Kategorie-Archiv: Tostedt

Tostedt – Kuh- und Schweinekaff in der Heide – 900 Jahre alt – und Umgebung

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (12): Stadthäuser mit Graffito

Das Grundstück ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt ist natürlich längst aus der Phase der Planung heraus. Zur Straße hin steht ein Block aus vier Wohnhäusern, der der Fertigstellung harrt. Ein Aufbau für den Fahrstuhl wurde nun mit einem Graffito ‚geschmückt‘. Was wir eigentlich nur aus der Stadt kennen, ‚zieht‘ nun auch in den doch eher ländlichen Bereich von Tostedt ein: so genannte Stadthäuser mit städtischem Sprayerwerk!

‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito
‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito

Ich habe versucht, den ‚Autoren‘ des Graffito im Netz ausfindig zu machen, denn u.a. hinterließ er seine Initialen, konnte diesen aber nicht ausmachen. Meine Frau und ich mutmaßen, dass er aus Hamburg (vielleicht auch aus Bremen) stammt und auf der Fahrt mit der Bahn die jungfräuliche ‚Leinwand‘ gesichtet hat, ausgestiegen ist, sein Werk vollbrachte und mit dem nächsten Zug weitergefahren ist.

‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito
‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt: Stadthäuser mit Graffito

‚Himmelfahrtskommando‘

'Kommandeurin' prüft den Luftdruck
‚Kommandeurin‘ prüft den Luftdruck

Nein, ein solcher lebensgefährlicher Auftrag war es nicht. Es ging nur am Himmelsfahrtstag mit Muddern, die das Kommando übernommen hatte, den älteren der beiden Söhne, seiner Freundin und mir ins Grüne. Das Wetter war prächtig, also sonnig, windstill und nicht ganz so warm. Also genau richtig, um mit den Rädern die Gegend um Tostedt zu erkunden.

    Teich (Este) bei Bötersheim
    Teich (Este) bei Bötersheim
    1000-jährige Eiche in Bötersheim
    1000-jährige Eiche in Bötersheim

Das erste Ziel war Bötersheim mit der Bötersheimer Quelle, die die Este nährt. In dem kleinen Örtchen gibt es auch eine uralte Eiche, als 1000-jährige Eiche bezeichnet, wenn es mit den 1000 Jahren auch etwas übertrieben zu sein scheint. Hier beginnt dann auch der Estewanderweg, der natürlich mit dem Rad zu meistern ist.

Estewanderweg
Estewanderweg

Es ging dann weiter über Dohren, Wüstenhöfen und Wistedt, wo es die guten Wieseneier gibt, durch den Düvelshöpen zurück nach Tostedt.

Es darf wieder Kaffee gereicht werden

Gestern hatten meine Frau und ich Hochzeitstag. Und obwohl es frisch, immerhin aber trocken war, zog es uns beide in die Lüneburger Heide nach Höpen, was zu Schneverdingen gehört. Wir schlenderten durch die Heide und erfreuten uns besonders an der Ginsterblüte (die Heide selbst ist noch nicht soweit).

Ginsterblüte 2020 in der Lüneburger Heide bei Höpen/Schneverdingen
Ginsterblüte 2020 in der Lüneburger Heide bei Höpen/Schneverdingen

Zuvor war es uns aber nach Kaffee und dicken Tortenstücken zumute. Die bekommt man hier am besten im Cafe Höpen-Idyll (zz. nur von 14 bis 18 Uhr geöffnet). Nur undank Corona war es in den letzten Wochen untersagt, Cafes und Restaurants aufzusuchen. Gestern nun war es endlich soweit. Die Restriktionen sind auch für diese Gastronomiebetriebe gelockert worden.

