Kategorie-Archiv: Gerstengebräu

Alles zu Gebräu und Brand von Gerste und anderem Getreide

Dunkle Biere aus dem Frankenland (3)

Nach meinen bisherigen zwei Beiträgen zu dunklen Bieren aus dem Frankenland (Teil 1Teil 2) komme ich vorerst zuletzt zu weiteren vier dunklen Bieren aus Franken, die von ihrer Art etwas aus der Reihe tanzen. Da sind zunächst zwei Rauchbiere. Früher waren viele Biere Rauchbiere. Der Grund liegt in der Malzherstellung: Das Malz muss für die Bierherstellung getrocknet werden. Neben der Sonnentrocknung, die klimatisch nicht in allen Regionen möglich war, kam dabei ein offenes Holzfeuer zur Unterstützung der Darre zum Einsatz. Während andere Brauereien nach Erfindung des rauchfreien Malzes auf nicht-rauchige Biere umstellten, wurde die alte Tradition in Bamberg bis in die Gegenwart durchgehend bewahrt. Deswegen spricht man oft auch vom „Bamberger Rauchbier“. – Dann habe ich da ein naturbelassenes Dunkelbier und zuletzt ein Bier von Apostelbräu, wo alte Getreidesorten ‚verflüssigt‘ werden, hier ein Bier bestehend zu großen Teilen aus Hafermalz.

Vier dunkle Biere aus Franken (3)
Vier dunkle Biere aus Franken (3)

1. Aecht Schlenkerla Rauchbier Weizen der Brauerei Heller, Bamberg, 5,2 % Vol.

Pate für dieses Bier stand der Volksmund. Er nannte einen früheren Brauer des Hauses wegen seines schlenkernden Gangs, der die Folge eines Unfalles war, einfach „das Schlenkerla“ und verlieh diesen Namen auch dem seit Jahrhunderten bestehenden Brauhaus. Obwohl mittlerweile die sechste Schlenkerla-Brauer-Generation am Faß steht, ist es dabei bis heute geblieben.

Dieses Bier ist ein sehr dunkles, herbwürziges, untergäriges Märzenbier mit 13,5 % Stammwürze, das entspricht einem Alkoholgehalt von 5,2 %. Vol. Rauchbiere sind nicht jedermanns Sache. Hierbei handelt es sich zudem um ein rauchiges Weizen, wie ich es bisher noch nicht getrunken habe. Der rauhige Geschmack hält sich aber in Grenzen, sodass ich es als Einstieg in die Welt der Rauchbiere gern weiterempfehlen möchte.

2. Rittmayer Hallerndorfer Rauchbier 5,0 % Vol.

Ähnlich verhält es sich auch mit diesem Rauchbier. Dieses kupferfarbene Bier zeichnet sich durch animierende Frische und eleganten Einsatz von Rauchmalz aus. Es ist eine harmonische Verbindung von fruchtigen Malznoten, feiner Hopfenbittere und dezenter Rauch- und Röstaromatik.

3. Aktien Landbier fränkisch Dunkel – Bayreuther Bierbrauerei – naturbelassen – 5,3 % Vol.

Dieses Landbier ist ein untergäriges Vollbier, kernig und vollmundig im Geschmack, naturbelassen und daher leicht trübe. Gebraut wird es mit quellfrischem Fichtelgebirgswasser. Zunächst ist es leicht röstmalzig in der Nase – im Antrunk dann frisch und leicht. Geschmacklich kommt es leicht rezent und röstmalzig mit Karamellnote rüber, wird im Abgang angenehm herb nach Aromahopfen.

4. Schwarzer Hafer – Apostelbräu 4,8 % Vol.

Von Apostelbräu habe ich vor einiger Zeit u.a. auch das Roggenbier probiert. Ich gestehe, dass das nicht ganz nach meiner Nase war, obwohl ich z.B. Roggenbrot ganz gern esse. Aber ich stehe auch auf Hafer. Und dieses Bier, das neben Bio-Gerstenmalz mit speziellem Schwarzhafer veredelt wurde, trifft schon eher meinen Geschmacksnerv. Im Glas zeigt sich dieses Schwarzbier tief dunkelbraun mit mittelporigem, recht kurzlebigem Schaum. Wie bei vielen Apostelbräu-Spezialitäten stehen auch hier wieder säuerliche Aromen im Vordergrund. Zusätzlich haben wir aber auch einen tollen malzigen Duft in der Nase, der an Schokolade und Kaffee erinnert. Der spritzige Antrunk beginnt mit schöner Citrus-Säure. Danach schlagen langsam die Malze zu und bringen dezente, malzige Röstaromen mit einer gewissen Cremigkeit ein. Insgesamt dominiert jedoch die säuerliche Note.

Irgendwo wurden die Biere von Apostelbräu auch als ‚Müslibiere‘ bezeichnet, nun ja. Hier versucht sich eine Brauerei an alten Getreidearten – und heraus kommen Biere, die eben nicht alltäglich sind. Wer dunkle Biere mag, dem sei dieses Bier durchaus anempfohlen. Und wen der Hafer sticht … 😉

Dunkle Biere aus dem Frankenland (2)

Nachdem ich in diesem Blog bereits vier dunkle Biere aus dem Frankenland vorgestellt habe, möchte ich heute auf weitere vier nach meinem Geschmack sehr leckere Biere kurz zu sprechen kommen. Wer wie ich gern diese Mischung aus süffig-malzigen und herb-hopfigen Geschmacksnoten mag, der wird auch diese Biere mögen. Und wieder geht es um Biere aus Franken, dort, wo die Brauereidichte besonders groß ist.

Vier dunkle Biere aus Franken (2)
Vier dunkle Biere aus Franken (2)

1. Hirschentrunk der Brauerei Kraus in Hirschaid bei Bamberg 5,5 % Vol.

Es fängt schon gleich ganz gut an: Dieses Bier hat eine schöne kastanienbraune Farbe und malzig rauchige Aromen, die in die Nase steigen. Der Antrunk mäßig rezent mit leichten Rauchnoten, wobei die süsslichen Malze auch noch zu schmecken sind. Der Körper ist recht schlank, im Abgang kommen dann ein paar Hopfennoten zum Vorschein, wobei auch die Rauchnote erhalten bleibt.

2. Maria Ehrenberger Pilgerstoff aus der Rhön – untergäriges Märzenbier 5,2 % Vol.

    „Den Ehrenberg hinauf pilgert ein langer Zug,
    erst zur Kirch und dann zum Krug.“

    pilgerstoff.de

Dieses Bier ist benannt nach der traditionsreichen Pilgerstätte in der Rhön, an deren Fuße das Hochstiftliche Brauhaus in Bayern/Motten liegt. Eine ganz besondere Bierspezialität – nicht nur für durstige Pilgerkehlen! Nach alter Tradition reift der Pilgerstoff im kalten Lagerkeller mindestens acht Wochen zu einem vollmundigen und perfekt abgerundeten Meisterstück heran. Die urige Bierspezialität präsentiert sich in einer klaren Optik von dunklem Bernstein mit samtig weicher Schaumkrone. Er begeistert mit seinem kräftig würzigen Körper, der leichte Anklänge von Röstmalznoten zeigt. Gleichzeitig ist er frisch im Antrunk und vollendet harmonisch im Abgang. Am besten schmeckt dieses Bier aus einem Steinkrug.

