Kategorie-Archiv: Fußball: Welt- und Europameisterschaften

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006/2010 & Europameisterschaft 2008

Nachbetrachtungen zu einer Fußball-WM

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist bereits ‚Geschichte‘. Frankreich wurde Weltmeister – wie von mir prognostiziert (am 18. Juni schrieb ich: „Irgendwie dachte ich an Frankreich.“), hatte aber auch Spanien ‚auf dem Zettel‘, die dann bereits im Achtelfinale nach Elfmeterschießen gegen die Russen ausschieden. Dass ich mit Spanien gar nicht so schlecht lag, beweist die Tatsache, dass die Russen wiederum nur im Elfmeterschießen gegen die Kroaten die Segel streichen mussten – und die fanden immerhin den Weg ins Finale.

    © FIFA

Apropos die Kroaten. Diese Weltmeisterschaft war für mich allein schon durch die Anwesenheit der isländischen Mannschaft interessant. Leider musste diese bereit nach der Vorrunde die Rückreise antreten. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass die Isländer in der Qualifikation zu dieser WM immerhin die Kroaten hinter sich gelassen hatten – und erneut in der Vorrunde auf Kroatien trafen, diesmal aber, wenn auch spät, den Kürzeren zogen. Und das gegen den späteren Vizeweltmeister. So schlecht können die Isländer also nicht sein.

Nun Frankreich zählte von Anfang an zu den Favoriten, die Kroaten weniger. Erstaunlich wie schnell die anderen angeblichen Favoriten scheiterten. Nach Deutschland waren das bereits im Achtelfinale Argentinien (nun gut gegen Frankreich), Portugal und Spanien. Diese drei Mannschaften haben die deutsche Mannschaft also nur um ein Spiel überlebt. Im Viertelfinale waren es dann die Brasilianer, die gegen Belgien verloren und damit ausschieden. Deutschland befindet sich also in bester Gesellschaft. Da kann ich den ganzen Zirkus, den der DFB nach dem frühen Ende veranstaltete, nicht so ganz nachvollziehen. Diese gegenseitigen Schuldzuweisungen sind lächerlich.

Aber komme ich zum Sportlichen zurück: Für mich war das Halbfinalspiel Frankreich – Belgien das eigentliche Finale. Nichts gegen die Kroaten, die im Finale noch einmal alles versucht haben und u.a. durch eine unfaire Aktion (Schwalbe durch Antoine Griezmann – der nachfolgende Freistoß führte zum 1:0 für die Franzosen) schon früh betrogen wurden. Die Belgier gewannen dann immerhin noch das Spiel um Platz 3 gegen England.

Frankreichs Staatspräsident Macron jubelt über ein Tor für die Franzosen im WM-Finale
Frankreichs Staatspräsident Macron jubelt über ein Tor für die Franzosen im WM-Finale

Überhaupt das Endspiel: Bemerkenswert das zweite Tor für Kroatien. Wie schon zuvor u.a. in der Champions League im Halbfinale durch Bayerns Sven Ulreich oder im Finale von Liverpools Loris Karius jeweils gegen Real Madrid, so verursachte auch Hugo Lloris, Torwart der Franzosen, ein kurioses Tor, indem er den Ball einem gegnerischen Spieler beim Abstoß direkt in die Füße spielte.

Nein, nichts zu Putin, nur soviel: Während bei der Siegerehrung der französische Präsident und die kroatische Präsidenten wortwörtlich im Regen standen, gönnte sich der russische Präsident einen Schirmträger. Das Netz bedachte ihn dafür reichlich mit Hohn und Spott.

'Schirmherr' Putin lässt Macron und Frau Grabar-Kitarović im Regen stehen
‚Schirmherr‘ Putin lässt Macron und Frau Grabar-Kitarović im Regen stehen

Und da waren dann noch die Aktivisten von Pussy Riot, die als Flitzer in Uniformen fröhlich winkend mitten im Finale auf den Platz mit den Forderung stürmten, politische Gefangene freizulassen. Festnahmen bei Kundgebungen sollten aufhören, das Land brauche mehr politischen Wettbewerb. Wenn vielleicht auch eher widerwillig, so klatschte der französische Jungstürmer Kylian Mbappé doch mit einer der Aktivistinnen ab. Ist doch ein schönes Bild. Putin wird sich gefreut haben 😉

Pussy Riot-Aktivistin klatscht mit Frankreichs Kylian Mbappé ab
Pussy Riot-Aktivistin klatscht mit Frankreichs Kylian Mbappé ab

Neben dem WM-Pokal für die französische Mannschaft gab es noch einige weitere Ehrungen für einzelne Spieler. Bester Torschütze wurde der Engländer Harry Kane, dessen sechs Tore allerdings schon aus der Vorrunde herrührten. Ähnlich wie der Franzose Olivier Giroud (kein Tor) versiebte er dann in der KO-Runde etliche hochkarätige Chancen.

Zum besten Spieler des WM-Turniers wurde von der „technischen Studiengruppe“ der FIFA der Kroate Luka Modrić vor Eden Hazard (Belgien) und Antoine Griezmann (Frankreich) gewählt. Der belgische Torhüter Thibaut Courtois wurde von der FIFA zum besten Torhüter des Turniers und der französische Spieler Kylian Mbappé zum besten Nachwuchsspieler des Turniers bestimmt. Ich kann das durchaus mit unterschreiben.

