Kategorie-Archiv: Unsere Erde – unsere Welt

Schutz und Verschmutzung unserer Umwelt

Wilseder Berg (Lüneburger Heide)

Wenn man wie wir am Rande der Lüneburger Heide wohnt, dann sollte auch die höchste Ergebung der Heide, der Wilseder Berg (169,2 m), einmal besucht werden. Am Samstag haben wir es mit Bekannten und deren Kinder endlich geschafft. Mit dem Auto sind wir ‚angereist‘ und haben dieses auf dem Parkplatz in Niederhaverbeck (direkt an der L121, Niederhaverbeck 14, 29646 Niederhaverbeck. Koordinaten: N53.150891  E9.908516 ) abgestellt. Von dort aus ist der Wilseder Berg überall ausgeschildert (direkter Weg ca. 4,5 km, 60 min).

Wilseder Berg (Lüneburger Heide) Willi guckt in die Heide
Lüneburger Heide vom Wilseder Berg

Es war ein trockener und angenehm frischer Tag. Also genau richtig, um sich auf den Weg zu machen. Auf dem Rückweg tranken wir Kaffee in der Wiesenwirtschaft Heidekönig oberhalb des Parkplatzes in Niederhaverbek: Empfehlenswert ist der Buchweizenkuchen mit Füllung, aber auch die Wildbeerentorte oder die Heidelbeer-Buttermilchtorte. Absolut lecker und wirklich preiswert.

I feel like a lion

Heute ist Weltlöwentag. Und ich fühle mich wie ein Löwe. Warum? Ganz einfach: Ich gelte mit dem heutigen Tag als vollständig gegen das Corona-Virus geimpft (die 14 Tage seit der Zweitimpfung liegen hinter mir). Damit bin ich der letzte meiner Sippschaft – der letzte Mohikaner, der die daraus resultierenden Vorteile genießen darf.

Eintragung der zwei Impfungen gegen Covid19 im meinem Impfpass
Eintragung der zwei Impfungen gegen Covid19 im meinem Impfpass

Mit dieser Impfbescheinigung bekam ich dann auch das für die EU gültige digitale Covid-Impfzertifikat als Ausdruck, um es über den QR-Code mit der CovPass-App des Robert Koch Instituts auf mein Tablet zu überspielen.

    QR-Code aus dem EU digitalen Covid-Impfzertifikat (zur weiteren Verwendung nicht geeignet)
    QR-Code aus dem EU digitalen Covid-Impfzertifikat (zur weiteren Verwendung nicht geeignet)

Ab heute entfällt für mich also ein negatives Testergebnis als Zugangsvoraussetzung, etwa zum Friseur oder im Einzelhandel. Außerdem gelten Kontaktbeschränkungen nicht mehr für mich.

Inzwischen wird über eine Auffrischimpfung (3. Impfung) diskutiert, die wohl fünf Monate nach der Zweitimpfung erfolgen soll. Bisher liegen wohl noch keine Erkenntnisse vor, die eine solche Auffrischung für notwendig erachten..

So nebenbei: Ich habe mich gefragt, ob es zwischen „Ich fühle mich wie ein Löwe!“ und der Aussage „Ich fühle wie ein Löwe!“ einen Unterschied gibt. Der Google Übersetzer überträgt beides gleichlautend ins Englische mit: I feel like a lion. Ich denke, es hat etwas mit der Zeit zu tun. Wenn ich mich wie ein Löwe fühle, so deutet das auf ein augenblickliches Löwengefühl hin. Ansonsten ist das Sich-wie-ein-Löwe-Fühlen eher von einer gewissen Dauerhaftigkeit. Oder wie seht Ihr das?

Willi backt Brot

Früher einmal, da habe ich öfter unser Brot selbst gebacken. Allzu viel Aufwand ist es nicht, rechne ich Vorbereitung und später den Abwasch nicht. Allerdings ist Selberbacken nicht unbedingt billiger.

Nun, meine Frau meint, ich hätte als Rentner nicht viel zu tun (dabei komme ich zu dem, was ich auf meinem Zettel habe, fast gar nicht …) und könnte – eben wie früher – auch einmal wieder unser Brot selbst backen.

Ich habe mich nun tatsächlich aufgerafft, und erst einmal Brötchen, dann auch meine ersten Brote nach langer Zeit gebacken. Der eigentlich Anreiz für mich war der folgende – Punkt 1: In der Vorosterzeit 1982, also vor fast 40 Jahren, war ich mit einem Kumpel nach Prag gereist und hatte u.a. einen Halt in Pilsen eingelegt (Zlatá Praha (2): Hinfahrt nach Prag 1982). Dabei aßen wir in einer Art Imbiss (damals war Prag noch die Hauptstadt der ČSSR, der Tschechoslowakische Sozialistische Republik) jeder einen halben Flattermann (Hähnchen) und bekamen dazu Brot. Und was für ein Brot! Es schmeckte herrlich nach Kümmel und anderen Gewürzen. – Punkt 2: Da gibt es aus Südtirol diese Vinschgauer Paarl, Vinschgauer oder Vinschger genannten Brötchen im Doppelpack. Auch diese zeichnen sich durch eine spezielle Würze aus. – In beiden Fällen handelte es sich um Brote mit hohen Roggenanteil.

