In Eis und Schnee – die Winter-Olympiade 2018 in Pyeongchang

Ende des letzten Jahres während unseres Weihnachtsurlaubs in Grainau war ich mit meiner Familie auch wintersportlich unterwegs: u.a. rodelten wir auf dem Zugspitzplatt, und mit meiner Frau wanderte ich auf Schneeschuhen durch die alpine Wildnis. Das Eisstockschießen auf der Eisbahn in Grainau fiel leider aus. Wir hätten uns zu gern mit anderen Urlaubsgästen in diesem Wettkampf gemessen. Und es war zwar kein olympischer Fackellauf, sondern nur ein abendliches Fackelwandern – aber Spaß gemacht hat es trotzdem.

Willi – vom Schnee bedeckt auf Rodeltour (Zugspitzplatt)
Willi – vom Schnee bedeckt auf Rodeltour (Zugspitzplatt)

Kein Wunder, wenn ich mich jetzt für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang/Südkorea interessiere. Natürlich sind die Kritiken, die ein solches Großereignis hervorrufen, berechtigt. Für die Abfahrtstrecke wurde ein ganzes Waldstück mit rund 58.000 Bäumen gerodelt. Die Eintrittspreise sind überhöht. Und mit den TV-Rechten wird viel Geld gescheffelt. Dopingfälle gab es zwar bisher erst einen. Aber das Nationale Olympische Komitee Russlands wurde wegen systematischen Dopings von den Olympischen Winterspielen 2018 ausgeschlossen. Einzelne russische Athletinnen und Athleten dürfen aber unter neutraler Flagge (OAR – Olympische Athleten aus Russland) starten. Der Olympische Gedanke („Dabei sein ist alles!“) ist längst in der Mottenkiste des Sports gelandet.

    Olympische Winterspiele 2018
    Olympische Winterspiele 2018

Und doch hat es immer noch etwas Besonderes, wenn sich „die Jugend der Welt“ (okay, eine Claudia Pechstein mit ihren bald 46 Jahren ist eher eine Spätjugendliche) für gut zwei Wochen trifft, um im (meist) friedlichen Wettstreit die Besten ihrer Sportart ausfindig zu machen.

Natürlich muss diese Art von Zirkus nicht so groß aufgezogen sein. Weniger ist mehr. Und es sind einzelne Sportler und Mannschaften, die um den Sieg kämpfen, und keine Länder.

Apropos Länder: Wenn ich auch denke, dass dieser so genannte Medaillenspiegel überflüssig ist, so zeigt er zumindest doch eins: Sportler aus bestimmten Ländern scheinen für bestimmte Sportarten besonders prädestiniert zu sein. Da sind die Niederländer und Niederländerinnen, die seit ewigen Zeiten im Eisschnelllauf dominieren, die Skandinavier (besonders Norweger und Schweden und das jeweilige weibliche Pendant dazu), die im Skilanglauf so oft die Skispitze vor anderen vorn haben, oder die Alpenanrainer/innen, die sich nicht nur todesmutig vom Berggipfel in die Niederungen der Täler stürzen, sondern dabei auch noch schneller als die anderen sind. Klar, schon vor mehr als 100 Jahren wurden im Winter lange Strecken in Holland schlittschuhlaufend auf den zugefrorenen Grachten, in Norwegen kilometerfressend auf flachen Strecken und in den Alpenländern talabwärts jeweils auf Skiern überwunden. Heute wird das in diesen Ländern eben als Sport betrieben.

Die Deutschen kommen eher martialisch daher, mit Sturmgewehr auf Langlauftretern (wenigstens ohne Pickelhaube): Biathlon. Obwohl ich gegenüber dem Schießsport (was soll daran sportlich sein?) meine Bedenken habe, so finde ich diese eigentlich kontraproduktive Kombination aus Schießen und Lauflaufen doch sehenswert. Wer da z.B. fünf Kilometer durch die winterliche Gegend gehetzt ist, soll nun bei einem Puls von über 200 Schlägen pro Minute und zittrigen Händen von einer Sekunde auf die andere auf fünf Scheiben schießen. Und die dann auch noch treffen! Sonst drohen ihm/ihr Strafminuten oder Strafrunden, die sicherlich nicht dazu beitragen, den Puls in eine niedrigere Frequenz zu lenken.

Und die deutschen Rodler sind ja auch gut unterwegs. Vielleicht ist der Deutsche etwas bequem und bewältigt verschneite Gegenden lieber im Sitzen. Wenigstens, wenn es bergab geht.

Mit den Jahren sind neue Sportarten hinzugekommen. Neben dem Rodeln (auf dem Rücken liegend, der Kopf hinten) ist Skeleton (auf dem Bauch liegend, der Kopf voraus) seit 2002 (wieder!) olympisch. Nach dem Eisschnelllauf ist Shorttrack inzwischen seit 1992 im olympischen Programm zu finden. Im Snowboard wird seit 1998 und bei Teilen des Freestyle-Skiings bereits seit 1992 um olympische Medaillen gefightet. Besonders die letzteren dieser Wintersportarten werden von Jungspunden ausgeübt, die eher schmächtig daherkommen, so dass bei den Stürmen, die oftmals in Pyeongchang dahersausen, zu fürchten ist, die Jungs und Mädels könnten vom Winde verweht werden.

Natürlich finde ich allein die winterliche Landschaft, in der viele der Wettkämpfe stattfinden, sehenswert. Und interessant ist es auch zu sehen, wie Eis, Schnee und Sturm zu einem oft unberechenbaren Faktor für die Sportler werden. Dem einen zu seinem Glück, dem anderen bis hin zu seinem Verderben.

