Kategorie-Archiv: Reisen

AlbinZ Urlaubsreisen

Grainau 2017 (5): Albins vegane Küche

Der Ernährungsreport 2018 zeigt: Essen ist weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Ernährung ist ein wichtiger Teil der sozialen und kulturellen Identität. Und dazu gehört auch die Zubereitung des Essens. Gemeinsames Kochen macht Spaß!

Wer zwei Söhne hat, die sich vegan ernähren, also neben Fleisch und Fisch auch keine Eier, Milchprodukte und Honig essen, der kann nicht in jedes Restaurant zum Essen gehen. Während unseres Weihnachtsurlaub 2017 in Grainau hatten wir eine Ferienwohnung gemietet, die natürlich auch die Möglichkeit zum Kochen bot. Und die haben wir (meine Frau und ich sowie unsere beiden Söhne) dann auch reichlich genutzt.

Meine Frau und ich, ich habe es an anderer Stelle schon erwähnt, sind keine Veganer. Dafür mögen wir z.B. einfach zu gern Fisch. Und auch auf das wochenendliche Frühstücksei verzichten wir nur ungern. Aber Fleisch kommt bei uns schon seit vielen Jahren nur spärlich auf den Tisch. Schon früh war uns dabei eine ausgewogene, vollwertige Ernährung wichtig, wobei pflanzliche Nahrungsmittel bevorzugt werden. Und schon vor über 30 Jahren verarbeiteten wir auch Tofu, das damals fast ausschließlich im Asia-Laden erhältlich war, weil es einfach zur asiatischen Küche dazu gehört. Heute essen meine Frau und ich, auch wenn unsere Söhne nicht anwesend sind, viele Speisen auf veganer Grundlage.

Nach den Ernährungstrends sollen 2018 insgesamt weniger Fleisch, dafür mehr Gemüse – und ja: mehr Insekten auf die Teller kommen. In Asien ist das gang und gäbe. Ganz so weit sind wir natürlich noch nicht. Ich möchte hier gar nicht auf das Thema Nachhaltigkeit und mit dem Hinweis kommen, dass für ein Kilo Fleisch das Vielfache an pflanzlicher Kost verbraucht wird. Aber unsere Essengewohnheiten werden sich zwangsläufig ändern müssen. Übrigens: Vegane Küche kann sehr schmackhaft und durchaus gesund sein.

Weihnachtsmarkt Garmisch-Partenkirchen 23.12.2017: Veggieburger zu Pommes aus Süßkartoffeln - © Jan Albin
Weihnachtsmarkt Garmisch-Partenkirchen 23.12.2017: Veggieburger zu Pommes aus Süßkartoffeln

Also während unseres Grainau-Aufenthalts Ende des letzten Jahres gab es überwiegend vegane Küche. Am Ankunftstag, es blieb keine Zeit zum Kochen, gingen wir zum Italiener in Grainau und aßen Pizza. Am Tag darauf (23.12.) besuchten wir in Garmisch-Partenkirchen den Weihnachtsmarkt und stillten unseren kleinen Hunger zwischendurch mit Veggieburger und Pommes frites aus Süßkartoffeln. Am Abend kochten wir dann selbst, wobei ich für ein bei uns schon sehr übliches Essen sorgte: Pasta, also Nudeln (Penne), zu einer Knoblauch-Estragon-Olivenöl-Soße, die ich mit getrockneten Tomaten anreicherte. Darauf Parmesankäse für die Nichtveganer und Erntesegen Hefeflocken für meine Söhne.

Tagsüber waren wir während dieser Tage fast schließloch unterwegs an der frischen Luft. Da war es wichtig, morgens gut gefrühstückt zu haben. Das eigentliche warme Essen gab es dann abends. Am folgenden Tag schwang dann der ältere unserer beiden Söhne mit unserer Hilfe den Kochlöffel. Beide Söhne haben neben all ihren sonstigen Talenten auch die Gabe, gut kochen zu können. Es gab Chili sin Carne, also eine Gericht mit scharfen Chili, aber statt Fleisch eine Alternative auf Sojabasis. Die großen Portionen sprechen für sich, d.h. für unseren Hunger.

Weihnachtsurlaub in Grainau ganz vegan: Chili SIN Carne - © Jan Albin
Weihnachtsurlaub in Grainau ganz vegan: Chili SIN Carne

Es gab also (es war Heiligabend) keinen Kartoffelsalat mit Würstchen, obwohl das in veganer Variante durchaus möglich wäre. Am Abend gönnten wir uns dann eine Feuerzangenbowle. Den Film (‚Pfeiffer mit drei f‘) hatten wir leider nicht parat.

Man(n)/Frau gönnt sich ja sonst nichts: Feuerzangenbowle zu Heiligabend - © Lukas Albin
Man(n)/Frau gönnt sich ja sonst nichts: Feuerzangenbowle zu Heiligabend

Am ersten Weihnachtstag gab es dann Grünkohl mit panierten Röstkartoffeln. Am Anreisetag waren meine Frau und ich beim Schlachter (oder Metzger, wie es in Bayern heißt), um für uns beide u.a. Kohlwürste zum Grünkohl zu kaufen. Eine Wurst aus Kohl? Nein, eine Wurst zum Kohl, Grünkohl! Schließlich gibt es hier ja auch Fleischpflanzerl. Und die haben wenig mit Pflanzen zu tun. Nun, eine norddeutsche Kohlwurst gab es natürlich nicht, aber doch eine ganz ähnliche, geräucherte Wurst. – So oder so, das deftige Mahl schmeckte uns (mit oder ohne Wurst).