Nun ich bin ein absoluter Fan von Roggenbrot (und daneben natürlich von Gerstenkaltschalen). Bei uns in Norddeutschland kennen wir das Gersterbrot, was nichts mit Gerste zu tun hat. Der Wortbestandteil „Gerster“ wird auf das Verb gerstern, gersteln bzw. gesseln zurückgeführt, das sich auf das Herstellen einer ausgeprägten Brotrinde im Ofenfeuer bezieht. Das ist zwar auch sehr lecker, Aber es fehlen mir die Gewürze.

Und so habe ich mich tatsächlich aufgemacht, um ein kräftiges Roggenbrot ganz nach meinem Geschmack zu backen. Ich habe dabei natürlich etwas experimentiert. Und das Experiment ist geglückt.

Willi backt Brot – zwei Roggen-Dinkelbrote im Ofen
Willi backt Brot – zwei Roggen-Dinkelbrote im Ofen

Hier das von mir modifizierte Rezept für zwei Roggenbrot mit Dinkelanteil samt Sauerteig:

250 g Dinkelmehl
250 g Roggenschrot
450 g Roggenmehl (z.B. Type 1150)
150 g flüssiger Natursauerteig (im Supermarkt bzw. Bioladen erhältlich)
1 EL Zucker
1-2 EL Salz
1 Würfel frische Hefe (42 g) – Trockenhefe aufgelöst in etwas warmen Wasser mit dem Zucker geht natürlich auch
725 ml Wasser, lauwarm (bzw. anteilig 330-500 ml Bier)
und natürlich feingemahlene Gewürze je 1 TL Kümmel, Fenchel, Koriander, Bockshornklee, Anis



Für die Roggendinkelbrote alle Zutaten mit der Knetmaschine oder dem Handmixer zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort ca. 20 Minuten ruhen lassen (Ich mach das im Backofen, den ich zuvor auf 50 ° C erwärmt habe). Nach der Ruhezeit den Teig in zwei gleichgroße Stücke teilen.

Die Teigstücke rundwirken, in Roggenmehl wälzen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Nochmals abgedeckt an einem warmen Ort ca. 40 Minuten gehen lassen.

Wichtig: Den Ofen ca. 10 Minuten vorwärmen. Dabei ein feuerfestes Gefäß mit etwa ½ l Wasser auf den Boden des Ofens stellen.

Auf unterer Schiene dann bei 200 ° C (Umluft) backen. Durch das Wasser dampft es ordentlich im Ofen. Das sorgt aber für eine gute, krosse Kruste.

Nach 10 Minuten Backzeit die Hitze auf 180° C herunternehmen, dabei einmal kurz die Ofentür öffnen, um den Dampf abzulassen. Weitere 40 Minuten backen. Den Ofen danach während des weiteren Backens NICHT mehr öffnen. Das ist ganz witzig!

Nach dem Backen die Brote auf einem Gitter oder Holzbrett auskühlen lassen. Diese sollten sich beim Klopfen auf die Unterseite hohl anhören. In der Ruhezeit nach dem Backen festigt sich die Kruste und wird stabil.
Guten Appetit!

Hier das Ergebnis: Ein gehaltvolles, wundervoll geschmackvolles Brot mit einer knackig-krossen Kruste:

Willi backt Brot – zwei Roggen-Dinkelbrote kühlen aus
Willi backt Brot – zwei Roggen-Dinkelbrote kühlen aus

Verimpft?!

Warten auf Godot aufs Impfen

Seit Ende April ‚dürfen‘ jetzt auch die Personen geimpft werden, die älter sind als 60 Jahre. Ich Glücklicher gehöre dazu. Glücklich? Über eine Woche habe ich jetzt auf eine entsprechende postalische Einladung durch das Gesundheitsministerium Niedersachsen gewartet. Auch nach dem Telefon gelauscht, ob sich vielleicht mein Hausarzt meldet oder die Frauenärztin, bei der ich auf der Warteliste stehe … Nichts! Inzwischen habe ich gehört, dass es z.B. bei meinem Hausarzt mit der Nachlieferung an Impfstoff etwas hapert. So habe ich nun online um einen Termin beim nächsten Impfzentrum gebeten. Und landete auch dort nur auf einer Warteliste.Ich will keine Wette eingehen, aber ich schätze einmal, vor Juni keinen Impftermin zu bekommen. Oder?