Vielleicht als tragische Helden sind der Uruquayer Edinson Cavani, der Portugal mit seinen zwei Toren fast allein besiegte und dann verletzt mit ansehen musste, wie seine Mannschaft gegen Frankreich verlor – und der Torschützenkönig von der WM 2014, James Rodríguez, der ebenfalls wegen einer Verletzung nur sporadisch eingesetzt werden konnte. Sein Pass auf Falcao zum 2:0 gegen Polen (Endstand: 3:0) dürfte wohl zu den Sahnestückchen dieser WM gehören.

Und da war dann noch der Videobeweis, der zum ersten Mal bei einem großen Turnier eingesetzt wurde und manche falsche Schiedrichterentscheidung korrigierte.

Spielerisch wurde diese WM oft durch defensive Taktiken bestimmt, die manches Spiel nicht allzu attraktiv erscheinen ließen. Belgien war da eher die große Ausnahme. Deren schnelles Umschaltspiel durch Eden Hazard, Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku gehörte zu den sehenswerten Momenten dieser WM. Davon hätte ich mir mehr gewünscht.

Es hat nicht sollen sein

Als Argentinien gegen Nigeria in der 86. Minute mit 2:1 in Führung ging, da brauchten die Isländer nur das EINE Tor, um ins Achtelfinale einzuziehen. Aber – wie bei den Deutschen gegen Süd-Korea – es fiel in der 90. Minute ein Tor für den Gegner, hier: Kroatien. Und damit endeten die Träume von einem Weiterkommen für Island. Es hat eben nicht sein sollen.

    (c) FIFA

Wenigstens boten die Isländer all ihr Können auf, um bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ähnlich erfolgreich zu sein wie vor zwei Jahren bei der EM in Frankreich. Im Gegensatz zum deutschen Team sind die spielerischen Mittel der Isländer beschränkt, was durch Kampfgeist und mannschaftliche Geschlossenheit ausgeglichen wird.

Wie gesagt. Ähnlich erging es den Deutschen. Es fehlte ein Tor gegen Süd-Korea und der Einzug ins Achtelfinale (dann allerdings gegen Brasilien) wäre perfekt gewesen. Stattdessen ein pomadiges, ideenloses Gekicke und am Ende zwei Tore für den Gegner.

Manuel Neuer als 11. Feldspieler verliert den Ball - 0:2 für Süd-Korea
Manuel Neuer als 11. Feldspieler verliert den Ball – 0:2 für Süd-Korea

2014 erklomm das Ensemble von Joachim Löw die Weltbühne als harmonische Einheit. Tatendurstige junge Männer, die das beste Beispiel für Integration und Zusammenhalt abgaben. Ein Weltmeister ohne Weltstar, in der ein jeder unabhängig von Hautfarbe oder Religion seinen Anteil hatte. Und 2018?

Da waren die Stars, die über sich haben Filmchen drehen lassen, die Modelinien unterhalten und per Mobiltelefon ihre millionenfach besuchten Social Media-Accounts füttern. Viel Gerede um eine Mission Titelverteidigung. Aber die Ambitionen sind bloße Behauptung geblieben, und man kann dem Bundestrainer den Vorwurf nicht ersparen, dass er diese Wird-schon-klappen-Mentalität mit lässigem Schweben vorgelebt hat.

Diese WM hat sich für den DFB als einzige Fehleinschätzung erwiesen: Löw ist dem trügerischen Gefühl aufgesessen, er würde all die Einzelgeschichten, die seine Spieler ins Turnier schleppen, schon wieder zu einer guten Gesamtgeschichte zusammenfügen – einfach, weil’s immer so war. Einige Spieler kamen aus Verletzungspausen, andere waren in ihren Klubs keine Stammspieler oder hatten keine Form, wieder andere haben das Klima und sich selbst mit einem Erdoğan-Foto belastet – es war zu viel für dieses Team, dessen Selbstüberschätzung im dritten Spiel plötzlich in Angst, nur keine Fehler zu machen, umschlug.

Inzwischen sind drei Viertel aller Spiele absolviert und es geht so langsam ‚ans Eingemachte‘. Hier die Spiele der Achtelfinalrunde (in der Reihenfolge der Spiele):

    Frankreich – Argentinien
    Uruguay – Portugal
    Spanien – Russland
    Kroatien – Dänemark
    Brasilien – Mexiko
    Belgien – Japan
    Schweden – Schweiz
    Kolumbien – England

Es sind fast wieder nur die ‚üblig Verdächtigen‘, die sich für die Runde des letzten 16 qualifiziert haben. Neben Deutschland ist es eigentlich nur Polen, die schon früh ‚die Segel streichen‘ mussten. Zwar haben manche kleine Mannschaften die ‚Großen‘ geärgert, aber zum Weiterkommen hat es nur für die Japaner gereicht. Aus diesem Ensemble der besten Mannschaften haben sich bisher nur Kroatien und Belgien positiv hervorgetan. Besonders enttäuschend fand ich die Auftritte von Frankreich und Argentinien. Aber die Karten sind neu gemischt.

