Kategorie-Archiv: SV Werder Bremen

SV Werder Bremen 1899 – Bundesligafußball ab Saison 2004/2005 ff.

Werders Abstieg besiegelt?!

Es klingt nach Verschwörung, aber was dem SV Werder Bremen in dieser Saison in der Fußball-Bundesliga widerfährt, hat schon Ausmaße eines geheimen Komplotts, oder?

Erst gab es die vielen Verletzten. Die Ergebnisse waren dann nicht so, wie sie erwartet wurden. Klar, dass die Mannschaft zunehmend nervöser wurde. Zu diesen psychischen Problem musste man dann konditionelle Schwächen feststellen, die sich u.a. in einer zu harmlosen Offensive zeigten.

Die eigentliche ‚Verschwörung‘ zeigt sich dann in der Absage des Spiels gegen Frankfurt ohne terminliche Neuansetzung. Und dem nicht genug: Wie es aussieht, so wird auch das Spiel am Montag gegen Leverkusen abgesagt, da der Bremer Innensenator befürchtet, dass sich über 1000 Fans vor dem Weser-Stadion versammeln, obwohl das Spiel wegen des Coronavirus vor leeren Rängen (wie die anderen Partien des 26. Spieltags) stattfinden soll. Damit hätten die Bremer schon zwei Spiele Rückstand.

Nachtrag: Inzwischen wurde auch der 26. Spieltag in der Fußball-Bundesliga abgesagt!

Kohfeld und der vermeintliche Abstieg Werders in die Zweitklassigkeit
Kohfeld und der vermeintliche Abstieg Werders in die Zweitklassigkeit

Natürlich sind die Bremer selbst schuld an ihrer Misere (siehe oben: schwache Abwehr und schwache Offensive – Konditionsmängel – zudem: Anfälligkeit bei Standardsituationen und mentale Schwäche der Spieler) und dem Fall auf den vorletzten Tabellenplatz, vier Punkte Rückstand auf den Relegations- und schon acht Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz. Viel mehr als der 16. Platz (Relegation) ist eigentlich nicht mehr drin (siehe auch: Der tiefe Fall des SV Werder: Panik an der Weser)

Und jetzt kommt auch noch das Coronavirus. Der 26. Spieltag findet noch statt (aber ohne das Werderspiel), dann ist erst einmal Sense bis Anfang April. Es werden auch schon die möglichen Szenarien, falls es zu einem Abbruch der Bundesliga kommt, durchdacht. Bisher gibt es ja keine Regelung dafür.

Möglich wäre

1. Tabelle einfrieren und Ende – das Problem: Werder hätte weniger Spiele absolviert. Ansonsten würden die Bremer absteigen.
2. Saison unterbrechen und im Sommer weitermachen – nur das Coronavirus wird sich kaum daran halten, um sich im Sommer Einhalt zu gebieten.
3. Abbrechen und annullieren – aus heutiger Sicht wohl das Wahrscheinlichste. Nur, wie geht man mit den Ab- und Aufsteigern um. Eine Aufstockung der Bundesliga um zwei Plätze würde den Terminplan für die nächste Saison durcheinanderwirbeln.
4. Saison mit Playoffs abkürzen – die unteren vier Mannschaften würden die zwei Absteiger unter sich ausmachen (und die ersten vier den Meister). Aber dafür müsste beizeiten wieder gespielt werden können.

(Quelle: sportschau.de)

In fast allen Fällen wäre der SV Werder Bremen ‚in den Arsch‘ gekniffen. Es sieht also nicht gut aus. Sportlich so gut wie am Ende, aber auch durch das Coronavirus nicht gerade bevorteilt: Bremen, so ist zu befürchten, findet sich in der nächsten Saison (oder der übernachsten?!) in der 2. Liga wieder.

Der tiefe Fall des SV Werder: Panik an der Weser

In letzter Zeit bin ich einigen Leuten begegnet, die statt „Lebenslang – Grün-weiß “ jetzt „Ade – Grün-weiß“ sagten, zumindest vorübergehend (Dauerkarte verliehen, keine Sportnachrichten gucken usw.). Es ist aber auch ein Grauen, die Nackenhaare sträuben sich: Was die Herren Fußballer vom SV Werder Bremen in dieser Saison bisher geboten haben, ist furchterregend.

