Kategorie-Archiv: Donnerwetter

Rund ums Wetter …

Der Frühling

    Wie wundervoll ist die Natur!
    Man sieht so viele Blüten,
    auch sieht man Schafe auf der Flur
    und Schäfer, die sie hüten.
    Ein leises Lied erklingt im Tal:
    der müde Wandrer singt es.
    Ein süßer Duft ist überall,
    bloß hier im Zimmer stinkt es!

Heinz Erhardt aus Die feiernden Deutschen: 789 brauchbare Gedichte

Heinz Erhardt: Noch 'nen Gedicht ...
Heinz Erhardt: Noch ’nen Gedicht …

Ach ja, Frühling ist’s, auch wenn es nicht so scheint (es scheint so, ist es aber nicht). Was nicht ist, kann noch werden, wenn auch nicht gleich, so doch in einigen Tagen (oder Wochen? Hoffentlich nicht …?!). Wenn es im Zimmer stinkt (wie beim guten Heinz Erhardt), dann liegt es daran, dass wir uns nicht ins Freie wagen (bei diesen Temperaturen, bei diesem kalten Wind, bei diesem verdammten April-Wetter!) und lieber die gute Stube (das besagte Zimmer) vollpupsen. 😉

P.S. Und gerade heute Morgen muss die Sonne scheinen, wenn auch nur bei 1 ° C. Brrr ….

Winteranfang 2020

Heute Punkt 14 Uhr 30 beginnt der Winter. Noch scheint die Sonne bei uns, aber am Nachmittag soll es dann wieder regnen. Und zu Weihnachten sind die Aussichten eher gemischt: Von Schnee (auf Wunsch eines einsamen Herrn bei Petrus bestellt) keine Spur. So mag uns ein Gedicht von Heinz Erhardt eine Schneeflocke ins Gehirn rieseln lassen …

Heinz Erhardt
Heinz Erhardt

Überlistet

Wenn Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
wenn Amsel, Drossel, Fink und Meisen
die Koffer packen und verreisen,
wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir versäumten zu zerdrücken,
von selber sterben – so glaubt mir:
es steht der Winter vor der Tür!

 
Ich lass ihn stehn!
Ich spiel ihm einen Possen!
Ich hab die Tür verriegelt
und gut abgeschlossen!
Er kann nicht rein!
Ich hab ihn angeschmiert!
Nun steht der Winter vor der Tür –
und friert!

November

Er ist zu kalt, er ist zu nass,
Und wird sekündlich nasser.
Die Liebe friert. Hoch lebt der Hass.
In Seelen steht das Wasser.

Der Morgen legt Ganztagesgrau
Auf Freude und Gelächter.
Am Abend sagt die Tagesschau:
„Das Wetter wird noch schlechter.“

Die Blicke leer, die Lage schlimm:
So höllisch ist November.
Jedoch wie himmlisch ist er im
Vergleich mit dem Dezember!

Thomas Gsella: November

Jans Kalenderblatt: November 2006
Jans Kalenderblatt: November 2006 © Jan E. Albin

Ja, der November. Dieser Monat ‚beglückt‘ uns meist mit regnerischem, nasskaltem Wetter, die Tage sind trostlos. Statt Sonne nur dicke Wolken, die kaum Licht durchlassen. Ich nenne dieses Wetter Totensonntagswetter (und am kommenden Sonntag ist ja dann auch soweit). Aber wir wollen nicht klagen: In diesem Jahr zeigt sich der November ab und wann auch von seiner etwas besseren Seite: Manche Tage waren nicht nur milde, sondern auch sonnig. Also eher ein Mischmaschwetter!

Pünktlich in diesem Jahr: Die Eisheiligen

In diesem Jahr waren sie auf die Stunde genau pünktlich: die Eisheiligen, die noch zur Mitte des Mais kalte Tage bescheren können. Nachtfröste gab es bei uns zwar nicht, aber das Thermometer kam der Nullgradgrenze doch sehr nah. Und tagsüber waren es gerade einmal 10 ° C und nicht viel mehr. Am Montag und heute auch mit viel Sonne.

Schon vor einigen Jahren hatte ich mich etwas genauer mit ihnen, den fünf Eisheiligen, beschäftigt, besonders mit der Gültigkeit von Bauernsprüchen („Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist“): Die kalte Sophie (hier nachzulesen)

Die Eisheiligen und ihre Gedenktage sind die folgenden:
1. Mamertus, Bischof von Vienne – 11. Mai
2. Pankratius, frühchristlicher Märtyrer – 12. Mai
3. Servatius, Bischof von Tongeren – 13. Mai
4. Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer – 14. Mai
5. Sophia, frühchristliche Märtyrin und Mutter dreier geweihter Jungfrauen – 15. Mai

Eisheilige: Mamertus – Pankratius – Servatius – Bonifatius und die ‚kalte’ Sophia
Eisheilige: Mamertus – Pankratius – Servatius – Bonifatius und die ‚kalte’ Sophia

Nach eher feuchten Tagen am Wochenende soll es ab kommenden Montag dann wieder wärmer werden. Dann sollte es vorbei sein mit der Kälte.

