Kategorie-Archiv: Glotzkiste

Neues und Altes im Kino & TV

Große Film-Sammlung zum 75. Geburtstag von Wim Wenders

Er ist als Vorreiter des Neuen Deutschen Films international bekannt geworden und gilt als einer der renommiertesten Vertreter des Deutschen Kinos der Gegenwart: Der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Fotograf Wim Wenders, der in seinem kreativen Leben zahlreiche Filmpreise und Auszeichnungen erhielt. Anlässlich seines 75. Geburtstags sind ab 14. Juli 28 seiner Filme für 3 Monate exklusiv in der ARD Mediathek zu sehen, darunter die Klassiker „Paris, Texas“, „Der Himmel über Berlin“, „Buena Vista Social Club“, „Pina“ und „Palermo Shooting“.

Action: Wim Wenders wird am 14. August 75 Jahre alt
Action: Wim Wenders wird am 14. August 75 Jahre alt

Online-Downloads der Wim Wenders-Filme über MediathekView möglich (bis zu FullHD)

Film der Woche: Unterleuten – Das zerrissene Dorf

Es sind über 15 Jahre her, da hatte ich den Roman Spieltrieb von Juli Zeh gelesen, ein Roman über die Unmoral und ihre Folgen, ein moralischer Roman, der die Fortgeltung von überkommenen Wertprizipien in Frage stellt und sich damit einer der großen Fragen unserer Zeit annimmt: Wer weiß noch, was gut und was böse ist.

In diesen Tagen sendet das ZDF den Dreiteiler Unterleuten – Das zerrissene Dorf nach Juli Zehs Roman Unterleuten. In der Mediathek des ZDFs ist dieser Dreiteiler bereits vorab zu sehen:

Unterleuten ist ein fiktives Dorf in der brandenburgischen Provinz. Hier leben sie zusammen: Wende-Gewinner und Wende-Verlierer, Ostalgiker, Kapitalisten, zugereiste Städter und Alteingesessene. Als ein Windpark in unmittelbarer Nähe zum Dorf entstehen soll, spaltet das die Bewohner. Freunde werden zu Feinden und umgekehrt.

Unterleuten - Das zerrissene Dorf (Foto: ZDF/tittelbach.tv)
Unterleuten – Das zerrissene Dorf (Foto: ZDF/tittelbach.tv)

Juli Zeh gelang 2016 mit dem Bestseller ein treffendes Zeit- und Gesellschafts-Porträt, das die großen Fragen von Grundbesitz, Strukturwandel und Energiewende mit einer spannenden & berührenden Geschichte im dörflichen und familiären Umfeld verbindet. (Quelle: tittelbach.tv)

Obwohl der nationalistische, populistische und rechtsextreme Spuk außen vorbleibt (das wäre dem Guten zuviel), tauchen wir als Zuschauer (bzw. als Leser) in eine Welt ein, die an vielen Stellen in Deutschland zu finden ist. Es werden die Brüche und Risse im gesellschaftlichen Zusammenleben aufgezeigt.

Ich habe den Dreiteiler mit Genuss gesehen. Die Figuren sind vortrefflich gezeichnet und wirklich ideal besetzt. Nach dem zweiten Teil fragte ich mich, wie das Ganze nur enden wird, denn die Situation im brandenburgischem Dorf hätte nicht verwickelter sein können. Und dann kam es böser als ich es mir habe vorstellen können … – Ich kann diesen Mehrteiler nur wärmstens empfehlen, denn es gibt viel zu entdecken im brandenburgischen Nirgendwo.

Williz Filmtipp: Unterleuten – Das zerrissene Dorf

Thriller mit Tomaten

Abgeleitet vom Begriff der Massentierhaltung sprechen wir inzwischen von einer Massenbierhaltung, gern polemisch besetzt, wenn es um die Produktion von Bieren durch Großbrauereien geht. Hier läuft alles vollautomatisch. Im Grunde braucht es nur noch einen Braumeister, der von einer computergesteuerten Leitstelle den Brauprozess überwacht. Dagegen regt sich schon seit einigen Jahren Widerstand. Im Schatten dieser Großmacht entstanden und entstehen viele Craft-Beer-Brauereien. Das sind Bierhandwerker, die quasi gegen den Massengeschmack anbrauen und ihre eigenen Biere kreieren. Mittlerweile scharen diese jungen Enthusiasten eine wachsende Szene um sich, mit Netzwerken, Bierdegustationen, Bierworkshops, Läden und Publikationen. „Craft Beer ist das Gegengewicht zum Mainstream-Bier der Braukonzerne“, schreibt das Magazin „Hopfenhelden“ selbstbewusst.

