiste so durch Afrika und Asien

mi. Tostedt. „Ich war nie ein Abenteurer“, sagt Klaus Höppner (69) aus Tostedt. Wer sich anhört, was er auf seinen ausgedehnten Reisen nach Afrika und Asien erlebt und gesehen hat, mag das kaum glauben. Insgesamt 7.000 Kilometer hat Klaus Höppner während verschiedener Reisen in den Jahren 1976 bis 1987 meist auf dem Kamelrücken zurückgelegt. Er durchquerte die Thar-Wüste in Indien und die Nubische Wüste in Ägypten, begleitete die Salzkarawanen der Tuareg im Niger, trieb Kamele vom Sudan nach Ägypten und fuhr in Mali mit einer Piroge auf dem Niger bis Timbuktu. Jahre später hat er jetzt Hunderte seiner alten Dias gesichtet, sortiert und aus dem Material mehrere Fotobücher erstellt. Beim Durchblättern werden längst vergessene Erlebnisse wieder wach.

„Ich wollte den alten ‚Orient‘ erleben“, sagt Klaus Höppner. Schon als Kind habe ihn diese fremde Welt fasziniert. Als Erwachsener fuhr er zunächst mit Reisegruppen nach Afrika und Asien. „Dann habe ich mir gesagt, wenn Du den Orient richtig erfahren willst, dann musst mit den Leuten dort leben“. Er kündigte seinen Job, nahm den Flieger nach Afrika und begleitet eine Salzkarawane der Tuareg. Die Reise war kein Touristentrip: Der Europäer musste mit anpacken. Bis spät in die Nacht wurde geritten, zu essen gab es meist eine Mischung aus Hirse und saurer Kamelmilch. „Schmeckt wie Buttermilch mit Kieselsteinen“, erinnert sich Klaus Höppner. Behandelt wurde er nicht immer freundlich, aber mit Respekt. Nach dieser anstrengenden, aber vor allem faszinierenden Erfahrung zog es Klaus Höppner immer wieder zurück. „Ich habe im Sommer gearbeitet, dann gekündigt, um im Winter loszuziehen“. Sechs solcher Trips hat er bis 1987 unternommen. Dann wurde es immer schwerer schnell einen neuen Job zu finden. Er wird sesshaft, arbeitet als Schiffahrtskaufmann und heiratet.

Eine Situation ist ihm von seinen Reisen besonders in Erinnerung geblieben: „Im Iran wurde ich von den Revolutionsgarden als vermeintlicher US-Spion festgesetzt. Die Männer waren zwar freundlich zu mir, aber auf dem Weg in die Stadt gerieten wir in einen Schusswechsel, das war wirklich gefährlich“, erinnert er sich. Sein eindrucksvollstes Erlebnis war ein Kamelritt durch die vom Vollmondlicht ganz in Silber getauchte nächtliche Wüste. Für solche Eindrücke habe er Strapazen, Risiken und auch die Einbußen bei der Rente gerne in Kauf genommen. Klaus Höppner: „Ich war kein Abenteurer, sondern ein Orient-Romantiker“.

Willi rides a bicycle 2022 (01)

Keine Angst, liebe Ulyssesianer, ich habe es noch nicht aufgegeben, die Niederschrift der Irrfahrten des Mr. Leopold Bloom und des Herrn Stephen Dedalus durch Irlands Hauptstadt, Dublin, am Tage des Herrn 16. Juni 1904 zu lesen. Ich bin immerhin beim Kapital 5 (von 18) angekommen, wenn das auch nur gerade mal 10 % des gesamten Romans ausmachen. Aber das Wetter zeigt sich in diesen Tagen von seiner sonnigen Seite. Und so wäre es geradezu sündhaft (irgendwie lässt Joyce grüßen), diese Tage nicht draußen an der frischen Luft zu verbringen, die Natur zu genießen, fünfe gerade sein zu lassen – und was da so alles liegen gelassen werden kann.

So bin ich ‚die Tage‘ mit meinem Fahrrad (genauer: Pedelec) viel unterwegs, den Fotoapparat immer parat (sic!). Und so komme ich auf das Abenteuer Ulysses beizeiten zu sprechen (schreiben). Gut Ding braucht Weile. Hier zumindest einige Fotos von meinen fahrrädrigen Ausflügen (damit keiner behaupten kann, der Willi ist nur ein fauler Sack)..

