Kategorie-Archiv: Tostedt

Tostedt – Kuh- und Schweinekaff in der Heide – 900 Jahre alt – und Umgebung

Willi auf Radtour (07): Baum fällt

Letzten Sonntag gab es eine Tatort-Folge aus Wien mit dem Titel ‚Baum fällt‘ (Video ist verfügbar bis zum 24.12.2019). Es ging dabei u.a. um die Rodung von Wäldern in Osteuropa. Die Bäume wurden in dem Film von einem Sägewerk in Österreich billig aufgekauft und weiter u.a. zu Pellets verarbeitet. Das ist in zweifacher Hinsicht nicht gerade umweltfreundlich: Die gerodelten Flächen werden nicht wieder aufgeforstet und Pellets geben u.a. Feinstaub und Ruß ab. Von Nachhaltigkeit kann da keine Rede sein.

Ich bin lange Zeit mit der Bahn gefahren und wurde in meinem Fortkommen oft durch ins Gleis gefallene Bäume aufgehalten. Die Bahn will dem jetzt entgegenwirken, d.h. Bäume fällen, die spätestens beim nächsten Sturm der Bahn gefährlich werden könnten. Ein richtiges Konzept wie die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) scheint die Deutsche Bahn (DB) aber immer noch nicht zu haben.

Gefällte Bäume an der Bahnstrecke Hamburg - Bremen
Gefällte Bäume an der Bahnstrecke Hamburg – Bremen

Auf meiner Tour mit dem Fahrrad rund um meinen Wohnort bin ich auch in die Nähe der Bahnstrecke Hamburg – Bremen gekommen und musste mich doch sehr wundern, wie hier zahlreiche Bäume der großen Keule resp. Säge zum Opfer fielen. Ob das in dieser Form notwendig war (zwischen den Bäumen und den Gleisen gibt es noch einen Graben), möchte ich bezweifeln.

Gefällte Bäume an der Bahnstrecke Hamburg - Bremen
Gefällte Bäume an der Bahnstrecke Hamburg – Bremen

So viel vorerst zu meinen Radtouren rund um Tostedt. Ich habe die geschossenen Fotos zu einem kleinen Video zusammengefasst, das Ihr nachfolgend betrachten könnt:


Willi auf Radtour rund um Tostedt/Lüneburger Heide im November 2019

Willi auf Radtour (06): Gewässer rund um Tostedt

Jetzt als Rentner habe ich die Zeit, die Umgebung von meinem Wohnort, Tostedt, per Fahrrad ein wenig zu erkunden. Klar kannte ich bereits einige der Gewässer, die rund um Tostedt fließen und hier in der Nähe auch entspringen. Da ist die Oste, ein Flüsslein von 149,4 km Länge. Oder die Este mit 62,3 km. Beides sind Nebenflüsse der Elbe. Etwas weiter westlich von der Oste entspringt die Wümme, der 118 km lange Hauptquellfluss der Lesum, die ab der Vereinigung mit der von Nordosten (rechts) herankommenden Hamme noch weitere 10 Kilometer bis zur Mündung in die Unterweser zurücklegt.

Wümme, Oste und Este - Flüsse rund um Tostedt
Wümme, Oste und Este – Flüsse rund um Tostedt

Nach diesem Plan oben entspringt die Oste ‚in‘ Tostedt, was nicht ganz falsch ist. Es ist der so genannte Tostedter Graben, der sich durch mehrere Zuflüsse weitet und zunächst durch den Wald namens Düvelshöpen fließt, dann einen der Ursprünge der Oste bildet.

Tostedter Graben im Düvelshöpen (Zufluss zur Oste)
Tostedter Graben im Düvelshöpen (Zufluss zur Oste)

Mitten in Tostedt (südlich der B75) hat der Todtglüsinger Bach seinen Ursprung, bildet zwischendurch kleine idyllisch gelegene Teiche, bevor er gen Osten der Este entgegenfließt.

Todtglüsinger Bach (Zufluss zur Este)
Todtglüsinger Bach (Zufluss zur Este)

In Bötersheim, nordöstlich von Tostedt, hat die Este jetzt im Herbst durch das Regenwasser schon etwas Fahrt aufgenommen.

Este bei Bötersheim
Este bei Bötersheim

Ebenfalls in Bötersheim gibt es ziemlich versteckt in einem Wäldchen eine Quelle, deshalb auch Bötersheimer Quelle genannt, die vor sich hin blubbert und ebenfalls die Este nährt.