Was in der Viehhaltung die Massentierhaltung ist, das sind die Monokulturen im Anbau von Nahrungspflanzen. Ganz vorn dabei ist der Anbau von Tomaten ‚made in‘ den Niederlanden. In diesen Tagen habe ich einen Thriller aus eben diesem Land gesehen, bei dem es um den virtuellen Diebstahl von Identitäten ging: Die Akte Bellicher aus dem Jahr 2012. Neben diesem durchaus interessanten Thema zeigte der Film auch Gewächshäuser und in diesen den Anbau von Tomaten.

Gewächshäuser mit Tomatenpflanzen in den Niederlande - aus 'Die Akte Bellicher', NL 2012
Gewächshäuser mit Tomatenpflanzen in den Niederlande – aus ‚Die Akte Bellicher‘, NL 2012

Tomaten aus den Niederlanden galten lange als wässrig und ohne besonderen Geschmack. Da mag sich inzwischen einiges getan haben. Der Anbau erfolgt schon aus klimatischen Gründen in Gewächshäusern. Neben dem Deichbau und der Abgewinnung von Land aus dem Meer sind die Niederländer Weltmeister im Gemüseanbau in Gewächshäusern. So nebenbei: Island ist klimatisch noch weniger für den Anbau von Tomaten geeignet – und deckt inzwischen einen Großteil seines Tomatenkonsums aus eigenen Gewächshäusern.

Zurück zu den Niederlanden: Heute werden rund 80 Prozent der Produkte im südlichen Teil Westlands in Gewächshäusern angebaut, in denen jede Menge Technik steckt – wie etwa beim Anbauunternehmen Duijvestijn Tomatoes. Dort biegen sich die Ranken der Pflanzen unter dem Gewicht ihrer roten, gelben, grünen und dunkelvioletten Früchte. Wer in die Gewächshäuser rein will, muss als Besucher aus Hygienegründen einen Schutzanzug tragen.

„Insgesamt hat die Anlage eine Länge von 13 bis 14 Metern und produziert etwa 33 Tomatenstauden“, sagt der Chef des Unternehmens, Ad van Adrichem.

Tomatenanbau in den Niederlande - aus 'Die Akte Bellicher', NL 2012
Tomatenanbau in den Niederlande – aus ‚Die Akte Bellicher‘, NL 2012

Damit erreichen die Gewächshäuser in Westland Erträge von 70 Kilogramm Tomaten pro Quadratmeter Anbaufläche. Das ist knapp das Zehnfache des durchschnittlichen Ertrags in anderen Ländern – Spanien oder Marokko zum Beispiel, wo die Gemüse auf offenen Feldern angebaut werden. Dazu kommt die niederländische Methode praktisch ohne Pestizide aus, und sie braucht im Vergleich zum Anbau draußen auch achtmal weniger Wasser.

Das klingt schon einmal ganz gut. Und doch fehlt solchen Tomaten ein wichtiger Faktor: Die Sonne! Die macht den eigentlichen Geschmack. Ich denke da an Urlaub in Südspanien oder auf Sizilien. Was dort an Tomaten auf den Markt kommt, das ist das, was ich unten schmackhaften Tomaten verstehe. Da muss nicht eine Tomate wie die andere aussehen. Im Gegenteil: Jede Tomate ist da gewissermaßen ein Unikat. Und bei uns? Im Herbst und noch in den Winter hinein gibt es die so genannte RAF-Tomate, die allerdings nicht billig ist (rund 10 € pro Kilo). Abgeblich kommt der Geschmack auch durch Salzwasser, mit dem diese begossen werden. Lieber warte ich aber auf einheimische Tomaten, wie z.B. die aus den Hamburger Vierlande.

So bin ich also von einem Thriller auf Tomaten gekommen. Was mag da noch so kommen ….? 😉

Kurt Brakelmann is dood! – Abschied von Jan Fedder

Meine Frau und ich sind Fans der Serie Neues aus Büttenwarder. Diese Sendereihe ist Kult in Norddeutschland (und längst nicht nur mehr dort). Einer der Hauptakteure dieser Reihe, Kurt Brakelmann alias Jan Fedder, ist am 30.12.2019 gestorben: Kurt Brakelmann is dood! Wir werden Dich vermissen. Uns geht viel ‚Nennwert‘ an Humor verloren ohne Dich! Das können keine Barmittel aufwiegen. RIP #JanFedder

Jan Fedder - 'Kurt Brakelmann' aus 'Neues aus Büttenwarder'
Jan Fedder – ‚Kurt Brakelmann‘ aus ‚Neues aus Büttenwarder‘

Heute findet ab 14 Uhr im Hamburger Michel die Trauerfeier für Jan Fedder (dem Namensvetter meines ältesten Sohnes) statt. N3 überträgt die Trauerfeier ab 13.45 Uhr.

