Kategorie-Archiv: Tostedt

Tostedt – Kuh- und Schweinekaff in der Heide – 900 Jahre alt – und Umgebung

Die Heide blüht …!

Mein Wohnort Tostedt liegt am Rand der Lüneburger Heide. Mit dem Fahrrad ist es nicht weit, um – wie in diesen Tagen – die Heideblüte zu sehen. In den letzten zwei Jahren war der ältere meiner beiden Söhne, der in Mannheim studiert, mit seiner Freundin bei uns zu Besuch. Und dabei haben wir auch zwei- oder dreimal einen Abstecher in die Heide gemacht. Aber ohne Glück: Es war zu früh (Ostern 2018 und 2019) oder zu spät (Anfang Oktober 2018 und Mitte November 2019), um die Heide in Blüte zu sehen. Vielleicht wird es ja im nächsten Jahr etwas damit …

Heide bei Höpen/Schneverdingen
Heide bei Höpen/Schneverdingen

Dafür habe ich mit meiner Frau in diesen Tagen endlich die Heide blühen sehen können. Wir waren zweimal mit dem Rad unterwegs. Einmal nach Höpen/Schneverdingen (41,1 km hin und zurück) und einmal nach Wesel/Undeloh (35,1 km hin und zurück).

Heide bei Wesel/Undeloh
Heide bei Wesel/Undeloh

Ja, die Heide blüht … Aber wann blüht die Heide nun eigentlich? Die Besenheide (Calluna Vulgaris) blüht von August bis September. Dann wird die Landschaft in ein kräftiges Violett getaucht und entwickelt ihre ganz besondere Anziehungskraft. Eine Faustregel sagt, dass die Besenheide vom 08.08. bis zum 09.09. blüht. Aber natürlich kann die Blüte auch mal früher oder später einsetzen. Die weniger verbreitete Glockenheide blüht bereits ab Juli. Die Intensität der Blüte hängt von den Wetterbedingungen ab und kann von Jahr zu Jahr variieren.

Wenn der Vater mit seinen Söhnen …

… auf Radtour geht, dann verrät das viel über das familiäre Verhältnis der Beteiligten. Immerhin sind meine Söhne 26 bzw. 29 Jahre alt. Aber mit dem Alten trauen sie sich immer noch. Und der Vater, also ich, natürlich auch mit ihnen!

So machte ich mich mit meinen beiden Söhnen also am Sonntag, den 09. August auf, um über Rotenburg/Wümme, Bremen-Vegesack, Bremerhaven bis nach Cuxhaven zu radeln.

Start der Radtour Tostedt – Rotenburg – Bremen-Vegesack – Bremerhaven - Cuxhaven
Start der Radtour Tostedt – Rotenburg – Bremen-Vegesack – Bremerhaven – Cuxhaven

Wir hatten allerdings die heißesten Tage dieses Jahres erwischt und kamen gehörig ins Schwitzen. Alle Tage über 30 ° C im Schatten, wobei es nur sehr selten Schatten gab. Einzige Kühlung war der Fahrt-, oft auch ein starker Gegenwind, die aber alles andere als Kühlung verhießen.

Auf der Fähre Bremen-Vegesack - Lemwerder
Auf der Fähre Bremen-Vegesack – Lemwerder

Eine Erfrischung gab es dann nach über 240 km am Ziel, im Wattenmeer in Cuxhaven, wo wir dann auch zwei Nächte blieben, um uns zu erholen.

Ziel erreicht in Cuxhaven: Hinein ins Wattenmeer
Ziel erreicht in Cuxhaven: Hinein ins Wattenmeer

Aus Zeitgründen endete in Cuxhaven dann auch unsere Radtour (der ältere meine beiden Söhne musste nach Mannheim zurück). So benutzten wir den Zug, um am Freitag, den 14. August, an den Ausgangspunkt unserer Reise in Tostedt zurückzukehren.

Zum Tourverlauf: Von Tostedt aus stießen wir in Welle auf die Südroute des Wümme-Radweges. Und im Lemwerder (gegenüber von Bremen-Vegesack) auf der linken Weserseite ging es auf der 7., dann vom Bremerhaven bis Cuxhaven auf der 8. Etappe des Weser-Radweges weiter. Weiter Informationen samt technischem Hintergrund (GPS – Google Earth usw.) hier demnächst (in diesem Theater)!

Willi am Baggersee

Jetzt ist sie also doch da, die große Hitze wie im letzten Jahr Ende Juli. Und was ist da am Sinnvollsten zu tun: Man begibt sich in kühlende Gewässer. Da gibt es das Freibad Tostedt in der Ortsmitte, das erst vor zwei Jahren neu erstanden ist. Die Eintrittspreise sind erträglich.