Als nächstes vegane Gericht gab es eine Gulasch-Variante mit viel Paprika, Zwiebeln, Champignons usw. und erneut Fleischersatz auf pflanzlicher Basis (Seitan, also Weizeneiweiß) zu Nudeln.

Und auch das typisch norddeutsche Labskaus, ebenso in veganer Variante, also ohne Pökelfleisch, Spiegeleiern und Hering, dafür mit Räuchertofu kam in diesen Tagen auf den Tisch.

Weihnachtsurlaub in Grainau ganz vegan und norddeutsch: Labskaus - © Jan Albin
Weihnachtsurlaub in Grainau ganz vegan und norddeutsch: Labskaus

Wie in der ‚normalen‘ Küche so macht die richtige Würzung den Geschmack des Essens aus. Wir mögen es durchaus scharf (neben Pfeffer oft Chili) und sind Liebhaber von Kräutern. Salz in Maßen darf nicht fehlen. Es war nicht allein der Hunger nach der übermäßigen Sauerstoffzufuhr, sondern es schmeckte wirklich alles bestens. Wir müssen ja nicht unbedingt Vegetariern oder gar Veganern werden, um unseren, gerade in Deutschland, unmäßigen Fleischverbrauch zu reduzieren. So ein ‚Veggietag‘ schadet niemanden, im Gegenteil: Er ist gut für unsere Umwelt!

Grainau 2017 (4): Der Serpentinen-Sisyphos

Während unseres Weihnachtsurlaubs 2017 in Grainau wollten wir am 26. Dezember die Partnachklamm besuchen. Von dem Olympia-Skistadion mit der großen Olympiaschanze führt eine Straße entlang dem Gebirgsfluss Partnach bis zur Klamm. Eine Klamm ist ein im Festgestein eingeschnittenes, schmales Tal und bezeichnet eine besonders enge Schlucht im Gebirge mit teilweise überhängenden Felswänden. Durch die Überhänge ist die Breite des Tals in der Höhe teilweise geringer als am ganz vom Fluss oder Bach ausgefüllten Talgrund.

Eingang zur Partnachklamm – 26.12.2017 © Jan Albin
Eingang zur Partnachklamm – 26.12.2017

Leider war die Partnachklamm wegen Eisbruchs geschlossen. Schade, denn gerade im Winter ist es ein besonderes Erlebnis, durch eine mit Eis bedeckte Klamm zu gehen. So entschlossen wir uns, mit der Graseckbahn, die nur wenige Meter vom Eingang zur Klamm entfernt startet, hoch zum Forsthaus Graseck zu fahren. Von rund 750 m kamen wir so in wenigen Minuten in kleinen Kabinen auf gut 900 m Höhe.

Und ich ahnte es schon: Meine Lieben wollten weiter zum Berggasthof Eckbauer, der auf 1236 m Höhe liegt. Die Strecke waren wir vor 10 Jahren schon einmal gegangen. Im Sommer und in entgegengesetzter Richtung!

Bergan zum Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017 © Jan Albin
Bergan zum Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017

Es ging also bergan eine Serpentine hoch, auf einem schlangenförmig in mehreren engen Kehren angelegten durch Eis sehr glatten Weg am Berghang entlang. So wurden aus den 336 m Höhenunterschied ein Vielfaches an Laufstrecke. Eine Kehre nach der anderen. Dachte ich, wir hätten gleich den Gipfel des Berges erreicht, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Wenigstens gab es dann ab und wann eine Bank zum Verschnaufen.

Pause auf dem Weg zum Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017 © Jan Albin
Pause auf dem Weg zum Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017

Und weiter ging’s. Kehre folgte auf Kehre. Ich begann die Kehren rückwärts zu zählen: Noch sind es höchstens zehn, dann neun, dann acht. War ich bei null, da sah ich: da kommen noch jede Menge weiterer Kehren. Ich fühlte mich irgendwie wie Sisyphos, der als Strafe der Götter endlos einen Felsblock einen steilen Hang hinaufzurollen hatte. Ihm entglitt der Stein jedoch stets kurz vor Erreichen des Gipfels und er musste immer wieder von vorne anfangen. Für mich war eine solche Kehre der Gipfel.

Albert Camus schrieb in seinem philosophischen Essay Der Mythos des Sisyphos: „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ – Liebster Camus, das Leben ist absurd und vieles so sinnlos. Es ist sicherlich schön, eine Aufgabe zu haben, wenn sie uns auch endlos zu sein scheint. Aber Glück ist das nicht. Ich kam mir wie ein Serpentinen-Sisyphos vor. Und noch eine Kehre, eine Kurve, die mir ein neues Teilstück eines steinigen, jetzt eisbedeckten Pfades offenbarte.

Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017 © Lukas Albin
Berggasthof Eckbauer – 26.12.2017

‚Glücklich‘ war ich erst, als das Ziel, der Berggasthof Eckbauer, erreicht war. Klar, hier gibt es eine schöne Rundumsicht. Und stärken kann sich der müde Wanderer hier auch. Um ehrlich zu sein: ich war erst wirklich froh, als ich in einer der 75 halboffenen 2er-Gondeln der Eckbauerbahn saß, die mich in 14 Minuten zurück nach Garmisch-Partenkirchen (Talstation gleich neben dem Olympia-Skistadion) brachte.