Und so nutzten wir die Möglichkeit, im besagten Cafe zu schlemmen. Betreten musste wir das Cafe mit Gesichtsmaske. Und auch die freundliche Kellnerin durfte uns nur mit einer Maske bedienen. Zudem wurden unsere Kontaktdaten erfasst – für den Fall aller Fälle. Dafür schmeckte uns der Kaffee und besonders die leckeren Torten (Käsesahne mit Erdbeeren bzw. Friesentorte mit Kirschen) – natürlich ohne Gesichtsmasken genossen!

Kellnerin (mit Maske) bringt uns den Kaffee und die Torten
Kellnerin (mit Maske) bringt uns den Kaffee und die Torten

Gleich am ersten Tag nach der Wiedereröffnung (ein Werktag, draußen war es frisch und windig) war leider so gut wie noch nichts los (ansonsten ist das Cafe immer sehr gut gefüllt), zeitweise waren wir sogar die einzigen Gäste. Mich erinnerte das an eine Zugfahrt vor wenigen Wochen, als ich allein im unteren Teil eines ganzen Waggons saß.

Erste Erdbeeren

Wenn ich mit meiner Frau die Niedersachsenstraße entlang fahre und nach Todtglüsingen komme, so befindet sich linkerseits der Hofladen des Obsthofes Busch. Steht dort ein großer Erdbeer-Bär als Skulptur in der Einfahrt, dann heißt das: Es gibt wieder frische Erdbeeren!

Erste Erdbeeren aus Tostedt: Erntehelfer im Einsatz
Erste Erdbeeren aus Tostedt: Erntehelfer im Einsatz

Und kreuzen wir die B75, dann können fleißige Erntehelfer beobachtet werden, wie sie die reifen roten Früchte für uns pflücken.

Erste Erdbeeren aus Tostedt: Erntehelferin aus Polen
Erste Erdbeeren aus Tostedt: Erntehelferin aus Polen

Die Erntehelfer kommen schon seit Jahren aus Polen. Und trotz des Coronavirus haben viele auch dieses Jahr nach Tostedt gefunden. Wie zu sehen ist, so halten sich die Arbeiterinnen und Arbeiter an die weiterhin bestehenden Abstandsregeln.

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (11): „Der Betonklotz von Tostedt“

Der Ausdruck ‚Betonklotz von Tostedt‘, der sich auf den aus vier Häusern bestehenen Wohnblock ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt bezieht, stammt nicht von mir. Öfter bin ich oder ist meine Frau auf den Neubau angesprochen worden und immer stand dabei die Voluminösität (um es einmal so auszudrücken) des Baues im Mittelpunkt. „Da haben die sich aber was Tolles ausgedacht! Und das mitten in Tostedt!“ – „Eine Nummer kleiner ging es wohl nicht!“ Selbst unser Gemeindebürgermeister, Gerhard Netzel, zeigte sich anhand der Größe etwas irritiert, wie er es in seiner Ansprache anläßlich des weihnachtlichen Richtfestes äußerte.

Neubau ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt - 'Der Betonklotz von Tostedt'
Neubau ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt – ‚Der Betonklotz von Tostedt‘

Ich will mich hier nicht hinter den Aussagen anderer verstecken. Vom Tenor her könnten die Sprüche nämlich auch von mir sein. So frage ich mich, was solche als Stadthäuser deklarierten Bauten in einem kleinen Ort wie Tostedt zu suchen haben. Klar, mir ist bewusst, dass das ‚der neue Baustil‘ ist, der inzwischen überall zu finden ist, so auch in Tostedt (und eines Tages vielleicht als die Bausünde der 2020-er Jahre abgetan wird). Und es ist ein Baustil, der schwammige Bauvorschriften ‚hintergeht‘, indem eine nach dem Bebauungsplan zulässige Bebauung mit maximal 2 bzw. 3 Vollgeschossen um ein Stapelstockwerk erweitert wird. Wenn dann darüber noch Aufbauten für die Fahrstuhlschächte und die ‚raumlufttechnischen Anlagen‘ errichtet werden, so kommen wir bei drei Vollstockwerken optisch schon auf fünf Stockwerke. Übrigens: Die Umgebung wird überwiegend durch ein- bis zweigeschossige Wohn- und Mischnutzungen geprägt, wie es auch die Bauherren ‚anerkennen‘.

