Kategorie-Archiv: Fußball: Welt- und Europameisterschaften

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006/2010 & Europameisterschaft 2008

Die schwachen Nerven der Jungstars

Nun gut, Italien ist Fußball-Europameister der Männer. Ich hatte auf Spanien als Endspielteilnehmer getippt. Aber wenn man als besseres Team hochkarätige Torchancen liegen lässt, dann darf sich keiner der Spieler wundern, wenn die Mannschaft am Ende beim Elfmeterschießen ausscheidet (so geschehen im Halbfinale eben gegen Italien). Und England schaffte es ins Finale dank eines sehr umstrittenen Elfmeters in der Verlängerung gegen Dänemark. Okay, die Engländer waren die Besseren.

UEFA Euro 2020
UEFA Euro 2020

Wie gesehen, gingen die Engländer bereits in der 2. Minute im Endspiel in Führung. Beim Spiel daheim (oder dahoam, wie der Bayern-Fan sagt) bestimmten sie die erste Halbzeit, während die Italiener sichtlich ins Schwimmen gerieten. Die englischen Spieler waren offensichtlich wild entschlossen, endlich nach 1966 wieder einen Titel in ihr Land zu holen.

Die 2. Halbzeit wurde dann allerdings von den Italienern bestimmt, die aus einem Gewühl heraus den Ausgleich schossen. Scheinbar wollten die Engländer (wie schon in der Gruppenphase gegen Kroatien und Tschechien) den zuvor knappen Vorsprung ins Ziel retten. Aber Pustekuchen!

Es gab bei dieser EM bessere Spiele als dieses (z.B. Frankreich-Schweiz und Kroatien-Spanien im Achtelfinale). In der Verlängerung wollten sich die Mannschaften gegenseitig nicht mehr wirklich weh tun. Und so kam es, wie es kommen musste: Elfmeterschießen.

Der englische Trainer Gareth Southgate, der als Spieler bei der EM 1996 an gleicher Stelle (allerdings dem alten Wembley-Station) sein Elfmeter-Trauma erlebte und mit seinem Elfer am deutschen Torwart Andreas Köpke scheiterte, schickte in der letzten regulären Spielminute der Verlängerung zwei junge Spieler aufs Feld. Ohne Zweifel sollten diese fürs Elfmeterschießen dienen, da er beide für sichere Elfmeterschützen hielt. Leider war das – sorry – ein Griff ins Klo: Die beiden Jungstars Marcus Rashford (23) und Jadon Sancho (21) verschossen ihre Elfer. Rashford überlegte zunächst zu lange, holte nochmals Anlauf, trippelte in kleinen Schrittchen auf den Ball zu, um diesen dann kunstvoll … an den Pfosten zu setzen. Jadon Sancho machte es nicht viel besser: die italienische Torwart, Gianluigi Donnarumma, hatte keine großen Schwierigkeiten, den Ball zu halten.

Rashford (ENG) trippelt vor dem Elfmeterschuss
Rashford (ENG) trippelt vor dem Elfmeterschuss

Nachdem allerdings Jorginho für Italien seinen Elfmeter verschoss (d.h. Torwart Jordan Pickford wehrte den Ball ab), hätte Bukayo Saka (19) als vorerst letzter der jeweils fünf Schützen doch noch für England ausgleichen können. Wieso Southgate den Youngster als letzten Spieler aufgeboten hatte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Während ich Rashford und Sancho keine Träne nachweine, so tut mir Saka wirklich Leid. Sein Schuss war unplatziert. Der Torwart hatte keine Mühe. Italien war damit Europameister.

Cristiano Ronaldo, Kevin De Bruyne, Kylian Mbappé
und Robert Lewandowskidie wohl besten Spieler in Europa – mussten schon früh ungekrönt von der EURO 2020 abreisen. Okay, Ronaldo hat es mit seinen fünf Treffern und einem Assist zum TopScorer (vor dem Tschechen Patrik Schick mit ebenfalls 5 Treffern) geschafft. Mehr als das Achtelfinale war für ihn und der portugiesischen Mannschaft nicht drin. Bei dieser EM war eindeutig mannschaftliche Geschlossenheit gefragt. Von daher geht der Sieg der Italiener in Ordnung.

Nach der Europameisterschaft ist vor der (weiteren) Qualifikation zur unseligen Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Katar. Anfang September geht es auf europäischer Ebene damit weiter. Für Deutschland bekanntlich mit einem neuen Bundestrainer: Hansi Flick! Schlimmer sollte es nicht mehr werden.



Da waren’s nur noch vier

Die Viertelfinalspiele bei der Fußball-EM der Männer liegen hinter den Spielern. Und wie schon fürs Achtelfinale so liegt meine ‚Trefferquote‘ (meine Tipps: wer kommt weiter) bei 75 %. Belgien hatte ich mehr zugetraut. Italien hat das dann ganz souverän durchgespielt. Spanien, nun ja, wieder ein eher uninspiriertes Ballgeschiebe. Aber man spielt bekanntlich nur so gut, wie es der Gegner (hier die Schweiz) zulässt. Beim abschließendem Elfmeterschießen verließen den Schweizern leider die Nerven. Dänemark bleibt auf ihrer ‚Wir-spielen-auch-für-Eriksen‘-Tournee weiter im Rennen. Und England hatte es mit der Ukraine wohl mit dem eher leichtesten Gegner zu tun (nochmals: wie dumm für Deutschland).

UEFA Euro 2020
UEFA Euro 2020

Da waren’s also nur noch vier (frei noch dem politisch unkorrekten Kinderlied):

Halbfinale
Italien – Spanien (Dienstag, den 06.07.2021)
England – Dänemark (Mittwoch, den 07.07.2021)

Der Check der vier Halbfinalisten durch sportschau.de hilft bei der Frage, wer erreicht das Endspiel am kommenden Sonntag, auch nicht viel weiter. Wage ich trotzdem eine Prognose:

Siehe ich davon ab, dass das Viertelfinalspiel Belgien – Italien schon als vorweggenommenes Endspiel hätte gelten können, so ist es jetzt vielleicht das Spiel Italien – Spanien. Italien, seit einer gefühlten Ewigkeit ungeschlagen, hat auch bei dieser EM (sieht man vom Spiel gegen Österreich ab) durch ungewohnt offensiven Fußball überzeugen können. Und die Abwehr ist stark wie eh und je. Spanien, da weiß ich nicht: das nach wie vor praktizierte Tiki-Taka, das Kurzpassspiel ohne Ende, bringt nur dann Erfolg, wenn es mit Überraschungsmomenten unterfüttert ist. Und die Abwehr der Spanier erscheint mir auch nicht allzu sattelfest zu sein (das Eigentor gegen Kroatien war eine Blamage ohne Gleichen). So richtig weiß ich nicht, wen ich als Sieger sehen soll. Es liegt viel an der Tagesform der Mannschaften, an Geistesblitzen einzelner Spieler – und etwas Glück gehört auch dazu. Ich wage es: Da jede Serie einmal reißt, so reißt auch die Serie der Italiener von 32 Spielen ohne Niederlage. Spanien könnte ins Endspiel einziehen.

