Kategorie-Archiv: Tostedt

Tostedt – Kuh- und Schweinekaff in der Heide – 900 Jahre alt – und Umgebung

Ein bunter Haufen in den Tostedter Räten

Wer gestern in meinem Wohnort wählen durfte, hat hoffentlich seine Benachrichtigung zur Kommunalwahl noch nicht weggeworfen: Mit der Bundestagswahl am 26. September gibt es eine Stichwahl bei der Wahl des Samtgemeindebürgermeisters in Tostedt. Der Amtsinhaber, Dr. Peter Dörsam, kam zwar auf 44,6 % der abgegebenen Stimmen, muss sich aber Rolf Aldag von der CDU (25,0 %) erneut stellen. Jan Hinnerk Zirkel (Wählergruppe Zusammen) ist mit 22,4 % ausgeschieden und darf nun im Samtgemeinderat zeigen, wie „Projekte vernünftig zu planen und zeitnah umzusetzen“ sind.

Der Samtgemeinderat mit 34 Sitzen präsentiert sich mit seinen 10 Parteien bzw. Wählergruppen als ziemlich „bunter Haufen“, was sicherlich auch an dem ‚massiven‘ Auftreten der neuen Wählergruppen lag. Überhaupt: Ich habe den Eindruck, dass die Parteien/Wählergruppen am besten abgeschnitten haben, die besonders durch Wahlplakate präsent in der Öffentlichkeit waren. Die SPD hatte nur für die noch kommende Bundestagswahl plakatiert und musste so entgegen dem Bundestrend (Scholz-Effekt) sogar empfindliche Verluste hinnehmen. Oft zählen nicht Programme, sondern Visagen.

Kommunalwahl 2021 in Niedersachsen
Kommunalwahl 2021 in Niedersachsen

Insgesamt bleibt die CDU bei der Kommunalwahl in Niedersachsen stärkste Partei in Niedersachsen. Die Grünen konnten dafür deutlich dazugewinnen. Als halbwegs erfreulich dürfte das Abschneiden der AfD zu bewerten sein, die bei unter 5 % landete.

Kommunalwahlen in Tostedt 2021

Wie bereits geschrieben: Am Sonntag, den 12.09., finden in Niedersachsen Kommunalwahlen statt, somit auch in meinem Wohnort Tostedt. Gleich viermal dürfen wir, die Wahlberechtigten, ihre Kreuzlein machen: Zum einen wird der neuen Kreistag gewählt (bei uns für den Kreis Harburg), zum anderen werden die Mitglieder des Gesamtgemeinderates und die jeweiligen Mitglieder der Gemeinderäte der insgesamt neun Gemeinden innerhalb der Samtgemeinde Tostedt gewählt. Das I-Tüpfelchen ist dann die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters für Tostedt.

Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt ist seit sieben Jahren Dr. Peter Dörsam, der sich wieder als unabhängiger Kandidat zur Wahl stellt. Sein Vorgänger, Dirk Bostelmann, hat es bis heute nicht überwunden, 2014 abgewählt worden zu sein. So schickt dieser jetzt seinen Ziehsohn, Herrn Zirkel, ins Rennen. Mit diesem u.a. auch seine Tochter für die Wahl des Samtgemeinde- und Gemeinderates.

Ich habe etwas herum gehorcht und erfahren, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit der Arbeit von Herrn Dörsam zufrieden sind. Er ist für Fragen und Anregungen zu sprechen und hat in vielen Fällen bei Problemen für Abhilfe gesorgt.

Einer seiner Herausforderer, Herr Zirkel von der Wählergruppe „Zusammen für Tostedt“, fordert, weniger zu reden und zu debattieren, es dafür mehr und schneller zu machen. Sehr konkret klingt das nicht. Wenn er dann in einem Flyer u.a. das Thema Digitalisierung hervorhebt, dann sollte er wissen, dass die notwendige Digitalisierung der Schulen Aufgabe des Landes ist. Und ihm muss es bekannt sein, dass in Tostedt gerade im großen Rahmen Glasfaser für ein schnelles Internet verlegt wird. Auch der Ausbau der Radwege ist längst eingeleitet.

Wenn Herr Zirkel alles schneller machen möchte, dann sollte er wissen, dass nicht allein die Politik die Geschwindigkeit vorgibt, sondern dass es Vorschriften für die Verwaltung gibt, die unbedingt einzuhalten sind und ihre Zeit brauchen, um nicht durch Verfahrensfehler am Ende ein Projekt vollständig zum Scheitern zu bringen. „Weniger reden und debattieren?“ Möchte Herr Zirkel wie vor Jahren Herr Bostelmann von oben herab bestimmen, was zu tun und zu lassen ist?