Willi auf Radtour (05): Schafstall ohne Schafe

Heide verbinden wir oft mit Schafen. Die Lüneburger Heide mit Heidschnucken. Im Umfeld meines Wohnortes sind Schafe aber eher rar. Auf einer Radtour bin ich zwar beim Schafstall Riepshof vorbei gekommen. Aber der dient eher als Begegnungsstätte für zahlreiche Anlässe. Schafe gibt es hier nicht (mehr).

Schafstall Riepshof
Schafstall Riepshof

Schafe fand ich dann aber auf einer anderen Tour, die mich u.a. von Todtglüsingen in Richtung Neddernhof führte, beides gehört zu Tostedt. Neben einer Heidschnucke graste auch ein normales Hausschaf.

Schafe auf der Wiese bei Todtglüsingen
Schafe auf der Wiese bei Todtglüsingen

Wer Schafe, speziell Heidschnucken, in einer Herde sehen will, der muss schon etwas tiefer in die Heide fahren. In Schneverdingen zum Beispiel ist jeden Morgen gegen 10:30 h am Schafstall am Höpen von Ostern bis Oktober (dieser Zeitraum gilt auch als Blütezeit der Heide) der öffentliche Heidschnuckenaustrieb (Eintrieb gegen 17 Uhr) zu sehen. Hier an der L 171 und in der Nähe des Heide-Kiosks sind die Heidschnucken von Schneverdingens Schäfer Günther Beuße zu Hause. Insgesamt ziehen über 9.000 Heidschnucken in 13 Herden an 365 Tagen im Jahr durch die Heideflächen der Lüneburger Heide.

Ab in die Botanik

Der Februar in diesem Jahr beschert uns bereits frühlingshaftes Wetter. Was liegt da näher, als die Sonnenstunden im Freien zu verbringen: Ab in die Botanik! So besuchten meine Frau und ich Mitte des Monats den Botanischen Garten der Universität Hamburg (seit 2012 „Loki-Schmidt-Garten”), der sich in zwei Standorten gliedert: die Tropengewächshäuser am Bahnhof Dammtor (Öffentliche Grünanlage „Planten un Blomen”) oder das Freigelände in Klein-Flottbek. Der Eintritt ist für beide Standorte frei. Wir besuchten das Freigelände.

Erstaunlich, was bereits zu dieser frühen Jahreszeit alles blühte: Neben Schneeglöckchen die Krokusse, aber auch schon Büsche wie Hasel- und Wundernuss.

Haselnussstrauch in Blüte (Botanischer Garten Hamburg 17.02.2019)
Haselnussstrauch in Blüte (Botanischer Garten Hamburg 17.02.2019)

Zaubernussstrauch in Blüte (Botanischer Garten Hamburg 17.02.2019)
Zaubernussstrauch in Blüte (Botanischer Garten Hamburg 17.02.2019)

Schön anzusehen war auch der japanische Garten nach Kare-san-sui-Art. Sowohl das Rechen dieser Felsengärten durch Zen-Mönche als auch die Betrachtung der Kare-san-sui gilt als Teil der Meditation. Dank der Sonne bildeten sich unsere Schattenrisse auf der wellenförmigen Kiesfläche ab, ich mit Kamera, meine Frau als ‚Engel‘.

Kare-san-sui (Zen-Garten) mit Schattenriss (Botanischer Garten Hamburg 17.02.2019)
Kare-san-sui (Zen-Garten) mit Schattenriss (Botanischer Garten Hamburg 17.02.2019)

Mehrere kleine Bambushaine, durch die es zu streifen lohnt, sind auch zu bewundern. Es gibt hier im Botanischen Garten gleich mehrere Gattungen in unterschiedlichen Farben. Im späten Sonnenlicht leuchten die Halmäste auf besondere Weise.

Wanderung durch den Bambushain (Botanischer Garten Hamburg 17.02.2019)
Wanderung durch den Bambushain (Botanischer Garten Hamburg 17.02.2019)

Weitere Fotos siehe auf meinem Facebook-Album: Botanischer Garten Hamburg 2019

Ach Hartmut, lass ab von mir

Ein Gedicht entsteht hier nicht, auch wenn die Sonne lyrisch vom Himmel scheint. Sie reimt sich nur auf Kälte, nein, Eiseskälte, frostige Winde, die aus dem Osten zu uns hinüberströmen. Das Hoch Hartmut hat uns nun schon seit gut einer Woche in seinen Klauen. Und ich habe den Eindruck, als wollte es nicht weichen. Mindestens bis zum Sonntag soll es weiterhin auch tagsüber klirrend kalt bleiben.

Hoch Hartmut bringt Eiseskälte aus Sibirien

Aber dann … Ab Montag soll es hier im Norden wieder wärmer werden, nicht gerade frühlingshaft, aber immerhin. Bis dahin muss ich immer auch noch mit Schal, Mütze und Handschuhen ins Freie, um mir keine Frostbeulen zu holen. Die Hände leiden bereits am leichten Gefrierbrand. Die Gedanken drohen einzufrieren.