Nun das zweite Halbfinale ist das eher unbedeutendere. Aber auch da fällt es mir nicht leicht, einen Favoriten zu benennen. Okay, England hat in jetzt fünf Spielen nicht ein Gegentor hinnehmen müssen. Und trotzdem halte ich den englischen Torwart (Pickford) nicht gerade für den besten. Dänemarks Torwart Schmeichel ist allerdings auch fehleranfällig. Ansonsten halte ich die Abwehr beider Mannschaften für gleichwertig. Und im Angriff gleichen sich England und Dänemark auch sehr. Viel kommt über die linke Seite mit präzisen Flanken (bei England mit Sherling, bei den Dänen mit Joakim Mæhle, dem Duracell-Häschen), die dann z.B. von Kane bei den Engländern oder Dolberg (Dänemark) verarbeitet werden. Ich tippe zwar auf England, fürchte aber, dass Dänemark genauso gut ins Endspiel einziehen könnte.

Also nochmals mein Tipp fürs Endspiel:
Spanien – England

Eigentore durch Torwarte: Slowakei - Spanien
Eigentore durch Torwarte: Slowakei – Spanien

Apropos Eigentor der Spanier gegen Kroatien: So etwas selten Doofes habe ich eigentlich noch nicht gesehen. Besonders schön war aber das Eigentor des slowakischen Torwarts Martin Dubravka, der in Volleyballmanier den Ball über die Latte boxen wollte, diesen dann aber im eigenen Tor unterbrachte. Und auch Spanien musste im Viertelfinale die Hilfe eines Schweizers (Denis Zakaria) in Anspruch nehmen. In Anlehnung an Loriots Lametta-Dilemma: Früher war weniger Eigentor, oder?



Das Spiel ist aus, sie fahrn nach Haus …

… rabimmel, rabammel, rabumm. Ja, es hat rabumm gemacht. Und raus sind sie, die Deutschen. Aber auch die Holländer, die Portugiesen, die Schweden und … – kaum zu glauben – auch die Franzosen.

Sechs der acht Partien im Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft der Männer habe ich richtig getippt (nicht vom Ergebnis her, sondern: wer siegt): Natürlich habe ich den Sieg der Tschechen gegen die Niederlande und den der Schweiz gegen den noch amtierenden Weltmeister Frankreich falsch getippt. Mit den Siegen der Engländer und der Ukraine lag ich allerdings richtig.

UEFA Euro 2020
UEFA Euro 2020

Die so genannte Todesgruppe (neben Weltmeister Frankreich, den noch amtierenden Europameister Portugal auch noch Ungarn und das deutsche Team), also die angeblich schwerste Gruppe bei dieser EM, hat ihrem Namen alle Ehre gemacht. Alle Gruppenteilnehmer sind jetzt schon ‚des Todes‘, also ausgeschieden. Dagegen sind unter den letzten acht Mannschaften mit den Tschechen, der Schweiz und der Ukraine noch drei jeweils Drittplatzierte aus der Hauptrunde (Gruppenphase) dabei. Da sage noch einer etwas gegen das Reglement (vor fünf Jahren wurde bekanntlich Portugal Europameister, obwohl sie auch da bereits nur als einer der auf Platz drei Platzierten weiterkamen).

Wie die Schweiz auch gegen Spanien spielen wird: Als Gewinner gegen den Weltmeister haben sie jetzt schon mehr erreicht als je zuvor bei einem Turnier. Haris Seferović ist der Held, der die Franzosen fast im Alleingang besiegte. Und bei Tschechien ist es Patrik Schick, Stürmer beim Bundesligisten Bayer Leverkusen, der seine Mannschaft bis ins Viertelfinale brachte. Da ist u.a. auch der junge Spanier Pedri, der ganze Abwehrreihen durchpflückt.

Cristiano Ronaldo hat es zwar in vier Spielen auf fünf Tore gebracht, aber am Ende wird keiner mehr ein Wort über ihn verlieren, genauso wenig wie über Kylian Mbappé, der wohl die größte Enttäuschung diese EM ist. Und damit wären wir bei den Deutschen. Gegen England sehe ich diesen winkenden, ständig redenden Thomas Müller, der sich besser auf sein eigenes Spiel hätte konzentrieren sollen. Und bei der wohl größten Torchance den Treffer hätte machen müssen. Okay, Mats Hummels zeigte neben Schatten- (Eigentor gegen Frankreich) auch Sonnenseiten. Besonders der Angriff erwies sich als schwach: Timo Werner, Serge Gnabry und Leroy Sané spielten unter aller Sau. Und Joshua Kimmich konnte auch kaum an seine gewohnte Leistung anknüpfen.

Gegen England war Joachim Löws letztes Spiel als Bundestrainer. Ist auch besser so … Sage nicht nur ich, sagen eigentlich alle, die sich in den Medien zu äußern haben. Gespannt bin ich auf einen nun endlich beginnenden Neuanfang der deutschen Nationalmannschaft. Am 2. September geht es mit der Qualifikation zur unseligen WM 2022 weiter. Da spielt Deutschland nun wirklich in keiner ‚Todesgruppe‘ und steht trotzdem zz. nur auf Platz drei.

Fußball-EM in Corona-Zeiten: Da ist eigentlich längst alles gesagt und geschrieben. Hunderte infizierte Finnen, die mit Corona im Gepäck aus St. Petersburg zurückkamen und mindestens 1900 Schotten, die sich während der EM, vor allem aber beim Vorrundenspiel gegen England in Wembley, mit dem Virus infizierten. Und zu den Finalspielen sollen noch mehr Zuschauer kommen dürfen: Ohne Maske und ohne nötigen Abstand. Super! Die UEFA schiebt nun alles auf die lokalen Behörden. Diese sagen, dass die ganze Nummer Teil eines Forschungsprogrammes sei. Anstecken im Namen der Wissenschaft. Fußball verbindet 🙁

Die kroatische Nationalmannschaft trug bei ihren Spielen während der EURO ein Miniatur-Wappen auf den Trikots, das der faschistischen Ustascha-Bewegung zuzuordnen ist. Etwas ist anders beim Schachbrettmuster im Wappenlogo auf den kroatischen Trikots. Im Originalwappen beginnt es oben links mit der Farbe Rot. Fängt das Schachbrett aber mit Weiß an – wie nun bei der kroatischen Mannschaft aufgetaucht – handelt es sich um das Wappen der faschistischen Ustascha-Bewegung, die im Zweiten Weltkrieg mit Nazi-Deutschland kooperierte und in den Jugoslawien-Kriegen der 1990er Jahre wieder aufflammte. Gemerkt hat es angeblich niemand. Fragt doch mal einen Bayern, ob die Flagge Bayerns weiß-blau oder blau-weiß ist. Der wird es auf jeden Fall wissen.