Apropos Stadthäuser: Ich finde es schon ziemlich interessant, wenn in der Begründung zur Bebauungsplanänderung, die am Ende vom Gemeindedirektor unterzeichnet wurde, von innenstadtnahen Flächen („… [um] die innenstadtnahen Flächen möglichst vielen Menschen für Wohnzwecke zur Verfügung stellen zu können“) und „Wohnquartieren mit hohen Grünanteilen“ die Rede ist. Hier wird vieles schöngeredet (die Innenstadtnähe würde ich gelinde gesagt als relativ ansehen, wobei statt Innenstadt der Begriff Ortsmitte für Tostedt eher zutrifft – und zum angeblich hohen Grünanteil haben die Anrainer einiges betragen können, indem sie Politik und Verwaltung schon früh auf die anfangs noch größeren Ausmaße des Bauvorhabens hinwiesen).

Im November 2018 gab es Baggerarbeiten und seit April 2019 ist das Grundstück mit den vier entstehenden Neubauten eine andauernde Baustelle. Morgens von Montag bis Freitag geht kurz nach 6 Uhr 30 (im Winter ab 7 Uhr) der Baulärm in unmittelbarer Nähe zu uns los und dauert mit kurzen Pausen bis gegen 16 Uhr. Gerade jetzt in Coronazeiten, wenn wir zu Hause verbleiben sollen, das Wetter sich von der freundlichen Seite zeigt und wir gern draußen auf unserer Terrasse sitzen möchten, kann das natürlich ganz schön ‚auf den Geist‘ gehen. Hoffen wir auf ein baldiges Ende (das für uns aber noch nicht absehbar ist).

Was einst als Schandfleck Tostedts bezeichnet wurde, mausert sich zu einem ‚Wohnquartier‘, das sicherlich neuen Wohnraum schafft (der allerdings nicht der billigste sein wird, denn Spekulanten wollen hohe Renditen), dafür aber das Ortsbild einer immer noch kleinen Gemeinde nachhaltig verändert.

Maske in Schwarz

Frei nach der Operette Maske in Blau kommen wir in diesen Tagen der Maskenpflicht im Nahverkehr und besonders in den Geschäften (gilt auch für Wochenmärkte) nach. Ohne Gesichtsmaske kein Einlass.

Einkauf nur mit Gesichtsmaske: Maske in Schwarz
Einkauf nur mit Gesichtsmaske: Maske in Schwarz

Besonders glücklich bin ich noch nicht mit meiner Maske, denn als Brillenträger habe ich so meine Probleme: die Brille beschlägt durch meinen Atem, auch reine Nasenatmung nützt nicht viel. Andere bekommen sogar Atemnot. Meine Frau und ich haben Gesichtsmasken von meinem Sohn, der in Mannheim studiert, bekommen, die wohl um einiges besser sind (… und meinen anderen Sohn traf ich beim Einkaufen – mit einer Maske in Schwarz). Und da auch Tücher als Masken gelten, werde ich beim nächsten Einkauf vielleicht ein solches benutzen.

Bleibt gesund, wir bleiben am Ball!

Wintereinbruch Ende März in Norddeutschland

Kaum hatten wir den Frühlingsanfang, da wurde es kalt bei uns. Okay, die Sonne schien von blauem Himmel, so dass es erträglich war, die Einschränkungen, die uns das Coronavirus auferlegte, ohne Murren zu ertragen. Und dann das …

Wintereinbruch Ende März in Tostedt
Wintereinbruch Ende März in Tostedt

Zunächst fiel Schnee, der allerdings nicht wirklich liegen blieb. Am Nachmittag kam es gestern dann aber richtig dicke: Ein ziemlich lange anhaltender Graupelschauer sorgte dafür, dass die Landschaft sich winterlich weiß färbte.