Baggersee Todtglüsingen
Baggersee Todtglüsingen

Neben dem Freibad gibt es im Ortsteil Todtglüsingen auch noch einen Baggersee, in dem gebadet werden darf und der vom TV Todtglüsingen betrieben wird. Allerdings dürfen hier nur Vereinsmitglieder baden. Für 2 € 75 im Monat geht das dann natürlich bereits.

Selfi mit Willi am Baggersee Todtglüsingen
Selfi mit Willi am Baggersee Todtglüsingen

Gestern war ich mit meinen Lieben dort und wir haben uns in dem kühlen Wasser bei rund 32 ° C Lufttemperatur im Schatten angenehm erfrischen können.

Nicht nur Hagebuttentee – deutsche Jugendherbergen bangen um ihre Existenz

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, plane ich mit meinen beiden Söhnen eine Radtour von unserem Wohnort Tostedt aus längs der Wümme über Rotenburg bis Bremen-Vegesack, den sogenannten Wümme-Radweg. Dort treffen wir dann auf den Weser-Radweg, der uns über Bremerhaven (7. Etappe) bis Cuxhaven (8. Etappe) führen wird. Da wir immer noch Mitglieder der Deutschen Jugendherberge (DJH) sind, wollten wir eigentlich in Rotenburg und Cuxhaven jeweils eine Nacht verbringen.

Ich habe in alten Unterlagen gekramt und dort einen so genannten „Bleibenausweis“ auf meinem Namen für das Jahr 1969 gefunden. Also schon vor jetzt 51 Jahren war ich Mitglied bei der DJH.

    DJH: Bleibenausweis für Willi aus dem Jahr 1969
    DJH: Bleibenausweis für Willi aus dem Jahr 1969

Anlass war damals auch eine Radtour – mit Freunden in Richtung Niederlande. Dabei waren wir in den Jugendherbergen von Oldenburg in Oldenburg, Leer/Ostfriesland und Weener/Ems. In Oldenburg gibt es inzwischen einen Neubau, die in Leer war damals in einem früheren Wasserturm mit toller Aussicht auf die Stadt (jetzt in einem der ältesten Gebäude der Stadt Leer) untergebracht. Und die in Weener kurz vor der holländischen Grenze gibt es heute nicht mehr.

    DJH: Übernachtungen 1969 (Radtour Richtung Niederlande)
    DJH: Übernachtungen 1969 (Radtour Richtung Niederlande)

Obwohl die Deutschen Jugendherbergen besonders unter der Corona-Krise zu leiden hatten und z.T. noch haben, konnten wir für die geplanten Übernachtungen in der DJH Rotenburg/Wümme und DJH Cuxhaven keine freien Bette finden. Nun denn, dann eben nicht …

Dank Corona-Virus: Zwar konnten 288 der bundesweit rund 450 Häuser nach der wochenlangen Corona-Zwangspause wieder öffnen. Doch das traditionelle Kerngeschäft der Herbergen mit Klassenfahrten und Gruppenreisen ist nahezu vollständig weggebrochen. Schul- und Klassenreisen würden 40 Prozent des Umsatzes ausmachen.

111 Jahre alt ist die Idee der Jugendherbergen, doch im Jahr des Schnapszahl-Jubiläums lässt die Corona-Krise viele der Häuser um ihre Existenz bangen. Lt. DJH: „Wir gehen von mehr als 180 Millionen Euro fehlenden Einnahmen aus – und das ist der Stand, den wir bis Anfang Juni beziffert haben“. Normalerweise beträgt der Jahresumsatz laut Bundesverband etwa 385 Millionen Euro. (Quelle u.a.: zdf.de)

Gern hätten wir natürlich unseren kleinen Beitrag zum Erhalt der DJH geleistet. Es soll aber nicht sein. So haben wir uns nach anderen Unterkünften umgeschaut und sind fündig geworden:

Alles rund um die Reise: booking.com – Geldprämie im Wert von € 15

Apropos ‚Bleibenausweis‘ 1969: Ziehen wir 51 Jahre seitdem von den 111 Jahren des Bestehens der DJH 2020 ab, dann feierten die Deutschen Jugendherbergen damals ihr 60-Jähriges. Anders als damals, als uns noch Hagebuttentee zum Frühstück serviert wurde, haben Jugendherbergen heutiger Zeit den Komfort von Hotels erlangt.