Bötersheimer Quelle
Bötersheimer Quelle

Vergesse ich die Wümme nicht, ein Fluss, der ebenfalls hier in der Nähe entspringt. Rund 1,3 km südlich vom Schafstall Riepshof führt die Straße Richtung Königsmoor über eine kleine Brücke.

Wümme bei Riepshof
Wümme bei Riepshof

Nördlich der Bundesstraße B 75, die durch Tostedt führt, unweit der Johannes-Kirche hat der Dohrener Mühlenbach seinen Urspruch. Hier nennt man das schmale Gewässer nach dem niederdeutschen Namen des Ortes (Töst) auch die Töste. Zu diesem Gewässer, das nordwestlich von Bötersheim in die Este fließt, habe ich mich schon vor geraumer Zeit etwas intensiver beschäftigt: Die Töste – Dohrener Mühlenbach

siehe auch: Willi auf Radtour (03): Brücken

Willi auf Radtour (05): Schafstall ohne Schafe

Heide verbinden wir oft mit Schafen. Die Lüneburger Heide mit Heidschnucken. Im Umfeld meines Wohnortes sind Schafe aber eher rar. Auf einer Radtour bin ich zwar beim Schafstall Riepshof vorbei gekommen. Aber der dient eher als Begegnungsstätte für zahlreiche Anlässe. Schafe gibt es hier nicht (mehr).

Schafstall Riepshof
Schafstall Riepshof

Schafe fand ich dann aber auf einer anderen Tour, die mich u.a. von Todtglüsingen in Richtung Neddernhof führte, beides gehört zu Tostedt. Neben einer Heidschnucke graste auch ein normales Hausschaf.

Schafe auf der Wiese bei Todtglüsingen
Schafe auf der Wiese bei Todtglüsingen

Wer Schafe, speziell Heidschnucken, in einer Herde sehen will, der muss schon etwas tiefer in die Heide fahren. In Schneverdingen zum Beispiel ist jeden Morgen gegen 10:30 h am Schafstall am Höpen von Ostern bis Oktober (dieser Zeitraum gilt auch als Blütezeit der Heide) der öffentliche Heidschnuckenaustrieb (Eintrieb gegen 17 Uhr) zu sehen. Hier an der L 171 und in der Nähe des Heide-Kiosks sind die Heidschnucken von Schneverdingens Schäfer Günther Beuße zu Hause. Insgesamt ziehen über 9.000 Heidschnucken in 13 Herden an 365 Tagen im Jahr durch die Heideflächen der Lüneburger Heide.

Willi auf Radtour (04): Baseball in Dohren

Auf meiner Radtour durch die Gegend um Tostedt bin ich auch nach Dohren gelangt. Der Ort gehört zur Samtgemeinde Tostedt und ist durchgehend landlich geprägt (früher hätte ich von ‚Kuhdorf‘ gesprochen). Für Baseball-Experten ist der Ort allerdings bundesweit bekannt, denn hier gibt es die Wild Farmers, einen Baseballverein, der es bis in die höchste deutsche Spielklasse, der 1. Baseball-Bundesliga Nord, geschafft hat und sich dort nun schon einige Jahre behauptet.

Dohren: Große Anzeigetafel Dohren Wild Farmers
Dohren: Große Anzeigetafel Dohren Wild Farmers

Ich weiß es zwar nicht genau, aber der Name Wild Farmers leitet sich wohl vom KFZ-Kennzeichen für den Landkreis Harburg ab, zu dem Dohren gehört: WL nach der Kreisstadt Winsen (Luhe). Gern wird dieses Kennzeichen als ‚Wilder Landwirt‘ übersetzt, was auf Englisch bekanntlich ‚Wild Farmer‘ heißt.

Dohren: Baseballspielfeld
Dohren: Baseballspielfeld

Es ist bereits 15 Jahre her, da versuchte es der jüngere meiner beiden Söhne auch mit Baseball und war Mitglied der Schülermannschaft. Diese gewann 2004 die niedersächsische Meisterschaft und durfte somit auch an der deutschen Schülermeisterschaft teilnehmen, die in Mannheim stattfand. Allzu erfolgreich waren da die jungen wilden Landwirte allerdings nicht.