3. Brauerei Simon Spezial 5,6 % Vol. – Lauf a. d. Pegnitz

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei diesem „Simon Spezial“ um eine nicht ganz alltägliche, handwerklich gebraute Spezialität. Auserlesene Spezialmalze verleihen dem Bier einen kräftigen und würzigen Geschmack, mit dem auch die intensive Farbnote gut harmoniert. Eben ein typisches und uriges Vollbier aus einer fränkischen Kleinbrauerei.

4. Vierzehnheiligener Nothelfer der Brauerei Trunk: Export dunkel 5,1 % Vol.

Allein der Name dieses Bieres ist köstlich zu nennen. Das Urbier der Franken leuchtet in der Farbe einer intensiven Roßkastanie mit feurigem Rotstich. Über dem klar filtrierten Gerstensaft steht ein cremefarbener, fein- bis mittelporiger Schaum. Im Geruch entfalten sich Malz-, Getreide- und Brotaromen, unterlegt von Röst- und Toastnoten sowie Anklängen von Apfel, braunem Zucker und Süßholz. Angenehm weich und süß fließt es beim ersten Schluck in den Mund. Anschließend offenbaren sich auch hier Getreide-, Brot- und Röstaromen, gefolgt von Schokolade, Espresso, Karamell und Paranuss – mit einer präsenten Bittere im Abgang.

Ich weiß nicht, welches dieser Biere hervorzuheben wäre. Alle dieser vier sind schon von der Farbe her ein Genuss fürs Auge. Und in Maßen getrunken sind sie alle Köstlichkeiten für den Liebhaber dunkler Biere.

Dunkle Biere aus dem Frankenland (1)

Leider hat der Getränkehändler meines Vertrauens seit geraumer Zeit geschlossen. Er ist in Rente gegangen, was ihm gegönnt sei, und hat keinen Nachfolger gefunden. So muss ich ‚ausweichen‘ und kaufe (wenn ich nicht gerade in Hamburg shoopingmäßig unterwegs bin) bei einen Getränkemarkt namens HOL‘AB ein, der in meinem Wohnort eine Filiale betreibt. Dieser muss einen guten Draht zum Frankenland haben, denn das Angebot an fränkischen Bieren ist überraschend groß. Franken ist neben dem Wein für sein Bier bekannt. Der Bezirk Oberfranken besitzt die höchste Brauereidichte Deutschlands und der ganzen Welt. In Franken befinden sich daher die meisten Brauereien Bayerns, die meisten Brauereien sind jedoch klein.

Da ich (und seit Neuestem auch wieder meine Frau) gern dunkle Biere bevorzuge, da tut sich hier ein hopfig-malziges Getränkeparadies auf. Einige dieser Biere möchte ich Euch heute vorstellen. Alle stammen aus kleinen Brauereien, die teilweise über Generationen in Familienbesitz sind. Hier die ersten vier dunklen Biere aus Franken:

Vier dunkle Biere aus Franken (1)
Vier dunkle Biere aus Franken (1)

1. Vollbier der Brauerei Meister aus Unterzaunsbach/Franken – 4,9 % Vol.

Heute muss eine Brauerei über ein breites Sortiment verfügen, um auf dem Markt zu bestehen. Muss? Der Brauerei Meister genügt ein Bier, das zudem nicht auf einen wohltönenden Namen hört, sondern schlicht nur Vollbier heißt. Wie der Titel dieses Artikels besagt: ein dunkles Vollbier! Die Brauerei ist klein, aber fein. Und das Bier ist kastanienbraun und leicht trüb. Der Schaum hingegen weiß und feinporig. Man riecht viel Malz. Im Antrunk ist es ebenfalls malzig. Das Mundgefühl erkennt einen vollmundigen, würzigen Körper, dazu Malz und Karamell. Im Abgang dann hopfig herb und noch ganz leichte Malzsüße als Unterlage. Was soll ich sagen: Dieses Bier ist ganz nach meinem Geschmack. Hopfen und Malz sind in wunderbarer Balance. Nicht zu süß und nicht zu herb. Süffig wird das wohl genannt.

2. Braunbier Schinner aus Franken – 5,4 % Vol.

Eigentlich ist die Bezeichnung Braunbier (Bier nur aus Gerste) nur zur Unterscheidung zu Weißbier (gebraut aus Weizen und Gerste) in Gebrauch. Hier dürfte aber auch die Farbe eine gewisse Rolle spielen. „Himmel, welch ein Bier!“ urteilte bereits Ende des 18. Jahrhunderts der Dichter Jean Paul (in diesem Blog auch schon öfter zu finden) über dieses köstliche, fränkische Braunbier. Erfrischende Kaffeenoten, die leicht ausgehopft sind, machen einem leichten Karamellgeschmack Platz. Die malzige Spritzigkeit spielt im Körper eine leichte Obstung in Richtung Pflaume/Aprikose an. Jean Pauls Anrufung des Himmels ist berechtigt!

3. Weißenoher Bonifatius Dunkel – 5,1 % Vol.

Eigentlich weiß ich gar nicht, welches der hier aufgeführten Biere mir das liebste sein soll. Alle schmecken mir, der dunkle, malzige Biere liebt, ausgesprochen gut. Dieses dunkle Bier ragt vielleicht millimeterweise hervor. Es ist (wie die anderen) ein kräftiges, aber süffiges dunkles Landbier – Kräftig im Trunk mit angemessener Bittere und einem angenehmen Röstaroma. Farblich ist es ein wahrer Augenschmaus: tiefbraun mit deutlich erkennbarem Rubinstich im Gegenlicht. Der hellbraune Schaum ist üppig, sehr feinporig und hält sich lang. Erwartungsgemäß schmecke ich sattes Malz, das allerdings durch intensive Röstmalznoten bereichert wird, die in Richtung Kaffee gehen und leichte Aromen von Lakritz aufweisen. Der Antrunk ist leicht säuerlich und ebenfalls mit einer ausgeprägten Röstnote versehen Die Einflüsse von Kaffee und Schokolade sind markant, dazu ein paar Sprenkel Dörrobst. Zum rundum gelungen Gesamtbild passt auch die angenehm dosierte Rezenz. Der Abgang ist unheimlich lang, noch nach Minuten hat man diese ausgeprägte Röstnote am Gaumen. Also mir schmeckt so ein Bier!

4. Krug-Bräu dunkles Lager – 5,0 % Vol.

Zuletzt noch ein weiteres ganz bodenständiges Bier. Wie gesagt: In Franken gibt es viele kleine Brauereien. Und so hört auch zu dieser Brauerei in Waischenfeld in Oberfranken ein Gasthof mit preiswerten Zimmern (und einem reichhaltigen Frühstück). Grad ein Bier am Morgen muss es dann vielleicht doch noch nicht sein. Dieses Bier hat eine braune Farbe, die braunrötlich im Licht schimmert, und ist vollmundig, würzig, kernig malzig mit einer dezenten Süße: Röstmalziger Geruch legt Noten von dunkler Bitterschokolade frei. Milder und malziger Antrunk mit leichter Süße und mit Noten von Karamell. Würze und röstmalzige Noten von dunkler Bitterschokolade und Kaffee im Mittelteil. Hopfenherbe entwickelt sich zum Abgang hin. Der Nachgeschmack ist zuerst malzig mit leichter Süße und mit Noten von Karamell, dann würzig und röstmalzig mit Noten von dunkler Bitterschokolade und Kaffee und zum Ende hin hopfigherb, bitter und leicht röstig-säuerlich.