Soll der Bessere/die Bessere gewinnen. Und doch werden oft die eigenen speziellen Prioritäten gesetzt, nicht nur aus falsch verstandenem Patriotismus. Es ist nicht gerade die Liebe auf dem ersten Blick, die uns gegenüber einem Sportler/einer Sportlerin voreingenommen werden lässt. Ein Lächeln oder eine überheblich wirkenden Geste – der einen wünschen wir den Sieg, der andere mag zum Teufel gehen.

Manchem Sportler hätte es angesichts der politischen Lage Südkoreas (militärische Drohungen aus dem Norden) durchaus mulmig werden können, wäre da nicht die Charme-Offensive des Obersten Führers, Kim Jong-un. Nordkorea ist mit einer eigenen Delegation angereist, hat auch eine Gruppe Cheerleader, der Army of Beauties, in den Süden entsandt – und bildet mit Südkorea sogar eine gemeinsame Frauenmannschaft im Eishockey (schon wird vom Friedensnobelpreis für die Mädels gemunkelt). Sollte über den Sport eine friedliche Annäherung der beiden koreanischen Staaten in Gang kommen? Wäre fast zu schön, um wahr zu sein!

Noch bis zum 25. Februar kämpfen fast 3000 Sportler in 102 Wettbewerben um Edelmetall. Bis dahin wird noch manche Träne der Freude oder Enttäuschung vergossen werden. Mag die Freude, z.B. über neugewonnene Freunde, überwiegen. Dann war das Dabeisein doch das Wichtigere!

Zurück in der Spur

Mit Florian Kohfeldt als Cheftrainer des SV Werder Bremen geht es wieder bergauf. Nichts gegen seinen Vorgänger Alexander Nouri, der es immerhin geschafft hatte, die lange schlechteste Abwehr der Bundesliga zu stabilisieren. Das ging allerdings zu Lasten der Offensive. Unter Kohfeldt wurde das Angriffsspiel wiederbelebt und erinnert bereits an bessere Werdertage.

Werders Torschützen gegen Wolfsburg: Ludwig Augustinsson und Florian Kainz (2x)

Schon seit einigen Wochen zeigte sich die Bremer Mannschaft von einer spielerisch guten Seite. Nur blieb ein zählbarer Erfolg aus. Selbst bei den Bayern in München konnte Werder lange Zeit mithalten. Jetzt endlich scheint der Knoten geplatzt zu sein. Nach einem noch eher unglücklichen 0:0 gegen Hertha BSC auf eigenem Platz gewannen die Bremer auf Schalke und gestern zu Hause gegen Wolfsburg.


22. Spieltag 2017/2018: Werder Bremen – VfL Wolfsburg – 3:1

Noch dümpelt Werder auf dem 15. Platz herum, hat aber die Abstiegsränge endlich verlassen und könnte nun im Spiel gegen Freiburg und anschließend gegen den HSV auch endlich Plätze gut machen. Ich bin gespannt …

Wordstar 4 – Gruß aus der Steinzeit der Datenverarbeitung

Neulich fand ich einige Texte, die ich vor vielen Jahren (1989 bis 1992) geschrieben habe. Damals hatte ich noch einen Rechner mit MS-DOS als Betriebssystem und Wordstar als Textbearbeitungsprogramm. Natürlich lassen sich diese Textdateien auch mit jedem heute gängigen Texteditor öffnen, aber das Ergebnis ist äußerst kurios:

Text aus Wordstar 4 in MS-Word angezeigt

Ich weiß nicht, welche Zeichenkodierung Wordstar benutzte (von Schriftarten ganz zu schweigen), diese sollte aber auf ASCII beruhen.

Da ich einige der Texte ganz interessant finde (immerhin sind die fast 30 Jahre alt, also vor einem halben Leben geschrieben), bin ich auf die Idee gekommen, wie es wäre, wenn ich das alte (gute?) Wordstar auf meinem heutigen Rechner aufrufen könnte. Retro ist zz. in. Erst kürzlich lass ich in einem Artikel in dem Magazin für Fußballkultur 11 Freunde unter der Überschrift Hey, Amigas! Das Folgende:

Lange, bevor es FIFA 2018 gab, brauchten Zocker zum Schießen, Grätschen und Passen nur eine einzige Taste. Und noch immer kämpfen jedes Jahr Menschen aus aller Welt um den WM-Titel im 1990 erschienenen Videospiel »Kick Off 2«. Auf Amiga-Computern und mit heiligem Ernst.

Nun die Jungs spielen auf ihren alten Rechnern. Wie aber bekomme ich Wordstar, das damals wie heute ohne grafische Oberfläche auskommt, auf einen PC heutigen Datums?

Startbildschirm Wordstar 4

Erst einmal guckte ich, ob Wordstar überhaupt verfügbar ist und stieß so auf Wordstar 4 Professional für DOS bei WinWorldPC.com und dort auf einen Download von Wordstar 4. Allerdings enthält dieser sechs so genannte Images (Abbild einer Diskette, CD usw. – in einer Datei enthalten) von damals üblichen 360 KB Floppy Disks, bei uns nur kurz Disketten genannt. Die gesamten Dateien aus dem Download (befinden sich im einem G7-Archiv, lässt sich mit WinZip oder ähnlichen Programmen entladen) werden am besten in ein Verzeichnis angelegt (z.B. \WordStar4\).