Ich bin gespannt – vor allem auch in Hinsicht auf die zwei Wochen später stattfindende Bundestagswahl – wie die Wahlen am Sonntag ausgeben werden. Sollte einer der Kandidaten zur Samtgemeindebürgermeisterwahl nicht die absolute Mehrheit erhalten, dann findet die Stichwahl zwei Wahlen später, also mit der Wahl zum deutschen Bundestag statt.

Einweihung der zwei neuen Radwege in Tostedt 05.09.2021

Gestern war es soweit: Die zwei neuen Radwege in Tostedt wurden durch den Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt, Dr. Peter Dörsam, dem Bürgermeister der Gemeinde Tostedt, Gerhard Netzel, sowie dem Vorsitzenden des Bau- und Wegeausschusses, Olaf Hasler, offiziell eingeweiht.

Einweihung der zwei neuen Radwege in Tostedt
Einweihung der zwei neuen Radwege in Tostedt

Der eine Radweg verbindet die Breslauer Straße mit der Niedersachsenstraße, also quasi die Ortsmitte mit Todtglüsingen, der andere Radweg führt von der Tostedter Straße (gegenüber dem Dohrener Weg) zum Bahnhof. Die Wege haben eine Breite von drei Metern, bieten also ausreichend Platz für Radfahrer und Fußgänger.

Neue Radwege in Tostedt

    Neue Radwege in Tostedt:
    1. Tostedter Straße/Dohrener Weg – Im Stocken – Am Helferichheim (Bahnhof)
    2. Breslauer Straße – Niedersachsenstraße

Obwohl es ein kleiner Umweg ist, so fahre ich doch lieber diese neuen Wege, wenn ich in die Ortsmitte (z.B. zum Einkaufen auf den Wochenmarkt) will. Die Wege führen durch die grüne Lunge des Ortes, an Obstplantagen und an mehreren Pferdekoppeln vorbei. Ab und zu lässt sich sogar auch ein Reh sehen.

Jetzt schon lässt sich sagen, dass diese neuen Radwege auch wirklich genutzt werden. Am frühen Morgen sind es vorallem Pendler, die zum Bahnhof müssen. Und zu späterer Stunde sind es z.B. Mütter, die mit dem Kinderwagen die Wege gebrauchen. Grüner ist es sonst nirgends im Ort.

12. September 2021: Kommunalwahlen in Niedersachsen

Am 12. September finden zwei Wochen vor der Bundestagswahl (26.09.2021) die Kommunalwahlen in Niedersachsen statt. Neben der Wahl zu den Kreistagen sind das z.B. in meinem Wohnort Tostedt die Gemeindewahl, die Wahl des Samtgemeinderates und die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters für Tostedt. Sollte keiner der Kandidaten bei dieser Bürgermeisterwahl die absolute Mehrheit erringen, so wird eine entsprechende Stichwahl wohl am 26.09. stattfinden.

Bei den Wahlen zum Gemeinderat Tostedt und zum Samtgemeinderat Tostedt stellen sich neben den Parteien CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke u.a. ein bzw. zwei Einzelwahlvorschläge (Allwardt und Uhlig) sowie drei Wählergemeinschaften/Wählergruppen (Wählergemeinschaft Tostedt/Wir in Tostedt/Zusammen für Tostedt) zur Wahl.

Für die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters kandidieren der Amtsinhaber Dr. Peter Dörsam (Einzelwahlvorschlag), Rolf Aldag (CDU), Charlotte Michel (FDP) und Jan Hinnerk Zirkel (Zusammen). Zur Kreiswahl für Harburg gibt es noch keine näheren Angaben zu den Kandidaten und Kandidatinnen.

Macron als Vorbild?