Heute geht es also mit den ersten zwei Spielen im Viertelfinale weiter. Hier meine unerheblichen Tipps:

Schweiz – Spanien – trotz alledem sollte Spanien gewinnen
Belgien – Italien – spielt de Bruyne, dann sollte es für Belgien reichen
Tschechien – DänemarkDänemarks ‚Wir-spielen-auch-für-Eriksen‘-Tournee geht weiter
Ukraine – England – wie dumm für Deutschland: England sollte es packen

Übrigens: Das Spiel ist aus, sie fahrn nach Haus. Wer kennt nicht das Kinderlied, das beim herbstlichen Laternenumzug gesungen wird: Ich geh mit meiner Laterne – und daraus den Vers ‚Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus‘. Ich mag diese Lieder mit pentatonischer Tonleiter, also einer Tonleiter, die nur aus fünf Tönen besteht. Die Pentatonik ist gewissermaßen die Mutter unserer Musik. Das Laternenlied steht übrigens in G-Dur:

'Das Spiel ist aus ...' - G-Dur (Pentatonische Tonleiter)
‚Das Spiel ist aus …‘ – G-Dur (Pentatonische Tonleiter)



Zwischen Himmelszelt und Höllenfeld

Die Hauptrunde mit der Gruppenphase ist bei der Europameisterschaft 2020 der Fußballherren abgeschlossen. Die ersten acht der 24 Mannschaften haben den Heimweg angetreten (u.a. Türkei, Russland, Polen und Schottland). Die üblich Verdächtigen (Italien, die Niederlande, Belgien, Frankreich, England, Spanien, Portugal und auch Deutschland) haben den Weg ins Achtelfinale geschafft. Besonders bei den Deutschen war es eine schwere Geburt (ein Tor weniger gegen Ungarn beim müden 2:2 in München und auch Deutschland hätte gleich im Lande bleiben dürfen). Wirklich mit Ruhm hat sich bisher keine Mannschaft bekleckert. Gerade Italien (wow, die können nicht nur Catenaccio, nein, die können dank Trainer Roberto Mancini auch richtig Angriffsfußball), dann Belgien und ansatzweise die Niederlande haben gehalten, was sie versprachen. Enttäuschend für mich Frankreich (Ergebnisverwaltung reicht nicht), der noch amtierende Europameister Portugal (ein Ronaldo macht noch keinen Fußballsommer) und Spanien (ideenloses Hin- und Hergeschiebe des Balles). Habe ich eine Mannschaft vergessen? Natürlich die deutsche … Die spielt so, wie es der Gegner zulässt. Wenn es nicht läuft, fehlt meist ein Plan B.

UEFA Euro 2020
UEFA Euro 2020

Die Meisterschaft der vielen Eigentore

Bei keiner Meisterschaft habe ich so viele Eigentore gesehen wie bei dieser EM. Und wenn ich mich nicht täusche, so leitete ein Eigentor auch immer eine Niederlage ein (nicht nur bei Hummels Schienbeintreffer ins eigene Tor gegen Frankreich).So gesehen beim Eröffnungsspiel Italien – Türkei. Die Türken hielten lange dem gegnerischen Druck stand, bis das Eigentor fiel. Endstand: 3:0. Oder Deutschland – Portugal. Die Führung der Portugiesen wurde gleich durch zwei Eigentore hinfällig. Endstand 4:2 für Deutschland. Auch Finnland hielt lange ein 0:0 gegen Belgien – bis Torwart Lukáš Hrádecký (gesprochen wie der bekannte Marsch) den Ball ins eigene Tor verfrachtete. Noch krasser das Torwart-Slapstick-Eigentor von Martin Dubravka im Dienste der Slowakei. Ollie (nicht Kahn, sondern Oliver Hardy, der von Dick und Doof) hätte es nicht besser machen können. Es leitete die 0:5-Niederlage gegen Spanien ein (die endlich einige Ideen in ihr Tiki-Takaspiel brachten).

Da größte Eigentor schoss aber die UEFA, der europäische Fußballverband, selbst. Das Münchner Stadion sollte beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch in Regenbogen-Farben beleuchtet werden. Die UEFA lehnte einen Antrag des Münchner Stadtrats ab. Ein Kniefall vor Ungarns Viktor Urban. Der Witz: Der Verband hüllt sich plötzlich selbst in Regenbogenfarben.

Happy End für Dänemark

Wenn das Spiel der Deutschen gegen Ungarn auch nicht gerade ein Leckerbissen war, so war es doch spannend bis zum Schluss, weil sich auch Frankreich im letzten Gruppenspiel gegen Portugal schwer tat. Da führten die Portugiesen plötzlich, während die Deutschen zurücklagen (und damit ausgeschieden wären). Am Ende reichte es für Deutschland sogar noch zu einen 2. Platz. Und der 1. Platz wäre möglich gewesen, wenn Leroy Sané in der Nachspielzeit den möglichen Siegtreffer nicht fahrlässig vergeben hätte.

Nicht weniger spannend war aber das letzte Gruppenspiel der Dänen gegen Russland. Ein Spiel zwischen Himmel und Hölle (Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübtGoethe). Die Dänen brauchten die Schützenhilfe der Belgier gegen Finnland und selbst einen Sieg. Auch hier dauerte es bis zur Schlussphase der beiden Spiele, bis es die Dänen – zuvor sicherlich nicht erwartet – schafften: Trotz schmählicher drei Punkte stehen auch die Dänen im Achtelfinale. Und Christian Eriksen, der im ersten Spiel der Dänen gegen Finnland einen Herzstillstand erlitt, wurde inzwischen erfolgreich operiert (er bekam einen Defibrillator (kurz: Defi – eine Art Herzschrittmacher) implantiert und hat das Krankenhaus verlassen. Doch bei Inter Mailand darf er nicht mehr spielen; Italiens Sportkardiologen erlauben das nicht; es sei zu heikel. Eriksen ist allerdings nicht der erste Hochleistungssportler, der mit einem Defi ausgestattet ist. Auch der niederländische Nationalspieler Daley Blind hat ein solches Gerät. Ebenso die deutsche Stabhochspringerin Katharina Bauer.

Das Achtelfinale
Tag Uhrzeit Spiel Spielort TV
26.06. 18.00 Wales
Dänemark
Amsterdam ARD
26.06. 21.00 Italien
Österreich
London ZDF
27.06. 18.00 Niederlande
Tschechien
Budapest ARD
27.06. 21.00 Belgien
Portugal
Sevilla ARD
28.06. 18.00 Kroatien
Spanien
Kopenhagen ZDF
28.06. 21.00 Frankreich
Schweiz
Bukarest ZDF
29.06. 18.00 England
Deutschland
London ARD
29.06. 21.00 Schweden
Ukraine
Glasgow ARD

Brotlose Kunst, ein Herzstillstand und Hummels Schienbein

Und da ist ja nun auch noch die Fußball-Europameisterschaft der Herren, mit 2020 datiert, also durch das Coronavirus um ein Jahr verspätet. Der erste Spieltag der Vorrunde ist absolviert und …, ja und? Die Jungs geben sich reichlich Mühe (stünde das so in ihren Zeugnissen, da wäre das allerdings kein Lob), aber es ist viel brotlose Kunst zu sehen, so z.B. von den Spaniern, die sich an der ’schwedischen Mauer‘ die Zähne ausbissen. Catenaccio ist nichts dagegen.

UEFA Euro 2020
UEFA Euro 2020

Und da war das Spiel der Dänen gegen Finnland. Die 43. Minute: Christian Eriksen, zuvor als Spielmacher bei Inter Mailand italienischer Meister geworden (nach neun Jahren Juventus) kam ins Taumeln und lag plötzlich auf dem Boden. Ohne Fremdeinwirkung! Ein Kollaps, sogar ein Herzstillstand! Eriksen musste wiederbelebt werden. Den Zuschauern stockte der Atem. Inzwischen geht es ihm wieder gut. Aber die Kardiologen rätseln immer noch über sein Kollabieren auf dem Rasen. Alles Gute weiterhin! Es gibt Wichtigeres als Fußball!

