Kategorie-Archiv: SV Werder Bremen

SV Werder Bremen 1899 – Bundesligafußball ab Saison 2004/2005 ff.

Versenkt!

Ja, auch Vereinslegende Thomas Schaaf hat nichts genützt: Dank eines Tores der Kölner in der 86. Spielminute sackte der SV Werder noch auf den 17. Tabellenplatz ab und damit auf einen direkten Abstiegsplatz. Immerhin wurde uns damit eine Blamage gegen die Kieler in der Relegation erspart. Drücken wir Holstein Kiel für das Rückspiel gegen Köln morgen die Daumen. Wäre schon ein Ding, wenn die Kieler mit dem bei Werder aussortierten Fin Bartels in der nächsten Saison erstklassig sein sollten, während Werder in den trüben Gewässern der 2. Liga fischen muss.

Hier vom vorerst letzten Spiel der Bremer in der Bundesliga. Wahrlich (k)eine Offenbarung fußballerischen Könnens…:


Fußball-Bundesliaga: SV Werder Bremen – Borussia Mönchengladbach 2:4 (34. Spieltag 2020/2021)

Ja, das Bild mit dem sinkenden Werder-Schiff: Immer wenn dunkle Wolken über der Weser aufzogen, drohte ich mit dem sinkenden Werder-Schiff. Und immer dann schafften es die Bremer in letzter Sekunde, in der Bundesliga zu bleiben (Herr Detektiv Graue, ob mit oder ohne dem Schiff: Ich bin unschuldig an Werders Versenkung in der Bedeutungslosigkeit):

SV Werder Bremen – nach dem 33. Speiltag 2020/2021
SV Werder Bremen – nach dem 33. Speiltag 2020/2021

Diesmal hat es also nichts genützt. Das Werder-Schiff ist untergegangen. Bei den bescheidenen Leistungen an den letzten zehn Spieltage (von 30 möglichen Punkten holten die Bremer gerade einen einzigen) ist das kein Wunder. Aber was soll ich mich da noch weiter auslassen:

SV Werder Bremen – nach dem 34. Speiltag 2020/2021
SV Werder Bremen – nach dem 34. Speiltag 2020/2021

Die Hälfte der Spieler dürfte Bremen verlassen. Und ein neuer Trainer ist (noch) nicht in Sicht. Sportchef Frank Baumann peilt natürlich den direkten Wiederaufstieg an. Aber bei der Konkurrenz in der 2. Liga (der HSV hat es im 3. Anlauf nicht geschafft) dürfte das schwer fallen.

Philipp Köster, Geschäftsführer und Chefredakteur der 11 Freunde (und Bielefeld-Fan – Glückwunsch zum Klassenerhalt) machte sich in seinem Newsletter zum Wochenende folgende Gedanken zum erster Spieltag der Bundesliga:

Wenn demnächst die Spielplaner der DFL zusammensitzen und die Ansetzungen der neuen Saison ausbaldowern, würden wir uns für den Auftakt gerne folgender Kracherpartien wünschen: Arminia Bielefeld – TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen – VfL Wolfsburg, RB Leipzig – Spvg Greuther Fürth, Holstein Kiel – VfL Bochum, FSV Mainz 05 – FC Augsburg und SC Freiburg – Union Berlin. Ach, wenn wir das so lesen, steigt die Vorfreude ins Unermessliche. Zumindest auf den Auftakt der zweiten Liga.

Dem wollen wir doch alle gern beipflichten: Das klingt wirklich nicht nach echten Kracherpartien. In der 2. Liga kicken inzwischen solche Traditionsvereine wie 1. FC Nürnberg, Fortuna Düsseldorf, Karlsruher SC, Hannover 96 , HSV und FC St. Pauli – sowie ehemalige Bundesligisten wie SV Darmstadt 98, SC Paderborn und wahrscheinlich FC Ingolstadt – aus dem Osten Dynamo Dresden und Hansa Rostock als Aufsteiger aus Liga 3. Natürlich Werder Bremen und – als Norddeutscher hoffe ich es (wg. Holstein Kiel) – der 1. FC Köln. Sonst eben: Holstein Kiel. So viele Nordderbys hat es bisher noch nicht gegeben. Da kann man Betriebssportruppen wie TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und RB Leipzig vergessen.



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Nie mehr erste Liga?

Schlimmer hätte es kaum kommen können: Da macht der SV Werder in Augsburg das Spiel – und verliert am Ende mit 0:2. Und ist plötzlich auf dem Relegationsplatz, muss außerdem fürchten, nach dem letzten Bundesliga-Spieltag sogar direkt abzusteigen. Neben Werder Bremen (31 Punkte) streiten sich noch der 1. FC Köln (30 Punkte) und Arminia Bielefeld (32 Punkte) um den rettenden 15. Tabellenplatz.


Fußball-Bundesliga 2020/2021 – 33. Spieltag: FC Augsburg – SV Werder Bremen 2:0

Denn die Bremer müssen gegen Borussia Mönchengladbach ran, die noch um den 7. Platz kämpfen, der zur Qualifikation zur neu geschaffenen Europa Conference League (noch so ein Thema, das vielen den Profifußball vergällt) berechtigt. Ein Spiel um Alles oder Nichts. Die Kölner haben den Schonabsteiger Schalke 04 zu Gast. Bielefeld muss in Stuttgart ran.