Niedersachsenmeister Schüler 2004: Dohren Wild Farmers - Siegerehrung
Niedersachsenmeister Schüler 2004: Dohren Wild Farmers – Siegerehrung

Hier die Spielregeln des Baseballs als PDF-Datei

Willi auf Radtour (03): Brücken

Es gibt für mich eine Vorliebe für Wasser: Ich mag Flüsse, noch mehr Seen und besonders das offene Meer, ob nun vom Festland betrachtet oder von einer Insel. So manchen Urlaub haben wir dort verbracht, wo auch Wasser in der Nähe ist. Selbst in den tiefen Süden Deutschlands an die Zugspitze zog es uns, weil es dort neben Wildgewässern auch den Eibsee gibt.

Mit diesem Beitrag will ich eine neue Kategorie, einen neuen Themenkreis, eröffnen, der sich mit Brücken beschäftigt. Bekanntlich gibt es Städte wie Venedig, die vor allem durch ihre Brücken bekannt sind. Hamburg, so sagt man, hätte allerdings mehr Brücken als Venedig. Und wer Hamburg kennt, wird dort über viele Brücken gegangen sein, die oft gar nicht als solche erkennbar sind (z.B. viele Bahnbrücken). Ich weiß nicht, über wie viele Brücken ich bereits gegangen bin. Brücken haben etwas Verbindendes. Nicht nur, dass sie ein Ufer, ob nun das von Flüßen oder das über Meeresengen, mit dem anderen verbinden. Sie verbinden gewissermaßen auch Menschen.

Ein kleiner Abstecher: Neben Brücken verbinden auch Fähren Gestade miteinander. An die erste Fähre, an die ich mich erinnere, ist die Sielwallfähre in Bremen, die in wenigen Minuten über die Weser führt und die Neustädter z.B. schnell zum Weserstadion führt. Aber das ist schon ein Thema für sich. Eine der letzten Fähren, mit der ich mit meiner Frau gefahren bin, ist die zur Hallig Hooge.

Komme ich zu den Brücken zurück: Während meiner kleinen Touren mit dem Rad durch das Umfeld meines Wohnortes Tostedt bin ich auch über verschiedenen Brücken gekommen. Wenige Kilometer westlich von Tostedt befindet sich eine Wasserscheide. Die einen Flüsse fließen in Richtung Weser, andere enden in der Elbe. Die Wümme (plattdeutsch Wümm) ist der 118 km lange Hauptquellfluss der Lesum, die ab der Vereinigung mit der von Nordosten (rechts) herankommenden Hamme noch weitere 10 Kilometer bis zur Mündung in die Unterweser zurücklegt. Die Quelle der Wümme liegt im höchsten Teil der Lüneburger Heide im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide südlich von Niederhaverbeck. Nur wenige Kilometer von der Quelle entfernt entspringt auch die Este, die allerdings in die Elbe mündet.

Plan von Riepshof mit Schafstall und Wümme
Plan von Riepshof mit Schafstall und Wümme

Um von Tostedt über Riepshof nach Königsmoor zu kommen, muss die Wümme über eine kleine Brücke überquert werden. Hier ist der Fluß noch schmal.

Brücke über die Wümme bei Riepshof
Brücke über die Wümme bei Riepshof

Durch das Wäldchen Düvelshöpen fließt der Tostedter Graben, der in die Oste mündet, die wiederum in die Elbe fließt. Neben einer kleinen Brück als Stein ….

Steinbrücke über den Tostedter Graben in Düvelshöpen
Steinbrücke über den Tostedter Graben in Düvelshöpen

… gibt es mehrere Holzbrücken, die über das kleine Gewässer führen. Gerade solche Brücken fügen sich wunderbar in die herbstliche Waldlandschaft ein.

Eine von mehreren Holzbrücken über den Tostedter Graben in Düvelshöpen
Eine von mehreren Holzbrücken über den Tostedter Graben in Düvelshöpen

In der Nähe von Tostedt gibt es den kleinen Ort Bötersheim, das zur Gemeinde Kakensdorf gehört. Es ist ein stller, geradezu idyllischer Ort, durch den die Este, ebenfalls ein Nebenfluss der Elbe (siehe oben), fließt. Neben einer Steinbrücke gibt es auch den unten gezeigten Steg, der aber nur zu finden ist, wenn sich der Wanderer durch ein Wäldchen schlägt, in dem er auch die Bötersheimer Quelle findet, aus der angeblich heiliges, magisches Wasser entspringt und in der manche ein rituelles Bad in dem eiskalten Wasser nehmen. Wohl an!