Die Gründung von zwei Wählergruppen in Tostedt scheint sich an der politischen Bewegung des Emmanuel Macron, dem französischen Staatspräsidenten, zu orientieren (En Marche ist inzwischen eine Partei) und ist sicherlich auch ein Ergebnis der Politikverdrossenheit vieler Bürger und Bürgerinnen. Neben der schon lange bestehenden Wählergemeinschaft Tostedt sind das die Gruppen Wir in Tostedt und Zusammen für Tostedt. „Wir in Tostedt“ ist aus einer Elterninitiative für den Erhalt der Dieckhofschule in Tostedt entstanden und setzt sich für lokale Themen ein (z.B. gegen „noch mehr Betonburgen in Tostedt“ ;-))

Das Bostelmann-‚Imperium‘ schlägt zurück

Am interessantesten ist sicherlich die Wählergruppe „Zusammen für Tostedt“, die ja auch einen Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters stellt. Jan Hinnerk Zirkel ist ehemaliges CDU-Mitglied und Dirk Bostelmann, der ehemalige Bürgermeister für die Samtgemeinde, gilt als sein politischer Ziehvater. Zu Herrn Bostelmann habe ich mich in diesem Blog in der Vergangenheit leider schon öfter äußern müssen. Dirk Bostelmanns Tochter, Maximiliane Hemens, kandidiert für die Wählergruppe übrigens auf Platz 1 für Gemeinde- und Samtgemeinderat.

Dirk Bostelmann und die Rindviecher (Dexter-Rinder)
Dirk Bostelmann und die Rindviecher (Dexter-Rinder) – Quelle: dexter-tostedt.jimdofree.com

Tostedts Ex-Bürgermeister hatte sich schon früh in den Wahlkampf eingemischt und schlug u.a. den Samtgemeinderat Stefan Walnsch als Kandidaten für das Bürgermeisteramt vor. Dieser zeigte allerdings kein Interesse. In einem Schreiben an den Ortsverband der CDU vom 6. April 2021 schlägt er vor, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen, sondern stattdessen mit Stefan Walnsch einen Fachmann aus der Verwaltung zu unterstützen. Bostelmann begründet das wie folgt: „Der jetzige Amtsinhaber (Dr. Peter Dörsam) ist seit über 6 Jahren im Amt. In dieser Zeit hat man von der CDU wenig oder eher nichts an Kritik gehört oder gelesen. Dadurch hätte der Fraktionsvorsitzende Rolf Aldag sich und seine Partei immer wieder ins Gespräch bringen können. Außenstehende können doch jetzt nur der Auffassung sein, dass alle zufrieden sind.“ Sind sie es denn nicht?

Und Bostelmann geht noch weiter und behauptet in guter Trump-Manier, seinen Informationen zufolge würden sich „alle Verwaltungsmitarbeiter einen anderen Bürgermeister“ wünschen. „Aber sie denken dabei kaum an einen Kandidaten aus dem Samtgemeinderat“. (Quelle: kreiszeitung-wochenblatt.de) Das grenzt an üble Nachrede gegenüber Herrn Dörsam.

Zurück zur Wählergruppe „Zusammen für Tostedt“: Herr Zirkel und Co. geben sich jung und dynamisch, er selbst sich als Macher (Gründer). Wenn ich das richtig sehe, so verfügt lediglich Herr Zirkel über gewisse Erfahrungen in der politischen Arbeit. Alle anderen sind zwar jung (was natürlich kein Nachteil ist), aber auch unerfahren. Sie haben allerdings einen Über- bzw. Ziehvater, der ihnen schon den Weg weisen wird: Dirk Bostelmann!

Ich habe den Werbe-Flyer von Herr Zirkel vor mir liegen: Da macht er einigen Wind (Wir brauchen frischen Wind …!), aber für mich ist das eher viel heiße Luft. Er sollte z.B. wissen, das Schulpolitik (Stichwort: Digitalisierung im Klassenzimmer) Aufgabe des Landes und nicht der Kommune ist. Und wenn er von Transparenz spricht, so frage ich mich, warum erst auf der Rückseite seines Flyers ein Zusammenhang zur Wählergruppe „Zusammen für Tostedt“ erkennbar wird (zumal diese als Wählergruppe nicht deutlich ist).

Ich würde Herrn Zirkel gern im Samtgemeinderat sehen. Dort könnte er zeigen, wie „Projekte vernünftig zu planen und zeitnah umzusetzen“ sind. Als Bürgermeister der Samtgemeinde: Nein, Danke!

Erdbeerblüte und Erdbeerernte 2021

Anders als im letzten Jahr (Erste Erdbeeren) sind die Erdbeeren auf dem freien Felde noch nicht ganz soweit. Sie stehen zwar in voller Blüte und erste Früchtchen sind auch zu sehen (wenn auch noch blassgrün statt sattrot).Das Wetter war bekanntlich noch nicht ganz so toll.