Warten aufs Impfen ...
Warten aufs Impfen …

Lockerungen für Geimpfte

Nach den Plänen von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sollen vollständig Geimpfte und Genesene rechtlich mit Menschen gleichgestellt werden, die negativ getestet sind (mit Tests nicht älter als 24 Stunden bei PCR-Tests mit Bestätigung; Selbsttests müssen unmittelbar vor dem Eintritt vorgenommen werden). Geimpfte und Genesene dürften dann auch ohne vorherigen Test in Geschäfte, Zoos oder zum Friseur gehen.

Dass das nicht unbedenklich ist, sollte klar sein. So kritisieren z.B. Amtsärzte vor allem geplante Ausnahmeregelungen wie etwa eine Aufhebung der Testpflicht für Geimpfte. Stichwort: Mutanten (Virusmutationen).

Sicherlich ist eine Neiddebatte nicht sinnvoll, aber ich denke da schon an die vielen jungen Menschen, besonders Schülerinnen/Schüler und Studentinnen/Studenten, für die soziale Kontakte besonders wichtig sind und die unter der Coronakrise bisher mit am meisten zu leiden hatten und in der Impfreihenfolge so ziemlich am Ende auftauchen. Es sollte bei den Tests als erstes Kriterium bleiben.

Im Datendunkelfeld

Es gibt wohl keinen der verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, die sich im Klaren darüber sind, wann die Pandemie tatsächlich als besiegt betrachtet werden kann. Heute wird mit Werten wie Inzidenz und Impfquote jongliert, Zahlen, die als Datengrundlage etwas dünn ausfallen. Die Politik befindet sich im Datendunkelfeld. Es kann natürlich keine Sammelwut von Daten in die Wege geleitet werden, aber es geht vor allem um den Blick in die Zukunft: Wie gehen wir zukünftig mit Pandemien um? Haben wir dann endlich einen Plan?

Noch etwas: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist natürlich von der Anzahl der Tests anhängig. Je mehr getestet werden, um so höher wird der Inzidenzwert ausfallen. Es wäre sicherlich besser, da transparenter, wenn die Anzahl positiv Getesteter mit den Anzahl der durchgeführten Tests im Verhältnis gesehen wird. Ich möchte dabei allerdings gleich der Darlegung rechter Kreise widersprechen, die genau dieses Argument benutzen, um die gesamte Corona-Pandemie herunterzuspielen. Im Gegenteil sehe ich die Gefahr, das Landkreise mit hohem Inzidenzwert die Anzahl der Tests verringern, um diesen Wert zu senken.

Neu im Duden: Verimpfen

Wann genau dieses Verb Eingang in den Duden hatte, weiß ich nicht. Ich habe eine schon etwas ältere Ausgabe und die kennt das Wort noch nicht: Verimpfen, also impfen mit der Vorsilbe ‚ver-‚.

Der Vorsilbe ‚ver-‚ bei Verben bezeichnet oft ein Nichtgelingen eines Tuns (wenn auch nicht so stark wie die Vorsilbe ‚miss‘), z.B. in: versagen, verzweifeln, vergeuden. Meist findet sich ein solches Verb auch in Verbindung mit dem Pronomen ’sich‘, wie z.B. in: (sich) verfahren, (sich) vergreifen. Oft bedeutet die Vorsilbe ‚ver-‚ auch „fort, hinweg“. Wenn jetzt so und so viele Dosen Impfstoff verimpft wurden, so geht der Impfstoff ‚hinweg‘ (‚ver-‚dünnisiert sich gewissermaßen). Corona wirbelt auch unseren Wortschatz gehörig durcheinander (vom Corona-Glossar ganz zu schweigen).

Bleibt ’negativ‘, bleibt gesund!

Popeln!

Seit gestern bin ich eigentlich dran mit dem Impfen! Ich warte noch auf eine Benachrichtigung bzw. einen Anruf von meinem Hausarzt. Auf einer Warteliste bei einer Gynäkologin (ja, richtig gelesen) bin ich bereits eingetragen. Vielleicht werde ich bei der ‚verimpft‘. Wenn bis Anfang der nächsten Woche ’nichts‘ kommt, dann werde ich mich wohl selbst um einen Impftermin bemühen müssen. Denn anders als diese Pappnasen von selbst ernannten Querdenkern, Coronaleugnern, Impfgegnern und Verschwörungsschwaflern möchte ich mich impfen lassen.

Schnell getestet habe ich mich vor Ostern, als der ältere meiner beiden Söhne zu uns zu Besuch kam (auch er hatte sich zuvor schnell testen lassen). Er ist Medizinstudent und weiß um die Auswirkungen des Virus Bescheid.

Popeln … … der neue Selbstschnelltest!
Popeln … … der neue Selbstschnelltest!