Ähnlich wie der VfB Stuttgart in der letzten Saison so waren die Bremer mit dem angeblich besten Kader der Neuzeit und den Träumen von Europa gestartet und werden nun vielleicht erst in Liga zwei wieder aufwachen?! Weiterhin glaube ich daran, dass es in der nächsten Spielzeit wieder zum Nordderby zwischen Werder und dem Hamburger SV kommen wird. Aber statt in der Bundesliga nun in der 2. Liga (die Hamburger tun zz. alles, um nicht aufzusteigen)?

Zur Winterpause findet sich Werder Bremen auf dem vorletzten Platz wieder. Die schlechteste Saison seit Werdergedenken. Kommt Werder doch noch auf einen grün-weißen Zweig?

Fußball-Bundesliga 2019/20 - 14. Spieltag: SV Werder - Paderborn 0:1
Fußball-Bundesliga 2019/20 – 14. Spieltag: SV Werder – Paderborn 0:1

Mit Statistiken lässt sich bekanntlich so ziemlich alles beweisen: Was die Bremer betrifft, so liegen diese in puncto Geschwindigkeit und Handlungsschnelligkeit im Bundesligaschnitt sehr weit hinten. Zum einen spielt das Alter einiger Spieler eine Rolle (Niklas Moisander, 34 – Philipp Bargfrede, 30 und natürlich Claudio Pizarro, 41), zum anderen ist es mit der Antizipation, der mentale Vorwegnahme eines künftigen Bewegungsablaufes, besonders dann nicht zum Guten bestellt, wenn der Kopf nicht frei genug ist. Wenn’s nicht läuft, dann läuft es halt nicht – oder wie Andreas Brehme einmal sagte: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.“

Fußball-Bundesliga 2019/20 - 16. Spieltag: SV Werder - Mainz 0:5 (Rückpraller - Torwarteigentor!)
Fußball-Bundesliga 2019/20 – 16. Spieltag: SV Werder – Mainz 0:5 (Rückpraller – Torwarteigentor!)

Morgen nun geht es in die Rückrunde und mit der Fortuna aus Düsseldorf (in Düsseldorf) wartet schon wieder ein Gegner, den es ebenfalls in die Niederungen der Bundesliga gezogen hat. Wer nicht gegen seine direkten Tabellennachbarn im Ligakeller zu punkten versteht, dem ist nicht zu helfen.

Kohfeldt soll auch in der 2. Liga Trainer der Werderaner bleiben. Aber sollte Werder wirklich absteigen, dann fürchte ich, wird kaum jemand Kohfeldt, aller bisheriger Ehrungen zum Trotz, weiter als Trainer haben wollen. Er hätte es dann nicht geschafft, die Mannschaft auf den rechten Weg zu führen.

Statt Europa nun doch Abstiegskampf?!

Es läuft nicht rund beim SV Werder Bremen. In den letzten Wochen habe ich mir hier Kommentare erspart. Was soll ich da schreiben: Toll gespielt und doch verloren? Immerhin Punkte geholt in Dortmund, Frankfurt und Leverkusen? Pech gehabt gegen Hertha und den FC Freiburg (jeweils nur unentschieden gespielt)!

Nun gegen Schalke, die trotz magerer Fußballkost dank des 2:1-Sieges in Bremen ähnlich wie vor zwei Jahren vorn mitmischen, ging schief, was schief gehen konnte. Der einzigste Höhepunkt war da der Auftritt von Oldie Claudio Pizarro – und auch nur wegen seiner ’neuen‘ Frisur:

Werder verliert gegen Schalke 1:2 trotz schnieken Pizarro
Werder verliert gegen Schalke 1:2 trotz schnieken Pizarro

Statt Europa winkt jetzt ein Abstiegskampf. Und wenn es hart auf hart kommt, wird nichts mit einem erneuten Nordderby gegen den HSV (wenn die Hamburger auf- und die Bremer absteigen).

Oh ja, Abstiegskampf – denn es geht jetzt gegen Mannschaften wie Paderborn (14. Spieltag), Mainz (16. Spieltag) und Köln (17. Spieltag), also die drei Letzten der Fußball-Bundesliga. Und dann warten auch noch Brocken wie Wolfsburg (nächster Spieltag) und Bayern (15. Spieltag) auf die Bremer (und das auch noch auswärts).

