Sie sind wieder da!

Als am letzten Spieltag der Bundesligasaison 2020/2021 Werder sein Heimspiel verlor und Köln zu Hause gegen den Bereitsabsteiger Schalke knapp gewann – und damit der Relegationsplatz für die Bremer flöten war und der Abstieg unabwendbar: Da fürchteten viele Fans um die Zukunft der Bremer. Bisher war Bremen ohne den SV Werder undenkbar. Aber nun …?!

siehe meine Beiträge: Nie mehr erste Liga?
Versenkt!

In Bremen verzeichnete man durch den Abstieg den Abgang bisher wichtiger Spieler. Neben dem Sturm mit Rashica und Sargent tat der Verlust von Augustinsson und den beiden Eggestein-Brüdern doch ziemlich weh. Und unter dem neuen Trainer Markus Anfang ging der Start in der 2. Liga dann auch ziemlich in die Hose. Werder dümpelte lediglich im Mittelfeld herum.

Siehe meinen Beitrag: SV Werder Bremen: Endlich 2. Liga 😉

Wie gut, dass dann das eigentlich Undenkbare passierte: Der Trainer hatte in leidvollen Corona-Zeiten seinen Impfpass gefälscht und wurde daher gefeuert. Für ihn kam endlich der schon zuvor so sehr gewünschte Ole Werner als Trainer an die Weser. Und mit ihm der Stürmer Marvin Ducksch aus Hannover.

Und mit Werner und Ducksch in einem unnachahmlichen Zusammenspiel mit Niclas Füllkrug legten gleich eine Superserie von sieben nacheinander gewonnenen Spielen hin. Ducksch und Füllkrug kommen am Ende dieser Zweitligasaison auf zusammen 39 Treffer, von denen sie sich viele Tore gegenseitig auflegten.

Füllkrug und Ducksch – die Garanten für Werders Wiederaufstiegs
Füllkrug und Ducksch – die Garanten für Werders Wiederaufstiegs

So ganz ohne Schwitzen kamen die Werder-Fans natürlich nicht aus. Da gab es eine ‚kleine‘ Serie mit dämlichen 1:1-Unentschieden. Und nach dem wohl besten Saisonspiel auf Schalke mit Werders 4:1-Sieg verloren die Bremer nach 2:0-Führung noch mit 2:3 gegen Holstein Kiel auf eigenem Platz. Ich habe mich selten so geärgert: Wie bescheuert muss man sein … Aber am Ende ging es dann doch klar: Werder ist als Zweitplatzierter wieder in der 1. Bundesliga!

Wer auf Kommentare hier in meinem Block zu Werders Gang durch die 2. Liga rechnete, dem habe ich enttäuschen müssen. Mir war nicht danach, auch wenn ich online immer nah am Spielgeschehen war (Gut, es gab noch zwei Beiträge hier, die auch mit Werder Bremen zu tun hatten: Flach – Zwei Jahre Rentnerdasein: Willi liest … Fußball-Bücher). Natürlich wollte ich immer wissen, wie Werder gespielt hat. Nun also dieser ‚erlösende‘ Post: Sie sind wieder da! Und sie bleiben – hoffen wir es – auch für lange Zeit!

Mein Mitleid hält sich zwar in Grenzen, aber nach dreimal 4. Plätzen in Liga 2, hat es der HSV diesmal immerhin auf Platz 3 geschafft und damit die Relegation gegen den Bundesliga-Drittletzten, Hertha BSC Berlin, erreicht. Vier Jahre 2. Liga (ja, mein Freund, diese Saison war die vierte) und endlich ein Hauch von Bundesligaluft im Volksparkstadion. Da kamen den HSV-Fans die Tränen in die Augen, auch wenn die 1. Bundesliga mindestens noch zwei Spiele entfernt ist. Ich wünsche den Hamburger allein deshalb alles Gute, um neben dem unsäglichen Wolfsburgern und jetzt wieder den Bremern einen weiteren Verein aus dem Norden in Deutschlands höchster Fußballliga der Männer vertreten zu sehen. Sat1 überträgt übermorgen und am kommenden Montag die beiden Spiele ab 20 Uhr 30.