Anders als einige unserer Schauspielerinnen und Schauspieler, die mit ihrer Aktion #alles-dicht-machen die Auswirkungen der zum Kampf gegen die Covid-19-Pandemie eingeführten staatlichen Maßnahmen auf das gesellschaftliche Leben satirisch übersteigert zum Ausdruck brachten und damit aus nachvollziehbaren Gründen viel Kritik einstecken mussten (Kopf der Aktion war übrigens der Regisseur Dietrich Brüggemann), möchte ich, wie oben gezeigt, einen neuen Selbstschnelltest vorstellen: Das Popeln in der eigenen Nase! Dabei darf man sich gern auch an die eigene Nase fassen. AfD-Ler dürften das sicherlich nicht so witzig finden.

Der eigentliche Text auf diesem Bild lautete übrigens: Popeln … … auch eine Art, in sich zu gehen! Vielleicht sollten wir das in jetzigen Corona-Zeiten tun (nicht popeln, sondern ‚in uns gehen‘), dabei den Humor nicht verlieren (mit dem haben wir Deutsche bekanntlich oft unsere Schwierigkeiten) und uns an die von der Politik verordneten, leider oft nicht immer nachvollziehbaren Corona-Regeln halten. Lieber ein Mehr als ein Zuwenig an Sicherheitsmaßnahmen, damit wir hoffentlich bald das Virus ‚in den Griff‘ bekommen.

Sascha hat Husten – die gescheiterte Revolution in Belarus

Die Massenproteste gegen den Betrug bei der Präsidentschaftswahl im August 2020 und für die Forderungen nach Neuwahlen, der Abdankung Lukaschenkos und die Freilassung der politischen Gefangenen in Belarus sind verebbt. Es gibt nur noch sporadische Versammlungen der Gegner des belarusischen Regimes. Sicherlich liegt es am extremen Wintereinbruch, der starke Schneefälle und Temperaturen nahe – 20 ° C zur Folge hatte. Aber eigentlich ist es Lukaschenko gelungen, den Großteil der protestierenden Bevölkerung durch den brutalen Einsatz seiner Schergen einzuschüchtern. Selbst vor 13-jährigen Jugendlichen macht die Staatsmacht nicht halt: So wurde z.B. ein Junge verhaftet und in Verhören massiv bedroht.

Das ist natürlich alles nichts Neues in Belarus. In dem Buch Secondhand-Zeit: Leben auf den Trümmern des Sozialismus der belarusischen Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch erzählt eine damals 21-jährige Studentin von den Protesten nach der Präsidentschaftswahl 2010 (das letzte Kapitel: Vom Mut und Bangen) und ihrer Flucht nach Russland. Auch damals gab es Repressionen ohne Ende. Und auch damals verlief die Protestwelle zuletzt im Sande.

Das Regime gibt keine Ruhe und geht jetzt auch gegen Journalisten und Journalistinnen hart vor. So sollen zwei TV-Mitarbeiterinnen heute zu drei Jahren Haft verurteilt werden. Sie hatten im November von einer Oppositionskundgebung live berichtet – laut Anklage eine „Störung der öffentlichen Ordnung“.

Das eigentlich Perfide: Die staatlichen Stellen (Polizei, Gerichte usw.) geben sich als Rechtsstaat aus. So kommt niemand ins Gefängnis, wenn er nicht zuvor ‚ordentlich‘ von einem Gericht verurteilt wurde. Das erinnert schon stark an den Volksgerichtshof, einem Sondergericht der Nazizeit.

Jetzt gab es die 6. Allbelarusischen Volksversammlung, zu der sich 2700 ausgewählte Delegierte aus angeblich allen Bevölkerungsschichten trafen. Die Hauptbestimmung der Versammlung ist die Verabschiedung eines fünfjährigen sozial-wirtschaftlichen Entwicklungsprogramms des Landes. In diesem Jahr wurde das Treffen vor allem für Propagandazwecke genutzt. So wurde es dargestellt als Forum, bei dem jeder seine Position zum Ausdruck bringen könne. Dabei trafen sich hier nur ausgewählte, linientreue Funktionäre. Alexander Lukaschenko erklärte: Die Allbelarusische Volksversammlung hat eine hohe Nachfrage der Gesellschaft nach der Erhaltung von Wertsystem und Prioritäten gezeigt. – Ein Wertsystem im Sinne des Machthabers.

Sascha hat Husten
Sascha hat Husten

Dass die Delegierten ohne Abstand und meist ohne Maske auf ihren Plätzen saßen, schien keinen zu stören. Corona hin, Corona her. Und dass Alexander „Sascha“ Lukaschenko auch noch einen halbminütigen Hustenanfall bekam ( „Ізноў да мяне гэтая зараза прыйшла. Прабачце. Трэці дзень…“ – „Diese Infektion ist wieder bei mir aufgetreten. Es tut mir leid. Der dritte Tag …“), erschreckte nur einen der Anwesenden, der seine Maske etwas fester ins Gesicht zog. Von welcher Infektion sprach da der gute Mann?