    Gesondertes Verzeichnis für Wordstar 4 anlegen

Da ich natürlich kein Diskettenlaufwerk habe (selbst das DVD-Laufwerk droht einzustauben), muss ich also ein entsprechende Laufwerk auf meinem Rechner simulieren bzw. emulieren, wie es im Fachjargon heißt.

Schnell wurde ich fündig: Diskettenlaufwerk unter 64-Bit-Windows emulieren – es geht um das Tool ImDisk, einen virtuellen Plattentreiber (hier der Download dazu). Dabei wird ein virtuelles Laufwerk (mit Laufwerksbuchstaben wie I:\) angelegt, in dem die Dateien des jeweiligen Images wie aus einem normalen Verzeichnis aufgerufen werden können.

Die Installation erfolgt einfach mit einem Doppelklick auf die heruntergeladene IMDISKINST.EXE-Datei. Es erscheint ein Fenster, das mit ‚ja‘ zu bestätigen ist.

    Installation von ImDisk

Die Zuordnung des jeweiligen Images geschieht wir folgt: Mit der linken Maustaste wird auf die entsprechende Image-Datei (hier: WS400-DISK2-PRG.img) gedrückt und es erscheint ein Kontextmenü. Hier klickt man auf ‚Mount as ImDisk Virtual Disk‘.

    Disketten-Image mit ImDisk als virtuelle Platte (Wechseldatenträger) anlegen

Bevor das Image gemountet wird, hat man die Möglichkeit einige Einstellungen vorzunehmen.

    Einstellungen in ImDisk zum ‚Mounten‘ einer virtuellen Platte (Wechseldatenträger)

Folgende Einstellungen sollten ausgewählt werden. Unter Device type: Floppy – auch der Laufwerksbuchstabe (unter Drive letter) lässt sich auswählen. ‚Removable media‘ kann ebenfalls angewählt werden. Mit OK bestätigen. Fertig ist die Laube!

Jetzt mit dem Explorer schauen, ob ein neuer Laufwerksbuchstabe vergeben ist. Das neue Laufwerk ansteuern und schon sind alle Dateien, die in dem zugeordneten Image enthalten sind, aufrufbar.

Mit ImDisk lassen sich also Diskettenlaufwerke auch unter 64-Bit-Windows-Systeme emulieren. Leider gilt das nicht für Wordstar 4 selbst. Dieses Textprogramm war für DOS (z.B. MS-DOS als Vorgänger von Windows) konzipiert, einem 16-Bit-System. Mit Windows XP (einem 32-Bit-System) lässt sich Wordstar 4 ohne Probleme aufrufen. Unter Windows 7 als 64-Bit-System hilft aber auch der Kompatibilitätsmodus wenig (linke Maustaste auf die EXE-Datei – Kontextmenü: Behandeln von Kompatibilitätsproblemen – oder: linke Maustaste auf die EXE-Datei: Kontextmenü: Eigenschaften – Registerkarte: Kompatibilität). Irgendwo ist leider immer das Ende der Fahnenstange.

    Virtuelle Platte (Wechseldatenträger) mit Wordstar 4 (Aufruf über WS.EXE)

Eine Einweisung in das Arbeiten mit Wordstar 4 (WS.EXE) möchte ich mir hier ersparen, aber doch die wichtigsten Funktionen erklären. Nach dem Eingangsbildschirm wird mit ‚D‘ eine Datei geöffnet. Ist die Datei nicht vorhanden, so kann mit dem eingegebenen Namen eine neue Datei geöffnet werden. Mit ‚X‘ wird Wordstar 4 verlassen.

Bearbeitungsmenü in Wordstar 4

Mit ^K (Strg + K) innerhalb der Bearbeitung eines Textes kann das Menü zum Speichern (‚S‘), Abbrechen ohne Speichern (‚Q‘) bzw. Speichern und Wordstar 4 verlassen (‚X‘) aufgerufen werden.

Wie das obige Bildchen zeigt, ist der eingangs aufgeführte Text nun ohne kryptische Zeichen, also lesbar.

Natürlich ist es Schwachsinn, mit solch alten Textverarbeitungsprogrammen zu arbeiten. Mir ging es um alte Texte, die ich wieder lesbar machen wollte. Und ich gestehe: Solch kleine Fingerübungen (das Ausfindigmachen und die Portierung alter Programme auf heutige System) machen irgendwie auch Spaß!

Grainau 2017 (5): Albins vegane Küche

Der Ernährungsreport 2018 zeigt: Essen ist weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Ernährung ist ein wichtiger Teil der sozialen und kulturellen Identität. Und dazu gehört auch die Zubereitung des Essens. Gemeinsames Kochen macht Spaß!

Wer zwei Söhne hat, die sich vegan ernähren, also neben Fleisch und Fisch auch keine Eier, Milchprodukte und Honig essen, der kann nicht in jedes Restaurant zum Essen gehen. Während unseres Weihnachtsurlaub 2017 in Grainau hatten wir eine Ferienwohnung gemietet, die natürlich auch die Möglichkeit zum Kochen bot. Und die haben wir (meine Frau und ich sowie unsere beiden Söhne) dann auch reichlich genutzt.

Meine Frau und ich, ich habe es an anderer Stelle schon erwähnt, sind keine Veganer. Dafür mögen wir z.B. einfach zu gern Fisch. Und auch auf das wochenendliche Frühstücksei verzichten wir nur ungern. Aber Fleisch kommt bei uns schon seit vielen Jahren nur spärlich auf den Tisch. Schon früh war uns dabei eine ausgewogene, vollwertige Ernährung wichtig, wobei pflanzliche Nahrungsmittel bevorzugt werden. Und schon vor über 30 Jahren verarbeiteten wir auch Tofu, das damals fast ausschließlich im Asia-Laden erhältlich war, weil es einfach zur asiatischen Küche dazu gehört. Heute essen meine Frau und ich, auch wenn unsere Söhne nicht anwesend sind, viele Speisen auf veganer Grundlage.

