Kategorie-Archiv: Ei, wie witzig

Deutschland sucht den Super-Witz-Schrott

… wieder wie ein Mensch?!

Heute war ich endlich beim Friseur. Den großen Ansturm habe ich erst einmal vorbeiziehen lassen. Aber nachdem ich mir zu Hause den Tag zuvor den Bart gestutzt habe (noch dürfen das die Friseure nicht), habe ich es gewagt. Und das ging dann auch ganz flott: Hände desinfizieren, Kontaktdaten eintragen, Haare waschen und dann schneiden. Alles natürlich mit Gesichtsmaske. Auch der Friseur. Mindestabstand zu den anderen Kunden wurde eingehalten. Also alles wie es in Coronazeiten sein soll!

Willi vor dem Friseur (like a bum) - Willi nach dem Friseur (wieder zivilisiert)
Willi vor dem Friseur (like a bum) – Willi nach dem Friseur (wieder zivilisiert)

Jetzt darf ich mich also wieder unter Menschen wagen. Gut, die Gesichtsmaske hat mein pennerhaftes Aussehen bestens kaschiert. Aber genug ist genug! (Ganz ehrlich: Mir ist es ziemlich piepeschnurzegal, wie ich herumlaufe! Aber wenn’s jetzt wärmer werden sollte, kommt man mit einer solchen Haarpracht schon leichter ins Schwitzen!)

Nein, so doch nicht … (10): Wie werde ich ein erfolgreicher Rechtspopulist?

Zunächst: Populisten sind wir ja eigentlich alle. Die einen rechts, die anderen links. Wer möchte nicht nah am Volke sein? Wer aber in der Politik als Populist erfolgreich sein möchte, der braucht einige Voraussetzungen, die die meisten leider nicht erfüllen. Ist klar: Dann wären wir ja alle erfolgreich … Es genügt also nicht, das Maul aufzureißen und lauthals seine Meinung kundzutun. Auch die Fähigkeit zu differenzieren, wäre angebracht.

Zunächst sollte sich ein potenzieller Rechtspopulist einer größeren Bewegung, am besten einer Partei anschließen. Selbst eine Bewegung oder gar Partei zu gründen ist wenig sinnvoll, da bekanntlich ‚die Revolution‘ ihre eigenen Kindern frisst, d.h. im Gang der Ereignisse bleiben die Gründer meist auf der Strecke (siehe AfD -> Bernd Lucke, dann Frauke Petry – oder Pegida -> Lutz Bachmann). Es muss nicht unbedingt eine rechtsgerichtete Partei sein. Die etablierten Parteien tun es auch. Dort kann es ein werdender Populist auch weit bringen (siehe z.B. Thomas Kemmerich/FDP – Thilo Sarrazin/SPD – Boris Palmer/Grüne). Später ist ein Wechsel zu einer rechtsgerichteten Partei wie die AfD sinnvoll, wenn damit ein Sprung in die Führungsetage erzielt werden kann.

Nein, so doch nicht ... Oder doch?!
Nein, so doch nicht … Oder doch?!

Hier ist es natürlich erst einmal sinnvoll, nicht durch Plattitüden aufzufallen. Zunächst positioniert man sich an der gängigsten Parteilinie, in der Regel ist das die der Parteiführung. Natürlich dauert es eine Zeit, bis man sich ein Mandat erworben hat, mit dem die weiteren Schritte begangen werden können. Um nicht als Hinterbänkler zu verkommen, sollte sporadisch auf sich aufmerksam gemacht werden. Am besten greift ein kommender Populist ein Thema auf, das gerade sehr aktuell ist. Sein Standpunkt muss dabei dem ’seiner‘ Partei genau widersprechen und möglichst in einfache Worte verpackt sein, damit es auch jeder versteht.

Sollten die Angriffe der eigenen Parteifreunde zu stark werden, kann die geäußerte Aussage in soweit modifiziert werden, indem sie ‚abgeschwächt‘ wird. So behauptet man, falsch verstanden worden zu sein. So wechselt der zukünftige Populist scheinbar immer wieder seinen Standpunkt, bis ein gewisser Bekanntheitsgrad erreicht ist.

Gegen ein dann wahrscheinliches Parteiausschlussverfahren wehrt sich der etwaige Populist mit allen Mitteln. Sein eigentliches Ziel heißt aber: Wechsel in die Führung einer in den Parlamenten vertretenen rechtsgerichteten Parteien.

Auf dem Weg dorthin, sind viele Hürden zu nehmen. Wichtig dabei ist, sich bei den eigenen Parteifreunden unbeliebt zu machen, dafür aber bei den Wählern zu punkten. Ein Mindestmaß an Bekanntheit ist unumgänglich.