Quellen: Telegram-Kanal von Euroradio / arte.tv / Belarusische Telegraphenagentur BelTA (staatliche Nachrichtenagentur)

Verloren in Übersetzung

Zu meinem Geburtstag habe ich nur schöne Geschenke bekommen. Ich meine es ernst. Manchmal bekommen wir ja Sachen, die wir partout nicht gebrauchen können, schon haben oder einfach nur hässlich finden. Dem war also nicht so.

Zu zwei Geschenken gab es eine Gebrauchsanleitung. Ich benutze häufig den Google Übersetzer, dessen Qualität in der letzten Zeit deutlich besser wurde. Die zwei Geschenke sind Made in China – und die genannten Gebrauchsanleitungen sind in diversen Sprache verfasst, so auch auf Deutsch. Und diese deutschen Texte sind gewissermaßen „in der Übersetzung verloren“ gegangen (ich muss da gleich an den Film Lost in Translation der Regisseurin Sofia Coppola mit Bill Murray und Scarlett Johansson in den Hauptrollen denken).

Vielleicht nicht ‚verloren‘, aber ins Deutsche durch einen automatischen Übersetzer gejagt (Google hätte das bestimmt besser hinbekommen), sodass das ‚Ergebnis‘ fast unverständlich bleibt. Wer kennt sie nicht, diese kuriosen Anleitung zum Gebrauch, die wenig hilfreich sind.

Beim ersten Geschenk, einer Fitness Tracker-Uhr der Firma YAMAY half ein wenig Intuition, den Text zu verstehen, hier ein kleines Beispiel zum Herzfrequenz-Modus des Geräts:

… Anmerkung: Nach dem Aufenthalt auf die Herzfrequenz-Schnittstelle für 1s beginnt Messung der Herzfrequenz, … nach der Messung von korrekten Daten zeigen Sie die Daten an.

Nun, nicht ich zeige die Daten an, sondern das Gerät.

Es wuchern Bart und Zins, nicht nur bei Kuntz und Hintz!
Es wuchern Bart und Zins, nicht nur bei Kuntz und Hintz!

Weiterhin bekam ich einen Bartpflegeset zum Geschenk. Wie oben zu sehen ist, wuchert mein Bart in Coronazeiten zu weihnachtsmännlichen Dimensionen. Da hatte einer meiner Söhne ein Einsehen mit mir. Also ran an die Schere – und anschließend gut geölt in die sonnendurchflutete Winterlandschaft. Es ist nicht nur die durchgängige Kleinschreibung (auch am Satzanfang) der Gebrauchsanleitung, die irritieren könnte, Der ganze Text z.B. zum Thema ‚Bart Öl‘ ließ mich meinen Bart nachdenklich kraulen:

Dein Bart noch überschaubar: von den ersten einsatz, dieser bart – weichmacher öl wird dein bart weniger grob – und schleifmittel. es behandelt auch getrennte endet auch, ob sie anfangen zu kommen, natürlich oder treten nach einer rasur.

Anfahrt: Noch ein paar tropfen von der handfläche die öl, sanft in den vollbart, spitzbart und schnauzbart auf die tiefe der haut zu beenden, bräutigam bart und stil, wie üblich.

Klar, ‚… wie üblich‘.

Wenn ein Haus auf Reisen geht …

Das sieht man nicht alle Tage: Auf den Bundesstraßen 75 und 3 im Landkreis Harburg ist letztes Wochenende ein seltener Umzug zu sehen. Ein 50er-Jahre-Bau wird per Schwertransport ins Freilichtmuseum am Kiekeberg gebracht.

Seit Mitte der letzten Woche war das Siedlungshaus aus Tostedt in Bewegung. Zunächst haben Experten es am Mittwoch mithilfe von hydraulischen Pressen angehoben, auf einem Transportfahrzeug mit eigenem Antrieb positioniert und von dort auf den Schwertransporter geladen, wie das Museum mitteilte. Am Freitag stand der acht Meter breite Tieflader einen Tag auf der B75 bei Kakensdorf. Grund war laut Museum eine Pause für die Fahrer. Der Verkehr wurde währenddessen über die angrenzenden Parkplätze umgeleitet. Sonnabend ging es dann auf den 22 Achsen weiter Richtung Rosengarten. „Der Wetterumschwung ist eine echte Herausforderung“, wie Polizeisprecher Jan Krüger sagte. Die verschneiten Straßen hätten zunächst geräumt werden müssen. Am Abend sollte das Haus das Museumsgelände erreichen.