Willi rides a bicycle 2022 (02): Tiere unterwegs

Inzwischen ist es bereits Mai geworden; das Wetter bei uns im Norden – die letzte Zeit zwar trocken, aber doch oft reichlich mit kühlem Wind ausgestattet – soll sich nun auch temperaturmäßig ab Montag deutlich verbessern: 20 ° C und mehr. Das hatte mich aber bisher nicht davon abgehalten, die eine oder andere kleinere Radtour zu unternehmen, wie Fotos aus einem anderen Betrag zeigen.

Es ist nicht gerade die Wildnis, durch die ich radle, aber doch viel Natur, Landschaft eben. Und vieles ist kultiviert (Äcker und Wiesen), manches aber auch unberührt und allein der Erdgöttin überlassen, mag sie nun Demeter (bei den Griechen) oder Ceres (bei den Römern) oder ganz einfach ‚Mutter Erde‘ (Terra mater) genannt werden. Und hier finden sich neben einer üppigen Pflanzenwelt auch viele Tiere, Nutztiere oder wildlebende Tiere.

Schafe in der Lüneburger Heide bei Höpen 2021
Schafe in der Lüneburger Heide bei Höpen 2021

Zunächst (auf meiner Facebookseite zu finden), Tieraufnahmen, die ich im letzten Jahr gemacht habe:

Und zuletzt Fotos, die ich in diesem Jahr 2022 ‚geschossen‘ habe, ohne ein Tier zu verletzten:

Noch ’n Toast?! – Klaus Höppner verstorben

Am 14. April d.J. verstarb nach schwerer, kurzer Krankheit Klaus Höppner im Alter von 78 Jahren. Am heutigen Nachmittag fand seine Beisetzung statt. Klaus wir werden Dich vermissen!

Meine Familie kannte Klaus schon viele Jahre. Er war ein ruhiger, eher wortkarger Mann, der aber zur Bestform auflief, wenn er zu seinen ausgedehnten Reisen durch die Wüsten Afrikas und Asiens angesprochen wurde (siehe unten). Und viele Jahre gab es im August mit weiteren Bekannten die fröhlichsten Flusskrebsessen bei ihm und seiner Frau im Garten. Allein die werden uns unvergessen bleiben. Klaus war für den Toast ‚zuständig‘. Immer wenn die Toastbrotscheiben fertig waren, fragte er in die Runde: Noch ’n Toast?! Wir hatten sehr viel Spaß miteinander.

Klaus Höppner beim Flusskrebseessen: Noch 'n Toast?!
Klaus Höppner beim Flusskrebseessen: Noch ’n Toast?!

Unsere beiden Söhne waren noch im Kindesalter, als uns Klaus eine Auswahl seiner Dias von den Reisen durch die Wüsten zeigte und zu jedem Bild auch eine Anekdote zu erzählen wusste. Von einer seiner Reisen hat er auch ein Buch veröffentlich: Cowboys der Wüste – Mit einer Kamelkarawane durch den Sudan

Klaus Höppner mit zwei seiner selbst erstellten Fotobücher (2013)
Klaus Höppner mit zwei seiner selbst erstellten Fotobücher (2013)

Viele Jahre nach seinen Reisen hat er seine vielen Dias gesichtet und daraus Fotobücher erstellt. Zuletzt arbeitete er daran, Texte zu diesen Bildern zu schreiben. Leider ist er damit nicht fertig geworden. In dem Kreiszeitung Wochenblatt (Ausgabe Nordheide) vom 28.09.2021 (S. 4) gab es einen Artikel über Klaus Höppner, der sich seinen Wüstenreisen widmet:

7.000 Kilometer durch die Wüste
Klaus Höppner schloss sich als junger Erwachsener Kamel-Karawanen an und reiste so durch Afrika und Asien

mi. Tostedt. „Ich war nie ein Abenteurer“, sagt Klaus Höppner (69) aus Tostedt. Wer sich anhört, was er auf seinen ausgedehnten Reisen nach Afrika und Asien erlebt und gesehen hat, mag das kaum glauben. Insgesamt 7.000 Kilometer hat Klaus Höppner während verschiedener Reisen in den Jahren 1976 bis 1987 meist auf dem Kamelrücken zurückgelegt. Er durchquerte die Thar-Wüste in Indien und die Nubische Wüste in Ägypten, begleitete die Salzkarawanen der Tuareg im Niger, trieb Kamele vom Sudan nach Ägypten und fuhr in Mali mit einer Piroge auf dem Niger bis Timbuktu. Jahre später hat er jetzt Hunderte seiner alten Dias gesichtet, sortiert und aus dem Material mehrere Fotobücher erstellt. Beim Durchblättern werden längst vergessene Erlebnisse wieder wach.

„Ich wollte den alten ‚Orient‘ erleben“, sagt Klaus Höppner. Schon als Kind habe ihn diese fremde Welt fasziniert. Als Erwachsener fuhr er zunächst mit Reisegruppen nach Afrika und Asien. „Dann habe ich mir gesagt, wenn Du den Orient richtig erfahren willst, dann musst mit den Leuten dort leben“. Er kündigte seinen Job, nahm den Flieger nach Afrika und begleitet eine Salzkarawane der Tuareg. Die Reise war kein Touristentrip: Der Europäer musste mit anpacken. Bis spät in die Nacht wurde geritten, zu essen gab es meist eine Mischung aus Hirse und saurer Kamelmilch. „Schmeckt wie Buttermilch mit Kieselsteinen“, erinnert sich Klaus Höppner. Behandelt wurde er nicht immer freundlich, aber mit Respekt. Nach dieser anstrengenden, aber vor allem faszinierenden Erfahrung zog es Klaus Höppner immer wieder zurück. „Ich habe im Sommer gearbeitet, dann gekündigt, um im Winter loszuziehen“. Sechs solcher Trips hat er bis 1987 unternommen. Dann wurde es immer schwerer schnell einen neuen Job zu finden. Er wird sesshaft, arbeitet als Schiffahrtskaufmann und heiratet.

Eine Situation ist ihm von seinen Reisen besonders in Erinnerung geblieben: „Im Iran wurde ich von den Revolutionsgarden als vermeintlicher US-Spion festgesetzt. Die Männer waren zwar freundlich zu mir, aber auf dem Weg in die Stadt gerieten wir in einen Schusswechsel, das war wirklich gefährlich“, erinnert er sich. Sein eindrucksvollstes Erlebnis war ein Kamelritt durch die vom Vollmondlicht ganz in Silber getauchte nächtliche Wüste. Für solche Eindrücke habe er Strapazen, Risiken und auch die Einbußen bei der Rente gerne in Kauf genommen. Klaus Höppner: „Ich war kein Abenteurer, sondern ein Orient-Romantiker“.

Willi rides a bicycle 2022 (01)

Keine Angst, liebe Ulyssesianer, ich habe es noch nicht aufgegeben, die Niederschrift der Irrfahrten des Mr. Leopold Bloom und des Herrn Stephen Dedalus durch Irlands Hauptstadt, Dublin, am Tage des Herrn 16. Juni 1904 zu lesen. Ich bin immerhin beim Kapital 5 (von 18) angekommen, wenn das auch nur gerade mal 10 % des gesamten Romans ausmachen. Aber das Wetter zeigt sich in diesen Tagen von seiner sonnigen Seite. Und so wäre es geradezu sündhaft (irgendwie lässt Joyce grüßen), diese Tage nicht draußen an der frischen Luft zu verbringen, die Natur zu genießen, fünfe gerade sein zu lassen – und was da so alles liegen gelassen werden kann.