Nach den Ernährungstrends sollen 2018 insgesamt weniger Fleisch, dafür mehr Gemüse – und ja: mehr Insekten auf die Teller kommen. In Asien ist das gang und gäbe. Ganz so weit sind wir natürlich noch nicht. Ich möchte hier gar nicht auf das Thema Nachhaltigkeit und mit dem Hinweis kommen, dass für ein Kilo Fleisch das Vielfache an pflanzlicher Kost verbraucht wird. Aber unsere Essengewohnheiten werden sich zwangsläufig ändern müssen. Übrigens: Vegane Küche kann sehr schmackhaft und durchaus gesund sein.

Weihnachtsmarkt Garmisch-Partenkirchen 23.12.2017: Veggieburger zu Pommes aus Süßkartoffeln - © Jan Albin
Weihnachtsmarkt Garmisch-Partenkirchen 23.12.2017: Veggieburger zu Pommes aus Süßkartoffeln

Also während unseres Grainau-Aufenthalts Ende des letzten Jahres gab es überwiegend vegane Küche. Am Ankunftstag, es blieb keine Zeit zum Kochen, gingen wir zum Italiener in Grainau und aßen Pizza. Am Tag darauf (23.12.) besuchten wir in Garmisch-Partenkirchen den Weihnachtsmarkt und stillten unseren kleinen Hunger zwischendurch mit Veggieburger und Pommes frites aus Süßkartoffeln. Am Abend kochten wir dann selbst, wobei ich für ein bei uns schon sehr übliches Essen sorgte: Pasta, also Nudeln (Penne), zu einer Knoblauch-Estragon-Olivenöl-Soße, die ich mit getrockneten Tomaten anreicherte. Darauf Parmesankäse für die Nichtveganer und Erntesegen Hefeflocken für meine Söhne.

Tagsüber waren wir während dieser Tage fast schließloch unterwegs an der frischen Luft. Da war es wichtig, morgens gut gefrühstückt zu haben. Das eigentliche warme Essen gab es dann abends. Am folgenden Tag schwang dann der ältere unserer beiden Söhne mit unserer Hilfe den Kochlöffel. Beide Söhne haben neben all ihren sonstigen Talenten auch die Gabe, gut kochen zu können. Es gab Chili sin Carne, also eine Gericht mit scharfen Chili, aber statt Fleisch eine Alternative auf Sojabasis. Die großen Portionen sprechen für sich, d.h. für unseren Hunger.

Weihnachtsurlaub in Grainau ganz vegan: Chili SIN Carne - © Jan Albin
Weihnachtsurlaub in Grainau ganz vegan: Chili SIN Carne

Es gab also (es war Heiligabend) keinen Kartoffelsalat mit Würstchen, obwohl das in veganer Variante durchaus möglich wäre. Am Abend gönnten wir uns dann eine Feuerzangenbowle. Den Film (‚Pfeiffer mit drei f‘) hatten wir leider nicht parat.

Man(n)/Frau gönnt sich ja sonst nichts: Feuerzangenbowle zu Heiligabend - © Lukas Albin
Man(n)/Frau gönnt sich ja sonst nichts: Feuerzangenbowle zu Heiligabend

Am ersten Weihnachtstag gab es dann Grünkohl mit panierten Röstkartoffeln. Am Anreisetag waren meine Frau und ich beim Schlachter (oder Metzger, wie es in Bayern heißt), um für uns beide u.a. Kohlwürste zum Grünkohl zu kaufen. Eine Wurst aus Kohl? Nein, eine Wurst zum Kohl, Grünkohl! Schließlich gibt es hier ja auch Fleischpflanzerl. Und die haben wenig mit Pflanzen zu tun. Nun, eine norddeutsche Kohlwurst gab es natürlich nicht, aber doch eine ganz ähnliche, geräucherte Wurst. – So oder so, das deftige Mahl schmeckte uns (mit oder ohne Wurst).

Als nächstes vegane Gericht gab es eine Gulasch-Variante mit viel Paprika, Zwiebeln, Champignons usw. und erneut Fleischersatz auf pflanzlicher Basis (Seitan, also Weizeneiweiß) zu Nudeln.

Und auch das typisch norddeutsche Labskaus, ebenso in veganer Variante, also ohne Pökelfleisch, Spiegeleiern und Hering, dafür mit Räuchertofu kam in diesen Tagen auf den Tisch.

Weihnachtsurlaub in Grainau ganz vegan und norddeutsch: Labskaus - © Jan Albin
Weihnachtsurlaub in Grainau ganz vegan und norddeutsch: Labskaus

Wie in der ‚normalen‘ Küche so macht die richtige Würzung den Geschmack des Essens aus. Wir mögen es durchaus scharf (neben Pfeffer oft Chili) und sind Liebhaber von Kräutern. Salz in Maßen darf nicht fehlen. Es war nicht allein der Hunger nach der übermäßigen Sauerstoffzufuhr, sondern es schmeckte wirklich alles bestens. Wir müssen ja nicht unbedingt Vegetariern oder gar Veganern werden, um unseren, gerade in Deutschland, unmäßigen Fleischverbrauch zu reduzieren. So ein ‚Veggietag‘ schadet niemanden, im Gegenteil: Er ist gut für unsere Umwelt!