Siedlungshaus wird Teil der „Königsberger Straße“

Einen derart aufwendigen Transport organisiert das Museum nicht zum ersten Mal. Für das Projekt „Königsberger Straße. Heimat in der jungen Bundesrepublik“, baut es einen Straßenzug mit fünf Originalgebäuden auf. Das erste war den Angaben zufolge vor zwei Jahren eine Tankstelle aus den 50er-Jahren, im vergangenen Jahr kam ein Siedlungsdoppelhaus hinzu. Am vergangenen Sonntag sollte dann der Ziegelbau aus Tostedt auf seinen neuen Keller gesetzt werden. Das Besondere an dem Haus ist laut Museum, dass es nahezu im Originalzustand sei. Nach dem Bau 1955 sei es bis 1963 erweitert und danach nicht mehr verändert worden. Errichtet hat es seinerzeit ein Ehepaar, das aus Ostpreußen in die Region geflohen war.
(Quelle: ndr.de)


Ungewöhnlicher Schwertransport: Haus rollt über die Straßen

Weitere Infos und Fotos siehe kiekeberg-museum.de

Querbeet (11): Neues von alten Männern

Das Fell des Bären

Bekanntlich soll man das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist: Wenn schon nicht Parteichef, dann eben Bundesminister: Dass Friedrich Merz nach Höherem strebt, hat er oft gesagt. Nun würde er gerne Wirtschaftsminister werden. Doch Kanzlerin Merkel, die Merz schon vor Jahren den Laufpass gegeben hatte, lehnt eine Kabinettsumbildung ab. So hofft der gute Mann natürlich auf spätere Zeiten, um nach der Bundestagswahl im Herbst diesen Jahres in einem Kabinett Laschet (oder Söder oder …?) den angestrebten Posten zu erringen. Die Wahl ist zwar noch lange nicht gelaufen, aber über Pöstchen kann man (Merz) ja schon einmal verhandelt.

.... querbett

Das Lieblingsspielzeug weggenommen

Lukaschenko, Präsident Belarus‘ von eigenen Gnaden, liebt Eishockey. Und freudestrahlend empfing er vor einigen Tagen den Präsidenten der Eishockey-Föderation IIHF, René Fasel, um ihn vor laufender Kamera freundschaftlich zu umarmen. In Corona-Zeiten nicht gerade das richtige Signal, auch wenn beide die CoVid-19-Infektion bereits überstanden haben. Es ging um die Ausrichtung der Eishockey-Weltmeisterschaft 2021, die ab 21. Mai in Riga, Lettland, und Minsk, Belarus, stattfinden sollte.

Da aufgrund der Menschenrechtslage in Belarus verschiedene Sponsoren mit Rückzug drohten, hat der IIHF entschieden, wegen „wachsender Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit den zunehmenden politischen Unruhen sowie Covid-19“ die WM nicht wie geplant in Minsk abhalten zu lassen.

„Das ist ein schwerer Schlag für den Diktator und sein Image“, sagte der belarusische Menschenrechtsaktivist Ales Bialiatski dem SID. Lukaschenko hätte die WM nur zu gerne für seine Politik benutzt, betonte der mit dem „Alternativen Nobelpreis“ (Right Livelihood Award) ausgezeichnete Bialiatski: „Es ist ein bisschen so, als nimmt man einem Kind das Spielzeug weg.“

Bereits zuvor hatte das Internationale Olympische Komitee den belarusischen Machthaber Alexander Lukaschenko von allen olympischen Aktivitäten einschließlich der Sommerspiele in Tokio ausgeschlossen.

Potus, ab in den Lokus – oder: Von weiteren Fellen

US-Präsident Trumps Stunden sind gottlob gezählt. Der alte Potus (President Of The United States) geht (ab in den Lokus mit ihm), der neue Potus kommt (heute ist bekanntlich Joe Bidens Amtseinführung). Nein, ich schreibe nichts mehr über diesen trotz Reagan, Bush Vater und Bush Sohn schlechtesten Präsident der USA. Seine Felle haben längst begonnen, davon zu schwimmen. Ich hoffe nur noch, das er bald im Knast landet. Schön wäre das. Aber vielleicht begnadigt er sich als letzte Amtshandlung selbst prophylaktisch. Würde zu ihm passen. Bannon hat er ja bereits begnadigt. Die Begnadigung Bannons ist deshalb bemerkenswert, weil der frühere Chefstratege zwar angeklagt ist, allerdings bislang nicht verurteilt. In der Regel begnadigen US-Präsidenten vor allem bereits Verurteilte.

Bleibt negativ!

Jetzt zur Weihnachtszeit schwappt also die 2. Coronawelle über uns: Übrigens wie von Herrn Drosten bereits im April prognostiziert. Womit die Politik wieder einmal ihr Versagen dokumentiert. So hieß es u.a. lange Zeit, Weihnachten, wenn wir benügend Rücksicht nähmen, könnte fast wie in alten Zeiten gefeiert werden. Nun, dürfen wir gerade vier Personen zusätzlich zu den Personen unseres Haushaltes einladen, wenn diese eng mit uns verwandt sind. Immerhin schaffen wir es so, Heiligabend mit unseren beiden Söhne samt Anhang zu feiern.