Nach der Niederlage in Augsburg musste der Trainer Florian Kohfeldt nun doch seinen Hut nehmen und wird für das Ende der Saison durch die Werder-Legende Thomas Schaaf trainiert.Nichts gegen Schaaf. Aber ob es sinnvoll ist, für diesen einen Spieltag (evtl. könnten noch die Relegationsspiele gegen den Dritten der 2. Liga hinzukommen, woran ich nicht glaube, dann könnte es vielleicht eine Art Nordderby werden: Holstein Kiel hat den direkten Aufstieg nach der 2:3-Niederlage in Karlsruhe noch nicht geschafft, ist aber mindestens 3.) den Trainer zu wechseln, wird sich zeigen. Wenn nicht, dann wird vor allem Geschäftsführer Frank Baumann die ganze Wut abbekommen, über den jahrelangen Niedergang des Klubs, die Fehleinkäufe en gros, den viel zu lange nicht und dann zu spät erfolgten Rauswurf des Trainers. Was sich eben so angestaut hat. Es ist vieles verkehrt gelaufen an der Weser: Rashica, Füllkrug, Selke und Sargent – den Namen nach könnte das ein ‚Sturm‘ sein, der für viele Tore sorgt. Aber nicht erst das Spiel gegen Augsburg offenbarte, dass die vier nur zu einem lauen Lüftchen im Stande sind.

Was kann da jetzt nur noch helfen? Da war das Bild vom sinkenden Werder-Schiff! Immer wenn dunkle Wolken über der Weser aufzogen, drohte ich mit dem sinkenden Werder-Schiff. Und immer dann schafften es die Bremer in letzter Sekunde, in der Bundesliga zu bleiben. Vielleicht hilft es ja auch jetzt wieder:

    Werder Bremen: Rettung in letzter Minute?!
    Werder Bremen: Rettung in letzter Minute?!

Der Sportverein Werder hat sich immer bemüht, einen eigenen Weg zu gehen, weg von der Hektik und Kurzatmigkeit, mit der Profiklubs sonst ihre Geschäfte betreiben. Vom diesem Weg ist Werder inzwischen längst abgekommen: Ich denke da nicht nur an die unglückseligen Partnerschaften mit Wiesenhof und wohninvest. Jetzt versucht der Verein, Geld durch Anleihen zu bekommen. Will man in der 1. Liga überleben, dann kann Werder Bremen nichts anderes sein als ein ganz ’normaler‘ Verein. Vielleicht täte da ein Abstieg in die 2. Liga ganz gut, um wieder zu den ‚Wurzeln‘ zurückzukehren. Aber dann erginge es den Bremern wie dem HSV, der auch im 3. Anlauf den Wiederaufstieg nicht geschafft hat. Endlich wieder ein echtes Nordderby: Werder gegen den HSV?!

Erschreckend in diesem Zusammenhang: Der Stadionsprecher und TV-Moderator Arnd Zeigler ist noch während des Spiels gegen Augsburg digital bedroht, belästigt und beleidigt worden: Er will seine Social-Media-Seite bei Facebook vorerst schließen. »Es ging nur um Fußball«, schrieb der Moderator. Wie bescheuert muss man sein, um seinen Frust auf diese Weise abzulassen.

siehe zuletzt: Der SV Werder Bremen in Corona-Zeiten: Dem Abstieg entgegen ..



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Eine ‚verrückte‘ Welt – Des Wahnsinns fette Beute (2)

In Zeiten des Corona-Virus scheint die Welt mehr noch als sonst (und ansonsten ist es schon schlimm genug) dem Wahnsinn zu erliegen. Da tauchen von der rechten Front gesteuert ‚Todeslisten‘ auf, die die Namen der Politiker enthalten, die für die umstrittene Corona-„Notbremse“ gestimmt haben. Die Gewaltbereitschaft von Rechtsaußen nimmt immer mehr zu. Sicherlich ist die „Notbremse“ ein Einschnitt in unsere Bürgerrechte. Aber sie soll und kann nur temporär gelten und dient der Erhaltung eines anderen Bürgerrechts, nämlich des Rechtes auf Unversehrtheit.

Aber dem ist lange noch nicht genug …

Sascha, der paranoide Diktator

In Belarus hält sich der selbst zum Sieger bei der letzten Präsidentschaftswahl ernannte Alexander ‚Sascha‘ Lukaschenko durch brutale Polizeigewalt an der Macht. Vielen Belarusen ist es längst klar geworden, dass er eine Dynastie zu gründen plant, als seinen Nachfolger seinen Sohn Viktor vorsieht. Ein entsprechender Erlass soll in den nächsten Tagen verkündet werden. Hintergrund: Angeblich wurde ein Attentat auf ihn und eine Invasion von Litauen kommend verhindert. Im belarusischen Fernsehen wusste Stanislaw Knyazew – ein belarusischer Doktor der Rechtswissenschaft und ehemaliger KGB-Mitarbeiter – zu berichten, es seien „ungefähr 150 Geländefahrzeuge mit schweren Maschinengewehren vorbereitet“ worden. Wer genau diese Staatsfeinde seien, will Lukaschenko in den kommenden Tagen bekannt geben. Sie hätten jedenfalls auch geplant, die belarusische Armee gegen die Sonderpolizei OMOM, die Truppen des Innenministeriums und den KGB aufzuhetzen. Ein schrecklicher Bürgerkrieg hätte ausbrechen können.