Wolkenpanorama 2022 über Tostedt/Harburg
Wolkenpanorama 2022 über Tostedt/Harburg

Und damit ich nicht vom Fleische falle, so gönne ich mir unterwegs schon mal u.a. eine Donauwelle und trinke dazu ein Käffchen … – und lasse die Wolken über mich gleiten …

‚Stormgebrus‘ über Norddeutschland

Ganz so schlimm habe ich es bisher noch nicht in meinem Wohnort Tostedt erlebt. Dass das Wetter schon mit wenigen Ausnahmen seit Wochen Regen und gehörigen Sturm oder beides gleichzeitig im Gepäck hat, Schietwedder nennen wir das hier in Norddeutschland, wird kaum einem entgangen sein. Aber heute Morgen war es dann doch eine absolute Spitzenleistung: Mit über 100 km/h in Böen brauste der Orkan Ylenia über Tostedt hinweg. Wir sind hier immerhin nicht an der Küste und nicht im Gebirge. Dort mag das sicherlich öfter vorkommen. Aber hier? In Tostedt? Auf dem flachen Land?

'Stormgebrus' über Tostedt mit über 100 km/h
‚Stormgebrus‘ über Tostedt mit über 100 km/h

Und morgen am Freitag gegen Abend soll es mindestens noch einmal so dicke kommen. Als würde das Wetter den 60. Jahrestag der Sturmflut von 1962 – auf den Tag genau – feiern wollen.

Weihnachtlicher Treckerumzug durch Tostedt (19.12.2021)

Am 4. Advent (19.12.2021) fand in der Vorweihnachtszeit bei uns in Tostedt unter dem Motto „Ein Funken Hoffnung“ (sicherlich bezogen auf die Coronapandemie) ein weihnachtlicher Treckerumzug der Landwirte aus den Kreisen Harburg und Stade statt …


Ein Funken Hoffnung – weihnachtlicher Treckerumzug durch Tostedt 19.12.2021

Wir zu sehen ist, blinkte es in vielen Farben, manchmal eher grell als schön. Aber irgendwie hatte es schon etwas, als etwa 150 landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge durch meinen Wohnort kurvten. Zuvor hatte ich mit meiner Frau unseren diesjährigen Weihnachtbaum ‚geschlagen‘. Und nachdem der letzte weihnachtlich geschmückte Traktor gen Ortsmitte verschwand, gönnte wir uns (meine Frau, eine ihrer Freundinnen und ich) einen kräftigen Eierpunsch mit einem ordentlichen Schuss Rum zum Aufwärmen … 😉

Wilseder Berg (Lüneburger Heide)

Wenn man wie wir am Rande der Lüneburger Heide wohnt, dann sollte auch die höchste Ergebung der Heide, der Wilseder Berg (169,2 m), einmal besucht werden. Am Samstag haben wir es mit Bekannten und deren Kinder endlich geschafft. Mit dem Auto sind wir ‚angereist‘ und haben dieses auf dem Parkplatz in Niederhaverbeck (direkt an der L121, Niederhaverbeck 14, 29646 Niederhaverbeck. Koordinaten: N53.150891  E9.908516 ) abgestellt. Von dort aus ist der Wilseder Berg überall ausgeschildert (direkter Weg ca. 4,5 km, 60 min).

Wilseder Berg (Lüneburger Heide) Willi guckt in die Heide
Lüneburger Heide vom Wilseder Berg

Es war ein trockener und angenehm frischer Tag. Also genau richtig, um sich auf den Weg zu machen. Auf dem Rückweg tranken wir Kaffee in der Wiesenwirtschaft Heidekönig oberhalb des Parkplatzes in Niederhaverbek: Empfehlenswert ist der Buchweizenkuchen mit Füllung, aber auch die Wildbeerentorte oder die Heidelbeer-Buttermilchtorte. Absolut lecker und wirklich preiswert.

Bundestagswahl 2021 und Stichwahl in Tostedt

Dr. Peter Dörsam weiterhin Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt

Die Arithmetik von Rolf Aldag (CDU) ist nicht aufgegangen. Bei der Erstwahl zum Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt erhielt er rund 25 %, addiert mit den 22 % von Herrn Zirkel (Zusammen für Tostedt) und Frau Michel (FDP), die sich beide zur Stichwahl für Herrn Aldag ausgesprochen hatten, wären das 55 %. Der Amtsinhaber und unabhängige Kandidat, Dr. Peter Dörsam, erreichte bei der Stichwahl 57,2 % und ließ dank gleichzeitiger Bundestagswahl bei einer Wahlbeteiligung von 67,8 % Herrn Aldag mit 42,8 % dann doch deutlich hinter sich. Den Witz mit dem ‚Zirkel‘-Schluss erspare ich mir.