Ach Hartmut, lass ab von mir. Trügerisch hast du die Sonne im Gepäck, die aber gegen deine lausig bittere Kälte kein Mittel ist. Wer sich draußen nicht in Wallung bringt, erliegt womöglich einer winterlichen Lethargie.

Zieht Euch also warm an. Ich wünsche noch ein schönes Wochenende.

Sturmtief ‚Herwart‘

Am Sonntagmorgen stürmte der Orkan ‚Herwart‘ über Deutschland und brachte wie seine inzwischen zahlreichen Vorgänger Paul im Juni, Sebastian im September und Xavier am Anfang des Monats den Bahnverkehr zum Erliegen. Gestern fuhr kaum kein Zug. Städte wie Hamburg, Hannover und Bremen waren auf Stunden komplett vom Bahnverkehr abgeschnitten. Immerhin schaffte es die Eisenbahngesellschaft Metronom heute Morgen, die Verbindung Bremen-Hamburg wieder zu bedienen. So kam ich, wenn auch mit einer halben Stunde Verspätung, doch noch zur Arbeit.

    Metronom – Engagiert auch bei Stillstand

Wieder waren Bäume auf Oberleitungen und in die Gleise gefallen. Nach dem Orkan Xavier hatte die zuständige Stelle zwar schon geschaut, welche Bäume an den Gleisen weiterhin eine Gefahr darstellen, und diese mit roten Punkten markiert. Aber wenn sie nicht jetzt dem Orkan Herwart zum Opfer fielen, so stehen sie wohl noch, wenn das nächste Sturmtief über unser Land hinwegfegt.

Schietwetter

Natürlich können wir froh sein, in diesen Tagen nicht in Houston/Texas, wo der Hurrikan „Harvey“ wütete und Unmengen an Regen brachte, zu leben oder in Südasien, wo in der jetzigen Monsunzeit viele Opfer zu beklagen sind. Aber einen Klimawandel gibt es ja nicht, zumindest nach Ansicht von Herrn Trump.

Aber auch bei uns kommt Freude bei diesem Wetter nicht gerade auf. Schietwetter! Wenn ich zz. aus dem Fenster schaue, da ist es dunkel ‚wie im Bärenarsch‘, wie ein ehemaliger Kollege von mir zu sagen pflegte. Ich weiß zwar nicht, wie es dort drinnen aussieht, aber es könnte stimmen.

Ja, das Wetter – immer wieder und immer noch ein beliebtes Thema. Dabei bin ich gar nicht erpicht darauf, vom Wetter zu schreiben. Schön soll es sein, sonnig, angenehm warm und nicht so drückend wie jetzt, nur mit wenigen Wölkchen am Himmel – wie vor etwa drei Wochen auf der Hallig Hooge auf dem Weg an der Ipkenswarft entlang.

... auf der Hallig Hooge an der Ipkenswarft entlang

Zum Wochenende soll es wieder freundlicher werden. Da werde auch ich wieder freundlicher sein.

Hopfen und Hörnchen

Es ist schon erstaunlich, was in einem Garten so alles gedeiht. Mag es sich aus übriggebliebenem Vogelfutter entwickelt oder durch den Wind herbeigeweht haben. Am Schuppen für unsere Fahrräder und viel Kinderspielgerät wächst der Hopfen. An seinem Laub, das Ahornblättern ähnelt, laben sich kleine Raupen. Und die locker hängenden Blütenrispen erinnern mich an den verzweigten Blütenstand der Weinrebe, wenn sie auch viel kleiner sind.

Hopfen in AlbinZ Garten

Und neben Pflanzen, die sich ohne unseren Willen im Garten aussähen, gibt es manchen Zaungast, der immer wieder vorbeischaut. Wir haben eine Überwachungskamera im Garten installiert. Eigentlich, um zu sehen, welche ungebetenen Eindringlinge sich zeigen. Aber die Kamera hält natürlich auch die Gäste fest, die gern gesehen sind – wie Vögel aller Art, den Igel, der fast täglich im Dunkeln bei uns vorbeischaut, oder Eichhörnchen, die in einem kleinen Futterhaus so manche Wal- oder Erdnuss finden. Ich hatte schon als Kind eine gewisse Zuneigung zu diesen possierlichen Tierchen und erinnere mich an die Zeit in Bremen, als ich mit meinen Eltern durch den Bürgerpark spazierte, in dem sich Eichhörnchen ohne Scheu den Menschen näherten.

Eichhörnchen als Zaungast in AlbinZ Garten

Unserem Nachbarn mag unser Garten eher ein Dorn im Auge sein, wächst dort u.a. auch Brennnessel und Giersch, was als Wildgemüse Eingang in unsere Küche findet. Die jungen, grünen Blätter des Giersch enthalten Vitamin C, Carotin, Calcium, Magnesium, Eisen und Kupfer, sind also gesund. Und das weiß natürlich auch die Fauna zu schätzen. Und so schließt sich in gewisser Hinsicht der kleine natürliche Kreislauf unseres Gartens.