So kann (und wird) es weitergehen. Demnächst komme ich zu Hirschentrunk, Pilgerstoff und Nothelfer. Auch Rauchbiere werden dabei sein. Lasst Euch überraschen.

Früherziehung?!

Wer mit der Fähre auf der Hallig Langeneß ankommt, findet nach kurzer Strecke das Gasthaus Hilligenley auf der rechten Seite. Gleich dahinter befindet sich in einem reetgedeckten Haus die Kindertagesstätte „Die Wattwürmer“.

Als ich mit meiner Familie während unseres einwöchigen Urlaubs auf Langeneß an dieser Kita vorbeikam, musste ich natürlich den Eingang zu diesem Haus fotografieren. Aber was musste ich da Fürchterliches feststellen? Die Tür zur Kita stand offen. Und im Flur waren zwei Kästen Flens zu sehen. Wird hier also die äußerst fragwürdige Früherziehung der Halligkleinkinder zum Alkoholismus betrieben? 😉

‚alkoholische‘ Früherziehung?!

Bierkalender (Advent) 2016 – Türchen 19 bis 24

Nun es dauerte etwas, bis ich auch die restlichen sechs Türchen (19 bis 24) an meinem gerstensaftig-hopfigen bzw. weizenmalzig-hefigen Adventskalender geöffnet und die dahinterliegenden Inhalte verköstigt hatte. Mir kamen der Weihnachtsurlaub mit meiner Familie und auch noch einige andere bierbraumeisterliche Überraschungen dazwischen. Hier nun aber …

19. Odin-Trunk Biermischgetränk mit Honig – Schloßbräu Craft-Bier-Brauerei Fürstlich Dehna, Luckau – 5,4 %

Also kein reinheitsgebotsmäßiges Bier, das da aus dem Landkreis Dahme-Spreewald in Niederlausitz/Brandenburg kommt. Mit den alten germanischen Göttern hat es man so, wie das Bier der Götter aus dem Örtchen Wacken (genau das, wo es lauter als in der Hölle ist) beweist. Dazu aber später mehr (meine Söhne haben mich mit einem Karton des Wacken-Bieres zu Weihnachten überrascht).

Ohne Zweifel ist der Odin-Trunk ein Bier von erstaunlicher Komplexität mit festem Schaum, golddunkelfarbend, vollmundig und für mich leider eine Spur zu honig-aromatisch-süß. Nichts gegen Honig, aber man sollte es den Bienchen lassen. Vielleicht ist das ein Bier für süße Schleckermäule.

20. Bayreuther Hell 4,9 % Vol. – Bayreuther Bierbrauerei (Bayreuther Brauhaus)

Von den nächsten und letzten fünf Bieren sind drei Helle aus Bayern zu finden. Wie wohl schon erwähnt: Im Gegensatz zu hellen Bieren aus Norddeutschland (Jever, Flensburger oder auch Dithmarscher) so sind solche Biere aus Bayern meist weniger herb und dafür umso süffiger. Das Hell aus Bayreuth überrascht dabei durchaus mit einer ausgewogenen Hopfenherbe. Oder wie der Braumeister aus der oberfränkischen Stadt der Richard-Wagner-Festspiele zu sagen pflegt: ehrlich, frisch und würzig.

21. Helles Vollbier – Hofbräuhaus – 5,1 % Vol.

Nicht unbedingt für uns Deutsche, selbst nicht für die meisten Bayern, dafür umso mehr für viele ausländische Touristen ist das Hofbräuhaus in München der Inbegriff deutscher Saufkultur (die CSU-Spezis reden da eher von ‚deutscher Leitkultur‘). Wer nach München kommt, findet sicherlich geeignetere Lokalitäten, um bayerische Biere zu genießen. Das hielt mich aber nicht davon ab, das Helle aus dem Hofbräuhaus zu genießen. Hier gilt Ähnliches wie für viele der bayerischen hellen Biere: Es schmeckt frisch und spritzig, ist also süffig und überrascht mit einem durchaus deutlichen Hopfenaroma.

Bierkalender 2016: 19. bis 24. Türchen

22. TAP 4 – Schneider Weisse – Meine Festweisse – für festliche Höhepunkte – 6,2 % Vol. – Hefeweissbier

Das Schneider Bräuhaus aus München ist bekannt für seine Weissbiere, die wir hier im hohen Norden durchaus auch als Weizenbiere benennen dürfen. Schneider und Weissbier – das ist Schneider Weisse. Inzwischen auch für uns Norddeutsche ein Inbegriff.

Und so kommt aus dem Hause Schneider eine Vielzahl an Weissbieren, gewissermaßen für jeden Anlass eines. Für einen festlichen Höhepunkt wie das Weihnachtsfest ist das TAP 4 – meine Festweisse gedacht. Ganz Bio aus Gersten- und Weizenmalz mit den Hopfensorten Neuseeländischer Cascade und Hallertauer Tradition gebraut, natürlich auch aus dem Bio-Anbau.

Dieses Weissbier kommt mit frisch-herber Note und leuchtend-goldener Farbe daher. „Ein Hauch von Frühlingsfrische“ kann auch im Winter nicht schaden. Mit 6,2 % Vol. steht dieses Bio-Hefeweizen ordentlich im Glas. Aber diese Stärke hat Tradition, denn bis 1944 wurde es als Oktoberfestbier ausgeschenkt und musste entsprechend der Maßgabe kräftig sein. Es ist also kein klassischer Weizenbock, sondern ein kräftiges Weizen.

23. Antoniter Bayerisch Hell – 5,0 % Vol. – Kaiser Bräu, Neuhaus an der Pegnitz

Noch ein Helles und noch ein Bier aus dem Fränkischen. Auch hier ist es ein ordentlich erfrischendes Bier, prickelnd weich mit angenehm leicht herbem Hopfen und etwas Zitrus, also süffig. Also okay, viel mehr dann aber auch nicht.

24. Königl. Festtags-Bier – 5,6 % Vol. – König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg

Ein König Ludwig dunkel habe ich mir auch schon vor Ort in Kaltenberg bei den Ritterturnieren gegönnt. Und bei meinem Getränkehändler gab es auch immer einen Kasten davon. So war ich neugierig, das Königliche Festtagsbier kennenzulernen, das nur zur Weihnachtszeit gebraut wird.

Ohne Zweifel ist es ein edles Spezialbier. Kräftig in der Farbe und feinwürzig im Geschmack eignet es sich besonders gut zu kräftigen Gerichten, wie diese oft zu Weihnachten auf den Tisch kommen. Malz und Hopfen harmonisieren auf für mich wunderbare Weise. Und so muss es nicht unbedingt die fette Weihnachtsgans oder der Silvesterkarpfen sein, um mir so ein Bier gefallen zu lassen.