Steg über die Este bei Bötersheim
Steg über die Este bei Bötersheim

Willi auf Radtour (02): Von Rindviehern, Pferden und Gänse

Niedersachsen ist auf dem Lande von der Tierhaltung geprägt. Dass das nicht immer so super ist, wissen wir eigentlich alle. Ich sage nur Gülle, die hauptsächlich aus Urin und Kot landwirtschaftlicher Nutztiere besteht. Und ich sage Nitrat, das ins Trinkwasser gelangt. Besonders die Schweinezucht als Massentierhaltung ist äußerst bedenklich. So sind Schweine im Freien auch nicht anzutreffen, dafür aber deren ‚Duft‘, der neben der eigentlichen Gülle oft genug auf dem Lande die Luft verpestet.

Aber ich komme vom Thema ab. Wenn ich mit dem Rad durch die Gegend fahre, so sind immer auch Tiere zu sehen. In Quellen, gehört zu Wistedt, einem Nachbarort von Tostedt, gibt es den Biohof Quellen, der u.a. Limousin-Rinder hält. Auf einer Wiese waren schwarze Rinder zu sehen (es muss sich um die Rasse Angus handeln). Als ich vorbeifuhr, säugten gerade zwei Muttertiere ihre Kälber.

Angus-Rind mit Kalb in Quellen
Angus-Rind mit Kalb in Quellen

Ebenfalls in Quellen schnatterte eine Schar Gänse, die zwar den Martinstag überlebt hatte, die aber wohl zu Weihnachten als Festbraten auf manchem Mittagstisch landen werden.

Gänse in Quellen
Gänse in Quellen

Niedersachsen hat ein springendes Pferd im Wappen. Rund um Tostedt finden sich so natürlich viele Pferde (meist Reitpferde) auf den Wiesen.

Pferde beim Futtern im Düvelshöpen
Pferde beim Futtern im Düvelshöpen

Hier noch ein weiteres Rindvieh, ein Holstein-Rind, das vorwiegend der Milchwirtschaft dient. In Dohren gibt es den Hof Dallmann, der Tostedt und Umfeld mit Milch und Milchprodukten beliefert.

Holstein-Rindvieh bei Dohren
Holstein-Rindvieh bei Dohren

Ebenfalls in Dohren sah ich die folgenden Pferde in der Sonne verweilen.

Pferde in Dohren
Pferde in Dohren

Willi auf Radtour (01): Durch Wälder

Ja, so langsam kommt mein Rentnerdasein in Gang – mit sieben Gänge auf dem Rad durch die Wildnis rund um meinen Wohnort. Meine Lieben hatten mir ja vor über einem Jahr ein E-Bike zugestanden (nach der Knie-OP war ich so schnell wieder mobil). Und jetzt als Neu-Rentner nutze ich das, um bei zwar kaltem, aber meist doch sonnigen Wetter die Gegend unsicher zu machen.

Willis Fahrrad am Wegesrand
Willis Fahrrad am Wegesrand

Mal scheint die Sonne, mal ist es bedeckt, aber immer ist es schon ziemlich kalt (so zwischen 2 und 4 ° C bei östlichen Winden). Da helfen nur eine dicke Jacke, Handschuhe und Mütze.

Willi lässt sich von der Sonne bescheinen
Willi lässt sich von der Sonne bescheinen

Rund um Tostedt blüht nicht nur die Lüneburger Heide (wenn sie blüht), sondern nachdem es mit der Schafhaltung nicht mehr so üppig ist, wachsen auch wieder Bäume und so sah ich vor lauter Bäumen durchaus Wälder, die sich neben Heide, Wiesen und weiteren landwirtschaftlich genutzten Arealen über weite Flächen rund um den Ort erstrecken.

Im Wald (1) - unterhalb des Otterbergs in der Nähe des Schafstalls Riepshof
Im Wald (1) – unterhalb des Otterbergs in der Nähe des Schafstalls Riepshof

Eine Tour führte mich durch einen Wald, durch den der Schafstall Riepshof zu erreichen ist. Es hat etwas gedauert, aber nun verfärben sich die Blätter herbstlich in rot, gelb und braun. Gleich um die Ecke bei uns gibt es das Wäldchen Düvelshöpen (Düvel ist der Teufel – Höpen heißt eigentlich Hoffen, ist aber irgendwie auch eine Landschaftsbezeichnung, alles ist plattdeutsch).