Eigentlich könnte man jetzt Lukaschenko für paranoid halten. Bekanntlich litten viele Diktatoren von Hitler bis Stalin an Größen- und Verfolgungswahn. Aber es gehe vor allem darum, so der belarusische Politologe Waleri Karbalewitsch, die Opposition zu „dämonisieren“ und zu zeigen, dass sie nicht viele Unterstützer habe. „Man will auch die Gesellschaft darauf vorbereiten, dass mit solchen Leuten, die so schreckliche Verbrechen vorbereiten, alles getan werden darf. Das ist eine lang bekannte Taktik der Entmenschlichung des Gegners.“

Dass so ein politisches Vorgehen in Europa noch möglich ist, ist das erschreckend, aber nicht verwunderlich, wenn wir bedenken, was auch bei uns ‚möglich‘ ist.

Wenn der Wahnsinn die Welt regiert ...
Wenn der Wahnsinn die Welt regiert …

Maskenaffäre – Lobbyismus vom Feinsten

Wenn sich Wirtschaftsunternehmen an Politiker wenden, um Einfluss auf Entscheidungsprozesse zu nehmen, so sprechen wir von Lobbyismus. Was ist aber nun, wenn sich solche Unternehmen darum bemühen, über Volksvertreter ihre Produkte ‚an den Mann‘ zu bringen? So haben sich bisher 40 Abgeordnete ans Gesundheitsministerium gewandt, um in Namen mehrerer Firmen bei der Beschaffung von Schutzausrüstung (es geht u.a. um ein Auftragsvolumen von gut zwei Milliarden Euro für die Lieferungen von mehr als einer Milliarde OP- und FFP2 Masken) ‚behilflich‘ zu sein. Darunter sind auch FDP-Chef Lindner und Wirtschaftsminister Altmaier.

Sicherlich haben nur wenige der Abgeordneten für die Vermittlung Provisionen erhalten. Aber für mich stellt sich die Frage, warum sich die Firmen nicht direkt an das Gesundheitsministerium gewandt haben. Es lebe hoch der Lobbyismus!

Demontage eines Trainers

Erst vor wenigen Tagen habe ich mich zum Niedergang des SV Werder Bremen geäußert. Im Kreuzfeuer steht nun der Cheftrainer, Florian Kohfeldt, wie immer in einer solchen Situation (Augsburg hat seinen Trainer schon entlassen). Nach der siebten Niederlage in Folge berieten nun die Oberen des Vereins, wie es weitergehen soll. Das Ergebnis: Nach einer hochdramatischen Aufsichtsratssitzung am Montag, also ganze zwei Tage nach der letzten Niederlage, wurde dem Übungsleiter eine weitere Gnadenfrist zugebilligt.

Das dezente Abrücken des Sportvorstandes Frank Baumann von seinem Trainer, die Gerüchte in der Lokalpresse über Nachfolgekandidaten und Abfindungsverhandlungen, eine länger andauernde Krisensitzung – das alles hätte sich der Verein schenken können, wenn er schon am Wochenende dem Trainer entschlossen den Rücken gestärkt hätte. Aber in Krisenzeiten wird bei uns lieber palavert, die Medaille von der einen wie von der anderen Seite eingehend betrachtet. So ein Entscheidungsprozess dauert eben etwas. Und so brachte man Kohfeldt in unnötige Bedrängnis, was einer Demontage fast gleichkommt.

Und der Witz ist, dass sich Werder Bremen jetzt zwischen Abstieg und Pokaltraum (am Freitag im Halbfinale in Leipzig – die Sportschau zeigt das Spiel) befindet. Da weiß man gar nicht, ob man den Bremern den Einzug ins Finale wünscht oder doch lieber den Klassenerhalt. Wahnsinn!


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Apropos Leipzig: Julian Nagelsmann, Noch-Trainer in Leipzig, zieht es zu den Bayern. Vielleicht gibt es diesen besonderen Effekt, von den Werder profitieren könnte: Wenn der Wechsel eines Trainers schon vor Saisonende feststeht, gerät seine Mannschaft meist ins Trudeln.

Siee auch: Eine ‚verrückte‘ Welt – Des Wahnsinns fette Beute

Der SV Werder Bremen in Corona-Zeiten: Dem Abstieg entgegen ..

Vor einigen Wochen sah es noch gut aus für den SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen betrug am 24. Spieltag satte 11 Punkte auf den Relegationsplatz (16. Platz Arminia Bielefeld mit 19 zu 30 Punkten für Werder auf dem 12. Tabellenplatz). Aber nach sechs Niederlagen in Folge stehen die Bremer an der Kippe …

Fußball und die Corona-Pandemie, das ist ‚ein seltsam Abenteuer‘. Was früher undenkbar war oder zumindest als Höchststrafe galt, ist inzwischen fast schon Alltag: die Fußballspiele ohne Publikum. Anfangs untermalten die Privatsender solche Spiele noch mit Publikumsgeräusche. Heute werden nur noch Trainerstimmen laut. Und während der Amateurfußball völlig brach liegt, wird in den Profiligen fleißig weitergekickt. Coronaregeln hin, Coronaregeln her.