Es ist einige Jahre her, da sagte Jan Vedder: „Im Himmel warten drei Hamburger Damen auf mich! Loki Schmidt, Heidi Kabel und meine Mutter, die ja Gymnastiklehrerin beim St. Pauli-Turnverein war. Die drei da oben – drei hanseatische Grazien. Heidi Kabel macht einen plattdeutschen Chor, Loki richtet einen Wolkengarten ein und meine Mutter gibt Gymnastikkurse.“

Nun denn, viel Spaß mit den drei hanseatischen Grazien im Himmel!

Willi auf Radtour (07): Baum fällt

Letzten Sonntag gab es eine Tatort-Folge aus Wien mit dem Titel ‚Baum fällt‘ (Video ist verfügbar bis zum 24.12.2019). Es ging dabei u.a. um die Rodung von Wäldern in Osteuropa. Die Bäume wurden in dem Film von einem Sägewerk in Österreich billig aufgekauft und weiter u.a. zu Pellets verarbeitet. Das ist in zweifacher Hinsicht nicht gerade umweltfreundlich: Die gerodelten Flächen werden nicht wieder aufgeforstet und Pellets geben u.a. Feinstaub und Ruß ab. Von Nachhaltigkeit kann da keine Rede sein.

Ich bin lange Zeit mit der Bahn gefahren und wurde in meinem Fortkommen oft durch ins Gleis gefallene Bäume aufgehalten. Die Bahn will dem jetzt entgegenwirken, d.h. Bäume fällen, die spätestens beim nächsten Sturm der Bahn gefährlich werden könnten. Ein richtiges Konzept wie die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) scheint die Deutsche Bahn (DB) aber immer noch nicht zu haben.

Gefällte Bäume an der Bahnstrecke Hamburg - Bremen
Gefällte Bäume an der Bahnstrecke Hamburg – Bremen

Auf meiner Tour mit dem Fahrrad rund um meinen Wohnort bin ich auch in die Nähe der Bahnstrecke Hamburg – Bremen gekommen und musste mich doch sehr wundern, wie hier zahlreiche Bäume der großen Keule resp. Säge zum Opfer fielen. Ob das in dieser Form notwendig war (zwischen den Bäumen und den Gleisen gibt es noch einen Graben), möchte ich bezweifeln.

Gefällte Bäume an der Bahnstrecke Hamburg - Bremen
Gefällte Bäume an der Bahnstrecke Hamburg – Bremen

So viel vorerst zu meinen Radtouren rund um Tostedt. Ich habe die geschossenen Fotos zu einem kleinen Video zusammengefasst, das Ihr nachfolgend betrachten könnt:


Willi auf Radtour rund um Tostedt/Lüneburger Heide im November 2019

Anny Ondra und Hitchcock

Im Jahre 2011 verbrachte ich mit meinen Lieben meinen Urlaub im brandenburgischen Bad Saarow. Der Ort war in den „Goldenen Zwanzigern“ ein bevorzugter Erholungsort und Treffpunkt der Berliner Kultur- und Filmszene. Unter anderen erwarb hier der damalige Boxweltmeister im Schwergewicht, Max Schmeling, ein Anwesen. Auch Maxim Gorki weilte zwischen 1922 und 1923 in Saarow zur Erholung. Am 6. Juli 1933 heiratete Schmeling in Bad Saarow die deutsch-tschechische Filmschauspielerin Anny Ondra, die er bereits 1930 kennengelernt hatte.

Bis zum Tod der beiden lebten Schmeling und Anny Ondra in Wenzendorf, Ortsteil Dierstorf-Heide, in der Samtgemeinde Hollenstedt, etwa 12 km von meiner Wohnstätte entfernt.

Woher nun mein Interesse für Anny Ondra (Schmeling interessiert nur am Rande)? In diesen Tagen sah ich zwei alte Filme von Alfred Hitchcock. Im Jahr 1929, also noch früh am Anfang seiner Karriere, drehte er die Filme Der Mann von der Insel Man (The Manxman) und Erpressung (Blackmail). In beiden Filmen spielte Anny Ondra die weibliche Hauptrolle. Der erste der beiden ist Hitchcocks letzter Stummfilm; ‚Erpressung‘ ist dagegen Hitchcocks erster Tonfilm, wobei es den Film in zwei unterschiedlichen Fassungen gibt: eine Stummfilmfassung, die damals mangels technischer Ausstattung in den meisten Kinos gezeigt wurde, und eine Tonfassung, die heute in der Regel als Referenzfassung gilt.