So bin ich ‚die Tage‘ mit meinem Fahrrad (genauer: Pedelec) viel unterwegs, den Fotoapparat immer parat (sic!). Und so komme ich auf das Abenteuer Ulysses beizeiten zu sprechen (schreiben). Gut Ding braucht Weile. Hier zumindest einige Fotos von meinen fahrrädrigen Ausflügen (damit keiner behaupten kann, der Willi ist nur ein fauler Sack)..

Wolkenpanorama 2022 über Tostedt/Harburg
Wolkenpanorama 2022 über Tostedt/Harburg

Und damit ich nicht vom Fleische falle, so gönne ich mir unterwegs schon mal u.a. eine Donauwelle und trinke dazu ein Käffchen … – und lasse die Wolken über mich gleiten …

Abenteuer Ulysses von James Joyce (01): Vorgeplänkel

Ojemine, es sind schon wieder zwei Jahre (Welttag des Buches 2020) vergangen, seitdem ich mir vorgenommen habe, endlich (!!!) den Ulysses von James Joyce zu lesen. Und wer es glaubt oder nicht: Das erste Kapitel habe ich mir tatsächlich zu Gemüte geführt. Bevor ich mich hier zu den einzelnen der 18 Kapitel des über 1000 Seiten starken Romans auslasse, möchte ich doch einige Infos zu diesem Joyce’schen Werk loswerden.

James Joyce (© Suhrkamp Verlag)
James Joyce (© Suhrkamp Verlag)

Am gleichen Tag wie James Joyce habe ich Geburtstag, den 2. Februar. James Joyce wurde am 2. Februar 1882 in Dublin geboren, wo er in schwierigen und ärmlichen Familienverhältnissen aufwuchs. Joyce studierte am University College von Dublin moderne Sprachen, u.a. Englisch, Französisch und Italienisch. 1902 ging er nach Paris, um ein Medizinstudium zu beginnen. Er wandte sich dort aber dem Schreiben zu und führte einen ausschweifenden Lebensstil. 1903 kehrte er nach Dublin zurück, konnte dort jedoch nicht Fuß fassen. Mit seiner Geliebten und späteren Ehefrau Nora Barnacle siedelte er 1904 auf den Kontinent über und lebte hauptsächlich in Triest.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog er mit seiner Familie nach Zürich, wo sein bekanntestes Werk Ulysses entstand. Der Roman wurde 1918-1920 in Auszügen in der amerikanischen Zeitschrift »The Little Review« abgedruckt; 1921 wurde er wegen obszöner Inhalte verboten. 1922 erschien Ulysses schließlich in (zensierter) Buchform in der Pariser Buchhandlung »Shakespeare and Company«. Das war genau am 2. Februar 1922 – also vor jetzt über 100 Jahren (und wieder an einem 2. Februar).

1920 zog Joyce auf Einladung seines Freundes Ezra Pound nach Paris, wo er bis zu Frankreichs Besetzung im Zweiten Weltkrieg lebte. Dort entstand sein letzter Roman Finnegan’s Wake (Finnegans Totenwache), der 1939 veröffentlicht wurde. James Joyce starb am 13. Januar 1941 in Zürich. (Quelle: suhrkamp.de)

Der »Ulysses« ist bis heute die ultimative Herausforderung für jeden Freund der Weltliteratur. Im Grunde ist alles ganz einfach: James Joyce erzählt, was seinem Helden Leopold Bloom an nur einem einzigen Tag des Jahres 1904 in seiner Heimatstadt Dublin widerfährt. Dies allerdings ist sehr weit verzweigt, schließt mächtig strömende Gedanken und jede Menge Sprach-Abenteuer mit ein. – Georg Goyert war der erste Übersetzer des Romans ins Deutsche; seine »Ulysses«-Übertragung wurde von James Joyce autorisiert. 1975 erschien dann eine neue Übersetzung von Hans Wollschläger, die ich als einmalige Sonderausgabe 1979 – 1. Auflage – Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main – vorliegen habe.