Es geht natürlich um das liebe Geld. Denn dank satter Einnahmen aus Fernsehgeldern schaffen es die Vereine, halbwegs glimpflich über die Runden zu kommen. Und dem nicht genug, planten die großen europäischen Vereine aus England, Italien und Spanien sogar eine Super League jenseits des europäischen Fußballverbandes, der UEFA. Geldgier selbst in solch prekären Zeiten! Pfui, Spinne!

Auch der SV Werder darf spielen und hatte sich nach dem Fastabstieg im letzten Jahr ein Plätzlein im Mittelfeld der Liga eingerichtet. Finanziell geht es dem Verein aber nicht gerade gut. Es fehlen die Zuschauereinnahmen. Und aus Transfererlösen. Ein Wechsel von Milot Rashica kam wegen zu hoher Forderungen der Bremer nicht zustande. Und durch Verletzungen und der zuletzt mehr als mäßigen Leistungen ist sein Marktwert von etwa 35 auf 12 Millionen € gesunken. Werder hätte vor einem Jahr das Angebot akzeptieren sollen.

Um finanziell zu überlegen hatte der Verein im vergangenen Dezember mit Hilfe einer Landesbürgschaft einem 20-Millionen-Euro-Kredit aufgenommen. Jetzt geht Werder an die Börse und vermarktet eine Mittelstandsanleihe. Die Verzinsung soll bei mindestens sechs Prozent liegen, die Laufzeit beträgt fünf Jahre und drei Monate. Mit 1000 Euro ist man dabei, aber es werden institutionelle Investoren (zum Beispiel Versicherungen oder Kapitalgesellschaften) gesucht. Auf diese Weise sollen bis zu 30 Millionen Euro auf dem Kapitalmarkt abgefischt werden. Dann mal zu … Der Kapitalismus lebe hoch!

Wenn aber nun entgegen allen Erwartungen der letzten Wochen die Mannschaft doch noch absteigen sollte? Ein Positives hätte es zumindest: Davie Selke bräuchte nicht übernommen werden, da die Kaufpflicht gegenüber Hertha BSC (der Big City Club, der plötzlich auch mitten im Abstiegsstrudel steckt und durch mehrere Corona-Erkrankungen mindestens drei Spieltage aussetzen muss – dadurch lässt sich der genaue Standort von Werder Bremen in der Tabelle nicht ausmachen) beim Abstieg nicht zieht. Wer macht solche Verträge? Werder müsste 12 Millionen € zahlen, obwohl Selke gerade noch 5 Millionen € wert ist und sowieso nicht in die Planung passt.

Statt das Geld für einen überschätzten Stürmer zu verbraten, wäre es sinnvoll, einen Spielgestalter an die Weser zu holen. Denn hier mangelt es: Wenn Werder, wie gegen Mainz, das Spiel machen muss, dann kommt dabei meist nicht viel heraus. Da wundert es schon nicht mehr, wenn der 32-jährige Philipp Bargfrede wieder aktiviert wird.

Schaut man auf den verbleibenden Spielplan, dann wird einem schon angst und bange: Am Samstag in Berlin gegen Union, die sich in der oberen Hälfte der Tabelle festgesetzt haben und gerade zu Hause stark sind. Dann das Heimspiel gegen Leverkusen, bei denen niemand weiß, woran er ist. Es geht weiter nach Augsburg, die ebenso wie Werder noch im Abstiegskampf stecken. Das letzte Heimspiel ist gegen Mönchengladbach, die vielleicht am letzten Spieltag doch noch Ambitionen auf Europa haben.


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Ich gestehe: Wenn Werder ein Verein wäre, der nur auf die große Kohle schielte (okay, mit Partnern wie Wiesenhof und wohninvest sind wohl keine Werder-Fans glücklich), dann wäre für mich der gezahlte Fußball längst gestorben. Aber es ist unverkennbar, dass ich auf dem Rückzug bin, denn (nicht nur wegen der Coronakrise) meine letzten Beiträge zu Werder in diesem Blog stammen vom 07. bzw. 12. Juli des Vorjahres.

… mit Hängen und Würgen!

Jeder weiß es: Das war eine bescheidene Saison, die der SV Werder gespielt hat, Corona hin, Corona her. Aber manches Ammenmärchen findet dann doch noch seinen guten Ausgang: Die Bremer bleiben der Fußball-Bundesliga erhalten (und die Werder-Damen steigen in die Frauen-Bundesliga auf, das sollte nicht vergessen werden). Nach dem mageren 0:0 daheim gab es gestern ein 2:2 in Heidenheim, was zum Klassenverbleib reichte.

