Schottland 2005: Robert Burns und ‚Die Toten Hosen‘

Schottland 2005Wenn man (wie ich mit meinen Lieben dieses Jahr) nach Schottland fährt, dann kommt man an Robert Burns nicht vorbei. Robert (Robbie) Burns stammte aus einer armen Bauernfamilie. Er wurde am 25. Januar 1759 in Alloway bei Ayr als das älteste von sieben Geschwistern geboren und gilt als Bewahrer der schottischen Volkslieder.

Die Bildung wurde ihm teils vom Vater vermittelt, teils autodidaktisch erworben. 1786 hatte er mit seinem ersten Gedichtsband Poems chiefly in the Scottish dialect großen Erfolg. Dieser Band fand bei den Kritikern in Edinburghs literarischen Kreisen derart begeisterten Anklang, daß er sich zunächst vor Aufträgen kaum retten konnte. Er verlor die Sympathien seiner Gönner jedoch wegen seines freien Lebenswandels, seiner Klerikersatiren und seiner positiven Einstellung zur Französischen Revolution. Neben Sir Walter Scott ist er der berühmteste schottische Poet. In seinen volkstümlichen lyrischen und epischen Dichtungen verwertet er oft alte schottische Quellen. Er schrieb die Verserzählung „Tam o‘ Shanter“, schlichte Liebesgedichte, anschauliche Naturlyrik und Lieder, die zu Volksliedern wurden, z.B. My heart’s in the Highlands oder Auld lang syne. Robert Burns starb am 21.7.1796 in Dumfries.

    Robert Burns

Das Lied Auld lang syne wird heute in ganz Großbritannien und vielen Ländern, in denen Englisch gesprochen wird, zu Silvester (New Year’s Eve) angestimmt und ist auch bei uns bestens bekannt. „Auld lang syne“ ist die schottische Variante des englischen „old long ago (bzw.) since“ oder besser übersetzt „times gone by“ und bedeutet auf Deutsch „der guten alten Zeiten wegen“ oder anders ausgedrückt: lang, lang ist ’s her!

„We’ll drink a cup of kindness yet for times gone by“.

Was hat nun dieses Lied mit der Punk-Band „Die Toten Hosen“ zu tun? Ganz einfach: Die Toten Hosen haben dieses Lied auch in ihrem Repertoire, wenn auch mit etwas abgewandeltem Text:

Auld Lang Syne (Version DTH)

Should all acquaintance be forgot and never brought to mind,
should all acquaintance be forgot and the days of auld lang syne.

For auld lang syne, my dear, for auld lang syne,
we’ll take a cup of kindness yet for the sake of auld lang syne.

Let’s have a drink or maybe two or maybe three or four
or five or six or seven or eight or maybe even more.

For auld lang syne, my dear, for auld lang syne,
we’ll take a cup of kindness yet for the sake of auld lang syne.

When it gets to closing time and if you still want more,
I know a pub in Inverness that never shuts its door.

For auld lang syne, my dear, for auld lang syne,
we’ll take a cup of kindness yet for the sake of auld lang syne.

    Die Toten Hosen: Auld lang syne

AULD LANG SYNE (1788 – von Robert Burns)

Should auld acquaintance be forgot,
And never brought to mind?
Should auld acquaintance be forgot,
And auld lang syne!

(Chorus:)
For auld lang syne, my dear,
For auld lang syne,
We’ll tak a cup o’ kindness yet,
For auld lang syne.

And surely ye’1l be your pint stowp!
And surely I’ll be mine!
And we’ll tak a cup o‘ kindness yet,
For auld lang syne.
For auld, &c.

We twa hae run about the braes,
And pou’d the gowans fine;
But we’ve wander’d mony a weary fit
Sin‘ auld lang syne.
For auld, &c.

We twa hae paidl’d in the burn,
Frae morning sun till dine;
But seas between us braid hae roar’d
Sin‘ auld lang syne.
For auld, &c.

And there’s a hand, my trusty fere!
And gie’s a hand o‘ thine!
And we’ll tak‘ a right gude-willie waught,
For auld lang syne.
For auld, &c.


Original vorgetragen von Wild Mountain Thyme

Burns Werke haben selbst über 200 Jahre nach seinem Tod noch immer einen großen Stellenwert in Schottland, was unter anderem auch daran gesehen werden kann, dass zur Eröffnung des Parlaments 1999 das Lied A Man’s A Man for A‘ That (auch „For A‘ That and A‘ That“ von 1795) gesungen wurde; siehe hierzu das Video (wer hört schon ein ganzes Parlament singen)

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!