Joyce beschreibt im Ulysses in 18 Episoden einen Tag, den 16. Juni 1904, im Leben des Leopold Bloom, seines Zeichens Anzeigenakquisiteur bei einer Dubliner Tageszeitung. In Anlehnung an Homers Irrfahrten des Odysseus lässt er den Leser an den (Irr-)Gängen seines Protagonisten durch Dublin teilhaben.

James Joyces Ulysses ist der Roman eines Tages, des 16. Juni 1904. Die beiden Protagonisten, Stephen Dedalus, der schon aus Joyces früherem Roman Ein Porträt des Künstlers als junger Mann bekannt ist, und der Annoncenakquisiteur Leopold Bloom sowie eine ganze Reihe weiterer Figuren werden im Verlauf dieses Tages von acht Uhr morgens bis tief in die Nacht in ihren Bewegungen durch die Stadt Dublin, in Gesprächen, bei der Arbeit, vor allem aber in ihren Gedanken und Erinnerungen verfolgt. Dabei wird die Stadt zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zum Leben erweckt: Die Wege der Protagonisten durch Dublin lassen sich minutiös nachvollziehen, wir sehen sie in einer Schule, am Strand, auf einer Beerdigung, in einer Zeitungsredaktion, einem Museum, einer Bibliothek, in einer Reihe von Kneipen und Restaurants, einem Krankenhaus und schließlich auch im Bordellviertel, das damals zu den größten Europas zählte. Joyce sagte einmal, Dublin könnte, wenn es vollständig zerstört werden sollte, nach der Lektüre seines Romans wiederaufgebaut werden. Aber auch das Leben der Romanfiguren läßt sich fast vollständig rekonstruieren, und die Schilderung des einen Tages ist damit ebenso umfassend wie ein Roman, der die Biographien seiner Helden von der Geburt an nachzeichnet.

Ulysses ist zudem der Roman einer Epoche, der literarischen Moderne, und er lädt ein zu einer Reise durch eine Fülle sprachlicher und stilistischer Möglichkeiten, die von Joyce neu entwickelt oder zitiert und variiert wurden. Jedes Kapitel ist einer anderen literarischen Technik gewidmet, die Palette reicht von der einfachen Erzählung, vielfältigen Parodien und Sprachspielen, Experimenten mit dem musikalischen Potential der Sprache, zu einem Durchgang durch die Stile der literarischen Prosa vom Mittelalter bis in die Moderne, zur Darstellung von Halluzinationen in Form eines Dramas – bis schließlich, am Ende des Tages, nicht nur die Figuren ermüdet sind, sondern auch die Sprache einen Zustand der Erschöpfung erreicht hat. Am Schluß steht dann der berühmte Monolog von Leopold Blooms Frau, Molly, die im Bett vor dem Einschlafen auf mehr als sechzig Seiten ohne Punkt und Komma ihre Sicht der Welt und ihres Lebens wiedergibt.
(aus: Ulysses: Kommentierte Ausgabe – hier: Leseprobe)

Nach diesem ersten gelesenem Kapitel des Uysses überlegte ich, ob ich mir vielleicht doch die kommentierte Ausgabe zulege. Aber ich habe mich anders entschieden: Anhand des englischen Originals und der hierzu ausführlich im Internet kommentierten Textteile versuche ich, das mir vielleicht fehlende Wissen anzueignen. Was z.B. die Textpassagen in lateinischer Sprache betrifft, so nutze ich den Google Übersetzer.

Folgende Websites dienen mir dabei, mein Verständnis des Ulysses-Romans zu erweitern:

Wikipedia/Ulysses (dt.)
Joyceproject
Ulyssesguide
Columbia University New York/ Ulysses: A marked up version.