Im Wald (2) - Im Düvelshöpen
Im Wald (2) – Im Düvelshöpen

Natürlich gibt es nicht nur Wald zu sehen, sondern per Rad lassen sich auch fließende Gewässer, dazu Brücken, und natürlich auch Tiere ansteuern und beobachten. Niedersachsen hat ja ein Pferd im Wappen. Und so sind an vielen Orten auch diese behuften Säugetiere zu sichten.

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (9): Ene meine muh und rein kommst du!

„Die Baumaßnahmen für das Bauprojekt ‚TO HUUS in 21255 Tostedt‘ haben bereits begonnen. Die Fertigstellung ist im Laufe des Jahres 2020 geplant.“

Noch ist nicht ein Stein gemauert, da wird bereits für das Bauvorhaben ‚Am Bahnhof 9/9a‘ durch ein großes Plakat, das bis zum Bahnhof in Tostedt gut sichtbar ist, geworben. Bis 2020 sollen dann insgesamt 90 Wohneinheiten (2- bis 4-Zimmer-Mietwohnungen) entstehen. Wer jetzt schon an eine der Wohnungen interessiert ist, kann Info-Material (Info-Blatt) anfordern.

Beispiel 2- und 4-Zimmer Mietwohnung
Beispiel 2- und 4-Zimmer Mietwohnung (Quelle: Info-Blatt to-huus-tostedt.de)

Da die insgesamt vier Wohngebäude sehr nah an den Gleisen der Bahnmagistrale zwischen Bremen und Hamburg liegen, erfolgt die ‚Ausstattung nach erhöhten Schallschutzanforderungen‘ und die ‚Schlafräume erhalten elektrische Außenroll[l]äden‘. Besonders die Gebäudeteile 1a und 1b in vorderer Reihe sind vom Bahnlärm betroffen.

Das angesprochene Info-Blatt wirbt vor allem mit der Lage der neuen Mietwohnungen. Gemeint ist Tostedt selbst, ein Ort, der sicherlich verkehrsmäßig günstig liegt und in vielerlei Hinsicht einiges zu bieten hat. Mit den angesprochenen Kultureinrichtungen sieht es allerdings eher mau aus. Da hat der Nachbarort Buchholz, z.B. mit der Empore Buchholz, etwas mehr zu bieten. Ansonsten steht Hamburg und auch Bremen für Kultur eher zur Verfügung. Auch ist es mit der gesundheitlichen Versorgung so eine Sache. Bestimmte Fachärzte (z.B. Orthopäde, HNO-Arzt und Hautarzt) fehlen ganz. Das nächste Krankenhaus ist wiederum nur in Buchholz zu finden. Außerdem nehmen einige Allgemeinmediziner wegen der großen Anzahl ihrer Stammpatienten keine neuen Patienten mehr auf. Wer also von außerhalb nach Tostedt ziehen möchte, sollte dies bedenken.

Nun, ich bin gespannt, wann die eigentlichen Bauarbeiten endlich beginnen. Seit den ersten Arbeiten auf dem Grundstück (Abriss verschiedener Gebäude) im Mai 2016 ist bereits viel Zeit vergangen. Und die Zeitangabe (Fertigstellung ist im Laufe des Jahres 2020 geplant) lässt sich so deuten, dass noch einiges nicht (z.B. die Bauanträge, Beauftragung von Baufirmen) ‚in trockenen Tüchern‘ gewickelt ist. Sonst sollte sich die Fertigstellung etwas genauer datieren lassen.

Also schauen wir ‚mal …!

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (8): Neuer Bebauungsplan und Erdarbeiten

Es ist schon eine Zeit her, dass ich mich hier zu dem Bauvorhaben ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt geäußert habe. Zuletzt ging es im Frühjahr 2017 um die Öffentliche Auslegung zum „Entwurf der 2. Änderung zum Bebauungsplan Nr. 22 sowie der Entwurf der Begründung mit Anlagen“ im Rathaus der Samtgemeinde Tostedt. Und inzwischen hat nicht nur der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Tostedt getagt und über die Stellungnahmen der Bürger beraten. In der Ratssitzung am 13. Juni 2017 wurde über die Änderung des Bebauungsplanes endgültig beschlossen. Planzeichnung und Begründung zu dieser 2. Änderung des B-Plans 22 (Karlstraße, Tostedt) sind im Internet einsehbar bzw. als PDF abrufbar.