Ist das Ziel, Führungsmitglied einer rechtsgerichteten Partei zu werden, erreicht, dann kann sich ein solcher denkbarer Populist natürlich auch daranmachen, diese Partei zu unterwandern. Im Grunde geht das wie bisher beschrieben, nur andersherum 😉

Ständchen für Muddern

Ein Ständchen in der Frühlingsnacht
Ist leicht gebracht.
Nur ist es fraglich, ob’s gelingt,
Daß es zu Röschens Herzen dringt.

Nein, nicht von Heinz Erhardt, von Wilhelm Busch stammt dies kleine Gedichtchen. Wenn Röschen vielleicht auch (noch) keine Mutter ist (noch bemüht sich der Protagonist des Reims um Röschens Herz – und vielleicht mehr) – so soll dieser Vers als Ständchen heute allen Müttern gewidmet sein.

Wilhelm Busch
Wilhelm Busch

Übrigens: (Auch) in Afrika ist Muttertag! Das ist ein etwas seltsamer Spruch aus alten Zeiten, der heute vielleicht rassistsch zu deuten ist. Dem aber nicht so: Eigentlich sollte der Muttertag (und seine kommerzielle Ausrichtung) mit diesem Muttertag in Afrika aufs Korn genommen werden. Genauso gut hätte es auch heißen können. „Am Nordpol ist Muttertag!“ – das wäre tatsächlich paradox …

Willis Beitrag zum Thema Katzenbilder

Ich habe nichts gegen Katzen. Ich mag nur nicht diese vielen Katzenbilder, die ich auf Facebook, Twitter usw. finde. Für mich sind sie der Inbegriff einer Idylle, die mehr als trügerisch ist. Und Katzen würde ich vielleicht sogar mögen, wenn ihre nachts durch die Gegend streunenden Artgenossen es unterließen, auf unseren Rasen zu kacken.

Daher dieser kleine Beitrag von mir zum Thema Katzenbilder. Die hier gezeigten Bilder stammen aus zwei ziemlich unterschiedlichen Filmen:

1. Alfred Hitchcock: Endlich sind wir reich (Rich and Strange) (1931)

Der Angestellte Fred Hill bekommt von seinem Erbonkel eine größere Summe zur Verfügung, damit er sich seinen Wunschtraum vom Reisen in Luxus erfüllen kann. Zusammen mit seiner Frau begibt er sich auf Weltreise mit dem Schiff. Doch das Ganze geht schief. Auf der Heimreise drohen beide bei einer Havarie im Chinesischen Meer zu ertrinken. Zum Glück werden die Schiffbrüchigen durch chinesische Plünderer vom sinkenden Schiff gerettet.

aus: Alfred Hitchcock: Endlich sind wir reich (Rich and Strange) (1931)
aus: Alfred Hitchcock: Endlich sind wir reich (Rich and Strange) (1931)

Die Ausgehungerten bekommen Essen, das sie mit großem Appetit vertilgen (kleines Bild im Bild). Da sehen Sie, wie einer der Plünderer das Fell der Katze, die zuvor an Bord ihres Schiffes war, zum Trocknen aufhängt … Das Weitere können wir uns denken!

2. Die dunkle Seite des Mondes (2015) mit Moritz Bleibtreu

Der erfolgreiche und skrupellose Frankfurter Wirtschaftsanwalt Urs Blank wird aus der Bahn geworfen, als sich ein Geschäftsmann vor seinen Augen erschießt. Dann lernt der verheiratete Blank die junge Lucille kennen und ist von ihrem alternativen Lebensstil fasziniert. Jedoch hat ein halluzinogener Pilztrip mit ihr schwere Folgen. Blank wird zum instinktgetriebenen und aggressiven Mörder.

Die dunkle Seite des Mondes (2015) mit Moritz Bleibtreu
Die dunkle Seite des Mondes (2015) mit Moritz Bleibtreu

Als ihn eine Katze beim Frühstück stört (kleines Bild im Bild), erwürgt er das Tier.

Um es nicht völlig mit Katzenfreunden zu verderben, hier ein Ausschnitt aus einem Foto, das mir der älterer meiner beiden Söhne geschickt hat. Behutsam hält er hier eine Katze in seinen Händen. Da könnten selbst mir fast die Tränen kommen …

Sohn mit Katze
Sohn mit Katze

Weihnachtliches Eichhorn

Auch Eichhörnchen frieren im Winter. Und mit sinkenden Temperaturen beginnen diese possierlichen Tierchen, ihr Winterquartier zu präparieren. Da kommt ein Knäuel unbehandelte Schafswolle, die meine Frau im Garten ausliegen hatte, gerade recht.