Gefeierter Ludwig Augustinsson nach seinem Tor gegen Heidenheim
Gefeierter Ludwig Augustinsson nach seinem Tor gegen Heidenheim

Irgendwie erinnern mich diese Relegationsspiele Werders gegen Heidenheim an frühere Relegationsspiele des HSV. Und bekanntlich spielen die demnächst ihre 3. Saison hintereinander in der 2. Liga. Nein, ich eigne mich nicht als Orakel. Aber wenn es in der neuen Saison nicht besser wird, dann … Werder hat mit Hängen und Würgen gerade noch den Klassenerhalt geschafft. Und damit haben auch der Sportchef Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt ihren Hintern gerettet. Wahrscheinlich wird auch der Kader sich kaum verändern, denn keiner der Spieler (selbst Milot Rashica) hat sich in den letzten Wochen für andere Vereine empfehlen können. Und undank Corona müssen alle Vereine sparen …


Nochmal gut gegangen! – Kurzanalyse nach dem Spiel 1. FC Heidenheim – SV Werder Bremen (Bundesliga-Relegation-Rückspiel 2019/2020)

Schade eigentlich für Heidenheim. Der Verein aus dem Südosten Baden-Württembergs hat seine wohl einmalige Chance zum Aufstieg in die höchste Fußballliga Deutschlands knapp verpasst. Gerade einem so kleinen Verein wünscht man sich im Chor der von Großkonzernen unterstützten oder von Großkopferten geleiteten Vereinen eine Stimme. Aber die hat nun weiter der SV Werder.

Totgesagte leben länger …

Ja, Totgesagte leben länger, d.h. Werder hat noch durch zwei Spiele in der Relegation gegen den Dritten der 2. Liga, dem 1. FC Heidenheim, die Chance, den Klassenerhalt zu sichern.

Zunächst aber etwas zum Thema Wettbewerbsverzerrung: Was da Dortmund am 32. Spieltag zu Hause gegen Mainz (zu ungunsten von Werder) und am letzten Spieltag gegen Hoffenheim geboten hat, war wirklich unter aller Sau. Auch den Kölnern wurde eine groteske Vorstellung in Bremen vorgeworfen. Was die Höhe der Niederlage (6:1 für Werder) betrifft, ist das sicher in Ordnung. Aber ich denke, dass Werder auch bei einer akzeptablen Leistung von Köln das Spiel gewonnen hätte und damit die Relegation verdient hat. Okay, hätte Düsseldorf bei Union Berlin einen Punkt geholt, dann wären Werder und die Fortuna punktgleich und das Torverhältnis hätte über die Plätze 16 und 17 entschieden … Aber wohl auch Dank der Ex-Bremer Anthony Ujah und Felix Kroos (die immer noch ein Herz für Werder haben), die ihre Sportkameraden von Union gegen Düsseldorf noch einmal ‚auf Vordermann brachten‘, leben die totgesagten Bremer immer noch.


Werder-Wunder! Bremen rettet sich furios in Relegation: Werder Bremen – Köln 6:1

Werder spielt jetzt also am Donnerstag (im Weserstadion) und am kommenden Montag gegen Heidenheim, dem Dritten der 2. Liga, in der so genannten Relegation um den Klassenerhalt. Erst im Oktober des letzten Jahres waren beide Mannschaften aufeinander getroffen – im DBF-Pokal, das Werder zu Hause mit 4:1 sehr sicher gewann. Damals konnte niemand damit rechnen, dass sie am Ende der Saison nochmals gegeneinander spielen werden …

Und da war dann noch das Bild vom sinkenden Werder-Schiff:

    Werder Bremen: Rettung in letzter Minute?!
    Werder Bremen: Rettung in letzter Minute?!

Es gibt den Fluch der 11 Freunde, dem in gewisser Hinsicht auch der SV Werder (fast) zum Opfer fiel. Und da gibt es gewissermaßen das Gegenteil davon (Segen?!): mein sinkendes Werder-Schiff.

In den letzten Jahren krebste Werder fast immer am Abgrund zum Abstieg in die 2. Liga. Und (nein, abergläubig bin ich nicht, oder doch?) immer wenn ich das besagte Bildchen in meinen Beiträgen zu Werder einbezog, schaffte die Mannschaft den Klassenerhalt. Warum sollte es in diesem Jahr nicht anders sein … 😉

Mit dem Ende dieser Saison endet dann auch die Karriere eines Ausnahmespielers: Claudio Pizarro geht mit 41 Jahren in den wohl verdienten Fußballerruhestand. Ich kann mich da den ganzen Liebesbezeugungen nur anschließen: Vielen Dank für die vielen Jahre, in denen Du uns mit Deinem Spiel und Deiner liebenswürdigen Art Freude bereitet hast! Weiterhin alles Gute für Deine Zukunft!