Erdbeerblüte Anfang Juni 2021 in Tostedt/Niedersachsen
Erdbeerblüte Anfang Juni 2021 in Tostedt/Niedersachsen

Aber bei uns in Tostedt ist vorgesorgt. Es gibt jede Menge Gewächshäuser, in denen die Erdbeeren reifen, um Ende Mai/Anfang Juni auf den Markt zu kommen.

Gewächshäuser mit Erdbeerpflanzen in Tostedt 2021
Gewächshäuser mit Erdbeerpflanzen in Tostedt 2021

Und es sind fleißige Pflückerinnen und Pflücker, die für uns die Erdbeeren ernten, damit diese schnellstmöglich zum Verkauf und damit bei uns auf den Tisch kommen.

Erdbeerernte in den Gewächshäusern in Tostedt 2021
Erdbeerernte in den Gewächshäusern in Tostedt 2021

Ich war wieder mit dem Rad unterwegs und habe mich über den Stand der Erdbeerernte in unserem Örtchen schlau gemacht. Auf dem Lande gibt es immer etwas zu sehen. Und per Rad bin ich immer schnell an Ort und Stelle 😉




Bücher und mehr bei ihrem lokalen Buchhändler ONLINE bestellen – selbst abholen oder nach Hause liefern lassen

Glasfaserausbau in Tostedt: Internet in Lichtgeschwindigkeit

Da sage mir eine(r), ich lebte in der finstersten Provinz. Die Anbindung an meinen kleinen Wohnort ist dank der Nähe der Autobahn und durch den Bahnhof auf der Bahnstrecke Bremen-Hamburg fast schon optimal. Und auch sonst können wir hier nicht klagen, was die schulische, ärztliche und allgemeine Grundversorgung betrifft. Was fehlt ist ansonsten in kurzer Zeit zu erreichen (und mit Kino, Theater und Konzerten ist es zz. bekanntlich auch in den Metropolen ‚Essig‘). Und jetzt kommt der Glasfaserausbau!

Schon seit geraumer Zeit haben wir schnelles Internet (DSL). Als meine beiden Söhne ausgezogen waren, habe ich unseren Anschluss von 100 auf 50 Mbit/s reduzieren lassen. Das reicht mir ganz und gar. An der nächsten Straßenecke steht der Verteilerkasten. Bis dahin ist Glasfaser verlegt. Die letzten Meter bis zu unserem Haus sind dann noch mit Kupferleitung ausgestattet, was aber der Leistung keinen Abbruch tut.

Zwei Kabeltrommel mit Glasfaserleitung vor der Haustür
Zwei Kabeltrommel mit Glasfaserleitung vor der Haustür

Wem 50 oder 100 Mbit/s zu wenig sind [bei 50 Mbit/s beträgt die Downloadzeit für ein Video von 2 GB rund 5:20 Minuten → 50 Mbit * 60 Sek / 8 (8 bit machen ein Byte) = 375 MB (Megabyte) → 2 GB / 0,375 GB = 5 Min. und 20 Sekunden] – das gilt wohl besonders für Gamer (also die Daddelfreaks, die mit hohen Datenraten operieren) – denen wird jetzt bei uns das Glasfasernetz ausgebaut mit bis zu 1000 Mbit/s. So werden in meinem Wohnort zz. Straße für Straße die Kabel auf dem öffentlichen Grund verlegt und vor jedem Haus mit einem kurzen Verbindungsstück versehen, an dem dann später die Zuleitung zum Hausanschluss angebracht wird.

Aushub für die Verlegung des Glasfaserkabels
Aushub für die Verlegung des Glasfaserkabels



In diesen Tagen zieren also große Kabeltrommeln, auf denen die Glasfaserkabel aufgerollt sind, unsere Straße. Hier ein kurzes Video, das zeigt, wie der Ausbau dann weitergehen soll:


Glasfaseranschluss – So bekommt ihr Internet in Lichtgeschwindigkeit ewe.de

Auf der Suche nach dem ‚Schnee von gestern‘

Wintereinbruch – auch bei uns im hohen Norden. Wann hatten wir zuletzt ein solches Winterwetter mit Schnee und fast 10 Tagen Dauerfrost? Und nur wenige Tage danach: Frühling! Statt minus 12 Grad plötzlich 18 Grad plus. Und Sonne! Da zieht es uns ins Freie.

So wie der Schnee kam, so schnell war er dann auch wieder weg. Dahingeschmolzen, Dreck hinterlassend!