Okay, natürlich gibt es in einem Jahr wieder das Nordderby. Aber nach acht Spielen ohne Sieg (drei Niederlagen und fünf Unentschieden) müssen so langsam wieder Punkte eingefahren werden, um dann – wenigstens das – im Mittelfeld der Bundesliga dahinzudümpeln. Eher glaube ich an den Weihnachtsmann als an eine Qualifikation für Europa. Und Weihnachten ist ja auch schon bald …

Es hat nicht sollen sein …

Es war absehbar, dass der SV Werder Bremen den 7. Tabellenplatz und damit die Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League verpassen wird. Aber zuletzt war es doch äußerst knapp. Ein Punkt und drei Tore fehlten den Bremern, um auch noch an Eintracht Frankfurt vorbeizuziehen. Schade, denn immerhin gewann Werder das Spiel in Hoffenheim mit 1:0 und auch das letzte gegen den Tabellendritten und damit Teilnehmer an der Champions League, RB Leipzig, mit 2:1, wobei den Schlusspunkt kein Geringerer als der 40-jähre Claudio Pizarro mit seinem Tor setzte. Am Ende landete Werder auf dem 8. Platz.

Fußball-Bundesliga 2018/2019 – 34: Spieltag: SV Werder – RB Leipzig 2:1 – Tor durch Claudio Pizarro
Fußball-Bundesliga 2018/2019 – 34: Spieltag: SV Werder – RB Leipzig 2:1 – Tor durch Claudio Pizarro

Kaum ist die Saison für Werder Bremen beendet, da werden schon die Vorbereitungen für die neue Spielzeit getroffen. Max Kruse, Werders bester Torschütze mit 11 Toren (und 9 Vorlagen), verlässt Bremen. Ansonsten wird die bisherige Mannschaft aber beisammen bleiben und u.a. durch den ehemaligen Werder-Spieler Niclas Füllkrug im Sturm verstärkt. Natürlich wünschten sich die Werder-Fans ein Verbleiben von Kruse. Aber wichtiger als er ist mit Sicherheit die Vertragsverlängerung der Brüder Maximilian und Johannes Eggestein, die beide eine hervorragende Saison gespielt haben und mit zu dem guten Abschneiden des Vereins beigetragen haben. Die neue Saison verspricht einiges!


Fußball-Bundesliga 2018/2019 – 34: Spieltag: SV Werder – RB Leipzig 2:1

Außerdem bleibt Pizarro noch ein weiteres Jahr. Es wird wahrscheinlich sein letztes Jahr als Fußballprofi werden. Und die Fußballfans (nicht nur die aus Bremen) werden sich freuen, wenn er auch in der neuen Saison auf den Platz auflaufen wird. Meist reicht es nur für die letzten 30 Minuten eines Spiels. Aber dann geht mit seiner Einwechslung ein Ruck durch die Mannschaft. Und für ein Tor ist er auch noch immer gut. Bereits Mitte des letzten Jahres machte sich ein gewisser Stephan Reich von den 11 Freunden nicht so ganz ernst gemeinte Gedanken über Pizarros weitere Fußballkarriere. Claudio Pizarro ist ein Phänomen jenseits der Kommerzialisierung des Fußballs. Er verkörpert die Leidenschaft und den Spaß, den Fußball darstellen sollte. Claudio, wir lieben Dich!

Zuletzt noch eine traurige Mitteilung:

Manni Burgsmüller ist tot. Ende 1985 holte Otto Rehhagel den fast 36-Jährigen zu Werder Bremen. Mit Werder holte Burgsmüller 1988 im Alter von 38 Jahren seinen ersten Titel und wurde Deutscher Meister. 1989 und 1990 (mit 40 Jahren!) erreichte er mit Werder jeweils das Finale des DFB-Pokals. Manfred Burgsmüller starb am 18. Mai 2019 im Alter von nur 69 Jahren in seiner Wohnung in Essen.

Will denn keiner aufsteigen?