Weihnachtliches Eichhörnchen
Weihnachtliches Eichhörnchen

Mit dieser Wolle im Maul erinnert dieses Eichhörnchen doch schon stark einem Weihnachtsmann (Sollte der Weihnachtsmann vielleicht in Gestalt eines Eichhörnchen auftreten? Wir kennen ja auch den Osterhasen, ist auch ein Tier aus der freien Wildbahn).

Durch diese hohle Gasse …

Das Bremer Schnoor-Viertel hat es in sich: Durch enge Gassen (alles andere als hohle wie bei Tell) schlengeln sich die Schaulustigen (und drängeln sich auch schon mal – wie ich mich mit meiner Frau). Hier kann gut gegessen und getrunken werden. Und natürlich findet der Suchende (und Findende) auch das eine oder andere Geschenk für den sich nahenden Gabentisch. Bargeld (am besten die Kreditkarte) bereithalten – oder: einen großen Bogen um dieses Viertel machen.

Willi und Frau drängeln sich durch den Bremer Schnoor - © Jan Einar Albin
Willi und Frau drängeln sich durch den Bremer Schnoor – © Jan Einar Albin

Manches Gässchen ist sogar so eng, da kommt ein ausgewachsener Mensch nur quer durch. Oder muss eben tüchtig drängeln …

Loriot und Willi

Vorgestern war ich mit meiner Frau und den älteren meiner zwei Söhne, der zu uns aus Mannheim zu Besuch kam, zum Shoppen und mehr in Bremen. Auf dem Rückweg zum Bahnhof kamen wir am Loriotplatz vorbei.

Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow, uns allen eher als Loriot bekannt, verdankt Bremen und durch die Senderreihe Loriot besonders dem dort ansässigen Ferensehsender Radio Bremen seine bundesweite Berühmtheit. Natürlich habe ich ihn auch in diesem Blog den einen oder anderen Beitrag gewidmet.

Willi und Loriots 'Knollennasenmännlein' - © Jan Einar Albin
Willi und Loriots ‚Knollennasenmännlein‘ – © Jan Einar Albin

Am Loriotplatz findet sich eine Parkbank mit einer der bekannten Schöpfungen aus Loriots Hand, dem Knollennasenmännlein. Wie viele solcher Plastiken, so wird natürlich auch diese gern fototechnisch ‚missbraucht‘ (die Parkbank lädt dazu geradezu ein). So planzte auch ich mich neben dieses besagte dreidimensionale, körperhafte Objekt der bildenden Kunst. Okay, all zu gut machte ich mich nicht dabei …

Öffentlich-rechtliche Satire: Gar nicht so witzig …

Ja, ich gucke Satire-Sendungen wie Extra 3 und Heute-Show. Aber so richtig belustigt fühle ich mich da nicht mehr. Und eigentlich genügen bereits Nachrichtensendungen, um den Kopf zu schütteln, ein gepresstes Lachen auszustoßen: denn der Wahnsinn geht um! Die Politiker sind die eigentlichen Karikaturen ihrer selbst. Da braucht es solche TV-Satire eigentlich nicht mehr …

Die Anstalt ist zwar auch satirisch, arbeitet aber meist ein bestimmtes Thema auf und bringt dabei Informationen an den Zuschauer, die ansonsten lieber unter den Tisch gekehrt werden. Hier zeigt es sich, in was für einer Welt wir leben: Raffgier, Machtgeilheit, Rücksichtlosigkeit … die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, leider.

Jetzt habe ich einen Artikel (Hoch lebe der Staatshumor) vor mir liegen, der sich äußerst kritisch mit der Bespaßung durch öffentlich-rechtliche Sender auseinandersetzt, wozu eben auch die Sendungen wie Extra 3 und Heute-Show gehören.

Demnach fahren diese TV-Sender mit einer kunterbunten Parade aus Komikern, Witzeerzählern und Hofnarren auf und, jetzt kommt es, mit ein paar politischen Kabarettisten im Alibimodus. So gibt es viele neue Kleinkünstler, die durch das Fernsehen die Chance sehen, möglichst schnell groß raus zu kommen. Diese Dieter Nuhrs, Mario Bahrs und wie sie alle heißen, dieses Kabarett für die breite Masse mit seiner heiteren Weltendeutung hat natürlich mit Satire im eigentlichen Sinne nichts zu tun.