Damit war ich mit meinen Lieben wieder am Ausgangspunkt angelangt. Drei Tage später ging es noch einmal zum Berggasthof Eckbauer mit der Eckbauerbahnbahn hoch. Und eine Wanderung gab es auch. Während meine Söhne die Eckbauerabfahrt zum Rodeln benutzten, schnallten sich meine Frau und ich Schneeschuhe, die wir in der Touristeninformation in Grainau ausgeliehen hatten, unter die Wanderstiefel. Leider gibt es von unserer Wandertour bergab durch den verschneiten Wald keine Bilder. Ich darf aber bestätigen, dass es richtig Spaß gemacht hat. Am Ende also doch noch ein glücklicher Mensch, dieser Serpentinen-Sisyphos.

Grainau 2017 (3): Fackelwandern zur Neuneralm

Wenn sich im Dunkeln noch dunklere Gestalten mit Fackeln durch Deutschlands Straßen und Wege bewegen, dann verheißt das meist nichts Gutes. Die deutsche Geschichte spricht für sich. Als wir uns aber am 27. Dezember während unseres Grainau-Urlaubs zu Weihnachten 2017 um 18 Uhr mit anderen Angereisten vor der Touristeninformation trafen, da ging es allein um eine Gaudi, um eine Wanderung mit Fackeln durch die winterliche Landschaft hin zur Neuneralm. Auf dem Hinweg wurde die längere Strecke durch den Ort Grainau am Rodelhügel vorbei weiter auf dem Panoramaweg gewählt.

Die Fackel ist entzündet
Die Fackel ist entzündet

Erstaunt war ich, wie viele Menschen sich zu dieser abendlichen Wanderung eingefunden hatten. Schnee und Feuer haben in dieser Kombination eben ihre besondere Faszination.

Fackelwandern am 27.12.2017 in Grainau zur Neuneralm
Fackelwandern am 27.12.2017 in Grainau zur Neuneralm

Nach einer Stunde kamen wir dann auf der Neuneralm an, die extra für uns noch geöffnet hatte. Und bei einer zünftigen Brotzeit und der einen oder anderen halben Maß spielte die Musi in Gestalt der Neuneralm-Musi auf.

D'Neuneralm-Musi spuit auf - Manager sitzt gleich mit am Tisch
D’Neuneralm-Musi spuit auf – Manager sitzt gleich mit am Tisch

Wir fanden das alles ganz okay. Sicherlich dient ein solches Fackelwandern dazu, auf die Gastronomie auch außerhalb der Ortschaft aufmerksam zu machen. Die Neuneralm hat ihren ganz besonderen rustikalen (bajuwarischen) Reiz und wir kennen sie bereits von unserer Tour 2002 zur Höllentalklamm und weiter zur Höllentalangerhütte her. Damals kehrten wir dort ein, um uns bei einem Getränk zu erfrischen. Ich habe das Foto von damals mit meinen Lieben ausgegraben:

Erfrischungspause auf der Neuneralm auf dem Weg zur Höllentalklamm 2002
Erfrischungspause auf der Neuneralm auf dem Weg zur Höllentalklamm 2002

Nach gut zwei Stunden waren wir gestärkt und machten uns auf dem direkten Weg Richtung Oberer Dorfplatz in Grainau auf. Damit wir nicht vom Weg abkommen konnten, bekamen wir auch für den Heimweg Fackeln in die Hand. Und wie es manchmal im Leben so spielt: Nach vier ½ Tagen Sonnenschein, hatte sich das Wetter an diesem Nachmittag geändert und Wolken zogen auf. Und als wir jetzt die Neuneralm verließen, hatte es zu schneien begonnen. Viel mehr konnten wir uns in diesem Augenblick nicht wünschen.

Auf dem Heimweg von der Neuneralm nach Grainau - 27.12.2017
Auf dem Heimweg von der Neuneralm nach Grainau

Grainau 2017 (2): Neue Seilbahn Zugspitze vom Eibsee

Drei Tage nach der Eröffnung (21.12.2017) war es auch für uns während unseres Urlaubs in Grainau soweit, die neue Seilbahn zur Zugspitze, mit 2962 m Deutschlands höchstem Berg, zu benutzen. Sie löst die alte Eibsee-Seilbahn ab, die ihren Dienst am 2. April 2017 einstellte und auf fast derselben Strecke zum Gipfel führte.

Willi und Söhne vor der Talstation (Eibsee) der neuen Seilbahn Zugspitze © Christa Koslowski-Albin
Willi und Söhne vor der Talstation (Eibsee) der neuen Seilbahn Zugspitze

Die neue Seilbahn, eine Pendelbahn, hat, wie die Vorgängerin, den weltweit größten Höhenunterschied in einer Sektion von 1945 Metern. Sie hat nur noch eine Seilbahnstütze, die mit 127 m weltweit die höchste Pendelbahnstütze in Stahlbauweise und in Europa die höchste Seilbahnstütze ist. Bei einer Länge der Seilbahn von 4467 m folgt daraus das mit 3213 m derzeit längste Spannfeld aller Seilbahnen. Die Bergstation ist ein Neubau aus Stahl und insbesondere Glas, der bis zu 25 m über die Nordflanke der Zugspitze herausragt.

Gondel (120 Personen) der neuen Seilbahn Zugspitze © Christa Koslowski-Albin
Gondel (120 Personen) der neuen Seilbahn Zugspitze

Ohne Zweifel ist der Bau der neuen Seilbahn Zugspitze eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Mit rund 50 Millionen € wurden die ursprünglich veranschlagten Kosten zwar um 20 Millionen € übertroffen. Angesichts der Plandaten wie bei der Elbphilharmonie oder dem Neubau des Berliner Flughafen BER (der erneut rund eine Milliarde € verschlingen wird) aber noch in einem überschaubaren Rahmen. Auch wurde die Seilbahn wie geplant fertiggestellt.