Anny Ondra in Hitchcocks ‚Der Mann von der Insel Man‘ (The Manxman), 1929
Anny Ondra in Hitchcocks ‚Der Mann von der Insel Man‘ (The Manxman), 1929

Ursprünglich war der Film ‚Erpressung‘ nicht als Tonfilm vorgesehen; der Dreh wurde als Stummfilm begonnen. Die Filmproduzenten (British International Pictures) entschieden jedoch während der laufenden Produktion, aus dem Film den ersten britischen Tonfilm zu machen. Dieser Beschluss hatte signifikante Auswirkungen auf den Film, denn ein beträchtlicher Teil des Projekts war zu diesem Zeitpunkt bereits ohne Ton gefilmt worden. Einige dieser Szenen wurden nun mit Ton neu gedreht, aber einige blieben in ihrer ursprünglichen Fassung stumm. Ferner hatte die Hauptdarstellerin Anny Ondra, die aus Galizien stammte, einen sehr starken Akzent, der nicht zu ihrer Rolle passte.

Prolog zu Hitchcocks ‚Erpressung (Blackmail), 1929
Prolog zu Hitchcocks ‚Erpressung‘ (Blackmail), 1929

Da auch mit ihr einige Szenen bereits „im Kasten“ waren, wurde entschieden, dass Ondra ihre Rolle weiter spielen, bei ihren Einsätzen aber nur die Lippen bewegen sollte. Ihr Text wurde synchron von der Schauspielerin Joan Barry aus dem Off gesprochen. Dies bewirkte zweifelsohne, dass Ondras Schauspielleistung ein wenig unbeholfen wirkte. Anny Ondra als Alice White dürfte so auch eine der ersten Mörderinnen im Hitchcock’schen Kosmos der Schwerstverbrecher sein, wenn sie auch nur aus Notwehr handelt.

Anny Ondra in Hitchcocks ‚Erpressung (Blackmail), 1929
Anny Ondra in Hitchcocks ‚Erpressung‘ (Blackmail), 1929

Somit dürfen wir Anny Ondra durchaus mit in die Reihe der Diven stellen, die mit Hitchcock gedreht und ihm sicherlich einen Teil ihres Ruhms zu verdanken haben: Neben Anny Ondra also Joan Fontaine, Ingrid Bergman, Grace Kelly, Kim Novak, Tippi Hedren, Julie Andrews oder die 1955 noch sehr junge Shirley MacLaine.

Die Cameo-Auftritte des Herrn Hitchcock – Teil 3

Mancher Filmregisseur liebt es, einen Kurzauftritt in den eigenen Filmen zu haben. Besonders bekannt sind diese so genannten Cameo-Auftritte vom Meisterregisseur Alfred Hitchcock.

Einige dieser Auftritte habe ich bereits vor längerer Zeit bzw. erst vor kurzem vorgestellt. Ich habe noch einmal weitergeforscht – und wurde fündig. Hier also noch acht weitere Bilder von den Auftritten des großen Regie-Meisters.

    Alfred Hitchcock: Psycho (1960)

Zuvor aber doch noch einer der großen Filme von ihm. Ich habe den Film ‚Der unsichtbare Dritte‘ aus dem Jahr 1959 in diesen Tagen gesehen. Trotz seiner 60 Jahre, die er auf dem Buckel hat, ist er mit Cary Grant in der Hauptrolle noch absolut sehenswert (leider ist die Synchronstimme von Erik Ode, bekannt aus der Kriminalserie Der Kommissar, nicht gerade passend – Grants eigentliche Synchronstimme wurde in diesem Film dem Schauspieler Leo G. Carroll als ‚der Professor‘ geliehen). Dieser Film enthält einige Szenen, die in die Filmgeschichte eingegangen sind. Die bekannteste dürfte die so genannte „Maisfeldszene“ sein, oft in anderen Filmen referenziert und kopiert. Ebenfalls bekannt geworden ist die Flucht von Eve und Thornhill über die steinernen Präsidentenköpfe des Monuments von Mount Rushmore gegen Ende des Films.

Alfred Hitchcock: Der unsichtbare Dritte (1959): Die Filmfehler-Szene
Alfred Hitchcock: Der unsichtbare Dritte (1959): Die Filmfehler-Szene

Obwohl Hitchcock als sehr akribisch galt, ist ihm dennoch ein – mittlerweile legendärer – Filmfehler („blooper“) unterlaufen: Als Eve Kendall im letzten Drittel des Films Thornhill zum Schein erschießt, hält sich ein kleiner Junge im Hintergrund in Erwartung des lauten Knalls bereits Sekunden vor dem Schuss die Ohren zu, obwohl er nichts von Eves Absicht wissen und die Waffe aus seinem Blickwinkel nicht sehen kann.

