40 Jahre Deutscher Herbst – der Tatort

Es ist ein Teil unserer Geschichte. Und hierzu ist viel geschrieben worden. Es gibt Filme, ob nun als Dokumentation oder als Spielfilm, die diese Tage im Oktober vor 40 Jahre thematisieren:
Im Oktober 1977 fand der Deutsche Herbst seinen traurigen Höhepunkt. Nach der Ermordung von Hanns-Martin Schleyer und der Befreiung der gekaperten „Landshut“ nehmen sich die RAF-Gründer Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober im Gefängnis Stammheim das Leben. Hier ein Überblick von Radio Bremen

Fahndungsfoto der RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan Carl Raspe. | Bildquelle: rb / picture-alliance/dpa

40 Jahre liegen der Deutsche Herbst und die Todesnacht von Stammheim zurück. Die Folgen dieser traumatischen Zeit beeinflussen den aktuellen Fall der Kommissare Lannert und Bootz.

In der Nacht zum 18. Oktober 1977, nach Befreiung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ in Mogadischu und der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, fand der sogenannte Deutsche Herbst seine Zuspitzung in der „Todesnacht von Stammheim“, in der Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Gefängniszellen den Tod fanden und Irmgard Möller sich lebensgefährlich verletzte. Diese historische Situation, die sich in diesem Herbst zum 40. Mal jährt, bildet den Hintergrund für Dominik Grafs Stuttgarter „Tatort: Der rote Schatten“. Die langen Schatten jener Nacht und des Kampfs gegen den RAF-Terrorismus reichen in dem Tatort bis in die Gegenwart. Genauso wie die ungeklärten Fragen, die damit verbunden sind, zum Beispiel: Wie kamen die Waffen wirklich in den Hochsicherheitstakt des Stammheimer Gefängnisses? Wie weit reicht der Spielraum für den Verfassungsschutz? Warum ist es nicht möglich, die Ereignisse in der Nacht zum 18. Oktober zweifelsfrei zu klären? Dominik Graf beschäftigt sich in seinem ersten Stuttgarter „Tatort“ mit diesen Fragen. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander. Dafür nutzt Dominik Graf historisches Material, das er virtuos mit nachgedrehten Szenen verschränkt.


Tatort 1031 aus Stuttgart (2017): Der rote Schatten (ARD-Mediathek – verfügbar bis 14.11.2017)

siehe auch meinen Beitrag: 30 Jahre „Deutscher Herbst“

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

Ein Gedanke zu „40 Jahre Deutscher Herbst – der Tatort

  1. Diese Zeit habe ich „im anderen Deutschland“ – manche nennen es „Dunkeldeutschland“ – erlebt. Da war ich gerade 24. Natürlich ist das auch in unserer Familie nicht unbemerkt geblieben. Im Gegenteil! – Ich schaute vor der Maueröffnung fast nur Westfernsehen, Ost-Radio habe ich n i e gehört. Was sich alles an Bord der Maschine abgespielt hatte, erfuhren wir viel später. Außer den Berichten im Fernsehen habe ich das nicht verfolgt – die DDR-Gazetten konnte man eh vergessen, denn bei den Kommentaren (wenn sie es denn gab) ging mir gleich das Messer in der Tasche auf. – Die RAF konnte man (oder ich) sich im Osten nicht vorstellen. Wie konnte es sein, dass es in einem demokratischen Staat, wie der BRD, solche aggressiven Gegner gab, die vor Mord nicht zurückschrecken?! – Heute kann ich das – wenn ich auch die RAF und ihre Methoden natürlich zutiefst verachte. Doch heute ist eine andere Zeit – und die Demokratie, wenn man die BRD überhaupt noch so nennen kann, hat sicher arg gelitten. – Jahrelang wurde der Osten Deutschlands dafür verantwortlich gemacht – und jeder Blödie zum Anlass genommen, diesen Unmut zu unterstreichen. Hier schlug einem offener Hass entgegen. Dabei war es Angst. Angst, die Arbeit zu verlieren und vieles mehr. – Auch heute ist es noch so, dass ich mich/wir uns wegen des Soli-Beitrages zu verantworten habe. Nicht zu vergessen, dass „wir nicht in die Rente eingezahlt haben“. – Doch Soli bezahlen alle – auch die „vermaledeiten Ossies“, die sowieso alle nichts taugen. – Doch ich kenne viele, viele dort, die sehr fleißig sind und was taugen. – Doch diese Grabenkämpfe werden immer wieder befeuert. – Leider! – Das Ergebnis ist der Erfolg AfD. – Die zieht ihren Nutzen daraus. Anstatt eine andere Partei, sei es eine Tierschutzpartei, zu wählen, haben manche im Oberstübchen wohl zugemacht. – Das ist aber nur ein Grund, weshalb solche Anti-Demokraten solchen Zuspruch finden. Der andere Grund ist der Abbau der Demokratie. (Das muss ich nicht erläutern). In der DDR sagten wir: „Der Sozialismus wird n u r in Berlin aufgebaut.“ – Hier greift die Demokratie nur für einen kleineren Teil der Gesellschaft. – Doch – „endlich“ gibt es andere Prügelknaben: die Flüchtlinge. – Doch das ist auch ein weites Feld.

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