Nun die Inhalte meines Adventskalenders sind vertilgt und haben neben viel Üblichen durchaus auch die eine oder andere Überraschung parat gehalten. Zuhause im Keller steht so noch ein fast voller Kasten Weltenburger Winter-Traum, zudem die Biere der Götter sowie von der Weihnachtsreise übrig gebliebene Craftbiere diverser Herkunft. Da darf der Winter endlich kommen. Ich bin bestens eingedeckt …

Hier auch noch einmal die ersten jeweils sechs Türchen meines Bieradventskalenders 2016:

Bierkalender (Advent) 2016 – Türchen 1 bis 6
Bierkalender (Advent) 2016 – Türchen 7 bis 12
Bierkalender (Advent) 2016 – Türchen 13 bis 18

Und zuletzt noch einmal ein Rückblick auf meinen Bieradventskalender aus dem Jahr 2014:

Bierkalender (Advent) 2014 – Türchen 1 bis 12
Bierkalender (Advent) 2014 – Türchen 13 bis 24

Bierkalender (Advent) 2016 – Türchen 13 bis 18

Nach den Türchen 1 bis 6 und 7 bis 12 fand ich in den weiteren sechs Türchen meines Adventskalenders folgende Biere:

13. Kupferstich Rotbier – 4,9 % Vol. – Brauerei Wagner, Merkendorf – seit 1797

Wieder ein Bier aus Franken – aus Merkendorf in der Nähe von Ansbach, also unterhalb von Nürnberg.

Original Nürnberger Rotbier wird bereits seit dem frühen Mittelalter dort nach eigenen Braugesetzen gebraut. Seit 1530 wurde auch das obergärige „weiße Bier“ gebraut. Im Gegensatz zum obergärigen Weißbier handelt es sich beim Rotbier um ein untergäriges Bier, das ausschließlich mit Gerstenmalz gebraut wurde.

Seine leuchtend rötliche Farbe bekommt das Bier von einer speziellen Malzmischung. Das Bier hat ein fruchtig-hopfiges Aroma, bleibt aber in seinem Charakter nach meinem Geschmack etwas blaß. Mir fehlt etwas die Vollmundigkeit.

14. Weihenstephaner Vitus – helles Weizenbock 7,7 % Vol. , Staatsbrauerei Weihenstephan, Freising

Dieser helle Weizenbock “Vitus”, durchzogen von feiner Hefe und mit einem cremigen Schaum, ist eine Bierspezialität, die durch die extra lange Lagerung eine ausgewogene Vollmundigkeit und einen runden Charakter besitzt. Der fruchtige Duft getrockneter Aprikosen gesellt sich zu Aromen von Zitrusfrüchten, Gewürznelken und einem Hauch Banane. Vollmundig und prickelnd erzeugt die fein eingebundene Kohlensäure ein moussierendes Mundgefühl. Somit schmeckt der “Vitus” nicht wie ein typisches Starkbier, sondern gleicht eher einem edel-fruchtigen Weißbier.

So ein Weißbier lässt sich auch gut in der Winterzeit trinken.

15. Sebaldus Weizen – Nürnberg – dunkles Hefe – 6,0 % Vol. – Tucher Traditionsbrauerei (vormals Königlich-bayerisches Weizenbräuhaus zu Nürnberg)

Wieder ein fränkisches Bier und wieder ein Weißbier bzw. Weizenbier, wie wir es hier in Norddeutschland nennen. Benannt nach dem Schutzpatron der Stadt Nürnberg, St. Sebaldus – ist dieses karamelligdunkle Bier mit extra hohem Stammwürzegehalt und viel Hefe eingebraut. Dunkel, schön sämig, einzigartig würzig und röstaromatisch im Geschmack (mit Röstmalzbier).

Bierkalender 2016: 13. bis 18. Türchen

16. Räuber Bock – 7,5 % Vol. – aus dem Hochspessart (Unterfranken) – Bürgerliches Brauhaus Wiesen

Der Wiesener Räuberbock leuchtet mit einer bernsteinartigen Farbe und Rubin roten Reflexen aus dem Glas. Der cremig weiße Schaum steht feinporig und fest über der aufsteigenden Kohlensäure. In der Nase sind die feinen Düfte von Caramel und Malz zu erahnen. Die Kohlensäure ist durch die über 3 monatige Reifung im Lagerkeller unglaublich elegant zwischen dem zu erschmeckenden warmen alkoholischen Körper und feinen Nuancen von wiederum Carmal und süßen Aromen eingebettet.

Abgerundet wird dieses Sinneserlebnis von blumigen kaum wahrnehmbaren Hopfenaromen. Saisonal erhältlich ab Oktober so lange der Vorrat reicht! Ich habe immerhin eine Flasche ergattert und durfte mich eines Bieres nach meinem Geschmack erfreuen.

Gestern sprach ich mit einem Arbeitskollegen aus München, der mir sagte, dass die Brauereidichte in Franken höher wäre als im Rest-Bayern, wo die Anzahl von Brauereien schon sehr hoch ist. In Franken gibt es noch viele kleine Brauereien. Die ‚Dichte‘ an Bieren aus dem Frankenland in meinem Adventskalender ist daher nicht ohne Grund ebenfalls so hoch …

17. Hasen hell – 5,0 % Vol. – Hasen Bräu in Augsburg – seit 1464 – untergärig hell: Einfach, ehrlich, echt.

Diesmal ein helles Bier aus ‚Rest‘-Bayern. Wie eigentlich typisch für helle Biere aus Bayern, so ist dieses Bier fein süffig und eignet sich bestens für eine Brotzeit (Abendbrot). Hopfen und Malz ergänzen sich großartig. Kein Knaller, aber ein Bier, das den Durst auf angenehme Weise zu löschen versteht.

18. Hirschen-Trunk – 5,5 % Vol. – Brauerei Kraus, Hirschaid

Mit diesem Bier kehren wir nach Franken zurück, diesmal nach Oberfranken in die Nähe von Bamberg. Hier in Hirschaid wird der Hirschen-Trunk gebraut, ein dunkles, vom Geschmack her rauchiges Bier. In Bamberg und Umgebung werden wohl heute noch viele Rauchbiere gebraut. Und so ein Bier ist wirklich so eine Sache. Also mein Geschmack ist es nicht. Es erinnert sehr an fleischliche Räucherware, die ich eigentlich mag (z.B. Salami und Schinken), aber in flüssiger Form dann doch Gewöhnungssache ist. Nun ich bin durchaus ‚weltoffen‘ und habe mir dieses Bier in Ruhe einverleibt. Aber die eine Flasche war dann auch genug. Ein Fan werde ich wohl nicht von Rauchbier.

Soviel zu diesen sechs weiteren Türchen im Adventskalender. Für die restlichen sechs Biere bis Heiligabend werde ich mir wohl etwas mehr Zeit lassen müssen. Dazu dann Anfang des nächsten Jahres meine Einschätzung. Gespannt bin ich aber schon, was da noch auf mich zukommt. Bis dahin wünsche ich viel Durst und sage erneut Prost!

Bierkalender (Advent) 2016 – Türchen 7 bis 12

Nach den ersten sechs Türchen hier die weiteren sechs, die so manche gelungene Überraschung bereithielten.