Mit den vorjährigen Absteigern aus der Fußball-Bundesliga, 1. FC Köln und HSV, die leider doch nicht Unabsteigbaren, standen gleich zu Beginn der 2. Liga 2018/2019 die Favoriten auf den Wiederaufstieg fest. Die Kölner haben zwei Spieltage vor Ende der Saison dieses Ziel als Meister der 2. Liga bereits geschafft. Aber dahinter taumelt der Hamburger Sportverein, seit sieben Spielen ohne Sieg, von Spielfeld zu Spielfeld und weiß nicht so recht, wo es lang geht. Aber statt das Taumeln des HSV zu nutzen, vergeigen auch die direkten Kontrahenten ein Spiel nach dem anderen.

2. Liga 2018/2019 – Stand nach dem 32. Spieltag: 1. FC Köln ist 2. Liga-Meister
2. Liga 2018/2019 – Stand nach dem 32. Spieltag: 1. FC Köln ist 2. Liga-Meister

Höhepunkt: der 32. Spieltag! Da verliert der HSV daheim mit 0:3 gegen den Fast-Absteiger FC Ingolstadt. Und dann nutzen weder der SC Paderborn noch der 1. FC Union Berlin die große Chance, den HSV in einer großen Staubwolke hinter sich zu lassen. Sollte es der HSV also doch noch schaffen, als Tabellenzweiter direkt aufzusteigen? Oder müssen die Hamburger in zwei Relegationsspielen (da kennen sie sich ja aus) gegen den Bundesliga-Sechzehnten, den VfB Stuttgart, noch in die Saisonverlängerung? So wie sich der HSV in dieser Spielzeit präsentiert hat, sollten sie lieber noch eine weitere Spielzeit in der 2. Liga dranhängen.

So oder so sieht es aus, als wolle keiner (außer die Kölner) in die Bundesliga aufsteigen. Das kennt man aus anderen Sportarten (z.B. Eishockey, Baseball usw.), in denen ein Aufstieg in eine höhere Spielklasse mit finanziellen Problemen einhergeht. Aber die Fußball-Bundesliga? Lukrativer geht doch nicht …

Ausgeträumt?

Werders Traum von der Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb in der nächsten Saison ist wohl ausgeträumt. Nach einer Woche mit drei Niederlagen (dem 0:1 in München und 2:3 ebenfalls gegen die Bayern im DFB-Halbfinale in Bremen folgte am Samstag eine klare 1.4-Niederlage in Düsseldorf) haben die Bremer vier Punkte Rückstand auf Platz 7 (Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League) und fünf auf die Plätze 5 und 6 (Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League). Bei drei ausstehenden Spielen (gegen Dortmund, Hoffenheim und Leipzig) ist da nicht mehr viel zu holen.


Bundesliga 2018/19 – 31. Spieltag Fortuna Düsseldorf – Werder Bremen 4:1

So denkt der Chefcouch der Bremer, Florian Kohfeldt, auch schon an die nächste Saison. Denn die Niederlagen gegen vermeidlich schwächere Gegner (wie jetzt gegen die Düsseldorfer) haben dem SV Werder die Punkte gekostet, die Europa haben in weite Ferne rücken lassen. Diese schmerzhaft verlorenen Spiele werden in der Sommerpause Schwerpunkte sein, über die der Trainer mit der Mannschaft sprechen wird.

Es ist nur ein schwacher Trost, dass auch andere Mannschaft (der 31. Spieltag verdeutlicht es) gegen schwächere Mannschaften Punkte ließen (Bayern nur 1:1 gegen den Fastabsteiger Nürnberg, Stuttgarts 1:0-Sieg gegen Mönchengladbach, Hannovers 1:0 gegen Mainz und Dortmunds 2:4 gegen Schalke).

Theoretisch haben die Bremer natürlich noch Chancen auf eine Qualifikation für Europa. Aber nach der Niederlage in Düsseldorf wird es realistisch gesehen und schon ein Blick in die nächste Spielzeit gewagt. Schön zu wissen, dass die Eggestein-Brüder weiter in Bremen bleiben werden. Nur Max Kruse, der eine hervorragende Rückrunde gespielt hat, wird Bremen vielleicht gelassen. Insgesamt bliebe aber die jetzige Mannschaft weitestgehend erhalten. So sollte der Traum von Europa in der nächsten Saison endlich verwirklicht werden.