Grainau 2017 (4): Der Serpentinen-Sisyphos

Während unseres Weihnachtsurlaubs 2017 in Grainau wollten wir am 26. Dezember die Partnachklamm besuchen. Von dem Olympia-Skistadion mit der großen Olympiaschanze führt eine Straße entlang dem Gebirgsfluss Partnach bis zur Klamm. Eine Klamm ist ein im Festgestein eingeschnittenes, schmales Tal und bezeichnet eine besonders enge Schlucht im Gebirge mit teilweise überhängenden Felswänden. Durch die Überhänge ist die Breite des Tals in der Höhe teilweise geringer als am ganz vom Fluss oder Bach ausgefüllten Talgrund.

Eingang zur Partnachklamm – 26.12.2017 © Jan Albin
Eingang zur Partnachklamm – 26.12.2017

Leider war die Partnachklamm wegen Eisbruchs geschlossen. Schade, denn gerade im Winter ist es ein besonderes Erlebnis, durch eine mit Eis bedeckte Klamm zu gehen. So entschlossen wir uns, mit der Graseckbahn, die nur wenige Meter vom Eingang zur Klamm entfernt startet, hoch zum Forsthaus Graseck zu fahren. Von rund 750 m kamen wir so in wenigen Minuten in kleinen Kabinen auf gut 900 m Höhe.

Und ich ahnte es schon: Meine Lieben wollten weiter zum Berggasthof Eckbauer, der auf 1236 m Höhe liegt. Die Strecke waren wir vor 10 Jahren schon einmal gegangen. Im Sommer und in entgegengesetzter Richtung!

Bergan zum Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017 © Jan Albin
Bergan zum Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017

Es ging also bergan eine Serpentine hoch, auf einem schlangenförmig in mehreren engen Kehren angelegten durch Eis sehr glatten Weg am Berghang entlang. So wurden aus den 336 m Höhenunterschied ein Vielfaches an Laufstrecke. Eine Kehre nach der anderen. Dachte ich, wir hätten gleich den Gipfel des Berges erreicht, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Wenigstens gab es dann ab und wann eine Bank zum Verschnaufen.

Pause auf dem Weg zum Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017 © Jan Albin
Pause auf dem Weg zum Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017

Und weiter ging’s. Kehre folgte auf Kehre. Ich begann die Kehren rückwärts zu zählen: Noch sind es höchstens zehn, dann neun, dann acht. War ich bei null, da sah ich: da kommen noch jede Menge weiterer Kehren. Ich fühlte mich irgendwie wie Sisyphos, der als Strafe der Götter endlos einen Felsblock einen steilen Hang hinaufzurollen hatte. Ihm entglitt der Stein jedoch stets kurz vor Erreichen des Gipfels und er musste immer wieder von vorne anfangen. Für mich war eine solche Kehre der Gipfel.

Albert Camus schrieb in seinem philosophischen Essay Der Mythos des Sisyphos: „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ – Liebster Camus, das Leben ist absurd und vieles so sinnlos. Es ist sicherlich schön, eine Aufgabe zu haben, wenn sie uns auch endlos zu sein scheint. Aber Glück ist das nicht. Ich kam mir wie ein Serpentinen-Sisyphos vor. Und noch eine Kehre, eine Kurve, die mir ein neues Teilstück eines steinigen, jetzt eisbedeckten Pfades offenbarte.

Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017 © Lukas Albin
Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017

‚Glücklich‘ war ich erst, als das Ziel, der Berggasthof Eckbauer, erreicht war. Klar, hier gibt es eine schöne Rundumsicht. Und stärken kann sich der müde Wanderer hier auch. Um ehrlich zu sein: ich war erst wirklich froh, als ich in einer der 75 halboffenen 2er-Gondeln der Eckbauerbahn saß, die mich in 14 Minuten zurück nach Garmisch-Partenkirchen (Talstation gleich neben dem Olympia-Skistadion) brachte.

Damit war ich mit meinen Lieben wieder am Ausgangspunkt angelangt. Drei Tage später ging es noch einmal zum Berggasthof Eckbauer mit der Eckbauerbahnbahn hoch. Und eine Wanderung gab es auch. Während meine Söhne die Eckbauerabfahrt zum Rodeln benutzten, schnallten sich meine Frau und ich Schneeschuhe, die wir in der Touristeninformation in Grainau ausgeliehen hatten, unter die Wanderstiefel. Leider gibt es von unserer Wandertour bergab durch den verschneiten Wald keine Bilder. Ich darf aber bestätigen, dass es richtig Spaß gemacht hat. Am Ende also doch noch ein glücklicher Mensch, dieser Serpentinen-Sisyphos.

Grainau 2017 (3): Fackelwandern zur Neuneralm

Wenn sich im Dunkeln noch dunklere Gestalten mit Fackeln durch Deutschlands Straßen und Wege bewegen, dann verheißt das meist nichts Gutes. Die deutsche Geschichte spricht für sich. Als wir uns aber am 27. Dezember während unseres Grainau-Urlaubs zu Weihnachten 2017 um 18 Uhr mit anderen Angereisten vor der Touristeninformation trafen, da ging es allein um eine Gaudi, um eine Wanderung mit Fackeln durch die winterliche Landschaft hin zur Neuneralm. Auf dem Hinweg wurde die längere Strecke durch den Ort Grainau am Rodelhügel vorbei weiter auf dem Panoramaweg gewählt.

Die Fackel ist entzündet
Die Fackel ist entzündet

Erstaunt war ich, wie viele Menschen sich zu dieser abendlichen Wanderung eingefunden hatten. Schnee und Feuer haben in dieser Kombination eben ihre besondere Faszination.