Der Schnee von gestern: Ein Haufen Dreck und Matsch
Der Schnee von gestern: Ein Haufen Dreck und Matsch

Letzte Woche Donnerstag hatte ich mich auf den Weg gemacht, auf der Suche nach dem ‚Schnee von gestern‘ und fand nur zusammengekratzten Schneematsch, im Wald auch noch unberührten Nassschnee: eben der ‚Schnee von gestern‘.

Der Schnee von gestern: Düvelshöpen/Tostedt
Der Schnee von gestern: Düvelshöpen/Tostedt

Den Schnee von gestern kennen wir als Redewendung, die besagt, das etwas Vergangenheit ist, das nicht mehr gilt, eine Sache, die einmal wichtig war, jetzt aber nicht mehr von Bedeutung ist.

Ursprünglich lautete die Redewendung „Schnee vom vergangenen Jahr “ und stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Dichter des französischen Spätmittelalters Francois Villon soll den Ausdruck geprägt haben. Er ist Teil seiner Ballade des dames du temps jadis („Ballade der Frauen von einst“): „Mais ou sont les neiges d’antan?“ – „Aber wo ist der Schnee vom letzten Jahr?“ Villon nutzt die Redewendung als Refrain und verweist damit auf Vergangenes wie historische Ereignisse und Personen und eine längst vergangene Schönheit.

Wenn ein Haus auf Reisen geht …

Das sieht man nicht alle Tage: Auf den Bundesstraßen 75 und 3 im Landkreis Harburg ist letztes Wochenende ein seltener Umzug zu sehen. Ein 50er-Jahre-Bau wird per Schwertransport ins Freilichtmuseum am Kiekeberg gebracht.

Seit Mitte der letzten Woche war das Siedlungshaus aus Tostedt in Bewegung. Zunächst haben Experten es am Mittwoch mithilfe von hydraulischen Pressen angehoben, auf einem Transportfahrzeug mit eigenem Antrieb positioniert und von dort auf den Schwertransporter geladen, wie das Museum mitteilte. Am Freitag stand der acht Meter breite Tieflader einen Tag auf der B75 bei Kakensdorf. Grund war laut Museum eine Pause für die Fahrer. Der Verkehr wurde währenddessen über die angrenzenden Parkplätze umgeleitet. Sonnabend ging es dann auf den 22 Achsen weiter Richtung Rosengarten. „Der Wetterumschwung ist eine echte Herausforderung“, wie Polizeisprecher Jan Krüger sagte. Die verschneiten Straßen hätten zunächst geräumt werden müssen. Am Abend sollte das Haus das Museumsgelände erreichen.

Siedlungshaus wird Teil der „Königsberger Straße“

Einen derart aufwendigen Transport organisiert das Museum nicht zum ersten Mal. Für das Projekt „Königsberger Straße. Heimat in der jungen Bundesrepublik“, baut es einen Straßenzug mit fünf Originalgebäuden auf. Das erste war den Angaben zufolge vor zwei Jahren eine Tankstelle aus den 50er-Jahren, im vergangenen Jahr kam ein Siedlungsdoppelhaus hinzu. Am vergangenen Sonntag sollte dann der Ziegelbau aus Tostedt auf seinen neuen Keller gesetzt werden. Das Besondere an dem Haus ist laut Museum, dass es nahezu im Originalzustand sei. Nach dem Bau 1955 sei es bis 1963 erweitert und danach nicht mehr verändert worden. Errichtet hat es seinerzeit ein Ehepaar, das aus Ostpreußen in die Region geflohen war.
(Quelle: ndr.de)


Ungewöhnlicher Schwertransport: Haus rollt über die Straßen

Weitere Infos und Fotos siehe kiekeberg-museum.de

Die Heide blüht …!

Mein Wohnort Tostedt liegt am Rand der Lüneburger Heide. Mit dem Fahrrad ist es nicht weit, um – wie in diesen Tagen – die Heideblüte zu sehen. In den letzten zwei Jahren war der ältere meiner beiden Söhne, der in Mannheim studiert, mit seiner Freundin bei uns zu Besuch. Und dabei haben wir auch zwei- oder dreimal einen Abstecher in die Heide gemacht. Aber ohne Glück: Es war zu früh (Ostern 2018 und 2019) oder zu spät (Anfang Oktober 2018 und Mitte November 2019), um die Heide in Blüte zu sehen. Vielleicht wird es ja im nächsten Jahr etwas damit …

Heide bei Höpen/Schneverdingen
Heide bei Höpen/Schneverdingen

Dafür habe ich mit meiner Frau in diesen Tagen endlich die Heide blühen sehen können. Wir waren zweimal mit dem Rad unterwegs. Einmal nach Höpen/Schneverdingen (41,1 km hin und zurück) und einmal nach Wesel/Undeloh (35,1 km hin und zurück).