Heute ist ein Ruhetag (fast schon mehr für die Zuschauer als für die Spieler). Und: Die TV-Quoten dürften nach dem Ausscheiden der Deutschen bei uns beim weiteren Verlauf der WM wohl ziemlich in den Keller gehen.

Wenn die Kleinen die Großen ärgern

Wer ins Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft kommen will, muss zunächst sechs Spiele (davon drei vielleicht sogar mit Verlängerung) beschreiten, um dann im siebten Spiel nach der Krone (in diesem Fall nach dem Pokal) zu greifen. Das ist ein langer Weg – nach einer sowieso schon langen Saison. Also wird eine Mannschaft nicht schon gleich im ersten Spiel alle Energie hineinstecken wollen, um die nötigen Punkte einzuheimsen. So z.B. Brasilien gestern bei der WM in Russland gegen die Schweiz. Nachdem die Südamerikaner 1:0 führten und das Spiel (scheinbar) im Griff hatten, schalteten sie einen Gang zurück, zumal die Schweizer im Angriff eher harmlos wirkten. Eine Standardsituation änderte dann aber wieder alles: Nach einer Ecke glichen die Eidgenossen aus. Und so blieb es bis zum Spielende: 1:1.

    (c) FIFA

Ja, wenn die Kleinen die Großen ärgern. Schon zuvor taten sie die vermeidlichen Favoriten schwer: Uruguay schaffte gerade noch ein 1:0 gegen Ägypten, Frankreich erkrebste sich ein 2:1 gegen Australien. Argentinien kam ebenfalls nicht über ein 1:1 gegen Island hinaus. Und das deutsche Team verlor sogar gestern gegen Mexiko.

Das Unternehmen Titelverteidigung der deutschen Mannschaft ist so gehörig ins Stocken geraten. Jetzt müssen Punkte her gegen Schweden und Südkorea (aber die müssten sowieso geholt werden). Sollte den Deutschen das gleiche Schicksal ereilen wie vor vier Jahren, als der damals amtierende Weltmeister Spanien bereits in der Vorrunde ausschied?

Der Bessere soll gewinnen – und das war gestern Mexiko gegen eine desolat agierende Mannschaft aus Deutschland. Schon in den letzten Vorbereitungsspielen zeigte ‚die Mannschaft‘, wie weit sie vom angepeilten Weg entfernt ist. So wird das nichts.

Da freue ich mich für die Isländer. Selten hatte ich so feuchte Hände wie bei diesem Spiel gegen den immerhin noch amtierenden Vizeweltmeister Argentinien. Die erste Halbzeit mit dem 1:1 ging dann auch voll und ganz in Ordnung. Nur in der 2. Halbzeit, als Island sich nur noch als Bollwerk gegen die Südamerikaner stemmte (und nach dem verschossenen Elfer durch Messi auch noch das dazugehörge Glück hatte), hätte ich mehr Entlastungsangriffe erwartet. Aber am Ende reichte es dann ja doch: HUH!

Mich interessiert das Abschneiden Islands mehr als das der Deutschen. Island, das ja bereits bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren für Furore sorgte (Unentschieden gegen Portugal, Siege gegen Österreich und England), sind die klaren Außenseiter. Die Mannschaft definiert sich über eine starke Abwehr und durch das geschickte Ausnutzen von Standards (die Einwürfe sind jetzt schon berüchtigt). Wie sagt Alfred Finnbogason, Spieler des FC Augsburg und Schütze des isländigen Treffers: „Wir sind leicht zu analysieren, aber schwer zu schlagen!“.

Wenn die deutsche Mannschaft in den kommenden Spielen wieder zu ihrer alten Klasse zurückfindet, dann werde ich mich natürlich freuen. Mehr noch werde ich aber jubeln, wenn Island das Achtelfinale erreichen sollte (und dann vieleicht noch etwas mehr).

Ich gestehe aber auch schon: Nach bisher 11 von insgesamt 64 Spielen bei der WM 2018 ist bei mir schon ein gewisser Sättigungsgrad erreicht. Spiele wie Marokko – Iran schaue ich erst gar nicht (höchstens noch in der Zusammenfassung). Es sind einfach zu viele Teams dabei. Bedenkt man, dass bei der WM in acht Jahren bereits 48 Nationalmannschaften an der Endrunde teilnehmen sollen (16 Gruppen a drei Mannschaften), dann ist das Maß längst überschritten. Und dann kommt noch vom europäischen Fußballverband ab diesem Jahr die UEFA Nations League hinzu. Da dürfen sich die Fußballfans über noch mehr ‚Gegurke‘ freuen!

Das Tippen von Spielergebnissen erspare ich mir dieses Jahr. Natürlich wollt Ihr wissen, wer für mich der Favorit auf den WM-Titel ist. Irgendwie dachte ich an Frankreich. Nach dem bisher besten Spiel Portugal – Spanien (Endergebnis 3:3) meine ich, das Spanien wieder zum engeren Favoritenkreis gezählt werden muss.