Alfred Hitchcock: Der unsichtbare Dritte (1959): Hitchcocks Cameo-Auftritt
Alfred Hitchcock: Der unsichtbare Dritte (1959): Hitchcocks Cameo-Auftritt

Und natürlich hatte Hitchcock auch in diesem Film seinen Cameo-Auftritt. Diesmal gleich am Anfang (noch während des Vorspanns).


Alfred Hitchcock: Der unsichtbare Dritte (1959)

Aber komme ich auf Alfred Hitchcock und seinen weiteren acht weiteren Cameo-Auftritten zurück:

Erpressung (1929)

Mord – Sir John greift ein (1930)

Erpressung (1929)

Mord – Sir John greift ein (1930)

Die 39 Stufen (1935)

Sabotage (1936)

Die 39 Stufen (1935)

Sabotage (1936)

Eine Dame verschwindet (1938)

Rebecca (1940)

Eine Dame verschwindet (1938)

Rebecca (1940)

Der falsche Mann (1957)

Frenzy (1972)

Der falsche Mann (1957)

Frenzy (1972)

In Erpressung (1929) liest Hitchcock in der U-Bahn eine Zeitung und wird dabei von einem Jungen gestört, der ihm den Hut über die Ohren zieht (nach 11 Min.). Im Film Mord – Sir John greift ein (1930) sehen wir Hitchcock, wie er im Gespräch mit einer Frau an dem Haus vorbeigeht, in dem der Mord stattfand (nach 60 Min.). In Die 39 Stufen (1935) geht er über den Gehsteig und wirft eine Kaugummipackung weg, während Robert Donat und Lucie Mannheim fluchtartig das Theater verlassen (nach 6 Min.). in Sabotage (1936) geht Hitchcock bereits nach 9 Minuten an einem Kino vorbei. Fast ganz am Schluss geht Hitchcock in dem Film Eine Dame verschwindet (1938) in der Londoner Victoria Station mit dunklem Mantel und einer Zigarette hastig auf den Bahnsteig entlang. Auch ziemlich zum Ende zu geht er in dem Film Rebecca (1940) hinter George Sanders vorbei, als dieser neben einer Telefonzelle mit einem Polizisten diskutiert. In Der falsche Mann (1957) schließlich tritt er am Anfang des Films persönlich auf und spricht den Prolog. Dies ist gleichzeitig seine einzige Sprechrolle in einem seiner Kinofilme. Hitchcock beginnt mit den Worten: „Meine Damen und Herren, hier spricht Alfred Hitchcock. Der Film, den Sie heute sehen werden, ist von all meinen früheren Filmen grundverschieden …“. Am Anfang des Films Frenzy (1972), als die Leiche in der Themse gefunden wird, steht er in der Menge und ist der einzige, der dem Redner nicht applaudiert (nach 3 Min.).

Alle Bildausschnitte sind übrigens etwas größer auf meiner Facebook-Seite: Hitchcocks Cameo-Auftritte zu sehen.

Die Cameo-Auftritte des Herrn Hitchcock – Teil 2

Mancher Filmregisseur liebt es, einen Kurzauftritt in den eigenen Filmen zu haben. Besonders bekannt sind diese so genannten Cameo-Auftritte vom Meisterregisseur Alfred Hitchcock. Einige dieser Auftritte habe ich bereits vor längerer Zeit vorgestellt. Aber da einige schon sehr alte Filme von Hitchcock auf arte.tv gesendet wurden, so habe ich mich erneut darangesetzt, weitere dieser Auftritte von Hitchcock herauszufischen.

    Alfred Hitchcock: Psycho (1960)

Apropos arte.tv: zz. sind in der dortigen Mediathek auch noch besonders sehenswerte Filme von Eric Rohmer und Claude Chabrol (der die bürgerliche Gesellschaft messerscharf zu sezieren verstand) aufrufbar.