7. Ayinger Urweisse – 5,8 % Vol.

Nach dem Kirtabier am 5. Tag bereits ein weiteres Bier der Brauerei Aying – Franz Inselkammer KG – Privatbrauerei seit 1898: ein Weißbier oder wie man bei uns sagt: Weizenbier – das Ayinger Urweisse, das aus feinstem dunklem Weizen- und Gerstenmalz gebraut wird und durch die edle Bernsteinfarbe, eine außerordentliche Schaumfestigkeit und den unverkennbar obergärigen, hefigen und malzaromatischen Geschmack besticht.

Okay, ich trinke ein Weißbier lieber im Sommer, wenn es warm ist und ein Bier wie das Ayinger Urweisse mit seinem fruchtig-herben Körper mit Anklängen von Orangen- und Bananen-Aromen und mit einer prickelnden Rezenz und einer geringen Bittere erfrischt. Geschmacklich überzeugt dieses Bier durch die Verbindung von Weizenfrische und dunklem Malz.

8. Mittenwalder Weihnachtsbock dunkel 7,1 % Vol. – Brauerei Mittenwald – Privatbrauerei seit 1808

Ein Bier aus dem Werdenfelser Land. Da musste ich natürlich erst einmal an Grainau denken, wo ich mit meiner Familie mehrmals, zuletzt 2012, Urlaub gemacht habe. Während Grainau westlich von Garmisch-Partenkirchen liegt, findet man Mittenwald in etwa gleicher Entfernung östlich davon. Von hier stammt also dieser Weihnachtsbock dunkel, ein kräftig würziges Bier, das mindestens zwei Monate gelagert wurde. Also ein Bier für mich, den Liebhaber dunkler Bockbiere, der es kräftig und malzig mag, Deshalb auch etwas mehr …

Zunächst ist es die dunkelrote Farbe des Bieres bei einer hell-braunen Schaumkrone. Aber das kenne ich von anderen Bieren dieser Art. Der Geruch und auch der Antrunk verheißt viel Süße. Eine satt malzige Note sorgt dabei für das besondere Etwas. Erst nach und nach kommt der Hopfen zum Tragen und sorgt für die gewisse Würzigkeit. So ganz mögen sich Malz und Hopfen nicht zu tarieren. Das finde ich bei anderen Bieren gelungener. Trotzdem ist dieser Weihnachtsbock der erste wirkliche Höhepunkt aus meinem Adventskalender. Ich sollte bei einem weiteren Grainau-Urlaub unbedingt auch Mittenwald besuchen.

Übrigens ist die Brauerei Mittenwald Deutschlands höchstgelegene Privatbrauerei.

9. Ayinger Celebrator Doppelbock 6,7 % Vol. – dunkles bayerisches Starkbier

Mit dem neunten Türchen öffnete sich schon die dritte Flasche Bier der Ayinger Privatbrauerei aus dem Herzen Bayerns. Und da es sich um edlen Stoff handelt, so wird dieser auch nur in die kleineren 0,33-l-Flaschen abgefüllt: Ayinger Celebrator Doppelbock. Es ist ein Starkbier, das man eigentlich nur in der vierzigtägige Fastenzeit bis Ostern trinkt. Aber Traditionen hin und Traditionen her, man gönnt sich ja sonst nichts: Jetzt wird ein solches Starkbier (mit der Endung –ator) zu jeder Jahreszeit angeboten und darf auch in der Vorweihnachtszeit nicht fehlen.

Dieser vielfach ausgezeichnete Doppelbock ist das Dessertbier unter den Bieren aus Aying. Seine tiefe Mahagoni-Farbe tendiert ins Rubinrot. Der sensationell feste Schaum ist umgeben von nussig-karamelligem Duft und einem Hauch von Zedernholz. Ein samtweicher, voller Körper wird begleitet von würzigen Geschmacksnoten im Abklang. Für einen Liebhaber dunkler Bockbiere ist ein solches Bier natürlich ein Genuss und muss dabei mit Bedacht getrunken werden.

Bierkalender 2016: 7. bis 12. Türchen

10. Altfränkisch Klosterbier – Weißenoher Klosterbrauerei – 5,1 % Vol

Nördlich von Nürnberg liegt Weißenohe und dort die Weißenoher Klosterbrauerei, die durch ein umfangreiches Biersortiment herausragt. So gibt es hier spezielle Craftbiere und – man höre und staune: ein Cannabis-Bier. In meinem Adventskalender fand ich ‚nur‘ einen fränkischen Klassiker: ein altfränkisch Klosterbier.

Altfränkisch steht eigentlich für altmodisch, antiquiert. Was die Braukunst anbelangt, soll uns das aber nicht schrecken. Und so findet sich hier ein bernsteinfarbenes und vollmundiges Bier, in dem Malz und Hopfen wunderbar zusammen harmonisieren. Zur Brotzeit resp. zum Abendbrot passt das Bier bestens. Und es macht irgendwie neugierig auf weitere Biere dieser Brauerei (noch hat der Adventskalender 12 weitere Türchen).

11. Tucher Urbräu – Nürnberger Hell – 4,9 % Vol. – seit 1672

Biere von Tucher kenne ich von Aufenthalten in Nürnberg und aus früheren Zeiten her: Mein ehemaliger Schwager bevorzugte Tucher. Das Urbräu – Nürnberger Hell ist wohl Tuchers älteste Biersorte in bester Nürnberger Brautradition. Der Hallertauer Hopfen „Tradition“ verleiht dem Bier seine feine Bittere, während ausgewählte helle Malze für ein brillantes Farbenspiel im Glas und den vollmundigen Charakter mit süffig-milder, leicht süßlicher Note sorgen.

Auch wenn ich mich wiederhole: ich mag mehr die dunklen Biersorten, die hellen sind mir meist zu bitter – besonders, wenn die Biere aus Norddeutschland stammen. Die hellen Biere aus Bayern (und Franken gehört nun auch dazu) sind dagegen eher vollmundig, also süffig. Wie sagt man so schön: Dieses Bier lässt sich trinken, wenn’s auch keine eigentliche Besonderheit ist.

12. Schwarze Kuni – schwarzer Weizenbock mit feiner Hefe – 7,0 % Vol. – Brauerei Simon – Lauf a.d. Pegnitz, Bayern – privat gebraut – seit 1875

Lauf an der Pegnitz liegt in Mittelfranken. Mein Adventskalender hat es mit Bieren aus Franken. Das Wahrzeichen der Stadt Lauf ist der Kunigunden-Berg mit der Kunigunden-Kirche. Ihren Namen verdanken sie der Kaiserin Kunigunde, nach der auch der dunkle Weizen-Bock der Brauerei Simon benannt wurde: Schwarze Kuni.

Der Name ist für einen dunklen Weizenbock sicherlich etwas kurios. Aber Namen sind bekanntlich Schall und Rauch und dienen nur dem Wiedererkennen. Obwohl ich kein ganz so großer Freund von Weizen- bzw. Weißbieren bin, so bin ich mit diesem Bier gern bereit, mich eines Besseren belehren zu lassen.