Euro 2020: Eriksens Mitspieler schirmen den kollabierten Spieler ab
Euro 2020: Eriksens Mitspieler schirmen den kollabierten Spieler ab

Ach, Herr Marko Arnautovic (Bremer Fans noch bestens bekannt) zeigte sich auch auf dem Platz, schoss sogar ein Tor – und flippte anschließend aus, dass sogar Alaba ihm das Maul stopfen musste. Inzwischen hat es sich für scheinbar unangebrachte verbale Entgleisungen entschuldigt. Aber das kennen wir ja noch aus alten Bremer Zeiten. Des Geschreies Lohn: ein Spiel Sperre!

Okay, die Niederländer haben ganz ordentlich gespielt, wenn es dann am Ende knapp wurde. Cristiano Ronaldo hat seine EM-Tore 10 und 11 geschossen (ist damit alleiniger ewiger Torschützenkönig der Euro).

Und war da noch etwas? Ja, die Deutschen spielten. Mit den in die Jahre gekommenen Herren Müller, Kroos und Hummels (waren die nicht schon einmal aussortiert?). Des Letzteren Knie sorgte für das einzige Tor – für Frankreich. Der amtierende Weltmeister (Frankreich, nicht Deutschland) ging viel abgeklärter und reifer am gestrigen Abend zu Werke und siegte am Ende mehr als verdient. Dabei bestach die Truppe von Didier Deschamps nicht einmal durch übermäßigen Spielwitz. Nach dem frühen Eigentor durch Hummels Schienbein begnügte sie sich stattdessen mit der schnöden Verwaltung des Vorsprungs und erschreckte die deutsche Elf hin und wieder noch durch rasante Tempovorstöße, bei denen in unschöner Regelmäßigkeit die deutsche Dreierkette überrannt wurde. Einmal sogar so sehr, das dem bedauernswerten Hummels auf zwanzig Metern Sprintstrecke einundzwanzig abgenommen wurden. Der Routinier rettete die Situation, in dem er zu einer seitlichen Attacke ansetzte, die durchaus auch mit einem Elfer hätte ‚belohnt‘ werden können. Das wäre dann aber auch zu viel des Pechs.

Okay, so schlecht spielten die Deutschen nicht, aber von Beginn bekämpften sie die Franzosen mit eher untauglichen Mitteln und entwickelten viel zu selten echte Torgefahr. Die wenigen Chancen wurden eher kläglich vergeben. Jetzt geht es gegen Portugal. Wie viele Punkte braucht man zum Weiterkommen? Drei? Ein Punkt oder gar keiner reichen auf jeden Fall nicht.

Und dann wieder die Kommentatoren im Fernsehen. Bei der ARD beglückt uns Bastian Steinsteiger mit bzw. ohne großes Fachwissen. Ein Nuschler (Till Schweiger) genügt zudem im Fernsehen. Und das ZDF? Natürlich Béla Réthy, der langsam in Rente gehen sollte. Als Ko-Kommentator Sandro Wagner. Der hat auch nichts Richtiges gelernt. Stünde nicht schon Hansi Flick als kommender Bundestrainer fest, Herr Wagner hätte gern seine Bewerbung beim DFB für diesen Posten eingereicht (auch so eine ehemalige Werder-Plaudertasche).

    Fußball
    Vierundvierzig Beine rasen
    durch die Gegend ohne Ziel,
    und weil sie so rasen müssen,
    nennt man das ein Rasenspiel.
    Rechts und links stehn zwei Gestelle,
    je ein Spieler steht davor.
    Hält den Ball er, ist ein Held er,
    hält er nicht, schreit man: „Du Toooor!“
    Fußball spielt man meistens immer
    mit der unteren Figur.
    Mit dem Kopf, obwohl’s erlaubt ist,
    spielt man ihn ganz selten nur.

Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2020

In der Weltrangliste (Männer) des Weltfußballverbandes FIFA ist die deutsche Mannschaft auf Platz 15 (innerhalb Europas auf den 9. Platz) zurückgefallen (Stand: 25.07.2019). Und die Niederlage gegen die Niederlande (zz. noch auf Platz 16) bei der Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 dürfte dazu beitragen, dass das Team noch weiter abrutscht. Natürlich ist diese Rangliste mit Vorsicht zu genießen. Aber im Grunde stimmt es eben doch: Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer zählt nicht mehr zu den Spitzenteams.

Die Zeiten, da Deutschland bei der Vergabe von Titeln, ob nun bei der Europa- oder Weltmeisterschaft, ein Wörtchen mitreden konnte, sind vorerst vorbei. Da nützt es auch wenig, endlich vermehrt junge Spieler zum Einsatz kommen zu lassen. Okay, bei den Spielen gegen die Niederlande und gegen Nordirland fehlte ein Leroy Sané, der sicherlich das eine oder andere Tüpfelchen hätte setzen können.

    Deutscher Fußball-Bund © DFB
    Deutscher Fußball-Bund © DFB

Wie konnte es dazu kommen? Sicherlich haben andere Länder ‚aufgeholt‘ und haben u.a. die Nachwuchsförderung verstärkt. Hier mangelt es inzwischen in Deutschland leider wieder.

Nehmen wir das Spiel gegen die Niederlande, das im Hamburg mit 2:4 verloren ging, da es ziemlich symptomatisch ist. Die deutsche Mannschaft wollte früh Druck ausüben, wirkte aber auf mich dabei eher hektisch. Bundestrainer Löw hatte wie im Hinspiel auf ein 3-4-3-System gesetzt, das bei gegnerischem Ballbesitz zum 5-2-3 wurde, um das Zentrum zu verdichten. Die Niederlande wurden erst an der Mittellinie im Aufbau gestört. Dazu kam eine eher vorsichtige Taktik mit wenig Ballbesitz, sodass die Wege zum niederländischen Tor nach Ballgewinn zu weit waren. Alles war ein bisschen zu weit weg, ein bisschen zu spät, ein bisschen zu nachlässig. Und einige Abwehrspieler hatten Probleme mit den schnellen, wendigen Spielern.

So gut viele Spieler in ihren Vereinsmannschaften sein mögen, im Nationaltrikot erreichen sie oft nur Mittelmaß (z.B. Marco Reus und Timo Werner). Löw hat sicherlich nicht ganz Unrecht, wenn es meint, dass sich die Mannschaft noch vermehrt ‚einspielen‘ muss.

Nun gegen die biestig auftretenden Nordiren gelang gestern Abend ein 2:0-Sieg, wenn auch ziemlich mühevoll. Damit dürfte die Qualifikation zur EM 2020 so gut wie sicher sein. Zur Rückkehr an die Weltspitze fehlt es aber weiterhin an Kontinuität.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Vereinsebene. Das Abschneiden der deutschen Vereinsmannschaften auf europäischer Ebene war nicht gerade glorreich. Lediglich die Eintracht aus Frankfurt konnte sich bis ins Halbfinale der Europa League spielen und unterlag dort knapp erst im Elfmeterschießen gegen den späteren Gewinner dieses Wettbewerbs, dem FC Chelsea. Die Frankfurter zeigten dabei die Leidenschaft, die den anderen deutschen Mannschaften oft abgeht.