Wintereinbruch Ende März in Tostedt: die Osterhasen frieren
Wintereinbruch Ende März in Tostedt: die Osterhasen frieren

Und das zwei Wochen vor Ostern. Da kamen die Osterhasen ins Frieren. So viel weiße Pracht hatten wir bei uns den ganzen Winter nicht. Vielleicht sollte das auch ein wettermäßiger Beitrag sein, für etwas Abwechslung in unseren etwas ‚beschränkten‘ Alltag zu sorgen.

Quarantäne und Kontaktverbot

Es ist weiterhin nicht abzusehen, wann wir vom Coronavirus ‚erlöst‘ sein werden. Wenn jetzt auch schon Frau Merkel, Prinz Charles und Boris Johnson positiv auf diesen Virus getestet wurden (zu viel des Händeschüttelns ist ungesund, das Händewaschen vergessen), dann spätestens wird einem klar, dass eine dermaßen einschneidende Maßnahme wie das Kontaktverbot nicht übertrieben ist.

Natürlich klagt ‚die Wirtschaft‘, fordert ‚Entschädigungen‘ vom Steuerzahler. Wenn es aber um dicke Gewinne geht, dann geschieht das oft ‚an der Steuer‘ vorbei. Den Kleinunternehmern und Arbeitnehmern, die um ihre Existenz kämpfen, sollte natürlich geholfen werden.

Inzwischen ist es entschieden: Sportliche Großveranstaltungen wie die Fußball-Europameisterschft und die Olympischen Spiele in Tokio werden erst einmal aufs nächste Jahr verschoben. Die laufende Saison in der Fußball-Bundesliga soll dagegen ab Mitte Mai unbedingt zu Ende gespielt werden, notfalls wieder vor leeren Zuschauerrängen – um so die TV-Gelder zu retten. Wir werden sehen …

Coronavirus
Coronavirus

In diesen Wochen hat sich einiges verändert. Wer kann, arbeitet von zu Hause aus per Homeoffice. Andere müssen zusehen, wie sie mit dem Kurzarbeitergeld klar kommen. Für viele ergeben sich durch die verminderten Sozialkontakte psychische Probleme. Besonders ältere Menschen, die von der Außenwelt geradezu abgeschnitten sind, leiden unter ihrer Einsamkeit. Da möchte das „Silbertelefon“ helfen, eine Hotline, die täglich von 8 bis 22 Uhr für einsame ältere Menschen geschaltet ist: 0800 4 70 80 90

In vielen Städten wie in meinem Wohnort Tostedt wird eine Nachbarschaftshilfe, ein Einkaufsservice für Risikogruppen angeboten. Wer Zeit hat und Nachbarn kennt, die zu diesen Risokogruppen (wie alte Menschen) gehören, kann Gutes tun.

Meine Familie ist gesund und munter. Wir nutzen die Zeit und genießen das schöne Wetter. Langeweile gibt es für uns nicht. Diejenigen, die zu Hause bleiben müssen, sollten die Zeit nutzen: Ein gutes Buch lesen, den Garten für den Sommer herrichten, endlich einem Hobby fröhnen; Dinge tun, die man längst schon tun wollte – es gibt genügend zu tun. Bleibt weiterhin gesund und lässt Euch nicht entmutigen!

Frostschutzberegnung – außergewöhnlicher Anblick am Morgen

Bei Obstbäumen kann später Frost besonders große Schäden anrichten. Solange sie im Winterschlaf sind, macht ihnen die Kälte nichts aus. Sobald sie Blütenknospen und Triebe angesetzt haben, können Minusgrade eine verheerende Wirkung haben. Unter Umständen kann sogar die gesamte Ernte in Gefahr sein. Als Faustregel gilt: Geschlossene Knospen vertragen minus vier Grad. Wenn die Blütenblätter schon zu sehen sind, liegt eine Temperatur von minus zwei Grad noch im Toleranzbereich und bei offenen Blüten liegt die Grenze bei null Grad.