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (14): ‚Stöckchen‘ statt Bäume

Es genügt nicht, von Montag bis Freitag ab 6 Uhr 30 vom Lärm auf dem Baugelände ‚Am Bahnhof 9/9a‘ seit Monaten belästigt zu werden (das Krähenkonzert gegen 5 Uhr 30 nicht vergessen), nein, an einem Samstag kamen noch zwei Arbeiter (immerhin erst um 9 Uhr 30), um das inzwischen in die Höhe geschossene Gras „an den angrenzenden Grundstücken der Morlaasstraße Ost“ (neben dem mehrere Meter hoch aufgeschütteten Erdhaufen) mit Motorsensen zu mähen, damit die im letzten April gepflanzten ‚Stöckchen‘ freigelegt wurden. Mein Gespräch am Frühstückstisch auf der Terrasse mit meiner Frau ging im Motorlärm unter.

Gelände ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: der Mann mit der Motorsense
Gelände ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: der Mann mit der Motorsense

Apropos ‚Stöckchen‘: Lt. 2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 22 „Karlstraße“ vom 21.06.2017 (betrifft die Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt) heißt es unter Punkt 4.1.:

„Innerhalb der […] Fläche zum Erhalt und zum Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern ist der vorhandene Gehölzbestand dauerhaft zu erhalten und durch Anpflanzungen von Gehölzen zu ergänzen. […]“

Es wird eine Auswahl der zu verwendenden Arten getroffen, z.B. Bäume ( 2-j. Sandbirke, 3-j. Rotbuche) und Sträucher wie 3-j. Haselnuss , 3-j. eingriffeliger Weißdorn oder 2-j. Pfaffenhütchen.

Gelände ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: 'Stöckchen' statt Bäume
Gelände ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: ‚Stöckchen‘ statt Bäume

Die Umsetzung sollte eigentlich in der Pflanzperiode November 2017 bis April 2018 erfolgen. Gepflanzt wurde dann aber erst Ende April 2019 und auch erst, als die Verwaltung im Rathaus Tostedt auf das bisherige Versäumnis aufmerksam gemacht wurde.

Ich weiß nicht, wo groß zwei- bzw. dreijährige Bäume und Sträucher sein sollten, aber die gepflanzten ‚Stöckchen‘ geben wirklich nicht viel her. Uns soll es egal sein. Aber von dem „hohen Grünanteilen“ (lt. Begründung zur B-Planänderung) sehe ich weiterhin nicht viel – neben den Gebäuden vor allem Stellplätze und nochmals Stellplätze.

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (13): Krähen in der Dämmerung

Der ‚Bauklotz von Tostedt‘ nimmt langsam Formen an. Vor diesem aus vier Häusern bestehenden Block entstehen zz. Stellplätze. Vom dem versprochenen Grün bleibt da nicht viel.

Seit Monaten werden wir werktags so ab kurz nach 6 Uhr 30 von Baulärm geweckt, der mit kurzen Pausen bis nach 16 Uhr anhält. Da ist es wenig angenehm, bei schönem Wetter draußen zu sitzen. Fast alle Nachbarn sind reichlich genervt.

Krähen in der Dämmerung (Baukran in Tostedt - Am Bahnhof)
Krähen in der Dämmerung (Baukran in Tostedt – Am Bahnhof)

Aber dem nicht genug: Seit einiger Zeit hat sich ein Schwarm Krähen einen der Baukräne als Ruheplatz auserkoren. Geradezu pünktlich abends gegen 21 Uhr 30 versammeln sich dort unzählige Krähen zum Sammeln, um sich dann später, so gegen 22 Uhr 30, zu ihrem Nachtquartier aufzumachen. Das ist ja noch in Ordnung. Neuerdings versammeln sich die Vögel auch morgens so gegen 5 Uhr auf dem Kran, um hier gewissermaßen den Tag zu beginnen. Spätestens, wenn der Baukran in Benutzung gerät, machen sie sich von dannen. So haben wir also bereits am frühen Morgen ein Vogelkonzert, dass sich allerdings eher durch Kakophonie statt durch Wohlklang wie bei Amsel & Co. auszeichnet. Vielen Dank, werte PGN!

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (12): Stadthäuser mit Graffito

Das Grundstück ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt ist natürlich längst aus der Phase der Planung heraus. Zur Straße hin steht ein Block aus vier Wohnhäusern, der der Fertigstellung harrt. Ein Aufbau für den Fahrstuhl wurde nun mit einem Graffito ‚geschmückt‘. Was wir eigentlich nur aus der Stadt kennen, ‚zieht‘ nun auch in den doch eher ländlichen Bereich von Tostedt ein: so genannte Stadthäuser mit städtischem Sprayerwerk!

‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito
‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito

Ich habe versucht, den ‚Autoren‘ des Graffito im Netz ausfindig zu machen, denn u.a. hinterließ er seine Initialen, konnte diesen aber nicht ausmachen. Meine Frau und ich mutmaßen, dass er aus Hamburg (vielleicht auch aus Bremen) stammt und auf der Fahrt mit der Bahn die jungfräuliche ‚Leinwand‘ gesichtet hat, ausgestiegen ist, sein Werk vollbrachte und mit dem nächsten Zug weitergefahren ist.

‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito
‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito

‚Himmelfahrtskommando‘

'Kommandeurin' prüft den Luftdruck
‚Kommandeurin‘ prüft den Luftdruck

Nein, ein solcher lebensgefährlicher Auftrag war es nicht. Es ging nur am Himmelsfahrtstag mit Muddern, die das Kommando übernommen hatte, den älteren der beiden Söhne, seiner Freundin und mir ins Grüne. Das Wetter war prächtig, also sonnig, windstill und nicht ganz so warm. Also genau richtig, um mit den Rädern die Gegend um Tostedt zu erkunden.

    Teich (Este) bei Bötersheim
    Teich (Este) bei Bötersheim
    1000-jährige Eiche in Bötersheim
    1000-jährige Eiche in Bötersheim

Das erste Ziel war Bötersheim mit der Bötersheimer Quelle, die die Este nährt. In dem kleinen Örtchen gibt es auch eine uralte Eiche, als 1000-jährige Eiche bezeichnet, wenn es mit den 1000 Jahren auch etwas übertrieben zu sein scheint. Hier beginnt dann auch der Estewanderweg, der natürlich mit dem Rad zu meistern ist.

Estewanderweg
Estewanderweg

Es ging dann weiter über Dohren, Wüstenhöfen und Wistedt, wo es die guten Wieseneier gibt, durch den Düvelshöpen zurück nach Tostedt.

Es darf wieder Kaffee gereicht werden

Gestern hatten meine Frau und ich Hochzeitstag. Und obwohl es frisch, immerhin aber trocken war, zog es uns beide in die Lüneburger Heide nach Höpen, was zu Schneverdingen gehört. Wir schlenderten durch die Heide und erfreuten uns besonders an der Ginsterblüte (die Heide selbst ist noch nicht soweit).

Ginsterblüte 2020 in der Lüneburger Heide bei Höpen/Schneverdingen
Ginsterblüte 2020 in der Lüneburger Heide bei Höpen/Schneverdingen

Zuvor war es uns aber nach Kaffee und dicken Tortenstücken zumute. Die bekommt man hier am besten im Cafe Höpen-Idyll (zz. nur von 14 bis 18 Uhr geöffnet). Nur undank Corona war es in den letzten Wochen untersagt, Cafes und Restaurants aufzusuchen. Gestern nun war es endlich soweit. Die Restriktionen sind auch für diese Gastronomiebetriebe gelockert worden.

Und so nutzten wir die Möglichkeit, im besagten Cafe zu schlemmen. Betreten musste wir das Cafe mit Gesichtsmaske. Und auch die freundliche Kellnerin durfte uns nur mit einer Maske bedienen. Zudem wurden unsere Kontaktdaten erfasst – für den Fall aller Fälle. Dafür schmeckte uns der Kaffee und besonders die leckeren Torten (Käsesahne mit Erdbeeren bzw. Friesentorte mit Kirschen) – natürlich ohne Gesichtsmasken genossen!

Kellnerin (mit Maske) bringt uns den Kaffee und die Torten
Kellnerin (mit Maske) bringt uns den Kaffee und die Torten

Gleich am ersten Tag nach der Wiedereröffnung (ein Werktag, draußen war es frisch und windig) war leider so gut wie noch nichts los (ansonsten ist das Cafe immer sehr gut gefüllt), zeitweise waren wir sogar die einzigen Gäste. Mich erinnerte das an eine Zugfahrt vor wenigen Wochen, als ich allein im unteren Teil eines ganzen Waggons saß.

Erste Erdbeeren

Wenn ich mit meiner Frau die Niedersachsenstraße entlang fahre und nach Todtglüsingen komme, so befindet sich linkerseits der Hofladen des Obsthofes Busch. Steht dort ein großer Erdbeer-Bär als Skulptur in der Einfahrt, dann heißt das: Es gibt wieder frische Erdbeeren!

Erste Erdbeeren aus Tostedt: Erntehelfer im Einsatz
Erste Erdbeeren aus Tostedt: Erntehelfer im Einsatz

Und kreuzen wir die B75, dann können fleißige Erntehelfer beobachtet werden, wie sie die reifen roten Früchte für uns pflücken.