Ostereierfärben 2022

Zunächst wünsche ich Euch allen – trotz all der Übel dieser Tage auf unserem Planeten – ein geruhsames, besinnliches und sonniges Osterfest.

Zusammen mit seiner Freundin hat heute der ältere meiner beiden Söhne Ostereier nach belarusischer Art gefärbt. Dabei kamen neben weißen Hühnereiern natürliche Färbemittel (die Schalen von braunen und roten Zwiebeln sowie Kurkumapulver – jeweils zu einem Sud zusammengeköchelt), Blätter aus deutschen Wäldern und alte Damen-, so genannte Nylonstrümpfe zum Einsatz. Hier das gelungene Ergebnis:

Gefärbte Ostereier – mit natürlichen Stoffen
Gefärbte Ostereier – mit natürlichen Stoffen

Weitere Bilder über den Ablauf der Eierfärberei hier:

Bleibt weiterhin gesund! Lasst Euch nicht niederringen!

Hurricane Festival 2022 – 1x Festivalpass für alle Tage zu verkaufen ist verkauft

Danke für Euer Interesse: Inzwischen ist das letzte Hurricane-Ticket verkauft worden.

Vom 17. – 19. Juni 2022 findet in Scheeßel (zwischen Bremen und Hamburg gelegen) auf dem Eichenring das Kultfestival Hurricane statt, nachdem es 2020 und 2021 wegen des Corona-Virus ausgefallen ist. Ich habe noch eine Karte, einen sogenannten Festivalpass, aus dem Jahr 2020, der aber auch für das Festival 2022 gültig ist, zum damaligen Preis von 189 € (2022 kostet dieses bereits 222,75 €) zum Verkauf anzubieten. Das Ticket ist für das gesamte Festivalwochenende gültig und beinhaltet nicht nur den Zugang zum Bühnenprogramm, sondern auch den Zugang zum regulären Campingplatz von Donnerstag bis Montag. Ihr bringt Euer eigenes Zelt mit und sucht Euch Euren Platz, nachdem Ihr Euer Festivalbändchen erhalten habt, selbst.

1x Festvalpass fürs Hurricane-Festval aus 2020 – auch 2022 gültig – zum VERKAUF
2x 1x Festvalpass fürs Hurricane-Festval aus 2020 – auch 2022 gültig

Wer Interesse an dem Festivalpass hat, schreibt einen Kommentar zu diesem Post oder meldet sich über mein Kontaktformular. Bitte Name, Anschrift und auf jeden Fall E-Mail-Adresse angeben. Ich melde mich dann spätestens innerhalb von 24 Stunden. Den Versand per Brief und Einschreiben übernehme ich.

‚Sascha‘ für den Friedensnobelpreis

Eigentlich sollte der Stählerne Josef-StalinOrden am blutbefleckten Band 2020 an den Präsidenten von Belarus, Alexander Lukaschenko, genannt ‚Sascha‘, für sein Vorgehen bei der Präsidentenwahl gehen, die er in vorbildlicher Manier zu seinen Gunsten gefälscht hatte. Womit aber keiner gerechnet hatte: Das Volk ging zu Hunderttausenden auf die Straße, um gegen ihn zu protestieren. Sollte ‚Sascha‘ etwa geschwächeln haben?

Nun ein Jahr später, 2021, zeigte sich seine Stärke und Durchsetzungskraft: Lukaschenko ging gegen die rebellierende Opposition in seinem Land im Sinne des Stalinismus vor. Bürgerinnen und Bürger, die im Verdacht standen, der Opposition zuzuspielen, wurden verhaftet und die Verhöre waren geprägt von demütigenden Durchsuchungen, Schlafentzug, Prügel, Hunger, Durst und Einschüchterungen. Nach kurzem Prozess wurden viele zu jahrelangen Strafen in Straflager ‚verschickt‘. Da gab es Entführungen, das ‚Vorführen‘ von Gefangenen in aller Öffentlichkeit, Schauprozesse. Jeder Anflug von Andersdenken wurde im Keim erstickt. – Bemerkenswert ist dabei besonders der Kult, der um seine Person gemacht wird, ganz Stalin-like: „Batka“ („Papa“), wie sich Lukaschenko gern nennen lässt, hatte kein Erbarmen. So bestraft ein ‚Vater‘ seine unartigen Kinder!