Einzige Seilbahnstütze mit 127 m der neuen Seilbahn Zugspitze © Jan Albin
Einzige Seilbahnstütze mit 127 m der neuen Seilbahn Zugspitze

Natürlich muss erlaubt sein zu fragen, ob das wirklich so sein muss. Die Zugspitze präsentiert sich in der Bergstation mit drei Gästeebenen, die den Zugang zur Gletscherbahn aufs Zugspitzplatt, zur gastronomischen Infrastruktur und zur Gipfelterrasse mit 360°-Panoramablick ermöglichen. Der Andrang war auch am Heiligabend – dank des schönen Wetters – ziemlich groß. Aber die vielen Besucher ‚verliefen‘ sich bei der großen Anlage. Keine Frage: Die Aussicht ist bei einem so schönen Wetter wirklich grandios.

Ankunft der Gondel (120 Personen) der neuen Seilbahn Zugspitze in der Bergstation © Lukas Albin
Ankunft der Gondel (120 Personen) der neuen Seilbahn Zugspitze in der Bergstation

Weiter ging es dann für uns mit der Gletscherbahn zum Zugspitzplatt, einer Hochfläche unterhalb des Zugspitzgipfels in südlicher und südöstlicher Richtung auf einer Höhe zwischen 2000 und 2650 m. Dort endet auch die Zahnradbahn, die in Garmisch-Partenkirchen startet (Umstieg in Grainau). Hier befindet sich Deutschlands höchstes Skigebiet mit rund 20 km Pisten am Gletscher. Wir nutzten die Zeit, um am Sonnenklar-Sessellift vorbei bis ins ‚weiße Tal‘ zu rodeln.

Mit der Zugspitzbahn, einer Zahnradbahn, ging es dann kurz vor der Dämmerung zurück ins Tal nach Grainau.

Grainau 2017 (1): Rodeln am Zugspitzplatt

Vor einem Jahr hatte ich mit meiner Familie zu Weihnachten mit Sturm ((‚steife Brise‘) auf der Hallig Langeneß zu kämpfen (und mit ‚Land unter‘). In diesem Jahr ging es zum vierten Mal nach Grainau und am Heiligabend auf die Zugspitze und weiter zum Zugspitzplatt. Wir wollten endlich einmal wieder weiße Weihnachten. Und so durften wir dort oben mit reichlich Schnee kämpfen.

Willi – vom Schnee bedeckt auf Rodeltour
Willi – vom Schnee bedeckt auf Rodeltour

Während es in der norddeutschen Tiefebene pieselregnete hatten wir dort in Deutschlands Süden das herrlichste Sonnenwetter, wie wir es höchstens von Postkartenmotiven her kennen. Zauberhaft! Dazu der Schnee! Das ist Winter, wie wir es hier im Norden nur erträumen. Aber auch in Grainau lag genügend Schnee, um unseren Wunsch nach weißer Weihnacht er erfüllen.

Zurück aber aufs Zugspitzplatt. Dort sind neben vielen Skipisten auch Rodelbahnen präpariert. Und eine davon sausten wir, meine beiden Söhne, meine Frau und ich, auf so genannten Zipflbobs hinunter. Damit die nötige Geschwindigkeit erreicht wird, ging es erst einmal steil bergab. Dann folgte eine flachere, aber kurvenreiche Strecke, um plötzlich wieder sehr steil zu werden. Auf 300 m Gefälle und Luftlinie knapp 1000 m, durch die Kurven aber an die 1500 m lang, erreichten wir unser Ziel im ‚weißen Tal‘. Mit dem Skilift ‚Sonnenklar‘ ging es wieder nach oben.

Zugspitzplatt – Sonnenklar - Rodelbahn
Zugspitzplatt – Sonnenklar – Rodelbahn

So ein Zipflbob ist aus Kunststoff und besteht aus einer kleinen, kufenlosen Sitzfläche (daher kein Schlitten im eigentlichen Sinne) sowie einem Haltegriff, den Zipfel, der zwischen die Beine genommen wird, und als Bremse und zugleich – unterstützt durch die Füße – als Steuerhebel dient. Durch seine Form lässt sich er sich auch mit wenig Übung leicht und präzise steuern.

Willi – Zieleinlauf auf der Rodelbahn (Zugspitzplatt Sonnenklar)
Willi – Zieleinlauf auf der Rodelbahn (Zugspitzplatt Sonnenklar)

Alles wäre halb so schlimm, wenn sich auf der Rodelbahn nicht reichlich größere Schlaglöcher befänden. Wer in ein solches Loch gerät, wird in die Luft geschleudert und holt sich vielleicht blaue Flecken am Allerwertesten beim Aufprall. Oft endet es dann auch, der Bob vorne weg, im Schnee. Daher wurde der Bob mit einem Band an einem Bein befestigt, damit sich dieser nicht in den Weiten des Zugspitzplatts verselbständigte.

Willi macht Pause mit den Söhnen
Willi macht Pause mit den Söhnen

Ich gestehe, dass ich manchmal glaubte, mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Besonders wenn der aufgewirbelte Schnee vor mir stiebte und mir die Sicht nahm. Aber Ende gut, alles gut. Meine Söhne waren, obwohl auch sie manche Schneeflocke verschluckten, begeistert. Und meine Frau konnte nicht genug bekommen.