Aber komme ich auf Alfred Hitchcock zurück, dessen Filme ich auch heute noch immer wieder gern sehe:

Das Rettungsboot  (1944)

Berüchtigt (1946)

Das Rettungsboot (1944)

Berüchtigt (1946)

Der Fall Paradin (1947)

Der Fremde im Zug (1951)

Der Fall Paradin (1947)

Der Fremde im Zug (1951)

Ich beichte (1953)

Bei Anruf Mord (1954)

ich beichte (1953)

Bei Anruf Mord (1954)

Der unsichtbare Dritte (1959)

Familiengrab (1976)

Der unsichtbare Dritte (1959)

Familiengrab (1976)

Der Film Das Rettungsboot (1944) spielt ausschließlich in einem kleinen Rettungsboot auf dem Meer. Hitchcock ist daher in einer zufällig im Boot liegenden Zeitung in einer Werbeanzeige für eine Diät auf einem „Vorher-Nachher-Foto“ zu sehen. Laut Hitchcocks Aussage in einem späteren Interview sei die erste Idee gewesen, ihn als Leiche am Rettungsboot vorbei treiben zu lassen, doch dies wurde verworfen, da Hitchcock nach eigenen Angaben zu große Angst vor dem Ertrinken hatte. In Berüchtigt (1946) trinkt Hitchcock auf der Party in Rains Wohnung ein Glas Champagner in einem Zug leer und verschwindet dann wieder. In Der Fall Paradin (1947) kommt er an der Cumberland Station aus dem Zug mit einem Cellokasten in der Hand. Und in Der Fremde im Zug (1951) steigt Hitchcock bereits nach 10 Minuten mit einem Kontrabass in einen Zug. In Ich beichte (1953) geht er bereits nach zwei Minuten am oberen Rand an einer langen Treppe vorbei. Da im Film Bei Anruf Mord (1954) kein Auftritt möglich war, so taucht Hitchcock stattdessen auf einem an der Wand hängenden Foto einer Wiedersehensfeier von College-Absolventen auf. In Der unsichtbare Dritte (1959) verpasst Hitchcock bereits nach zwei Minuten den abfahrenden Bus. Und in Hitchcocks letzten Film Familiengrab (1976) sieht man seine Silhouette hinter der Milchglasscheibe einer Türe mit der Aufschrift: „Registratur für Geburten und Sterbefälle“.

Alle Bildausschnitte sind übrigens etwas größer auf meiner Facebook-Seite: Hitchcocks Cameo-Auftritte zu sehen.

Film der Woche: Tatort (1051) aus Bremen: Im toten Winkel (2018)

Als der Rentner Horst Claasen seine demenzkranke Frau tötet, sehen sich die Bremer Ermittler Inga Lürsen und Stedefreund mit einem gesellschaftlichen Tabuthema konfrontiert. Hat sich Horst Claasen die häusliche Pflege tatsächlich nicht leisten können?

Der Gutachter Carsten Kühne führt die Ermittler Schicht um Schicht in den Alltag von Pflegenden ein, die sich aufopferungsvoll um ihre Angehörigen kümmern. Die Kommissare geraten in einen toten Winkel des deutschen Pflegesystems, ihnen stockt angesichts der Ungerechtigkeit und der persönlichen Schicksale der Atem.

Der „Tatort – Im toten Winkel“ (RB / X Filme) setzt weniger auf die üblichen Spannungs-Elemente eines Krimis, er porträtiert eher nüchtern, fast dokumentarisch Menschen, die bei der häuslichen Pflege von Angehörigen an ihre psychischen, physischen und ökonomischen Grenzen stoßen. Katrin Bühlig hat das Buch geschrieben, Philip Koch führte Regie – ohne stilistische Überhöhungen, ruhig und genau, ist stets nah an den Figuren und den Situationen, die einen „aufregen“ können und die niemanden kalt lassen werden . Ein ungewöhnlicher „Tatort“ aus Bremen, mehr Drama als Krimi. Ein Film zwischen Wut & Hilflosigkeit. (Quelle: tittelbach.tv)

    Film der Woche: willizblog.de guckt TV

Wer wie ich so langsam in die Jahre kommt – der Renteneintritt ist nicht mehr so lange hin -, dem wird dieser Tatort sicherlich zu denken geben. Aber im Grunde kann jeder zum Pflegefall werden, vor schweren Unfällen ist niemand gefeit, eine ernste Erkrankung kann jeden treffen. Was ist also, wenn ich zum Pflegefall werde?

In diesem Tatort geht es in erster Linie um die häusliche Pflege, also wenn Angehörige die Pflege übernehmen oder Pflegedienste ins Haus kommen. Der Film zeigt in manchmal krassen Bildern auf, welcher Belastung die pflegenden Angehörigen ausgesetzt sind. Und auf der anderen Seite: Mit welchen Mitteln einige Pflegedienste arbeiten, denen der materielle Gewinn vor dem Wohlergeben seiner Klientel geht. Gerade im Alter haben viele Menschen zum Leben zu wenig – und das auch zum Sterben.

Ich war erst skeptisch, als ich las, um was es in diesem Tatort geht. Aber den Bremern ist ein eindrucksvoller Film gelungen, der dem Thema voll und ganz gerecht wird und sicherlich zum Nachdenken anregt.