Italian Apocalypse Now

Nein, ich will und kann mich nicht darüber lustig machen, dass Italien die Fußball-WM-Endrunde in Russland im nächsten Jahr verpasst hat. Natürlich konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, als im Vorfeld des Playoff-Rückspiels gegen Schweden der italienische Team-Manager Gabriele Oriali sagte, dass eine Weltmeisterschaft ohne den viermaligen Titelträger Italien unvorstellbar wäre. Verbandschef Carlo Tavecchio legte da verbal noch einen drauf: „Die Aussicht, dass wir uns nicht qualifizieren, würde einer Apokalypse ähneln.“

Apocalypse Now: Italien verpasst die WM 2018 in Russland

Nun die Fußball-Großmacht Italien hat erstmals seit 1958 eine WM-Endrunde verpasst und damit die von Verbandschef Carlo Tavecchio befürchtete Apokalypse im Land der viermaligen Weltmeisters perfekt gemacht. Nach der 0:1-Niederlage in Schweden spielten die Italiener nur 0:0 vor Mailänder Publikum und müssen nun den Schweden den Vorrang lassen. Carlo Tavecchio wandte sich schon mal vorsorglich an den Weltverband FIFA. Der Präsident sprach sich für einen „Traditions-Bonus“ für Top-Nationen aus: „Ich habe mit FIFA-Chef Gianni Infantino über das Qualifikationssystem geredet. Man kann nicht die vier WM-Titel Italiens unberücksichtigt lassen. Man kann nicht die Geschichte ignorieren“, sagte er.

Was ist dazu zu sagen? Es ist schon etwas lächerlich.

Zum Rückspiel vorgestern: Bereits in der neunten Minute forderten die Hausherren einen Elfmeter, als der Bremer Profi Ludwig Augustinsson im Strafraum Marco Parolo einen Schubser verpasste. Der spanische Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz ließ aber weiterspielen. Auf der anderen Seite verwehrte der Referee Schweden einen Strafstoß, nachdem Matteo Darmian den Ball mit der Hand touchiert hatte. Nach einer knappen halben Stunde lag der Referee falsch, als er ein Handspiel von Andrea Barzagli im italienischen Strafraum übersah. Obwohl die „Squadra Azzurra“ deutlich mehr vom Spiel hatte, so wirkte sie überhastet und oft ideenlos.

Für Italiens 39 Jahre alte Torwart-Legende Buffon, der seine sechste WM-Teilnahme verpasste, war das 175. Länderspiel auch sein letztes. Mit ihm beendeten einige weitere Weltmeister von 2006 ihre internationale Karriere sofort nach der Partie: Die Verteidiger Andrea Barzagli (36) und Giorgio Chiellini (33) sowie Mittelfeldspieler Daniele De Rossi (34) werden nicht mehr für Italien auflaufen.

Neben dem letztmaligen WM-Dritten Niederlande werden nun also auch die Italiener die WM im nächsten Jahr von den heimischen Stuben aus betrachten dürfen. Niederlande und Italien also nicht, dafür haben sich Panama und vor allem Island (Achtung Russland: Die Wikinger kommen), die bereits bei der Europameisterschaft im letzten Jahr für Furore gesorgt haben, für die WM 2018 qualifiziert. Für gute Stimmung auf den Rängen ist also gesorgt, da leider weder Wales, Nord-Irland noch Irland die Qualifikation schafften. Irland verlor nach dem 0:0 in Dänemark, was noch für Hoffnung sorgte, gestern zu Hause trotz einer frühen 1:0-Führung am Ende mit 1:5 gegen die Dänen. Wenn sein Stern bisher nur in der englischen Premier League zu glänzen verstand, so dürfte er vielleicht einer der neuen WM-Stars werden: Christian Eriksen, der allein drei der fünf Tore für Dänemark schoss und spätestens seit gestern Abend der neue Nationalheld Dänemarks ist.

Bis jetzt stehen 30 der insgesamt 32 Teilnehmer (von 210 Bewerbern) an der WM in Russland, die vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 mit insgesamt 64 Spielen stattfindet, fest. Heute Morgen ab 10 Uhr MEZ wird der 31. Qualifikant im Spiel Australien – Honduras (Hinspiel in Honduras 0:0) und in der Nacht zu Donnerstag (ab 3 Uhr 15 MEZ) der 32. Teilnehmer zwischen Peru und Neuseeland (Hinspiel ebenfalls 0:0) ermittelt.

Ergänzung: Australien gewinnt 3:1 gegen Honduras und ist der 31. Teilnehmer an der WM. Und im letzten Qualifikationsspiel gewinnt Peru 2:0 gegen Neuseeland.

Somit haben sich folgende Mannschaften für das WM-Turnier qualifiziert:

aus Europa:

Russland als Gastgeber
Frankreich
Portugal
Deutschland
Serbien
Polen
England
Spanien
Belgien
Island
Kroatien
Schweiz
Schweden
Dänemark

aus Nord- und Mittelamerika:

Mexiko
Costa Rica
Panama

aus Südamerika:

Brasilien
Uruguay
Argentinien
Kolumbien
Peru

aus Asien:

Iran
Südkorea
Japan
Saudi-Arabien
Australien

aus Afrika:

Nigeria
Ägypten
Tunesien
Marokko
Senegal

Die Ozeanische Zone stellt leider keine Ländermannschaft. Neuseeland ist als letzter Kandidat in den Interkontinentalen Play-offs an dem Fünftplatzierten aus Südamerika Peru gescheitert.