Und da ist war noch der HSV! Eigentlich haben alle mit einer Wiederauflage des Nordderbys in der Relegation gerechnet. Nach der oberpeinlichen Heimniederlage gegen Sandhausen im letzten Spiel mit 1:5 wird daraus nichts. Und den Spöttern gehen inzwischen auch schon die HSV-Witze aus …

Die Hoffnung nährt sich …

    Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Bis zu ihrem Tode nährt sie sich von wenigen zwischenzeitlichen Erfolgen, die am Ende einer nur noch größeren Ernüchterung dienen. Die immer wieder neu erlebten Enttäuschungen schaufeln ihr Grab.
    Villi Hermannowitsch Albinowski: So sei es, wie es ist …

So erleben Werder-Fans die zu Ende gehende Fußballsaison 2019/2020. Das letzte Fünkchen Hoffnung heißt Relegation und kann nur durch einen Sieg am letzten Spieltag im eigenem Stadion gegen Köln erreicht werden. Und das auch nur, wenn Düsseldorf bei Union Berlin verliert (bei einem Unentschieden müsste Werder gegen Köln mit mindestens 4 Toren Unterschied gewinnen – ein kaum zu glaubendes Unterfangen). An was man sich alles klammern kann?! Die Chancen stehen in etwa bei 1:8, dass Werder es nicht schafft.

    Werder Bremen: Rettung in letzter Minute?!
    Werder Bremen: Rettung in letzter Minute?!

Dabei hatte es in Mainz ganz gut begonnen. Werder spielte druckvoll, aber leider auch erfolglos. Und dann die bekannten Fehler in der Abwehr, die bereits im Mittelfeld ihren Anfang fanden. Schon als ich die Aufstellung las, kam ich aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Egal.


Fußball-Bundesliga 2019/2020 – 33. Spieltag: Mainz 05 – SV Werder 3:1

Ich wette eigentlich nicht, aber ich fürchte nun endgültig, dass der SV Werder Bremen ab der nächsten Saion in Liga 2 spielen wird. Vielleicht treffen dort die Bremer auf alte Bekannte aus Hamburg. Der HSV steht am vorletzten Spieltag nur noch auf Platz 4 (und wie bei den Bremern ist auch nur noch der Relegationsplatz möglich). Am Ende kickt für Deutschlands Norden nur noch der vom VW-Konzern unterstützte Verein für Leibesübungen aus Wolfsburg in der 1. Liga. Eine Schande! Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung … – ach, lassen wir das!

… aus eigener Kraft?!

Beim Griff nach dem rettenden Strohhalm fehlt Werder Bremen drei Spieltage vor Saisonschluss nur noch ein Tor, um Fortuna Düsseldorf vom Relegationsrang zu verdrängen. Selbst Platz 15 ist bei drei Punkten Rückstand in Reichweite. Im Fokus ist zunächst aber das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Werder und der Fortuna – und es gilt: Es ist so knapp, wie es nur sein könnte zwischen den beiden Teams, die am Wochenende in völlig unterschiedlichen Gefühlswelten unterwegs waren. Hier die Düsseldorfer, die in der fünften Minute der Nachspielzeit das niederschmetternde 0:1 gegen Borussia Dortmund kassierten, dort die Bremer, die gegen einen überforderten Gegner nicht nur das Ende ihrer Torflut, sondern auch den höchsten Saisonsieg feierten: 5:1 in Paderborn (Quelle: deichstube.de)


Bundesliga 2019/2020 – 31. Spieltag: SC Paderborn – SV Werder 1:5

Aber es ist halt nur Hoffnung, auf die sich die Bremer stützen können. Der Re-Start in der Coronakrise begann ernüchternd: Im eigenen Stadion gab es eine 1:4-Klatsche gegen Leverkusen. Dem folgte ein Höhenflug (1:0-Siege in Freiburg und auf Schalke – mittendrin ein 0:0 gegen Mönchengladbach). Dann aber zwei Heimspiele, die den Abstieg schon fast besiegelten: 0:3 gegen Frankfurt (ein Nachholspiel) und 0:1 gegen Wolfsburg. Die reinste Achterbahnfahrt!

    Werder Bremen: Rettung in letzter Minute?!
    Werder Bremen: Rettung in letzter Minute?!

Der jetzige Sieg verspricht neues Vertrauen. Und Werder kann den Klassenerhalt eben auch noch aus eigener Kraft schaffen. Selbst eine Niederlage morgen zu Hause gegen die Bayern (die wollen ihre Meisterschaft klar machen), dürfte verkraftbar sein (Mainz spielt in Dortmund, Düsseldorf in Leipzig und sind krasse Außenseiter). Dann aber müssen Siege her: in Mainz und daheim gegen Köln.

Das Ganze riecht nach Karneval im Sommer: Düsseldorf – Mainz und zuletzt Köln! die Karnevalshochburgen im Land! Wünschen wir, dass der SV Werder im karnevalsfreiem Bremen am Schluss Grund zum Feiern hat!

Wenn der Ball wieder rollt …

Am Wochenende geht es also nun doch wieder los: die Fußballbundesliga und die 2. Liga starten in die Endrunde der für über zwei Monate unterbrochenen Saison 2019/2020. Die Begeisterung der Fans hält sich in Grenzen: die letzten Spieltage finden ohne sie statt. Der Ball rollt vor leeren Zuschauerrängen. Corona hin, Corona her: Es geht ums Geld aus TV-Einnahmen. Für den SV Werder Bremen sollen es bis zu 45 Millionen € sein, die dem Verein fehlen würden, wäre die Saison vorzeitig abgebrochen worden. Bei einer Fortsetzung mit Geisterspielen sind es dann nur 20 Millionen € Verlust, sagte Klaus Filbry, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Erstmals seit der Ausgliederung der Profi-Abteilung hat die SV-Werder-Kapitalgesellschaft einen Kredit aufgenommen. In zweistelliger Millionenhöhe.