In Grainau selbst gibt es auch einen Rodelhang. Aber das ist eher etwas für Kinder. Wir bekamen aber einen Geheimtipp: Vom Eibsee führt ein Höhenweg in Richtung Neuneralm. Okay, zunächst läuft man eine halbe Stunde leicht bergan, dann aber geht’s bergab – und der Weg endet dann am Rodelhang in Grainau.

Und mit der Eckbauerbahn im Garmisch-Partenkirchen, gleich neben dem Olympia-Skistadion, geht es in 14 Minuten auf den Eckbauer. Von dort geht ein Weg durch den Wald, der sich gut fürs Schneeschuhwandern eignet. Und von dort oben führt auch eine Strecke hinab ins Tal, die gut fürs Rodeln ist. Während meine Frau sich mit mir auf Schneeschuhen ‚auf die Socken‘ machte, rodelten unsere beiden Söhne die Rodelstrecke gleich mehrmals hinunter.

Wildpark Schwarze Berge

Am letzten Samstag besuchte ich mit meiner Frau, meinem jüngsten Sohn samt Anhang den Wildpark Schwarze Berge im Süden von Hamburg. Der Park ist ganzjährig geöffnet und der Eintritt moderat (10 € für Erwachsene, Kinder zahlen 8 €). Er liegt in einem Waldstück und lässt den Tieren viel Freiraum. Gut, ‚artgerechte Haltung‘ gibt es nur in der freien Natur. Aber hier wird der Möglichkeit, Tiere zu beobachten, und der Notwendigkeit, den Tieren ihr natürliches Umfeld zu belassen oder zumindest Rückzugsräume zu gewähren, auf gelungene Weise Rechnung getragen.

Statt Löwen, Tiger und Elefanten gibt es hier eine Tierwelt, die wir zum größten Teil vor unserer Haustür haben (siehe Lageplan). Während meine Frau gleich die Hängebauchschweine (okay, die stammen aus Asien) in ihr Herz schloss, taten es mir die Fledermäuse und Eulen an. Landschaftlich beeindruckend ist der Waldsee, der in einer Senke liegt und der von einer hochgelegenen Stelle einzusehen und von Bäumen in jetzt herbstlichen Farben gesäumt ist.

Wildpark Schwarze Berge: Waldsee © Lukas Albin

Neben Elchen, Rot-, Reh- und Damwild und all den Tierarten, die unsere Wälder bewohnen, gibt es hier auch zwei weibliche Braunbären, die mich unwillkürlich an die Fastbegegnung mit Braunbären während unserer rumänischen ‚Gefangenschaft‘ erinnerten (ich weiß: Rumänien liegt nicht ganz vor unserer Haustür).

Wildpark Schwarze Berge: Braunbär © Lukas Albin

Eine Attraktion ist sicherlich der 45 m hohe Elbblickturm aus Stahl und Holz, der eine Panorama-Aussicht in Richtung Hamburg bereithält.

Ein Besuch des Wildparks ist besonders für Familien mit Kindern lohnenswert. Sinnvoll ist es, bereits zeitig anzureisen. Um alles zu sehen, braucht es schon einen ganzen Tag. Essen und Trinken gibt es natürlich im Park. Wer Kosten sparen will und muss, der kann sich aber auch selbstverpflegen. Früher hatten meine Eltern immer Kartoffelsalat und hart gekochte Eier mit, wenn es auf Tagestour ging. Warum sollte das nicht auch heute gehen.

Buxtehude – wo die Hunde mit dem Schwanze bellen

Letzten Samstag machte ich mit meiner Frau einen Abstecher nach Buxtehude. Die Kleinstadt liegt auf der anderen Elbseite gegenüber von Hamburg, genauer von Wedel, an der Este, die in dem Ort eine grachtartige Flethanlage bildet. Diese war in dieser Jahreszeit natürlich durch herbstlich gefärbte Bäume gesäumt.

Buxtehude 2017: Herbstliche Impression am Fleth

Buxtehude gehört allem Anschein nach zu den Orten, die viele für einen fiktiven Ort halten, so wie Kleinkleckersdorf oder Hintertupfingen. Warum auch immer. Aber es gibt ihn, diesen Ort, in der das Märchen vom Wettlauf zwischen Igel und Hase beheimatet ist.

    Buxtehude und Kraxtepellen –
    wo die Hunde mit dem Schwanze bellen.

Ja, auch das ist so eine Sache, die Buxtehude gewissermaßen anlastet (und den Ort daher wohl ins Fiktive gleiten ließ – Kraxtepellen liegt übrigens im ehemaligen Ostpreußen). Nur sind es nicht eigentlich Hunde, die bellen, sondern Glocken, die schon in frühen Jahren mit einem Seil geläutet wurden. „Die ‚Hunt‘ ist die Glocke und ‚bellt‘ kommt aus dem Englischen von ‚Läuten‘. Das Seil wurde zum Schwanz.