Stalin-Orden 2020 oder 2021 für Alexander Lukaschenko?
Stalin-Orden 2020 oder 2021 für Alexander Lukaschenko?

In diesem Jahr aber sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. ‚Sascha‘ wird für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, denn ungeachtet seiner Vergehen gegen die Menschlichkeit und trotz seiner dem Stalinismus nahe kommenden Maßnahmen, hat Lukaschenko sein Volk vor einem Krieg bewahrt, der jetzt über die Ukraine eingebrochen ist. Wie das?

Lukaschenko und die russische Mücke: Puh, noch einmal gut gegangen
Lukaschenko und die russische Mücke: Puh, noch einmal gut gegangen

Wäre nämlich Swetlana Tichanowskaja als Siegerin der Präsidentschaftswahl 2020 in Belarus ausgerufen worden, dann hätte sie mit Herrn Putin (immerhin Träger des Stählernen Josef-Stalin-Orden am blutbefleckten Band 2022) ähnliche Probleme wie jetzt Wolodymyr Selenskyj, der Präsident der Ukraine, wegen dem der Herr Putin immerhin einen Krieg vom Zaune brach. ‚Sascha‘ zeigte sich dem russischen Herrscher möglichst loyal und als guter Vasall, auch wenn er nicht immer das machte, was ihm aus dem Kreml befohlen wurde. Auf jeden Fall konnte er verhindern, dass die russische Armee statt wie jetzt in die Ukraine zunächst in Belarus einmarschiert ist. Okay, von Belarus aus zogen Putins Horden gen Kiew, der ukrainischen Hauptstadt. Aber ohne weitere militärische Unterstützung von Belarus.

Das Volk von Belarus ist so von einem Überfall von russischer Seite her verschont geblieben und sollte dafür äußerst dankbar sein. Ein Grund somit, ‚Sascha‘ für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen.Ja, ‚Sascha‘ ist ein wahrer ‚Batka‘.

Saint Patrick’s Day 2022

Es gibt in diesen Tagen nicht viel zu feiern, eigentlich sogar gar nichts. Der Psychopath im Kreml (PiK, ich nenne ihn schlicht und kurz Pik sieben) wütet weiterhin und schickt seine jungen Männer in einen sinnlosen Krieg in die Ukraine, deren Städte zerstört, deren Menschen getötet oder schwer verletzt werden oder aus ihrem Land flüchten.

Trotzdem möchte ich den heutigen Tag, den Saint Patrick’s Day, nutzen, um auf die friedfertigen Völker – und die Iren gehören mit Sicherheit dazu – anzustoßen. In einem Schrank habe ich noch eine Flasche Connemara gefunden, einen Peated Single Malt Irish Whiskey (Peated steht für getorft, d.h. ein Peated Single Malt ist ein Whisk(e)y, dessen Gerste über Torfrauch getrocknet wurde. Die Elemente des verbrannten Torfs lagern sich dabei an dem Getreide ab und finden so beim Brennen den Weg in den frisch gebrannten Whisk(e)y).

Willi feiert seinen ganz eigenen Saint Patrick's Day 2022
Willi feiert seinen ganz eigenen Saint Patrick’s Day 2022

Nun so früh am Tag neige ich noch nicht zur Trunksucht. Aber heute Abend (kein Bier vor vier, kein Whisk(e)y vor sechs, also abends 18 Uhr) werde ich mir einen Tropfen von dem edlen Gesöff gönnen, allem Verdruss, den diese Welt uns zz. bereitet, zum Trotz!