Ja, das Corona-Virus hat unser Leben verändert. Jetzt geht das Jahr 2020 zu Ende und das Beste daran ist, dass es zu Ende geht. Das Virus hat vor allem aber auch unseren Sprachgebrach verändert. Da gibt es Sprüche, die vor einem Jahr undenkbar waren bzw. ihrem Sinn nach eine andere Bedeutung hatten. Hier die Corona-Sprüche des Jahres 2020, wie sie in der Sendung extra 3 vom 03.12.2020 vorgestellt wurden. Natürlich nötigt uns das sicherlich ein Lächeln ab:

Platz 10: Entschuldigung, Ihre Nase guckt raus.
Platz 9: Lass uns doch mal auf ein Abstandsbier treffen.
Platz 8: Am Wochenende war ich bei einer Zoom-Party.
Platz 7: Mama, wann darf ich wieder in die Schule?
Platz 6: Du willst nach Passau? Das ist Hochrisikogebiet!
Platz 5: Ich hör dicht nicht. Du hast dein Mikro nicht an.
Platz 4: Wie viele Haushalte sind wir denn?
Platz 3: Nicht mit der Oma spielen, die stirbt sonst.
Platz 2: Kennt ihr noch einen anderen guten Händewasch-Song?
Platz 1: Du willst doch zur Bank – vergiss deine Maske nicht!

Willi besucht seine Bank
Willi besucht seine Bank

Mein Lieblingsspruch kommt hier leider nicht vor. Mit diesem grüße ich Euch und wünsche noch schöne Adventstage: Bleibt negativ!– d.h.: Bleibt gesund!

Nachtrag vom 17.12.2020:
Willi ist negativ! - Bleibt auch negativ!
Willi ist lt. Corona-Warn-App negativ! – Bleibt auch negativ!

BELARUS – Willkür und Terror

Seit nun schon fast vier Monaten gehen die Bürger von Belarus auf die Straße, um gegen den Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl zu protestieren. Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Zahl der Demonstranten während der Wochen kaum abgenommen hat und auch gestern das schlechte Wetter kein Grund war, zu Hause zu bleiben.

Und Lukaschenko und seine Schergen reagieren darauf mit Willkür und Terror. Inzwischen gab bis zu 30.000 Verhaftungen. Die Inhaftierten wurden geschlagen und gedemütigt, viele schwer verletzt. Auch Vergewaltigungen soll es gegeben haben. In viele Wohnungen von ‚Verdächtigen‘ wurde eingebrochen und Gegenstände mutwillig beschädigt.

Und dann gab es den Mord an Roman Bondarenko, der zu Tode geprügelt wurde. Das Drama um Roman Bondarenko, das viele Menschen in Belarus bewegt, geschah in einem Innenhof, ganz in der Nähe seiner Wohnung in Minsk. Dieser Innenhof ist zu einem kleinen Ort des Widerstandes geworden: Menschen hängen dort weiß-rot-weiße Schleifen auf. Nachbarn nennen ihn „Platz des Wandels“. Nach Aussagen der Behörden soll es in diesem Innenhof einen Nachbarschaftsstreit gegeben haben, in den Bondarenko im alkoholisierten Zustand verwickelt gewesen sein soll. Augenzeugen berichten aber, dass der junge Mann dort von maskierten Männern in Zivil angegriffen und geschlagen wurde. Sie gehen davon aus, dass es Sicherheitskräfte waren. Bondarenko habe am Boden gelegen, zwei, drei Männer hätten ihn festgehalten, das zeigen auch Videoaufnahmen. Danach wurde der junge Mann offenbar zu einem Bus getragen und zur Polizeiwache gefahren. Gegen Mitternacht wurde Bondarenko schwer verletzt auf eine Intensivstation gebracht. Aus dem Arztbericht geht hervor, dass er massive Kopf- und Hirnverletzungen hatte. Außerdem Blutergüsse und Wunden im Gesicht und an den Beinen. In seinem Blut wurde allerdings kein Alkohol gefunden: Alkoholgehalt 0,2 ‰! Am nächsten Tag starb er. Inzwischen wurde gegen den Arzt Artsiom Sarokin und die Journalistin Katsyaryna Barysevich ein Strafverfahren wegen Offenlegung eines medizinischen Geheimnisses eingeleitet. Gegen die Täter wird nicht ermittelt!

“Наркаманы і прастытуткі!” – „Drogenabhängige und Prostituierte!“

Ein wesentlicher Teil die stattlichen Propaganda ist die Denunzierung der Protestierenden. Demnach überfielen die Demonstranten die Sicherheitskräfte, griffen diese mit „Molotow-Cocktails“ an, warfen Steine​aus den Fenstern auf sie und rammten die „Bereitschaftspolizei“ mit Autos. So beschreiben die Abteilungszeitung „Na Strazhe“ und die Zeitschrift „Spetsnaz“ die belarussischen Proteste für ihre Leser. Einer der regierungsnahen Telegrammkanäle beschloss, die Demonstranten des Satanismus zu beschuldigen. Er zog Parallelen zwischen dem Siegeszeichen, das zu einem der Symbole friedlicher Proteste in Belarus geworden ist, und dem Baphamet-Teufel-Zeichen.