    Dackel-Denkmal in Buxtehude [Quelle: Radio Bremen]

Und Stadtarchivar Bernd Utermöhlen erklärt: Buxtehude wurde von holländischen Wasserbauern gebaut und war damals die modernste Hafengründung auf deutschem Boden. „Die Stadt bekam auch eine Kirche mit einem hohen Kirchturm. In diesem Turm wurden die Glocken schon mit einem Seil geläutet, auf dem platten Land dagegen wurden zu der Zeit die Glocken noch mit einem Hammer angeschlagen. Das Seil franste aus und erinnerte dann an einen Hundeschwanz. Die Glocken wurden Hunde genannt, und so entstand der Schnack ‚Die Hunde bellen in Buxtehude mit dem Schwanz‘, wobei damit eben das Glockengeläut gemeint ist. Dies kündet letztlich von dem fortschrittlichen Geist der Buxtehuder Bürger, die hier diese moderne Technik schon eingeführt hatten.“

Tatsächlich erinnert die Altstadt von Buxtehude einer holländischen Stadt mit Fleth und dem Festungsgraben, dessen Name mit dem niederländischen Wort Viver (vijver; dt. Weiher, Teich).bezeichnet wird. Sie lädt ein zum Bummeln und Entspannen. So fanden wir idyllisch am Westviver gelegen eine Cafébar, die auch außen Sitzmöglichkeiten in Form von Strandkörben, Liegestühlen und Korbsesseln anbot: Entlein! Meine Frau und ich ließen sich in einem Strandkorb nieder und genossen Tee bzw. eine Kaffeespezialität des Hauses zu Waffeln mit Rote-Grützsoße.

Buxtehude 2017: Buxtehuder Bürgerhaus

Buxtehude liegt noch im HVV-Bereich und lässt sich mit S-Bahn und dem Metronom-Zug Richtung Cuxhaven ziemlich schnell von Harburg erreichen.

Urlaub auf der Hallig Hooge (6): Dit un dat

Wer eine Reise tut, der kann etwas erleben. Wer die Hallig Hooge besucht, findet Ruhe. So und so kann der Reisende etwas erzählen. Von Hooge sind es die kleinen, vielleicht etwas kuriosen Dinge, die meine Frau und mich während unseres Urlaubs im August zum Schmunzeln gebracht haben und von daher erzählenswert sind.

Zunächst ist da natürlich die Möwe, die auf einem Holzpfahl am Fährhafen sitzt. Ein beliebtes Motiv der Nordseereisenden, dem auch wir uns nicht zu entziehen wagten. Statt der allzeit beliebten Katzenfotos hier also ein Möwenfoto:

Hallig Hooge 2017: Möwe auf Holzpfahl

Auf den Warften ist es verboten, mit dem Fahrrad zu fahren. Das gilt natürlich auch für alle anderen, insbesondere motorisierten Fahrzeuge. Dort gibt es nämlich nur schmale, kurze Wege, die gerade für Fußgänger genügen. Außerhalb der Warften sind auf Hooge (wie z.B. auch auf Langeneß) Fahrzeuge so ziemlich aller Art durchaus erlaubt. Damit die Radler ihre Räder abstellen können, gibt es ‚Parkplätze‘ für Fahrräder mit dem dezenten Hinweis: ‚Fahrrad hier abstellen‘. Ohne Ausrufungszeichen! Das soll aber heißen, das Fahrrad auf der Warft nicht zu benutzen. So kommen die Hooger auch ohne Verbotsschilder aus.

Hallig Hooge 2017: Fahrradparkplatz

Auf Hooge gibt es auch einen Postboten. Zu seinen Aufgaben gehört es natürlich auch, all die Briefkästen zu entleeren, die es auf der Hallig gibt. Jede Warft hat seinen eigenen Briekasten. Und davon gibt es zehn (zehn bewohnte Warften = zehn Briefkästen). Wie wir schon auf anderen Inseln und Halligen gesehen haben (z.B. auf Neuwerk 2009) sind die Leerungszeiten „gezeitenabhängig“. So auch hier. Auf der Ockelützwarft, auf der sich auch die Schule befindet, ist der Briefkasten weithin sichtbar aufgestellt. Diese Warft ist ziemlich mittig auf der Hallig und der Standort des Briefkastens beantwortet manchem Gast die Frage, wo denn der nächste Briefkasten ist, um die Postkarten an die Lieben daheim loszuwerden (Postkarten und Briefmarken gibt es u.a. beim Halligkaufmann auf der Hanswarft).

Hallig Hooge 2017: Briefkasten auf der Ockelützwarft

Da wir speziell bei den Warften sind. Eine Besonderheit besteht darin, dass der Halligboden kein Süßwasser speichert, sodass es auf den Halligen außer Regenwasser kein natürliches Süßwasser gibt. Früher wurde deswegen das Regenwasser in den Fethingen gesammelt, die in der Regel als Viehtränke dienten und den Eindruck eines normalen Teichs erwecken. Meist wurden sie an der höchsten Stelle angelegt, also etwa in der Mitte der Warft. Solche Fethingen gibt es natürlich auch heute noch. Sie haben mehr dekorativen Charakter. Hier ein solcher Fething von der Hanswarft.

Hallig Hooge 2017: Fething auf der Hanswarft

Unsere kleine Kuriositätensammlung geht weiter: Meine Frau und ich haben viele Schafe und Rinder gesehen, die sich ihr Fell an Zäunen kratzten. Wen’s juckt, der kratze sich! Neben der Westerwarft fanden wir dann einen ganz speziellen Kratzbaum für Rinder. Da hätte selbst ich mich kratzen mögen, wenn’s Fell gejuckt hätte.

Hallig Hooge 2017: Kratzbaum für Rinder

Tief buddeln ist wohl auf einer Hallig nicht möglich. So liegen z.B. die benötigten Kabel für die Stromversorgung nicht allzu tief in der Erde. Da kann es dann schon sein, dass ein Kabel einen Graben (eigentlich Priel) kreuzt. Klingt nach Alliteration. Von daher schon erwähnenswert.