Fackelwandern am 27.12.2017 in Grainau zur Neuneralm
Fackelwandern am 27.12.2017 in Grainau zur Neuneralm

Nach einer Stunde kamen wir dann auf der Neuneralm an, die extra für uns noch geöffnet hatte. Und bei einer zünftigen Brotzeit und der einen oder anderen halben Maß spielte die Musi in Gestalt der Neuneralm-Musi auf.

D'Neuneralm-Musi spuit auf - Manager sitzt gleich mit am Tisch
D’Neuneralm-Musi spuit auf – Manager sitzt gleich mit am Tisch

Wir fanden das alles ganz okay. Sicherlich dient ein solches Fackelwandern dazu, auf die Gastronomie auch außerhalb der Ortschaft aufmerksam zu machen. Die Neuneralm hat ihren ganz besonderen rustikalen (bajuwarischen) Reiz und wir kennen sie bereits von unserer Tour 2002 zur Höllentalklamm und weiter zur Höllentalangerhütte her. Damals kehrten wir dort ein, um uns bei einem Getränk zu erfrischen. Ich habe das Foto von damals mit meinen Lieben ausgegraben:

Erfrischungspause auf der Neuneralm auf dem Weg zur Höllentalklamm 2002
Erfrischungspause auf der Neuneralm auf dem Weg zur Höllentalklamm 2002

Nach gut zwei Stunden waren wir gestärkt und machten uns auf dem direkten Weg Richtung Oberer Dorfplatz in Grainau auf. Damit wir nicht vom Weg abkommen konnten, bekamen wir auch für den Heimweg Fackeln in die Hand. Und wie es manchmal im Leben so spielt: Nach vier ½ Tagen Sonnenschein, hatte sich das Wetter an diesem Nachmittag geändert und Wolken zogen auf. Und als wir jetzt die Neuneralm verließen, hatte es zu schneien begonnen. Viel mehr konnten wir uns in diesem Augenblick nicht wünschen.

Auf dem Heimweg von der Neuneralm nach Grainau - 27.12.2017
Auf dem Heimweg von der Neuneralm nach Grainau

Grainau 2017 (2): Neue Seilbahn Zugspitze vom Eibsee

Drei Tage nach der Eröffnung (21.12.2017) war es auch für uns während unseres Urlaubs in Grainau soweit, die neue Seilbahn zur Zugspitze, mit 2962 m Deutschlands höchstem Berg, zu benutzen. Sie löst die alte Eibsee-Seilbahn ab, die ihren Dienst am 2. April 2017 einstellte und auf fast derselben Strecke zum Gipfel führte.

Willi und Söhne vor der Talstation (Eibsee) der neuen Seilbahn Zugspitze © Christa Koslowski-Albin
Willi und Söhne vor der Talstation (Eibsee) der neuen Seilbahn Zugspitze

Die neue Seilbahn, eine Pendelbahn, hat, wie die Vorgängerin, den weltweit größten Höhenunterschied in einer Sektion von 1945 Metern. Sie hat nur noch eine Seilbahnstütze, die mit 127 m weltweit die höchste Pendelbahnstütze in Stahlbauweise und in Europa die höchste Seilbahnstütze ist. Bei einer Länge der Seilbahn von 4467 m folgt daraus das mit 3213 m derzeit längste Spannfeld aller Seilbahnen. Die Bergstation ist ein Neubau aus Stahl und insbesondere Glas, der bis zu 25 m über die Nordflanke der Zugspitze herausragt.

Gondel (120 Personen) der neuen Seilbahn Zugspitze © Christa Koslowski-Albin
Gondel (120 Personen) der neuen Seilbahn Zugspitze

Ohne Zweifel ist der Bau der neuen Seilbahn Zugspitze eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Mit rund 50 Millionen € wurden die ursprünglich veranschlagten Kosten zwar um 20 Millionen € übertroffen. Angesichts der Plandaten wie bei der Elbphilharmonie oder dem Neubau des Berliner Flughafen BER (der erneut rund eine Milliarde € verschlingen wird) aber noch in einem überschaubaren Rahmen. Auch wurde die Seilbahn wie geplant fertiggestellt.

Einzige Seilbahnstütze mit 127 m der neuen Seilbahn Zugspitze © Jan Albin
Einzige Seilbahnstütze mit 127 m der neuen Seilbahn Zugspitze

Natürlich muss erlaubt sein zu fragen, ob das wirklich so sein muss. Die Zugspitze präsentiert sich in der Bergstation mit drei Gästeebenen, die den Zugang zur Gletscherbahn aufs Zugspitzplatt, zur gastronomischen Infrastruktur und zur Gipfelterrasse mit 360°-Panoramablick ermöglichen. Der Andrang war auch am Heiligabend – dank des schönen Wetters – ziemlich groß. Aber die vielen Besucher ‚verliefen‘ sich bei der großen Anlage. Keine Frage: Die Aussicht ist bei einem so schönen Wetter wirklich grandios.

Ankunft der Gondel (120 Personen) der neuen Seilbahn Zugspitze in der Bergstation © Lukas Albin
Ankunft der Gondel (120 Personen) der neuen Seilbahn Zugspitze in der Bergstation

Weiter ging es dann für uns mit der Gletscherbahn zum Zugspitzplatt, einer Hochfläche unterhalb des Zugspitzgipfels in südlicher und südöstlicher Richtung auf einer Höhe zwischen 2000 und 2650 m. Dort endet auch die Zahnradbahn, die in Garmisch-Partenkirchen startet (Umstieg in Grainau). Hier befindet sich Deutschlands höchstes Skigebiet mit rund 20 km Pisten am Gletscher. Wir nutzten die Zeit, um am Sonnenklar-Sessellift vorbei bis ins ‚weiße Tal‘ zu rodeln.