Schlechtes Omen?!

In der Februar-Ausgabe #207 aus diesem Jahr beleuchtete das Magazin für Fußballkultur 11 Freunde den Neustart von Borussia Mönchengladbach und klärte, wie Dieter Hecking und Max Eberl aus einem Krisenklub einen Titelanwärter gemacht haben. Seitdem geht es mit dem Verein so ziemlich bergab. Neueste Nachricht: Gladbach und Hecking trennen sich im Sommer! – Von daher traue ich mich nicht, in gleicher Weise über den SV Werder Bremen zu berichten.

    Ausgabe 11 Freunde #207 Februar 2019: Gladbachs Neustart

Ausgabe 11 Freunde #207 Februar 2019: Gladbachs Neustart

In diesem Jahr ist nämlich die Mannschaft von der Weser noch ungeschlagen und hat in elf Pflichtspielen neben fünf Unentschieden fünf Siege in der Bundesliga und einen Sieg nach Elfmeterschießen gegen Borussia Dortmund im DBF-Achtelfinale erzielt. Plötzlich stehen die Bremer auf Platz 6 der Bundesligatabelle und damit auf einen Platz, der für die Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League berechtigt. Allerdings hat Werder die Mannschaften von Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim im Nacken.

Nein, ich bin – eigentlich – nicht abergläubisch. Aber der Fall ‚Gladbachs Neustart‘, die ganze Lobhudelei um Gladbachs Trainer und Sportdirektor, geben mir zu denken. Also kein Lob für Werder von meiner Seite, dafür sorgen schon andere zur Genüge. Das beginnt damit, dass Bremer Spieler in schöner Regelmäßigkeit in die Elf des jeweiligen Spieltages gewählt werden. Und zuletzt wurde Bremens Cheftrainer, Florian Kohfeldt, zum Trainer des Jahres 2018 gewählt wurde.

Natürlich äußerten sich auch die 11 Freunde zu den Bremern und nennen fünf Gründe, warum sie nächstes Jahr in der Europa League spielen werden (Werders Konterfußball – die Raute im Mittelfeld – Max Kruse – die unbesungenen Helden in Mittelfeld und Abwehr – Jiri Pavlenka, der Torwart). Ich kenne noch einen 6. Grund: Claudio Miguel Pizarro Bosio, zz. leider verletzt, aber trotz seiner 40 Jahre immer noch ein Garant für Wahnsinnstore (zu Pizarro später mehr).

An diesem Wochenende treffen nun die hier genannten Mannschaft (Gladbach und Werder) aufeinander. Werder kann bei einem Sieg in Mönchengladbach, die inzwischen auf Platz 5 abgerutscht sind, den Abstand bis auf zwei Zähler verkürzen. Es winkt also die direkte Teilnahme an der Europa League (ohne Qualifikation und gleich hinein in die Gruppenphase). Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg, der über Heimspiele gegen Freiburg, Dortmund und Leipzig und schweren Auswärtsspielen bei den Bayern, in Düsseldorf und Hoffenheim führt.

Natürlich gibt es noch einen anderen Weg nach Europa: Heute spielt Werder auf Schalke im DFB-Pokal-Viertelfinale. Der Sieger des DFB-Pokals nimmt ebenfalls an der Europa League teil. Dafür bräuchten die Bremer allerdings noch drei Siege.

Aber alles schön nacheinander. Schauen wir heute erst einmal nach Gelsenkirchen. Und mag am Sonntag das angesprochenen ‚schlechte Omen‘ weiterhin für Gladbach gelten.

Sollte sich Werder nicht für Europa qualifizieren, dann droht das Auseinanderbrechen der Mannschaft; z.B. macht Max Kruse seinen Verbleib in Bremen von einer Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb abhängig. Daran mag in Bremen heute keiner denken. Es heißt also: Daumen drücken!