Okay, ein Weizenbock ist noch lange kein Weißbier, so wie ein Doppelbock kaum mit einem normalen Bier konkurrieren kann und soll. Die gute ‚schwarze Kuni‘ ist auch nicht mein erster Weizenbock. Aber was fasele ich da:

Im Geruch findet sich bereits eine deutliche Hefenote und Karamellsüße. Im Geschmack überwiegen zwar deutlich die Dunkelmalze, die aber mit dem Weizenmalz wunderbar harmonieren. Die 7% vol-Alkohol halten sich geschmacklich dagegen im Hintergrund. Das Bier ist stimmig, rund und weich am Gaumen und besticht durch einen lang anhaltenden Abgang. Die lange Reifezeit verleiht dem Bier Eleganz und Finesse. Es ist durchaus ein Craftbier ohne diesen Namen zu tragen. Lecker!
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Hier noch einmal ein Rückblick auf meinen Bieradventskalender aus dem Jahr 2014:

Bierkalender (Advent) 2014 – Türchen 1 bis 12
Bierkalender (Advent) 2014 – Türchen 13 bis 24

Noch sind 12 Türchen geschlossen. Aber es hat schon etwas, am Abend in den Keller zu gehen und zu schauen, welche gehopfte Überraschung da auf mich wartet. Es darf gern so weitergehen …

Bierkalender (Advent) 2016 – Türchen 1 bis 6

Jedem sein Adventskalender, unabhängig von Alter und Geschlecht! Auch in diesem Jahr wurde ich von meiner Frau mit einem Adventskalender beglückt – wieder einem Bierkalender, der bisher eine größere Anzahl Biere enthielt, die ich nicht kannte. Anfangs etwas skeptisch, da dieser Bierkalender vom Hol ab-Getränkemarkt stammt, wurde ich bisher eines Besseren belehrt. Es begann mit einem hellen Bier aus Unterfranken:

1. Weiss Rössl – Urhell 4,9 % Vol. Weiss Rössl Bräu GmbH – Eltmann

Wie viele andere helle Bier aus Bayern so ist auch dieses Bier süffig, hat aber eine ganz eigene feine Hopfennote. Die Schaumkrone ist ziemlich stabil. Für eine ‚Brotzeit‘, also zum Abendbrot ist es bestens geeignet. Der Bierkalender hatte also schon einmal einen durchaus gelungenen Anfang.

Die Brauerei Weiss Rössl Bräu wurde 1744 gegründet und hat ihren Sitz in Roßdorf, einem Stadtteil von Eltmann in Unterfranken. Angeblich wurde die Brauerei 1989 von der Kaiser Bräu GmbH & Co. KG, Neuhaus/Pegnitz (Mfr) übernommen. Die Roßstadter Braustätte wurde dann 2001 geschlossen. Aber wie schon bei einigen Biermarken in Norddeutschland (Union in Bremen und Ratsherrn in Hamburg) muss die Brauerei ‚wiederbelegt‘ worden sein.

2. Weltenburger Kloster Winter-Traum – 5,4 % Vol.

Just an dem Tag, als ich mir einen Kasten Weltenburger Kloster Winter-Traum beim Händler meines Vertrauens kaufte, hatte ich in meinem Bierkalender eine Flasche dieses Gebräus, das ich bereits hier schon ausführlicher beschrieben habe. Ich wiederhole mich gern: Das ist ein Bier besonderer Note, wunderschön bernsteinfarben und mit 5,4 % Vol. etwas stärker als normale Biere, aber doch deutlich unter Bockbierniveau. Der Geschmack ist angenehm vollmündig, also süffig, mit ausgesprochen karamelliger Note dank erlesener Spezialmalze. Ich mag es leicht fein-herb und doch malzig. Der Winter-Traum deckt sich da ganz mit meinen Geschmacksvorstellungen.

3. Hemelinger dunkel – 5 % Vol.

Ich habe lange genug in Bremen gelebt (25 Jahre), um das Hemelinger Bier zu kennen und das ich meist als Hemelinger Spezial getrunken habe. Hemelingen ist ein Stadtteil von Bremen. Im Adventskalender fand ich am 3. Tag ein Hemelinger dunkel vor: Mild und malzig und wirklich „nicht gerade das Hellsten“. Sicherlich haut ein solches Bier keinen vom Hocker, aber als Liebhaber dunkler Biere, also solcher mit malziger Note, lässt es sich durchaus trinken.

Nun die Hemelinger Biere wurden schon früher außerhalb des Stadtteils Hemelingen in Bremen von der zu Beck & Co gehörenden Haake-Beck Brauerei gebraut, die 1921 sämtliche Aktien der Hemelinger Actien Brauerei übernahm. Beck & Co gehört mittlerweile selbst zur belgischen Anheuser-Busch InBev. Im Dezember 2008 wurden die Markenrechte an das Achimer Unternehmen Getränke Ahlers verkauft, produziert wurde aber zunächst weiterhin bei Beck & Co. Seit Februar 2012 wird das Hemelinger Bier im Hofbrauhaus Wolters in Braunschweig gebraut. So geht das …

Bierkalender 2016: 1. Bis 6. Türchen

4. Maria Ehrenberger Pilgerstoff – 5,2 % Vol. – Will Bräu – Hochstiftliches Brauhaus in Bayern GmbH & Co. KG , Motten

Auch der werte Pilger will verpflegt sein und schaut (nicht nur) gelegentlich ins Glas. Nun die Brauerei liegt direkt am Fuße der berühmten Pilgerstätte „Maria Ehrenberg“ in der Rhön, daher der Name Pilgerstoff. Dieser „präsentiert sich in einer klaren Optik von dunklem Bernstein, kräftigen Röstmalzaromen und einer samtig weichen Schaumkrone.“ Auch dieses Bier zeigt sich vollmundig, also süffig und ist untergärig gebraut.

Unwillkürlich musste ich gleich an das Kreuzberger Klosterbier denken, dass ich vor vielen Jahren auf dem Kreuzberg, ebenfalls in der Rhön gelegen, im dortigen Kloster genossen habe.

„Den Ehrenberg hinauf pilgert ein langer Zug,
erst zur Kirche dann zum Krug.“

Und das erinnert mich an die Erkenntnis, die ich auf frühen Radtouren durch Norddeutschland gewonnen hatte: Dort, wo die Kirche ist, da ist auch ein Gasthof. Als durstiger Radfahrer, der sein Ziel erreicht hat, braucht man nur Ausschau nach der Kirchturmspitze halten.

5. Ayinger Kirtabier naturtrüb 5,8 % Vol.

Beim Kirtabier handelt es sich um eine untergärige, naturtrübe Saisonspezialität, die nach alter Tradition eingebraut und zu Kirchweih, einem der wichtigsten bayerischen Feiertage, ausgeschenkt wird. Die warme, kupferbraune Farbe und der malzaromatische Geschmack des Ayinger Kirtabiers werden durch das Zweimaischverfahren mit Schüttung aus dreierlei Malzen hervorgebracht. Besonders ist das leichte Aroma nach Orangen, reifen Äpfeln und Nüssen – das richtige Bier für den goldenen Oktober.

Mich erinnert es an Craftbiere, die oft als naturtrübe, also mit Hefe versetzte Biere daherkommen und meist einen fruchtigen Geschmack offerieren. Das Dorf Aying liegt südlich von München.

6. Winterhopfen – Festbier 5,3 % Vol. – Landskron Brau-Manufaktur Görlitz

Das erste Viertel meines Adventskalenders endet mit diesem Bier, das uns nach Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschlands in der Oberlausitz führt.