2. Änderung zum Bebauungsplan Nr. 22 Karlstraße, Tostedt
2. Änderung zum Bebauungsplan Nr. 22 Karlstraße, Tostedt

Anschließend hat sich im Jahr 2017 erst einmal so gut wie nichts getan (Es tat sich zumindest auf dem Grundstück nichts). Nach meinem Wissen sind auch die eigentlichen Bauanträge von der Bauherrengemeinschaft Tostedt GbR bei den zuständigen Stellen bis Ende 2018 nicht eingegangen.

Entgegen der Vorankündigung verspätet gab es dann im Mai wieder Arbeiten auf dem Grundstück, u.a. wurden die noch vorhandenen Baumstumpen entfernt. Mitte Oktober gab es dann weitere Arbeiten am Baumbestand. Und ab 1. November 2018 montags bis samstags pünktlich ab 7 Uhr wurden für mehrere Wochen (bis vor Weihnachten) Erdarbeiten durchgeführt. Dabei wurde ein Großteil der Muttererde, der in der Bauphase nur stören würde, kurz vor dem Grünstreifen zu den Häusern in der Morlaasstraße Ost (also auch zu uns) mehrere Meter hoch aufgeschüttet. Die vorgesehene Anpflanzung an den angrenzenden Grundstücken der Morlaasstraße Ost, die eigentlich in der Pflanzperiode November 2017 bis April 2018 erfolgen sollte und in Absprache mit dem Fachbereich „Bauen und Planung“ um ein Jahr verschoben wurde, wird so mit Sicherheit wieder nicht ausgeführt werden.

Muttererdeanhäufung – darf hier gerodelt werden?
Muttererdeanhäufung – darf hier gerodelt werden?

Bei diesen Erdarbeiten wurden auch die für die Bebauung vorgesehenen Flächen ausgehoben und mit Sand gefüllt, also für den späteren Bau der Häuser ‚präpariert‘. Seitdem liegt das Grundstück im Winterschlaf. Immerhin steht auf dem Grundstück schon ein Baukran, der auf baldigen Baubeginn der geplanten Häuser hindeutet.

Und zwischen den Jahren hat sich noch etwas getan: An übereinander gestapelten Container flattert bis zum Bahnhof gut sichtbar eine Leinwand: Ene meine muh – und rein kommst du. – steht dort geschrieben. Wer Interesse an einer Mietwohnung hat, kann sich Info-Material einholen: „Die Baumaßnahmen für das Bauprojekt „TO HUUS in 21255 Tostedt“ haben bereits begonnen. Die Fertigstellung ist im Laufe des Jahres 2020 geplant.“ Mehr dazu demnächst.

45. Flohmarkt in Tostedt 2017 – Töster Markt

Und schon wieder ist es am Samstag (07.10.2017) soweit: Im kleinen Tostedt – halbwegs zwischen Bremen und Hamburg – findet seit 1973 immer am ersten Oktoberwochenende der größte Flohmarkt Norddeutschlands statt, kurz Töster Markt genannt. Töst heißt Tostedt auf Plattdeutsch.

Dieser Flohmarkt zieht nicht nur Besucher aus dem Umland an. Aussteller und Gäste kommen sogar aus dem benachbarten Ausland. Dänen, Holländer und Polen gehören seit vielen Jahren zum festen Bestandteil des Töster Marktes dazu. Rund 700 Aussteller bieten auf dem Flohmarkt auf ca. 6.580 Metern Standfrontfläche ihre Waren an.

Flohmarktplan als Grafik (PNG) zum Herunterladen

Letztes Jahr war das Wetter zum Töster Markt eher gemischt, also mit Regen, aber auch etwas Sonnenschein. Für dieses Mal sieht es wieder eher trübe aus. Aber Regen gehört ja eigentlich schon fast zum Töster Markt. Vielleicht besinnt sich Petrus eines Besseren.