Hoch lebe der Staatshumor
Hoch lebe der Staatshumor

In dem genannten Artikel beschreibt der Münchener Bruno Jonas das Phänomen des intellektuellen Seichtgebietes so:

Es gibt ja in diesem Land zur Zeit ein großes Bedürfnis nach Empörung. Und nicht wenige Kollegen gefallen sich mächtig in der Rolle eines moralisch hochstehenden Empörungsdienstleisters. Ich bezeichne dieses paradoxe Auftreten, also die Pose aus maximaler Anklage und minimalster Konsequenz als einen moralischen Populismus.

Und so bekommen sie alle ihr Fett weg, ob sie Christian Ehring (Extra 3), Oliver Welke (Heute-Show) oder Caroline Kebekus heißen. Im Fernsehen ist „vom Mut und Geist eines Hildebrandt, von der wahrhaftigen Anarchie eines Schramm oder der erhellenden Kraft eines Pispers […] hier weit und breit nichts zu verspüren.“

Bleibt da eigentlich nur noch ‚die Anstalt‘ der Herren Max Uthoff und Claus von Wagner. Uthoff wundert sich selbst, dass seine Sendung bisher im ZDF überlebt hat (wenn auch zur nachtschlafenden Zeit ausgestrahlt):

„Dass wir nicht zensiert werden, kann man auf vielfache Weise interpretieren: Entweder das System ist so sattelfest, dass Kritik die Mächtigen nicht mehr groß juckt. Oder wir sind so zahm, dass „die da oben“ keine echte Feindschaft erkennen. Oder wir sind in unserer Kritik handwerklich so gut, dass man uns die Plausibilität einer anderen Sichtweise zugesteht. Oder man fürchtet auf den oberen Ebenen bei Bekanntwerden von inhaltlichen Direktiven eine Art öffentliche Empörung.“

Quiz zum Wochenende (01)

„Auf dem Landsitz North Cothelstone Hall von Lord und Lady Hesketh-Fortescue befinden sich außer dem jüngsten Sohn Meredith auch die Cousinen Priscilla und Gwyneth Molesworth …“

Quiz zum Wochenende
Quiz zum Wochenende

So beginnt eine legendäre Ansage im Fernsehen, in der sich eine Moderatorin durch das th-Gewirr der englischen Sprache manövriert.

Frage 1: Wer war die Moderatorin?
Frage 2: Aus welcher Sendung stammt diese Ansage?

Mit Vorsatz

Ein neues Jahr beginnt bei vielen mit dem Verfassen von guten Vorsätzen. Der Raucher will endlich das Rauchen aufgeben, der etwas zu sehr Beleibte will bewusster essen und endlich Sport treiben, der Workaholic sich mehr um Familie und gute Freunde kümmern. Besonders Fitnessclubs und Sportvereine profitieren von dem ungebremsten Drang nach Bewegung, der so viele zum Jahresanfang überfällt. Okay, nach spätestens zwei oder drei Wochen ist damit genauso abrupt Schluss, wie es begonnen hat. Und wenn sich die mit Vorsatz um Veränderung Bemühten ärgern, dann nicht, weil sie einen Mangel an Willenskraft aufweisen, sondern weil mindestens noch bis zum Jahresende der Vereinsbeitrag fällig wird.

Schon Erich Kästner wusste um die vorsätzlichen Bestrebungen der Menschen. Da werden Pläne fürs neue Jahr geschmiedet, schließlich weiß jeder, dass es allein mit dem Vorsatz nicht genügt. Am Ende sind die allein mit Vorsätzen Gepflasterten besser dran, als diejenigen, die sich schon halb auf dem Weg befindend ihrer Willensschwäche bewusst werden.

    Erich Kästner - Dutch National Archives, The Hague, Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANEFO), 1945-1989 bekijk toegang 2.24.01.09 Bestanddeelnummer 912-8730

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Laßt das Programm! Und bessert euch drauflos!

Erich Kästners silversternächtliche Zeilen

Früherziehung?!

Wer mit der Fähre auf der Hallig Langeneß ankommt, findet nach kurzer Strecke das Gasthaus Hilligenley auf der rechten Seite. Gleich dahinter befindet sich in einem reetgedeckten Haus die Kindertagesstätte „Die Wattwürmer“.

Als ich mit meiner Familie während unseres einwöchigen Urlaubs auf Langeneß an dieser Kita vorbeikam, musste ich natürlich den Eingang zu diesem Haus fotografieren. Aber was musste ich da Fürchterliches feststellen? Die Tür zur Kita stand offen. Und im Flur waren zwei Kästen Flens zu sehen. Wird hier also die äußerst fragwürdige Früherziehung der Halligkleinkinder zum Alkoholismus betrieben? 😉

‚alkoholische‘ Früherziehung?!