Dr. Peter Dörsam – Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt
Dr. Peter Dörsam – Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt

Gratulation an Dr. Peter Dörsam, dem die zuvor verbreiteten Fake News nicht schaden konnten, im Gegenteil. Warum erinnert mich das an die Bürgermeisterwahl von 2014? Ich erwarte eine Entschuldigung von Herr Aldag in dieser Sache!

Frauenpower im Wahlkreis 36 Harburg

Nachdem er bei den Bundestagswahlen 2009, 2013 und 2017 das Direktmandat für den Wahlkreis 36 Harburg gewann, musste sich Michael Grosse-Brömer (CDU) diesmal Svenja Stadler (SPD) geschlagen geben. Sie zieht mit 31,0 % gegen 29,1 % der Erststimmen von Herrn Grosse Brömer bei dieser Wahl direkt in den Bundestag ein. Dieser bleibt allerdings über die Landesliste seiner Partei (Platz 2) dem Bundestag erhalten. Eine Schlappe für die CDU im Kreis. Den Erfolg macht Nadja Weippert von den Grünen komplett. Gratulation an Frau Stadler.

Planlos, schusselig und weltfremd

Die Union verliert die Bundestagswahl (24,1 %), aber Armin Laschet, der sich diese Niederlage ankreiden muss, will Bundeskanzler werden. Zuvor planlos im Wahlkampf hatte er mit unglücklichen Bildern zu kämpfen. So war es gestern symptomatisch, wie er seinen falsch gefalteter Stimmzettel für die vielen Fotografen und Kameramänner noch einen Moment festhält, bevor er ihn in die Wahlurne steckt. Auf den Fotos sind seine beiden Kreuze deutlich erkennbar.

Laschet verspricht eine „Zukunftsregierung“ mit Grünen und FDP (‚Jamaika‘-Koalition), aber viel Zukunft mit ihm und z.B. einem Friedrich Merz wird die Union nicht bieten können. Weltfremd nenne ich das.

Die SPD erringt dank Olaf Scholz 25,7 % und ist jetzt eigentlich am Zug, die Regierung zu bilden. Mit Scholz als Bundeskanzler käme neben einer ‚Ampel‘-Koalition (gleichfalls mit Grünen und FDP) als insgesamt dritte Möglichkeit wieder eine GroKo (große Koalition zwischen SPD und Union) in Frage, was aber keiner wirklich will.

Wir dürfen gespannt sein, zu welcher Koalition es kommen wird. Die Grünen, mit 14,8 % wieder drittstärkste Partei im Land, tendieren zur SPD, die FDP (11,5 %) zu CDU/CSU. Der One-Man-Showman Lindner (FDP) hat aber Gemeinsamkeiten mit den Grünen entdeckt. Es sieht also vieles nach einer ‚Ampel‘-Koalition aus, es sei denn, Lindner & Co. ziehen wieder den Schwanz ein wir vor vier Jahren.

Die Linke bleibt zwar unter 5 %, ist aber dank dreier Direktmandate ebenfalls wieder im Bundestag vertreten. Zum ersten Mal seit 60 Jahren hat der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) wieder an einer Bundestagswahl teilgenommen. Dieser vertritt die dänische Minderheit und die nationalen Friesen. Da die 5-%-Klausel für diese Partei nicht gilt, reichte die Anzahl ihrer Wähler, um einen Sitz im Bundestag zu bekommen.

Mit 10,3 % und vielen Direktmandaten in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ist auch die rechtsextreme AfD wieder im Bundestag vertreten. Immerhin ist es ein Lichtblick, dass sie in Corona-Zeiten nicht weiter zulegen konnte, im Gegenteil real 200.000 Wähler verlor – trotz höherer Wahlbeteiligung (76,6 % 2021 zu 76,2 % 2017). Okay, über 700.000 (1,6 %) sind an die „Querdenker“-Partei (dieBasis) gegangen.

Dörsam vs. Aldag – Stichwahl um das Bürgermeisteramt in der Samtgemeinde Tostedt

Neben der Bundestagswahl entscheidet sich am Sonntag (26.09.2021) in einer Stichwahl zwischen Dr. Peter Dörsam als unabhängiger Kandidat und Amtsinhaber sowie Rolf Aldag (CDU), wer in der Samtgemeinde Tostedt für die kommenden Jahre Bürgermeister sein wird. Wer seine auch für die Stichwahl gültige Wahlbenachrichtigung bereits entsorgt hat, kann sich auch mit dem Personalausweis verifizieren.