WM-Auslosung am 1. Dezember in Moskau

Nachdem alle 32 Qualifikanten feststehen, ist auch bekannt, welche Mannschaften sich in welche der vier Lostöpfe befinden. Die WM beginnt mit einer Gruppenphase. Dabei gibt es acht Gruppen mit jeweils vier Mannschaften, die gegeneinander spielen. Die deutsche Auswahl wird bei der Zeremonie am 1. Dezember im Moskauer Kreml im ersten Topf sein und somit in der Gruppenphase nicht auf andere Favoriten wie Brasilien, Argentinien oder Frankreich treffen können. Ein Vorrunden-Duell mit Spanien oder England, die in Topf zwei sind, ist hingegen möglich.

Die 32 Teams werden gemäß ihren Weltranglistenplatzierungen vom Oktober den vier Töpfen zugeteilt. In der WM-Vorrunde können nur maximal zwei Teams aus Europa in einer Gruppe aufeinandertreffen. Aus den anderen Konföderationen können die jeweiligen Teams nicht in eine Gruppe gelost werden. Eine mögliche Gruppenkonstellation wäre für Deutschland beispielsweise Spanien, Senegal und Japan. Eine leichtere Konstellation mit Peru, Iran und Panama ist auch möglich.

Die vier Töpfe

Topf 1
Russland (Gastgeber)
Deutschland
Brasilien
Portugal
Argentinien
Belgien
Polen
Frankreich

Topf 2
Spanien
Peru
Schweiz
England
Kolumbien
Mexiko
Uruguay
Kroatien

Topf 3
Dänemark
Island
Costa Rica
Schweden
Tunesien
Ägypten
Senegal
Iran

Topf 4
Serbien
Nigeria
Australien
Japan
Marokko
Panama
Südkorea
Saudi-Arabien

Achtung Russland: Die Wikinger kommen

Eigentlich sollte Fußball in diesen Tagen für einen echten Fan aus Deutschland wenig Spaß machen. Sowohl in der Champions League wie auch in der Europa League haben die deutschen Mannschaften bisher enttäuscht. Okay, die Nationalmannschaft hat sich locker für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert.

Freude kam für mich aber auf, als ich gesehen habe, wie die isländische Mannschaft für diese leider mehr als umstrittene Weltmeisterschaft im nächsten Jahr die Quaifikation erlangt hat.

Gylfi Sigurdsson (l) mit Birkir Bjarnason  | Bildquelle: picture alliance/ AP Photo/ Brynjar Gunnarson

Denn: Island ist erstmals bei einer WM-Endrunde dabei. Gegen den Kosovo ließen die Nordländer nichts mehr anbrennen. Damit setzt Islands Fußball-Nationalmannschaft ihr Fußballmärchen fort und hat sich zum ersten Mal für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Mit dem 2:0 (1:0) über Tabellenschlusslicht Kosovo sicherte sich das Team von Trainer Heimir Hallgrimsson am letzten Spieltag der Gruppe I den ersten Platz und das Ticket für die Endrunde im kommenden Jahr in Russland.


Sie haben es noch drauf: Isländer feiern die Qualifikation zur WM 2018

Der ehemalige Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson brachte die Gastgeber am Montag (09.10.2017) in der 40. Minute in Führung, Johann Gudmundsson traf zum Endstand (67.). Bereits im vergangenen Jahr hatte das 330.000-Einwohner-Land in Frankreich das EM-Debüt gefeiert und mit dem Achtelfinal-Sieg über das Fußball-Mutterland England überrascht. Erst im Viertelfinale war damals gegen den Gastgeber Endstation gewesen.

So darf ich also im nächsten Sommer wieder mein Island-T-Shirt herausholen. Dann heißt es auch für mich: Áfram Ísland! Und: Huuuh!

Bisher haben sich für die WM in Russland neben dem Gastgeber folgende Mannschaften qualifiziert, wobei es einige Überraschugnen gab. Die Niederlande verpasst nach der EM 2014 nun auch die WM. Ebenso Wales. Und auch Chile mit seiner ‚goldenen Generation‘ muss zu Hause bleiben. Dagegen schaffte es Argentinien dank der drei Tore von Messi gerade noch, das Ticket für Russland zu lösen.

aus Europa:

Russland als Gastgeber
Frankreich
Portugal
Deutschland
Serbien
Polen
England
Spanien
Belgien
Island

Vier Plätze sind noch frei und werden in einer Playoff-Runde unter den acht besten Zweitplatzierten der Gruppenphase ausgemacht:

Schweden
Schweiz
Nordirland
Irland
Dänemark
Italien
Griechenland
Kroatien

aus Nord- und Mittelamerika:

Mexiko
Costa Rica
Panama

Die USA sind draußen. Honduras muss noch in einem interkontinentalen Playoff gegen den Asien-Fünften Australien antreten.

aus Südamerika:

Brasilien
Uruguay
Argentinien
Kolumbien

Wie gesagt. Chile hat es nicht geschafft. Peru muss noch in einem interkontinentalen Playoff gegen den Ozeanien-Vertreter Neuseeland antreten.

aus Asien:

Iran
Südkorea
Japan
Saudi-Arabien

aus Afrika:

Nigeria
Ägypten

Drei Mannschaften stehen noch aus und werden erst im November ermittelt.

Und zwei Mannschaften finden über interkontinentale Playoffs noch den Weg nach Russland: Die Sieger aus Honduras gegen Australien und Peru gegen Neuseeland.