Das elegante, untergärige Festbier ist für den besonderen Genuss in der Winterzeit. Ein Bier mit ausgewogenem Aroma, in dem die Malznoten harmonisch mit floralen Hopfendüften gepaart sind. Es verspricht einen Genuss mit vollem runden Körper, in dem eine feine Hopfenbittere perfekt eingebunden ist, und das mit einem vollen Malzkörper ausklingt.

Es ist „edel-süffig“ und im Stile eines klassischen Exportbieres gebraut. Schaut man auf die Website der Brauerei, dann verspricht diese einige interessante Biere der Gourmet-Klasse. Craftbiere lassen grüßen.

Natürlich bin ich jetzt gespannt, was da noch an wundersamen ‚Hopfenkaltschalen‘ auf mich zukommen wird. Bisher gab es zwar keine riesigen Überraschungen, aber auch keine geschmacklichen Pleiten. Lasse ich mich weiterhin überraschen – und sage Prost!

500 Jahre deutsches Reinheitsgebot für Bier

    „Item wir ordnen / setzen / und wöllen mit Rathe unnser Lanndtschaft / das füran allennthalben in dem Fürstenthumb Bayren / auff dem Lande / auch in unnsern Stetten unnd Märckthen / da deßhalb hieuor kain sonndere Ordnung ist / von Michaelis biß auff Georii / ain Mass oder Kopffpiers über ainen Pfenning Müncher Werung / unnd von Sant Jorgentag / biß auff Michaelis / die mass über zwen Pfenning derselben Werung / und derenden der Kopff ist / über drey Haller / bey nachgesetzter Pene / nicht gegeben noch außgeschenckht sol werden. Wo auch ainer nit Merzen / sonder annder Pier prawen / oder sonst haben würde / sol Er doch das / kains wegs höher / dann die maß umb ainen Pfenning schencken / und verkauffen.
    Wir wöllen auch sonderlichen / das füran allenthalben in unsern Stetten / Märckthen / unnd auf dem Lannde / zu kainem Pier / merer Stückh / dann allain Gersten / Hopffen / und Wasser / genommen und gepraucht sölle werden. Welher aber dise unsere Ordnung wissentlich überfaren vnnd nie hallten wurde / dem sol von seiner Gerichtzöbrigkait / dasselbig vas Pier / zuestraff unnachläßlich / so offt es geschicht / genommen werden. jedoch wo ain Geuwirt von ainem Pierprewen in vnnsern Stettn / Märckten / oder aufm Lande / jezuezeitn ainen Emer Piers / zwen oder drey / kauffen / und wider unnter den gemaynen Pawrsuolck ausschenken würde / dem selben allain / aber sonßt nyemandes / soldyemass / oder der kopffpiers / umb ainen haller höher dann oben gesetzt ist / ze geben / unnd außzeschencken erlaubt unnd vnuerpotn.“

„Wie das Bier Sommer und Winter auf dem Land ausgeschenkt und gebraut werden soll.“

„Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, dass forthin überall im Fürstentum Bayern sowohl auf dem Lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die keine besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli [29. September] bis Georgi [23. April] eine Maß [1,069 Liter] oder ein Kopf [ein halbkugelförmiges Geschirr, nicht ganz eine Maß] Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Sankt Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller bei Androhung unten angeführter Strafe weder gegeben noch ausgeschenkt werden soll.

Wo aber einer nicht Märzen sondern anderes Bier brauen oder sonst haben würde, soll er doch das keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen.

Wir wollen auch besonders, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtig weggenommen werden.

Wo jedoch ein Gastwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer Bier kauft und wieder an das gemeine Bauernvolk ausschenkt, soll ihm allein und sonst niemand, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken erlaubt und unverboten sein.“

Übersetzung des Reinheitsgebotes von 1516

Tag des deutschen Bieres – 23. April

Am 23. April ist der Tag des Deutschen Bieres, denn 1516 wurde an diesem Datum das Reinheitsgebot für Bier mit der Verkündung einer neuen, von Leonhard von Eck verfassten Landesordnung in Bayern durch die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. in Ingolstadt erlassen. Später wurde es auf ganz Deutschland ausgeweitet und ist heute das älteste noch gültige Lebensmittelgesetz.

Vor zwei Wochen weilte ich das Wochenende mit meiner Frau und meinem Jüngsten bei meinem ältesten Sohn in Mannheim. Als Liebhaber guter Biere kamen wir natürlich nicht umhin, das dortige Technoseum zu besuchen, wo passend zum 500-jährigen Jubiläum des Gesetzes die Sonderausstellung „Bier. Braukunst und 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot“ präsentiert wird.. Die Schau zeigt den Besucherinnen und Besuchern nicht nur wie Bier im Lauf der Jahrhunderte hergestellt, sondern auch wie es in der Werbung inszeniert wurde und welche Bedeutung es als Imagefaktor für die Bundesrepublik bis heute noch hat. Auch die Aspekte Rausch und Sucht sowie Alkoholprävention sind Themen der Schau.


Ausstellung „Bier. Braukunst und 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot“ – Technoseum Mannheim

Weshalb wurde vor 500 Jahren ein Reinheitsgebot aufgesetzt? Bis in die Neuzeit hinein war das Bier neben Brot das wichtigste Grundnahrungsmittel. Das Reinheitsgebot stellte somit in erster Linie sicher, dass der damals knappe Weizen den Bäckern zum Brotbacken zur Verfügung stand und nicht von den Brauern verwendet werden sollte. Darüber hinaus wurde schlecht gewordenes Bier oftmals mit Ochsengalle oder Kräutern vermischt, um den Geschmack zu übertünchen – auch hier wurde eine Regelung notwendig, um etwaigen Krankheiten vorzubeugen.

1516 wurde durch die Landesfürsten festgelegt, dass nur drei Stoffe im Bier enthalten sein durften: Wasser, Hopfen, Malz.

Weitere Informationen zum deutschen Reinheitsgebot des Bieres und natürlich zum Bier selbst findet der geneigte Biertrinker unter reinheitsgebot.de. Darauf ein gepflegte Bierchen, meine Freunde!


500 Jahre Reinheitsgebot in 50 Sekunden – Die deutschen Brauer – Deutscher Brauer-Bund e.V.

Craft-Biere

Ein neuer Trend geht in der „Bierszene“ um. Es geht um so genannte Craft-Biere (Craft Beer).

„Craft“ bedeutet „Handwerk“, aber wer „Kraftbier“ versteht, liegt auch nicht falsch: Es geht um geschmacksintensive, kunstfertig gebraute Biere. Eingeweihte können es ganz genau sagen: „Es sind Biere von neuen Brauern, die meistens aus der Heimbrauer-Szene kommen und in erster Linie Bier lieben“, so Fritz Wülfing, einer der Craftbierbrauer, „daraus ergibt sich auch unser Qualitätsanspruch.“ (Quelle: welt.de)

“Craft Beer” als Bier „von einem Brauer, der in kleinen Mengen und unabhängig von Konzernen auf traditionelle Weise braut“. (Quelle: bierclub.de)

Der Verweis auf „in kleine Mengen“ ist natürlich vom Land des Erzeugers abhängig. In den USA, woher dieser Trend kommt (es gibt also auch durchaus Positives von dort), gibt es Hersteller von Craft-Bieren, die einen größeren Ausstoß haben als manche deutsche ‚Großbrauerei‘. Oft wird Craft Beer über den Geschmack definiert und mit den Eigenschaften eines IPA (India Pale Ale) beschrieben. Doch dieser stark hopfenbetonte und oftmals fruchtige Bierstil, der übrigens aus England und nicht aus den USA stammt, ist nur einer von vielen, der die Craft Beer Szene derzeit ausmacht und begeistert.