Obstbauern schützen die empfindlichen Blüten vor Frostschäden, indem sie Beregnungsanlagen einsetzen, die einen feinen Sprühnebel auf dem Baum verteilen. Das Wasser kühlt ab und gefriert, während sich die Luft erwärmt. Sind Temperaturen von null Grad erreicht, nehmen Knospen und Blüten keinen Schaden. Das Prinzip nennt man „Frostschutzberegnung“. (Quelle: ndr.de)

Obstbäume nach Frostschutzberegnung
Obstbäume nach Frostschutzberegnung

In diesen Tagen scheint zwar die Sonne in voller Pracht, aber die Temperaturen liegen am Tag durch die kalte Luft, die aus dem Osten zu uns strömt, noch deutlich unter 10 ° C, in der Nacht gibt es sogar Ende März noch Frost. Da die Obstbäume bereits Blüten tragen, helfen sich auch unsere Obstbauern mit der Beregnung der Bäume.

Obstbäume nach Frostschutzberegnung
Obstbäume nach Frostschutzberegnung

Was dem Schutz der Obstbäume dient, ist für den Betrachter am Morgen ein wunderbarer Anblick. So gesehen in Todtglüsingen, einem Ortsteil meines Wohnortes Tostedt.

Obstbäume nach Frostschutzberegnung
Obstbäume nach Frostschutzberegnung

Weitere Fotos siehe auf meinem Facebook-Konto:

„Bleibt alle gesund!“

Das Coronavirus hält uns in seinem Bann. Wie schnell sich unser aller Leben innerhalb weniger Tage ändern kann. Nur haben einige das wohl noch nicht so ganz begriffen. Nein, ich will hier nicht mit Statistiken oder gar Horrormeldungen kommen, das vermelden andere Medien zuhauf. Ich will lediglich über meine Erlebnisse und Eindrücke der letzten Tage berichten, denn das Coronavirus hat natürlich auch mein Leben verändert (und das meiner Lieben).

Coronavirus
Coronavirus

Zunächst bin ich natürlich froh, Rentner zu sein und nicht mehr zur Arbeit zu müssen. Ob meine frühere Arbeitsstelle es geschafft hat, auf Homeoffice umzustellen, weiß ich nicht. Gewünscht war das schon lange, aber von oberster Stelle zu meinen Zeiten noch rigoros abgelehnt. Dabei hätte das schon längst ermöglicht werden können. Dumm gelaufen, ihr Schlaumeier da oben!

Bahnen und Busse fahren zwar noch, aber die Anzahl der Fahrgäste hat sich doch drastisch verringert. Wer nicht muss, bleibt zu Hause. So hat die Ausbreitung der Pandemie auch unerwartet positive Folgen für die Umwelt: mit der zunehmenden Einschränkung der wirtschaftlichen Aktivitäten und der individuellen Mobilität gingen die Luftverschmutzung und der Kohlendioxid-Ausstoß teilweise massiv zurück. Dies gilt neben CO2 auch für Stickstoffdioxid (NO2)

Durch die Schließung der Schulen, der Kindertagesstätten und jetzt auch vieler Geschäfte sind viele Arbeitnehmer und Kleinunternehmer in ihrer Existenz bedroht. Meine Frau, die in der Kindertagespflege tätig ist, darf vorerst (bis zum 18.04.) keine Kinder mehr betreuen, bekommt aber noch das Geld vom Jugendamt. Gleiches gilt auch für den jüngeren meiner Söhne, der als Erzieher tätig ist. Er steht allerdings für die Notbetreuung zum Einsatz bereit. Der ältere meiner Söhne studiert in Mannheim Medizin und hat sich bereits bemeldet, um als MTA Labor, also Medizinisch-technischer Assistent auszuhelfen.