Sicherlich haben sich die Bayern und die Dortmunder Borussia für die neue Saison für viel Geld verstärkt. Aber (besonders bei den Bayern) sind es gestandene ausländische Spieler. Und wenn es Nachwuchsspieler sind, dann solche, die bei anderen Vereinen ausgebildet wurden.

Ich bin gespannt, wie es in der Bundesliga, die gegenüber den Ligen in Spanien und in England spielerisch und besonders finanziell stark an Boden verloren hat, vorangeht. Gespannt darf man sein, wie sich die Vereinsmannschaften in den europäischen Wettbewerben schlagen werden. Und wie das sich auf die deutsche Nationalmannschaft auswirkt.

Dit un dat im Internet (9)

Trump – Klappe, die erste: Und jetzt … NICHT ins fu**in‘ Weiße Haus

Auf die Frage in einem Interview hin, ob sie bei einem Sieg der US-amerikanischen Mannschaft bei der Fußball-WM der Frauen einer Einladung des Präsidenten ihres Landes in dessen Amtssitz Folge leisten würde, antwortete Megan Rapinoe: „Ich gehe nicht ins fu**ing Weiße Haus!“

Auf einer Pressekonferenz bei der Weltmeisterschaft in Frankreich nahm Rapinoe das Schimpfwort zurück, stand aber weiterhin klar zu ihrer Aussage, nicht ins Weiße Haus gehen zu wollen. Sie ermutigte auch ihre Teammitglieder, die Einladung nicht anzunehmen, um Trump keine Bühne zu bieten.

Donald Trumps Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie solle erstmal GEWINNEN bevor sie REDET! Beende den Job!

Nun sind die US-Amerikanerinnen Weltmeister geworden und Megan Rapinoe zudem beste Spielerin und beste Torschützin des Turniers. Sie hat also ihren Job getan! Da wurde selbst Trump kleinlaut …

Übrigens: Neben Rapinoe hatten unter anderem Alex Morgan, Ali Krieger und Becky Sauerbrunn angekündigt, sich den Ausflug nach Washington zu schenken.

Trump – Klappe, die zweite: Ehrliche Einschätzung eines Botschafters

Die britische Zeitung „Mail on Sunday“ hatte am letzten Sonntag die eigentlich für das Außenministerium in London bestimmten Berichte des britischen Botschafters in den USA, Kim Darroch, publik gemacht. Der schrieb u.a., dass er Zweifel hege, ob das Weiße Haus „jemals kompetent wirken“ werde. Mit Trump könne man sich nur verständigen, indem man sich mit einfachen Worten und unverblümt ausdrücke. Er hält die Regierung Trump für dysfunktional, unberechenbar; gespalten, diplomatisch ungeschickt und unfähig.

Wem erzählt er das?

Horde oder Individuum

Für mich zählt er zu den bedeutendsten Schriftstellern unserer Zeit: Mario Varga Llosa. Jetzt hat er mit Der Ruf der Horde eine intellektuelle Autobiografie verfasst:

Er begann als Kommunist und entwickelte sich zu einem glühenden Verfechter des Liberalismus. Das Leben des Schriftstellers Mario Vargas Llosa hat selbst das Zeug zum Gesellschaftsroman. Nächtelang stritt er mit Fidel Castro, speiste mit Margaret Thatcher und eroberte mit seinem Freund Gabriel García Márquez die literarische Welt. Nun hat der peruanisch-spanische Nobelpreisträger unter dem Titel «Der Ruf der Horde» seine intellektuelle Autobiographie vorgelegt. Darin lässt er unter anderen Adam Smith oder Karl Popper aufleben: Philosophen, die sein liberales Denken geprägt haben.

Mario Marqués de Vargas Llosa
Foto: Daniele Devoti – Padova, Italien (13. Juni 2010)

Gegen den „Ruf der Horde“ (Karl Popper), gegen den weltweit grassierenden, primitiven Populismus vergegenwärtigt Mario Vargas Llosa die Traditionen des Liberalismus, die ihn geprägt, bereichert und ein ganzes Leben lang geleitet haben – als politischen Schriftsteller wie als schreibenden Politiker.

Für seine politischen Überzeugungen ist der peruanische Nobelpreisträger jahrzehntelang kritisiert, beschimpft und angefeindet worden – aber was, wenn er recht hatte? Und welche Denker, welche Bücher haben ihm zu diesen Überzeugungen verholfen?

Mit essayistischer Verve und analytischem Scharfsinn schreibt Mario Vargas Llosa über seine Heroen des historischen Liberalismus, über Adam Smith, José Ortega y Gasset, Friedrich Hayek, Karl Popper, Raymond Aron, Isaiah Berlin und Jean-François Revel. Denn sie haben ihn mit einer ganz anderen Denkungsart vertraut gemacht, mit einer Denkungsart, die das Individuum stets höher stellte als die „Horde“, die Nation, die Klasse oder die Partei und die die freie Meinungsäußerung immer schon als fundamentalen Wert für das Gedeihen von Demokratie zu verteidigen wusste.

„Perfektes Gegenmittel gegen einen derzeitigen Trend, der so viele Menschen in die Arme von Scharlatanen, ruchlosen Mächtigen, charismatischen Demagogen zu treiben droht.“ (El Imparcial)

Zu Hause in Madrid erklärt Vargas Llosa, was ein wahrhaft freies Leben ausmacht – und welche politischen Strömungen dieses derzeit besonders bedrohen.

Er ist einer der großen Schriftsteller unserer Zeit, und einer der wichtigsten politischen Denker. Im Gespräch mit Wolfram Eilenberger spricht der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa über die Kraft der Fiktion, dem Sieg der Bilder über die Ideen, die Bedrohung durch den Populismus und die philosophischen Quellen seines Schaffens.


Mario Vargas Llosa: Freiheit, die ich meine (Sternstunde Philosophie) – SRF 2019

Zuletzt:

Für die, die es nicht schlimm finden, wenn sie aller Orten (im Internet, per Videokamera usw.) überwacht werden:

„Zu sagen, das Recht auf Privatsphäre sei egal, weil man nichts zu verbergen hat, ist nicht anders als zu sagen, Meinungsfreiheit sei egal, weil man keine Meinung hat.“ Edward Snowden

Nachbetrachtungen zu einer Fußball-WM

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist bereits ‚Geschichte‘. Frankreich wurde Weltmeister – wie von mir prognostiziert (am 18. Juni schrieb ich: „Irgendwie dachte ich an Frankreich.“), hatte aber auch Spanien ‚auf dem Zettel‘, die dann bereits im Achtelfinale nach Elfmeterschießen gegen die Russen ausschieden. Dass ich mit Spanien gar nicht so schlecht lag, beweist die Tatsache, dass die Russen wiederum nur im Elfmeterschießen gegen die Kroaten die Segel streichen mussten – und die fanden immerhin den Weg ins Finale.