Das Mottenspiel

Was war eigentlich interessanter, der Angriff der Motten oder der der französischen Équipe? Wie befürchtet so war das Endspiel zwischen Portugal und dem Gastgeber Franklreich bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 nicht der eigentliche Höhepunkt, sondern eher eines der Spiele, die uns schon zuvor eher gelangweilt und daher nur wenig unterhalten haben. Wären da nicht die Motten, die die Spieler umschwirrten.

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Und wie fast gleichfalls befürchtet, so siegte am Ende der Außenseiter Portugal – und das ohne ihren Superstar Cristiano Ronaldo, der sich nach einem Zusammenprall mit Dimitri Payet am Knie so schwer verletzte, sodass er trotz der Bemühungen der medizinischen Abteilung der Portugiesen nicht weiterspielen konnte. Trotz oder gerade wegen seines Ausfalls gelang der Mannschaft in der Verlängerung das entscheidene Tor. Ronaldo fungierte da gewissermaßen als Ko-Trainer und latschte ungestraft auch durch die Coachingzone der Franzosen. Er genießt eben Narrenfreiheit.

Dimitri Payet bremst Cristiano Ronaldo aus: Euro 2016 Finale Portugal - Frankreich 1:0 n.V.

Wären da nicht die Mannschaften aus Island, Irland und Wales gewesen, diese EM würde man schnell vergessen. Die Aufstockung der Europameisterschaft von 16 auf 24 Mannschaften tut dem Ganzen nicht gut. Spielerisch brachte sie nur wenige Höhepunkte hervor. Und am Ende siegte die Mannschaft, die sich mehr oder weniger durchs Turnier mit wenig Aufwand durchgemogelt hatte. Übrigens wäre Portugal bei einem 16er-Feld bereits in der Gruppenphase ausgeschieden. So kam die Mannschaft als eine der vier besten Gruppendritten gerade noch in die KO-Runde. Und dann waren da ja noch die Motten

Wie wäre es mit Handball …

Aus und vorbei: Obwohl die deutsche Mannschaft im Halbfinale der Euro 2016 gegen Gastgeber Frankreich über weite Strecken das tonangebende Team war, verloren sie 0:2 durch krasse individuelle Fehler. Das Handspiel von Schweinsteiger in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit leitete die Niederlage ein. Schon Boateng bescherte im Viertelfinale durch ein Handspiel den Deutschen eine Verlängerung und ein unendliches Elfmeterschießen gegen Italien. Hätte man sich ersparen können. Vielleicht sollten Boateng und Schweisteiger in die Handballabteilung ihrer Vereine wechseln?!

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Ich weiß, in Deutschland gibt es mindestens 80 Millionen Fußballexperten, die es besser wissen als Löw & Co. Aber ich möchte doch anfragen, warum Thomas Müller, der bei der EM nicht ein Bein auf die Erde bekam, auch wieder gegen Frankreich auflaufen durfte. Müller ist ein ganz toller Spieler. Aber bei dieser EM war er nicht einmal ein Schatten seiner selbst. Ohne ihn hätte es für die deutsche Mannschaft nur besser laufen können.

Wer in einem KO-Spiel kein Tor schießt, kann nur eins: verlieren. Da nützen viele Chancen nichts. Wenn die Präsision fehlt, dann fallen keine Tore. Ähnlich erging es leider schon den Walisern gegen Portugal. Denen genügten drei Minuten, um zwei Tore zu schießen und damit ins Finale zu ziehen.

Das Endspiel lautet also Portugal gegen Gastgeber Frankreich. Wer interessiert sich eigentlich für das Spiel? Wären nicht Mannschaften wie Island und Wales und die Anhänger der irischen (und auch nordirischen) Mannschaft, dann wäre das eine tröge, spielerisch magere Europameisterschaft. Was für mich bleibt, das ist der Schlachtruf der Isländer. Der schallte gestern auch noch einmal durch Marseille – die Reverenz der Franzosen an unerschrockene Wikinger aus dem hohen Norden. Vielleicht sollten Mannschaften wie Island, Wales und Irland in Zukunft ein Abo auf die Europameisterschaft bekommen …

AusgeHUHt

Auch der schönste Traum endet einmal: Islands Fußballmannschaft verlor gestern Abend gegen den Gastgeber der Euro 2016, Frankreich, mit 5:2 im Viertelfinale und darf nun den Heimweg antreten. Aber es war ein großartiges Turnier, das die Isländer gespielt und womit sie Europas Fußballherzen im Sturm erobert haben. Die Huh-Rufe der Fans werden wir vermissen.

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Frankreich trifft nun am Donnerstag auf die deutsche Mannschaft, die am Samstagabend zwar ihr Italien-Trauma loswurde (in großen Turnieren verloren sie alle bisherigen vier Spiele gegen die Italiener – zuletzt bei der Euro 2012 im Halbfinale in Warschau mit 1:2), dafür haben sie jetzt aber ein Elfmeter- und ein Verletzten-Trauma. Was da beim entscheidenden Elfmeterschießen in Bordeaux abging, war eher 3. Kreisklasse: Thomas Müller, der schon während des Spiels enttäuschte, mit einem Kullerbällchen, Schweinsteiger mit einem Schuss in die Wolken (Uli Hoeneß lässt grüßen von der EM 1976) – und, zwar kraftvoll geschossen, nur gegen den Pfosten getroffen: Mesut Özil. Das Deutschland weiterkam ist dem gleichfalls großartigen Versagen einiger italienischer Fußballspieler zu verdanken, allen voran Simone Zaza, der extra fürs Elfmeterschießen eingewechselt wurde: Mit seinen Trippelschrittchen kann er sich fürs Ballett bewerben, aber keinen Elfer schießen. Vielleicht sollten all die Herren einmal Ben Lyttletons Buch Elf Meter – Die Kunst des perfekten Strafstoßes lesen.