Rolf Aldag wirbt mit dem Slogan: Neue Energie! Und begründet das wie folgt: „Neue Energie bedeutet auch, dass wir die Klimakrise und Co2-Reduzierung durch neue Formen der Energiegewinnung und Mobilität lösen.“ Weiter: „Mit Klimakrise, Energiewandel und Digitalisierung beschäftige ich mich als Mitglied in der EWE Verbandsversammlung und als Sprecher des EWE-Netzbeirates.“

Der Slogan klingt für mich wie ein Werbespruch für ein Energieunternehmen. Ich finde ihn irritierend und daher eher unpassend für einen Kandidaten. Aber jedem das Seine. Dass ein Bürgermeister wenig direkten Einfluss auf die Klimakrise, damit auf den Energiewandel und die Digitalisierung hat, sollte Herrn Aldag bekannt sein. Da mag er innerhalb des Energieunternehmens EWE sicher mehr erreichen. Von daher findet ich es irreführend, diesen sicherlich im Wahlkampf um den Bundestag angebrachteren Themenkreis auf kommunale Politik anzuwenden. Aber es klingt nun einmal so schön, wenn sich ein Politiker die aktuellen Fragen auf die Fahne schreibt. Als CDU-Politiker weiß er, das seine Partei in Umweltfragen weit hinter einer grüner Politik hinterherhinkt, auch wenn der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet sich diesen Themen – zumindest verbal im Wahlkampf – anzunehmen scheint. Dass Herr Aldag Finanzierungsberater ist, lasse ich lieber unkommentiert.

Seit dem 1. November 2014 ist Herr Dr. Peter Dörsam im Amt und hat nicht nur nach meiner Meinung einen guten Job gemacht. Wie bei der Wahl vor sieben Jahren so werde ich auch diesmal Herrn Dörsam wählen. In vielen Fragen und bei Problemen konnten sich Bürger direkt an ihn wenden und wurden nicht mit Phrasen, sondern mit konkreter Hilfe bedient. Vielen Dank dafür!

    Dr. Peter Dörsam – Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt
    Dr. Peter Dörsam – Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt

Entgegen seinem Vorgänger von der CDU hat er es geschafft, dass das Freibad endlich erneuert wurde. Auch in vielen anderen Dingen hat Herr Dörsam in seiner bisherigen Amtszeit vieles erreicht bzw. angestoßen. Lesen wir die Programme der beiden Herren, dann decken sich diese in vielen Punkten. Warum also das Wagnis riskieren, einen Politiker wie Herrn Aldag zum Bürgermeister zu machen, wenn wir mit dem alten, Herrn Dörsam, zufrieden sein können.

Ich empfehle bei der Wahl des Bürgermeisters der Samtgemeinde Tostedt am Sonntag: Dr. Peter Dörsam

Weltkindertag 2021

Heute ist Weltkindertag und Grund genug, uns einmal Gedanken zu machen, wie es gerade den Kindern (natürlich auch den Jugendlichen und Studenten) in Coronazeiten geht. Aus Rücksicht besonders auf die älteren Menschen (zu denen ich zähle) haben Kinder besonders zu leiden. Unterrichtsausfälle, geschlossene Kindertagesstätten, untersagte soziale Kontakte. Und marode Schulen, die einen Schulunterricht in solchen Zeiten nicht zulassen. Was soll aus dieser Generation werden, wenn die primären Bedürfnisse der Kinder nicht befriedigt werden. Kinder sind unsere Zukunft, heißt es: Nein, sie sind unsere Gegenwart! Die Politik versagt einmal mehr auf ganzer Linie!

Weltkindertag 2021
Weltkindertag 2021

Erst letzte Woche wurden mehrere Schulklassen bei uns in Tostedt für zwei Wochen in Quarantäne geschickt, weil Erwachsene sich nicht an Corona-Regeln halten und ungeimpft meinen, große Hochzeitsfeiern abhalten zu müssen. Danke, liebe Erwachsene! Ihr könnt richtige Arschlöcher sein!

Ein bunter Haufen in den Tostedter Räten

Wer gestern in meinem Wohnort wählen durfte, hat hoffentlich seine Benachrichtigung zur Kommunalwahl noch nicht weggeworfen: Mit der Bundestagswahl am 26. September gibt es eine Stichwahl bei der Wahl des Samtgemeindebürgermeisters in Tostedt. Der Amtsinhaber, Dr. Peter Dörsam, kam zwar auf 44,6 % der abgegebenen Stimmen, muss sich aber Rolf Aldag von der CDU (25,0 %) erneut stellen. Jan Hinnerk Zirkel (Wählergruppe Zusammen) ist mit 22,4 % ausgeschieden und darf nun im Samtgemeinderat zeigen, wie „Projekte vernünftig zu planen und zeitnah umzusetzen“ sind.