Erste Erdbeeren aus Tostedt: Erntehelferin aus Polen
Erste Erdbeeren aus Tostedt: Erntehelferin aus Polen

Die Erntehelfer kommen schon seit Jahren aus Polen. Und trotz des Coronavirus haben viele auch dieses Jahr nach Tostedt gefunden. Wie zu sehen ist, so halten sich die Arbeiterinnen und Arbeiter an die weiterhin bestehenden Abstandsregeln.

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (11): „Der Betonklotz von Tostedt“

Der Ausdruck ‚Betonklotz von Tostedt‘, der sich auf den aus vier Häusern bestehenen Wohnblock ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt bezieht, stammt nicht von mir. Öfter bin ich oder ist meine Frau auf den Neubau angesprochen worden und immer stand dabei die Voluminösität (um es einmal so auszudrücken) des Baues im Mittelpunkt. „Da haben die sich aber was Tolles ausgedacht! Und das mitten in Tostedt!“ – „Eine Nummer kleiner ging es wohl nicht!“ Selbst unser Gemeindebürgermeister, Gerhard Netzel, zeigte sich anhand der Größe etwas irritiert, wie er es in seiner Ansprache anläßlich des weihnachtlichen Richtfestes äußerte.

Neubau ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt - 'Der Betonklotz von Tostedt'
Neubau ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt – ‚Der Betonklotz von Tostedt‘

Ich will mich hier nicht hinter den Aussagen anderer verstecken. Vom Tenor her könnten die Sprüche nämlich auch von mir sein. So frage ich mich, was solche als Stadthäuser deklarierten Bauten in einem kleinen Ort wie Tostedt zu suchen haben. Klar, mir ist bewusst, dass das ‚der neue Baustil‘ ist, der inzwischen überall zu finden ist, so auch in Tostedt (und eines Tages vielleicht als die Bausünde der 2020-er Jahre abgetan wird). Und es ist ein Baustil, der schwammige Bauvorschriften ‚hintergeht‘, indem eine nach dem Bebauungsplan zulässige Bebauung mit maximal 2 bzw. 3 Vollgeschossen um ein Stapelstockwerk erweitert wird. Wenn dann darüber noch Aufbauten für die Fahrstuhlschächte und die ‚raumlufttechnischen Anlagen‘ errichtet werden, so kommen wir bei drei Vollstockwerken optisch schon auf fünf Stockwerke. Übrigens: Die Umgebung wird überwiegend durch ein- bis zweigeschossige Wohn- und Mischnutzungen geprägt, wie es auch die Bauherren ‚anerkennen‘.

Apropos Stadthäuser: Ich finde es schon ziemlich interessant, wenn in der Begründung zur Bebauungsplanänderung, die am Ende vom Gemeindedirektor unterzeichnet wurde, von innenstadtnahen Flächen („… [um] die innenstadtnahen Flächen möglichst vielen Menschen für Wohnzwecke zur Verfügung stellen zu können“) und „Wohnquartieren mit hohen Grünanteilen“ die Rede ist. Hier wird vieles schöngeredet (die Innenstadtnähe würde ich gelinde gesagt als relativ ansehen, wobei statt Innenstadt der Begriff Ortsmitte für Tostedt eher zutrifft – und zum angeblich hohen Grünanteil haben die Anrainer einiges betragen können, indem sie Politik und Verwaltung schon früh auf die anfangs noch größeren Ausmaße des Bauvorhabens hinwiesen).

Im November 2018 gab es Baggerarbeiten und seit April 2019 ist das Grundstück mit den vier entstehenden Neubauten eine andauernde Baustelle. Morgens von Montag bis Freitag geht kurz nach 6 Uhr 30 (im Winter ab 7 Uhr) der Baulärm in unmittelbarer Nähe zu uns los und dauert mit kurzen Pausen bis gegen 16 Uhr. Gerade jetzt in Coronazeiten, wenn wir zu Hause verbleiben sollen, das Wetter sich von der freundlichen Seite zeigt und wir gern draußen auf unserer Terrasse sitzen möchten, kann das natürlich ganz schön ‚auf den Geist‘ gehen. Hoffen wir auf ein baldiges Ende (das für uns aber noch nicht absehbar ist).

Was einst als Schandfleck Tostedts bezeichnet wurde, mausert sich zu einem ‚Wohnquartier‘, das sicherlich neuen Wohnraum schafft (der allerdings nicht der billigste sein wird, denn Spekulanten wollen hohe Renditen), dafür aber das Ortsbild einer immer noch kleinen Gemeinde nachhaltig verändert.