Lukaschenko – der Teufel vom Dienst
Lukaschenko – der Teufel vom Dienst

Und der Willkür kein Ende: So werden Studenten exmatrikuliert und Uni-Dozenten, sogar Ärzte, entlassen, wenn sie sich nicht ausdrücklich zu Lukaschenko bekennen. Und dieser „habe die Regierung angewiesen, in Kürze konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Auslandsabschlüsse (sprich Diplome) in Belarus nicht anzuerkennen“. Bisher bezieht sich das wohl nur auf Universitätsabschlüsse aus Polen und Litauen. Außerdem beschlagnahmt die Regierung von Belarus Geld, das auf die Bankkonten der Opfer von Hilfsorganisationen überwiesen wurde. Dies ist eine weitere Form von Menschenrechtsverletzungen, die die Zusammenarbeit des Bankensystems einschließt. Seit dem Abend des 15. November gab es im Protestviertel Novaya Borovaya in der Nähe von Minsk vier Tage lang kein Wasser. Auch die Heizungen wurden abgestellt. Gestern wurde nicht nur das mobile Funknetz heruntergefahren, sondern viele Haushalte hatten keinen Strom mehr, um auch das Internet per Kabel zu unterbinden.

Außerdem sind Änderung zum Gesetz über die Staatsbürgerschaft vorgesehen, die die Staatsbürgerschaft solcher Bürger entziehen soll, die „an terroristischen oder extremistischen Aktivitäten teilnehmen und den Interessen des Landes ernsthaften Schaden zufügen“. Davon sollen allerdings nur eingebürgerte Bürger betroffen sein.

Stalin + Hitler = Lukaschenko
Stalin + Hitler = Lukaschenko

Während eines Arbeitstreffens mit den Polizeichefs der Region Brest sagte der neue Innenminister Iwan Kubrakow, dass „die an den Protesten beteiligten Personen gezielte Präventionsarbeiten durchgeführt werden.“ Darunter verstehe er systematische Schläge, verbale und nonverbale Beleidigungen, Farbspuren, Eintauchen eines Kopfes in eine Toilettenschüssel und anderes.

Auch wenn es nicht zu einem Generalstreik in Belarus gekommen ist, so erfährt die Wirtschaft dort – verstärkt durch die Coronakrise – eine Talfahrt. So gab es bereits finanzielle Hilfen vom großen Bruder Russland. Wie es nun in Belarus weitergeht, ist nach meiner Meinung auch von den Russen, also von Putin, abhängig. Am 13. November gab die russische Seite mehrere Erklärungen ab, die auf eine gewisse Korrektur der russischen Position in Bezug auf die Ereignisse in Belarus hinweisen könnten. Das sagte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow: „Wir unterstützen Alexander Gregorjewitsch [Lukaschenko] nicht, wir unterstützen den legitimen Präsidenten unseres brüderlichen Landes. Und wir unterstützen die Rechtsstaatlichkeit in unserem brüderlichen Land.“ … Die Unzufriedenheit wurde sowohl mit dem Mangel an Verfassungsreformen als auch mit der Gewalt gegen Demonstranten zum Ausdruck gebracht.

„Unser Land hat sich definitiv zu einem Tatort entwickelt. Ich erkläre Alexander Lukaschenko und seine Komplizen zu einer terroristischen Organisation, die für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden muss “, sagte Swetlana Tichanowskaja in einer Erklärung auf ihrem Telegrammkanal.

Die großen Protestmärsche finden nach wie vor an Sonntagen statt. Die Kundgebung am 22.11.2020 war aufgrund ihrer Dezentralisierung etwas Besonderes: Mehrere kleinere Gruppen versammelten sich in mehreren Teilen von Minsk und marschierten durch ihre Bezirke. Diese Taktik wurde gewählt, nachdem mehrere Wochen hintereinander Polizisten verhindert hatten, dass Menschen zusammenkamen und eine große Kolonne für den Marsch bildeten. Und gestern, am 29.11.2020, bedienten sich die Protestierenden sogar einer Verwirrtaktik: Aus einigen Distrikten von Minsk wurden im Internet zeitversetzte oder ‚gefälschte‘ Videos veröffentlicht, die die Polizei gewissermaßen auf eine falsche Fährte führen sollten. So saßen die Demonstranten bereits in ihren Wohnungen, tranken Tee und schauten aus dem Fenster auf die Sicherheitsbeamten, die kamen, um sie zu zerstreuen.

Quelle: u.a. die Telegram-Kanäle Free Belarus News (englisch) und Euroradio (belarusisch)

Übersetzung belarusischer Texte ins Deutsche
Übersetzung belarusischer Texte ins Deutsche

siehe hierzu auch auf arte.tv: Belarus: Tagebuch einer Revolution – Aktuelles aus Minsk