Hallig Hooge 2017: Kabel kreuzt Graben

Eigentlich sollten die Hooger friesisch, genauer nordfriesisch sprechen. Aber das Plattdeutsche hat auch hier weitestgehend die eigentliche Mundart abgelöst. Und natürlich Hochdeutsch. Ich komme darauf, weil ich hier auf einen plattdeutschen Begriff zurückkommen möchte. An der Nordsee im Friesischen hat man eine Vorliebe für Alkoholisches mit Eiern: Eiergrog bzw. Eierpunsch oder Eierlikör. Nun bezeichnet man umgangssprachlich die männlichen Hoden auch gern als Eier. Auf Plattdeutsch heißen sie Klöten, denn Ei und Eier bleiben Ei und Eier. Nun, der Begriff, auf den ich hier zu sprechen komme, heißt Klötenköm. Wobei Köm ein Schnaps ist (Aquavit oder ein Kornbrand).

Zurück zu den Klöten. Kein Neid, meine Herren! Und meine Damen, verkneifen Sie sich Ihr spöttisches Lächeln! Meine Frau kam nicht umhin, das stierische Gehänge fototechnisch festzuhalten:

Hallig Hooge 2017: Des Stieres Geklötere

Auf der Hinfahrt nach Hooge kreuzten wir einem Krabbenkutter. Mich wunderte eigentlich nur, dass überhaupt Krabben den Weg an Bord des Schiffes fanden – bei der Fülle an Möwen, die sich auf den Fang stürzten. Dabei formierten sich die Möwen zu einem ‚Rad‘: Hinter dem Kutter ließen sich Möwen auf die Beute in die Fluten fallen, um nach wenigen Metern wieder aufzufliegen und sich den bereits aufgeflogenen Möwen anzuschließen, die sich wieder dem Kutter näherten. Ein sonderbares Schauspiel.

Hallig Hooge 2017: Krabbenkutter

siehe auch alle anderen Beiträge:
Urlaub auf der Hallig Hooge (1): Schleusenfest 2017
Urlaub auf der Hallig Hooge (2): Fundstücke (1)
Urlaub auf der Hallig Hooge (3): Fundstücke (2)
Urlaub auf der Hallig Hooge (4): Willi im windigen Gewühl
Urlaub auf der Hallig Hooge (5): Von Warften, Ebbe und Flut (in Videos)

Urlaub auf der Hallig Hooge (5): Von Warften, Ebbe und Flut (in Videos)

Vom 7. bis 14. August 2017 weilte ich mit meiner Frau auf der Hallig Hooge im schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Die Halligen sind kleine, nicht oder nur wenig geschützte Marschinseln vor den Küsten, die bei Sturmfluten überschwemmt werden können. Die Halligen erheben sich nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, weshalb sie während einer starken Flut mit Ausnahme der Warften, künstlich aufgeschütteten Hügeln, auf denen die Häuser stehen, überspült werden („Landunter“).

Hallig Hooge 2017: Gang zur nächsten Warft

Hier einige filmische Impressionen von unserem Urlaub.

Nun zu einer Hallig wie Hooge kommt man vom Festland aus mit der Fähre. Wir sind von Schlüttsiel mit einer Fähre der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR), der „Hilligenlei“, gefahren und nach gut einer Stunde angekommen.


Hallig Hooge 2017 (1): Fährbetrieb

Das Wattenmeer ist geprägt von den Gezeiten, der Tide, also von Ebbe (Niedrigwasser) und Flut (Hochwasser). Bei Ebbe kann man weit ins Watt, dem freiliegenden Grund der Nordsee, hinausgehen. Das Watt wird zweimal am Tag während des Hochwassers überflutet und fällt bei Niedrigwasser wieder trocken, wobei das Wasser oft durch tiefe Ströme (Priele) abfließt. Der zeitliche Abstand zwischen einem Hochwasser und einem Niedrigwasser beträgt durchschnittlich sechs Stunden und zwölf Minuten.


Hallig Hooge 2017 (2): Ebbe und Flut

Eine Warft ist ein aus Erde aufgeschütteter Siedlungshügel, der dem Schutz von Menschen und Tieren bei Sturmfluten dient. Auf einer Warft können sich je nach Ausmaß Einzelgehöfte oder auch Dorfsiedlungen (Warfen- oder Wurtendörfer) befinden. Die Form der Warften ist meist rund. Die Kirche von Hooge samt Wohnstatt des Pastors ist auf einer eigenen Warft zu finden.


Hallig Hooge 2017 (3): Kirchwarft

Und noch mehr Warften …


Hallig Hooge 2017 (4): Warften

Für den Erlebnishungrigen ist eine Hallig sicherlich nicht der richtige Ort. Hier herrscht vor allem Ruhe. Entspannende Ruhe bei Natur pur. Schnell sind alle Wege und damit alle Warften abgeklappert, aber es gibt immer wieder etwas Neues zu erkunden, sei es im Watt oder am Strand. Schnell ist man bekannt, grüßt mit einem ‚Moin‘ und kommt ins Gespräch. Eine Hallig ist eine kleine Welt.


Hallig Hooge 2017 (5): Seglerhafen und mehr

Bäume finden sich auf einer Hallig nur auf den Warften. Selbst Büsche findet man sonst nirgends. So ist der Blick frei auf Land und Meer. Das ist es wohl, was am Ende am meisten auffällt. Kaum an Land, ist alles ‚zugestellt‘ durch Häuser. Diese freie Sicht lässt auch den Geist und die Seele frei werden.