Euro 2016: Viertelfinale Deutschland-Italien 7:6 – Thomas Müller vergeigt einen Elfer

Neben der Gelbsperre für Hummels fallen durch Verletzung Gomez und Khedira für das Halbfinale gegen Frankreich aus. Schweinsteiger ist lädiert. Keine allzu guten Voraussetzungen für das deutsche Team. Für mich sind die Franzosen Favorit. Im ersten Halbfinale am Mittwoch zwischen Portugal und Wales treffen zwei Superstars von Real Madrid aufeinander: Cristiano Ronaldo und Gareth Bale. Wem meine Sympathie gehört, brauche ich wohl nicht zu sagen: Bale und seinen Waliser! Was die Isländer nicht geschafft haben, das Finale anzusteuern, sollte Wales vielleicht gelingen: Wie Island so wurde auch Wales als großer Außenseiter gehandelt. Aber beide Mannschaften überzeugten durch mannschaftliche Geschlossenheit, wobei die Waliser auch spielerisch (z.B. beim 3:1-Sieg gegen den Favoriten Belgien) überzeugen konnten. Ymlaen Cymru! Vorwärts Wales!

Worte zum Wochenende (26. KW 2016)

Die Euro 2016 in Frankreich geht in ihre letzte, allerdings entscheidende Phase. Gestern mit dem Sieg im Elfmeterschießen der Portugiesen gegen Polen begann das Viertelfinale. Es kommen jetzt nur noch schlappe sechs Spiele (45 liegen schon hinter uns). Nach Wales-Belgien heute Abend (wird der sportliche Brexit nun endgültig vollzogen?), folgt morgen das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Italien. Und am Sonntag empfängt dann der Gastgeber Frankreich die Huh-huh-uh-Truppe aus Ísland. Meine Daumen sind schon blau angelaufen vom vielen Däumchendrücken (hat ja aber doch was genützt, oder liebe Isländer?).

Ist Euch eigentlich schon aufgefallen, dass Portugal, die sich bis unter die letzten vier Mannschaften geschlichen haben, in keinem ihrer bisherigen Spiele nach 90 Minuten gesiegt hätte? Drei Unentschieden in der Gruppenphase, ein 1:0 erst in der Verlängerung gegen Kroatien und jetzt der Sieg nur durch Elfmeterschießen! Cristiano Ronaldo, der Minimalist!

Worte zum Wochenende (26. KW 2016 – WilliZBlog)

Und: Die isländischen Trikots (die blauen Heim-Trikots) sind inzwischen ausverkauft (nur die weißen Auswärts-Trikots sind wohl noch zu haben). Der italienische Sportartikelhersteller, der die isländische Mannschaft ausstattet, dürfte sich die Hände reiben, während die deutschen Trikots bisher noch nicht die gewünschte Käuferschar gefunden haben. Also muss der Europameistertitel her, sonst geht Adidas noch pleite?! Übrigens: Ich sitze hier mit einem himmelblau-farbenen Island-T-Shirt. Die gibt es noch. Kam gestern mit der Post (Foto folgt). Hoffe, es über den Sonntag hinaus tragen zu dürfen.

Ja, das Wochenende steht wieder vor der Tür. Und bei mir winkt auch schon mein Sommerurlaub. Guckt man auf die Wetterkarte, dann werden einem nicht nur vom Weinen die Augen feucht. Es ist zum Heulen, was uns da die nächsten zwei Wochen prognostiziert wird. Abends kann ich mich ja noch mit Fußball trösten (wirklich trösten wohl nicht, es sei denn, statt des taktischen Geplänkels gibt’s endlich Fußball, richtigen Fußball), aber sonst?

siehe auch:
Worte zum Wochenende (20. KW 2016)
Worte zum Wochenende (23. KW 2016)
Worte zum Wochenende (25. KW 2016)

Englands Abschied von Europa

Es ist schon traurig, was Englands Obere zu bieten haben. David Cameron wirft hin. Und Roy Hodgson auch. Nach dem Brexit jetzt das Aus der englischen Nationalmannschaft bei der Euro 2016 in Frankreich. Der eine, Cameron, Noch-Premierminister von Großbritannien, dürfte von Londons früherer Ex-Bürgermeister Boris Johnson, der sich an die Spitze der Brexit-Kampagne gestellt hatte, beerbt werden. Noch so ein schräger blonder Wirrkopf! Der andere, Hodgson, hat als Trainer ausgedient. Da ging so einiges gehörig schief im ‚Vereinigten Königreich‘ in diesen Tagen.