Der Werder-Zug kommt ins Rollen

In der vergangenen Woche wurde beim SV Werder Bremen das 120-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Und die sich selbst gemachten Geschenke sind bekanntlich immer die besten. Nach dem Sieg in Dortmund gegen den Tabellenführer der Fußball-Bundesliga Borussia im Achtelfinale des DFB-Pokals im Elfmeterschießen (1:1 nach 90 Minuten – 3:3 nach Verlängerung – 4:2 im Elfmeterschießen) gewannen die Bremer ihr Bundesligaheimspiel gegen den FC Augsburg mit 4:0 und sind jetzt nur noch drei Punkte hinter einem Tabellenplatz, der für die Europa League berechtigt.

Werder Bremen nach dem 4:0 Sieg am 21. Spieltag 2018/2019 gegen den FC Augsburg

Endlich wurden die Chancen im Spiel genutzt. Sicherlich haben die Bremer Spieler in dieser Saison schon besser gespielt – aber dafür haperte es bisher an der Effektivität. Besonders der als ‚Chancentod‘ bezeichnete Milot Rashica vergab bisher viele gute Möglichkeiten. Jetzt scheint bei ihm der Knoten geplatzt zu sein.

Aber das schönste aller Tore der letzten Woche erzielte der inzwischen 40-jährige Claudio Pizarro beim 2:2-Ausgleich gegen Borussia Dortmund.

Nach hinten durchgereicht?

Es hat sich viel getan, seitdem ich hier meinen letzten Beitrag in Sachen Fußballbundesliga, insbesondere in Sachen des SV Werder Bremen geschrieben habe. Inzwischen krebst der Hamburger Sportverein (HSV) in der 2. Liga herum. Der Unabsteigbare ist also tatsächlich abgestiegen und macht sich daran, das hohe Haus der 1. Liga zurückzuerobern. Natürlich sieht das zz. ganz gut aus, wenn die Leistungen allerdings alles andere als bundesligatauglich zu nennen sind. Aber lasse ich den HSV HSV sein.

Anders Werder Bremen. Schon lange nicht mehr sind die Bremer dermaßen gut gestartet. Zeitweise waren sie sogar auf einem Champions League-Platz – vor den Bayern. Bei manchem Punktgewinn spielte sicherlich auch das Glück eine gewisse Rolle. Dieses Glück ist aber spätestens mit dem 9. Spieltag aufgebraucht. In den letzten fünf Spielen reichte es nur noch zu einem kümmerlichen Punkt. Und schauen wir auf den weiteren Spielplan der Hinrunde, dann warten bis auf Fortuna Düsseldorf nur noch Schwergewichte auf die Mannen von der Weser. Ich fürchte, die Bremer werden nach und nach hinten durchgereicht werden.

Es ist nicht schlecht, was die Bremer abliefern. Aber sie Abwehr leistet sich zu viele Fehler. Im Angriff sind die Stürmer nicht entschlossen genug (oder zu ungenau). Es fehlt der letzte entscheidende Biss. Nie waren die Bayern so anfällig wie in diesem Jahr. Aber die Bremer schafften es nicht, endlich einmal wieder gegen die Münchner zu punkten.


Bundesliga 2018/2019 – 13. Spieltag Werder Bremen – Bayern München 1:2

Europa ade? Ich fürchte: Ja! Immerhin sieht es so aus, als hätte der SV Werder einmal nichts mit dem Abstieg zu tun. Das ist nach all dem Ach und Krach der letzten Jahre doch auch schon etwas. Und dass Claudio Pizarro trotz seiner 40 Lenze immer noch einen wichtigen Beitrag zum Spiel der Bremer abliefert, freut wohl jeden Werder-Fan.

Claudio Pizarro im Spiel gegen die Bayern (13. Spieltag 2018/2019)
Claudio Pizarro im Spiel gegen die Bayern (13. Spieltag 2018/2019)

Jetzt sollte nichts mehr schief gehen …

Schon aufgefallen? Werder Bremen ist wieder die Nummer eins im Norden! Durch den 3:1-Sieg in Augsburg ist das Team von Trainer Florian Kohfeldt auf Platz zwölf der Bundesliga-Tabelle geklettert – und hat nach dem HSV und dem VfL Wolfsburg nun auch Hannover 96 hinter sich gelassen. Jetzt sollte eigentlich nichts mehr schief gehen, was den Klassenerhalt betrifft.