Höllentalangerhütte 2002 und 2017

Neben den Satiresendungen extra 3 und Heute-Show schaue ich in großer Regelmäßigkeit auch die Sendung Quer vom Bayerischen Rundfunk. Wie Christoph Süß diese Sendung moderiert, ist einfach köstlich. In der Sendung vom 7. September 2017 ging es u.a. um die Frage: Wie viel Komfort verträgt der Berg? Dreh- und Angelpunkt war dabei die Höllentalangerhütte, unterhalb vom Waxenstein und der Zugspitze gelegen. Für mich (und meine Familie) hat diese Almhütte eine besondere Bedeutung.

2002 war ich nämlich mit meiner Familie in Grainau an der Zugspitze in Urlaub. So besuchten wir dort auch die Höllentalklamm und die dahinter liegende Höllentalangerhütte. Die Hütte liegt in 1387 m Höhe und ist über Hammersbach, einen Ortsteil von Grainau, und der Höllentalklamm zu erreichen. Der Weg dorthin ist auch für Familien (wie die meine) gut zu begehen. Landschaftlich einfach wunderschön, ja geradezu atemberaubend.

Höllental(anger)hütte 2002

Damals vor nun 15 Jahren stand da noch die 1893 erbaute Hütte, ein durchweg uriger Holzbau, sicherlich sehr spartanisch eingerichtet mit einer sehr übersichtlichen Speisekarte. Meine damals elf- bzw. achtjährigen Söhne aßen z.B. Spaghetti mit Tomatensoße – wie das Foto zeigt.

Höllental(anger)hütte 2002 von Innen

Die Höllentalangerhütte ist für erfahrene Bergsteiger der ideale Ausgangspunkt, um die Zugspitze von ihrer anspruchsvollen Seite über die berühmte Höllentalroute zu besteigen. Aber auch für bergbegeisterte Familien – wie gesagt – ist sie ein außergewöhnliches Ziel für Tagestouren oder ein Wanderstützpunkt.

Die ursprüngliche Höllentalangerhütte musste 2013 abgerissen werden, da sie nicht mehr den heutigen Anforderungen an Brandschutz, den Arbeitsstättenrichtlinien oder den hygienischen Anforderungen aus dem Lebensmittelrecht entsprach. An ihrer Stelle wurde 2014–15 die neue Höllentalangerhütte gebaut. Im Rahmen des vollständigen Abrisses 2013 wurde das Blockhaus, die „Urzelle“ der Hütte, zunächst eingelagert, im Außengelände des Alpinen Museums München wieder aufgebaut und im März 2017 mitsamt historischer Einrichtung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Immerhin das!

Höllentalangerhütte Neubau Juni 2017

Die Meinungen gehen natürlich sehr weit auseinander, was die Notwendigkeit eines Neubaus betrifft. Ich selbst bin traurig, da die alte Hütte gerade einen ihrer Einfachheit halber besonderen Charme hatte. Sie zu besuchen entsprach einer Reise in die Zeit vor über 100 Jahren. Muss es wirklich sein, dass selbst in die Wildnis der Alpen so viel Komfort getragen werden muss? Was meint Ihr?

Hier der Beitrag des BR aus der Sendung Quer vom 07.09.2017 – einschl. einiger Fotos und Videosequenzen von unserem Aufenthalt dort im Jahr 2002.


Höllentalangerhütte 2002 und 2017: Almhütten im Wandel

Wen es interessiert: Der Bayerische Rundfunk (BR) brachte eine ausführliche Sendung zum Neubau der Höllentalangerhütte – wie folgt zu sehen ist:


Die Höllentalangerhütte – Der Neubau – BR Fernsehen

Die Berge um Garmisch-Partenkirchen und Grainau bieten immer mehr Attraktionen wie z.B. die Aussichtsplattform AlpspiX zwischen Himmel und Höllental. Und zum 21. Dezember soll dann auch die neue, nur noch mit einer Stahlstütze getragene Eibsee-Seilbahn eröffnet werden. Mit 127 Metern wird diese Stütze die europaweit höchste sein.

Schietwetter

Natürlich können wir froh sein, in diesen Tagen nicht in Houston/Texas, wo der Hurrikan „Harvey“ wütete und Unmengen an Regen brachte, zu leben oder in Südasien, wo in der jetzigen Monsunzeit viele Opfer zu beklagen sind. Aber einen Klimawandel gibt es ja nicht, zumindest nach Ansicht von Herrn Trump.

Aber auch bei uns kommt Freude bei diesem Wetter nicht gerade auf. Schietwetter! Wenn ich zz. aus dem Fenster schaue, da ist es dunkel ‚wie im Bärenarsch‘, wie ein ehemaliger Kollege von mir zu sagen pflegte. Ich weiß zwar nicht, wie es dort drinnen aussieht, aber es könnte stimmen.

Ja, das Wetter – immer wieder und immer noch ein beliebtes Thema. Dabei bin ich gar nicht erpicht darauf, vom Wetter zu schreiben. Schön soll es sein, sonnig, angenehm warm und nicht so drückend wie jetzt, nur mit wenigen Wölkchen am Himmel – wie vor etwa drei Wochen auf der Hallig Hooge auf dem Weg an der Ipkenswarft entlang.

... auf der Hallig Hooge an der Ipkenswarft entlang

Zum Wochenende soll es wieder freundlicher werden. Da werde auch ich wieder freundlicher sein.