Trainer Kohfeld mit den Werder-Spielern: Wenn alles schief geht
Trainer Kohfeld mit den Werder-Spielern: Wenn alles schief geht

Da viele Vereine keine finanziellen Reserven aufweisen, hätte nach einem Bericht des „kicker“ 13 Clubs aus Liga 1 und 2 noch in dieser Saison die Insolvenz gedroht.

Beim SV Werder kostet der Kader aktuell in etwa 58 Millionen Euro pro Saison. Wie groß das Budget in der kommenden (Erstliga?)-Saison noch sein darf, sagte Filbry zwar nicht, doch es ist wohl keine Frage, dass zum einen kleine Namen verschwinden werden, um den derzeit stolze 32 Spieler umfassenden Profi-Kader zu verschlanken und kostengünstiger zu machen. Zum anderen muss es für die große Wirkung aber auch große Namen treffen. Milot Rashica steht dabei an erster Stelle. Werder verspricht sich trotz allem immer noch eine Ablöse zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Da aber der Transfermarkt eher einzubrechen droht, weil demnächst weit weniger Geld im Markt sein wird, glaube ich selbst nicht an eine solch hohe Ablösesumme. Aber eine langfristige und ausreichende Entlastung des Etats ist mit ihm allein nicht zu erreichen. Andere Gutverdienende werden bei Werder Bremen ebenfalls auf die Verkaufsliste rücken, z.B. Maximilian Eggestein oder Davy Klaassen, die aber durch ihre zuletzt eher bescheidenen Leistungen nicht gerade von anderen Vereinen umworben sein dürften.

Zum Teil haben Spieler auf Teile ihrers Gehalts verzichtet, die einen freiwillig, andere offensichtlich unter Zwang. Trotzdem ist es schwer zu verstehen, dass die Clubs ihren Spielern vorerst keine weiteren Zugeständnisse abringen wollten, gleichzeitig aber Ticketinhaber bezirzen, ihr Geld nicht zurückzufordern. Geisterspiele machen keinen einzigen Fan glücklich, sondern nur die Gehaltsempfänger in den Clubs, die am Tropf der TV-Sender hängen. Die Fans zahlen und die Spieler kassieren. Der Profi-Fußball, das wurde in der Krise klar, hat sich mit seiner turbokapitalistischen Dynamik schon lange von der Gesellschaft abgekoppelt.

Es ist jetzt an der Zeit, über eine neue Moral im Fußball zu reden. Die absurden Gehälter, die sich immer weiter hochschraubenden Ablösesummen – wer will das alles noch? Es sind immer mehr Fans, die sich vom Profi-Fußball abwenden. Ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt, fürchte aber, dass bald alles wieder beim Alten sein wird. Nur einige Vereine, vielleicht auch der SV Werder, werden auf der Strecke verblieben sein.

Denn sportlich muss sich in diesen letzten neun (für Werder sind es noch zehn) Spiele in Bremen noch einiges tun. Mit vier Punkten hinter dem Relegationsplatz und schon acht Punkten hinter dem rettenden Ufer (Platz 15) steht Werder mit mehr als einem Fuß vor dem Abstieg.

Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber sollten es die Bremer nicht schaffen, in der 1. Liga zu verbleiben, dann wird es in Zukunft schwer werden: Mit einem Kader, dem die großen Namen fehlen, mit reichlich Miesen auf dem Konto – es droht Werder Bremen der dauerhafte Abschied aus der Fußball-Bundesliga.

Werders Abstieg besiegelt?!

Es klingt nach Verschwörung, aber was dem SV Werder Bremen in dieser Saison in der Fußball-Bundesliga widerfährt, hat schon Ausmaße eines geheimen Komplotts, oder?

Erst gab es die vielen Verletzten. Die Ergebnisse waren dann nicht so, wie sie erwartet wurden. Klar, dass die Mannschaft zunehmend nervöser wurde. Zu diesen psychischen Problem musste man dann konditionelle Schwächen feststellen, die sich u.a. in einer zu harmlosen Offensive zeigten.

Die eigentliche ‚Verschwörung‘ zeigt sich dann in der Absage des Spiels gegen Frankfurt ohne terminliche Neuansetzung. Und dem nicht genug: Wie es aussieht, so wird auch das Spiel am Montag gegen Leverkusen abgesagt, da der Bremer Innensenator befürchtet, dass sich über 1000 Fans vor dem Weser-Stadion versammeln, obwohl das Spiel wegen des Coronavirus vor leeren Rängen (wie die anderen Partien des 26. Spieltags) stattfinden soll. Damit hätten die Bremer schon zwei Spiele Rückstand.

Nachtrag: Inzwischen wurde auch der 26. Spieltag in der Fußball-Bundesliga abgesagt!