    © FIFA

Apropos die Kroaten. Diese Weltmeisterschaft war für mich allein schon durch die Anwesenheit der isländischen Mannschaft interessant. Leider musste diese bereit nach der Vorrunde die Rückreise antreten. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass die Isländer in der Qualifikation zu dieser WM immerhin die Kroaten hinter sich gelassen hatten – und erneut in der Vorrunde auf Kroatien trafen, diesmal aber, wenn auch spät, den Kürzeren zogen. Und das gegen den späteren Vizeweltmeister. So schlecht können die Isländer also nicht sein.

Nun Frankreich zählte von Anfang an zu den Favoriten, die Kroaten weniger. Erstaunlich wie schnell die anderen angeblichen Favoriten scheiterten. Nach Deutschland waren das bereits im Achtelfinale Argentinien (nun gut gegen Frankreich), Portugal und Spanien. Diese drei Mannschaften haben die deutsche Mannschaft also nur um ein Spiel überlebt. Im Viertelfinale waren es dann die Brasilianer, die gegen Belgien verloren und damit ausschieden. Deutschland befindet sich also in bester Gesellschaft. Da kann ich den ganzen Zirkus, den der DFB nach dem frühen Ende veranstaltete, nicht so ganz nachvollziehen. Diese gegenseitigen Schuldzuweisungen sind lächerlich.

Aber komme ich zum Sportlichen zurück: Für mich war das Halbfinalspiel Frankreich – Belgien das eigentliche Finale. Nichts gegen die Kroaten, die im Finale noch einmal alles versucht haben und u.a. durch eine unfaire Aktion (Schwalbe durch Antoine Griezmann – der nachfolgende Freistoß führte zum 1:0 für die Franzosen) schon früh betrogen wurden. Die Belgier gewannen dann immerhin noch das Spiel um Platz 3 gegen England.

Frankreichs Staatspräsident Macron jubelt über ein Tor für die Franzosen im WM-Finale
Frankreichs Staatspräsident Macron jubelt über ein Tor für die Franzosen im WM-Finale

Überhaupt das Endspiel: Bemerkenswert das zweite Tor für Kroatien. Wie schon zuvor u.a. in der Champions League im Halbfinale durch Bayerns Sven Ulreich oder im Finale von Liverpools Loris Karius jeweils gegen Real Madrid, so verursachte auch Hugo Lloris, Torwart der Franzosen, ein kurioses Tor, indem er den Ball einem gegnerischen Spieler beim Abstoß direkt in die Füße spielte.

Nein, nichts zu Putin, nur soviel: Während bei der Siegerehrung der französische Präsident und die kroatische Präsidenten wortwörtlich im Regen standen, gönnte sich der russische Präsident einen Schirmträger. Das Netz bedachte ihn dafür reichlich mit Hohn und Spott.

'Schirmherr' Putin lässt Macron und Frau Grabar-Kitarović im Regen stehen
‚Schirmherr‘ Putin lässt Macron und Frau Grabar-Kitarović im Regen stehen

Und da waren dann noch die Aktivisten von Pussy Riot, die als Flitzer in Uniformen fröhlich winkend mitten im Finale auf den Platz mit den Forderung stürmten, politische Gefangene freizulassen. Festnahmen bei Kundgebungen sollten aufhören, das Land brauche mehr politischen Wettbewerb. Wenn vielleicht auch eher widerwillig, so klatschte der französische Jungstürmer Kylian Mbappé doch mit einer der Aktivistinnen ab. Ist doch ein schönes Bild. Putin wird sich gefreut haben 😉

Pussy Riot-Aktivistin klatscht mit Frankreichs Kylian Mbappé ab
Pussy Riot-Aktivistin klatscht mit Frankreichs Kylian Mbappé ab

Neben dem WM-Pokal für die französische Mannschaft gab es noch einige weitere Ehrungen für einzelne Spieler. Bester Torschütze wurde der Engländer Harry Kane, dessen sechs Tore allerdings schon aus der Vorrunde herrührten. Ähnlich wie der Franzose Olivier Giroud (kein Tor) versiebte er dann in der KO-Runde etliche hochkarätige Chancen.

Zum besten Spieler des WM-Turniers wurde von der „technischen Studiengruppe“ der FIFA der Kroate Luka Modrić vor Eden Hazard (Belgien) und Antoine Griezmann (Frankreich) gewählt. Der belgische Torhüter Thibaut Courtois wurde von der FIFA zum besten Torhüter des Turniers und der französische Spieler Kylian Mbappé zum besten Nachwuchsspieler des Turniers bestimmt. Ich kann das durchaus mit unterschreiben.

Vielleicht als tragische Helden sind der Uruquayer Edinson Cavani, der Portugal mit seinen zwei Toren fast allein besiegte und dann verletzt mit ansehen musste, wie seine Mannschaft gegen Frankreich verlor – und der Torschützenkönig von der WM 2014, James Rodríguez, der ebenfalls wegen einer Verletzung nur sporadisch eingesetzt werden konnte. Sein Pass auf Falcao zum 2:0 gegen Polen (Endstand: 3:0) dürfte wohl zu den Sahnestückchen dieser WM gehören.

Und da war dann noch der Videobeweis, der zum ersten Mal bei einem großen Turnier eingesetzt wurde und manche falsche Schiedrichterentscheidung korrigierte.

Spielerisch wurde diese WM oft durch defensive Taktiken bestimmt, die manches Spiel nicht allzu attraktiv erscheinen ließen. Belgien war da eher die große Ausnahme. Deren schnelles Umschaltspiel durch Eden Hazard, Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku gehörte zu den sehenswerten Momenten dieser WM. Davon hätte ich mir mehr gewünscht.

Es hat nicht sollen sein

Als Argentinien gegen Nigeria in der 86. Minute mit 2:1 in Führung ging, da brauchten die Isländer nur das EINE Tor, um ins Achtelfinale einzuziehen. Aber – wie bei den Deutschen gegen Süd-Korea – es fiel in der 90. Minute ein Tor für den Gegner, hier: Kroatien. Und damit endeten die Träume von einem Weiterkommen für Island. Es hat eben nicht sein sollen.

    (c) FIFA

Wenigstens boten die Isländer all ihr Können auf, um bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ähnlich erfolgreich zu sein wie vor zwei Jahren bei der EM in Frankreich. Im Gegensatz zum deutschen Team sind die spielerischen Mittel der Isländer beschränkt, was durch Kampfgeist und mannschaftliche Geschlossenheit ausgeglichen wird.

Wie gesagt. Ähnlich erging es den Deutschen. Es fehlte ein Tor gegen Süd-Korea und der Einzug ins Achtelfinale (dann allerdings gegen Brasilien) wäre perfekt gewesen. Stattdessen ein pomadiges, ideenloses Gekicke und am Ende zwei Tore für den Gegner.

Manuel Neuer als 11. Feldspieler verliert den Ball - 0:2 für Süd-Korea
Manuel Neuer als 11. Feldspieler verliert den Ball – 0:2 für Süd-Korea

2014 erklomm das Ensemble von Joachim Löw die Weltbühne als harmonische Einheit. Tatendurstige junge Männer, die das beste Beispiel für Integration und Zusammenhalt abgaben. Ein Weltmeister ohne Weltstar, in der ein jeder unabhängig von Hautfarbe oder Religion seinen Anteil hatte. Und 2018?