Der Samtgemeinderat mit 34 Sitzen präsentiert sich mit seinen 10 Parteien bzw. Wählergruppen als ziemlich „bunter Haufen“, was sicherlich auch an dem ‚massiven‘ Auftreten der neuen Wählergruppen lag. Überhaupt: Ich habe den Eindruck, dass die Parteien/Wählergruppen am besten abgeschnitten haben, die besonders durch Wahlplakate präsent in der Öffentlichkeit waren. Die SPD hatte nur für die noch kommende Bundestagswahl plakatiert und musste so entgegen dem Bundestrend (Scholz-Effekt) sogar empfindliche Verluste hinnehmen. Oft zählen nicht Programme, sondern Visagen.

Kommunalwahl 2021 in Niedersachsen
Kommunalwahl 2021 in Niedersachsen

Insgesamt bleibt die CDU bei der Kommunalwahl in Niedersachsen stärkste Partei in Niedersachsen. Die Grünen konnten dafür deutlich dazugewinnen. Als halbwegs erfreulich dürfte das Abschneiden der AfD zu bewerten sein, die bei unter 5 % landete.

Kommunalwahlen in Tostedt 2021

Wie bereits geschrieben: Am Sonntag, den 12.09., finden in Niedersachsen Kommunalwahlen statt, somit auch in meinem Wohnort Tostedt. Gleich viermal dürfen wir, die Wahlberechtigten, ihre Kreuzlein machen: Zum einen wird der neuen Kreistag gewählt (bei uns für den Kreis Harburg), zum anderen werden die Mitglieder des Gesamtgemeinderates und die jeweiligen Mitglieder der Gemeinderäte der insgesamt neun Gemeinden innerhalb der Samtgemeinde Tostedt gewählt. Das I-Tüpfelchen ist dann die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters für Tostedt.

Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt ist seit sieben Jahren Dr. Peter Dörsam, der sich wieder als unabhängiger Kandidat zur Wahl stellt. Sein Vorgänger, Dirk Bostelmann, hat es bis heute nicht überwunden, 2014 abgewählt worden zu sein. So schickt dieser jetzt seinen Ziehsohn, Herrn Zirkel, ins Rennen. Mit diesem u.a. auch seine Tochter für die Wahl des Samtgemeinde- und Gemeinderates.

Ich habe etwas herum gehorcht und erfahren, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit der Arbeit von Herrn Dörsam zufrieden sind. Er ist für Fragen und Anregungen zu sprechen und hat in vielen Fällen bei Problemen für Abhilfe gesorgt.

Einer seiner Herausforderer, Herr Zirkel von der Wählergruppe „Zusammen für Tostedt“, fordert, weniger zu reden und zu debattieren, es dafür mehr und schneller zu machen. Sehr konkret klingt das nicht. Wenn er dann in einem Flyer u.a. das Thema Digitalisierung hervorhebt, dann sollte er wissen, dass die notwendige Digitalisierung der Schulen Aufgabe des Landes ist. Und ihm muss es bekannt sein, dass in Tostedt gerade im großen Rahmen Glasfaser für ein schnelles Internet verlegt wird. Auch der Ausbau der Radwege ist längst eingeleitet.

Wenn Herr Zirkel alles schneller machen möchte, dann sollte er wissen, dass nicht allein die Politik die Geschwindigkeit vorgibt, sondern dass es Vorschriften für die Verwaltung gibt, die unbedingt einzuhalten sind und ihre Zeit brauchen, um nicht durch Verfahrensfehler am Ende ein Projekt vollständig zum Scheitern zu bringen. „Weniger reden und debattieren?“ Möchte Herr Zirkel wie vor Jahren Herr Bostelmann von oben herab bestimmen, was zu tun und zu lassen ist?

Ich bin gespannt – vor allem auch in Hinsicht auf die zwei Wochen später stattfindende Bundestagswahl – wie die Wahlen am Sonntag ausgeben werden. Sollte einer der Kandidaten zur Samtgemeindebürgermeisterwahl nicht die absolute Mehrheit erhalten, dann findet die Stichwahl zwei Wahlen später, also mit der Wahl zum deutschen Bundestag statt.