Islands Fan – Achtelfinale Euro 2016: England – Island 1:2

Ísland hat sein erstes KO-Spiel bei einem großen Fußball-Turnier überstanden und die Engländer nach einem 2:1-Sieg und aufopferungsvollem Kampf besiegt. Wenig beeindruckt vom Rückstand durch einen von Wayne Rooney verwandelten Foulelfmeter (4.) drehte Island das Spiel innerhalb von zwölf Minuten. Zunächst traf der ehemalige Hoffenheimer Gylfi Sigurðsson nach einem längst bekannten Einwurf-Trick (6.), dann sah Englands Torhüter Joe Hart beim Schuss von Kolbeinn Sigþórsson schlecht aus (18.). Je länger das Spiel dauerte, desto entnervter wurden die Engländer: Sie hatten die meiste Zeit den Ball, aber sie wussten damit nichts anzufangen – auch Rooney nicht. Die Isländer rannten und kämpften die Lücken zu, sie warfen sich in jeden Ball. Und sie erzwangen ihr Glück.

Ich gestehe, mich selten so für eine Mannschaft gefreut zu haben. Es heißt weiterhin: Áfram Ísland! Und jetzt gegen den Gastgeber Frankreich am Sonntag um 21 Uhr. Wer weiß, was noch alles möglich ist?

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Abgesehen von Island glaube ich nun doch fast, dass Deutschland Europameister werden könnte. Okay, die Belgier haben gegen Ungarn beim 4:0-Sieg ganz ordentlich gespielt. Der gestrige 2:0-Sieg der Italiener gegen den noch amtierenden Europameister Spanien geht in Ordnung, denn besonders in der 1. Halbzeit agierten die Spanier wie unter Einwirkung von Schlafmitteln. In der 2. Halbzeit war dann die Altherrentruppe Italiens wie ausgelaugt, hatte aber auch da noch die besseren Torchancen. Außerdem hat das deutsche Team gegen die Italiener (beide treffen am Samstag im Viertelfinale aufeinander) eine Rechnung von der letzten EM offen, als Italien im Halbfinale die Deutschen 2:1 schlug. Deutschlands 3:0-Sieg gegen die Slowakei hätte gut und gern auch höher ausfallen können. Und die anderen Teams mühten sich mehr recht als schlecht durchs Achtelfinale: Polen erst im Elfmeterschießen, Portugal in der Verlängerung, Wales und Frankreich mit knappen Siegen. Nach zwei Ruhetagen geht es dann am Donnerstag mit den Viertelfinalspielen weiter. Und natürlich drücke ich da besonders den Isländern wieder die Daumen!

Worte zum Wochenende (25. KW 2016)

Oh je, müssen jetzt die Fußball-Teams aus England und Wales die Heimreise antreten, weil ihr Wahlvolk für Brexit, also dem Austritt aus der EU gestimmt hat (Nordirland dürfte bleiben, dort war man mehrheitlich für den Verbleib)? Keine EU, keine EM? 😉

Worte zum Wochenende (25. KW 2016 – WilliZBlog)

So richtig glauben mag man es noch nicht, dass bei einer Wahlbeteiligung von immerhin 72,2 % 17,41 Millionen Briten (51,9 %) für Brexit und ‚nur‘16,14 Millionen Briten (48,1 %) für den Verbleib gestimmt haben.

    EU-Referendum Brexit – Ergebnis nach ‚Nationen‘

Neben den Nordiren sind es vor allem die Schotten, die weiterhin in der EU bleiben möchten. Die hätten vor zwei Jahren wohl doch besser für ihre Unabhängigkeit stimmen sollen: (Leave won by 52% to 48% with England and Wales voting strongly for Brexit, while London, Scotland and Northern Ireland backed staying in the EU). Was nicht ist, kann aber doch noch werden.

Natürlich ist der Brexit Top-Thema des heutigen Tages. Stellvertretend möchte ich einen Kommentar auf der Facebookseite der Scottish National Party (SNP) hier aufführen: Hope you are accepting immigrants from Wales when you get independence.

    EU-Referendum Brexit – ‚lokale‘ Ergebnisse

Apropos Fußball und EM: Morgen geht’s (endlich) wieder weiter mit den Achtelfinalspielen. Ab da gilt das KO-System. Wie gestern erwähnt so teilt sich die KO-Phase in zwei Stränge, wobei sich die Favoriten schon vor dem Finale eliminieren werden: Spanien, Italien, England, Frankreich und Deutschland werden sich schon vor dem Finale begegnen und gegenseitig ausschalten. Im zweiten ‚Strang‘ befinden sich die vermeintlichen Außenseiter wie die Schweiz, Polen, Kroatien, Portugal oder Belgien. Hätte das deutsche Team gegen Nordirland 1:1 gespielt statt mit 1:0 zu siegen, dann wären sie ‚nur‘ Gruppenzweiter geworden und hätten es mit den (ich wiederhole es: vermeintlich) leichteren Gegnern zu tun. Ein Eigentor kurz vor Ende des Spiels wäre doch machbar gewesen, oder? 😉 Und statt der Slowakei wäre die Schweiz am Wochenende Gegner des deutschen Teams. Ziemlich absurd das Ganze (weil aber eben auch Mannschaften wie England und Spanien ‚nur‘ Zweite in ihren Gruppen wurden).

Worte zum Wochenende (20. KW 2016)
Worte zum Wochenende (23. KW 2016)