Da waren die Stars, die über sich haben Filmchen drehen lassen, die Modelinien unterhalten und per Mobiltelefon ihre millionenfach besuchten Social Media-Accounts füttern. Viel Gerede um eine Mission Titelverteidigung. Aber die Ambitionen sind bloße Behauptung geblieben, und man kann dem Bundestrainer den Vorwurf nicht ersparen, dass er diese Wird-schon-klappen-Mentalität mit lässigem Schweben vorgelebt hat.

Diese WM hat sich für den DFB als einzige Fehleinschätzung erwiesen: Löw ist dem trügerischen Gefühl aufgesessen, er würde all die Einzelgeschichten, die seine Spieler ins Turnier schleppen, schon wieder zu einer guten Gesamtgeschichte zusammenfügen – einfach, weil’s immer so war. Einige Spieler kamen aus Verletzungspausen, andere waren in ihren Klubs keine Stammspieler oder hatten keine Form, wieder andere haben das Klima und sich selbst mit einem Erdoğan-Foto belastet – es war zu viel für dieses Team, dessen Selbstüberschätzung im dritten Spiel plötzlich in Angst, nur keine Fehler zu machen, umschlug.

Inzwischen sind drei Viertel aller Spiele absolviert und es geht so langsam ‚ans Eingemachte‘. Hier die Spiele der Achtelfinalrunde (in der Reihenfolge der Spiele):

    Frankreich – Argentinien
    Uruguay – Portugal
    Spanien – Russland
    Kroatien – Dänemark
    Brasilien – Mexiko
    Belgien – Japan
    Schweden – Schweiz
    Kolumbien – England

Es sind fast wieder nur die ‚üblig Verdächtigen‘, die sich für die Runde des letzten 16 qualifiziert haben. Neben Deutschland ist es eigentlich nur Polen, die schon früh ‚die Segel streichen‘ mussten. Zwar haben manche kleine Mannschaften die ‚Großen‘ geärgert, aber zum Weiterkommen hat es nur für die Japaner gereicht. Aus diesem Ensemble der besten Mannschaften haben sich bisher nur Kroatien und Belgien positiv hervorgetan. Besonders enttäuschend fand ich die Auftritte von Frankreich und Argentinien. Aber die Karten sind neu gemischt.

Heute ist ein Ruhetag (fast schon mehr für die Zuschauer als für die Spieler). Und: Die TV-Quoten dürften nach dem Ausscheiden der Deutschen bei uns beim weiteren Verlauf der WM wohl ziemlich in den Keller gehen.

Wenn die Kleinen die Großen ärgern

Wer ins Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft kommen will, muss zunächst sechs Spiele (davon drei vielleicht sogar mit Verlängerung) beschreiten, um dann im siebten Spiel nach der Krone (in diesem Fall nach dem Pokal) zu greifen. Das ist ein langer Weg – nach einer sowieso schon langen Saison. Also wird eine Mannschaft nicht schon gleich im ersten Spiel alle Energie hineinstecken wollen, um die nötigen Punkte einzuheimsen. So z.B. Brasilien gestern bei der WM in Russland gegen die Schweiz. Nachdem die Südamerikaner 1:0 führten und das Spiel (scheinbar) im Griff hatten, schalteten sie einen Gang zurück, zumal die Schweizer im Angriff eher harmlos wirkten. Eine Standardsituation änderte dann aber wieder alles: Nach einer Ecke glichen die Eidgenossen aus. Und so blieb es bis zum Spielende: 1:1.

    (c) FIFA

Ja, wenn die Kleinen die Großen ärgern. Schon zuvor taten sie die vermeidlichen Favoriten schwer: Uruguay schaffte gerade noch ein 1:0 gegen Ägypten, Frankreich erkrebste sich ein 2:1 gegen Australien. Argentinien kam ebenfalls nicht über ein 1:1 gegen Island hinaus. Und das deutsche Team verlor sogar gestern gegen Mexiko.

Das Unternehmen Titelverteidigung der deutschen Mannschaft ist so gehörig ins Stocken geraten. Jetzt müssen Punkte her gegen Schweden und Südkorea (aber die müssten sowieso geholt werden). Sollte den Deutschen das gleiche Schicksal ereilen wie vor vier Jahren, als der damals amtierende Weltmeister Spanien bereits in der Vorrunde ausschied?

Der Bessere soll gewinnen – und das war gestern Mexiko gegen eine desolat agierende Mannschaft aus Deutschland. Schon in den letzten Vorbereitungsspielen zeigte ‚die Mannschaft‘, wie weit sie vom angepeilten Weg entfernt ist. So wird das nichts.

Da freue ich mich für die Isländer. Selten hatte ich so feuchte Hände wie bei diesem Spiel gegen den immerhin noch amtierenden Vizeweltmeister Argentinien. Die erste Halbzeit mit dem 1:1 ging dann auch voll und ganz in Ordnung. Nur in der 2. Halbzeit, als Island sich nur noch als Bollwerk gegen die Südamerikaner stemmte (und nach dem verschossenen Elfer durch Messi auch noch das dazugehörge Glück hatte), hätte ich mehr Entlastungsangriffe erwartet. Aber am Ende reichte es dann ja doch: HUH!

Mich interessiert das Abschneiden Islands mehr als das der Deutschen. Island, das ja bereits bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren für Furore sorgte (Unentschieden gegen Portugal, Siege gegen Österreich und England), sind die klaren Außenseiter. Die Mannschaft definiert sich über eine starke Abwehr und durch das geschickte Ausnutzen von Standards (die Einwürfe sind jetzt schon berüchtigt). Wie sagt Alfred Finnbogason, Spieler des FC Augsburg und Schütze des isländigen Treffers: „Wir sind leicht zu analysieren, aber schwer zu schlagen!“.

Wenn die deutsche Mannschaft in den kommenden Spielen wieder zu ihrer alten Klasse zurückfindet, dann werde ich mich natürlich freuen. Mehr noch werde ich aber jubeln, wenn Island das Achtelfinale erreichen sollte (und dann vieleicht noch etwas mehr).

Ich gestehe aber auch schon: Nach bisher 11 von insgesamt 64 Spielen bei der WM 2018 ist bei mir schon ein gewisser Sättigungsgrad erreicht. Spiele wie Marokko – Iran schaue ich erst gar nicht (höchstens noch in der Zusammenfassung). Es sind einfach zu viele Teams dabei. Bedenkt man, dass bei der WM in acht Jahren bereits 48 Nationalmannschaften an der Endrunde teilnehmen sollen (16 Gruppen a drei Mannschaften), dann ist das Maß längst überschritten. Und dann kommt noch vom europäischen Fußballverband ab diesem Jahr die UEFA Nations League hinzu. Da dürfen sich die Fußballfans über noch mehr ‚Gegurke‘ freuen!

Das Tippen von Spielergebnissen erspare ich mir dieses Jahr. Natürlich wollt Ihr wissen, wer für mich der Favorit auf den WM-Titel ist. Irgendwie dachte ich an Frankreich. Nach dem bisher besten Spiel Portugal – Spanien (Endergebnis 3:3) meine ich, das Spanien wieder zum engeren Favoritenkreis gezählt werden muss.