Film der Woche: Tatort (1051) aus Bremen: Im toten Winkel (2018) – Link auf Webseite – direkter Link auf das Video (Download) – Video verfügbar bis 10.04.2018

(Wiederholter) technischer Hinweis: Ich getraue und bediene mich der Mediatheken Öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten (zusammen mit dem direkten Link auf den Film zum Herunterladen). Zudem bediene ich mich eines Videoplayers, der das Plugin Adobe Flash benötigt. Solltet Ihr damit Probleme haben, so findet Ihr hier auch immer den direkten Link auf die Webseite mit dem Video der entsprechenden Sendeanstalt.

Film der Woche: Tatort (1049): Borowski und das Land zwischen den Meeren (2018)

Für mich war diese Tatort-Folge mit dem Ermittler aus Kiel eine ganz besondere. Ich mag die Tatort-Serie und besonders mag ich Klaus Borowski, den Hauptkommissar aus der schleswig-holsteinischen Hauptstadt. Dieses Mal kommt der Standort hinzu: eine (fiktive) Insel in der Nordsee! Ich mag diese kleinen Halligen und Inseln wie Neuwerk oder Helgoland. Tagsüber mag es dort etwas turbulent zugehe. Aber spätestens dann, wenn die Tagestouristen ausgereist sind, wird es himmlisch ruhig. Auf so eine Insel in der weiten Landschaft des nordfriesischen Wattenmeeres führt uns dieser Tatort. Auf Suunholt, einer kleinen, verschlafenen Nordseeinsel nahe Dänemark.

    Film der Woche: willizblog.de guckt TV

Klaus Borowski ermittelt im Todesfall eines Mannes, der vor einigen Jahren die Schlüsselfigur eines Korruptionsskandals in der Kieler Baubehörde war. Offenbar hatte Oliver Teuber auf der kleinen Nordseeinsel Suunholt ein neues Leben und eine neue Liebe gefunden. Er verließ Frau und Tochter in Kiel und fand Unterschlupf bei der alleinstehenden Famke Oejen, die in einem Strandhaus der Insel lebt und Teuber nun tot in ihrer Badewanne auffindet. Borowski reist nach Suunholt und nimmt mit der örtlichen Polizistin Schütz Ermittlungen auf. Verdächtig erscheinen zunächst der Landwirt Iversen und der Bäcker des Ortes, Torbrink, die Teuber erpressten. Bald darauf ist auch Iversen tot. Borowski vernimmt die traumatisiert erscheinende Oejen, die an Gedächtnislücken leidet, und verbringt eine Nacht mit ihr. Schließlich erinnert sich Oejen und gesteht, Teuber selbst in der Wanne ertränkt zu haben. (Quelle: de.wikipedia.org)

Tatort (1049): Borowski und das Land zwischen den Meeren (2018)
Tatort (1049): Borowski und das Land zwischen den Meeren (2018)

Wenn ein Kommissar aus der Stadt in der Provinz ermittelt, ist das Erzählmuster meist ähnlich: Die Einheimischen bilden eine verschworene Gemeinschaft, der Polizist trifft auf eine Mauer des Schweigens. In diesem Fall sorgt schon allein die Bildgestaltung dafür, dass sich Borowski fremd fühlt: Regisseur Sven Bohse und Kameramann Michael Schreitel haben dafür gesorgt, dass die Bilder betont unwirtlich sind. „Borowski und das Land zwischen den Meeren“ ist letztes Jahr im März und im April entstanden, aber von Frühling kann keine Rede sein; die Nebelbilder sorgen für eine melancholische Trostlosigkeit, die fast mit Händen zu greifen ist. Kein Wunder, dass sich der Kommissar hinreißen lässt: Famke (Christiane Paul), die Freundin des Toten, ist der einzige Mensch auf Suunholt, der ihm nicht mit Ablehnung begegnet. Als sie überfallen wird und bei ihm Zuflucht sucht, verbringen sie die Nacht in seinem Hotelbett. Neben all’ den anderen Qualitäten dieses Films, zu denen wie stets die Leistung Axel Milbergs gehört, ist diese Drehbuchidee (Peter Bender, Ben Braeunlich und Bohse) womöglich der Grund dafür, warum der Film noch ein bisschen mehr als „nur“ ein überdurchschnittlich guter „Tatort“ ist, denn spannend im herkömmlichen Sonntagskrimisinn ist er eher nicht; selbst wenn es noch drei weitere zum Teil recht unappetitliche Mordfälle gibt (ein Schweinezüchter wird seinen eigenen Tieren zum Fraß vorgeworfen). Die Tatsache, dass auch Borowski – wie offenbar die meisten männlichen Insulaner – der rätselhaften Famke verfällt, beschert der Geschichte eine spezielle emotionale Spannung, zumal der Auftakt dafür sorgt, dass ihre Unschuld außer Frage steht: Der Film beginnt mit Famkes Rückkehr vom morgendlichen Schwimmen im kalten Meer und der Entdeckung Teubers in der Wanne. (Quelle: tittelbach.tv)