Auch bei uns im kleinen Örtchen Tostedt gibt es Hamsterkäufe. Toilettenpapier und Nudeln (meist der preiswerteren Sorten) sind im Grunde ständig ausverkauft. Gestern hatte wir Glück, weil gerade Klopapier angeliefert wurde, als wir uns in einem Laden aufhielten. Hefe, ob nun frisch oder als Trockenhefe, ist zz. auch nicht erhältlich. Das gilt wohl auch für jede Art von Dosenfraß.

Natürlich gibt es auch die positiven Seiten der Coronakrise. Meine Frau und ich gehören durch unser Alter wohl auch schon fast zur Gruppe der Risikopersonen, was uns aber nicht abhält, gelegentlich für noch ältere Nachbarn den Einkauf zu erledigen. Und wir sind wirklich nicht die Einzigen, die auf diese Weise den älteren Menschen helfen.

Auch wenn es noch nicht bei uns im Ort angekommen ist: In Spanien ist es das Klatschen, in Italien das Singen – als Dank für all die helfenden Hände. Inzwischen finden sich aber auch in Deutschland (um 21 Uhr) die Menschen auf den Balkonen (mit dem gehörigen Sicherheitsabstand) ein, um auf diese Weise ihre Solidarität mit den Medizinern, Pflegekräften und all den anderen Helfern zum Ausdruck zu bringen. Ich kann mich dem nur anschließen.

Leider haben es noch nicht alle begriffen, dass wir undank des Coronavirus unser soziales Verhalten ändern müssen. Der krasseste Fall ereignete sich in unserem Ort: Eine Arzthelferin kam mit ihrem Mann von einer Kreuzfahrt zurück. Auf dem Schiff wurden zwei Personen positiv auf den Coronavirus getestet. Daher musste das Paar zu Hause für 14 Tage in Quarantäne. Nun meinte der Arzt, bei dem sie angestellt ist, dass sie durchaus zur Arbeit kommen könne. Die Quarantäne wäre doch nur Quatsch. Was hat der Arzt (sic!) nicht verstanden?!

Für Ende April/Anfang Mai hatten meine Frau und ich eine Flugreise nach Sizilien, also in das Risokogebiet Italien geplant. Inzwischen haben wir das Hotel storniert (kostenlos!), für die Bahnreise zum Flughafen haben wir einen Gutschein beantragt, da es sich um ein Ticket mit Supersparpreis handelt (ansonsten ist sogar eine Erstattung möglich). Nur mit dem Flieger haben wir noch unsere Probleme. Ryanair (wir haben uns für diesen so genannten Billigflieger entschlossen, weil er als einziger unseren Zielort Comiso direkt anfliegt) schiebt es noch auf die lange Bank. Eine Stornierung von uns aus ohne großen Geldverlust ist schon einmal nicht möglich (zumal bei diesem Billigflieger aus bekannten Gründen alles automatisiert und zz. lediglich eine Umbuchung möglich ist). Wir müssen warten, dass Ryanair den Flug von sich aus cancelt. Das sollte angesichts der neuen Reisewarnung (gilt für Anslandsreisen vorerst bis Ende April) eigentlich möglichst bald sein.

Gespannt sind wir, ob es nun doch schon bald zu einem Ausgangsverbot kommen wird. Wie gesagt: Einige Pappnasen haben noch nicht begriffen, warum sie sich z.B. nicht zu Partys oder in großer Anzahl in der Öffentlichkeit treffen sollen. Dieser gefährliche Wohlstandstrotz schadet uns alle und könnte, wenn er nicht abgestellt wird, zu den von uns nicht gewünschten Ausgangsverboten führen. Danke, ihr Volltrottel!

Noch eines am Schluss: In Hamburg Norddeutschland sagt man bekanntlich Tschüss. In diesen Tagen schieben wir gern ein „… und bleiben Sie gesund!“ hinterher. Ich kann mir gut denken, dass dieses „Und bleibt gesund!“ die Coronakrise überleben wird. Ist doch ein schöner Abschiedsgruß, oder? In diesem Sinne. Bleibt alle gesund!