Es geht mehr um die Unterscheidbarkeit eines Bieres von anderen Bieren. Biere mit eigenem Charakter sind Craft Biere. Ein Craft Beer ist ein Bier, dass sich von der Masse abhebt. Und was für die Biere gilt, ist auch bei den Brauereien angesagt. Auch Brauereien brauchen ein Gesicht in der Masse. Und so braut manche deutsche Großbrauerei neben seinen bekannten Marken zunehmend Biere eigenen Charakters (z.B. Maisel unter dem Namen Maisel and friends – dazu später etwas mehr).

Die ‚neuen‘ Brauereien bezeichnet man übrigens als Mikrobrauereien oder auch Handwerksbrauereien. Bei einer Jahreserzeugung von weniger als 200.000 Hektolitern werden sie in Deutschland durch eine geringere Biersteuer begünstigt.

Hamburger Lieblingsbox: Ratsherrn Lager – Weißbier – Rotbier – Pale Ale

Von den Produkten einer solchen Mikrobrauerei aus Hamburg habe ich bereits berichtet. Es geht um die Biere der Ratsherrn Brauerei, Hamburg, die sich vom Geschmack her doch deutlich von den Massenprodukten der Großbrauereien unterscheiden, die heute nur noch im vollautomatisierten Produktionsablauf hergestellt werden (von ‚Handwerk‘ gibt es hier also keine Spur). Dieser Mikrobrauerei in Hamburg angeschlossen ist der Online-Shop craftbeerstore.de, der bereits ein sehr umfangreiches Sortiment bereithält. Das ist nicht immer ganz billig, aber für Bierkenner, die auf das Besondere setzen, mehr als empfehlenswert. Durch meinen älteren Sohn bin ich bereits in den Genuss diverser Biere der schottischen Brauerei Black Isle Brewery gekommen. All die Biere dieser Brauerei sind übrigens Organic, also Bio (auch hierzu später mehr).

Black Isle Brewery - Scotland

Ähnlich dem Weinkenner geht es dem Bierkenner um guten Geschmack. Und ähnlich wird ein Bier wie Wein ‚verkostet‘. Auch Bier hat eine gewisse Säure, die aber nicht herausstechen sollte. Der Geschmack wird geprägt durch feine Malzaromen und der Bittere des Hopfens. Auf ein gelungenes Zusammenspiel der beiden kommt es an. Farbe und Geruch („Nosing“) spielen eine große Rolle. Und gegenüber dem Wein zeichnet sich Bier durch eine möglichst prickelnd frische Rezens aus, d.h. die Kohlensäure perlt angenehm.

Tatort (407): Starkbier (1999)

Es ist wieder vorösterliche Fastenzeit – und damit ist es auch wieder Starkbierzeit, nicht nur in Bayern. Aber aus Bayern kommen besonders leckere Starkbiere (Doppelbockbiere), wie z.B. das auch im hohen Norden bekannt-beliebte Paulaner Salvator aus München mit satten 7,9 % Vol. In Anlehnung an dieses älteste Doppelbockbier enden die Namen dieser Biere meist auf den Endsilben -ator (Palmator, Optimator, Helyator, Celebrator, Triumphator, Maximator usw.).

Dieses Jahr habe ich das Speziator mit 7,5 % Vol des Brauhauses Riegele, Augsburg, verkostet. Während das Salvator der Paulaner Brauerei von der Farbe her eher ein mittelbräunliches Rot aufweist und im Geschmack zwar malzig ist, aber auch den Hopfen nicht vernachlässigt, ist dieses Augsburger Gebräu von fast schwarzes Farbe. Der Schaum ist überraschend kremig, fast wie Eischnee, der Geschmack sehr malzig mit dezentem Karamellaroma. Die Hopfennote tritt eindeutig zurück. Dafür ist dieses Bier insgesamt samtig, aber auch von süffig-vollmundigem Geschmack. Eben etwas anderes.

Salvator 7,9 % Vol – Paulaner Brauerei, München Speziator 7,5 % Vol - Brauhaus Riegele, Augsburg

Kein Wunder ist es, wenn das Starkbier nicht auch einmal eine Hauptrolle im Münchener Tatort übernommen hat. Tatort, jeder weiß es, ist die wohl erfolgreichste Kriminalreihe des (nicht nur) deutschen Fernsehens und kommt oft genug mit viel Lokalkolorit daher. Allerdings müssen wir ins Jahr 1999 zurückkehren, als die Kommissare Batic und Leitmayr noch von ihrem Kollegen Carlo Menzinger begleitet wurden, der in der Folge Starkbier dann sogar die Hauptrolle übernimmt. Aber Freunde von Batic und Leitmayr kommen trotzdem nicht zu kurz.

Am Anfang dieser Tatort-Folge steht der Starkbieranstich, der in Realität am Nockherberg stattfindet.

Dr. Maximilian Meindl, der Marketing-Direktor der Benedictus-Brauerei, wird tot in seinem Auto an der Isar aufgefunden. Die Ehefrau bezweifelt sofort, dass es ein Unfall war, da ihr Mann sein einiger Zeit Unregelmäßigkeiten innerhalb der Brauerei auf der Spur war. Sie verdächtigt den Generaldirektor Conrad Eisinger etwas mit dem Tod ihres Mannes zu tun zu haben. Dieser will die Firma verkaufen und so gab es zwischen den beiden erhebliche Differenzen. Die Ermittler untersuchen den Fall im Umfeld der Brauerei, denn es war offensichtlich, dass der Unfall einen Mord tarnen sollte. Die rechtsmedizinischen Befunde sprechen ebenso für eine Brauerei als näheres Todesumfeld. Für eine Täterschaft von Generaldirektor Eisinger kann jedoch kein Indiz gefunden werden. Batic und Leitmayr stellen dagegen Zusammenhänge fest zwischen dem Angestellten Jiri Hasek, dem Verwaltungschef Giesek und dem Getränkegroßhändler Anton Irlbeck. So hat jemand offensichtlich versucht Hasek bei einem Fahrradsturz aus dem Weg zu räumen. Giesek indessen wird mit aufgeschnittenen Pulsadern in seiner Badewanne gefunden.

Sicherlich ist das nicht die beste Episode der Münchener Kommissare, die es bis dato auf 69 Fälle, so viele wie kein anderes Tatort-Ermittlerteam, gebracht haben. Aber allein das Thema ist es wert, die Folge zu schauen. Es ist nun einmal Starkbierzeit. Und ein kräftigendes Starkbier sollte man sich beim Gucken dann schon gönnen …


Tatort (407): Starkbier (1999) aus München (Batic, Leitmayr und Menzinger)