Kohfeld und der vermeintliche Abstieg Werders in die Zweitklassigkeit
Kohfeld und der vermeintliche Abstieg Werders in die Zweitklassigkeit

Natürlich sind die Bremer selbst schuld an ihrer Misere (siehe oben: schwache Abwehr und schwache Offensive – Konditionsmängel – zudem: Anfälligkeit bei Standardsituationen und mentale Schwäche der Spieler) und dem Fall auf den vorletzten Tabellenplatz, vier Punkte Rückstand auf den Relegations- und schon acht Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz. Viel mehr als der 16. Platz (Relegation) ist eigentlich nicht mehr drin (siehe auch: Der tiefe Fall des SV Werder: Panik an der Weser)

Und jetzt kommt auch noch das Coronavirus. Der 26. Spieltag findet noch statt (aber ohne das Werderspiel), dann ist erst einmal Sense bis Anfang April. Es werden auch schon die möglichen Szenarien, falls es zu einem Abbruch der Bundesliga kommt, durchdacht. Bisher gibt es ja keine Regelung dafür.

Möglich wäre

1. Tabelle einfrieren und Ende – das Problem: Werder hätte weniger Spiele absolviert. Ansonsten würden die Bremer absteigen.
2. Saison unterbrechen und im Sommer weitermachen – nur das Coronavirus wird sich kaum daran halten, um sich im Sommer Einhalt zu gebieten.
3. Abbrechen und annullieren – aus heutiger Sicht wohl das Wahrscheinlichste. Nur, wie geht man mit den Ab- und Aufsteigern um. Eine Aufstockung der Bundesliga um zwei Plätze würde den Terminplan für die nächste Saison durcheinanderwirbeln.
4. Saison mit Playoffs abkürzen – die unteren vier Mannschaften würden die zwei Absteiger unter sich ausmachen (und die ersten vier den Meister). Aber dafür müsste beizeiten wieder gespielt werden können.

(Quelle: sportschau.de)

In fast allen Fällen wäre der SV Werder Bremen ‚in den Arsch‘ gekniffen. Es sieht also nicht gut aus. Sportlich so gut wie am Ende, aber auch durch das Coronavirus nicht gerade bevorteilt: Bremen, so ist zu befürchten, findet sich in der nächsten Saison (oder der übernachsten?!) in der 2. Liga wieder.

Der tiefe Fall des SV Werder: Panik an der Weser

In letzter Zeit bin ich einigen Leuten begegnet, die statt „Lebenslang – Grün-weiß “ jetzt „Ade – Grün-weiß“ sagten, zumindest vorübergehend (Dauerkarte verliehen, keine Sportnachrichten gucken usw.). Es ist aber auch ein Grauen, die Nackenhaare sträuben sich: Was die Herren Fußballer vom SV Werder Bremen in dieser Saison bisher geboten haben, ist furchterregend.

Ähnlich wie der VfB Stuttgart in der letzten Saison so waren die Bremer mit dem angeblich besten Kader der Neuzeit und den Träumen von Europa gestartet und werden nun vielleicht erst in Liga zwei wieder aufwachen?! Weiterhin glaube ich daran, dass es in der nächsten Spielzeit wieder zum Nordderby zwischen Werder und dem Hamburger SV kommen wird. Aber statt in der Bundesliga nun in der 2. Liga (die Hamburger tun zz. alles, um nicht aufzusteigen)?

Zur Winterpause findet sich Werder Bremen auf dem vorletzten Platz wieder. Die schlechteste Saison seit Werdergedenken. Kommt Werder doch noch auf einen grün-weißen Zweig?

Fußball-Bundesliga 2019/20 - 14. Spieltag: SV Werder - Paderborn 0:1
Fußball-Bundesliga 2019/20 – 14. Spieltag: SV Werder – Paderborn 0:1

Mit Statistiken lässt sich bekanntlich so ziemlich alles beweisen: Was die Bremer betrifft, so liegen diese in puncto Geschwindigkeit und Handlungsschnelligkeit im Bundesligaschnitt sehr weit hinten. Zum einen spielt das Alter einiger Spieler eine Rolle (Niklas Moisander, 34 – Philipp Bargfrede, 30 und natürlich Claudio Pizarro, 41), zum anderen ist es mit der Antizipation, der mentale Vorwegnahme eines künftigen Bewegungsablaufes, besonders dann nicht zum Guten bestellt, wenn der Kopf nicht frei genug ist. Wenn’s nicht läuft, dann läuft es halt nicht – oder wie Andreas Brehme einmal sagte: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.“

Fußball-Bundesliga 2019/20 - 16. Spieltag: SV Werder - Mainz 0:5 (Rückpraller - Torwarteigentor!)
Fußball-Bundesliga 2019/20 – 16. Spieltag: SV Werder – Mainz 0:5 (Rückpraller – Torwarteigentor!)

Morgen nun geht es in die Rückrunde und mit der Fortuna aus Düsseldorf (in Düsseldorf) wartet schon wieder ein Gegner, den es ebenfalls in die Niederungen der Bundesliga gezogen hat. Wer nicht gegen seine direkten Tabellennachbarn im Ligakeller zu punkten versteht, dem ist nicht zu helfen.

Kohfeldt soll auch in der 2. Liga Trainer der Werderaner bleiben. Aber sollte Werder wirklich absteigen, dann fürchte ich, wird kaum jemand Kohfeldt, aller bisheriger Ehrungen zum Trotz, weiter als Trainer haben wollen. Er hätte es dann nicht geschafft, die Mannschaft auf den rechten Weg zu führen.