Schon gleich zu Anfang zeigte sich Werder als das deutlich dominantere Team, dann am Ende konterstark. Ohne Überraschungen in der Startelf geht es Florian Kohfeldt offenbar nicht: Kapitän Zlatko Junuzovic rutschte trotz seiner beiden Vorlagen beim 3:1-Sieg gegen Köln schon wieder aus der Startelf. Ein ähnliches Schicksal ereilte Milot Rashica, der am Montag sein erstes Tor für Werder erzielt hatte. Für sie durften Philipp Bargfrede (nach überstandenen Magen-Darm-Problemen) und Ishak Belfodil von Beginn an ran. In der Abwehr ersetzte erwartungsgemäß Sebastian Langkamp den verletzten Milos Veljkovic.

Und die Entscheidung für Ishak Belfodil wurde belohnt. Nicht nur, dass der Algerier in Bremens Diensten zwei Tore schoß, er gab auch die Vorlage zum 3. Werder-Tor durch Max Kruse.

Die Hereinnahme des Angreifers in die Startelf war aber nicht Kohfeldts einzige Maßnahme, die voll griff. Dazu zählte auch die Manndeckung von Michael Gregoritsch. Philipp Bargfrede kümmerte sich um den Torjäger der Augsburger und machte bei Ballbesitz der Gastgeber aus der Bremer Vierer- eine Fünferkette. Damit kamen Gregoritsch und Co. überhaupt nicht zurecht, ihnen gelang fast nichts.


Fußball-Bundesliga 2017/2018 (27. Spieltag): FC Augsburg – Werder Bremen 1:3

Obwohl Werder mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen einen enormen Zwischenspurt hingelegt hat, obwohl der Vorsprung auf den Relegationsplatz mittlerweile acht Zähler beträgt und obwohl die Mannschaft in Augsburg eine erste Halbzeit hingelegt hatte, die mit das Beste war, was Werder in den letzten Jahren gezeigt hat, besteht die maximale Zuversicht aus Sätzen wie diesem: „Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht – mehr nicht.“ Florian Kohfeldt bringt es auf den Punkt: „Wir sind noch lange nicht durch. Jetzt können wir erstmal durchatmen. Aber dann werde ich die Jungs auch wieder daran erinnern.“

Und der HSV? Der Bundesliga-Dino taumelt unaufhaltsam der 2. Liga entgegen. Nach der 1:2-Niederlage zu Hause gegen Hertha BSC übernahmen die Hamburger das Schlusslicht vom 1. FC Köln. Einigen der HSV-Fans schmeckt das natürlich überhaupt nicht: Nach Droh-Plakaten und Grabkreuzen auf dem Trainingsplatz folgte mit dem Spiel gegen Berlin die nächste Krawall-Stufe. Diesmal blieb es nicht bei Drohungen. Die Chaoten wollten direkt auf die Spieler los, versuchten die Kabine zu stürmen. Es gab neun Verletzte.

Zurück in der Spur

Mit Florian Kohfeldt als Cheftrainer des SV Werder Bremen geht es wieder bergauf. Nichts gegen seinen Vorgänger Alexander Nouri, der es immerhin geschafft hatte, die lange schlechteste Abwehr der Bundesliga zu stabilisieren. Das ging allerdings zu Lasten der Offensive. Unter Kohfeldt wurde das Angriffsspiel wiederbelebt und erinnert bereits an bessere Werdertage.

Werders Torschützen gegen Wolfsburg: Ludwig Augustinsson und Florian Kainz (2x)

Schon seit einigen Wochen zeigte sich die Bremer Mannschaft von einer spielerisch guten Seite. Nur blieb ein zählbarer Erfolg aus. Selbst bei den Bayern in München konnte Werder lange Zeit mithalten. Jetzt endlich scheint der Knoten geplatzt zu sein. Nach einem noch eher unglücklichen 0:0 gegen Hertha BSC auf eigenem Platz gewannen die Bremer auf Schalke und gestern zu Hause gegen Wolfsburg.


22. Spieltag 2017/2018: Werder Bremen – VfL Wolfsburg – 3:1

Noch dümpelt Werder auf dem 15. Platz herum, hat aber die Abstiegsränge endlich verlassen und könnte nun im Spiel gegen Freiburg und anschließend gegen den HSV auch endlich Plätze gut machen. Ich bin gespannt …