In unserem Garten: Solidarität mit der Ukraine

Während Putins Soldaten weiterhin in der Ukraine die Städte in Schutt und Asche legen, die Menschen töten oder schwer verletzen, scheint es das Wetter mit uns endlich einmal besonders gut zu meinen: Die Sonne scheint von einem blauen Himmel und in den Gärten blühen Schneeglöckchen und Krokusse. Es ist nicht viel, was wir den Ukrainerinnen und Ukrainern als Hilfe bieten können, aber in unserem Garten blüht es zz. blau und gelb – in den Farben der Ukraine, als wollten die Blumen ihre Solidarität mit dem ukrainischen Volk bekunden:

Solidarität mit der Ukraine: Krokusse in Albins Garten
Solidarität mit der Ukraine: Krokusse in Albins Garten

Und in der 5. Staffel der britischen Krimiserie ‚Luther‘ ist es ein Bild, im anderen Fall sind es Wände, die in blau-gelb gewissermaßen ihre Verbundenheit mit der Ukraine zum Ausdruck bringen:

Solidarität mit der Ukraine (aus: 5. Staffel der britischen Krimiserie 'Luther')

Solidarität mit der Ukraine (aus: 5. Staffel der britischen Krimiserie 'Luther')
Solidarität mit der Ukraine (aus: 5. Staffel der britischen Krimiserie ‚Luther‘)

Stählerner Josef-Stalin-Orden am blutbefleckten Band 2022: Wladimir Putin

Wer, wenn nicht Wladimir Wladimirowitsch Putin [Владимир Владимирович Путин], Präsident der Russischen Föderation, hat in diesem Jahr den Stalin-Orden verdient. Nicht erst durch den Einmarsch der russischen Truppen in das Nachbarland Ukraine, nein, lange schon vorher hat er sich Verdienste erworben, die die Verleihung dieses Preises rechtfertigen.

Stalin-Orden 2022 für Wladimir Wladimirowitsch Putin
Stalin-Orden 2022 für Wladimir Wladimirowitsch Putin

Sehr Stalin-like war z.B. sein Umgang mit den hohen Vertretern der westlichen Demokratien. Wie er diese mit seiner halb gelangweilt wirkenden, halb säuerlichen Art abfertigte, sucht seinesgleichen in dieser Welt. Am Ende gab es kräftiges Schenkelklopfen im Kreml. Und wie er Mitarbeiter seiner eigenen Administration vor laufender Kamera abkanzelte, kam den Schauprozessen zur Zeit Stalins schon sehr nahe.

Bemerkenswert ist besonders seine unverkennbare Art, Desinformationen, ja übelste Lügen zu streuen, die durch die von ihm gleichgeschalteten Medien permanent verbreitet werden. Die gelungene Gehirnwäsche des russischen Volks ist unverkennbar. So begründet er die jetzige ‚Militäroperation‘ gegen die Ukraine (von Krieg natürlich keine Rede!) damit, „die Menschen dort zu schützen, auf den das Kiewer Regime acht Jahre herumgetrampelt ist und Genozid verübt hat. Deshalb wollen wir die Ukraine entmilitarisieren und entnazifizieren.“ Ähnlich hat Stalin den Sachverhalt umgekehrt und seine Säuberungsaktionen begründet. Putin hat wahrlich seine Lektion gelernt.

Und sollte es doch noch so etwas wie Opposition geben, so greift Putin gern zu etwas drastischeren Mitteln, wie der Giftanschlag auf Alexej Nawalny zeigt. Ansonsten wandern solche Oppositionelle für Jahre oder Jahrzehnte in eines der Straflager in den Weiten Sibiriens.

Wir gratulieren Dir, lieber Wladimir Wladimirowitsch, zur Verleihung dieses leider lange geschmähten Ordens. Du hast ihn Dir wirklich über Jahre hinweg erarbeitet: поздравление !