Meine Frau ist mit ihrem Stand eigentlich schon seit Anfang an dabei. Zwischendurch gab es nur einige Jahre Babypause. Und auf der Suche nach Schnäppchen findet man auch fast immer unsere Söhne auf dem Markt. Da darf ich nicht fehlen. Meist mit Film- oder Fotokamera ausgerüstet habe ich immer wieder einige filmische Impressionen „aus dem Handgelenk“ unter dem Motto: Ründ üm de Kark vom Flohmarkt in Tostedt gesammelt – zuletzt 2015 auch endlich in Full HD:


Flohmarkt Tostedt 2015

Flohmarkt in Tostedt - Töster Markt 2011/ Luftbild von Markus Lohmann www.gyrocopter-fly.de

Flohmarkt in Tostedt – Töster Markt
Bilder aus den Jahren 2001, 2004, 2006, 2007, 2009 und 2010

siehe u.a. auch: Flohmarktfieber: Töster Markt 2009
Filmische Impressionen vom Flohmarkt in Tostedt 2011
Erste filmische Impressionen vom Flohmarkt in Tostedt 2001

200 Jahre Fahrrad

Zu Ostern weilte ich in Mannheim und besuchte mit Frau und jüngerem Sohn meinen älteren Sohn, der dort studiert. Wie schon vor einem Jahr (500 Jahre deutsches Reinheitsgebot für Bier) so gab es auch diesmal ein Jubiläum zu feiern: 200 Jahre Fahrrad. Und diesmal hatte das auch wirklich etwas mit Mannheim zu tun.

Mannheim Ostern 2017 – Augustaanlage – 200 Jahre Fahrrad

Am 12. Juni 1817 fuhr nämlich Karl Drais erstmals auf einer Laufmaschine (Draisine) durch Mannheim. Die Laufmaschine gilt als die Urform des Fahrrads. Heute – nach fast 200 Jahren – ist das Fahrrad weltweit das am meisten genutzte Transportmittel und ein zentrales Element für die Entwicklung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität.

    200 Jahre Fahrrad 2017
    200 Jahre Fahrrad 2017

Nun anders als vor knapp 10 Jahren geschrieben (Tanz ums goldene Kalb), verfüge ich mit Familie inzwischen auch über vierrädriges Gefährt, das aber überwiegend mein Jüngster für Fahrten zur Arbeit benutzt. Ansonsten haben wir der ‚Stall‘ voll mit Fahrrädern. Ich weiß nicht, wie hoch der Anteil an Fahrrädern pro Bewohner in Deutschland ist, aber bei uns dürfte er bei über 1,5 Fahrrad/Person liegen, die Kinderräder u.ä., die meine Frau für ihre Tageskinder bereithält, nicht mitgezählt.

Heute ist das Fahrrad zu einem Hightech-Artikel geworden mit Navigationssystem und Fahrrad-Computer. Längst verfügen Räder heute über hydraulische Scheibenbremsen, vorne wie hinten, und natürlich Kettenschaltung mit x-vielen Gängen. Seitenläuferdynamos fürs Licht, die früher das Fahren bei Dunkelheit erheblich erschwerten, sind längst durch Nabendynamos ersetzt. Fahrradrahmen, Sattel und Lenker – alles nur vom Feinsten. Und nicht nur mehr bei Rentnern up to date sind E-Bikes. Die bieten nicht nur eine Anfahrhilfe, sondern unterstützen den Biker bei widrigem Gelände oder garstigen Wettersituationen.

Ich weiß nicht, wie viele Kilometer ich in meinem Leben auf dem Fahrrad zurückgelegt habe. Die letzte größere Radtour ist allerdings auch schon wieder fast elf Jahre her (Fehmarn 2006). Sonst bin ich meist mit meiner Frau rund um Tostedt unterwegs. In frühen Jahren allerdings war ich in den Ferien oft mit Freunden auf dem Rad unterwegs und habe so ziemlich viel in Norddeutschland (speziell Niedersachsen) abgegrast. Da lassen sich einige Anekdoten erzählen vom (erlaubten) Zelten in Vorgärten, kostenfreien Bewirtungen und überhaupt gastfreundlichen Menschen aller Orts. Und nicht umsonst bin ich seit rund 50 Jahren (mit kurzen Unterbrechungen) Mitglied des Jugendherbergswerk DJH.

Also auf, ihr müden Krieger! Gerade zu diesem Wochenende soll’s draußen sonnig und endlich wieder wärmer werden. Man muss ja nicht gleich für die Tour de France trainieren. Mit gepacktem Picknickkorb findet jeder einen Weg ins Grüne. Fröhliches Radeln wünsche ich! 😉