Mit der Zugspitzbahn, einer Zahnradbahn, ging es dann kurz vor der Dämmerung zurück ins Tal nach Grainau.

Grainau 2017 (1): Rodeln am Zugspitzplatt

Vor einem Jahr hatte ich mit meiner Familie zu Weihnachten mit Sturm ((‚steife Brise‘) auf der Hallig Langeneß zu kämpfen (und mit ‚Land unter‘). In diesem Jahr ging es zum vierten Mal nach Grainau und am Heiligabend auf die Zugspitze und weiter zum Zugspitzplatt. Wir wollten endlich einmal wieder weiße Weihnachten. Und so durften wir dort oben mit reichlich Schnee kämpfen.

Willi – vom Schnee bedeckt auf Rodeltour
Willi – vom Schnee bedeckt auf Rodeltour

Während es in der norddeutschen Tiefebene pieselregnete hatten wir dort in Deutschlands Süden das herrlichste Sonnenwetter, wie wir es höchstens von Postkartenmotiven her kennen. Zauberhaft! Dazu der Schnee! Das ist Winter, wie wir es hier im Norden nur erträumen. Aber auch in Grainau lag genügend Schnee, um unseren Wunsch nach weißer Weihnacht er erfüllen.

Zurück aber aufs Zugspitzplatt. Dort sind neben vielen Skipisten auch Rodelbahnen präpariert. Und eine davon sausten wir, meine beiden Söhne, meine Frau und ich, auf so genannten Zipflbobs hinunter. Damit die nötige Geschwindigkeit erreicht wird, ging es erst einmal steil bergab. Dann folgte eine flachere, aber kurvenreiche Strecke, um plötzlich wieder sehr steil zu werden. Auf 300 m Gefälle und Luftlinie knapp 1000 m, durch die Kurven aber an die 1500 m lang, erreichten wir unser Ziel im ‚weißen Tal‘. Mit dem Skilift ‚Sonnenklar‘ ging es wieder nach oben.

Zugspitzplatt – Sonnenklar - Rodelbahn
Zugspitzplatt – Sonnenklar – Rodelbahn

So ein Zipflbob ist aus Kunststoff und besteht aus einer kleinen, kufenlosen Sitzfläche (daher kein Schlitten im eigentlichen Sinne) sowie einem Haltegriff, den Zipfel, der zwischen die Beine genommen wird, und als Bremse und zugleich – unterstützt durch die Füße – als Steuerhebel dient. Durch seine Form lässt sich er sich auch mit wenig Übung leicht und präzise steuern.

Willi – Zieleinlauf auf der Rodelbahn (Zugspitzplatt Sonnenklar)
Willi – Zieleinlauf auf der Rodelbahn (Zugspitzplatt Sonnenklar)

Alles wäre halb so schlimm, wenn sich auf der Rodelbahn nicht reichlich größere Schlaglöcher befänden. Wer in ein solches Loch gerät, wird in die Luft geschleudert und holt sich vielleicht blaue Flecken am Allerwertesten beim Aufprall. Oft endet es dann auch, der Bob vorne weg, im Schnee. Daher wurde der Bob mit einem Band an einem Bein befestigt, damit sich dieser nicht in den Weiten des Zugspitzplatts verselbständigte.

Willi macht Pause mit den Söhnen
Willi macht Pause mit den Söhnen

Ich gestehe, dass ich manchmal glaubte, mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Besonders wenn der aufgewirbelte Schnee vor mir stiebte und mir die Sicht nahm. Aber Ende gut, alles gut. Meine Söhne waren, obwohl auch sie manche Schneeflocke verschluckten, begeistert. Und meine Frau konnte nicht genug bekommen.

In Grainau selbst gibt es auch einen Rodelhang. Aber das ist eher etwas für Kinder. Wir bekamen aber einen Geheimtipp: Vom Eibsee führt ein Höhenweg in Richtung Neuneralm. Okay, zunächst läuft man eine halbe Stunde leicht bergan, dann aber geht’s bergab – und der Weg endet dann am Rodelhang in Grainau.

Und mit der Eckbauerbahn im Garmisch-Partenkirchen, gleich neben dem Olympia-Skistadion, geht es in 14 Minuten auf den Eckbauer. Von dort geht ein Weg durch den Wald, der sich gut fürs Schneeschuhwandern eignet. Und von dort oben führt auch eine Strecke hinab ins Tal, die gut fürs Rodeln ist. Während meine Frau sich mit mir auf Schneeschuhen ‚auf die Socken‘ machte, rodelten unsere beiden Söhne die Rodelstrecke gleich mehrmals hinunter.

Mit Vorsatz

Ein neues Jahr beginnt bei vielen mit dem Verfassen von guten Vorsätzen. Der Raucher will endlich das Rauchen aufgeben, der etwas zu sehr Beleibte will bewusster essen und endlich Sport treiben, der Workaholic sich mehr um Familie und gute Freunde kümmern. Besonders Fitnessclubs und Sportvereine profitieren von dem ungebremsten Drang nach Bewegung, der so viele zum Jahresanfang überfällt. Okay, nach spätestens zwei oder drei Wochen ist damit genauso abrupt Schluss, wie es begonnen hat. Und wenn sich die mit Vorsatz um Veränderung Bemühten ärgern, dann nicht, weil sie einen Mangel an Willenskraft aufweisen, sondern weil mindestens noch bis zum Jahresende der Vereinsbeitrag fällig wird.