Tatort (1049): Borowski und das Land zwischen den Meeren (2018) – Link auf Webseite – direkter Link auf das Video (Download) – Video verfügbar bis 25.03.2018

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Film der Woche: 20 Jahre Büttenwarder – Der Traum vom wahren Leben (2017)

Hier im hohen Norden ist sie Kult, die Fernsehserie Neues von Büttenwarder, die heute in ihrer 79. Folge zu sehen ist. Und die Herren aus Büttenwarder (mit Damen ist es leider nicht weit her) beglücken uns nun schon seit 20 Jahren. Das ist natürlich ein Anlass, die Serie Revue passieren zu lassen: In genüsslicher Schönheit werden die beherrschenden Themen Büttenwarders aus den ersten zwanzig Jahren aufgeblättert und von Fachleuten und Autoritäten jeglicher Coleur kommentiert.

Schöneres Landleben war nie. Mehr Pleite auch nicht. Neues aus Büttenwarder ist Scheitern in Schönheit bei Lütt un Lütt als klarer Nennwert für den Zuschauer, und das seit 20 Jahren. Der einmalige „Büttenwarder“-Kosmos im Spiegel der Betrachtung derer, die ihn bilden und formen: von Peter Heinrich Brix, Axel Olsson, Jürgen Uter, Hans Kahlert und Sven Walser bis hin zum so unermüdlichen wie gewissenhaften Chronisten des Dorfgeschehens, Norbert Eberlein.

Ihren Blick lassen auch Fachleute von Rang auf Dorf und Dorfleben fallen, Menschen, die als Spezialisten ihres jeweiligen Metiers gelten: Sarah Wiener äußert sich über die Wonnen der Landkost, Peter Harry Carstensen resümiert über das Spannungsfeld der politischen Kräfte, das zwischen den Orten „Klingsiehl“ und „Büttenwarder“ zu beobachten ist. Sexologin Ann-Marlene Henning weiß um das Liebesleben der Landbevölkerung und die Tiefenwirkung der stillen Reize von Gerlinde Ködenbrok.

Die Freuden des Landlebens – Motorradlegende Egon „Rakete“ Müller äußert sich zum Thema Mofa-Sharing und dem nie verhallenden Lockruf der Freiheit auf zwei Rädern. Gerardus Scheres ist als Ornithologe auf den Podien der Welt zu Hause, lotet im Weltvogelpark Walsrode die Eigenheiten des kaum je gesehenen Erlentrillichs aus. Der Professor für experimentelle Physik, Metin Tolan, versucht sich an Chaosforschung, um den Geheimnissen physikalischer Sonderheiten wie fallenden Türen und Mofas auf die Spur zu kommen. Trendforscher Peter Wippermann reflektiert die Freuden des Landlebens und das Glückspotenzial der Bewohner „Büttenwarders“, trotz aller wirtschaftlichen Misere. Denn: schöneres Landleben als in „Büttenwarder“ war nie. Auf die nächsten 20 Jahre!

    Film der Woche: willizblog.de guckt TV

Die Dokumentation zur Serie ergänzt dem Büttenwarder-Kenner sicherlich sein Wissen und ist gleichzeitig ein guter Einstieg für alle die, die die Serie noch nicht kennen. Da werden einige schnell auf den Geschmack kommen.

20 Jahre Büttenwarder – Der Traum vom wahren Leben (2017) – Link auf Webseite – direkter Link auf das Video (Download)

Nun zur Jahreswende gibt es neben der Doku zum 20-Jährigen sechs neue Folgen aus Büttenwarder, die ich mit meiner Frau zu Silvester (wir waren gerade aus dem Winterurlaub gekommen) en bloc hineingezogen haben. Viel besser kann man das neue Jahr nicht starten!

(Wiederholter) technischer Hinweis: Ich getraue und bediene mich der Mediatheken Öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten (zusammen mit dem direkten Link auf den Film zum Herunterladen). Zudem bediene ich mich eines Videoplayers, der das Plugin Adobe Flash benötigt. Solltet Ihr damit Probleme haben, so findet Ihr hier auch immer den direkten Link auf die Webseite mit dem Video der entsprechenden Sendeanstalt.