Heide bei Wesel/Undeloh
Heide bei Wesel/Undeloh

Ja, die Heide blüht … Aber wann blüht die Heide nun eigentlich? Die Besenheide (Calluna Vulgaris) blüht von August bis September. Dann wird die Landschaft in ein kräftiges Violett getaucht und entwickelt ihre ganz besondere Anziehungskraft. Eine Faustregel sagt, dass die Besenheide vom 08.08. bis zum 09.09. blüht. Aber natürlich kann die Blüte auch mal früher oder später einsetzen. Die weniger verbreitete Glockenheide blüht bereits ab Juli. Die Intensität der Blüte hängt von den Wetterbedingungen ab und kann von Jahr zu Jahr variieren.

Wenn der Vater mit seinen Söhnen …

… auf Radtour geht, dann verrät das viel über das familiäre Verhältnis der Beteiligten. Immerhin sind meine Söhne 26 bzw. 29 Jahre alt. Aber mit dem Alten trauen sie sich immer noch. Und der Vater, also ich, natürlich auch mit ihnen!

So machte ich mich mit meinen beiden Söhnen also am Sonntag, den 09. August auf, um über Rotenburg/Wümme, Bremen-Vegesack, Bremerhaven bis nach Cuxhaven zu radeln.

Start der Radtour Tostedt – Rotenburg – Bremen-Vegesack – Bremerhaven - Cuxhaven
Start der Radtour Tostedt – Rotenburg – Bremen-Vegesack – Bremerhaven – Cuxhaven

Wir hatten allerdings die heißesten Tage dieses Jahres erwischt und kamen gehörig ins Schwitzen. Alle Tage über 30 ° C im Schatten, wobei es nur sehr selten Schatten gab. Einzige Kühlung war der Fahrt-, oft auch ein starker Gegenwind, die aber alles andere als Kühlung verhießen.

Auf der Fähre Bremen-Vegesack - Lemwerder
Auf der Fähre Bremen-Vegesack – Lemwerder

Eine Erfrischung gab es dann nach über 240 km am Ziel, im Wattenmeer in Cuxhaven, wo wir dann auch zwei Nächte blieben, um uns zu erholen.

Ziel erreicht in Cuxhaven: Hinein ins Wattenmeer
Ziel erreicht in Cuxhaven: Hinein ins Wattenmeer

Aus Zeitgründen endete in Cuxhaven dann auch unsere Radtour (der ältere meine beiden Söhne musste nach Mannheim zurück). So benutzten wir den Zug, um am Freitag, den 14. August, an den Ausgangspunkt unserer Reise in Tostedt zurückzukehren.

Zum Tourverlauf: Von Tostedt aus stießen wir in Welle auf die Südroute des Wümme-Radweges. Und im Lemwerder (gegenüber von Bremen-Vegesack) auf der linken Weserseite ging es auf der 7., dann vom Bremerhaven bis Cuxhaven auf der 8. Etappe des Weser-Radweges weiter. Weiter Informationen samt technischem Hintergrund (GPS – Google Earth usw.) hier demnächst (in diesem Theater)!

Willi am Baggersee

Jetzt ist sie also doch da, die große Hitze wie im letzten Jahr Ende Juli. Und was ist da am Sinnvollsten zu tun: Man begibt sich in kühlende Gewässer. Da gibt es das Freibad Tostedt in der Ortsmitte, das erst vor zwei Jahren neu erstanden ist. Die Eintrittspreise sind erträglich.

Baggersee Todtglüsingen
Baggersee Todtglüsingen

Neben dem Freibad gibt es im Ortsteil Todtglüsingen auch noch einen Baggersee, in dem gebadet werden darf und der vom TV Todtglüsingen betrieben wird. Allerdings dürfen hier nur Vereinsmitglieder baden. Für 2 € 75 im Monat geht das dann natürlich bereits.

Selfi mit Willi am Baggersee Todtglüsingen
Selfi mit Willi am Baggersee Todtglüsingen

Gestern war ich mit meinen Lieben dort und wir haben uns in dem kühlen Wasser bei rund 32 ° C Lufttemperatur im Schatten angenehm erfrischen können.