Schon Erich Kästner wusste um die vorsätzlichen Bestrebungen der Menschen. Da werden Pläne fürs neue Jahr geschmiedet, schließlich weiß jeder, dass es allein mit dem Vorsatz nicht genügt. Am Ende sind die allein mit Vorsätzen Gepflasterten besser dran, als diejenigen, die sich schon halb auf dem Weg befindend ihrer Willensschwäche bewusst werden.

    Erich Kästner - Dutch National Archives, The Hague, Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANEFO), 1945-1989 bekijk toegang 2.24.01.09 Bestanddeelnummer 912-8730

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Laßt das Programm! Und bessert euch drauflos!

Erich Kästners silversternächtliche Zeilen

Film der Woche: 20 Jahre Büttenwarder – Der Traum vom wahren Leben (2017)

Hier im hohen Norden ist sie Kult, die Fernsehserie Neues von Büttenwarder, die heute in ihrer 79. Folge zu sehen ist. Und die Herren aus Büttenwarder (mit Damen ist es leider nicht weit her) beglücken uns nun schon seit 20 Jahren. Das ist natürlich ein Anlass, die Serie Revue passieren zu lassen: In genüsslicher Schönheit werden die beherrschenden Themen Büttenwarders aus den ersten zwanzig Jahren aufgeblättert und von Fachleuten und Autoritäten jeglicher Coleur kommentiert.

Schöneres Landleben war nie. Mehr Pleite auch nicht. Neues aus Büttenwarder ist Scheitern in Schönheit bei Lütt un Lütt als klarer Nennwert für den Zuschauer, und das seit 20 Jahren. Der einmalige „Büttenwarder“-Kosmos im Spiegel der Betrachtung derer, die ihn bilden und formen: von Peter Heinrich Brix, Axel Olsson, Jürgen Uter, Hans Kahlert und Sven Walser bis hin zum so unermüdlichen wie gewissenhaften Chronisten des Dorfgeschehens, Norbert Eberlein.

Ihren Blick lassen auch Fachleute von Rang auf Dorf und Dorfleben fallen, Menschen, die als Spezialisten ihres jeweiligen Metiers gelten: Sarah Wiener äußert sich über die Wonnen der Landkost, Peter Harry Carstensen resümiert über das Spannungsfeld der politischen Kräfte, das zwischen den Orten „Klingsiehl“ und „Büttenwarder“ zu beobachten ist. Sexologin Ann-Marlene Henning weiß um das Liebesleben der Landbevölkerung und die Tiefenwirkung der stillen Reize von Gerlinde Ködenbrok.

Die Freuden des Landlebens – Motorradlegende Egon „Rakete“ Müller äußert sich zum Thema Mofa-Sharing und dem nie verhallenden Lockruf der Freiheit auf zwei Rädern. Gerardus Scheres ist als Ornithologe auf den Podien der Welt zu Hause, lotet im Weltvogelpark Walsrode die Eigenheiten des kaum je gesehenen Erlentrillichs aus. Der Professor für experimentelle Physik, Metin Tolan, versucht sich an Chaosforschung, um den Geheimnissen physikalischer Sonderheiten wie fallenden Türen und Mofas auf die Spur zu kommen. Trendforscher Peter Wippermann reflektiert die Freuden des Landlebens und das Glückspotenzial der Bewohner „Büttenwarders“, trotz aller wirtschaftlichen Misere. Denn: schöneres Landleben als in „Büttenwarder“ war nie. Auf die nächsten 20 Jahre!

    Film der Woche: willizblog.de guckt TV

Die Dokumentation zur Serie ergänzt dem Büttenwarder-Kenner sicherlich sein Wissen und ist gleichzeitig ein guter Einstieg für alle die, die die Serie noch nicht kennen. Da werden einige schnell auf den Geschmack kommen.

20 Jahre Büttenwarder – Der Traum vom wahren Leben (2017) – Link auf Webseite – direkter Link auf das Video (Download)

Nun zur Jahreswende gibt es neben der Doku zum 20-Jährigen sechs neue Folgen aus Büttenwarder, die ich mit meiner Frau zu Silvester (wir waren gerade aus dem Winterurlaub gekommen) en bloc hineingezogen haben. Viel besser kann man das neue Jahr nicht starten!

(Wiederholter) technischer Hinweis: Ich getraue und bediene mich der Mediatheken Öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten (zusammen mit dem direkten Link auf den Film zum Herunterladen). Zudem bediene ich mich eines Videoplayers, der das Plugin Adobe Flash benötigt. Solltet Ihr damit Probleme haben, so findet Ihr hier auch immer den direkten Link auf die Webseite mit dem Video der entsprechenden Sendeanstalt.

Frohe Weihnachten 2017

 

 

 

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2018

Oh je, ist es schon wieder soweit? Wie die Zeit vergeht … Alle Jahre wieder um diese Zeit: Allen Freunden, Bekannten, Verwandten und Besuchern meines Weblogs wünsche ich ein geruhsames Weihnachtsfest 2017 und einen gelungenen Start ins Neue Jahr 2018.

Mögen die Geschenke zahlreich, besonders aber sinnvoll sein, die Weihnachtsgans nicht allzu fett und der Tannenbaum feuerfest.

Fliegender Weihnachtsmann

Fröhliche Weihnachten 2017 - Euer Willi

Fliegender Weihnachtsmann