Italian Apocalypse Now

Nein, ich will und kann mich nicht darüber lustig machen, dass Italien die Fußball-WM-Endrunde in Russland im nächsten Jahr verpasst hat. Natürlich konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, als im Vorfeld des Playoff-Rückspiels gegen Schweden der italienische Team-Manager Gabriele Oriali sagte, dass eine Weltmeisterschaft ohne den viermaligen Titelträger Italien unvorstellbar wäre. Verbandschef Carlo Tavecchio legte da verbal noch einen drauf: „Die Aussicht, dass wir uns nicht qualifizieren, würde einer Apokalypse ähneln.“

Apocalypse Now: Italien verpasst die WM 2018 in Russland

Nun die Fußball-Großmacht Italien hat erstmals seit 1958 eine WM-Endrunde verpasst und damit die von Verbandschef Carlo Tavecchio befürchtete Apokalypse im Land der viermaligen Weltmeisters perfekt gemacht. Nach der 0:1-Niederlage in Schweden spielten die Italiener nur 0:0 vor Mailänder Publikum und müssen nun den Schweden den Vorrang lassen. Carlo Tavecchio wandte sich schon mal vorsorglich an den Weltverband FIFA. Der Präsident sprach sich für einen „Traditions-Bonus“ für Top-Nationen aus: „Ich habe mit FIFA-Chef Gianni Infantino über das Qualifikationssystem geredet. Man kann nicht die vier WM-Titel Italiens unberücksichtigt lassen. Man kann nicht die Geschichte ignorieren“, sagte er.

Was ist dazu zu sagen? Es ist schon etwas lächerlich.

Zum Rückspiel vorgestern: Bereits in der neunten Minute forderten die Hausherren einen Elfmeter, als der Bremer Profi Ludwig Augustinsson im Strafraum Marco Parolo einen Schubser verpasste. Der spanische Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz ließ aber weiterspielen. Auf der anderen Seite verwehrte der Referee Schweden einen Strafstoß, nachdem Matteo Darmian den Ball mit der Hand touchiert hatte. Nach einer knappen halben Stunde lag der Referee falsch, als er ein Handspiel von Andrea Barzagli im italienischen Strafraum übersah. Obwohl die „Squadra Azzurra“ deutlich mehr vom Spiel hatte, so wirkte sie überhastet und oft ideenlos.

Für Italiens 39 Jahre alte Torwart-Legende Buffon, der seine sechste WM-Teilnahme verpasste, war das 175. Länderspiel auch sein letztes. Mit ihm beendeten einige weitere Weltmeister von 2006 ihre internationale Karriere sofort nach der Partie: Die Verteidiger Andrea Barzagli (36) und Giorgio Chiellini (33) sowie Mittelfeldspieler Daniele De Rossi (34) werden nicht mehr für Italien auflaufen.

Neben dem letztmaligen WM-Dritten Niederlande werden nun also auch die Italiener die WM im nächsten Jahr von den heimischen Stuben aus betrachten dürfen. Niederlande und Italien also nicht, dafür haben sich Panama und vor allem Island (Achtung Russland: Die Wikinger kommen), die bereits bei der Europameisterschaft im letzten Jahr für Furore gesorgt haben, für die WM 2018 qualifiziert. Für gute Stimmung auf den Rängen ist also gesorgt, da leider weder Wales, Nord-Irland noch Irland die Qualifikation schafften. Irland verlor nach dem 0:0 in Dänemark, was noch für Hoffnung sorgte, gestern zu Hause trotz einer frühen 1:0-Führung am Ende mit 1:5 gegen die Dänen. Wenn sein Stern bisher nur in der englischen Premier League zu glänzen verstand, so dürfte er vielleicht einer der neuen WM-Stars werden: Christian Eriksen, der allein drei der fünf Tore für Dänemark schoss und spätestens seit gestern Abend der neue Nationalheld Dänemarks ist.

Bis jetzt stehen 30 der insgesamt 32 Teilnehmer (von 210 Bewerbern) an der WM in Russland, die vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 mit insgesamt 64 Spielen stattfindet, fest. Heute Morgen ab 10 Uhr MEZ wird der 31. Qualifikant im Spiel Australien – Honduras (Hinspiel in Honduras 0:0) und in der Nacht zu Donnerstag (ab 3 Uhr 15 MEZ) der 32. Teilnehmer zwischen Peru und Neuseeland (Hinspiel ebenfalls 0:0) ermittelt.

Ergänzung: Australien gewinnt 3:1 gegen Honduras und ist der 31. Teilnehmer an der WM. Und im letzten Qualifikationsspiel gewinnt Peru 2:0 gegen Neuseeland.

Somit haben sich folgende Mannschaften für das WM-Turnier qualifiziert:

aus Europa:

Russland als Gastgeber
Frankreich
Portugal
Deutschland
Serbien
Polen
England
Spanien
Belgien
Island
Kroatien
Schweiz
Schweden
Dänemark

aus Nord- und Mittelamerika:

Mexiko
Costa Rica
Panama

aus Südamerika:

Brasilien
Uruguay
Argentinien
Kolumbien
Peru

aus Asien:

Iran
Südkorea
Japan
Saudi-Arabien
Australien

aus Afrika:

Nigeria
Ägypten
Tunesien
Marokko
Senegal

Die Ozeanische Zone stellt leider keine Ländermannschaft. Neuseeland ist als letzter Kandidat in den Interkontinentalen Play-offs an dem Fünftplatzierten aus Südamerika Peru gescheitert.

WM-Auslosung am 1. Dezember in Moskau

Nachdem alle 32 Qualifikanten feststehen, ist auch bekannt, welche Mannschaften sich in welche der vier Lostöpfe befinden. Die WM beginnt mit einer Gruppenphase. Dabei gibt es acht Gruppen mit jeweils vier Mannschaften, die gegeneinander spielen. Die deutsche Auswahl wird bei der Zeremonie am 1. Dezember im Moskauer Kreml im ersten Topf sein und somit in der Gruppenphase nicht auf andere Favoriten wie Brasilien, Argentinien oder Frankreich treffen können. Ein Vorrunden-Duell mit Spanien oder England, die in Topf zwei sind, ist hingegen möglich.

Die 32 Teams werden gemäß ihren Weltranglistenplatzierungen vom Oktober den vier Töpfen zugeteilt. In der WM-Vorrunde können nur maximal zwei Teams aus Europa in einer Gruppe aufeinandertreffen. Aus den anderen Konföderationen können die jeweiligen Teams nicht in eine Gruppe gelost werden. Eine mögliche Gruppenkonstellation wäre für Deutschland beispielsweise Spanien, Senegal und Japan. Eine leichtere Konstellation mit Peru, Iran und Panama ist auch möglich.

Die vier Töpfe

Topf 1
Russland (Gastgeber)
Deutschland
Brasilien
Portugal
Argentinien
Belgien
Polen
Frankreich

Topf 2
Spanien
Peru
Schweiz
England
Kolumbien
Mexiko
Uruguay
Kroatien

Topf 3
Dänemark
Island
Costa Rica
Schweden
Tunesien
Ägypten
Senegal
Iran

Topf 4
Serbien
Nigeria
Australien
Japan
Marokko
Panama
Südkorea
Saudi-Arabien